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Dokumentenidentifikation DE102004059518A1 14.06.2006
Titel Schrägwälzlager, insbesondere für eine Radlagereinheit eines Kraftfahrzeuges
Anmelder Schaeffler KG, 91074 Herzogenaurach, DE
Erfinder Niebling, Peter, 97688 Bad Kissingen, DE;
Ruoff, Gottfried, 97464 Niederwerrn, DE;
Dlugai, Darius, 97421 Schweinfurt, DE;
Heim, Jens, 97493 Bergrheinfeld, DE
DE-Anmeldedatum 10.12.2004
DE-Aktenzeichen 102004059518
Offenlegungstag 14.06.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 14.06.2006
IPC-Hauptklasse F16C 19/38(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
IPC-Nebenklasse B60B 27/00(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft ein Schrägwälzlager, insesondere für eine Radlagereinheit eines Kraftfahrzeuges, bestehend aus zumindest einem äußeren Lagerring (2), der in einer Bohrung (3) eines Radträgers (4) der Radlagereinheit feststehend radial fixiert ist, und zumindest einem inneren Lagerring (5a, 5b), der auf einem drehbaren Bauteil der Radlagereinheit radial und axial fixiert ist, sowie aus einer Vielzahl zwischen diesen Lagerringen (2, 5a, 5b) abrollenden Wälzkörpern (6, 7), die durch mindestens einen Käfig (8, 9) in gleichmäßigen Abständen zueinander gehalten werden, wobei der äußere Lagerring (2) des Schrägwälzlagers (1) zur Fixierung in Axialrichtung und in Umfangsrichtung zusätzlich einen radialen Halteflansch (10) mit für axiale Befestigungsschrauben (11) geeigneten Ausformungen (12) aufweist.
Erfindungsgemäß sind der äußere Lagerring (2) des Schrägwälzlagers (1) und der radiale Halteflansch (10) als getrennt voneinander hergestellte Bauteile aus funktionsgeeigneten Werkstoffen ausgebildet, die miteinander form-, kraft- oder stoffschlüssig zu einer vormontierten Baueinheit verbunden sind.

Beschreibung[de]
Gebiet der Erfindung

Die Erfindung betrifft ein Schrägwälzlager nach den oberbegriffsbildenden Merkmalen des Patentanspruchs 1, welches insbesondere vorteilhaft für eine Radlagereinheit eines Kraftfahrzeuges verwendbar ist.

Hintergrund der Erfindung

Für in Radlagereinheiten von Kraftfahrzeugen verwendete Schrägwälzlager besteht unter anderem das Erfordernis, dass diese eine zuverlässige und montagefreundliche Befestigung am Radträger aufweisen müssen, die eine hohe Sicherheit gegen das Verdrehen des äußeren Lagerrings in Umfangsrichtung gewährleistet. Zusätzlich sollen solche Schrägwälzlager noch die Möglichkeit einer axialen Verspannbarkeit aufweisen, um insgesamt das Laufverhalten des Wälzlagers zu verbessern und so genannte Knackgeräusche zu vermeiden.

Ein diese Erfordernisse erfüllendes Schrägwälzlager für eine Radlagereinheit eines Kraftfahrzeuges ist beispielsweise aus der DE 39 40 395 A1 vorbekannt.

Dieses als zweireihiges Schrägkugellager ausgebildete Schrägwälzlager besteht aus einem äußeren Lagerring, der in einer Bohrung eines Radträgers der Radlagereinheit feststehend radial fixiert ist, und einem zweigeteilten inneren Lagerring, der auf einer drehbaren Radnabe der Radlagereinheit radial und axial fixiert ist, sowie aus einer Vielzahl zwischen diesen Lagerrringen in zwei Reihen abrollender Lagerkugeln, die durch zwei Käfige in gleichmäßigen Abständen zueinander gehalten werden. Der äußere Lagerring dieses Schrägkugellagers weist dabei zur Verspannbarkeit in Axialrichtung und zur Fixierung in Umfangsrichtung zwischen seinen Axialseiten zusätzlich einen radialen Halteflansch mit mehreren gleichmäßig beabstandeten axialen Bohrungen auf, über die der äußere Lagerring durch mehrere Befestigungsschrauben am Radträger verschraubt wird.

