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Dokumentenidentifikation DE102004041168B4 29.06.2006
Titel Fahrzeugschiebedach
Anmelder Siemens AG, 80333 München, DE
Erfinder Fuchs, Gerhard, St. Andrae Wördern, AT;
Gross-Gottschall, Paul, Wien, AT;
Konlechner, Günter, Kreuzstetten, AT
DE-Anmeldedatum 25.08.2004
DE-Aktenzeichen 102004041168
Offenlegungstag 09.03.2006
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 29.06.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 29.06.2006
IPC-Hauptklasse B60J 7/057(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
IPC-Nebenklasse B60J 7/047(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   
Zusammenfassung Vorrichtung zum Öffnen/Schließen einer Öffnung in einem Fahrzeugdach mittels getrennt voneinander in Abhängigkeit einer manuellen Betätigung einer Bedieneinrichtung antreibbaren transparenten Schiebedachdeckels einerseits und eines lichtundurchlässigen Sonnenschutzdeckels andererseits, wobei aus einer vollständig geöffneten oder einer vollständig geschlossenen Stellung jeweils zuerst der Sonnenschutzdeckel in der Öffnung verschiebbar ist.

Beschreibung[de]
Technisches Gebiet

Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Öffnen bzw. Schließen einer Ausnehmung in einem Fahrzeugdach bei der in Abhängigkeit einer manuellen Betätigung einer Bedien- Einrichtung ein transparenter Schiebedachdeckel einerseits und ein lichtundurchlässiger Sonnenschutzdeckel andererseits durch eine Antriebsvorrichtung betätigbar ist.

Ein Fahrzeug-Schiebedach besteht üblicherweise aus einem Blech- oder Glasteil, durch welches eine Ausnehmung an der Dachhaut manuell oder fremdbetätigt teilweise oder vollständig geschlossen werden kann. Wird das Schiebedach motorisch betätigt, so ist der Antriebsmotor meist im Dach direkt oder im Heckbereich des Fahrzeugs untergebracht. Die Kraftübertragung erfolgt über Seilzüge oder zugsteife bzw. drucksteife Kabel. Zusätzlich zu dieser Verschiebebewegung in Längsrichtung des Fahrzeugs ist meist eine Hubeinrichtung vorgesehen, durch welche der rückwärtigen Rand des Glasteiles über die Dachhaut ausstellbar ist.

Um bei einem Schiebedach aus Glas eine zu starke Sonneneinstrahlung vom Fahrgastraum fern zu halten, ist unterhalb des Glasteiles meist ein lichtundurchlässiger Schiebedeckel, auch als Himmelteil bezeichnet, angeordnet. Dieses Himmelteil ist ebenfalls entweder manuell oder motorisch verschiebbar.

Bei motorisch betriebenen Fahrzeugschiebedächern, bei denen sowohl das Glasteil als auch das Himmelteil jeweils durch getrennte Antriebe unabhängig voneinander in der Dachöffnung verschiebbar sind, kann im Fahrgastraum komfortabel eine individuelle Regelung der Frischluftzufuhr und des Lichteinfalls eingestellt werden. Diese Einstellung unterliegt in der Praxis aber gewissen Einschränkungen. So muss durch die Steuerung der Antriebe der Fall ausgeschlossen werden, dass das Deckelteil weit geöffnet aber das Himmelteil geschlossen ist, denn das Himmelteil kann bei Fahrt der einwirkenden Windlast nicht dauerhaft standhalten.

Aus DE 37 06 141 C1 ist ein Fahrzeugdach mit einem Deckel und einem Schiebehimmel bekannt, bei dem der Schiebehimmel unabhängig vom Schiebedeckel verschoben werden kann.

In der DE 102 12 006 B4 ist eine Steuerschaltung zum Betätigen eines Fahrzeugdachs offenbart, welche bei einem Öffnungsvorgang zunächst den Antrieb des inneren Abdeckteils und anschließend den des äußeren Deckelteils ansteuert.

