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Dokumentenidentifikation DE102004059903A1 14.06.2006
Titel Verfahren und Anlage zum Beschichten eines Matallbands mit einer lösemittelhaltigen Beschichtung und zum Trocknen und/oder Vernetzen derselben
Anmelder EISENMANN Maschinenbau GmbH & Co. KG, 71032 Böblingen, DE;
Adphos Advanced Photonics Technologies AG, 83052 Bruckmühl, DE
Erfinder Dibon, Andreas, 72149 Neustetten, DE;
Bär, Kai K.O., Dr., 83043 Bad Aibling, DE
Vertreter Ostertag & Partner, Patentanwälte, 70597 Stuttgart
DE-Anmeldedatum 13.12.2004
DE-Aktenzeichen 102004059903
Offenlegungstag 14.06.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 14.06.2006
IPC-Hauptklasse B05D 3/06(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
Zusammenfassung Es wird ein Verfahren zum Beschichten eines Metallbands (16) mit einer lösemittelhaltigen Beschichtung und zum Trocknen und/oder Vernetzen derselben beschrieben, bei dem das Metallband im Innenraum (20) einer Beschichtungsvorrichtung (12) mit der Beschichtung versehen wird. Das beschichtete Metallband (16) wird durch eine Trockenvorrichtung (26) geführt, in deren Innenraum (44) es von wenigstens einer durch Kühlgas gekühlten Strahlungsquelle (48) mit einer Energieform beaufschlagt wird, die sich in der Beschichtung und/oder dem Metallband (16) in Wärme umsetzt. Der Strahlungsquelle (48) zugeführtes Kühlgas wird nach Durchströmen der Strahlungsquelle (48) und Aufnahme von deren Abwärme in den Innenraum (44) der Trockenvorrichtung (26) geleitet. Hierdurch werden Einsparungen an Energie und Gas erzielt. Außerdem wird eine für dieses Verfahren geeignete Anlage beschrieben.

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Beschichten eines Metallbands mit einer lösemittelhaltigen Beschichtung und zum Trocknen und/oder Vernetzen derselben, bei dem

  • a) das Metallband im Innenraum einer Beschichtungsvorrichtung mit der Beschichtung versehen wird;
  • b) das beschichtete Metallband durch eine Trockenvorrichtung geführt wird, in deren Innenraum

    ba) das beschichtete Metallband von wenigstens einer durch Kühlgas gekühlten Strahlungsquelle mit einer Energieform beaufschlagt wird, die sich in der Beschichtung und/oder dem Metallband in Wärme umsetzt, und

    bb) ein Gas eingeleitet wird.

Außerdem betrifft die Erfindung eine Anlage zum Beschichten eines Metallbands mit einer lösemittelhaltigen Beschichtung und zum Trocknen und/oder Vernetzen derselben, welche umfasst:

  • a) eine Beschichtungsvorrichtung mit einem Gehäuse, in dessen Innenraum das Metallband mit der Beschichtung versehen wird;
  • b) eine Trockenvorrichtung mit

    ba) einem Gehäuse, durch welches das beschichtete Metallband hindurchbewegt wird;

    bb) mindestens einer im Innenraum des Gehäuses in der Nähe des Bewegungsweges des Metallbands angeordneten durch Kühlgas gekühlten Strahlungsquelle, die das Metallband mit einer Energieform beaufschlagt, die sich in der Beschichtung und/oder dem Metallband in Wärme umsetzt;

    bc) einer Trockenzonen-Gaszufuhreinrichtung, mit der Gas in den Innenraum einleitbar ist;

    bd) einer Kühlgas-Zufuhreinrichtung, mit welcher der Strahlungsquelle Kühlgas zuführbar ist;

    be) einer Kühlgas-Abführeinrichtung, mit welcher Kühlgas nach Durchströmen der Strahlungsquelle und Aufnahme von deren Abwärme abführbar ist.

Beschichtete, insbesondere lackierte Metallbänder haben in vielen industriellen Bereichen Einzug gehalten. Besonders die Tatsache, daß Metallbänder auf einfache Weise als Spule aufgewickelt gelagert und direkt von der Spule abgewickelt bereits vor einer Formgebung beschichtet werden können, macht sie für viele Anwendungen interessant.

