PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE10164662B4 29.06.2006
Titel Vorrichtung und Verfahren zum hydromechanischen Tiefziehen
Anmelder Institut für Umformtechnik Universität Stuttgart, 70174 Stuttgart, DE
Erfinder Aust, Matthias, Dipl.-Ing., 71711 Murr, DE;
Siegert, Klaus, Prof. Dr.-Ing., 71063 Sindelfingen, DE
Vertreter Rumrich, G., Dipl.-Ing. Pat.-Ing., Pat.-Anw., 09116 Chemnitz
DE-Anmeldedatum 28.12.2001
DE-Aktenzeichen 10164662
Offenlegungstag 17.07.2003
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 29.06.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 29.06.2006
IPC-Hauptklasse B21D 22/20(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
IPC-Nebenklasse B21D 26/02(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung und ein Verfahren zum hydromechanischen Tiefziehen nach dem Oberbegriff des ersten und 19. Patentanspruchs.

Beim hydromechanischen Tiefziehen wird üblicherweise bei Abfahren eines Stempels ein zwischen Ziehring und Niederhalter geführtes Blech in einen mit einem Fluid gefüllten Gegendruckbehälter gepresst, wobei der Druck im Fluid über ein Abströmventil gesteuert wird. Der Ziehring liegt dabei auf der Stirnfläche des Gegendruckbehälters auf bzw. ist mit dem Gegendruckbehälter fest verschraubt, wobei üblicherweise eine Dichtung zwischen beiden Teilen sicherstellt, dass durch den Spalt zwischen Ziehring und Gegendruckbehälterstirnfläche kein Fluid aus dem Druckbehälter ausströmen kann. Die Zuführung des Fluids in den Gegendruckbehälter erfolgt meist über ein Rückschlagventil und ggf. über ein Absperrventil. Möglich ist auch das Befüllen mittels Schlauch von oben in den Gegendruckbehälter hinein bevor die Platine auf den Ziehring aufgelegt wird. Von Nachteil beim Befüllen ist die relativ lange Befüllzeit und somit die lange Taktzeit. In DE 199 45 635 wird ein Verfahren zum Umformen von Blechteilen und ein zugehöriges Werkzeug beschrieben, mit welchen die Taktzeit verkürzt werden soll. Dies erfolgt durch die Verringerung des Volumens des Gegendruckbehälters mittels eines vertikal verschiebbaren Bodens. Diese Lösung ist auch geeignet, ein Vorbeulen des Bleches entgegen der Ziehrichtung durchzuführen. Der zum Befüllen und Entleeren verfügbare Volumenstrom wird jedoch durch den geringen Querschnitt der Befüll- und Entleeröffnung begrenzt, wodurch sich die Taktzeit nur eingeschränkt verringern lässt.

Aufgabe der Erfindung ist es, eine wesentliche Verringerung der Taktzeit beim hydromechanischen Tiefziehen kostengünstig zu erzielen.

Diese Aufgabe wird mit den Merkmalen des ersten und 19. Patentanspruchs gelöst.

Die Vorrichtung zum hydromechanischen Tiefziehen weist bekannter Weise einen axial beweglichen Stempel, einen Niederhalter und einen zwischen Niederhalter und Gegendruckbehälter angeordneten Ziehring auf, wobei wie beim hydromechanischen Tiefziehen üblich, zwischen Niederhalter und Ziehring die Platine geklemmt oder geführt wird und der Gegendruckbehälter zusammen mit dem Innenraum des Ziehrings mit einem Fluid vor dem hydromechanischen Tiefziehen gefüllt werden muss. Dabei wird durch die Platine, den Ziehring und den Gegendruckbehälter ein Druckraum gebildet, der mit dem Fluid gefüllt wird. Erfindungsgemäß ist zum Befüllen des Druckraums ein, die Zuführung des Fluids gewährleistender einstellbarer, Spalt zwischen Ziehring und Gegendruckbehälter gegeben, der durch ein Verschlusselement verschließbar ist.

