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Dokumentenidentifikation DE19757456B4 14.06.2006
Titel Einbaustück für ein Walzenlager
Anmelder SMS Demag AG, 40237 Düsseldorf, DE
Erfinder Berendes, Andreas, Dipl.-Ing., 57399 Kirchhundem, DE;
Filk, Edgar, Dipl.-Ing., 57250 Netphen, DE
Vertreter Hemmerich und Kollegen, 57072 Siegen
DE-Anmeldedatum 23.12.1997
DE-Aktenzeichen 19757456
Offenlegungstag 24.06.1999
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 14.06.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 14.06.2006
IPC-Hauptklasse B21B 31/08(2006.01)A, F, I, 20051122, B, H, DE

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft eine Walzenlagerung mit einem Einbaustück, in der eine sich entlang der Walzenachse erstreckende Walze zum Walzen eines Metallbandes gelagert ist, wobei die Walzenlagerung aus einem an einem Ständer eines Walzgerüsts in vertikaler Richtung beweglich befestigbaren und/oder geführten Walzenbiegeblock und einem in Richtung der Walzenachse verschiebbaren Walzenverriegelungsblock besteht, wobei der Walzenverriegelungsblock über einen am Walzenverriegelungsblock angeordneten, mittels eines Betätigungsorgans in einer Verschieberichtung verschiebbaren Verriegelungsbolzen mit dem Einbaustück kuppelbar ist, wobei das Einbaustück mindestens ein Kupplungsstück zum Ankuppeln einer Schmiermittelver- und/oder -entsorgungsleitung aufweist, wobei mit dem Verriegelungsbolzen mindestens eine sich auf das Einbaustück zu erstreckende Rohrleitung für die Schmiermittelver- und/oder -entsorgung verbunden ist, wobei die Rohrleitung an ihrem dem Einbaustück zugewandten Ende ein Gegenkupplungsstück zum Ankuppeln der Rohrleitung an das Kupplungsstück des Einbaustücks im verriegelten Zustand des Verriegelungsbolzens aufweist.

Derartige Walzenlagerungen werden üblicherweise bei Walzgerüsten mit axial verschiebbaren Walzen (sogenannten CVC -Gerüsten) eingesetzt.

Axial verschiebbare Walzen müssen, ebenso wie andere Walzen, mit Schmiermitteln versorgt werden. Auch müssen die Schmiermittel wieder abgeführt werden. Auch bei axial verschiebbaren Walzen müssen daher z.B. nach einem Walzenwechsel, Leitungen zur Schmiermittelver- und -entsorgung an das Walzenlager angekuppelt werden. Im Stand der Technik geschieht dieses Ankuppeln bei axial verschiebbaren Walzen von Hand, also durch das manuelle Aufschieben und Abziehen von Kupplungen, mittels derer Schmiermittelschläuche an die Walzenlager angeschlossen werden.

Aus der DE 85 32 752 U1 ist einer Kupplungsvorrichtung für Druckmittelleitungen an Walzgerüsten bekannt, bei der die Druckmittelleitungen mittels Kupplungen verbunden werden. Dabei sind die Kupplungshälften mittels Halter örtlich derart befestigt, dass Fluchtungsfehler der Kupplungshälften nicht ausgeglichen werden können.

Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, eine Walzenlagerung zur Verfügung zu stellen, mittels der die oben genannten Nachteile vermieden werden.

Die Aufgabe wird dadurch gelöst, dass das Betätigungsorgan für den Verriegelungsbolzen als Hydraulikzylindereinheit mit einem Hydraulikzylinder und einem darin beweglichen Kolben ausgebildet ist, der Kolben über eine an einem Ende aus dem Hydraulikzylinder herausragende vordere Kolbenstange mit dem Verriegelungsbolzen verbunden ist, der Kolben über eine am anderen Ende aus dem Hydraulikzylinder herausragende hintere Kolbenstange mit der Rohrleitung verbunden ist und am Walzenverriegelungsblock eine Führung zum gleitenden Führen der Rohrleitung angeordnet ist.

