PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE102004047098B4 29.06.2006
Titel Klebstoffraupe
Anmelder DaimlerChrysler AG, 70567 Stuttgart, DE
Erfinder Faix, Heinz, 75391 Gechingen, DE
DE-Anmeldedatum 29.09.2004
DE-Aktenzeichen 102004047098
Offenlegungstag 06.04.2006
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 29.06.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 29.06.2006
IPC-Hauptklasse B60J 1/02(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Klebstoffraupe zum Einkleben einer Scheibe, insbesondere einer Verbundglasscheibe, in einen eine Fensteröffnung eines Kraftfahrzeugs begrenzenden Rahmen, wobei die Klebstoffraupe vor dem Einkleben der Scheibe in den Rahmen einen im Wesentlichen dreieckigen Querschnitt, dessen Basis an der Scheibe anliegt, und nach dem Einkleben einen im Wesentlichen rechteckigen Querschnitt aufweist.

Aus der deutschen Auslegeschrift DE 1 271 571 ist der Einbau einer Glasscheibe in einen eine Fensteröffnung umgebenden Metallrahmen unter Verwendung eines Klebstoffs bekannt. Vor dem Einbau in die Karosserie wird die Scheibe, insbesondere eine Windschutzscheibe, in eine passende Vorrichtung gelegt. Dann wird eine durchlaufende Klebstoffraupe an der Kante der Scheibe innen aufgetragen. Die Klebstoffraupe ist vorzugsweise im Querschnitt dreieckig. Die Klebstoffraupe wird während des Einbaus der Windschutzscheibe in die Windschutzscheibenöffnung flach gedrückt und nimmt einen im Wesentlichen rechteckigen Querschnitt an.

Die Offenlegungsschrift DE 36 38 449 A1 beschreibt ein Verfahren zum Verkleben von Fahrzeugscheiben, bei dem nicht nur auf der Rückseite der Scheibe Klebstoff aufgetragen wird, sondern die Scheibe zusätzlich auf ihrer Stirnseite mit Klebstoff versehen wird, in den unmittelbar nach dem Einbau der Scheibe Distanz- oder Zierstreifen eingedrückt werden. Dieser zusätzliche Klebstoff hat keinerlei Einfluss auf die Lebensdauer der Klebverbindung zwischen der Scheibe und dem Metallrahmen des Fensterausschnitts.

Aufgabe der Erfindung ist es, eine Klebstoffraupe zum Einkleben einer Scheibe, insbesondere einer Verbundglasscheibe, in einen eine Fensteröffnung eines Kraftfahrzeugs begrenzenden Rahmen, wobei die Klebstoffraupe vor dem Einkleben der Scheibe in den Rahmen einen im Wesentlichen dreieckigen Querschnitt, dessen Basis an der Scheibe anliegt, und nach dem Einkleben einen im Wesentlichen rechteckigen Querschnitt aufweist, zu schaffen, durch welche die Lebensdauer der Klebverbindung erhöht werden kann.

Die Aufgabe ist bei einer Klebstoffraupe zum Einkleben einer Scheibe, insbesondere einer Verbundglasscheibe, in einen eine Fensteröffnung eines Kraftfahrzeugs begrenzenden Rahmen, wobei die Klebstoffraupe vor dem Einkleben der Scheibe in den Rahmen einen im Wesentlichen dreieckigen Querschnitt, dessen Basis an der Scheibe anliegt, und nach dem Einkleben einen im Wesentlichen rechteckigen Querschnitt aufweist, dadurch gelöst, dass der im Wesentlichen dreieckige Querschnitt an den Enden der Basis jeweils eine Verlängerung aufweist. Durch die Verlängerung der Basis wird die Klebefläche vergrößert. Dadurch können die im eingebauten Zustand der Scheibe auftretenden Spannungen in der Klebverbindung reduziert werden. Weiterhin verjüngt sich erfindungsgemäß die Verlängerung des Klebstoffraupenquerschnitts nach außen hin. Durch diesen verjüngten Auslauf auf der Scheibe können die Spannungen an den Rändern der Klebstoffraupe erheblich reduziert werden.

Ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel der Klebstoffraupe ist dadurch gekennzeichnet, dass die Verlängerung im Wesentlichen die Gestalt eines spitzwinkligen Dreiecks aufweist. Diese Gestalt hat sich im Rahmen der vorliegenden Erfindung als besonders vorteilhaft erwiesen.

