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Dokumentenidentifikation DE102004062435A1 29.06.2006
Titel Verfahren und Vorrichtung zur nicht-invasiven Detektion des Blutflusses und davon abhängiger Parameter in Arterien, insbesondere der arteriellen Wellenform und des Blutdruckes
Anmelder Braun GmbH, 61476 Kronberg, DE
Erfinder Freund, Dirk, Dr., 65779 Kelkheim, DE;
Giersiepen, Martin, Dr., 61440 Oberursel, DE;
Harttmann, Brigitte, 65527 Niedernhausen, DE;
Heck, Ulrich, Dr., 61440 Oberursel, DE;
Hollinger, Stefan, Dr., 61476 Kronberg, DE;
Kreßmann, Frank, 65824 Schwalbach, DE;
Rönneberg, Gerrit, Dr., 64289 Darmstadt, DE;
Schnak, Fred, 61476 Kronberg, DE;
Wunder, Dieter, 63679 Schotten, DE
DE-Anmeldedatum 20.12.2004
DE-Aktenzeichen 102004062435
Offenlegungstag 29.06.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 29.06.2006
IPC-Hauptklasse A61B 5/021(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
Zusammenfassung Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur nicht-invasiven Detektion des Blutflusses und davon abhängiger Parameter in Arterien (18), insbesondere der arteriellen Wellenform und des Blutdrucks. Dabei wird ein Sensor (1) mit wenigstens einer verformbaren Kontaktstelle (5) auf einer Gewebeoberfläche (20) im Wesentlichen über einer Arterie (18) platziert und die wenigstens eine Kontaktstelle (5) mit einer zeitlich variablen und definierten äußeren Kraft F(t) beaufschlagt. Als Reaktion auf diese Kraft F(t) wird die Verformung der wenigstens einen Kontaktstelle (5) durch den Blutfluss innerhalb der Arterie (18) gemessen (Figur 1).

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur nicht-invasiven Detektion des Blutflusses und davon abhängiger Parameter in Arterien, insbesondere der arteriellen Wellenform und des Blutdrucks. Dabei wird der Sensor mit wenigstens einer formbaren Kontaktstelle auf einer Gewebeoberfläche im wesentlichen über einer Arterie platziert und die wenigstens eine Kontaktstelle mit einer zeitlich variablen und definierten äußeren Kraft F(t) beaufschlagt.

Weiterhin betrifft die Erfindung eine Vorrichtung zur nicht-invasiven Detektion des Blutflusses und davon abhängiger Parameter in Arterien, insbesondere der arteriellen Wellenform und des Blutdrucks. Die Detektion erfolgt dabei mit einem Sensor, der wenigstens eine verformbare Kontaktstelle aufweist, die mit einer zeitlich variablen und definierten äußeren Kraft F(t) beaufschlagbar ist.

Stand der Technik

Die Messung des Blutdrucks bei den üblicherweise verwendeten oszillometrisch arbeitenden Messgeräten erfolgt durch Auswertung der Amplituden der Druckoszillation in einer Luftblase. Dazu wird eine Manschette mit der Luftblase um die Messstelle fixiert und der Druck auf die Arterie erhöht. Die Arterie pulsiert nun gegen den Druck der Manschette. Die Pulsationen können in der Luftblase in Form von Oszillationen des Innendrucks detektiert werden. Aus der charakteristischen Hüllkurve (Druckoszillationshöhe in Abhängigkeit des Manschettendrucks) kann der mittlere arterielle Druck (MAP), der systolische Druck (maximale Aderdruck) und der diastolische Druck (minimaler Aderdruck) bestimmt werden. Bei diesen oszillometrisch arbeitenden Messgeräten wir der Oberarm oder das Handgelenk der Person durch den Manschettendruck radial abgedrückt, bis der Blutfluss in den Arterien gestoppt ist.

Durch diesen Aufbau ist es jedoch nicht möglich, die Pulswelle in der Arterie durch Auswertung des Drucks in der Blase amplituden- und phasentreu zu bestimmten, da die arterielle Pulswelle durch verschiedene Faktoren verfälscht wird. Darunter fallen in erster Linie die Materialeigenschaften der Manschette und die Luftblase, aufgrund der Kompressibilität der Luft.

