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Dokumentenidentifikation DE102004033796A1 29.06.2006
Titel Anti-Allergische Pflanzanlagen:Milbenprotektionsschicht für Pflanzanlagen unterschiedlicher Substrate, insbesondere Hydrokulturen
Anmelder Schlitt, Uwe, 64295 Darmstadt, DE
Erfinder Schlitt, Uwe, 64295 Darmstadt, DE
DE-Anmeldedatum 12.07.2004
DE-Aktenzeichen 102004033796
Offenlegungstag 29.06.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 29.06.2006
IPC-Hauptklasse A01M 1/20(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
IPC-Nebenklasse A01G 31/00(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   A01N 65/00(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   
Zusammenfassung Es handelt sich um ein Produkt, das aus Pflanzkübeln, insbesondere Hydrokulturen, die Besiedelung und Ausbreitung der Hausstaubmilbe verhindern soll.
Konventionelle Pflanzkübel zeichnen sich dadurch aus, dass die Oberfläche der Substrate aus mehr oder minder porigem Material besteht und optimale Bedingungen zur Besiedelung mit Hausstaubmilben bieten. Auch die Zwischenräume der Schüttung des Materials bieten Raum für Staubansammlung und Milbenbesiedelung.
Im Hausstaub sind neben textilen Fasern, organischen Materialien auch Hautschuppen und andere Nahrungsquellen für Hausstaubmilben enthalten. Beim Absetzen der Staubpartikel auf die Pflanzsubstratoberfläche (Blähton, Erde, Seramis etc.) finden Hausstaubmilben optimale Lebensräume und besiedeln diese Substrate sehr rasch.
Exkremente der Milbenkolonien verursachen sehr häufig allergische Reaktionen und führen mitunter zu schweren chronischem Asthma.
Durch den Einbau einer Protektionsschicht wird die Besiedelung durch Hausstaubmilben ausgeschlossen bzw. weitestgehend eingeschränkt.

Beschreibung[de]

Die hier beschriebene Milbenprotektion („Milbenfang") wird im Bereich Gärtnerische Einrichtungen, Gartenbau- Innenbegrünungen eingesetzt.

Konventionelle Pflanzkübel zeichnen sich dadurch aus, dass die Oberfläche der Substrate aus mehr oder minder porigem Material besteht und optimale Bedingungen zur Besiedelung mit Hausstabmilben bieten. Auch die Zwischenräume der Schüttung des Materials bietet Raum für Staubansammlung und Milbenbesiedelung.

Im Hausstaub sind neben Textilen Fasern, organischen Materialien auch Hautschuppen und andere Nahrungsquellen für Hausstaubmilben enthalten. Beim Absetzen der Staubpartikel aus der Raumluft auf die Pflanzsubstratoberfläche (Blähton, Erde, Seramis etc.) finden Hausstaubmilben optimale Lebensräume und besiedeln diese Substrate sehr Rasch.

Exkremente der Milbenkolonien verursachen sehr häufig Allergische Reaktionen und führen mitunter zu schweren chronischem Asthma.

Herkömmliche protektive Granulate zur Keim-, Milben-, und Schädlingsabwehr sind zum Einsatz in Zierpflanzenanlagen ungeeignet, da diese aufgrund ihrer Beschaffenheit (Depotadsorbetien) den optischen Ansprüchen nicht genügen. Nach dem hier beschriebenen Verfahren der Oberflächenbeschichtung ist die Wirksamkeit unabhängig von der Beschaffenheit des Trägermaterials. Es können Ziersplitte und dekorative Materialien verwendet werden die den optischen Anspruch der Pflanzenanlagen aufwerten, vorzugsweise Ziersplitte, Mineralstoffgemische, Glassplitte, etc.

Durch den Einbau einer Protektionsschicht die in der Lage ist Milbenbefall zu hemmen oder zu beseitigen wird die Besiedelung durch Hausstaubmilben vermieden, bzw. weitestgehend eingeschränkt und die Qualität der Raumluft verbessert.

Dies wird dadurch erreicht, dass oberhalb des Substrates auf dem Pflanztopf oder des Kübels eine Lage von abweisendem, oberflächenaktiven Material (Deckschicht) aufgebracht wird.