Ein weiteres bevorzugtes Ausführungsbeispiel der Klebstoffraupe ist dadurch gekennzeichnet, dass der Querschnitt der Klebstoffraupe nach dem Einkleben der Scheibe in den Rahmen im Wesentlichen die Gestalt eines Omegas aufweist. Von dem herkömmlichen rechteckigen Querschnitt, der an den Ecken abgerundet sein kann, erstrecken sich die auf der Scheibe verjüngenden Verlängerungen nach außen.

Ein weiteres bevorzugtes Ausführungsbeispiel der Klebstoffraupe ist dadurch gekennzeichnet, dass der Querschnitt der Klebstoffraupe vor dem Einkleben der Scheibe in den Rahmen im Wesentlichen die Gestalt eines gleichschenkligen Dreiecks aufweist. Dadurch wird eine gleichmäßige Krafteinleitung in die Scheibe gewährleistet.

Ein weiteres bevorzugtes Ausführungsbeispiel der Klebstoffraupe ist dadurch gekennzeichnet, dass der Querschnitt der Klebstoffraupe vor dem Einkleben der Scheibe in den Rahmen im Wesentlichen die Gestalt eines spitzwinkligen Dreiecks aufweist. Diese Gestalt hat sich im Rahmen der vorliegenden Erfindung als besonders vorteilhaft erwiesen.

Ein weiteres bevorzugtes Ausführungsbeispiel der Klebstoffraupe ist dadurch gekennzeichnet, dass der der Basis gegenüber liegende spitze Winkel des Dreiecks zwischen 20 und 35 Grad beträgt. Vorzugsweise beträgt der spitze Winkel zwischen 25 und 30 Grad.

Ein weiteres bevorzugtes Ausführungsbeispiel der Klebstoffraupe ist dadurch gekennzeichnet, dass der Querschnitt der Klebstoffraupe vor und/oder nach dem Einkleben der Scheibe in den Rahmen abgerundete Ecken aufweist. Diese Gestalt hat sich im Rahmen der vorliegenden Erfindung als besonders vorteilhaft erwiesen.

Zum Verkleben einer Scheibe, insbesondere einer Verbundglasscheibe, mit einer durch einen Rahmen begrenzten Fensteröffnung eines Kraftfahrzeugs wird eine Klebstoffraupe mit dem vorab beschriebenen Querschnitt verwendet. Bei dem verwendeten Klebstoff handelt es sich vorzugsweise um einen Polyurethankleber. Durch das Einkleben der Scheibe in den Rahmen, der zur Karosserie eines Kraftfahrzeugs gehört, kann die Karosserie ausgesteift werden. Im Rahmen der vorliegenden Erfindung wurde versucht, die aussteifende Wirkung durch Verwendung härterer Klebstoffe mit einem höheren Schubmodul zu erhöhen. Bei Unfallversuchen mit starker Deformation des Scheibenrahmens wurde bei den härteren Klebstoffen mehrfach ein Abplatzen der Verbundglasscheibe von der Verklebung beobachtet. Das Abplatzen ist voraussichtlich darauf zurückzuführen, dass sich im Glas direkt unter der Klebefläche ein entlang der Klebstoffraupe, die auch als Kleberaupe bezeichnet wird, verlaufender Glasbruch bildet. Vermutlich werden durch den Klebstoff unzulässig hohe Spannungen in der Grenzfläche zum Glas aufgebaut, die einen Bruch auslösen können. Durch die erfindungsgemäße Gestalt der Klebstoffraupe können die Spannungen in der Grenzfläche Kleber/Scheibe reduziert werden. Das wird durch eine geometrische Änderung des auf die Glasscheibe aufgetragenen Kleberprofils erreicht. Das vor dem Einkleben dreieckförmige Kleberprofil erhält einen breiteren Sockel, dessen Enden verjüngt zur Glasfläche auslaufen. Im verpressten Zustand bildet der Klebstoff, der auch als Kleber bezeichnet wird, ein Omega-förmiges Profil. Schon durch die Flächenvergrößerung werden Spannungen reduziert. Entscheidend sind jedoch die sehr stark reduzierten Spannungen an den Rändern der Klebstoffraupe durch den verjüngten Auslauf des Klebstoffs. Die Erfindung liefert unter anderem den Vorteil, dass höher modulige Scheibenkleber zur Erhöhung der Karosseriesteifigkeit einsetzbar sind.

Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung, in der unter Bezugnahme auf die Zeichnung ein Ausführungsbeispiel im Einzelnen beschrieben ist. Dabei können die in den Ansprüchen und in der Beschreibung erwähnten Merkmale jeweils einzeln für sich oder in beliebiger Kombination erfindungswesentlich sein.