Auch die viskoelastischen Eigenschaften des komprimierten Gewebes verfälschen das Messergebnis ebenso wie das Unterbinden des Blutdruckes in mehreren Arterien (zum Beispiel der Radialis und der Ulnaris am Handgelenk), in denen nicht zwingend die identischen Pulskurven zur Oszillation in der Luftblase beitragen. Die eigentliche Pulswellenform in der Arterie enthält jedoch wesentliche Informationen über das Kreislaufsystem und das Herz. Diese Wellenformen werden klinisch überwiegend durch Einführen eines Katheders in die entsprechenden Arterien invasiv bestimmt. Aus den so ermittelten Wellenformen leitet der Kardiologe physiologische Parameter des Herz-Kreislaufsystems ab.

Aus der US 5,450,852 A sind bereits ein Verfahren und eine Vorrichtung der eingangs genannten Art bekannt, mittels derer eine Detektion der eigentlichen Pulswellenform in einer Arterie möglich ist. Der dort beschriebene Sensor wird mit seiner verformbaren Kontaktstelle oberhalb der Arterie, beispielsweise am Handgelenk, fixiert und der Druck innerhalb des Sensors erhöht. Durch das Pulsieren der Arterie gegen den so erzeugten Druck kommt es innerhalb des Sensors zu Druckoszillationen, die mit einer Druckmesseinrichtung bestimmbar sind und aus denen die Pulswellenform abgeleitet werden kann. Dieser Sensor muss jedoch mit seiner verformbaren Kontaktstelle relativ genau an der Stelle oberhalb der Arterie positioniert werden. Diese Positionierung kann in der Regel nur ein medizinisch geschultes Personal vornehmen. Zudem können die Druckoszillationen aufgrund verschiedener Faktoren, beispielsweise Materialeigenschaften des Sensors, welche die Druckoszillationen abschwächen oder verstärken können, verfälscht werden.

Problem

Aufgabe der Erfindung ist es daher, ein Verfahren gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1 und eine Vorrichtung gemäß dem Patentanspruch 7 zur Verfügung zu stellen, welche eine Messung des Blutflusses und davon abhängiger Parameter in Arterien auch von medizinisch nicht geschultem Personal ermöglichen, ohne dass dabei Verfälschungen der Reaktion der Arterie auf die ausgeübte Kraft auftreten.

Erfindung und vorteilhafte Wirkungen

Verfahrensmäßig wird die Aufgabe durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Patentanspruches 1 gelöst. Dabei wird die Verformung der wenigstens einen Kontaktstelle durch den Blutfluss innerhalb der Arterie als Reaktion auf den Eintrag der Kraft F(t) gemessen. Dadurch, dass die Verformung der direkt auf der Gewebeoberfläche aufliegenden Kontaktstelle gemessen wird und damit die Verformung der Kontaktstelle genau der Verformung der Gewebeoberfläche durch den Arteriendruck entspricht, ist eine wesentlich sensitivere Detektion des Blutflusses und davon abhängiger Parameter in Arterien ermöglicht.

Nach einer ersten vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung wird die Verformung mehrerer, in Form eines Arrays oder einer Matrix angeordneter Kontaktstellen gemessen. Durch diese Maßnahme ist die Handhabung der Vorrichtung, insbesondere für medizinische Laien, nochmals vereinfacht. Die Anordnung mehrerer Kontaktstellen erfordert kein exaktes Platzieren der Vorrichtung auf der Gewebeoberfläche oberhalb einer Arterie. Es ist vollkommen ausreichend, wenn nur bei einzelnen Kontaktstellen die Reaktion der Arterie auf den Eintrag der Kraft F(t) gemessen wird.

Dabei kann die Kraft F(t) manuell, beispielsweise über einen Federmechanismus, auf die wenigstens eine Kontaktstelle aufzubringen.

Alternativ kann die Kraft F(t) auch elektromotorisch oder pneumatisch auf die Kontaktstelle aufgebracht werden.

Dabei hat es sich als vorteilhaft erwiesen, die Kraft F(t) zeitlich konstant zu steigern, beispielsweise über eine Rampenfunktion R(t) = &lgr;·t mit &lgr; = konstant. Hierdurch liegt eine einfache lineare Kraftfunktion für den Krafteintrag in das Gewebe vor, so dass eine einfache Korrelation zwischen der Verformung der wenigstens einen Kontaktstelle und der in das Gewebe eingebrachten Kraft F(t) besteht.