Nachteilig bei diesem bekannten Schrägwälzlager für eine Radlagereinheit ist es jedoch, dass der einteilig mit dem äußeren Lagerring ausgebildete radiale Halteflansch durch Schmieden oder durch spanabhebende Bearbeitung angeformt ist und derartige Fertigungsverfahren in aller Regel relativ hohe Kosten verursachen. Darüber wirkt sich die massive Ausbildung des Halteflansches negativ auf das Gewicht des äußeren Lagerrings des Schrägwälzlagers aus, so dass sich das Gesamtgewicht der ungefederten Massen der Radlagereinheit am Fahrzeug in nachteiliger Weise erhöht. Ebenso bedingt die einteilige Ausbildung des äußeren Lagerrings mit dem radialen Halteflansch, dass beide Elemente trotz unterschiedlicher Festigkeitsanforderungen aus dem gleichen Werkstoff hergestellt sind, so dass bei der Werkstoffauswahl nur ein Kompromiss zwischen den Überrollanforderungen an die Laufbahnen des äußeren Lagerrings und den Festigkeitsanforderungen im Flanschbereich möglich ist.

Zur Vermeidung dieser Nachteile wurde es deshalb durch die zum Anmeldezeitpunkt der vorliegenden Patentanmeldung noch nicht veröffentlichte deutsche Patentanmeldung mit dem Aktenzeichen 103 59 646.1 vorgeschlagen, den äußeren Lagerring eines zweireihigen Schrägkugellagers und den radialen Halteflansch einteilig durch spanloses Kaltumformen eines Stahlblechs herzustellen, wobei der radiale Halteflansch direkt an eine Axialseite des durch Härten mit einer fertigen Außengeometrie ausgebildeten äußeren Lagerrings angeformt ist.

Ein solches an sich sehr kostengünstig herstellbares Radlager hat jedoch wiederum den Nachteil, dass der spezielle Umformungsprozess des tiefgezogenen äußeren Lagerrings mit Halteflansch etwa gleiche Materialquerschnitte sowohl für den Bereich des mit den Außenlaufbahnen auszubildenden äußeren Lagerrings als auch für den Bereich des radialen Halteflansches bedingt. Dadurch sind keinerlei Variationen zwischen dem Materialquerschnitt des Lagerrings und dem Materialquerschnitt des Halteflansches mehr möglich, mit der Folge, dass bei einem ausreichend stark dimensionierten äußeren Lagerring der radiale Halteflansch gegebenenfalls in seiner Stärke unterdimensioniert ist. Ebenso setzt die Herstellung eines spanlos umgeformten äußeren Lagerrings mit angeformten radialen Halteflansch den Einsatz eines zum Tiefziehen geeigneten Werkstoffs voraus, so dass die Verwendung eines bis dahin für Radlager verwendeten herkömmlichen Wälzlagerstahls beziehungsweise eine optimale Werkstoffauswahl und Wärmebehandlung für die unterschiedlichen Belastungsanforderungen im Bereich des radialen Halteflansches und der Außenlaufbahnen des äußeren Lagerrings auch bei diesem Radlager nicht mehr möglich ist.

Aufgabe der Erfindung

Ausgehend von den dargelegten Nachteilen der Lösungen des bekannten Standes der Technik liegt der Erfindung deshalb die Aufgabe zu Grunde, ein Schrägwälzlager, insbesondere für eine Radlagereinheit eines Kraftfahrzeuges, zu konzipieren, dessen äußerer Lagerring und dessen radialer Halteflansch mit kostengünstigen Fertigungsverfahren herstellbar sind und sich durch die Möglichkeit einer optimalen Werkstoffauswahl und Wärmebehandlung für die unterschiedlichen Belastungsanforderungen im Bereich des radialen Halteflansches und im Bereich der Außenlaufbahnen des äußeren Lagerrings auszeichnen.

