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Dokumentenidentifikation DE60113083T2 22.06.2006
EP-Veröffentlichungsnummer 0001269844
Titel Verfahren zum Desinfizieren und/oder Sterilisieren einer zahnärztlichen Einheit.
Anmelder Castellini S.p.A., Castel Maggiore, Bologna, IT
Erfinder Castellini, Franco, 40124 Bologna, IT
Vertreter Manitz, Finsterwald & Partner GbR, 80336 München
DE-Aktenzeichen 60113083
Vertragsstaaten AT, BE, CH, CY, DE, DK, ES, FI, FR, GB, GR, IE, IT, LI, LU, MC, NL, PT, SE, TR
Sprache des Dokument EN
EP-Anmeldetag 20.06.2001
EP-Aktenzeichen 018304089
EP-Offenlegungsdatum 02.01.2003
EP date of grant 31.08.2005
Veröffentlichungstag im Patentblatt 22.06.2006
IPC-Hauptklasse A01N 37/20(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, EP
IPC-Nebenklasse A01N 37/16(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, EP   A61C 1/00(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, EP   

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Desinfizieren und/oder Sterilisieren der Wasserleitung einer zahnärztlichen Einheit.

In der Zahnheilkunde werden oxidierende Lösungen und/oder Zusammensetzungen als Desinfiziermittel zum Sterilisieren und Desinfizieren von zahnärztlichen Einheiten und Instrumenten, wie Handstücke und Fräser, verwendet.

Die bioziden Zusammensetzungen und/oder Lösungen, die auf dem Markt zur Verfügung stehen, werden zum Desinfizieren äusserer Oberflächen verwendet.

WO 96 20737 beschreibt eine synergistische Zusammensetzung zum Reinigen und Desinfizieren zur Verwendung in dekontaminierenden, biofilm-beschichteten Oberflächen, wie Frischwasserleitungen, die Wasser an die zahnärztlichen Instrumente leiten, wobei die Zusammensetzung (a) ein Reinigungsmittel enthält; (b) ein Denaturierungsmittel zum Angreifen der ausserhalb des Zellgewebes zwischen den Mikroorganismen und zwischen den Mikroorganismen und der Oberfläche gebildeten Grundsubstanz; und (c) ein Bakterizid. GB-2 268 879 beschreibt eine feste Zusammensetzung zur Zubereitung einer Reinigungs-, Desinfizier- und Sterilisierlösung zur Verwendung an medizinischen Instrumenten (solche wie von Zahnärzten benutzt), enthaltend einen organischen peroxydsauren Vorläufer, ein Persalz und ein quaternäres Ammoniumcompound.

WO 98 25468 beschreibt ein Verfahren zum Desinfizieren von medizinischen Instrumenten zunächst durch Reaktion von H2O2 oder einem H2O2-Leiter mit einem N-acyl-Compound und dann durch Regulieren des pH's im Bereich zwischen 7 bis 9.

GB-2 355 198 beschreibt ein Konzentrat zur Herstellung einer bioziden aktiven Lösung, enthaltend ein wasserlösliches Oxidationsmittel – Peroxidquelle (so wie Wasserstoffperoxid, Natriumperborat), in Form eines Pulvers in Einzelpackung, das verdünnt und aufgelöst wird, um die biozide aktive Lösung herzustellen, oder in Form einer Flüssigkeit oder in einer Formulierung Flüssigkeit und Feststoff, welche (wenn die Komponenten gemischt oder verdünnt, gemischt und aufgelöst sind) die biozide aktive Lösung bilden.

Der Stand der Technik lehrt auch die Anwendung eines Autoklaven-Verfahrens zum Sterilisieren von medizinischen Instrumenten und Handstücken. Die Autoklaven-Behandlung ist ein sehr wirksames Dekontaminierungsverfahren, welches Bakterienkolonien an Instrumenten und/oder Teilen einer zahnärztlichen Einheit zerstört, die abgenommen und in die Autoklave eingesetzt werden können.