Erfindungsgemäß findet als Verschlusselement der Ziehring Anwendung, wobei der Spalt vertikal durch eine Bewegung des Ziehringes einstellbar ist. Der Ziehring ist mittels einer vorzugsweise hydraulischen Anhebe- und Schließvorrichtung vertikal verfahrbar. Die Anhebe- und Schließvorrichtung kann mechanisch, hydraulisch oder pneumatisch betätigt werden. Vorzugsweise ist die Anhebe- und Schließvorrichtung hydraulisch betätigbar und weist hierzu mehrere am Außenrand des Gegendruckbehälters befestigte auf den Ziehring wirkende Zylinder auf. Alternativ kann das Abheben (Aufwärts-Verfahren) des Ziehrings über Federn erfolgen, die zwischen Unterseite des Ziehrings und Oberseite des Gegendruckbehälters angeordnet sind, wobei der Ziehring durch die über den Niederhalter und das Blech übertragene Federkraft abwärts (in Richtung zum Gegendruckbehälter) bewegbar ist.

Zur Zuführung des Fluids sind am Umfang des Gegendruckbehälters und des Ziehrings gegen diese abgedichtete und mit dem Ringspalt verbundene Füllkanäle angeordnet, die bevorzugt als Ringkanal ausgebildet sein können. Die Kanäle bzw. der Kanal werden bzw. wird gegen den Ziehring und den Gegendruckbehälter über entsprechende Dichtungen abgedichtet und verfügen bzw. verfügt über mindestens einen Fluidzufuhranschluss.

Zwischen Gegendruckbehälter und Ziehring ist eine Dichtung angeordnet, die beim Befüllen hydraulisch absenkbar ist, so dass die Oberkante der Dichtung mit der Oberseite des Gegendruckbehälters in einer Ebene liegt.

Weiterhin ist die Dichtung mittels eines hydraulischen Aufsteuer-Druckes in Richtung des Ziehringes bewegbar, wobei der Aufsteuer- Druck zur Erreichung des erforderlichen Dichtdruckes in Abhängigkeit vom Druck im Gegendruckbehälter einstellbar ist.

Die Füllkanäle bzw. der Ringkanal werden bzw. wird aus an der Außenseite des Gegendruckbehälters und/oder Ziehring abgedichteten und befestigten Ringkammern gebildet, wobei der Ziehring in der Innenwandung der Ringkammer bzw. der Füllkammern zu dieser abgedichtet axial beweglich angeordnet ist.

Die Füllkanäle bzw. der Ringkanal sind bzw. ist mit jeweils mindestens einem Fluidzufuhranschluß versehen, an welchem in fachgemäßer Weise ein Rückschlagventil angeordnet ist.

Weiterhin wird am Ziehring oder am Gegendruckbehälter ein Dichtelement angeordnet, welches den Spalt zwischen Gegendruckbehälter und Ziehring abdichtet.

Der Druckraum ist durch entsprechende Dichtungsanordnung durch den Raum des Spaltes und durch die zu dem Spalt führenden Kanälen oder alternativ durch einen mit dem Spalt verbundenen Ringkanal erweiterbar. werden auch die Kanäle bzw. der Ringkanal als Druckraum genutzt sind Ventile und das Druckleitungssystems für das Fluid entsprechend auszubilden.

Verfahrensgemäß wird beim hydromechanischen Tiefziehen zwischen Niederhalter und Ziehring die Platine geklemmt oder geführt und zuvor der Gegendruckbehälter und der Innenraum des Ziehrings mit einem Fluid gefüllt. Bei Abwärtsbewegung des Stempels wird das Fluid im Gegendruckbehälter und im Innenraum des Ziehrings mit Druck beaufschlagt, wobei der Druck im Gegendruckbehälter und im Innenraum des Ziehrings über ein Abströmventil oder ServoVentil über dem Ziehweg gesteuert wird. Das Abströmventil ist üblicherweise im Boden des Gegendruckbehälters angeordnet.

