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Dokumentenidentifikation DE69831361T2 14.06.2006
EP-Veröffentlichungsnummer 0001342453
Titel Modularer Marknagel
Anmelder Stryker Trauma GmbH, 24232 Schönkirchen, DE
Erfinder Wahl, Thomas, 2543 Lengnau, CH;
Bühren, Volker, 82418 Murnau, DE;
Mittelmeier, Wolfram, 81735 Munich, DE
Vertreter Patentanwälte Hauck, Graalfs, Wehnert, Döring, Siemons, Schildberg, 20354 Hamburg
DE-Aktenzeichen 69831361
Vertragsstaaten CH, DE, ES, FR, GB, IE, LI
Sprache des Dokument EN
EP-Anmeldetag 19.03.1998
EP-Aktenzeichen 030099030
EP-Offenlegungsdatum 10.09.2003
EP date of grant 24.08.2005
Veröffentlichungstag im Patentblatt 14.06.2006
IPC-Hauptklasse A61B 17/72(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, EP

Beschreibung[de]
Hintergrund der Erfindung

Die vorliegende Erfindung betrifft einen modularen Marknagel, insbesondere einen modularen Femurmarknagel mit einem Nagel, der aus einem körpernahen Abschnitt, einem Mittelabschnitt und einem körperfernen Abschnitt besteht, wobei der körpernahe Abschnitt einen Längsschlitz aufweist und der körperferne Abschnitt mindestens eine Querbohrung aufweist.

Seit einiger Zeit werden jetzt so genannte unausgebohrte verriegelnde Marknägel zur Behandlung von Frakturen von Röhrenknochen verwendet. In jüngster Zeit sind die Indikationen für solche Marknägel so erweitert worden, daß sie auch körpernahe Frakturen des Femurschafts einschließen, wobei diese Frakturen in einer großen Verschiedenheit existieren, während ihre Behandlung äußerst kompliziert ist. Infolgedessen wurde ein große Anzahl von Marknägeln entwickelt, bei denen die verschiedenen Arten von Frakturen berücksichtigt sind. Diese Nägel unterscheiden sich nur durch die Art und Weise, in der die körpernahen Befestigungsschrauben entsprechend der Art der Fraktur positioniert werden. Die Folge ist, daß eine große Anzahl von Nägeln und Instrumenten kostspielig gelagert wird. Außerdem wird es für den Chirurgen und die Krankenschwestern zunehmend schwierig, eine große Anzahl von verschiedenen Implantatsystemen in einer solchen Weise zu beherrschen, daß eine optimale Behandlung von Frakturen sichergestellt wird.

In WO-94/13219 wird ein unausgebohrter Marknagel mit modularer Konstruktion beschrieben, mit dem die Anzahl der erforderlichen Marknägel auf Grund von deren Verschiedenheit im Gebrauch sehr stark vermindert werden kann. Der Marknagel ist mit einer zylindrischen Hülse versehen, die teleskopartig über dessen körpernahes Ende geschoben werden kann, und dessen Konstruktion unterschiedliche Arten der Befestigung ermöglicht, um den Marknagel an den erforderlichen Anwendungzweck anzupassen. Eine solche teleskopartige Befestigung ist jedoch in Bezug auf biomechanische Aspekte, die angesichts der großen Belastungen an dem körpernahen Femur als wesentlich betrachtet werden müssen, nicht optimal, und außerdem wird der körpernahe Abschnitt des Nagels durch die befestigte Hülse zusätzlich verdickt, was mithin zu negativen Wirkungen in Bezug auf die Vaskularisierung des Halsbereichs des Femurkopfes führt. Schließlich wird der Nagel durch die teleskopartige Befestigung zwangsläufig länger, was zu einer Modifizierung seiner ursprünglichen Länge führt.

In DE 85 33 134 U wird eine Vorrichtung zur Behandlung einer Knochenfraktur beschrieben, die einen körpernahen hohlen Abschnitt umfaßt, der einen Schraubenbolzen zum Befestigen einer Schraube in einem Querschlitz aufnimmt. Diese Vorrichtung ist auf eine spezielle Art einer Fraktur ausgelegt und ermöglicht keine Verminderung von erforderlichen Marknägeln.

Der Oberbegriff von Anspruch 1 basiert auf diesem Dokument.

In DE 94 01 916 U1 ist ein Marknagel offenbart, der in dem körpernahen Abschnitt in Axialrichtung beabstandete Schlitze aufweist. Ein Einsatz, der in ein Innengewinde des körpernahen Abschnitts des Nagels eingeschraubt werden kann, weist zwei Querbohrungen auf, die in Axialrichtung beabstandet sind und mit den Längsschlitzen ausgerichtet sind, wenn der Einsatz in des körpernahen Abschnitt des Nagels eingeschraubt ist. Mit Hilfe des Ineinandergreifens des Außengewindes des Einsatzes und des Innengewindes des körpernahen Abschnitts kann auf Schrauben, die durch die Bohrungen des Einsatzes und durch die Längsschlitze der körpernahen Abschnitte verlaufen, zum Zwecke des Zusammendrückens der Knochenfraktur ein Druck in Axialrichtung ausgeübt werden.