Beschreibung der Erfindung

Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe bei einem Schrägwälzlager nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 derart gelöst, dass der äußere Lagerring des Radialwälzlagers und der radiale Halteflansch als getrennt voneinander hergestellte Bauteile aus funktionsgeeigneten Werkstoffen ausgebildet sind, die miteinander form-, kraft- oder stoffschlüssig zu einer vormontierten Baueinheit verbunden sind.

In zweckmäßiger Weiterbildung des erfindungsgemäß ausgebildeten Schrägwälzlagers ist dabei der äußere Lagerring bevorzugt als Standardlagerring ausgebildet, der aus einem für Radlageranwendungen bewährten Wälzlagerstahl besteht und in bekannter Weise durch Schmieden aus einem Ringrohling herstellbar ist. Der radiale Halteflansch ist dagegen bevorzugt als spanlos geformte Ringscheibe aus einem Stahlblech ausgebildet, die durch Stanzen und Biegepressen in einem Stufenwerkzeug herstellbar ist. Dabei werden zugleich mehrere gleichmäßig zueinander beabstandete Lochdurchbrüche in den radialen Halteflansch eingearbeitet, welche die Ausnehmungen für die Schrauben zur Befestigung des äußeren Lagerrings am Radträger der Radlagereinheit bilden. Alternativ zu solchen Lochdurchbrüchen ist es jedoch auch möglich, für die Befestigungsschrauben des äußeren Lagerrings lediglich halbkreisförmige Ausklinkungen vorzusehen, die aus dem Außenumfang des radialen Halteflansches ausgestanzt werden.

Als vorteilhafte Ausführungsform des erfindungsgemäß ausgebildeten Schrägwälzlagers hat es sich erwiesen, den äußeren Lagerring und den radialen Halteflansch über eine Rastverbindung formschlüssig miteinander zu verbinden, da eine formschlüssige Verbindung im Gegensatz zu einer ebenfalls möglichen kraft- oder stoffschlüssigen Verbindung beider Teile keinerlei zusätzliche Verbindungselemente wie Schrauben, abschmelzende oder aushärtende Zusatzwerkstoffe od. dgl. erfordert. Die Rastverbindung wird dabei bevorzugt über mehrere am Innendurchmesser des radialen Halteflansches angeformte Rastnasen sowie über eine an der Außenmantelfläche des äußeren Lagerrings eingeformte Rastnut realisiert, wobei sich eine der Anzahl der Lochdurchbrüche für die Befestigungsschrauben am Halteflansch entsprechende Anzahl an Rastnasen, die jeweils in Umfangsrichtung zwischen den Lochdurchbrüchen angeordnet sind, als ausreichend erwiesen hat.

Eine besonders vorteilhafte Ausgestaltung des erfindungsgemäß ausgebildeten Schrägwälzlagers ist es des Weiteren, die Rastnasen des radialen Halteflansches bevorzugt als in gleichmäßigen Winkelabständen aus der Randpartie seines Innendurchmessers herausgebogene Laschen auszubilden, die einen L-förmigen Profilquerschnitt aufweisen. Diese Rastnasen ragen dann mit dem Längsschenkel ihres Profils axial vom radialen Halteflansch weg, wobei der Querschenkel ihres Profils zur Längsmittelachse des radialen Halteflansches gerichtet angeordnet ist. Zusätzlich weisen die Rastnasen am freien Ende des Querschenkels ihres Profils ein verrundetes oder rastzahnartiges Profil auf, mit dem sie in die Rastnut am äußeren Lagerring des Schrägwälzlagers einrasten. Als alternative Ausgestaltungsform für die Rastnasen am radialen Halteflansch ist es jedoch auch denkbar, die in gleichmäßigen Winkelabständen aus der Randpartie seines Innendurchmessers herausgebogene Laschen ohne weiteres Profil auszubilden und stattdessen durch einen dreiseitigen Einschnitt mit gleichzeitigem Biegevorgang aus jeder Lasche eine Zunge herauszubiegen, die mit ihrem freien Ende schräg zur Längsmittelachs des radialen Halteflansches gerichtet angeordnet ist. Die schräge Anordnung dieser Zunge bewirkt dann, dass die zwei aneinander angrenzenden und zum äußeren Lagerring weisenden Profilflächen der Zunge ebenfalls einen Rastzahn bilden, mit dem die Rastnasen in die Rastnut am äußeren Lagerring des Schrägwälzlagers einrasten können.