Die Kraft F(t) ist vorteilhafterweise mittels Druckerhöhung innerhalb des Sensors erzeugbar. Solche Druckerhöhungen können ohne großen apparativen Aufwand erfolgen, beispielsweise mittels einer Pumpe, mit der ein innerhalb des Sensors aufnehmbares Fluid druckbeaufschlagt wird. Auch zur Auswertung ist der Druck besonders gut geeignet, da er in linearer Weise mit der Kraft über die Fläche der wenigstens einen Kontaktstelle gekoppelt ist.

Die Verformung der wenigstens einen Kontaktstelle wird dabei vorteilhafterweise über deren Krümmung &egr;(t) bestimmt.

Nach einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung erfolgt die Detektion am Oberarm, am Handgelenk oder an einem Finger der jeweiligen Person. An diesen Körperpartien läuft eine Arterie relativ dicht unterhalb der Gewebeoberfläche, so dass ein leicht detektierbares und intensives sowie zur Auswertung besonders gut geeignetes Signal erhalten wird.

Vorrichtungsmäßig wird die Aufgabe durch eine Vorrichtung mit den Merkmalen des Patentanspruchs 9 gelöst. Dabei weist der Sensor eine Messeinrichtung auf, mit welcher die Verformung der wenigstens einen Kontaktstelle durch den Blutfluss innerhalb der Arterie als Reaktion auf den Eintrag der Kraft F(t) bestimmbar ist. Die Verformung der Gewebeoberfläche oberhalb der blutdurchflossenen Arterie wird direkt auf die wenigstens eine Kontaktstelle übertragen. Es treten keinerlei Informationsverluste, wie im Stand der Technik auf, bei welchem die Verformung der Kontaktstelle nicht direkt, sondern nur indirekt über die Variation des Druckes innerhalb des Sensors gemessen wird.

Nach einer Ausgestaltung ist die Kontaktstelle als eine Membran ausgebildet. Solche Membranen sind dünn und flexibel, wodurch gewährleistet ist, dass lediglich die Kraft F(t) sowie die Verformung der Gewebeoberfläche durch den Arteriendruck als Reaktion auf die Kraft F(t) auf die Membran übertragen wird und der Einfluß von Querkräften vernachlässigt werden kann.

Nach einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung weist der Sensor eine mit einem Fluid befüllbare Kammer auf, welche mit einer im wesentlichen starren unverformbaren, die wenigstens eine verformbare Kontaktstelle aufweisende Bewandung versehen ist. Da mittels des Fluids die Kraft gezielt auf die Kontaktstelle beziehungsweise die Membran übertragen werden kann, lässt sich eine definierte messbare äußere Kraft auf das Gewebe oberhalb der Arterie aufbringen und die Reaktion der Arterie auf diese Kraft messen. Vorteilhafterweise dämpft das Fluid beim Messen der Reaktion der Arterie auf diese Kraft die Verformung der Kontaktstelle beziehungsweise der Membran entsprechend ab, so dass ein Überschwingen der Kontaktstelle beziehungsweise der Membran nicht auftritt beziehungsweise vernachlässigbar ist.

Besonders vorteilhaft ist es, wenn mehrere Kontaktstellen in Form eines Arrays beziehungsweise einer Matrix vorgesehen sind, denen jeweils eine separate Messeinrichtung zugeordnet ist. Durch diese Maßnahme ist die Handhabung der Vorrichtung insbesondere für medizinische ungeschulte Benutzer nochmals vereinfacht. Zur Detektion ist es nämlich vollkommen ausreichend, wenn über wenigstens eine Kontaktstelle die Kraft in das Gewebe oberhalb der Arterie eingebracht und die Reaktion der Arterie auf diese eingebrachte Kraft gemessen wird. Ein exaktes Positionieren des Sensors ist deshalb nicht notwendig.

Die Messung der Verformung der Kontaktstelle beziehungsweise der Membran lässt sich in einfacher Weise dadurch verwirklichen, dass jede Messeinrichtung einen Dehnungsmessstreifen aufweist, mit welchem die Verformung beziehungsweise Krümmung &egr;(t) der Membran in einfacher Weise, auch ortsaufgelöst, bestimmbar ist.