Mittlerweile sind, beispielsweise aus der DE 101 58 008 A1, Verfahren und Vorrichtungen bekannt, welche zur Trocknung und/oder Vernetzung der Beschichtung des Metallbandes elektromagnetische Strahler, insbesondere Infrarot-Strahler einsetzen. Solche Infrarot-Strahler benötigen eine Kühlung, die durch eine Flüssigkeit, aber auch durch ein Kühlgas, insbesondere Kühlluft, erfolgen kann, welches die Abwärme der Strahlungsquellen aufnimmt.

In einer solchen Trockenvorrichtung setzt sich die Infrarot-Strahlung im wesentlichen in der Beschichtung in Wärme um, wodurch das Lösemittel in kurzer Zeit aus der Beschichtung verdrängt wird und/oder eine Vernetzung der Beschichtung erfolgt.

Das im Innenraum der Trockenvorrichtung freigesetzte Lösemittel muß aus diesem entfernt werden. Dazu wird ein Gas, vorzugsweise Luft, in den Innenraum geleitet, welches vorher auf eine Temperatur über der Kondensationstemperatur des Lösemittels gebracht wurde. Dieses Gas nimmt das Lösemittel auf; beide werden an anderer Stelle des Innenraums aus diesem abgesaugt.

Eine solche Trockenvorrichtung weist also einen Gas- bzw. Lufthaushalt auf, wobei insgesamt große Gasmengen benötigt werden, die mit einem relativ hohen Energieaufwand konditioniert, insbesondere temperiert werden müssen.

Konditioniert bedeutet allgemein, daß das Gas in bestimmten Parametern wie beispielsweise Reinheit, Feuchtigkeit und Temperatur auf gegebene Anforderungen abgestimmt wird.

Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren und eine Anlage der eingangs genannten Art derart weiterzuentwickeln, daß die benötigte Gasmenge insgesamt verringert und die erforderliche Energiemenge reduziert wird.

Dies wird verfahrensmäßig dadurch gelöst, daß der Strahlungsquelle zugeführtes Kühlgas nach Durchströmen der Strahlungsquelle und Aufnahme von deren Abwärme in den Innenraum der Trockenvorrichtung geleitet wird.

Dadurch wird erreicht, daß ein und dasselbe Gas und somit ein und dieselbe Gasmenge einerseits dafür verwendet wird, die Strahlungsquelle zu kühlen, andererseits in den Innenraum der Trockenvorrichtung geführt wird, um dort freigesetztes Lösemittel zu entfernen.

Folglich verringert sich die Gesamt-Gasmenge gegenüber dem Stand der Technik, bei dem eine erste Gasmenge zur Kühlung der Strahlungsquellen und eine weitere Gasmenge für den Innenraum der Trockenvorrichtung verwendet werden mußten, die den einzelnen Komponenten getrennt zugeführt wurden.

Das Gas, welches die Strahlungsquelle zur Kühlung durchströmt hat, ist zwangsläufig gegenüber seiner Temperatur beim Einströmen in die Strahlungsquelle erwärmt. Dies bedeutet, das die bereits vorhandene Energie in Form der Abwärme der Strahlungsquelle dazu genutzt wird, den Gasstrom vor Eintritt in den Innenraum der Trockenvorrichtung zu erwärmen oder zumindest vorzuwärmen.

Dadurch kann der Energiebedarf, der nötig ist, um das Gas auf eine für den Innenraum der Trockenvorrichtung geeignete Temperatur zu bringen, verringert werden.

Zweckmäßig wird das in den Innenraum der Trockenvorrichtung geleitete Gas unmittelbar vor dem Eintreten in den Innenraum temperiert, so daß seine Temperatur über der Kondensationstemperatur des eingesetzten Lösemittels liegt. Falls das von der Strahlungsquelle erwärmte Gas diese Temperatur nicht aufweist, ist die dazu benötigte Energiemenge noch immer geringer als beim Temperieren des Gases ausgehend von beispielsweise Raumtemperatur.

Vorzugsweise handelt es sich bei der Energieform um Infrarot-Strahlung. Dies hat den Vorteil, daß die Wärme durch Absorption der Infrarot-Strahlung direkt in der Beschichtung entsteht.

Dabei ist es vorteilhaft, wenn die Wellenlänge der Infrarot-Strahlung zwischen etwa 0,8 &mgr;m und etwa 3,0 &mgr;m, insbesondere zwischen etwa 0,8 &mgr;m und etwa 1,5 &mgr;m liegt. Dies sind die Wellenlängenbereiche im nahen Infrarot-Bereich, in denen gängige Lösemittel und gängige Beschichtungen günstige Absorptionsbanden aufweisen.