Die Ausbildung der freien Enden der Rastnasen mit einem speziellen Profil hat dabei den Hintergrund, dass es damit in der Regel ohne weitere Maßnahmen möglich ist, die innerhalb der Radlagereinheit auftretenden Axialkräfte über die Rastnasen des radialen Halteflansches aufzunehmen. Als besonders vorteilhaft hat sich dabei das rastzahnartige Profil erwiesen, durch welches die in eine Richtung auftretenden Axialkräfte komplett über die Rastnasen aufnehmbar sind, während die in die andere Richtung auftretenden Axialkräfte durch die einseitige Anlage des äußeren Lagerrings am radialen Halteflansch aufgenommen werden. Mit einem verrundeten Profil an den freien Enden der Rastnasen ist eine derartige Aufnahme von Axialkräften jedoch nur bedingt möglich, so dass es sich bei dieser Ausführung als sicherer erwiesen hat, die in eine Richtung auftretenden Axialkräfte über einen als Anschlag für den äußeren Lagerring ausgebildeten zusätzlichen Radialabsatz innerhalb der Lageraufnahmebohrung im Radträger aufzunehmen, während die in die andere Richtung auftretenden Axialkräfte auch hier durch die einseitige Anlage des äußeren Lagerrings am radialen Halteflansch aufgenommen werden.

Die Rastnut am äußeren Lagerring ist dabei in einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäß ausgebildeten Schrägwälzlagers als in die halteflanschseitige Randpartie seiner Außenmantelfläche eingeformte umlaufende Nut ausgebildet, deren Nutquerschnitt dem jeweils verwendeten Profil an den freien Enden der Rastnasen entspricht. Anstelle einer umlaufenden Rastnut ist es jedoch auch möglich, an gleicher Stelle lediglich der Anzahl der Rastnasen entsprechende Nutsegmente in die Außenmantelfläche des äußeren Lagerrings einzuarbeiten, die ebenfalls einen an das Profil der freien Enden der Rastnasen angepassten Nutquerschnitt aufweisen.

Ein letztes Merkmal des erfindungsgemäß ausgebildeten Schrägwälzlagers ist es schließlich noch, dass der die Rastnut am äußeren Lagerring umschließende Randabschnitt der Lageraufnahmebohrung im Radträger bevorzugt als Ansenkung der Bohrungsöffnung ausgebildet ist, durch die eine konische Durchmessererweiterung an der Lageraufnahmebohrung entsteht. Der Winkel des Konus ist dabei so gewählt, dass der die Rastnasen aufnehmende Randabschnitt der Lageraufnahmebohrung zugleich als Klemmfläche wirkt, an der die Rastnasen des radialen Halteflansches in Montagestellung des Schrägwälzlagers rückseitig anliegen und somit gegen selbsttätiges Ausrasten aus der Rastnut gesichert sind. Als alternative Sicherung gegen selbsttätiges Ausrasten der Rastnasen aus der Rastnut wäre es jedoch auch denkbar, gesonderte Aufnahmetaschen für jede Rastnase in die Lageraufnahmebohrung einzuarbeiten, an deren Radialwandung die Rastnasen des radialen Halteflansches in Montagestellung des Schrägwälzlagers ebenfalls rückseitig anliegen.