Nach einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist zur Kraftbeaufschlagung ein Kraftgeber vorgesehen. Dabei kann der Kraftgeber auch selbst zur Messung der Kraft F(t) ausgebildet sein. Alternativ ist es auch möglich, eine separate Kraftmesseinrichtung vorzusehen.

Der Kraftgeber kann nach einer Ausgestaltung der Erfindung als mechanische, manuell betriebene Einheit ausgebildet sein, mit welcher die Kraft F(t), beispielsweise über einen manuell bedienbaren Federmechanismus, erzeugt wird.

Alternativ kann der Kraftgeber auch als elektromechanische, motorisch betriebene Einheit ausgebildet sein.

Besonders vorteilhaft ist es, den Kraftgeber als pneumatische Einheit, beispielsweise als Fluidpumpe, auszubilden, wodurch sich der Innendruck innerhalb der Sensorkammer und somit die auf die Kontaktstelle beziehungsweise die Kontaktstellen wirkende Kraft steuern lässt.

Dabei hat es sich als vorteilhaft erwiesen, die Messeinrichtung für die Kraftmessung als Druckmesseinrichtung zur Messung des Fluiddruckes innerhalb der Kammer auszubilden, der linear mit der Kraft korreliert ist.

Um in einfacher Weise die Reaktion der Arterie auf die in das Gewebe eingebrachte Kraft zur Bestimmung der arteriellen Welleform nutzen zu können, ist es vorgesehen, die Kraft F(t) zeitlich konstant zu steigern, beispielsweise über eine lineare Rampenfunktion R(t) = &lgr; × t mit &lgr; = konstant.

Eine besonders vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung besteht darin, dass ein Halteelement vorgesehen ist, mit dem die Vorrichtung beispielsweise am Handgelenk, am Oberarm oder an einem Finger des Benutzers fixiert werden kann, um an einer nahe an der Gewebeoberfläche liegenden Arterie zu detektieren.

Ausführungsbeispiel

Weitere Ziele, Vorteile, Merkmale und Anwendungsmöglichkeiten der vorliegenden Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung des Ausführungsbeispieles anhand der Zeichnung. Dabei bilden alle beschriebenen und/oder bildlich dargestellten Merkmale für sich oder in beliebiger sinnvoller Kombination den Gegenstand der vorliegenden Erfindung, auch unabhängig von ihrer Zusammenfassung in den Ansprüchen oder deren Rückbeziehung.

Die einzige Figur zeigt eine Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Vorrichtung zur nicht-invasiven Detektion des Blutflusses und davon abhängiger Parameter in Arterien in einer Querschnittsdarstellung.

Die Vorrichtung weist einen Sensor 1 auf, der im wesentlichen aus einer unverformbaren, starren Kammer 2 besteht. Die Vorrichtung besteht also aus einem Einkammersensor. Die Kammer 2 ist mit einem Fluid 3 (Gas oder Flüssigkeit) gefüllt und weist eine starre Bewandung 4 auf, die mit einer nicht starren Kontaktstelle 5 versehen ist. Die auf der Gewebeoberfläche 20 des Benutzers zu platzierende Kontaktstelle 5 ist als verformbare, elastische Membran ausgebildet. Auf der Membran 12 ist ein Dehnungsmessstreifen 10 angeordnet, mit dem die Krümmung &egr;(t), das heißt die Verformung, der Membran 12 bestimmt werden kann. Dabei ist es auch möglich, mit Hilfe des Dehnungsmessstreifens 10 die Krümmung &egr;(t) hinsichtlich der Membran 12 ortsaufgelöst zu bestimmen.

Vorzugsweise ist ein Array oder eine Matrix, also insbesondere ein zweidimensionales flächiges Meßfeld bestehend aus einer Vielzahl von Dehnungsmessstreifen an der Kontaktstelle des Sensors vorgesehen. Dadurch ist nicht nur die Positionierung relativ zur optimalen Meßposition an der Arterie wesentlich unkritischer, weil die Wahrscheinlichkeit größer ist, daß wenigstens ein Dehnungsmessstreifen optimal innerhalb des Meßfeldes angeordnet ist. Es ist auch möglich die verschiedenen Signale der einzelnen Dehnungsmessstreifen zu vergleichen und so eine Validierung der Einzelsignale vorzunehmen. Ferner ist durch ein flächiges Meßfeld die Bestimmung weiterer kardiologischer Parameter, wie z.B. der Fortpflanzungsgeschwindigkeit der Druckwelle bestimmbar. Weiterhin kann die Kalibrierung an der gleichen Stelle am Gewebe vorgenommen werden, an der auch die Druckwelle der Arterie erfaßt wurde.