Mit Hilfe eines Drucks wird die Platine gegen den Stempel gepresst. Soll die Platine vor dem hydromechanischen Tiefziehen bedarfsweise entgegen der Ziehrichtung vorgeformt werden, kann dieses nach dem Aufsetzen des Niederhalters jedoch vor Abwärtsverfahren des Stempel mittels einer Druckmittelzuführung von einem äußeren Druckerübersetzer erfolgen.

Alternativ hierzu wird erfindungsgemäß der Ziehring zum Zuführen des Fluids in den Gegendruckraum vom Gegendruckbehälter abgehoben, so dass ein Spalt entsteht, durch den das Fluid in den Gegendruckraum strömen kann. Nach dem Zuführen des Fluids in den Druckraum wird durch die Abwärtsbewegung des Niederhalters (in Richtung zum Gegendruckbehälter) die zwischen Niederhalter und Ziehring befindliche Platine geklemmt und der Ziehring in Richtung zum Gegenddruckbehälter verfahren, bis der Spalt geschlossen ist. Anschließend erfolgt das hydromechanische Tiefziehen der Platine.

Das beim Abwärtsverfahren des Ziehringes (in Richtung zum Gegenddruckbehälter) aus dem Spalt zwischen Ziehring und Gegendruckbehälterstirnfläche verdrängte Fluid wird in den durch ein Rückschlagventil verschlossenen Ringkanal und in den Raum der von Platine, Ziehring und Gegendruckbehälter gebildet wird, verdrängt.

Hierbei werden in dem vom Ziehringinnenraum, Gegendruckbehälter und Platine gebildeten Druckraum das Volumen verringert und der Druck des Fluids so erhöht, dass die Platine entgegen der Ziehrichtung vorgebeult wird. Dabei bewirkt Vorteilhafterweise eine am Ziehring montierte Dichtleiste eine Führung des Ziehrings zum Gegendruckbehälter und bei Eintauchen der Dichtleiste in den Gegendruckbehälter ein Abdichten des Druckraums.

Durch den großen Spalt zwischen Ziehring und Gegendruckbehälter und die zur Druckmittelzuführung verwendeten Füllkanäle bzw. der verwendete Ringkanal, die den Spalt umgeben bzw. der den Spalt umgibt, kann in kürzester Zeit ein großer Volumenstrom dem zu füllenden Druckraum des Gegendruckbehälters und dem Innenvolumen des Ziehrings zugeführt werden, wobei die Platine schon auf dem Ziehring aufgelegt werden kann.

Wird nach dem Befüllen das Fluid durch Abwärtsfahren des System Niederhalter/Blech/Ziehring mit Druck beaufschlagt, kann dadurch auf äußerst einfache Weise ein Vorbeulen der Platine entgegen der Ziehrichtung erfolgen.

Nach Befüllen des Gegendruckbehälters und des Innenvolumens des Ziehrings und ggf. nach einem Vorbeulen erfolgt durch Abwärtsfahren des Stempels das eigentliche hydromechanische Tiefziehen.

Die Erfindung wird nachfolgend an Hand von Ausführungsbeispielen und zugehörigen Zeichnungen näher erläutert.

Es zeigen:

1: Vorrichtung nach Befüllen des Gegendruckbehälters sowie des Innenvolumens des Ziehrings mit Fluid über Füllkanäle bzw. über einem Ringkanal bei angehobenem Ziehring

2: Vorrichtung gemäß 1 nach dem Vorbeulen der Platine durch Abwärtsfahren des Systems Niederhalter/Platine/Ziehring

3: Vorrichtung gemäß 1 nach Beendigung des hydromechanischen Tiefziehens ohne oder mit vorhergehendem Vorbeulen

Die Vorrichtung zum hydromechanischen Tiefziehen weist gemäß 1 einen Stempel 1 und einen Niederhalter 2 auf, der auf der Platine P aufliegt. Die Platine P ist auf dem Ziehring 3 positioniert. Unter dem Ziehring 3 ist ein Gegendruckbehälter 4 angeordnet. Der Gegendruckbehälter 4 weist an seiner Oberseite eine erste Dichtung 5 und der Ziehring 3 in Richtung zur Platine P eine zweite Dichtung 6 auf. Der Ziehring 3 ist vom Gegendruckbehälter 4 um einen Spalt 5 (1) beabstandet. Zwischen Ziehring 3 und Gegendruckbehälter 4 ist eine Rückstellfeder 7 so angeordnet, dass gewährleistet ist, dass der Ziehring 3 auf der Oberseite des Gegendruckbehälters 4 aufliegen kann.

