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Dokumentenidentifikation DE102004016673B4 29.06.2006
Titel Bogendruckmaschine für Schön- und Widerdruck
Anmelder Koenig & Bauer AG, 97080 Würzburg, DE
Erfinder Schaede, Johannes, 97074 Würzburg, DE;
Stark, Siegfried, 97228 Rottendorf, DE
DE-Anmeldedatum 05.04.2004
DE-Aktenzeichen 102004016673
Offenlegungstag 27.10.2005
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 29.06.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 29.06.2006
IPC-Hauptklasse B41F 7/12(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
IPC-Nebenklasse B41F 7/00(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   B41F 21/10(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   B41F 21/08(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   B41F 21/04(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Bogendruckmaschine für Schön- und Widerdruck.

Eine solche Maschine ist z. B. aus DE 197 56 990 A1 bekannt. Bei dieser bekannten Druckmaschine werden die Bogen von einem Druckwerk zum nächsten mit Hilfe von drei Bogenführungstrommeln weitergegeben, von denen die erste jeweils einen Bogen vom Widerdruck-Gummizylinder eines ersten Druckwerks übernimmt und der von einer Bogenführungstrommel zur nächsten weitergegebene Bogen von der dritten Bogenführungstrommel schließlich an dem Widerdruck-Gummizylinder eines nachfolgenden Druckwerks weitergegeben wird.

Wenn die führende Kante eines Bogens, der sich zum Teil noch im Druckspalt zwischen den zwei Gummizylindern befindet, vom Widerdruck-Gummizylinder an die erste Bogenführungstrommel übergeben wird, bricht zeitweilig die von Greifern des Widerdruck-Gummizylinders bzw. der Bogenführungstrommel auf den Bogen ausgeübte Zugkraft zusammen. Der Bogen kann dann am Ausgang des Druckspalts am Schöndruck-Gummizylinder haften bleiben, und dadurch kann der Teil des Bogens, der den Druckspalt passiert hat, auf dem Widerdruck-Gummizylinder zurückgezogen werden. Dies wiederum kann dazu führen, dass Farbe an der Widerdruckseite des Bogens verwischt, und dass der Bogen von den Greifern der Bogenführungstrommel nicht exakt in der vorgesehenen Stellung übernommen wird. Wenn dies geschieht, so treten in nachfolgenden Druckwerken Passerfehler auf.

Aus EP 13 19 508 A1 ist eine Bogendruckmaschine mit mehreren Druckwerken und einem Lackierwerk bekannt. In den Druckwerken werden Vorder- und Rückseite eines Bogens jeweils zwischen einem Gummizylinder und einem Gegendruckzylinder bedruckt, wobei die Gegendruckzylinder jeweils einen größeren Durchmesser als die Gummizylinder haben. Im Lackierwerk bilden ein Gummizylinder zum Lackieren der Vorderseite und ein Gummizylinder zum Lackieren der Rückseite jedes Bogens einen Druckspalt, und der Gummizylinder zum Lackieren der Vorderseite ist im Umfang zweiteilig. Wenn man das Lackieren im weiteren Sinne ebenfalls als einen Druckvorgang auffasst, so kann man sagen, dass dieses bekannte Lackierwerk ein Druckwerk nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 darstellt.

Von dem zweiteiligen Gummizylinder des Lackierwerks wird ein lackierter Bogen an eine Greiferketteneinrichtung übergeben, die die fertig bedruckten Bogen auf einen Stapel ablegt.