Zur Detektion des Blutflusses und der davon abhängigen Parameter wird die Membran 12 mit einer Kraft F(t) beaufschlagt. Anhand der Reaktion der blutdurchflossenen Arterie 18 auf die Kraft F(t) können die gewünschten Rückschlüsse auf den Blutfluss und die davon abhängigen Parameter gezogen werden.

Um die Membran 12 mit einer Kraft zu beaufschlagen, ist ein Kraftgeber 11 vorgesehen. Bei dem hier gewählten Ausführungsbeispiel ist der Kraftgeber eine Fluidpumpe 7, mit welcher ein Fluid 3 in die Kammer 2 gepumpt werden kann (in der Figur nur schematisch dargestellt). Je nach Fluidmenge innerhalb der Kammer 2 ergibt sich eine unterschiedliche Kraft auf die Kontaktstelle 5 beziehungsweise die Membran 12.

Zur Messung der auf die Membran 12 einwirkenden Kraft ist eine Kraftmesseinrichtung 17 vorgesehen. Bei dem hier beschriebenen Ausführungsbeispiel, bei welchem die Kraft mittels einer Druckerhöhung erzeugt wird, ist die Kraftmesseinrichtung als Druckmesseinrichtung ausgebildet.

Alternativ zu einer Fluidpumpe 7 kann die Krafterzeugung auch manuell über eine mechanische Einheit 13, beispielsweise einen manuell betätigbaren Federmechanismus, erzeugt werden. Eine weitere Alternative besteht darin, den Kraftgeber 11 als elektromechanische, motorisch betriebene Einheit 14 oder als Verschiebeeinheit auszubilden, der dann auf die starre Bewandung gegenüberliegend zur verformbaren Bewandung mit der Kontaktstelle eine definierte Kraft ausübt. Falls nach dieser Ausführungsform der gesamte Sensor gegen die Arterie gedrückt wird, ist in einer Variante der Teil der Bewandung, der zum verformbaren Abschnitt unmittelbar angrenzt, ebenfalls elastisch ausgebildet, so daß keine starre Abschlußkante in das Gewebe des menschlichen Meßortes eingedrückt wird.

Zur nicht-invasiven Detektion des Blutflusses und davon abhängiger Parameter in Arterien 18 wird der Sensor 1 mit seiner Kontaktstelle 5 auf die Oberfläche 20 eines Gewebes 19 derart aufgelegt, dass die Kontaktstelle im wesentlichen oberhalb einer Arterie 18 zu liegen kommt. Nunmehr wird mittels des Kraftgebers 11, im vorliegenden Fall mittels der Fluidpumpe 7, der Druck in der Fluidkammer 2 und somit die Kraft auf die Kontaktstelle 5 beziehungsweise die Membran 12 erhöht. Die Kraft F(t) kann dabei über eine Rampenfunktion R(t) = &lgr;·t mit &lgr; = konstant gesteigert werden, so dass ein linearer Kraftanstieg vorliegt.

Diese zeitlich veränderbare Kraft F(t) wird mittels der Kraftmesseinrichtung 17, vorliegend also der Druckmesseinrichtung 16, detektiert.

Die auf die Membran 12 wirkende Kraft F(t) wird auf die Gewebeoberfläche 20, beziehungsweise in das Gewebe 19 und damit auf die Arterie 18 übertragen. Durch den pulsierenden Blutfluss innerhalb der Arterie 18 kommt es zu einer Reaktion der Arterie 18 auf die eingeleitete Kraft F(t). Diese Reaktion wirkt sich als eine Gegenkraft auf das Gewebe 19 und damit auf die Gewebeoberfläche 20 und die Membran 12 aus. Aufgrund der Reaktionen der Arterie 18 auf die eingebrachte Kraft F(t) verformt sich die Membran 12, das heißt ihre Krümmung &egr;(t) verändert sich zeitabhängig. Diese Krümmung &egr;(t) ist mit dem Dehnungsmessstreifen 20 feststellbar.