Die Sterilisierwirkung in der Autoklave erfolgt an den äusseren wie an den inneren Oberflächen.

Eine zahnärztliche Einheit ist mit einer Serie von Leitungen versehen, welche zu Handstücken führen und jedes Handstück mit Druckluft und Wasser und/oder Mischungen aus Luft und Wasser speisen.

Der Zahnarzt benutzt das Handstück, um Arbeiten in dem Mund eines Patienten auszuführen.

Ein in einem Handstück gehaltener und sich drehender Fräser wird durch fliessendes Wasser gekühlt. Der Fräser ist an dem Handstück befestigt und wird benutzt zum Bohren und Schneiden. Der Fräser ist gekühlt durch einen Fluss aus Wasser und Luft, um eine Sprühmischung aus zerstäubtem Wasser und Druckluft zu bilden.

Das Handstück wir somit während der Zahnbehandlung direkt in dem Mund des Patienten benutzt. Daraus ergibt sich, dass eine bakterielle Kontamination vom Handstück zum Patienten und vom Patienten zum Handstück unvermeidbar ist. Aus diesem Grund ist Hygiene bei Zahnbehandlungen ein sehr stark berücksichtigtes Problem. Um eine gekreuzte Kontamination zwischen Patienten zu vermeiden, müssen Zahnärzte und Zahnbehandelnde eine Reihe von Vorsichtsmassnahmen treffen.

Eine bakterielle Kontamination kann auftreten, wenn der Zahnarzt oder der Behandelnde nach Ende einer speziellen Behandlung die Wasser-Luft-Besprühung abschaltet.

In diesem Zustand, wenn der Wasser- und Luftstrom anhält, tropft keine Wasser mehr aus dem Handstück. Dies geschieht, weil dem geringen Restdruck in den Leitungen, der zum Herausdrücken des Wasser neigt, ein leichter Druck in der entgegengesetzten Richtung entgegenwirkt, aktiviert, um das Heraustropfen von Wasser zu verhindern.

Ein Handstück, das dazu bestimmt ist, auf diese Weise zu arbeiten, kann, obwohl es das Heraustropfen von Wasser verhindert, das Ansaugen von Keimen und Bakterien aus dem Mund des Patienten in das Handstück selbst erlauben und bewirken, dass Gewebepartikel aus dem Mund des Patienten in dem Handstück zerstäubt werden. Daraus ergibt sich, dass alle in dem Mund des Patienten vorhandenen Keime und Viren in die Zuführleitungen für Wasser und Druckluft durch das Handstück eintreten und daher die gesamte Wasserleitung der zahnärztlichen Einheit kontaminieren können.

Bei einem Testversuch dieser Art von bakterieller Kontaminierung wurde ein perfekt sterilisiertes Handstück mit einem sterilisierten Fräser versehen und mit einem sterilen Wasser aus einem Standardbehälter gespeist. Die zahnärztliche Einheit wurde dann für mehrere Tage benutzt, woraufhin dann das Wasser in dem Behälter auf eine bakteriologische Kontaminierung untersucht wurde. Die Tests haben Spuren von Bakterien ergeben, was darauf hinweist, dass Mikroorganismen von dem Patienten an die zahnärztliche Einheit übertragen worden sind und alle internen Leitungen, die Wasserleitung der zahnärztlichen Einheit und den Wasserbehälter kontaminiert haben.

Dies liefert einen klaren Hinweis darauf, dass Mikroben und/oder Viren das Handstück kontaminieren und sich von dort aus auf die Leitungen und den Behälter/Tank ausbreiten können.

Das Übertragen von Mikroben und/oder Viren von dem Handstück auf das gesamte Wassersystem wird noch begünstigt durch die Konzentrationsgrade, welche das Ausbreiten von Mikroben innerhalb der Leitung fördern.

Das Ausbreiten der Mikrobenkolonien wird ebenfalls begünstigt durch das Bewegen der Fluids im Inneren der Leitungen.