Alternativ zur Rückstellfeder 7 können am Außenrand des Gegendruckbehälters 4 auf dem Ziehring 3 zweifachwirkende Hydraulikzylinder angeordnet werden (nicht dargestellt). Hiermit kann der Ziehring angehoben (aufwärts-Verfahren) und gegen die Stirnfläche des Gegendruckbehälters 4 (abwärts-Verfahren) gepresst werden.

Am Außenumfang des Gegendruckbehälters 4 sind mindestens zwei Füllkanäle, hier eine Ringkammer 8 angeordnet.

In FRingkammer 8 ist ein Ringkanal 9 ausgebildet und steht mit dem Spalt S in Verbindung.

Der Innendurchmesser der Ringkammer 8 wird in Richtung zum Außendurchmesser des Ziehringes 3 mittels einer nicht dargestellten Dichtung fest abgedichtet. Der mit dem Gegendruckbehälter 4 verbundene Ziehring 3 ist in dem Ringkanal 8 axial beweglich gelagert. Zu dem Ringkanal 9 führt eine Druckmittelzuleitung 10 von einem Ventil V1 mit einem integrierten Rückschlagventil, das mit einem Fluidreservoir 13 (Hochbehälter oder -Druckbehälter) verbunden ist. Das Fluid wird somit aus einem Fluidreservoir 13 über ein Ventil V1 dem Ringkanal 9 zugeführt.

Im Gegendruckbehälter 4 ist ein Abströmventil V2 angeordnet. Hiermit wird der Druck im Gegendruckbehälter 4 über dem Ziehweg gesteuert.

Am Innendurchmesser des Ziehringes 3 kann ein, in Richtung zum Gegendruckbehälter 4 reichendes Dichtelement 11 angeordnet werden, welches den Ziehring 3 in Richtung zum Gegendruckbehälter 4 überragt und so schon beim Abwärtsfahren des Ziehrings 3 eine Abdichtung des Druckraums D bewirkt und den Ziehring 3 zum Gegendruckbehälter 4 führt.

Nach dem Befüllen wird der Niederhalter 2 mit einer Niederhalterkraft FN beaufschlagt, wodurch dieser die Platine P gegen den Ziehring 3 drückt. Der Ziehring 3 wird in Richtung zum Gegendruckbehälter 4 bewegt, so dass sich der Spalt S verringert, bis der Ziehring 3 an der Oberseite des Gegendruckbehälters 4 aufliegt (S=0). Dabei ist das in das Ventil V1 integrierte Rückschlagventil in der Fluidzuleitung 10 geöffnet, so dass das Fluid F unter dem Ziehring 3 in Richtung der Druckmittelzufuhr verdrängt wird. Weiterhin dichtet das Dichtelement 11 am Innendurchmesser des Gegenduckbehälters 4 ab.

Durch Verringerung des Volumens im Druckraum D bei weiterem Abwärtsfahren des Niederhalters/Blech/Ziehring-Systems kann auch eine Vorbeulen der Platine P entgegen der Ziehrichtung optional erfolgen. 2 zeigt die Vorrichtung am Ende des Beulvorgangs. Beim anschließenden hydromechanischen Tiefziehen bewegt sich der Stempel 1 in Richtung der Platine P und formt diese gegen den Druck des im Druckraum D befindlichen Fluids F um. Die Vorrichtung nach Beendigung des Tiefziehvorganges zeigt 3.