Eine übermäßige Beaufschlagung der Rohrleitung mit von der Hydraulikzylindereinheit aufgebrachten Kräften wird vermieden, wenn die Rohrleitung bezüglich der hinteren Kolbenstange entgegen der Verschieberichtung des Verriegelungsbolzens gegen eine Federkraft verschiebbar ist.

Durch die am Walzenverriegelungsblock angeordnete Führung lässt sich die Rohrleitung sehr genau auf das Kupplungsstück des Einbaustücks ausrichten. Etwaige dennoch auftretende Fluchtungsfehler können vermieden bzw. ausgeglichen werden, wenn die Führung in Grenzen quer zur Verschieberichtung des Verriegelungsbolzens beweglich ist.

Weitere Einzelheiten ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung eines Ausführungsbeispiels. Dabei zeigen in Prinzipdarstellung

1 Walzenlagerungen mit axial verschiebbaren Walzen,

2 einen Ausschnitt von 1 aus einer anderen Blickrichtung und

3 und 4 das Ankuppeln von Rohrleitungen an ein Einbaustück.

1 zeigt zwei Arbeitswalzen 1, zwischen denen ein nicht dargestelltes Metallband in einer Walzrichtung x gewalzt wird. Die Walzen 1 erstrecken sich entlang ihrer Walzenachsen 2 in einer Achsenrichtung y und sind übereinander angeordnet. Die mit z bezeichnete Richtung entspricht also der Lotrechten. Die Richtungen x, y und z definieren ein rechtwinkliges, rechtshändiges Koordinatensystem.

Die Walzen 1 sind in Einbaustücken 3 gelagert. Die Einbaustücke 3 sind mit den Walzenverriegelungsblöcken 6 lösbar verriegelt. Die Walzenverriegelungsblöcke 6 sind über Hydraulikzylindereinheiten 5 in Achsenrichtung y bezüglich Walzenbiegeblöcken 4 verschiebbar. Die Walzenbiegeblöcke 4 wiederum sind in einem nicht dargestellten Ständer eines Walzgerüsts in Achsenrichtung z geführt. Walzenverriegelungsblöcke 6 und Walzenbiegeblöcke 4 sind jeweils paarweise vorhanden.

Gemäß 2 weist jedes Einbaustück 3 zum Kuppeln der Einbaustücke 3 mit den Walzenverriegelungsblöcken 6 Ausnehmungen 7 auf. An den Walzenverriegelungsblöcken 6 wiederum sind mit den Ausnehmungen 7 korrespondierende Hydraulikzylindereinheiten 8 angeordnet. Die Hydraulikzylindereinheiten 8 bestehen jeweils aus einem Hydraulikzylinder 9 und einem im Hydraulikzylinder 9 beweglichen Kolben 10. Jeder Kolben 10 ist über eine vordere Kolbenstange 11 mit einem Verriegelungsbolzen 12 verbunden. Der Verriegelungsbolzen 12 ist durch Betätigen der Hydraulikzylindereinheit 8, also Verschieben des Kolbens 10, in die Ausnehmung 7 hinein bzw. aus ihr heraus verschiebbar. Die Hydraulikzylindereinheit 8 dient also als Betätigungsorgan zum Verschieben des Verriegelungsbolzens 12, mittels dessen das Einbaustück 3 mit dem Walzenverriegelungsblock 6 gekuppelt bzw. entkuppelt wird. Die Verschieberichtung des Verriegelungsbolzens 12 ist dabei mit der Walzrichtung x identisch.

Bisher entspricht die beschriebene Walzenlagerung der des Standes der Technik. Die 3 und 4 zeigen nun die erfindungsgemäße Weiterbildung der Walzenlagerung 3.

Gemäß den 3 und 4 weist das Einbaustück 3 Kupplungsstücke 13 für Rohrleitungen 14 auf, die mit entsprechenden Gegenkupplungsstücken 15 versehen sind. Die Rohrleitungen 14 sind dabei in 3 an die Kupplungsstücke 13 angekuppelt, in 4 von diesen abgekuppelt. Ansonsten entsprechen die 3 und 4 einander. Die Rohrleitungen 14 sind aus Stahl und erstrecken sich in Walzrichtung x auf die Kupplungsstücke 13 zu. Sie ver- und entsorgen das Einbaustück 3 mit bzw. von Schmierstoffen.