Um das Problem der bakteriellen Kontaminierung in zahnärztlichen Einheiten zu überwinden, wurde eine Vielzahl von hygienisierenden Massnahmen vorgesehen, um ein Desinfiziermittel in die Wasserleitung einzugeben.

Praktisch kommt die Innenfläche der Wasserleitungen mit einem Desinfiziermittel in Berührung, so dass alle Bakterien, die von einem Patienten auf die Leitungen übertragen sein könnten, vollkommen zerstört werden, bevor die Behandlung des nächsten Patienten beginnt.

Die abnehmbaren Teile der zahnärztlichen Einheit, so wie die Handstücke, werden in einer Autoklave sterilisiert, während die das Wassernetz der zahnärztlichen Einheit bildenden Leitungen auf die oben beschriebene Weise desinfiziert werden. In regelmässigen Abständen, zum Beispiel nach Beendigung einer Tagesarbeit oder während einer Unterbrechung der Arbeit, wird in der zahnärztlichen Einheit ein vollständiger Desinfiziervorgang durchgeführt. Dieser besteht im wesentlichen aus dem Durchspülen der Wasserleitung mit einer stark sporentötenden Substanz, woraufhin die Substanz in den Leitungen gelassen wird. Die Dauer dieser Art von Behandlung hängt von dem Grad der erforderlichen Dekontaminierung ab.

Die am meisten für diese Art von Behandlung verwendete Substanz ist Glutaraldehyd. Diese sporentötende Lösung wird durch die Leitungen gepumpt, und nach einer vorgegebenen Zeit wird die Pumpe angehalten und die sporentötende Lösung wird für eine bestimmte Dauer in den Leitungen gelassen. Danach wird die Glutaraldehyd enthaltende Lösung abgelassen und die Wasserleitung wird mit Wasser durchgespült.

Durch die Verwendung von Glutaraldehyd als Desinfiziermittel ist es möglich, eine Oberfläche zu desinfizieren, indem das Glutaraldehyd mit der Oberfläche für ungefähr fünf Minuten im Kontakt gelassen wird, bevor man es ausspült.

Alternativ kann eine Desinfizierung von hohem Grad durchgeführt werden, indem das Glutaraldehyd für zwanzig bis dreissig Minuten mit einer Oberfläche im Kontakt gehalten wird, bevor man es ausspült.

Um den sporentötenden Grad zu erreichen, der zum Erhalten der Sterilität erforderlich ist, ist eine Kontaktdauer von fünf Stunden notwendig.

Die Art von Behandlung, das heisst Sterilisierung, wird daher nur am Ende des Tages durchgeführt. Dies, weil das Durchführen derselben während der normalen Arbeitsstunden bedeutet, dass die zahnärztliche Einheit für eine übermässig lange Dauer angehalten werden muss, in welcher kein Patient an dieser zahnärztlichen Einheit behandelt werden kann.

Tatsächlich kann die oben beschriebene Desinfizier- und Sterilisierbehandlung nicht durchgeführt werden, wenn die zahnärztliche Einheit von einem Patienten besetzt ist.

Ausserdem kann das Desinfizieren und Sterilisieren nicht zwischen einem Patienten und dem nächsten vorgenommen werden.

Obwohl das Desinfizieren und/oder Sterilisieren mit Glutaraldehyd, wie oben beschrieben, die Wasserleitung der zahnärztlichen Einheit perfekt hygienisch werden lässt, werden die Leitungen unverzüglich kontaminiert, sobald die Arbeit wiederaufgenommen wird.

Ausserdem ist die Kontaminierung nicht nur auf die Bakterien zurückzuführen, die in dem Mund des Patienten vorhanden sind, sondern auch auf die bakteriologische Belastung in dem Hauptwassernetz, welches Mikroorganismen verschiedener Art enthält.