Als Gas ist Luft besonders geeignet.

Wenn der Innenraum der Beschichtungsvorrichtung von einem konditionierten Gas durchströmt wird, kann das Verfahren weitergeführt werden, indem das durch den Innenraum der Beschichtungsvorrichtung hindurch geströmte Gas der Strahlungsquelle wenigstens teilweise als Kühlgas zugeführt wird.

Es wurde erkannt, daß das Gas, welches den Innenraum der Beschichtungsvorrichtung verläßt, den Strahlungsquellen trotz der von dem Gas aufgenommenen Lösemittel als Kühlgas zugeführt werden kann, ohne daß die Gefahr besteht, daß sich das lösemittelbelastete Gas bei der Erwärmung in den Strahlungsquellen entzündet.

Durch diese Maßnahme kann die benötigte Gesamt-Gasmenge weiter verringert werden.

Es ist vorteilhaft, wenn die Verweildauer des Metallbandes in der Trockenvorrichtung weniger als 20 Sekunden und noch besser weniger als 2 Sekunden beträgt.

Die oben geschilderte Aufgabe wird, was die Vorrichtung angeht, dadurch gelöst, daß

  • f) die Kühlgas-Abführeinrichtung derart mit der Trockenzonen-Gaszufuhreinrichtung verbunden ist, daß abgeführtes Kühlgas in die Trockenzonen-Gaszufuhreinrichtung leitbar ist.

Die hiermit erzielbaren Vorteile entsprechen sinngemäß den oben geschilderten Vorteilen des erfindungsgemäßen Verfahrens.

Bei einer Ausführungsform ist auf dem Strömungsweg des Gases von der Strahlungsquelle zum Innenraum der Trockenvorrichtung ein Wärmetauscher und/oder eine Brenneranordnung vorgesehen, durch welche das Gas temperierbar ist, so daß seine Temperatur über der Kondensationstemperatur des Lösemittels liegt. Damit wird auf günstige Weise sichergestellt, daß das Gas, falls dessen Temperatur nicht den Anforderungen entspricht, auf eine geeignete Temperatur gebracht werden kann.

Vorteilhaft ist die Strahlungsquelle zur Abgabe von Infrarot-Strahlung ausgebildet, und zwar zweckmäßig in einem Wellenlängenbereich zwischen etwa 0,8 &mgr;m und etwa 3,0 &mgr;m, insbesondere zwischen etwa 0,8 &mgr;m und etwa 1,5 &mgr;m. Zu den Vorteilen darf auf die obigen Ausführungen zu dieser Strahlung und diesen Wellenlängenbereichen verwiesen werden.

Es ist günstig, wenn das Gas Luft ist.

Bei einer Ausführungsform der Anlage, bei welcher der Innenraum der Beschichtungsvorrichtung von einem konditionierten Gas durchströmt wird, ist eine Absaugvorrichtung vorgesehen, mit welcher das konditionierte Gas aus dem Innenraum der Beschichtungsvorrichtung abgezogen und wenigstens teilweise in die Kühlgas-Zufuhreinrichtung geleitet werden kann.

Auch hierzu darf auf die entsprechenden oben zu dem Verfahren genannten Vorteile verwiesen werden, welche sinngemäß gelten.

Eine gut Regulierung der Menge an Kühlgas, welche der Strahlungsquelle zugeführt wird, kann über eine Verbindungseinrichtung erfolgen, welche die Absaugeinrichtung mit der Kühlgas-Abführeinrichtung verbinden kann. So kann gegebenenfalls weniger Gas zu der Strahlungsquelle geleitet werden, als vom Innenraum der Beschichtungsanlage kommt.

Da das umgeleitete Gas in die Kühlgas-Abführeinrichtung geleitet wird, welche das Gas weiter zur Trockenzonen-Gaszufuhreinrichtung fördert, wirkt sich dies nicht auf die Menge an Gas aus, die in den Innenraum der Trockenvorrichtung geleitet wird.

Bei einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform umfasst das Gehäuse einen Außenmantel und einen Innenmantel, wobei die Strahlungsquelle in einer Nische des Innenmantels angeordnet ist. Der Zwischenraum zwischen Außen- und Innenmantel kann dabei zu Isolations- oder Kühlzwecken genutzt werden. Die Anordnung der Strahlungsquelle in einer Nische ermöglicht die Ausbildung eines durchgängigen Trockentunnels.