Der Abstand, gemessen entlang des Umfangs des zweiteiligen Gummizylinders des Lackierwerks, vom Spalt zwischen dessen zwei Gummizylindern bis zur Übergabestelle an die Greiferketteneinrichtung ist deutlich kleiner als der halbe Umfang des zweiteiligen Zylinders. Die führende Kante eines Bogens wird daher an die Greiferketteneinrichtung zu einem Zeitpunkt übergeben, wo der Bogen den Spalt zwischen den Gummizylindern noch nicht vollständig passiert hat. Auch bei den Druckwerken im engeren Sinne ist die Entfernung, gemessen entlang dem Umfang der Gegendruckzylinder, vom Druckspalt zur Übergabestelle an den nächstfolgenden Gegendruckzylinder kleiner als der halbe Umfang des Gegendruckzylinders, so dass auch hier die Übergabe der führenden Kante erfolgt, bevor der Bogen den Druckspalt vollständig passiert hat. Es tritt das gleiche Problem auf, wie oben im Zusammenhang mit der DE 197 56 990 A1 geschildert: Die Übergabe der führenden Bogenkante an den nächsten Gegendruckzylinder, den zweiteiligen Gummizylinder oder die Greiferketteneinrichtung kann zu einem Verrutschen des gleichzeitig einen Spalt passierenden Bogens führen.

Die DE 39 21 999 A1 offenbart eine Bogendruckmaschine für Schön- und Widerdruck, wobei ein doppeltgroßer Druckzylinder einen vollständig ausgedruckten Bogen an ein Kettengreifersystem übergibt.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Bogendruckmaschine für Schön- und Widerdruck mit hoher Druckqualität und wartungsfreundlichem Aufbau zu schaffen.

Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst.

Zu den besonderen Vorteilen der Bogendruckmaschine gehört, dass ein Verrutschen eines Bogens während des Durchgangs durch einen Druckspalt aufgrund einer Übergabe seiner führenden Kante ausgeschlossen ist. Dieser Vorteil wird auf einfache Weise dadurch erreicht, dass die Weglänge, die jeder Bogen am Widerdruck-Gummizylinder vom Druckspalt zu einer Übergabestelle an die nachfolgende Transporteinrichtung zurückzulegen hat, größer als die Feldlänge des Gummizylinders, d. h. größer als die Länge der längsten auf der Maschine verarbeitbaren Bogen, ist.

Als Transporteinrichtung kommt zwischen aufeinanderfolgenden Druckwerken eine Greiferketteneinrichtung zum Einsatz. Eine solche hat gegenüber einer Transporteinrichtung aus aufeinanderfolgenden Trommeln den Vorteil, dass ihre Länge leicht bedarfsgerecht festgelegt werden kann, so das der Abstand zwischen aufeinanderfolgenden Druckwerken so groß ist, wie erforderlich, um auf die Druckwerke zur Wartung zugreifen zu können, aber auch nicht größer als erforderlich, so dass eine Bogendruckmaschine geschaffen werden kann, die sowohl leicht zu warten als auch kompakt ist.

Um ein Herabhängen der Bogen von der Transporteinrichtung, insbesondere bei Stillstand der Maschine, zu verhindern, ist vorzugsweise unter der Transporteinrichtung ein Luftkissen gebildet, das in der Lage ist, einen an der Transporteinrichtung geförderten Bogen unabhängig von der Laufgeschwindigkeit in einer im Wesentlichen horizontalen Lage zu halten, in der ein Kontakt der frisch bedruckten Oberfläche des Bogens mit Teilen der Druckmaschine oder anderen Gegenständen, die zu einem Verschmieren der Farbe führen könnten, ausgeschlossen ist.

Ein Ausführungsbeispiel ist in den Zeichnungen dargestellt und wird im Folgenden näher beschrieben.

Es zeigen:

1 eine schematische Seitenansicht einer Bogendruckmaschine;

2 in vergrößertem Maßstab ein einzelnes Druckwerk der Bogendruckmaschine aus 1.

1 zeigt eine schematische Seitenansicht einer Bogendruckmaschine. Sie umfasst einen an sich bekannten und nicht weiter im Detail beschriebenen Bogenanleger 01 zum Aufnehmen eines zu bedruckenden Bogens 04 von einem Vorratsstapel 02 und Übergeben an eine Führungswalze 03.