Die Mikroorganismen, die das Wasser aus dem Wassernetz bewohnen, siedeln sich in der Wasserleitung der zahnärztlichen Einheit an und gedeihen. Die Mikroorganismen haften an den Wänden der Leitungen, vermehren sich und bilden einen Biofilm, der bald schwierig zu entfernen ist. Schnell kontaminieren die Mikroorganismen die gesamte Wasserleitung, wenn sie wachsen, und der Biofilm an den internen Oberflächen der Leitungen wird dicker und dicker. Wenn sich der Biofilm von der Oberfläche der Wasserleitung löst, werden die in der zahnärztlichen Einheit gewachsenen Mikroorganismen in den Wasserfluss freigegeben.

Tests an Wasserproben aus dem Wassernetz, die mehrere Tage in einer zahnärztlichen Einheit verwendet wurden, haben ergeben, dass das Wasser zunehmende bakteriologische Kolonien von rund 100.000 Mikroben/ml von verwendetem Wasser beherbergt hat.

Zusammen genommen kann man sagen, dass die Wasserleitung einer zahnärztlichen Einheit den folgenden drei unterschiedlichen Arten der Kontaminierung unterliegt:

  • 1. direkte Kontaminierung von dem Patienten an die zahnärztliche Einheit;
  • 2. Kontaminierung durch die Wasserzufuhr an die zahnärztliche Einheit; und
  • 3. Kontaminierung, die in der Druckluft vorhanden ist, welche zum Antrieb der zahnärztlichen Instrumente und für die Sprühmischungen benutzt wird.

Das der vorliegenden Erfindung zugrunde liegende technische Problem ist das Vorsehen eines Verfahrens zum Desinfizieren und/oder Sterilisieren der internen Oberflächen der Wasserleitung einer zahnärztlichen Einheit, so dass die Einschränkungen und Nachteile der bekannten Technik überwunden werden.

Die Anmelderin hat dieses technische Problem gelöst durch die Formulierung einer speziellen Komposition, enthaltend wenigstens eine erste Komponente, wie Peressigionen-Vorläufer, und eine zweite Komponente als Quelle von Peroxid oder entstehendem Sauerstoff.

Die vorliegende Erfindung hat zum Zweck, eine sterilisierende Komposition mit einer hohen bioziden Wirkung vorzusehen.

Ein anderer Zweck der Erfindung ist, ein Verfahren zum schnellen und wirkungsvollen Desinfizieren und/oder Sterilisieren der Wasserleitung einer zahnärztlichen Einheit vorzusehen.

Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Desinfizieren und/oder Sterilisieren der Wasserleitungen von zahnärztlichen Einheiten, wobei das Verfahren das wie in dem relevanten unabhängigen und nachstehend ausgeführten Patentanspruch beschrieben ist.

Die Erfindung betrifft ausserdem die Verwendung einer Lösung, enthaltend Peressigionen als aktiven Wirkstoff zum Desinfizieren und/oder Sterilisieren von zahnärztlichen Einheiten, und welche die in dem relevanten unabhängigen und nachstehend ausgeführten Patentanspruch beschriebenen Eigenschaften aufweist.

Weitere vorgezogene Ausführungen der Erfindung sind in den nachstehenden abhängigen Patentansprüchen beschrieben.

Weitere technische Eigenschaften der Erfindung gehen deutlicher aus der nachstehenden detaillierten Beschreibung hervor, welche die Vorteile der Erfindung hervorhebt.

Die Komposition, die den Gegenstand der vorliegenden Erfindung bildet, ist eine Komposition in festem Zustand, vorzugsweise ein Pulver.

Vorteilhafterweise kann die Komposition in einem festen Zustand sein und kann die Form von Pastillen oder Tabletten haben.

Vorzugsweise enthält ein erster Teil der Tablette die vorgenannte erste Komponente und Zusätze, wenn erforderlich, während ein zweiter Teil der Tablette die vorgenannte zweite Komponente und, wenn erforderlich, Zusätze enthält.