Die Rohrleitungen 14 sind gemäß den 3 und 4 mit Haltern 16 fest verbunden. Die Halter 16 sind in einem Joch 17 beweglich gelagert, wobei sie durch vorgespannte Schraubenfedern 18 so weit wie möglich auf die Kupplungsstücke 13 hin gedrückt werden. Das Joch 17 ist auf einer hinteren Kolbenstange 19 aufgeschraubt, welche wiederum mit dem Kolben 10 verbunden ist.

Aufgrund der federnden Lagerung der Halter 16 im Joch 17 können die Rohrleitungen 14 mit ihren Gegenkupplungsstücken 15 einerseits fest an die Kupplungsstücke 13 angedrückt werden. Andererseits werden übermäßige Belastungen der Rohrleitungen 14 aufgrund der federnden Lagerung der Halter 16 im Joch 17 mit Sicherheit vermieden.

Um die Rohrleitungen 14 mit ihren Gegenkupplungsstücken 15 möglichst exakt zu den Kupplungsstücken 13 hinzuführen, ist am Walzenverriegelungsblock 6 eine Führung 20 zum gleitenden Führen der Rohrleitungen 14 angeordnet. Die Führung 20 ist auf den Walzenverriegelungsblock 6 mittels Schrauben 21 aufgeschraubt. Die Schrauben 21 erstrecken sich dabei durch Bohrungen 22 in der Führung. Die Bohrungen 22 haben einen größeren Durchmesser als die Schraubenkerne. Ferner sind zwischen den Schraubenköpfen und der Führung 20 Tellerfedern 23 angeordnet. Die Führung 20 ist also mit dem Walzenverriegelungsblock 6 federbelastet verbunden. Dadurch kann sich die Führung 20 geringfügig in der y-z-Ebene verschieben. Die Führung ist also in Grenzen quer zur Verschieberichtung x des Verriegelungsbolzens 12 beweglich. Die Führung 20 kann somit Fluchtungsfehler zwischen Rohrleitungen 14 und Kupplungsstücken 13 ausgleichen.

Um ein sicheres Ankuppeln der Rohrleitungen 14 an die Kupplungsstücke 13 zu gewährleisten, umgreifen die Gegenkupplungsstücke 15 der Rohrleitungen 14 die Kupplungsstücke 13. Auch eine umgekehrte Ausgestaltung wäre aber denkbar. Ferner weisen die Kupplungsstücke 13 an ihren vorderen Enden Ankuppelschrägen 24 auf, um ein sicheres Ankuppeln der Rohrleitungen 14 zu gewährleisten. Auch hier wäre aber wieder eine umgekehrte Ausgestaltung denkbar.

Die Erfindung wurde obenstehend mit zwei gleichzeitig an ein Einbaustück 3 anzukuppelnden Rohrleitungen 14 beschrieben, wobei die Rohrleitungen 14 übereinander angeordnet sind. Zahl und Orientierung der Rohrleitungen 14 ist aber ohne Belang. Es könnte also bspw. auch nur eine einzige Rohrleitung 14 oder aber mehr als zwei Rohrleitungen 14 angekuppelt werden. Ebenso wäre möglich, die Rohrleitungen 14 nebeneinander statt übereinander oder auf derselben Seite der hinteren Kolbenstange 19 anzuordnen. Im Ergebnis erhält man in jedem Fall ein zwangsweises, automatisches Ankuppeln der Schmierstoffver- bzw. -entsorgungsleitungen 14 an die entsprechenden Kupplungsstücke 13 des Einbaustücks 3 beim Verriegeln des Einbaustücks 3 mit dem Walzenverriegelungsblock 6 bei axial verschiebbaren Walzen.