Bevorzugt ist beidseits des Bewegungswegs des Metallbands im Innenraum der Trockenvorrichtung mindestens eine Strahlungsquelle angeordnet. So werden bei einem einzigen Durchgang des Metallbandes durch die Vorrichtung die Beschichtungen auf seinen beiden Seiten getrocknet und/oder vernetzt.

Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachfolgend anhand der Zeichnung näher erläutert; die einzige Figur zeigt schematisch eine Behandlungsanlage 10 in Aufsicht, in der ein Metallband mit einer lösemittelhaltigen Beschichtung versehen und diese Beschichtung getrocknet und/oder vernetzt wird.

Die Behandlungsanlage 10 umfasst eine Beschichtungsvorrichtung 12 mit einem Gehäuse 14. Ein Metallband 16 wird nach vorheriger Reinigung in vertikaler Ausrichtung durch eine Einlaßöffnung 18 des Gehäuses 14 in dessen Innenraum 20 geführt. Die Bewegungsrichtung des Metallbands 16 ist durch den Pfeil 22 angedeutet.

Im Innenraum 20 der Beschichtungsvorrichtung 12 wird das Metallband 16 mittels bekannter Techniken mit einer lösemittelhaltigen Beschichtung, insbesondere einem Lack, versehen.

Nach dem Durchlaufen der Beschichtungsvorrichtung 12 wird das nunmehr beschichtete Metallband 16 durch eine Verbindungsöffnung 24 in eine Trockenzone 30 einer an die Beschichtungsvorrichtung 12 angrenzende Trockenvorrichtung 26 geführt. Die Trockenzone 30 ist von einem Gehäuse 28 umgeben.

Ein weiteres Gehäuse 29 umgibt eine Kühl- bzw. Abdunstzone 32 der Trockenvorrichtung 26, die durch eine Zwischenwand 34 mit einer Durchlaßöffnung 36 von der Trockenzone 30 getrennt ist.

Das Gehäuse 28 der Trockenzone 30 umfasst einen seitlichen Außenmantel 38 sowie einen seitlichen Innenmantel 40, welche einen Zwischenraum 42 begrenzen. Insgesamt bildet das Gehäuse 28 einen tunnelartigen Innenraum 44, durch welchen sich das zu trocknende Metallband 16 bewegt.

In Nischen 46 des Innenmantels 40 sind auf beiden Seiten des Bewegungsweges des Metallbands 16 Strahlungsquellen in Form von Infrarot-Strahlern 48 eingesetzt, die auf eine weiter unten genauer erläuterte Weise luftgekühlt sind.

Die Infrarot-Strahler 48 geben eine Strahlung ab, die im wesentlichen im Wellenlängenbereich des nahen Infrarotsprektrums, insbesondere im Wellenlängenbereich von etwa 0,8 &mgr;m bis 3,0 &mgr;m und bevorzugt von etwa 0,8 &mgr;m bis etwa 1,5 &mgr;m liegt.

Diese Infrarot-Strahlung durchdringt dabei die Beschichtung des Metallbands 16 zunächst von außen nach innen, wird an der metallischen Oberfläche des Metallbands 16 reflektiert und passiert sodann die Beschichtung ein zweites Mal. Ein kleiner Teil der Infrarot-Strahlung wird gegebenenfalls in dem Metallband 16 bzw. an dessen Oberfläche in Wärme umgesetzt.

Die Wellenlänge der Infrarot-Strahlung wird dabei auf das Material der Beschichtung so abgestimmt, daß möglichst die gesamte Infrarot-Strahlung bei dem zweimaligen Durchgang durch die Beschichtung vollständig absorbiert wird, daß also möglichst wenig Infrarot-Strahlung nach der Reflexion wieder aus der Beschichtung austritt. Die richtige Wellenlänge hierfür läßt sich aus den Absorptionsbanden des Beschichtungsmaterials ermitteln.

Nachdem das mit Infrarot-Strahlung behandelte Metallband 16 die Trockenzone 30 der Trockenvorrichtung 26 durchlaufen hat, wenn es sich also durch die Durchlaßöffnung 36 in die Kühl- bzw. Abdunstzone 32 bewegt, ist der Trocknungs-/Vernetzungsprozeß der Beschichtung im wesentlichen abgeschlossen. In der Abdunstzone 32 entwickeln sich nur noch sehr wenige Lösemitteldämpfe, die in einer weiter unten genauer erläuterten Weise abgesaugt werden.