Die den Gegenstand der vorliegenden Erfindung bildende Komposition enthält eine erste Komponente, wie Peressigionen-Vorläufer oder Peressigsäure, gewählt aus den Compounds, deren allgemeine Formel (I) die folgende ist: (CH3CO)2N-R-N(COCH3)2, wo R ein C2-C6-Alkyl ist; und

eine zweite Komponente, wie eine Peroxidquelle oder entstehender Sauerstoff, welche ein Perborat oder Peroxocarbenat aus einem Alkalimetall oder Erdalkalimetall sein kann. Vorzugsweise ist die zweite Komponente ein Natriumperborat, ein Natriumperoxocarbonat oder O2-aktiver Sauerstoff. Vorteilhafterweise ist R Äthyl und die erste Komponente ist TAED (Tetra-Acetyl-Äthylen-Diamin) genannt; R ist Propyl und die erste Komponente ist TAPD (Tetra-Acetyl- Propylen-Diamin) genannt.

Zusätzlich zu den vorgenannten Komponenten kann die Komposition Zusätze enthalten, wie Stabilisierer, Ionen-Maskierungsmittel und Koformulierungen, die normalerweise bei der Herstellung von Tabletten oder Pastillen verwendet werden, wie beispielsweise ein System zum Stabilisieren der pH-Werte der festen Komposition, und um das Zerfallen der ersten und zweiten Komponenten zu verhindern.

Als pH-Stabilierer können Säuresubstanzen verwendet werden, wie Phosphonsäure oder Malonsäure.

Die den Gegenstand der vorliegenden Erfindung bildende Komposition ist in Wasser löslich, vorzugsweise in bis auf eine Temperatur zwischen 30°C und 40°C angewärmtem Wasser mit einem pH zwischen 7 und 8, auch wenn es anschliessend bei Raumtemperatur verwendet wird.

Wenn sie in einer wässrigen Lösung aufgelöst wird, bewirkt die Komposition eine Reaktion, welche in einer Zeitspanne, die von 5 bis 15 Minuten reicht, sich bei dem folgenden Gleichgewicht stabilisiert: NaBO3 + H2O ⇌ H2O2 + borate de sodium (CH3CO)2N-R-N(COCH3)2 + 2H2O2 ⇌ (CH3CO)NH-R-NH(COCH3) + 2CH3COOOH CH3COOOH ⇌ CH3COOO+ + H+ wo R eine C2-C6-Alkylgruppe ist.

Als Alternative kann die Wasserstoff-Peroxid-Quelle aus Natriumperoxocarbonat erhalten werden, wie zum Beispiel: Na2CO3·nH2O2 + H2O → nH2O2 + Natriumcarbonat.

Die wässrige Lösung, weiche die ersten und zweiten Komponenten enthält, hat Desinfizier- und Sterilisiereigenschaften. Insbesondere bei der Peressigionen oder Peressigsäure enthaltenden Komposition hat man herausgefunden, dass sie eine pilz-, bakterien-, sporen- und virentötende Wirkung hat. Die Peressigsäure enthaltende Lösung kann durch Zugabe eines Stabilisierwirkstoffes stabilisiert werden, in der Lage, einen chemischen Zerfall des Wasserstoffperoxids oder der Peressigionen zu verhindern. Zusätzlich kann die Lösung ein geeignetes Maskierungsmittel, wie EDTA, und ein geeignetes Tensid enthalten.

Die Lösung, die Peressigionen im Gleichgewicht mit der in der Lösung erzeugten Peressigsäure enthält, kann vorteilhafterweise mit einem Verfahren zum Desinfizieren und/oder Sterilisieren einer zahnärztlichen Einheit verwendet werden, wobei die bei Raumtemperatur angewandte Lösung insbesondere die Innenflächen der Wasserleitung der zahnärztlichen Einheit desinfiziert und/oder sterilisiert.