1Arbeitswalzen 2Walzenachsen 3Einbaustück 4Walzenbiegeblock 5Hydraulikzylindereinheiten 6Walzenverriegelungsblöcke 7Ausnehmung 8Hydraulikzylindereinheiten 9Hydraulikzylinder 10Kolben 11vordere Kolbenstange 12Verriegelungsbolzen 13Kupplungsstücke 14Rohrleitungen 15Gegenkupplungsstücke 16Halter 17Joch 18Schraubenfedern 19hintere Kolbenstange 20Führung 21Schrauben 22Bohrungen 23Tellerfedern 24Ankuppelschrägen xWalzrichtung yAchsenrichtung zLotrechte

Anspruch[de]
  1. Walzenlagerung mit einem Einbaustück (3), in der eine sich entlang der Walzenachse (2) erstreckende Walze (1) zum Walzen eines Metallbandes gelagert ist,

    – wobei die Walzenlagerung aus einem an einem Ständer eines Walzgerüsts in vertikaler Richtung (z) beweglich befestigbaren und/oder geführten Walzenbiegeblock (4) und einem in Richtung der Walzenachse (2) verschiebbaren Walzenverriegelungsblock (6) besteht,

    – wobei der Walzenverriegelungsblock (6) über einen am Walzenverriegelungsblock (6) angeordneten, mittels eines Betätigungsorgans (8) in einer Verschieberichtung (x) verschiebbaren Verriegelungsbolzen (12) mit dem Einbaustück (3) kuppelbar ist,

    – wobei das Einbaustück (3) mindestns ein Kupplungsstück (13) zum Ankuppeln einer Schmiermittelver- und/oder -entsorgungsleitung (14) aufweist,

    – wobei mit dem Verriegelungsbolzen (12) mindestens eine sich auf das Einbaustück (3) zu erstreckende Rohrleitung (14) für die Schmiermittelver- und/oder -entsorgung verbunden ist,

    – wobei die Rohrleitung (14) an ihrem dem Einbaustück (3) zugewandten Ende ein Gegenkupplungsstück (15) zum Ankuppeln der Rohrleitung (14) an das Kupplungsstück (13) des Einbaustücks (3) im verriegelten Zustand des Verriegelungsbolzens (12) aufweist,

    dadurch gekennzeichnet,

    dass das Betätigungsorgan (8) für den Verriegelungsbolzen (12) als Hydraulikzylindereinheit (8) mit einem Hydraulikzylinder (9) und einem darin beweglichen Kolben (10) ausgebildet ist,

    – dass der Kolben (10) über eine an einem Ende aus dem Hydraulikzylinder (9) herausragende vordere Kolbenstange (11) mit dem Verriegelungsbolzen (12) verbunden ist,

    – dass der Kolben (10) über eine am anderen Ende aus dem Hydraulikzylinder (9) herausragende hintere Kolbenstange (19) mit der Rohrleitung (14) verbunden ist,

    – dass am Walzenverriegelungsblock (6) eine Führung (20) zum gleitenden Führen der Rohrleitung (14) angeordnet ist.
  2. Walzenlagerung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Rohrleitung (14) bezüglich der hinteren Kolbenstange (19) entgegen der Verschieberichtung (x) des Verriegelungsbolzens (12) gegen eine Federkraft verschiebbar ist.
  3. Walzenlagerung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Führung (20) zum Ausgleich von Fluchtungsfehlern zwischen Rohrleitung (14) und Kupplungsstück (13) in Grenzen quer zur Verschieberichtung (x) des Verriegelungsbolzens (12) beweglich ist.
  4. Walzenlagerung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Führung (20) mit dem Walzenverriegelungsblock (6) federbelastet verbunden ist.
  5. Walzenlagerung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Kupplungsstück (13) das Gegenkupplungsstück (15) der Rohrleitung (14) oder umgekehrt das Gegenkupplungsstück (15) der Rohrleitung (14) das Kupplungsstück (15) umgreift.
  6. Walzenlagerung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Kupplungsstück (13) und/oder das Gegenkupplungsstück (15) eine Ankuppelschräge (24) aufweist.
  7. Walzenlagerung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Verschiebungsrichtung (x) des Verriegelungsbolzens (12) senkrecht zur Walzenachse (2) verläuft.
Es folgen 4 Blatt Zeichnungen






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