Aus der DE 42 21 043 C2 ist ein Sonnendach für ein Fahrzeug bekannt, bei dem die Konstellation eines geschlossenen Himmelteils und eines geöffneten Deckelteils durch die Steuereinrichtung ausgeschlossen ist. Dadurch können Witterung und Fahrtwind das Himmelteil nicht beschädigen, wenn das Deckelteil geöffnet ist. Ein geschlossenes Himmelteil würde ohnedies keine Erhöhung der Luftzirkulation im Fahrgastinnenraum zulassen. Die Bewegung des Deckels ist mit der Bewegung des Sonnenblendenteils derart gekoppelt, dass bei einer Schaltbetätigung zum Öffnen des Deckels nicht nur ein Öffnen des Deckels, sondern auch eine selektive Öffnungsbewegung des Sonnenblendenteils derart erfolgt, dass das Sonnenblendenteil, in Abhängigkeit von der Lage des Deckels, in eine teilweise geöffnete Stellung gelangt.

Diese Kopplung der Bewegung des Sonnenblendenteils an die Bewegung des Deckels, bei der zuerst der Deckel und dann erst der Sonnenschutz bewegt wird, schützt zwar das Himmelteil im mittleren Verschiebebereich vor Windlast, wird aber hinsichtlich des Fahrkomforts von vielen Fahrzeuglenkern nicht als optimal empfunden. Wenn beim Öffnen des Fahrzeugschiebedachs aus einer vollständig geschlossenen Stellung heraus zuerst das Deckelteil und dann erst der Sonnenschutz zurück geschoben wird, so scheint dieser Bewegungsablauf nicht in Einklang mit der subjektiven Erwartungshaltung vieler Fahrzeuglenker zu stehen. Gleiches gilt für den Schließvorgang, bei dem die Verschiebebewegung des transparenten Deckelteils durch die sich anfangs nur langsam verringernden Windgeräusche wahrgenommen wird.

Diese Kopplung ist aber auch dann nachteilig, wenn der Bewegungsvorgang beim Öffnen- bzw. beim Schließen eines Fahrzeugschiebedaches jeweils der klimatischen Region, in der das Fahrzeug überwiegend eingesetzt wird, besser angepasst werden soll. Beispielsweise kann es in einem sonnenreichen heißen Klima wünschenswert sein, wenn ein teilweises Öffnen des Deckelteils durch die Kopplung der Bewegung gleichzeitig auch bewirkt, dass der Sonnenschutz um nur eine kleine Wegstrecke versetzt dem Deckelteil folgt. Hingegen kann es bei einem Einsatzort in kühleren Regionen, mit einer geringeren Sonneneinstrahlung durchaus angenehm empfunden werden, wenn ein ausgelöster Öffnungsvorgang des Deckelteils, gleichzeitig auch des Himmelteil um eine entsprechend große Wegstrecke öffnet, sodass bereits zu Beginn der Bewegung vermehrt Licht in den Fahrgastinnenraum eintritt.

Da das individuelle Empfinden bezüglich der Kopplung der Öffnungs- und Schließbewegung des Deckel- und Himmelteils individuell stark schwankt, ist es grundsätzlich wünschenswert, dass ein Versatz zwischen Deckel und Sonnenschutz durch eine Bedieneinrichtung im Fahrgastinnenraum eingestellt werden kann.

Darstellung der Erfindung

Aufgabe der Erfindung ist es, eine Vorrichtung zum Öffnen bzw. Schießen einer Ausnehmung in einem Fahrzeugdach mit verbesserten Komfort bei einfacher Bedienung anzugeben.

Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst. Auf vorteilhafte Ausgestaltungen nehmen die Unteransprüche Bezug.

Charakteristisch für die Erfindung ist, dass bei Beginn einer Öffnungs- bzw. Schließbewegung zuerst das Sonnenschutzdeckelteil und in weiterer Folge erst das Deckelteil verschoben wird. Dies hat den Vorteil, dass bei einem Öffnungsvorgang zuerst Licht in den Fahrgastraum fällt. Von vielen Fahrzeuglenkern wird ein Öffnungsvorgang, bei dem nicht zuerst Frischluft, sondern zuerst Licht durch die Dachöffnung in den Fahrgastraum eintritt, eher als angenehmer empfunden. Auch bei einem Schließvorgang, bei dem zuerst das Himmelteil und dann erst das Deckelteil bewegt wird, wird vom Lenker als angenehmer empfunden. Bei einem Schließvorgang beginnt sofort eine Abschattung im Fahrgastraum. Dadurch ist ein Schließvorgang sofort nach dem Auslösen wahrnehmbar.

Ergonomisch ist es günstig, wenn der Bewegungsvorgang von einem einzigen Bedienelement ausgelöst werden kann, bei dem jeweils für das Öffnen und für das Schließen eine eigene Betätigungsrichtung vorgesehen ist.