Das den Gegenstand der Erfindung bildende Verfahren enthält die folgenden Phasen:

  • – Zubereitung einer wässrigen Lösung mit einem stabilisierten pH-Wert zwischen 7 und 8, enthaltend:
  • – eine erste Komponente, die ein beliebiges Compound sein kann, dessen allgemeine Formel (I) folgende ist: (CH3CO)2N-R-N(COCH3)2, wo R eine C2C6-Alkylgruppe ist;
  • – eine zweite Komponente, welche ein Perborat oder Peroxocarbonat aus einem Alkalimetall oder Erdalkalimetall sein kann oder O2-aktiver Sauerstoff;
  • – ein oder mehrere Zusätze und Koformulierungen;
  • – Eingeben in die Wasserleitung der zahnärztlichen Einheit einer Portion der wässrigen Lösung, enthaltend Peressigsäure, erzeugt durch die Komposition im Gleichgewicht mit den Peressigionen;
  • – die Portion der in die Wasserleitung eingegebenen wässerigen Lösung für die Dauer von 3 bis 20 Minuten einwirken lassen; und
  • – Durchspülen der Wasserleitung mit einer wässerigen Spüllösung.

Vorzugsweise enthält die Zubereitung der wässerigen Lösung, enthaltend Peressigionen bei Vorhandensein von Peressigsäure als aktivem Wirkstoff, die folgenden Phasen:

  • – Eingeben in einen geeigneten Behälter einer bestimmten Menge von Wasser, vorzugsweise mit einer Temperatur zwischen 30°C und 40°C und einem stabilisierten pH-Wert zwischen 7 und 8;
  • – Hinzufügen zu dem Wasser einer Menge der Sterilisierkomposition nach der vorliegenden Erfindung in Form von Pulver oder alternativ in Form einer vordosierten Tablette, um eine festgelegte Konzentration von Peressigionen in der Lösung zu erhalten;
  • – Schütteln, um eine Lösung zu erhalten, und Anschliessen des Behälters an die Wasserleitung der zahnärztlichen Einheit.

Vorzugsweise erfolgt die Phase des Eingebens der Lösung mit derselben Lösung bei Raumtemperatur.

Nach dem Verfahren folgt der Phase des Eingebens der Peressigionen enthaltenden Lösung eine Pause, um die Peressigionen im Inneren der Wasserleitung der zahnärztlichen Einheit wirken zu lassen.

Verglichen mit den Behandlungen, die mit Glutaraldehyd durchgeführt werden, sind die Ergebnisse überraschend. Tatsächlich kann ein hoher Desinfektionsgrad der Wasserleitung der zahnärztlichen Einheit in gerade fünf Minuten und ein wirkungsvoller Sterilisationsgrad in gerade zehn Minuten erreicht werden.

Dies bedeutet, dass das Verfahren nach dieser Erfindung vorteilhafterweise zum Desinfizieren und/oder Sterilisieren im Laufe einer Tagesarbeit zwischen einem Patienten und dem nächsten durchgeführt werden kann, wobei ein wirksames und sicheres Hygienisieren vorgesehen ist, anwendbar nicht nur zwischen den Patienten, sondern auch am Ende des Tages.

Daraus ergibt sich, dass alle während eines Tages behandelten Patienten wirkungsvoll gegen überkreuzte Infektionen geschützt sind.

Durch Zubereiten einer ausreichenden Menge an Lösung, enthaltend Peressigionen, wird gesichert, dass der Desinfizier- und/oder Sterilisiervorgang jederzeit während der 24 Stunden eines Tages oder auch über eine längere Zeit als einen Tag durchgeführt werden kann, da die Lösung, wenn sie entsprechend stabilisiert ist, über zwei oder mehr Arbeitstage wirksam bleibt.


Anspruch[de]
  1. Komposition einer sterilisierenden, wässerigen Lösung, enthaltend:

    – eine erste Komponente, die ein beliebiges Compound sein kann, dessen generelle Formel (I) die folgende ist: (CH3CO)2N-R-N(COCH3)2 wo R eine C2-C6-Alkylgruppe ist;

    – eine zweite Komponente, welche ein Perborat oder Peroxocarbonat aus Alkalimetallen oder Erdalkalimetallen, oder aktiver Sauerstoff O2 sein könnte; und