Die im Uhrzeigersinn rotierende Führungswalze 03 übergibt den Bogen 04 weiter an einen zweifeldrigen ersten Gummizylinder 11 eines ersten Druckwerks 06. Der Gummizylinder 11 rotiert in Kontakt mit einem ersten unteren Formzylinder 12 und wird durch diesen eingefärbt. Der Bogen 04 durchläuft einen Druckspalt 13 zwischen dem zweifeldrigen Gummizylinder 11 und einem über einen zweiten oberen Formzylinder 14 eingefärbten zweiten oberen Gummizylinder 16 und wird so beidseitig bedruckt. Nach dem Durchgang durch den Druckspalt 13 bleibt der Bogen 04 an dem zweifeldrigen Gummizylinder 11 haften, bis seine führende Kante eine Transporteinrichtung 17, z. B. eine Greiferketten-Fördereinrichtung 17 erreicht. An dieser Stelle geben die Greifer des Gummizylinders 11 den Bogen 04 frei, und er wird an einem Greifenbalken der Greiferketten-Fördereinrichtung 17 hängend weiterbefördert.

Jeder Bogen 04 durchläuft so nacheinander die identisch aufgebauten Druckwerke 06; 07; 08; 09. Die sich an das letzte Druckwerk 09 anschließende Greiferketten-Fördereinrichtung 17 dient gleichzeitig als Ausleger zum Auslegen der fertig bedruckten Bogen 04 auf einen Produktstapel 18.

2 zeigt vergrößert den Aufbau eines einzelnen Druckwerks 06; 07; 08 oder 09. Man erkennt einen Bogen 04, dessen führende Kante von einem Greifer 19 des Gummizylinders 11 gehalten ist und soeben den Druckspalt 13 zwischen diesem und dem Gummizylinder 16 durchquert hat. Aufgrund des Haftvermögens der Druckfarbe klebt der Bogen 04 nach dem Durchgang durch den Druckspalt 13 noch ein Stück weit am oberen Gummizylinder 16; dies ist die Ursache für die Zugspannung, unter der der Bogen 04 zwischen dem Greifer 19 und dem Druckspalt 13 steht. Das nacheilende Ende des Bogens 04 hat die Übergabestelle 21 zwischen der stromaufwärtigen Greiferketten-Fördereinrichtung 17 und dem Gummizylinder 11 noch nicht vollständig passiert.

Die führende Kante eines vorhergehenden Bogens 04' hat bereits die Übergabestelle 22 zur stromabwärtigen Greiferketten-Fördereinrichtung 17 passiert und ist an einem Greiferbalken 23 von dieser gehalten. Auch hier haftet der Bogen 04' nach dem Durchgang durch die Übergabestelle 22 noch ein Stück weit aufgrund des Klebevermögens der Farbe an dem Gummizylinder 11, bevor er sich unter dem Zug des Greiferbalkens 23 löst.

Während sich an der Übergabestelle 22 der Greifer 19 öffnet, um einen Bogen 04; 04' freizugeben, und sich der Greiferbalken 23 schließt, um den Bogen 04', 04 zu übernehmen, übt keiner von beiden eine Zugkraft auf den übergebenen Bogen 04'; 04 aus. Der zeitweilige Zusammenbruch der Zugspannung hat jedoch auf die Art und Weise, wie sich der Bogen 04; 04' vom oberen Gummizylinder 16 löst, keinen Einfluss, da Druckspalt 13 und Übergabestelle 22 entlang des Umfangs des Gummizylinders 11 so weit auseinander liegen, dass jeder Bogen 04; 04' zu dem Zeitpunkt, wo seine führende Kante an die nachfolgende Greiferketten-Fördereinrichtung 17 übergeben wird, den Druckspalt 13 vollständig passiert hat.