Das Austreiben des Lösemittels aus der Beschichtung des Metallbands 16 in der Trockenzone 30 geschieht sehr rasch auf einer sehr kurzen Wegstrecke, die das Metallband 16 dazu zurücklegen muß. Gleiches gilt für einen sich anschließenden Vernetzungsprozeß, der mit großer Geschwindigkeit abläuft.

Der gesamte Trocknungs- und/oder Vernetzungsprozeß läuft in weniger als 20 Sekunden ab und kann sogar in weniger als 2 Sekunden abgeschlossen sein.

Bei der Behandlungsanlage 10 werden der Innenraum 20 der Beschichtungsvorrichtung 12, der Innenraum 44 der Trockenzone 30 der Trockenvorrichtung 26 und die Infrarot-Strahler 48 mit einem Gas in Form von Luft zu unterschiedlichen Zwecken bei verschiedenen Temperaturen beaufschlagt. Dazu umfasst die Behandlungsvorrichtung 10 ein Lufthaushalt-Regulierungssystem 50, welches nachstehend zusammen mit seiner Funktionsweise erläutert wird.

Im Innenraum 20 der Beschichtungsvorrichtung 12 verteilen sich aufgrund des Beschichtungsvorgangs Lösemitteldämpfe, gegebenenfalls zusammen mit überschüssigem Beschichtungsmaterial. Um diese aus der Beschichtungsvorrichtung 12 zu entfernen, wird deren Innenraum 20 über mehrere Zuleitungen 52, von denen der Übersichtlichkeit halber in der Zeichnung nur eine gezeigt ist, konditionierte Frischluft zugeführt. Konditioniert bedeutet, wie bereits erwähnt, daß die Frischluft in einem vorgelagerten Prozeß in beispielsweise Reinheit, Temperatur und Feuchtigkeit auf die Anforderungen abgestimmt wird, die eine solche in den Innenraum einer Beschichtungsvorrichtung geleitete Luft erfüllen muß.

Die Zuleitungen 52 weisen eine Regulierklappe 54 auf, über die der Gesamtdurchsatz eingestellt werden kann. Statt einer Regulierklappe 54 kann auch ein drehzahlgesteuerter Ventilator eingesetzt werden.

Nachdem die so zugeführte Frischluft den Innenraum 20 der Beschichtungsvorrichtung 12 durchströmt hat, wird sie nunmehr lösemittelbelastet über mehrere Absaugleitungen 56 abgesaugt, welche sich entlang des Innenraumes 20 der Beschichtungsvorrichtung 12 verteilen und von denen der Übersichtlichkeit halber in der Zeichnung nur eine gezeigt ist. Im Strömungsweg durch die Absaugleitung 56 befindet sich eine von einem Motor 58 gesteuerte Klappe 60, so daß die Absaug-Volumenleistung entlang des Innenraums 20 eingestellt werden kann.

Die Absaugleitungen 56 münden in einer Regulierklappe 62 einer Sammelleitung 64. Die Sammelleitung 64 ist mit einem Gebläse 66 verbunden, welches von einem Motor 68 angetrieben ist und welches die lösemittelbelastete Luft aus dem Innenraum 20 der Beschichtungsvorrichtung 12 absaugt. Die Absaugleitungen 56, die Sammelleitung 64 und das Gebläse 66 bilden so gemeinsam eine Absaugeinrichtung.

Auf dem Strömungsweg zwischen der Regulierklappe 62 und dem Gebläse 66 durchströmt die abgesaugte Luft einen Filter 70, welcher einen Anteil des Lösemittels und/oder des abgesaugten Oversprays zurückhält.

Das Gebläse 66 leitet die so bereits einmal verwendete Luft in eine Verteilerleitung 72, durch welche die Luft zu jeweils einem Kühlluft-Einlaß der Infrarot-Strahler 48 geleitet wird, wobei in der Zeichnung nur ein Kühlluft-Einlaß mit dem Bezugszeichen 74 versehen ist. Das Gebläse 66 und die Verteilerleitung 72 bilden also eine Kühlgas-Zufuhreinrichtung, wobei das Gebläse 66 als Verbindungsglied zwischen der oben erwähnten Absaugeinrichtung 56, 64, 66 und der Kühlgas-Zufuhreinrichtung 66, 72 dient.