    – einen oder mehrere Zusätze und Koformulierungen, zum Desinfizieren und/oder Sterilisieren der Wasserleitung einer zahnärztlichen Einheit, bei welcher die genannte wässerige Lösung an den Innenflächen der genannten Wasserleitung der zahnärztlichen Einheit für eine Dauer wirken kann, die zwischen 3 bis 20 Minuten liegt.
  2. Komposition nach Patentanspruch 1, bei welcher die Zusammensetzung Peressigsäure erzeugt, im Gleichgewicht mit Peressigionen, und zwar als aktiver Desinfizier- und/oder Sterilisierwirkstoff.
  3. Komposition nach Patentanspruch 1, bei welcher die genannte erste Komponente Tetra-Acetyl-Äthylen-Diamin TAED oder Tetra-Acetyl-Propylen-Diamin TAPD ist.
  4. Komposition nach Patentanspruch 1, bei welcher die genannte zweite Komponente Natriumperborat oder Natriumperoxocarbonat ist.
  5. Komposition nach Patentanspruch 1, welche ausserdem einen pH-Stabilisierer enthält, ausgewählt aus Malonsäure oder Phosphonsäure, einem Maskierungsmittel wie EDTA und einem Tensid.
  6. Verfahren zum Desinfizieren und/oder Sterilisieren einer zahnärztlichen Einheit, enthalten die folgenden Phasen:

    – Zubereitung einer wässerigen Lösung, enthaltend:

    – eine erste Komponente, die ein beliebiges Compound sein kann, dessen generelle Formel (I) die folgende ist: (CH3CO)2N-R-N(COCH3)2 wo R eine C2-C6-Alkylgruppe ist;

    – eine zweite Komponente, welche ein Perborat oder Peroxocarbonat aus Alkalimetallen oder Erdalkalimetallen, oder aktiver Sauerstoff O2 sein kann; und

    – einen oder mehrere Zusätze und Koformulierungen,

    – Eingeben in die Wasserleitung der zahnärztlichen Einheit einer Portion der wässerigen Lösung, enthaltend Peressigsäure, erzeugt durch die Komposition im Gleichgewicht mit den Peressigionen;

    – die Portion der in die Wasserleitung eingebenen wässerigen Lösung für die Dauer von 3 bis 20 Minuten einwirken lassen; und

    – Durchspülen der Wasserleitung mit einer wässerigen Spüllösung.
  7. Verfahren nach Patentanspruch 6, bei welchem die wässerige Lösung die folgenden Gleichgewichte enthält: NaBO3 + H2O ⇌ H2O2 + borate de sodium (CH3CO)2N-R-N(COCH3)2 + 2H2O2 ⇌ (CH3CO)NH-R-NH(COCH3) + 2CH3COOOH CH3COOOH ⇌ CH3COOO+ + H+
  8. Verfahren nach Patentanspruch 7, bei welchem das chemische Gleichgewicht in der wässerigen Lösung bei einer Temperatur zwischen 30°C und 40°C festgelegt ist, und bei einem stabilen pH-Wert zwischen 7 und 8.
  9. Verfahren nach Patentanspruch 6, bei welchem die wässerige Lösung ausserdem ein Maskierungsmittel wie EDTA, einen pH-Stabilisierer und ein Tensid enthält.
  10. Verfahren nach Patentanspruch 9, bei welchem der pH-Stabilisierer Malonsäure oder Phosphonsäure ist.
  11. Verfahren nach Patentanspruch 6, bei welchem es erlaubt ist, die in die Wasserleitung eingegebene Portion der wässerigen Lösung für eine Dauer zwischen 3 und 10 Minuten einwirken zu lassen, um die Desinfizierung der Innenflächen der Wasserleitung einer zahnärztlichen Einheit durchzuführen, und zwischen 3 und 20 Minuten, um die Sterilisierung derselben durchzuführen.
  12. Verfahren nach Patentanspruch 6, bei welchem die genannte erste Komponente Tetra-Acetyl-Äthylen-Diamin TAED oder Tetra-Acetyl-Propylen-Diamin TAPD ist.
  13. Verfahren nach Patentanspruch 6, bei welchem die genannte zweite Komponente Natriumperborat oder Natriumperoxocarbonat ist.
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