Das erfindungsgemäß ausgebildete Schrägwälzlager, insbesondere für eine Radlagereinheit eines Kraftfahrzeuges, weist somit gegenüber den aus dem Stand der Technik bekannten Schrägwälzlagern den Vorteil auf, dass dessen äußerer Lagerring und dessen radialer Halteflansch durch die Ausbildung als getrennt voneinander herstellbare und formschlüssig miteinander montierbare Bauteile mit kostengünstigen Fertigungsverfahren herstellbar sind, durch die die Herstellungskosten eines solchen Schrägwälzlagers unter denen eines Schrägwälzlagers liegen, dessen äußerer Lagerring einteilig mit dem Halteflansch ausgebildet und komplett spanlos hergestellt ist. Darüber hinaus ergibt sich durch die getrennte Ausbildung von Lagerring und Halteflansch die Möglichkeit, durch eine optimale Werkstoffauswahl und Wärmebehandlung den unterschiedlichen Belastungsanforderungen im Bereich des radialen Halteflansches und im Bereich der Außenlaufbahnen des äußeren Lagerrings gerecht zu werden.

Kurze Beschreibung der Zeichnungen

Das erfindungsgemäß ausgebildete Schrägwälzlager wird nachfolgend in zwei bevorzugten Ausführungsformen unter Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen näher erläutert. Dabei zeigen:

1 einen Querschnitt durch eine erste Ausführungsform eines erfindungsgemäß ausgebildeten Schrägwälzlagers in Montagestellung innerhalb einer Radlagereinheit;

2 eine quergeschnittene räumliche Einzeldarstellung der ersten Ausführungsform des erfindungsgemäß ausgebildeten Schrägwälzlagers;

3 einen Querschnitt durch eine zweite Ausführungsform eines erfindungsgemäß ausgebildeten Schrägwälzlagers in Montagestellung innerhalb einer Radlagereinheit;

4 eine quergeschnittene räumliche Einzeldarstellung der zweiten Ausführungsform des erfindungsgemäß ausgebildeten Schrägwälzlagers.

Ausführliche Beschreibung der Zeichnungen

Aus den 1 und 3 geht jeweils ein als Schrägkugellager ausgebildetes Schrägwälzlager 1 für ein Radlagereinheit eines Kraftfahrzeuges hervor, welches im Wesentlichen aus einem einteiligen äußeren Lagerring 2 und einem zweiteiligen inneren Lagerring 5a, 5b sowie aus einer Vielzahl in zwei Reihen zwischen diesen Lagerrringen 2, 5a, 5b abrollenden Wälzkörpern 6, 7 besteht, die durch einen Käfig 8, 9 je Reihe in gleichmäßigen Abständen zueinander gehalten werden. Der innere Lagerring 5a, 5b ist dabei auf einem nicht dargestellten drehbaren Bauteil der Radlagereinheit radial und axial fixiert, während der äußere Lagerring 2 in einer Bohrung 3 eines Radträgers 4 der Radlagereinheit feststehend radial fixiert ist und zur Verspannbarkeit in Axialrichtung sowie zur Fixierung in Umfangsrichtung zusätzlich einen radialen Halteflansch 10 aufweist. Dieser radiale Halteflansch 10 ist, wie auch aus den 2 und 4 ersichtlich ist, mit mehreren gleichmäßig beabstandeten und als Lochdurchbrüche ausgebildeten Ausformungen 12 versehen, über die der äußere Lagerring 2 durch mehrere axiale Befestigungsschrauben 11 am Radträger 4 verschraubt wird.

Des Weiteren wird in allen Darstellungen der 1 bis 4 deutlich gezeigt, dass der äußere Lagerring 2 des Schrägwälzlagers 1 und der radiale Halteflansch 10 erfindungsgemäß als getrennt voneinander hergestellte Bauteile ausgebildet sind, die in konkreter Ausführung formschlüssig zu einer vormontierten Baueinheit miteinander verbunden sind. Der äußere Lagerring 2 ist dabei als durch Schmieden hergestellter Standardlagerring aus einem Wälzlagerstahl ausgebildet, während der radiale Halteflansch 10 als spanlos geformte Ringscheibe aus einem Stahlblech ausgebildet ist, die durch Stanzen und Biegepressen in einem Stufenwerkzeug herstellbar ist.