Nachdem die Luft innere Kanäle (nicht dargestellt) der Infrarot-Strahler 48 durchströmt hat, tritt sie nunmehr durch die Abwärme der Infrarot-Strahler 48 auf ca. 70°C bis 100°C erwärmt jeweils über einen Kühlluft-Auslaß der Infrarot-Strahler 48, von denen in der Zeichnung nur einer mit dem Bezugszeichen 76 versehen ist, in eine Abführleitung 78.

Diese führt die so verbrauchte Kühlluft in eine etwas stromabwärts mit einer Regulierklappe 80 versehene Sammelleitung 82 zusammen. Letztere ist mit einem von einem Motor 84 angetriebenen Gebläse 86 verbunden; die Abführleitung 78, die Sammelleitung 82 und das Gebläse 86 bilden so zusammen eine Kühlgas-Abführeinrichtung.

Die Luft wird durch die Sammelleitung 82 zu einer Klappenanordnung 88 weitergefördert, durch die der Luftstrom wahlweise vollständig oder teilweise über eine Wärmetauscherleitung 90 durch einen Wärmetauscher 92 oder über die Sammelleitung 82 an diesem vorbei geleitet werden kann.

Die Wärmetauscherleitung 90 mündet nach Durchlaufen des Wärmetauschers 92 wieder in der Sammelleitung 82, die stromab dieser Mündungsstelle mit einem Gebläse 94 verbunden ist, welches die Luft durch eine Aufheizvorrichtung 96 fördert.

Die Luft sollte zu diesem Zeitpunkt eine Temperatur von etwa 250°C erreicht haben. Falls die Luft kühler ist, wird sie durch eine Brenneranordnung 100 der Aufheizvorrichtung 96 auf diese Temperatur gebracht. Entstehende Verbrennungsgase werden über eine Abführleitung 102 aus dem Brennraum 98 der Aufheizvorrichtung 96 abgezogen.

Die etwa 250°C heiße Luft wird durch das Gebläse 94 weiter in eine Zufuhrleitung 104 gefördert, welche über Regulierklappen 106 in der Nähe der Durchlaßöffnung 36 in der Zwischenwand 32 der Trockenvorrichtung 26 in deren Innenraum 44 der Trockenzone 30 mündet.

Das Gebläse 94 und die Zufuhrleitung 104 mit ihren Regulierklappen 106 bilden somit eine Trockenzonen-Gaszufuhreinrichtung.

Die so dem Innenraum der Trockenzone 30 zugeführte Luft durchströmt die Trockenzone 30 im Gegenstrom entgegen der Bewegungsrichtung des Metallbands 16, um das aufgrund des Trocknungs-/Vernetzungsprozesses freigesetzte Lösemittel aus der Trockenzone 30 der Trockenvorrichtung 26 auszutragen. Beim Durchströmen der Trockenzone 30 der Trockenvorrichtung 26 erhitzt sich die Luft weiter auf etwa 270°C.

In der Nähe der Verbindungsöffnung 24 zwischen der Beschichtungsvorrichtung 12 und der Trockenvorrichtung 26 wird die Luft nach Durchströmen der Trockenzone 30 aus dieser über eine Absaugleitung 108, die mit einem Gebläse 110 verbunden ist, abgesaugt. Diese abgesaugte Luft, wird mit einer Temperatur zwischen etwa 180° und etwa 200°C einer Abgasreinigung, beispielsweise einer thermischen Nachverbrennungsvorrichtung 112 zugeführt. Die so gereinigte heiße Abluft kann dann entweder über eine Abluftleitung 114 in die Atmosphäre geleitet werden oder aber, wie es in der Zeichnung durch die gestrichelte Leitung 116 angedeutet ist, dem Wärmetauscher 92 zugeführt werden, um die Luft in der Wärmeaustauschleitung 90 auf die gewünschte Temperatur zu bringen.

In die Absaugleitung 108 mündet stromauf des Gebläses 110 eine über eine Regulierklappe 118 mit der Abdunstzone 32 verbundene Absaugleitung 120. Dadurch wird freigesetztes Lösemittel aus der Abdunstzone 32 der Trockenvorrichtung 26 abgesaugt.