Unter der stromabwärtigen Greiferketten-Fördereinrichtung 17 ist ein Gebläsekasten 24, der mit Druckluft beaufschlagt ist und an seiner Oberseite eine Vielzahl von Blasöffnungen aufweist, die unterhalb der an der Greiferketten-Fördereinrichtung 17 geförderten Bogen 04; 04' ein Luftkissen erzeugen. Dieses Luftkissen hält die Bogen 04; 04', obwohl sie nur einseitig an ihrer führenden Kante gehalten sind, in einer im Wesentlichen horizontalen Lage und verhindert einen Kontakt ihrer bedruckten Flächen mit stationären Teilen der Druckmaschine oder anderen Gegenständen, die die frisch aufgedruckte Farbe verwischen könnten.

Die in 2 exemplarisch gezeigte Greiferketten-Fördereinrichtung 17 hat zwei parallele Ketten, an denen in gleichmäßigen, jeweils einer maximal verarbeitenden Bogenlänge entsprechenden Abständen drei Greiferbalken 23 angeordnet sind. Je nach gewünschtem Abstand zwischen den Druckwerken 06; 07; 08; 09 könnten auch nur zwei Greiferbalken 23 oder eine größere Zahl von Greiferbalken 23 vorgesehen sein.

Das Kettenrad der Greiferketten-Fördereinrichtung 17 entspricht im wesentlichen dem Druckmesser eines Formzylinders 12; 14.

Dem Gummizylindern 11; 16 nachgeschaltete Kettenrad ist in einen eigenen Gestellmodul 26 angeordnet.

01Bogenanleger 02Vorratsstapel 03Führungswalze 04Bogen 05 06Druckwerk 07Druckwerk 08Druckwerk 09Druckwerk 10 11Gummizylinder, erster 12Formzylinder, erster, unterer 13Druckspalt 14Formzylinder, zweiter, oberer 15 16Gummizylinder, zweiter, oberer 17Transporteinrichtung, Greiferketten-Fördereinrichtung 18Produktstapel 19Greifer 20 21Übergabestelle 22Übergabestelle 23Greiferbalken 24Gebläsekasten 25 26Gestellmodul 04'Bogen

Anspruch[de]
  1. Bogendruckmaschine für Schön- und Widerdruck, mit wenigstens einem Druckwerk (06; 07; 08; 09), das einen zweiten Formzylinder (14), einen zweiten Gummizylinder (16), einen ersten Formzylinder (12) und einen ersten Gummizylinder (11) mit wenigstens zwei Feldern umfasst, wobei der zweite Gummizylinder (16) und der erste Gummizylinder (11) gemeinsam einen Druckspalt (13) bilden, und einer Transporteinrichtung (17), die die in dem Druckspalt (13) bedruckten Bogen (04; 04') vom ersten Gummizylinder (11) übernimmt, wobei eine Weglänge der Bogen (04; 04') am ersten Gummizylinder (11) vom Druckspalt (13) zu einer Übergabestelle (22) an die Transporteinrichtung (17) wenigstens der Feldlänge des ersten Gummizylinders (11) entspricht, wobei die Transporteinrichtung (17) eine Greiferketten-Fördereinrichtung (17) ist und zwischen zwei Druckwerken (06; 07; 08; 09) der Bogendruckmaschine angeordnet ist, wobei die Greiferketten-Fördereinrichtung (17) die Bogen (04; 04') an den ersten Gummizylinder (11) eines nachfolgenden Druckwerks übergibt.
  2. Bogendruckmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass unter der Transporteinrichtung (17) ein Luftkissen gebildet ist.
  3. Bogendruckmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass ein Kettenrad der Greiferketten-Fördereinrichtung (17) im wesentlichen dem Durchmesser eines Formzylinders (12; 14) entspricht.
  4. Bogendruckmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Greiferketten-Fördereinrichtung (17) drei Greiferbalken (23) aufweist.
  5. Bogendruckmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das den Gummizylindern (11; 16) nachgeschaltete Kettenrad in einem eigenen Gestellmodul (26) angeordnet ist.
Es folgen 2 Blatt Zeichnungen






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