Um die Öffnungs- bzw. Schließbewegung des Fahrzeug-Schiebedachs den jeweiligen am Einsatzort herrschenden klimatischen Bedingungen besser anzupassen, ist es vorteilhaft, wenn im mittleren Verschiebebereich der Dachöffnung die Bewegung von Deckel und Sonnenschutz versetzt erfolgt und dieser Versatz durch Bedienelemente einer Bedieneinrichtung im Fahrgastraum vorgegeben werden kann. Hierfür sieht die Erfindung ein weiteres Bedienelement, beispielsweise einen Drehknopf vor, durch den eine Wegstrecke eingestellt werden kann um den der Schiebedachdeckel gegenüber dem Sonnenschutzdeckel voreilt bzw. nacheilt.

Eine bevorzugte Ausführung der Erfindung sieht vor, dass der Bewegungsablauf beim Öffnen bzw. Schließen in Abhängigkeit schaltzeitabhängig zwischen einem manuellen und einem automatische Betriebsmodus wählbar ist. Dies kann beispielsweise durch einen Wipptaster realisiert werden, bei dem die Bewegung des Sonnenschutzes durch einen Tastendruck ausgelöst wird und bei Loslassen der Taste die Bewegung des Sonnenschutzdeckels einsetzt.

Eine bevorzugte Ausführungsform sieht ein Bedienelement vor, das in jeder Betätigungsrichtung zwei Schaltpositionen aufweist. Aus einer Nullposition ist jeweils eine erste Schaltposition schaltbar, in welcher schaltzeitgesteuert der manuelle oder automatische Betriebsmodus wählbar ist. Aus jeder dieser ersten Schaltpositionen ist wiederum eine weitere Schaltposition schaltbar, welche dem Schiebedachdeckelteil zugeordnet ist.

In einer bevorzugten Ausgestaltung wird zur Anwahl des automatischen Betriebszustandes eine Betätigungsdauer von etwa 0,2 s bis einer Sekunde vorgegeben. Die Anwahl des manuellen Betriebszustandes erfolgt durch eine Betätigungsdauer von größer als 1 s.

Ergonomisch günstig ist eine Ausbildung dieses ersten Betätigungselementes als zweistufiger Wipptaster oder zweistufiger Drehtaster.

Kurzbeschreibung der Zeichnung

Die Erfindung wird nachstehend an Hand von zwei Ausführungsbeispielen durch die folgende Beschreibung der Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:

1 eine Blockdarstellung eines ersten Ausführungsbeispiels, bei dem der automatische Betriebsmodus zeitgesteuert ist;

2 eine Blockdarstellung eines zweiten Ausführungsbeispiels, bei dem der automatische Betriebsmodus stellungsgesteuert ist;

3 den Bewegungsablauf von Schiebedachdeckel und Sonnenschutzdeckel skizziert in Momentaufnahmen a bis e beim Öffnen;

4 den Bewegungsablauf von Schiebedachdeckel und Sonnenschutzdeckel skizziert in Momentaufnahmen a bis e beim Schließen.