Zwischen dem Filter 70 und dem Gebläse 66 ist die Sammelleitung 64, durch welche die lösemittelbelastete Luft aus dem Innenraum 20 der Beschichtungsvorrichtung 12 strömt, über eine mit einer Regulierklappe 122 versehene Verbindungsleitung 124 stromauf des Gebläses 86 mit der Sammelleitung 82 verbunden, durch welche die verbrauchte Kühlluft der Infrarot-Strahler 48 strömt. So kann die den Infrarot-Strahlern 48 zugeführte Luftmenge durch ein teilweises direktes Überführen von der Sammelleitung 64 in die Sammelleitung 82 abhängig von der Stellung der Regulierklappe 118 eingestellt werden.

Bei der oben erläuterten Behandlungsanlage 10 werden verschiedene Funktionen an unterschiedlichen eine Luftzufuhr benötigenden Bereichen der Behandlungsanlage 10 durch dieselbe Luft erfüllt. Bei dem oben beschriebenen Ausführungsbeispiel wird konditionierte Frischluft zunächst dafür verwendet, überschüssiges Lösemittel und gegebenenfalls Beschichtungsmaterial aus der Beschichtungsvorrichtung 12 auszutragen. Danach dient diese Luft der Kühlung der in der Trockenvorrichtung 26 eingesetzten Infrarot-Strahler 48 und schließlich wird die somit bereits zweifach genutzte Luft verwendet, um im Gegenstrom freigesetztes Lösemittel aus der Trockenzone 30 der Trockenvorrichtung 26 zu entfernen.

Durch diese Mehrfachverwendung einer der Behandlungsanlage 10 nur einmal zugeführten Gasmenge kann die insgesamt benötigte Gasmenge gegenüber dem Stand der Technik bei einer solchen Behandlungsanlage verringert und das eingesetzte Gas somit insgesamt effizienter genutzt werden.

Auch energetisch ergeben sich Vorteile. Insbesondere wird der Kühlgasstrom der Infrarot-Strahler 48 zur Vorwärmung des Gases verwendet, welches in den Innenraum 44 der Trockenzone 30 der Trockenvorrichtung 26 geleitet wird. Dies verringert neben der Gasmenge den Energieaufwand, welcher normalerweise dazu nötig ist, um für den Innenraum einer Trockenzone gedachtes Gas auf eine bestimmte Temperatur zu bringen.

Die Temperatur des Gases, welches dem Innenraum der Trockezone 30 der Trockenvorrichtung 26 zugeführt wird, liegt dabei im wesentlichen über der Kondensationstemperatur des eingesetzten Lösemittels.


Anspruch[de]
  1. Verfahren zum Beschichten eines Metallbands (16) mit einer lösemittelhaltigen Beschichtung und zum Trocknen und/oder Vernetzen derselben, bei dem

    a) das Metallband im Innenraum (20) einer Beschichtungsvorrichtung (12) mit der Beschichtung versehen wird;

    b) das beschichtete Metallband (16) durch eine Trockenvorrichtung (26) geführt wird, in deren Innenraum (44)

    ba) das beschichtete Metallband (16) von wenigstens einer durch Kühlgas gekühlten Strahlungsquelle (48) mit einer Energieform beaufschlagt wird, die sich in der Beschichtung und/oder dem Metallband (16) in Wärme umsetzt, und

    bb) ein Gas eingeleitet wird,

    dadurch gekennzeichnet, daß

    c) der Strahlungsquelle (48) zugeführtes Kühlgas nach Durchströmen der Strahlungsquelle (48) und Aufnahme von deren Abwärme in den Innenraum (44) der Trockenvorrichtung (26) geleitet wird.
  2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das in den Innenraum (44) der Trockenvorrichtung (26) geleitete Gas unmittelbar vor dem Eintreten in den Innenraum (44) temperiert wird, so daß seine Temperatur über der Kondensationstemperatur des Lösemittels liegt.
  3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Energieform Infrarot-Strahlung ist.
  4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Wellenlänge der Infrarot-Strahlung zwischen etwa 0,8 &mgr;m und etwa 3,0 &mgr;m, insbesondere zwischen etwa 0,8 &mgr;m und 1,5 &mgr;m liegt.
  5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß als Gas Luft verwendet wird.
  6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, bei welchem der Innenraum (20) der Beschichtungsvorrichtung (12) von einem konditionierten Gas durchströmt wird, dadurch gekennzeichnet, daß das durch den Innenraum (20) der Beschichtungsvorrichtung (12) hindurch geströmte Gas der Strahlungsquelle (48) wenigstens teilweise als Kühlgas zugeführt wird.
  7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Metallband (16) in weniger als 20 Sekunden durch die Trockenvorrichtung (26) geführt wird.
  8. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß das Metallband (16) in weniger als 2 Sekunden durch die Trockenvorrichtung (26) geführt wird.
  9. Anlage zum Beschichten eines Metallbands (16) mit einer lösemittelhaltigen Beschichtung und zum Trocknen und/oder Vernetzen derselben, welche umfasst:

    a) eine Beschichtungsvorrichtung (12) mit einem Gehäuse (14), in dessen Innenraum (20) das Metallband (16)

    mit der Beschichtung versehen wird;

    b) eine Trockenvorrichtung (26) mit

    ba) einem Gehäuse (28), durch welches das beschichtete Metallband (16) hindurchbewegt wird;

    bb) mindestens einer im Innenraum (44) des Gehäuses (28) in der Nähe des Bewegungsweges des Metallbands (16) angeordneten durch Kühlgas gekühlten Strahlungsquelle (48), die das Metallband (16) mit einer Energieform beaufschlagt, die sich in der Beschichtung und/oder dem Metallband (16) in Wärme umsetzt;

    bc) einer Trockenzonen-Gaszufuhreinrichtung (94, 104, 106), mit der Gas in den Innenraum (44) einleitbar ist;

    bd) einer Kühlgas-Zufuhreinrichtung (66, 72), mit welcher der Strahlungsquelle (48) Kühlgas zuführbar ist;

    be) einer Kühlgas-Abführeinrichtung (78, 82, 86), mit welcher Kühlgas nach Durchströmen der Strahlungsquelle (48) und Aufnahme von deren Abwärme abführbar ist,

    dadurch gekennzeichnet, daß

    c) die Kühlgas-Abführeinrichtung (78, 82, 86) derart mit der Trockenzonen-Gaszufuhreinrichtung (94, 104, 106) verbunden ist, daß abgeführtes Kühlgas in die Trockenzonen-Gaszufuhreinrichtung (94, 104, 106) leitbar ist.
  10. Anlage nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß auf dem Strömungsweg (78, 82, 104) des Gases von der Strahlungsquelle (48) zum Innenraum (44) der Trockenvorrichtung (26) ein Wärmetauscher (92) und/oder eine Brenneranordnung (100) vorgesehen ist, durch welche das Gas temperierbar ist, so daß seine Temperatur über der Kondensationstemperatur des Lösemittels liegt.
  11. Anlage nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Strahlungsquelle (48) zur Abgabe von Infrarot-Strahlung ausgebildet ist.
  12. Anlage nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Strahlungsquelle (48) zur Abgabe von Strahlung mit einer Wellenlänge zwischen etwa 0,8 &mgr;m und etwa 3,0 &mgr;m, insbesondere zwischen etwa 0,8 &mgr;m und 1,5 &mgr;m ausgebildet ist.
  13. Anlage nach einem der Ansprüche 9 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß das Gas Luft ist.
  14. Anlage nach einem der Ansprüche 9 bis 13, bei welcher der Innenraum (20) der Beschichtungsvorrichtung (12) von einem konditionierten Gas durchströmt wird, dadurch gekennzeichnet, daß eine Absaugeinrichtung (56, 64, 66) vorgesehen ist, mit welcher das konditionierte Gas aus dem Innenraum (20) der Beschichtungsvorrichtung (12) abgezogen und wenigstens teilweise in die Kühlgas-Zufuhreinrichtung (66, 72) geleitet werden kann.
  15. Anlage nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, das die Absaugeinrichtung (56, 64, 66) über eine Verbindungseinrichtung (122, 124) mit der Kühlgas-Abführeinrichtung (78, 82, 86) verbindbar ist.
  16. Anlage nach einem der Ansprüche 9 bis 15, dadurch gekennzeichnet, daß das Gehäuse (28) der Trockenvorrichtung (26) einen Außenmantel (38) und einen Innenmantel (40) umfasst und die Strahlungsquelle (48) in einer Nische (46) des Innenmantels (40) angeordnet ist.
  17. Anlage nach einem der Ansprüche 9 bis 16, dadurch gekennzeichnet, daß beidseits des Bewegungswegs des Metallbands (16) im Innenraum (44) der Trockenvorrichtung (26) mindestens eine Strahlungsquelle (48) angeordnet ist.
Es folgt ein Blatt Zeichnungen






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