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Dokumentenidentifikation DE102004061179A1 22.06.2006
Titel Elastischer Faden mit Wirkstoffe enthaltendem Umwindungsfaden
Anmelder OFA Bamberg GmbH, 96052 Bamberg, DE
Erfinder Gebuhr, Helmut, 96047 Bamberg, DE
Vertreter LENZING GERBER Patentanwälte, 40212 Düsseldorf
DE-Anmeldedatum 16.12.2004
DE-Aktenzeichen 102004061179
Offenlegungstag 22.06.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 22.06.2006
IPC-Hauptklasse D02G 3/32(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
IPC-Nebenklasse D04B 1/18(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft einen elastischen Faden (E), einen Kern (1) aus elastischem Material und mindestens einen Umwindungsfaden (2) aufweisend, wobei der Umwindungsfaden (2) mindestens einen Wirkstoff (W) enthält.

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft einen elastischen Faden, einen Kern aus elastischem Material und mindestens einen Umwindungsfaden aufweisend.

Es sind Fäden bekannt, welche Wirkstoffe zur Abgabe an die Haut einer Person enthalten. Da diese Fäden jedoch aus unelastischen Fasern gebildet sind, können keine elastischen Gewirke bzw. Gestricke aus den Fäden hergestellt werden.

Ferner sind Gestricke bekannt, in die nach der Herstellung des Gestricks Wirkstoffe durch Veredelungsverfahren aufgebracht werden. Diese nachträglich aufgebrachten Wirkstoffe werden jedoch durch mehrfaches Waschen oder Reinigen des Gestricks schnell ausgewaschen, wodurch eine Wirkstoffabgabe über einen längeren Zeitraum nicht gewährleistet ist.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, einen elastischen Faden bzw. ein Gestrick oder Gewirk bereitzustellen, der bzw. das einen Wirkstoff enthält.

Diese Aufgabe wird mit einem elastischen Faden mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen des elastischen Fadens nach Anspruch 1 ergeben sich durch die Merkmale der Unteransprüche 2 bis 8. Gleichsam wird ein elastisches Gestrick bzw. Gewirk mittels des Anspruch 9 beansprucht sowie Stütz- und/oder Kompressionstextilien, insbesondere für Kompressionsstrümpfe oder Bandagen.

Der erfindungsgemäße elastische Faden bzw. das daraus hergestellte Textil kann vorteilhaft zur Stützung und/oder Kompression eingesetzt werden, wobei insbesondere Bandagen oder Stützstrümpfe aus dem Textil bzw. Gewirk oder Gestrick hergestellt sind. Durch die Elastizität des hergestellten Textils bzw. Gewirks oder Gestricks ist stets ein direkter Hautkontakt gegeben, so dass die im Faden enthaltenen Wirkstoffe permanent bzw. kontinuierlich an die Haut der das Textil tragenden Person abgegeben werden. Hierdurch ist es vorteilhaft möglich, zusätzlich neben dem therapeutischen Ziel des Unterstützens und Komprimierens durch z.B. Bandagen oder Stützstrümpfe noch Wirkstoffe an die Haut abzugeben.

Die erfindungsgemäßen Gestricke sind vorteilhaft längs und/oder querelastisch, wobei sie flach- oder rundgestrickt sein können.

In einer ersten Ausführungsform wird vorteilhaft ein erfindungsgemäßer elastischer Faden als Einlegefaden eingesetzt.

In einer zweiten möglichen Ausführungsform ist der Maschenfaden durch den erfindungsgemäßen elastischen Faden gebildet. Eine Abwandlung dieser Ausführungsform ergibt sich dadurch, dass lediglich in jeder zweiten, dritten oder vierten Reihe der Maschenfaden durch den erfindungsgemäßen elastischen Faden gebildet ist. Alle übrigen Fäden können dabei durch nicht-wirkstoffenthaltende Fäden gebildet sein.

In einer dritten Ausführungsform sind sowohl die Einlefäden als auch die Maschenfäden aus dem erfindungsgemäßen elastischen Faden gebildet, wodurch erreicht wird, das besonders viel Wirkstoffe in dem Textil gespeichert sind.

Der erfindungsgemäße elastische Faden wird vorteilhaft durch einen elastischen Kern, welcher insbesondere aus einem gummielastischen Material wie z.B. Elastan oder Elastodien gebildet sein kann, sowie mindestens einem Umwindungsfaden, der die Wirkstoffe enthält. Bei kreuzweiser Umwindung sollte die die Wirkstoffe enthaltende Funktionsfaser zumindest als äußere Umwindung verwendet werden, sofern lediglich nur einer der Umwindungsfäden Wirkstoffe enthält.

Selbstverständlich ist es ebenso möglich, den elastischen Kernfaden mit einem die Wirkstoffe enthaltenden Fasergarn zu verzwirnen anstatt einen Umwindungsfaden zu verwenden.

Für den Funktionsfaden wird vorteilhaft eine Cellulose-Faser verwendet, die mit den Wirkstoffen angereichert wird. Als Wirkstoff können z.B. Algen verwendet werden, die insbesondere hautpflegende Eigenschaften aufweisen können.