Ausführung der Erfindung

In 1 ist ein erstes Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt, bei dem durch eine schaltzeitabhängige Betätigung eines Bedienelementes ein manueller bzw. automatischer Betriebsmodus wählbar ist. In der Blockdarstellung ist mit 28 eine Bedieneinrichtung bezeichnet, die aus einem ersten Bedienelement 9 und einem zweiten Bedienelement 10 besteht. In Abhängigkeit von manuellen Schalthandlungen an diesen Bedienelementen 9 und 10 erfolgt die Steuerung des Öffnungs- bzw. des Schließvorgangs des Schiebedachdeckels bzw. des Sonnenschutzdeckels. Dabei wird die Instruktion zum Verfahren durch das Bedienelement 9 vorgegeben. Durch das Bedienelemente 10 ist eine Wegstrecke einstellbar, um welche der Schiebedachdeckel gegenüber dem Sonnenschutzdeckel nacheilt bzw. voreilt, wenn sich beide synchron in einem mittleren Bereich der Schiebestrecke bewegen. Die Kraft zum Verstellen der beiden Deckel (in 3 und 4 mit dem Bezugszeichen 23, 24 bezeichnet) erzeugt eine Antriebsvorrichtung 32 bestehend aus voneinander getrennten Antrieben 29 und 30. Jeder dieser Antriebe 29, 30 besteht aus einem Elektromotor 12, 13 und einer Steuerschaltung 11, 20. Die Steuerschaltung 20 steuert den Elektromotor 13 des Schiebedachdeckels 23 an. Die Steuerschaltung 11 steuert den Elektromotor 12 des Sonnenschutzdeckels 24 an. Die mechanische Kraftübertragung, die üblicherweise über Getriebe und Antriebskabel erfolgt, ist in der Blockschaltung der 1 nicht näher dargestellt. Das Bedienelement 9 ist ein zweistufiger Wipptaster 9. Er weist eine erste Betätigungsrichtung 19 und eine zweite Betätigungsrichtung 21 auf. Die in der ersten Betätigungsrichtung 19 liegenden Schaltpositionen, d.h. die Kontakte 1 und 2 sind dem Öffnungsvorgang zugeordnet; die in der zweiten Betätigungsrichtung 21 liegenden Schaltpositionen d.h. die Kontakte 3 und 4 sind dem Schließvorgang zugeordnet. Der Schaltkontakt 14 des Wipptasters 9 befindet sich in 1 in einer waagerechten Nullposition. Aus dieser waagerechten Nullposition wird durch Schwenken um die Achse 22 in der Betätigungsrichtung 19 zunächst die erste Schaltposition 1 dann die zweite Schaltposition 2 eingenommen. Entsprechend wird durch Schwenken in die andere Richtung 21 zuerst die erste Schaltposition 3 dann die zweite Schaltposition 4 eingenommen. Elektrische Leitungen 5, 6, 7, 8 verbinden die einzelnen Schaltpositionen mit der Steuerschaltung 20 bzw. 11. Wird beispielsweise der Wipptaster 9 im Uhrzeigersinn geschwenkt, so kontaktiert der Schaltkontakt 14 den Kontakt 1. Die elektrische Leitung 5 leitet dieses Schaltsignal an die Eingangsstufe "Öffnen" der Steuerschaltung 11 des Sonnenschutzdeckels und der Motor 12 verschiebt diesen in Öffnungsrichtung. Die elektrische Leitung 6 verbindet den Kontakt 2 mit der Eingangsstufe " Öffnen " der Steuerschaltung 20 des Schiebedachdeckels. Wird also die Schwenkbewegung fortgesetzt, so erhält auch der Schiebedachdeckel den Befehl zum Öffnen. Entsprechendes gilt für das Schließen. Wie aus dem Blockbild der 1 zu ersehen ist, sind die Kontakte 3, 4 durch Leitungen 7, 8 (unterbrochene Linieführung in 1) mit den jeweiligen Eingangsstufen "Schließen" der Steuerschaltung 20 bzw. 11 verbunden.

Der Bewegungsablauf beim Öffnen bzw. Schließen ist in Abhängigkeit der Zeitdauer der Schalthandlung in einer der ersten Schaltpositionen zwischen einem manuellen oder automatischen Betriebsmodus umschaltbar, was im folgenden näher erläutert wird.

Der manuelle Betriebsmodus wird im Ausführungsbeispiel der 1 dann eingenommen, wenn in der Schaltposition 1 oder 3 die Betätigungsdauer länger als 1 s ist. Die Steuerschaltungen 11, 20 werten die Zeitdauer der Schaltsignale des Wipptasters 9 so aus, dass im manuellen Betriebsmodus die Bewegung des Sonnenschutzdeckels solange aufrechterhalten wird, solange die manuelle Schalthandlung dauert bzw. bis die jeweilige Endstellung erreicht ist.

Der automatische Betriebsmodus wird eingenommen, wenn die Schalthandlung innerhalb eines vorgegebenen Zeitintervalls liegt. Als günstig hat sich ein Zeitintervall von etwa 0,2 s bis einer Sekunde herausgestellt. Der automatisch verlaufende Bewegungsvorgang endet, wenn der Sonnenschutzdeckel die Endstellung erreicht hat, oder durch einen beliebigen neuen Tastendruck.

Gemäß der Erfindung wird bei einem Start aus einer Endstellung sowohl im manuellen, wie auch im automatischen Betriebsmodus immer zuerst der Sonnenschutz alleine und dann erst der Deckel verstellt.