Die formschlüssige Verbindung des äußeren Lagerrings 2 mit dem radiale Halteflansch 10 erfolgt dabei, wie ebenfalls aus den 1 bis 4 hervorgeht, über eine Rastverbindung, die über mehrere am Innendurchmesser 13 des radialen Halteflansches 10 angeformte Rastnasen 14 sowie über eine an der Außenmantelfläche 15 des äußeren Lagerrings 2 eingeformte Rastnut 16 realisiert wird. Die Rastnasen 14 des radialen Halteflansches 10 sind dabei als in gleichmäßigen Winkelabständen aus der Randpartie seines Innendurchmessers 13 herausgebogene Laschen mit einem L-förmigen Profilquerschnitt ausgebildet, die mit dem Längsschenkel 19 ihres Profils axial vom radialen Halteflansch 10 wegragen und mit dem Querschenkel 17 ihres Profils zur Längsmittelachse des radialen Halteflansches 10 gerichtet angeordnet sind. Zusätzlich weisen die Rastnasen 14 am freien Ende 18 des Querschenkels 17 ihres Profils entweder, wie in den 1 und 2 dargestellt, ein verrundetes oder, wie in den 3 und 4 dargestellt, ein rastzahnartiges Profil auf, mit dem sie in die Rastnut 16 am äußeren Lagerring 2 des Schrägwälzlagers 1 einrasten.

Durch die Ausbildung der freien Enden 18 der Rastnasen 14 mit einem speziellen Profil ist es möglich, die innerhalb der Radlagereinheit auftretenden Axialkräfte über die Rastnasen 14 des radialen Halteflansches 10 aufzunehmen. Mit dem in den 3 und 4 gezeigten rastzahnartigen werden dabei die in eine Richtung auftretenden Axialkräfte komplett über die Rastnasen 14 aufgenommen, während die in die andere Richtung auftretenden Axialkräfte durch die einseitige Anlage des äußeren Lagerrings 2 am radialen Halteflansch 10 aufgenommen werden. Mit dem in den 1 und 2 abgebildeten verrundeten Profil an den freien Enden 18 der Rastnasen 14 ist eine derartige Aufnahme von Axialkräften jedoch nur bedingt möglich, so dass bei dieser Ausführung die in eine Richtung auftretenden Axialkräfte über einen als Anschlag für den äußeren Lagerring 2 ausgebildeten zusätzlichen Radialabsatz 21 innerhalb der Bohrung 3 im Radträger 4 aufgenommen werden, während die in die andere Richtung auftretenden Axialkräfte auch hier durch die einseitige Anlage des äußeren Lagerrings 2 am radialen Halteflansch 10 aufgenommen werden.

Schließlich ist in den 1 bis 4 auch noch deutlich zu sehen, dass die Rastnut 16 am äußeren Lagerring 2 als in die halteflanschseitige Randpartie seiner Außenmantelfläche 15 eingeformte umlaufende Nut ausgebildet ist, die in den 1 und 2 einen dem Profil der freien Enden 18 der ersten Ausführungsform der Rastnasen 14 entsprechenden halbkreisförmigen Nutquerschnitt und in den 3 und 4 einen dem Profil der freien Enden 18 der zweiten Ausführungsform der Rastnasen 14 entsprechenden keilförmigen Nutquerschnitt aufweist. Der die Rastnut 16 am äußeren Lagerring 2 umschließende Randabschnitt der Bohrung 3 im Radträger 4 dabei ebenfalls klar erkennbar als konisch durchmessererweiterte Klemmfläche 20 ausgebildet, an der die Rastnasen 14 des radialen Halteflansches 10 in der in den 1 und 3 dargestellten Montagestellung des Schrägwälzlagers 1 rückseitig anliegend gegen selbsttätiges Ausrasten aus der Rastnut 16 gesichert sind.