Zusammenfassung der Erfindung

Vor dem Hintergrund dieses Standes der Technik liegt der vorliegenden Erfindung die Aufgabe zugrunde, einen modularen Marknagel zu schaffen, bei dem die oben genannten Nachteile beseitigt sind, und der eine erhöhte biomechanische Stabilität aufweist und eine bessere Vaskularisierung sicherstellt. Die Aufgabe wird mit einem Marknagel erfüllt, bei dem der körpernahe Abschnitt eine Längsbohrung, die über die Längserstreckung des Schlitzes in der körperfernen Richtung verläuft, und einen Einsatz umfaßt, der in die Längsbohrung eingesetzt werden soll, wobei der Einsatz mindestens einen Führungsschlitz umfasst, der Befestigungselemente aufnehmen soll.

Kurze Beschreibung der Zeichnungen

Die Erfindung wird im folgenden an Hand einer Zeichnung einer Ausführungsform der Erfindung ausführlicher beschrieben.

Die einzige Figur zeigt einen Marknagel zur Behandlung von Frakturen im Mittelbereich des Schafts mit Hilfe einer Druckschraube gemäß einer Ausführungsform der Erfindung.

Ausführliche Beschreibung der bevorzugten Ausführungsform

Ein Nagel 1 weist im wesentlichen die Form eines zylindrischen Stabs auf und kann in einen körpernahen Abschnitt 2, einen Mittelabschnitt und einen körperfernen Abschnitt unterteilt werden, wobei letzterer nicht gezeigt ist. Der dargestellte Nagel für den Femur ist an die Anatomie des Femurs angepaßt und deshalb gemäß einer sogenannten Antekurvation gebogen. Der körperferne Abschnitt sowie der Mittelabschnitt sind derart bemessen, daß der Nagel ohne Bohren mit Hilfe eines Führungsdrahts in den Markkanal eingeführt werden kann. Innerhalb von anderen Ausführungsformen können kanülierte Nägel verwendet werden.

Der körpernahe Abschnitt 2 ist zylindrisch und mit einer Längsbohrung 5 mit einem Teilinnengewinde 6 versehen, dessen Kerndurchmesser etwas größer als der Durchmesser der Längsbohrung 5 ist. Die Bohrung 5 dient zum Aufnehmen eines Einsatzes 7, dessen Funktion weiter unten erläutert wird. Das körpernahe Ende des körpernahen Abschnitts umfaßt zwei (nicht gezeigte) Führungsnuten, die zur drehfesten Führung des nicht dargestellten Eintreibbügels dient, an dem gemäß der Angabe das entsprechende Zielgerät in winkelstabiler Weise befestigt ist. Deshalb ist an diesem Ende der Längsbohrung 5 das Innengewinde weggelassen, um ein Ineinandergreifen zwischen den Nuten und der Befestigungsschraube des Zielgeräts zu verhindern.

Der körpernahe Abschnitt 2 ist ferner mit einem durchgehenden Schlitz 8 versehen, der parallel zu der Längsachse verläuft. In der Längsbohrung 5 und quer dazu ist ein Führungsstift 9 angeordnet, der zum drehfesten Positionieren des Einsatzes 7 dient.

Der untere Abschnitt des körperfernen Abschnitts des Nagels 1 kann mit (nicht gezeigten) Querbohrungen versehen sein.

Die Längsbohrung 5 ist gegen eine Ablagerung von Gewebe in den Gewindeabschnitt hinein, durch die das Befestigen des Explantationsinstruments beeinträchtigt würde, mit Hilfe einer Schraubkappe 21 geschützt. Die Schraubkappe 21 weist ein Außengewinde auf und umfaßt ein Innensechskant, mit dem die Schraube befestigt und der Einsatz 7 festgehalten werden kann.

Bei der Behandlung einer Fraktur des mittleren Schaftbereichs kann mit Hilfe einer Druckschraube 24 eine Fixation unter aktiver Kompression ausgeführt werden.

Wie weiter gezeigt ist, wird bei dem Marknagel 1 zur Behandlung von Frakturen im Mittelbereich des Schafts eine Druckschraube 24 verwendet, um eine Fixation unter aktiver Kompression auszuführen. Zuallererst wird der Einsatz 7 mit einem Längsführungsschlitz 39 mit Hilfe einer Schraubkappe 21 eingeführt und befestigt. Dann wird die Befestigungsschraube 18 in Querrichtung zu der Längsachse 46 des Nagels durch die Längsführungsschlitze 39 und 8 geschoben. Die Ausgangsposition der Befestigungsschraube ist mit der Ziffer 18' bezeichnet. Schließlich wird die Druckschraube 24 so lange in das Innengewinde 6 des körpernahen Abschnitts eingedreht, bis sie die Befestigungsschraube 18' in der Position 24' berührt. Der Schaft der Druckschraube 24 läuft quer durch die hohle Schraubkappe 21. Wenn die Druckschraube 24 nun weiter eingedreht wird, wird das körpernahe Fragment des Knochens so lange relativ zu dem Nagel verschoben, bis die Fraktur geschlossen ist und man eine Kompression zwischen den Fragmenten erhält. Das körperferne Ende 25 der Druckschraube 24 berührt die Befestigungsschraube 18 in der in durchgehenden Linien gezeigten Position.