Die 2 zeigt ein zweites Ausführungsbeispiel der Erfindung. Im Unterschied zu 1 ist hier der automatische Betriebsmodus stellungsgesteuert, das heißt durch die Schaltstellungen des Wipptasters 9 vorgegeben. Die Kontakte 1 und 2 sind durch Leitungen 15, 16 jeweils an beide Eingangsstufen "Öffnen" der Steuerschaltungen 11 und 20 geführt. Gleiches gilt für die Kontakte der Schaltpositionen 3 und 4, die ebenfalls durch die Leitungen 17 bzw. 18 jeweils an beide Eingangsstufen "Schließen" der Steuerschaltungen 11 bzw. 20 geschaltet sind. Die Schaltpositionen 1 und 2 in der ersten Betätigungsrichtung 19 sind wieder dem Öffnungsvorgang zugeordnet, die Schaltpositionen 3 und 4 dem Schließvorgang. In der Schaltstellung 1 bzw. 3 wird die Steuerschaltung 11 bzw. 20 zum manuellen Öffnen bzw. Schließen instruiert. In der Schaltstellung 2 bzw. 4 wird der Befehl zum automatischen Schließen gegeben. Auch hier dauert die jeweilige Verschiebebewegung solange der Wipptaster 9 gedrückt ist. Die Bewegung stoppt, wenn der Wipptaster 9 los gelassen wird und durch Federkraft in seine Nullstellung gelangt, bzw. wenn eine Endstellung erreicht ist. Im Automatikmodus wird der einmal ausgelöste Bewegungsvorgang so lange beibehalten, bis eine der Endlagen erreicht ist, oder der Bewegungsvorgang durch eine erneute Schalthandlung gestoppt wird, indem der Wipptaster 9 in einer der beiden Richtungen 19 oder 21 kurzzeitig wieder betätigt wird.

Mit der Bewegung des Sonnenschutzdeckels ist jeweils die Bewegung des Schiebedachdeckels gekoppelt. Wie nachstehend an Hand der 3 und 4 noch näher dargestellt, verläuft diese Bewegung in einem mittleren Bereich der Verschiebestrecke im Gleichklang und ist um eine, durch das zweite Bedienelement 10 vorgegebene Wegstrecke s versetzt. Das Bedienelement 10 ist sowohl mit der Steuerschaltung 20 des Schiebdachdeckels als auch mit der Steuerschaltung 11 des Sonnenschutzdeckels verbunden.

In der 3 sind verschiedene Stadien einer Öffnungsbewegung im Ablauf nacheinander skizziert. In 3a ist keiner der Antriebe 29 oder 30 aktiv und die Ausnehmung 31 durch den Schiebedachdeckel 23 und den Sonnenschutzdeckel 24 vollständig geschlossen. Wird nun, ausgehend von dieser vollständig geschlossenen Stellung, durch manuelle Betätigung des Bedienelementes 9 ein Befehl zum Öffnen gegeben, so wird gemäß der Erfindung zuerst der Sonnenschutzdeckel 24 in Richtung des Pfeils in 3b von rechts nach links verschoben. Nach Durchlaufen einer Wegstrecke s, die durch das zweite Bedienelement 10 vorgebbar ist, setzt auch eine Öffnungsbewegung des Schiebedachdeckels 23 ein. In 3c sind Sonnenschutzdeckel 24 und Schiebedachdeckel 23 in einem mittleren Verschiebebereich 25 der Öffnung 31 gelangt. In diesem Bereich 25 werden beide Deckel 23 und 24 mit gleicher Geschwindigkeit verschoben. Der Sonnenschutzdeckel 24 zieht dabei den Schiebedachdeckel 23 um die Wegstrecke s versetzt "hinter sich her". Wenn der Schiebedachdeckel 23 die mittlere Verschiebestrecke 25 durchlaufen hat, hat der Sonnenschutzdeckel 24 bereits den öffnungsseitigen Rand 27 erreicht. Nach Durchfahren der verbleibenden Wegstrecke s nimmt auch der Schiebedachdeckel 23 die vollständige geöffnete Stellung ein (3e).