Dabei zeigen:

1 eine schematische Darstellung einer Oberfläche einer Verbundglasscheibe mit einer darauf angebrachten Klebstoffraupe im Querschnitt vor dem Einkleben der Scheibe in einen zugehörigen Rahmen und

2 eine schematische Darstellung der Scheibe aus 1 im eingeklebten Zustand.

In 1 ist die Oberfläche 1 einer Verbundglasscheibe 2 schematisch im Schnitt dargestellt. Auf der Oberfläche 1 der Verbundglasscheibe 2 ist eine Klebstoffraupe 4 aufgetragen, deren Querschnitt die Gestalt eines Dreiecks 6 aufweist. Bei dem Dreieck 6 handelt es sich um ein gleichschenkliges, spitzwinkliges Dreieck mit zwei Schenkeln 8 und 9 sowie einer Basis 10. Die Basis 10 liegt auf der Oberfläche 1 der Verbundglasscheibe 2 auf. Der der Basis 10 gegenüberliegende und von den beiden Schenkeln 8 und 9 eingeschlossene Winkel 12 beträgt etwa 30 Grad. Die zugehörige Ecke 14 des Dreiecks 6 ist abgerundet.

An den beiden anderen Ecken des Dreiecks 6 sind Verlängerungen 16 und 17 ausgebildet, die im Wesentlichen die Gestalt von spitzwinkligen Dreiecken aufweisen. Die Verlängerungen 16, 17 verjüngen sich nach außen hin.

In 2 ist die Scheibe 2 mit einer Oberfläche 21 eines Rahmens 22 verklebt, der zur Karosserie eines Kraftfahrzeugs gehört. Beim Einkleben der Scheibe 2 in den Rahmen 22 wird die Klebstoffraupe 4 zusammengedrückt. Dabei wird die abgerundete Ecke 14 des Dreiecks 6 abgeflacht. Die beiden Schenkel 8 und 9 sind im zusammengedrückten Zustand der Klebstoffraupe 4 konvex nach außen gekrümmt.

Die Verlängerungen 16 und 17 sorgen dafür, dass die Kontaktfläche zwischen der Klebstoffraupe 4 und der Oberfläche 1 der Scheibe 2 im Vergleich zu herkömmlichen Klebstoffraupen vergrößert ist. Dadurch können die im verklebten Zustand auftretenden Spannungen reduziert werden. Durch den verjüngten Auslauf der Klebstoffraupe 4 im Bereich der Verlängerungen 16 und 17 können die Spannungen an den Rändern der Klebstoffraupe 4 erheblich reduziert werden. Dadurch können höher modulige Scheibenklebstoffe zur Erhöhung der Karosseriesteifigkeit verwendet werden.


Anspruch[de]
  1. Klebstoffraupe zum Einkleben einer Scheibe (2), insbesondere einer Verbundglasscheibe, in einen eine Fensteröffnung eines Kraftfahrzeugs begrenzenden Rahmen (22), wobei die Klebstoffraupe (4) vor dem Einkleben der Scheibe (2) in den Rahmen (22) einen im Wesentlichen dreieckigen Querschnitt (6), dessen Basis (10) an der Scheibe (2) anliegt, und nach dem Einkleben einen im Wesentlichen rechteckigen Querschnitt aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass der im Wesentlichen dreieckige Querschnitt (6) an den Enden der Basis jeweils eine Verlängerung (16, 17) aufweist, die sich nach außen hin verjüngt.
  2. Klebstoffraupe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Verlängerung (16, 17) im Wesentlichen die Gestalt eines spitzwinkligen Dreiecks aufweist.
  3. Klebstoffraupe nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Querschnitt der Klebstoffraupe (4) nach dem Einkleben der Scheibe (2) in den Rahmen (22) im Wesentlichen die Gestalt eines Omegas aufweist.
  4. Klebstoffraupe nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Querschnitt der Klebstoffraupe (4) vor dem Einkleben der Scheibe (2) in den Rahmen (22) im Wesentlichen die Gestalt eines gleichschenkligen Dreiecks (6) aufweist.
  5. Klebstoffraupe nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Querschnitt der Klebstoffraupe (4) vor dem Einkleben der Scheibe (2) in den Rahmen (22) im Wesentlichen die Gestalt eines spitzwinkligen Dreiecks (6) aufweist.
  6. Klebstoffraupe nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der der Basis (10) gegenüberliegende spitze Winkel des Dreiecks (6) zwischen 20 und 35 Grad beträgt.
  7. Klebstoffraupe nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Querschnitt der Klebstoffraupe (4) vor und/oder nach dem Einkleben der Scheibe (2) in den Rahmen (22) abgerundete Ecken aufweist.
Es folgt ein Blatt Zeichnungen






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

  Patente PDF

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com