Das Abström/und Druckbegrenzungsventil V2 wird nach Beendigung des Ziehvorganges zum Druckabbau geöffnet. Das Fluid F kann hierüber aus dem Gegendruckbehälter 4 abfließen.

Um zurück in die Ausgangsposition zu gelangen, fahren Stempel 1 und Niederhalter 2 zurück, wodurch auch der Ziehring 3 mittels der Rückstellfeder 7 nach oben fährt. Das Ziehteil P kann dann entnommen werden.


Anspruch[de]
  1. Vorrichtung zum hydromechanischen Tiefziehen mit einem axial beweglichen Stempel (1), einem Niederhalter (2) auf der Stempelseite und mit einem, während des Tiefziehens auf einem Gegendruckbehälter (4) aufliegenden Ziehring (3), wobei zwischen Niederhalter (2) und Ziehring (3) die Platine (P) geklemmt bzw. geführt wird und durch die Platine, den Ziehring und den Gegendruckbehälter (4) ein Druckraum (D) gebildet wird, der mit einem Fluid (F) füllbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass zum Befüllen des Druckraumes (D) ein, die Zuführung des Fluids (F) gewährleistender, Spalt (S) zwischen Ziehring (3) und Gegendruckbehälter (4) einstellbar ist.
  2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Spalt (S) durch ein Verschlusselement verschließbar ist.
  3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet dass als Verschlusselement der Ziehring (3) dient und dass der Spalt (S) durch eine axiale Abwärtsbewegung des Ziehringes (3) verschließbar ist.
  4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Ziehring (3) mittels einer Anhebe- und Schließvorrichtung vertikal bewegbar ist.
  5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Kraft, mit der der Ziehring (3) axial aufwärts verfahren wird, mechanisch, hydraulisch oder pneumatisch erzeugt wird.
  6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Anhebe- und Schließvorrichtung hydraulisch axial aufwärts und abwärts verfahrbar ist und aus mehreren am Außenrand des Gegendruckbehälters (4) oder auf einer unter dem Gegendruckbehälter angeordneten Grundplatte befestigten auf den Ziehring (3) wirkenden Zylindern besteht.
  7. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Anheben des Ziehrings (3) über Federn erfolgt, die sich gegen die Oberseite des Gegendruckbehälters (4) abstützen und dass der Ziehring (3) durch die über den Niederhalter (2) und die Platine (P) übertragene Niederhalterkraft (FN) entgegen der Rückstellkraft der Federn in Richtung zum Gegendruckbehälter (4) abwärts bewegbar ist und auf den Gegendruckbehälter (4) gepresst wird.
  8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass am Umfang des Gegendruckbehälters (4) und des Ziehrings (3) ein oder mehrere mit dem Spalt (S) verbundene Füllkanäle angeordnet sind.
  9. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass der/die Füllkanäle als ein Ringkanal (9) ausgebildet ist/sind.
  10. Vorrichtung nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Füllkanäle oder der Ringkanal (9) gegen den Ziehring (3) und den Gegendruckbehälter (4) abgedichtet sind/ist.
  11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Spalt (S) zwischen Ziehring (3) und Gegendruckbehälter (4) mittels der Anhebe- und Schließvorrichtung einstellbar ist.
  12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen Gegendruckbehälter (4) und Ziehring (3) eine erste Dichtung (5) angeordnet ist, die beim Befüllen des Gegendruckbehälters (4) so hydraulisch absenkbar ist, dass die Oberkante der ersten Dichtung (5) mit der Oberseite des Gegendruckbehälters (4) in einer Ebene liegt.
  13. Vorrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Dichtung (5) mittels eines hydraulischen Aufsteuer-Druckes in Richtung des Ziehringes (3) bewegbar ist und zur Erreichung des erforderlichen Dichtdruckes der Aufsteuerdruck über einen Druckübersetzer erzeugt wird, wobei der Druckübersetzer primärseitig mit dem Fluid (F) im Gegendruckbehälter (4) verbunden wird, so dass der Aufsteuerdruck in Abhängigkeit zum Druck im Gegendruckbehälter (4) aufbaubar ist.