Die 4 zeigt verschiedene Stadien des Bewegungsablaufs beim Schließen. Auch hier wird gemäß der Erfindung ausgehend von einer vollständig geöffneten Stellung (4 a), in der beide Antriebe im Stillstand sind, durch einen Schließbefehl zuerst der Sonnenschutzdeckel 24 verschoben. Diese Bewegung verläuft in 4b von links nach rechts und ist mit einem Pfeil versehen. Sobald der Sonnenschutzdeckel 24 den Weg s überschritten hat, beginnt die Bewegung des Schiebedachdeckels 23. Innerhalb des mittleren Verschiebebereichs 25 erfolgt die Bewegung wieder synchron, das heißt beide Deckel 23 und 24 bewegen sich mit gleicher Geschwindigkeit in Richtung der schließseitigen Kante 26. Innerhalb des Bereiches 25 schiebt der Sonnenschutzdeckel 24 den Schiebedachdeckel 23 wieder um die Wegstrecke s versetzt "vor sich her". In 4d hat der Schiebedachdeckel 23 den schließseitigen Rand 26 und damit seine geschlossene Stellung erreicht. In 4e ist auch der Sonnenschutzdeckel 24 in seiner Endposition eingelaufen und die Rahmenöffnung 31 durch beide Deckel 23 und 24 vollständig geschlossen.


Anspruch[de]
  1. Vorrichtung zum Öffnen/Schließen einer Ausnehmung (31) in einem Fahrzeugdach umfassend:

    – eine elektromotorische Antriebsvorrichtung (32), mit einem ersten Antrieb (29), der einem transparenten Schiebedachdeckel (23) zugeordnet ist und einem zweiten Antrieb (30), der einem lichtundurchlässigen Sonnenschutzdeckel (24) zugeordnet ist,

    – eine Bedieneinrichtung (28), die den ersten Antrieb (29) und den zweiten Antrieb (30) beim Öffnen/Schließen anspricht,

    dadurch gekennzeichnet,

    – dass bei einem Schließvorgang aus einer vollständig geöffneten Stellung zuerst der Sonnenschutzdeckel (24) in der Ausnehmung (31) verschoben wird, und

    – dass im weiteren Verlauf des Schließvorgangs, bevor der Sonnenschutzdeckel (24) eine vollständig geschlossene Stellung einnimmt, der Schiebedachdeckel (23) den Sonnenschutzdeckel (24) überholt.
  2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Bedieneinrichtung (28) ein erstes Bedienelement (9) mit zwei Betätigungsrichtungen (19, 21) umfasst, wobei eine erste Betätigungsrichtung (19) dem Öffnen und eine zweite Betätigungsrichtung (21) dem Schließen zugeordnet ist.
  3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Bedieneinrichtung (28) ein zweites Bedienelement (10) umfasst, durch welches ein Versatz einstellbar ist, um den der Schiebedachdeckel (23) gegenüber dem Sonnenschutzdeckel (24), in einem mittleren Bereich (25) der Verschiebestrecke, in welchem der Schiebedachdeckel (23) und der Sonnenschutzdeckel (24) synchron verschoben werden, nacheilt bzw. voreilt.
  4. Vorrichtung nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Bewegungsablauf beim Öffnen bzw. Schließen von einer Betätigungsdauer des ersten Bedienelementes (9) abhängig ist.
  5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass abhängig von der Betätigungsdauer ein manueller Betriebsmodus oder ein automatischer Betriebsmodus wählbar ist.
  6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Bedienelement (9) in jeder Betätigungsrichtung (19, 21) zwei Schaltpositionen (1, 3) aufweist, welche dem Sonnenschutzdeckel (24) zugeordnet sind und in welchen der manuelle oder automatische Betriebsmodus in Abhängigkeit von der Betätigungsdauer wählbar ist, und dass aus diesen ersten Schaltpositionen jeweils eine zweite Schaltposition (2, 4) schaltbar ist, die dem Schiebedachdeckel (23) zugeordnet ist.
  7. Vorrichtung nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass eine Betätigungsdauer von 0,2 s bis einer Sekunde den automatischen Betriebsmodus und eine Betätigungsdauer von größer als 1 s den manuellen Betriebsmodus auslöst.
  8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Bedienelement (9) in jeder Betätigungsrichtung (19, 21) zwei Schaltpositionen (1, 2; 3, 4) aufweist, wobei die einer Nullstellung jeweils nächstliegenden ersten Schaltpositionen (1, 3) dem manuellen Betriebsmodus und die von der Nullstellung entfernter liegenden zweiten Schaltpositionen (2, 4) dem automatischen Betriebsmodus zugeordnet sind.
  9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Bedienelemente (9) ein zweistufiger Wipptaster oder ein zweistufiger Drehtaster ist.
  10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass das zweite Bedienelement (10) ein stufenloser Drehtaster ist.
  11. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass beim Betätigen des ersten und/oder zweiten Bedienelementes ein Widerstand zu überwinden ist.
Es folgen 3 Blatt Zeichnungen






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