Das Material besteht vorzugsweise aus Trägermaterialien die mit einem Abweisenden Wirkstoff (Stationäre Phase) gegen Milben beschichtet sind (alle zugelassene Mittel z.B. Niembaumöl, Nuturwirkstoffe, ätherische Öle, chem. Mittel aus dem Handel, oder eigener Rezeptur oder einer Mischung aus Mehreren).

Die Trägermaterialien sind Festkörper vorzugsweise bestehend aus Granulaten anorganischen oder organischen Materialien (z.B. Mineralsplitte, Kiese Zeolithe, Aktivkohle, Silicagel, Gasbeton oder Ton, etc... oder einer Mischung mehrerer). Trägermaterialien können auch sein: Textilien, Gewebe, Matten, Filter, etc.. Das Trägermaterial muss eine möglichst gleichmäßige Oberfläche aufweisen und so beschaffen sein, dass sich die Stationären Medien, 1 [2], (Aktive Substanzen) auf diese dauerhaft aufbringen lassen. Im Gegensatz zu herkömmlichen Depotgranulaten werden die Wirkstoffe nicht vom Trägermaterial adsorbiert, sondern sie werden innerhalb der Beschichtung aktiv. Das dedeutet, dieses Verfahren arbeitet nahezu unabhängig von der Beschaffenheit des Trägermaterials.

Aktive Substanzen können sein: Alle geeigneten Milbenbekämpfenden Mittel (verschiedener Qualität, z.T. nach eigener Rezeptur, zugelassene Mittel), antibakterielle Mittel, etc., je nach Verwendungszweck.

Die Herstellung des Milbenprotektionsmaterials erfolgt durch Beaufschlagung der Stationären Phase auf das Trägermaterial. Dies geschieht durch Flüssigbenetzungsverfahren nach eigenem Verfahrensmuster und anschließender Trocknung, vorzugsweise Polymerisation. Je nach Qualitäten, Mischungen und Konzentrationen der stationären Phase kann die sog. Standzeit und die maximale Beladungskapazität des Materials gesteuert werden.

Das fertige Milbenprotektionsmaterial wird entweder als lose Schüttung, oder als Verbund sog. Pads (mit Granulat gepackte Gewebesäckchen) in einer oder mehrerer Lagen oberhalb des wasserungesättigten Bereiches horizontal eingebaut (Milbenfang). Der Einbau muss so erfolgen, dass der gesamte Horizont lückenlos mit dem Protektionsmaterial abgedeckt ist. Zur Abgrenzung der Protektionsschicht zum Substrat oder einer darunter verbauten Barriereschicht wird eine Trenngaze, Vlies, Filter, oder Gewebematte eingesetzt. Diese verhindert das Abrutschen des Protektionsmaterials in das Substrat oder die darunter liegende Schicht eines anderen Barrierematerials. Trenngazen, 3 [4], haben auch die Aufgabe durch die Abgrenzung den selektiven Ausbau der Protektionsschicht zu vereinfachen, indem die lose Schüttung durch absaugen (geeignete Staubsauger) erfolgt. Danach wird das unter der Gaze liegende Material vom Absaugstrom zurückgehalten. Ein Ausbau einer Schicht wird dann erforderlich, wenn die Aktiven Substanzen erschöpft, oder die Oberflächen der Pflanztöpfe durch Staub oder Verschmutzung unansehnlich geworden sind.

An den Wandbereichen der Behältnisse und an vertikalen Durchbrüchen 2 [6,7,8] (z.B. Befüllungsrohre oder dgl., Pflanzenkörper wie Stämme, Stiele, Blätter) werden die Schüttungen besonders sorgfältig und lückenlos eingebaut. Bei der Verwendung von Pads wird in diesen Bereichen zusätzlich loses Material eingebaut und gerüttelt.

Nach Patentanspruch 2 kann Milbenprotektionsmaterial mit weiteren Barrierematerialien kombiniert werden. Damit wird erreicht, dass auch andere Allergene durch die Pflanzanlagen nicht mehr entstehen oder freigesetzt werden können (Allergenfreie Pflanzanlagen).

Die Pflanzanlagen (Töpfe oder Kübel) werden so eingerichtet, dass mehrere Materialien oder Schichten unterschiedlicher Barriere- oder Protektionsmaterialien eingebaut werden um das Freisetzen von Allergie auslösenden Stoffen auszuschließen oder zu verringern.

Nach dem Patentanspruch 3 können eine oder mehrere Wirksubstanzen der Stationären Phase gleichzeitig gegen andere Allergene und Schädlinge wirksam sein.