  14. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 8 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Füllkanäle in, an der Außenseite des Gegendruckbehälters (4) befestigten, Kammern ausgebildet sind, und dass der Ziehring (3) in der Innenwandung der Kammern zu diesen dichtend axial beweglich angeordnet ist.
  15. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 9 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass der Ringkanal (9) in einer an der Außenseite des Gegendruckbehälters (4) befestigten Ringkammer (8) ausgebildet ist, und dass der Ziehring (3) in der Innenwandung der Ringkammer (8) zu dieser dichtend axial beweglich angeordnet ist.
  16. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 8 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass die Kammern oder der Ringkanal (9) mit mindestens einer Druckmittelzuleitung (10) verbunden sind/ist.
  17. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass ein Dicht- und Führungselement (11) am Ziehring (3) oder am Gegendruckbehälter (4) angeordnet ist, welches den Ziehring (3) gegen den Gegendruckbehälter (4) führt und abdichtet.
  18. Vorrichtung nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, dass das Dichtelement- und Führungselement (11) am Innendurchmesser des Ziehringes (3) oder am Innendurchmesser des Gegendruckbehälters (4) angeordnet ist.
  19. Verfahren zum hydromechanischen Tiefziehen mit einem axial beweglichen Stempel (1), einem Niederhalter (2) auf der Stempelseite und einem auf einem Gegendruckbehälter (4) aufliegenden Ziehring (3), wobei zwischen Niederhalter (2) und Ziehring (3) die Platine (P) geklemmt bzw. geführt wird und durch die Platine, den Ziehring und den Gegendruckbehälter (4) ein Druckraum (D) gebildet wird, der mit einem Fluid (F) füllbar ist, wobei durch eine axiale Abwärtsbewegung des Stempels (1) die Platine (P) in den mit dem Fluid (F) gefüllten Druckraum im Fluid (F) ein Druck erzeugt wird, der die Platine (P) gegen den Stempel formt, wobei vor dem Tiefziehen bedarfsweise die Platine (P) entgegen der Ziehrichtung vorgebeult werden kann, dadurch gekennzeichnet, dass der Ziehring (3) zum Zuführen des Fluids (F) in den Druckraum (D) vom Gegendruckbehälter (4) abgehoben wird, so dass ein Spalt (S) entsteht, durch den das Fluid (F) in den Druckraum (D) strömen kann, und dass nach dem Füllen des Druckraumes (D) mit Fluid (F) durch eine axiale Abwärtsbewegung des Niederhalters (2) die zwischen Niederhalter (2) und Ziehring (3) befindliche Platine (P) geklemmt oder geführt wird und der Spalt (S) geschlossen wird, und dass anschließend mittels des Stempels (1) das hydromechanische Tiefziehen der Platine (P) erfolgt.
  20. Verfahren nach Anspruch 19, dadurch gekennzeichnet, dass der Druckraum (D) durch

    – den Spalt (S) und

    – zu dem Spalt (S) führenden Kanälen oder einen mit dem Spalt verbundenen Ringkanal (9)

    erweiterbar ist.
  21. Verfahren nach Anspruch 19 oder 20, dadurch gekennzeichnet, dass beim Verfahren des Ziehringes (3) in Richtung zum Gegenddruckbehälter (4), das aus dem Spalt (S) verdrängte Fluid (F) in den Druckraum (D) verdrängt wird.
  22. Verfahren nach einem der Ansprüche 19 bis 21, dadurch gekennzeichnet, dass vor dem hydromechanischen Tiefziehen durch das Schließen des Spaltes (S) der Druckraum (D) so verringert wird, dass durch die Druckbeaufschlagung des darin befindlichen Fluids (F) ein Vorbeulen der Platine (P) entgegen der Ziehrichtung erfolgt.
Es folgen 2 Blatt Zeichnungen






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

  Patente PDF

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com