Die Wirkstoffe werden insbesondere durch die Temperatur der Haut und durch die erhöhte Luftfeuchtigkeit im Bereich der Haut vom Faden abgegeben. So kann der Faden Wirkstoffe, wie Spurenelemente, Kohlehydrate, Eiweiß, Salze und Vitamine abgeben.

Nachfolgend wird anhand von Figuren die Erfindung näher beschrieben.

Es zeigen:

1: Erfindungsgemäßer elastischer Faden mit Einfachumwindung;

2: Erfindungsgemäßer elastischer Faden mit kreuzweiser Umwindung;

3: Gestrick mit eingelegtem erfindungsgemäßem elastischen Faden;

4: Gestrick mit erfindungsgemäßem elastischen Faden als Maschenfaden.

Die 1 zeigt einen erfindungsgemäßen elastischen Faden E, der einen gummielastischen Kernfaden 1 aufweist, welcher mit einem Wirkstoffe W enthaltenen Faden 2 einfach umwunden ist. Die Anzahl der Windungen pro Längeneinheit ist frei wählbar. Bei einer großen Windungszahl ist die Speicherkapazität des elastischen Fadens E für die Wirkstoffe W selbstverständlich größer, so dass das mit dem Faden E gefertigte Gestrick (s. 3 und 4) über einen längeren Zeitraum die Wirkstoffe W an die Haut abgeben kann, wodurch der therapeutische Effekt verbessert wird.

Durch eine kreuzweise Umwindung, wie sie in 2 dargestellt ist, läßt sich noch mehr Wirkstoff W pro Längeneinheit des Fadens E speichern. Selbstverständlich ist es möglich, dass die Fäden 2 und 2' verschiedene Wirkstoffe W enthalten können. Ferner ist es möglich, mehr als zwei Umwindungsfäden 2 vorzusehen, wodurch noch mehr Wirkstoff bzw. eine noch bessere Kombination von verschiedenen Wirkstoffen möglich ist.

Die 3 und 4 zeigen Gestricke G, die aus einem Einlegefaden U und einem Maschenfaden M gebildet sind. Gemäß der Erfindung kann entweder allein der Einlegefaden (3) oder der Maschenfaden (4) durch den elastischen Faden E gebildet sein. Es ist jedoch auch möglich, sowohl für den Einlegefaden U als auch für den Maschenfaden M den erfindungsgemäßen elastischen Faden E zu verwenden. Ebenso ist es möglich, lediglich für jede zweite, dritte oder nur vierte Maschenreihe den Wirkstoff enthaltenden elastischen Faden E zu verwenden.

Ebenso ist es möglich, das alternierend für die Maschenreihen wirkstoffenthaltende Fäden E mit verschiedenen Wirkstoffen verwendet werden. Auch ist es möglich, den elastischen Faden E doppelt zu nehmen, wobei auch hier beide doppelt genommenen Fäden E unterschiedliche Wirkstoffe W enthalten können.


Anspruch[de]
  1. Elastischer Faden (E), einen Kern (1) aus elastischem Material und mindestens einen Umwindungsfaden (2) aufweisend, dadurch gekennzeichnet, dass der Umwindungsfaden (2) mindestens einen Wirkstoff (W) enthält.
  2. Elastischer Faden nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Faden (2) die Wirkstoffe (W) bei Hautkontakt, insbesondere unter Einfluß von Temperatur und/oder Feuchtigkeit, an die Haut abgibt.
  3. Elastischer Faden nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Umwindungsfaden (2) aus einer Cellulose-Faser gebildet ist.
  4. Elastischer Faden nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Umwindungsfaden (2) Algen enthält.
  5. Elastischer Faden nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Kern (1) aus einem gummielastischen Material ist.
  6. Elastischer Faden nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Umwindungsfaden (2) Wirkstoffe (W) zur Durchblutungsanregung, Zellstoffaktivierung, zur Entschlackung der Zellen, Entzündungshemmung und/oder Juckreizlinderung enthält.
  7. Elastischer Faden nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Umwindungsfaden (2) Wirkstoffe (W) zu Abschwächung bzw. Verminderung von Allergien enthält.
  8. Elastischer Faden nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere Umwindungsfäden (2, 2') um den Kern (1) gewickelt sind, wobei mindestens zwei Umwindungsfäden (2) unterschiedliche Wirkstoffe (W) enthalten.
  9. Elastisches Gestrick oder Gewirk (G), dadurch gekennzeichnet, dass zumindest die Quer- und/oder Maschenfäden (U, M) elastische Fäden (E) nach einem der vorhergehenden Ansprüche sind.
  10. Verwendung eines elastischen Faden oder eines elastischen Gestricks oder Gewirks nach einem der vorhergehenden Ansprüche für Stütz- und/oder Kompressionskrafttextilien, insbesondere für Kompressionsstrümpfe oder Bandagen.
Es folgen 2 Blatt Zeichnungen






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