Nach Patentanspruch 5 und 6 kann die Beschichtung (Stationäre Phase) aus einer Nanobeschichtung, 1 [2] bestehen. Diese kann wie beschrieben handelsüblich, oder nach eigener Rezeptur gefertigt sein. Dadurch wird erreicht, dass gezielte Abwehrmechanismen/Substanzen gegen Milben eingebracht werden können. Diese kann auch dem Patentanspruch 3 entsprechend konditioniert sein.

Nach Patentanspruch 7 ist es möglich die nach der Beschreibung gefertigten Materialien auch als Substrat einzusetzen. Das heißt, die Pflanzung gedeiht direkt im Protektionsmaterial. Das Protektionsmaterial ist das Substrat.

Nach Patentanspruch 8 kann die Stationäre Phase aus Polymer, Oligomer, Aliphaten, Aromaten oder einer Mischung Mehrerer bestehen. Dies hat zur Folge, dass eine Beschichtung Eigenschaften aufweisen kann wie ein Fluidum oder eine hochviskose Flüssigkeit oder ein Wachs. Die Beschichtungen gemäß des Patentanspruchs 8, wie auch der Patentansprüche 1, 2 und 5 können Wasser abweisend sein, Lotuseffekt aufweisen.


Anspruch[de]
  1. Milbenprotektionsschicht für Pflanzanlagen (Behältern- Kübel oder Töpfe) zur Verhinderung der Besiedelung und Ausbreitung mit Hausstaubmilben (Milbenfang). dadurch gekennzeichnet, dass die Schicht, bestehend aus einem mit Wirksubstanzen beschichtetem Natursteinmaterial in einem Horizont eingebaut ist. Der Horizont kann mittels Trenngaze – Gewebe, Netz oder Vlies zum Wurzelbereich hin abgegrenzt sein.
  2. Anti-Allergische Pflanzanlagen, (Behältern- Kübel oder Töpfe) Milbenprotektionsschicht in Kombination anderer Barrierematerialien zur Vermeidung und Freisetzung von Allergenen. dadurch gekennzeichnet, dass mehrere Schichten oder Granulatmischungen mit dem Hausstaubmilbenprotektionsmaterial oder verschiedenen Wirkstoffen in Kombination eingesetzt werden
  3. Anti-Allergische Pflanzanlagen, (Behältern- Kübel oder Töpfe) nach Patentanspruch 1 und/oder 2 dadurch gekennzeichnet, dass die eingesetzten Wirksubstanzen auch gegen verschiedenste Schädlinge wirken.
  4. Anti-Allergische Pflanzanlagen, (Behältern- Kübel oder Töpfe) nach Patentanspruch 1 und/oder 2 dadurch gekennzeichnet, dass die eingesetzten Wirksubstanzen im Trägermaterial enthalten sind.
  5. Anti-Allergische Pflanzanlagen, (Behältern- Kübel oder Töpfe) nach Patentanspruch 1, 2, 3 (und, oder) dadurch gekennzeichnet, dass die eingesetzten Granulate beschichtet mit chem. Mitteln aus dem Handel, oder nach eigener Rezeptur Nanobeschichtungen sind.
  6. Anti-Allergische Pflanzanlagen, (Behältern- Kübel oder Töpfe) nach Patentanspruch 1 dadurch gekennzeichnet, dass die beschriebenen Beschichtungsverfahren auch für Nanobeschichtungen anwendbar sind.
  7. Anti-Allergische Pflanzanlagen, (Behältern- Kübel oder Töpfe) nach Patentanspruch 1, 2, 3, 4,5 (und, oder) dadurch gekennzeichnet, dass die Protektionsmaterialien in je nach Eignung der Trägermaterialien und der Beschichtung auch als Substrat eingesetzt werden können.
  8. Anti-Allergische Pflanzanlage, (Behältern- Kübel oder Töpfe) Patentanspruch 1 dadurch gekennzeichnet, dass die Beschichtung (Stationäre Phase) Polymere oder Oligomere sein können, oder Wachse oder Paraffine, oder Aromaten, Komplexe oder eine Mischung Mehrer, oder diese beinhalten. Dabei können die Oberflächen unterschiedliche Eigenschaften und polaritäten aufweisen.
Es folgen 2 Blatt Zeichnungen






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