1Schrägwälzlager 2äußerer Lagerring 3Bohrung 4Radträger 5ainnerer Lagerring 5binnerer Lagerring 6Wälzkörper 7Wälzkörper 8Käfig 9Käfig 10radialer Halteflansch 11Befestigungsschrauben 12Ausformungen 13Innendurchmesser von 10 14Rastnasen 15Außenmantelfläche von 2 16Rastnut 17Querschenkel von 14 18freies Ende von 17 19Längsschenkel von 14 20Klemmfläche 21Radialabsatz

Anspruch[de]
  1. Schrägwälzlager, insbesondere für eine Radlagereinheit eines Kraftfahrzeuges, bestehend aus zumindest einem äußeren Lagerring (2), der in einer Bohrung (3) eines Radträgers (4) der Radlagereinheit feststehend radial fixiert ist, und zumindest einem inneren Lagerring (5a, 5b), der auf einem drehbaren Bauteil der Radlagereinheit radial und axial fixiert ist, sowie aus einer Vielzahl zwischen diesen Lagerrringen (2, 5a, 5b) abrollenden Wälzkörpern (6, 7), die durch mindestens einen Käfig (8, 9) in gleichmäßigen Abständen zueinander gehalten werden, wobei der äußere Lagerring (2) des Schrägwälzlagers (1) zur Fixierung in Axialrichtung und in Umfangsrichtung zusätzlich einen radialen Halteflansch (10) mit für axiale Befestigungsschrauben (11) geeigneten Ausformungen (12) aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass der äußere Lagerring (2) des Schrägwälzlagers (1) und der radiale Halteflansch (10) als getrennt voneinander hergestellte Bauteile aus funktionsgeeigneten Werkstoffen ausgebildet sind, die miteinander form-, kraft- oder stoffschlüssig zu einer vormontierten Baueinheit verbunden sind.
  2. Schrägwälzlager nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der äußere Lagerring (2) bevorzugt als Standardlagerring aus einem Wälzlagerstahl und der radiale Halteflansch (10) bevorzugt als spanlos geformte Ringscheibe aus einem Stahlblech ausgebildet ist, die mehrere gleichmäßig zueinander beabstandete und als Lochdurchbrüche ausgebildeten Ausformungen (12) für die Befestigungsschrauben (11) aufweist.
  3. Schrägwälzlager nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der äußere Lagerring (2) und der radiale Halteflansch (10) bevorzugt über eine Rastverbindung formschlüssig miteinander verbunden sind.
  4. Schrägwälzlager nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Rastverbindung bevorzugt über mehrere am Innendurchmesser (13) des radialen Halteflansches (10) angeformte Rastnasen (14) sowie über eine an der Außenmantelfläche (15) des äußeren Lagerrings (2) eingeformte Rastnut (16) realisiert ist.
  5. Schrägwälzlager nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Rastnasen (14) des radialen Halteflansches (10) bevorzugt als in gleichmäßigen Winkelabständen aus der Randpartie seines Innendurchmessers (13) herausgebogene Laschen mit einem L-förmigen Profilquerschnitt ausgebildet sind.
  6. Schrägwälzlager nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Rastnasen (14) mit dem Querschenkel (17) ihres Profils zur Längsmittelachse des radialen Halteflansches (10) gerichtet angeordnet sind und am freien Ende (18) des Querschenkels (17) ein verrundetes oder rastzahnartiges Profil aufweisen.
  7. Schrägwälzlager nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Rastnut (16) am äußeren Lagerring (2) bevorzugt als in die halteflanschseitige Randpartie seiner Außenmantelfläche (15) eingeformte umlaufende Nut mit einem dem Profil der freien Enden (18) der Rastnasen (14) entsprechenden Nutquerschnitt ausgebildet ist.
  8. Schrägwälzlager nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass der die Rastnut (16) am äußeren Lagerring (2) umschließende Randabschnitt der Bohrung (3) im Radträger (4) bevorzugt als konisch durchmessererweiterte Klemmfläche (20) ausgebildet ist, an der die Rastnasen (14) des radialen Halteflansches (10) in Montagestellung des Schrägwälzlagers (1) rückseitig anliegend gegen selbsttätiges Ausrasten aus der Rastnut (16) gesichert sind.
Es folgen 2 Blatt Zeichnungen






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