Der gezeigte und beschriebene Marknagel soll für Femurfrakturen verwendet werden. Es ist klar, daß der Nagel auch zur Behandlung von anderen Frakturen, beispielsweise Frakturen der Tibia und des Humerus, vorgesehen werden kann. Es wird der grundlegende Vorteil des modularen Systems dieses Marknagels aufrechterhalten, bei dem Einsätze verwendet werden, die den für den Nagel verwendeten Raum nicht vergrößern.

Aus der vorstehenden Beschreibung folgt, daß mit einem Nagel 1 sowie mit einer begrenzten Anzahl von Einsätzen alle Arten von Femur-, Tibia- und Humerusschaftfrakturen sowie die unterschiedlichsten körpernahen Femur-, Tibia- und Humerusfrakturen behandelt werden können. Außerdem hängt die Form der Einsätze und mithin auch der Längsbohrung 5, die den Einsatz aufnimmt, nicht von dem Durchmesser oder der Länge des Nagels ab. Weiterhin bedarf es keiner rechten und keiner linken Form des Nagels, was ein wesentlicher Vorteil gegenüber der Verwendung und Lagerung dieses Implantats ist. Die entsprechende linke oder rechte Ausführungsform des Nagels wird durch eine bloße Drehung um 180° beim Einführen des Einsatzes bestimmt.


Anspruch[de]
  1. Markraumnagel, insbesondere ein modularer Oberschenkelmarknagel, mit einem Nagel (1), der aus einem proximalen Abschnitt (2), einem Mittelabschnitt und einem distalen Abschnitt besteht, wobei der proximale Abschnitt (2) einen Längsschlitz (8) aufweist und der distale Abschnitt mindestens eine Querbohrung aufweist, wobei der proximale Abschnitt (2) eine über die Längserstreckung des Schlitzes (8) in der distalen Richtung verlaufende Längsbohrung (5) in der distalen Richtung aufweist und ein Innengewinde und einen Einsatz (7) umfaßt, der in die Längsbohrung (5) eingeführt werden soll, wobei der Einsatz (7) mindestens eine Führungsbohrung, die ein Befestigungselement (18) aufnehmen soll, und Befestigungsmittel zum Ausüben einer Kompressionskraft auf ein durch den Schlitz (8) und die Führungsbohrung verlaufendes Befestigungselement (18) umfaßt, dadurch gekennzeichnet, daß der Einsatz (7) nur eine Führungsbohrung in Form eines Längsschlitzes (39) umfaßt; und dadurch, daß die Druckmittel eine Druckschraube (24) umfassen, die in das Innengewinde (6) der Längsbohrung (5) des proximalen Abschnitts (2) eingeschraubt werden kann, um das Befestigungselement (18) in der Richtung der Längsachse (46) des Markraumnagels (1) zu bewegen.
  2. Markraumnagel nach Anspruch 1, wobei die Ausrichtung des Führungsschlitzes (39) des Einsatzes (7) bezüglich der Längsachse (46) des proximalen Abschnitts (2) geneigt ist und der Einsatz (7) in die Längsbohrung (5) eingesetzt und darin verriegelt werden kann, wobei das eine Ende (32) zwecks retrogader Fixation in die distale Richtung weist und das andere Ende (33) zwecks antegader Fixation in die distale Richtung weist.
  3. Markraumnagel nach Anspruch 1, wobei die Ausrichtung des Führungsschlitzes (39) des Einsatzes (7) bezüglich der Längsachse (46) des proximalen Abschnitts (2) quer ist.
  4. Markraumnagel nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei ein Führungsstift (9) in die Längsbohrung (5) des proximalen Abschnitts (2) eingreift, und wobei der Einsatz (7) mit einer entsprechenden Führungsnut zur richtig positionierten Einsetzung desselben versehen ist.
  5. Markraumnagel nach einem der Ansprüche 1 bis 4, wobei die Längsbohrung (5) des proximalen Abschnitts (2) ein Innengewinde (6) besitzt, um eine Kopfschraube (21) vorzusehen.
  6. Markraumnagel nach einem der Ansprüche 1 bis 5, wobei das Befestigungselement (18) Befestigungsschrauben (18), Befestigungsbolzen oder -blätter umfaßt.
  7. Markraumnagel nach Anspruch 1, wobei die Ausrichtung des Führungsschlitzes (39) des Einsatzes (7) bezüglich der Längsachse (46) des proximalen Abschnitts (2) quer ist.
  8. Markraumnagel nach einem der Ansprüche 1 bis 7, wobei der Einsatz (7) und/oder der Nagel (1) hohl oder massiv sind.
Es folgt ein Blatt Zeichnungen






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