Aufgrund der eingebrachten Kraft F(t) und der Reaktion der Arterie 18 hierauf ist diese zeitlich veränderte Krümmung &egr;(t) charakteristisch für den Blutfluss und davon abhängiger Parameter in Arterien, insbesondere der arteriellen Wellenform und daraus abzuleitender kardiovaskulärer Parameter und des Blutdrucks, so dass mit Hilfe eines entsprechenden Auswerteverfahrens und einer entsprechenden Auswertevorrichtung diese Werte aus der Krümmung &egr;(t) ableitbar sind.

Die Vorrichtung weist also einen fluidgefüllten Einkammersensor auf, wobei die Bestimmung der äußeren Kraft hierbei über einen Druckaufnehmer zur Messung des inneren angelegten Fluiddruckes in der Kammer oder einen Kraftaufnehmer zur Bestimmung der äußeren angelegten Kraft erfolgt, wobei an der Kontaktstelle zwischen Hautgewebe und Sensor eine verformbare Membran vorgesehen ist, mit angrenzend dazu innerhalb der Kammer angeordneten Krümmungs- bzw. Dehnungsmeßeinrichtungen – die ein Meßfeld bilden – und zur Detektion der zeitlich veränderlichen Krümmung bzw. Dehnung der Membran bedingt durch die Arterienpulsation vorgesehen sind.

1Sensor 2Kammer 3Fluid 4Bewandung 5Kontaktstelle 6Messeinrichtung 7Pumpe 8Array 10Dehnungsmessstreifen 11Kraftgeber 12Membran 13Einheit 14Einheit 15Einheit 16Druckmesseinrichtung 17Kraftmesseinrichtung 18Arterie 19Gewebe 20Gewebeoberfläche F(t)äußere Kraft &egr;(t)Krümmung der Membran

Anspruch[de]
  1. Verfahren zur nicht-invasiven Detektion des Blutflusses und davon abhängiger Parameter in Arterien, insbesondere der arteriellen Wellenform und des Blutdruckes, bei dem ein Sensor (1) mit wenigstens einer verformbaren Kontaktstelle (5) auf einer Gewebeoberfläche (20) im wesentlichen über einer Arterie platzierbar ist und die wenigstens eine Kontaktstelle (5) mit einer zeitlich variablen und definierten äußeren Kraft F(t) beaufschlagt wird, dadurch gekennzeichnet, dass die Verformung der wenigstens einen Kontaktstelle (5) durch den Blutfluss innerhalb der Arterie als Reaktion auf den Eintrag der Kraft F(t) gemessen wird.
  2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Verformung mehrerer in Form eines Arrays (8) oder einer Matrix angeordneten Kontaktstellen (5) gemessen wird.
  3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Kraft F(t) manuell, beispielsweise über eine Federmechanismus, auf die wenigstens eine Kontaktstelle (5) aufgebracht wird.
  4. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Kraft F(t) elektromotorisch oder pneumatisch auf die Kontaktstelle (5) aufgebracht wird.
  5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Kraft F(t) zeitlich konstant steigerbar ist, beispielsweise über eine lineare Rampenfunktion R(t) = &lgr;·t.
  6. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Kraft F(t) mittels Druckerhöhung innerhalb des Sensors (1) erzeugt wird.
  7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Verformung der wenigstens einen Kontaktstelle (5) als Krümmung &egr;(t) der Kontaktstelle (5) messbar ist.
  8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Detektion am Oberarm, am Handgelenk, an der Schläfe, am Fußgelenk oder an einem Finger des Benutzers erfolgt.
  9. Vorrichtung zur nicht-invasiven Detektion des Blutflusses und davon abhängiger Parameter in Arterien, insbesondere der arteriellen Wellenform und des Blutdruckes, mit einem Sensor (1), der wenigstens eine verformbare Kontaktstelle (5) aufweist, die mit einer zeitlich variablen und definierten äußeren Kraft F(t) beaufschlagbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass der Sensor (1) eine Messeinrichtung (6) aufweist, mit welcher die Verformung der wenigstens einen Kontaktstelle (5) durch den Blutfluss innerhalb der Arterie als Reaktion auf den Eintrag der Kraft F(t) bestimmbar ist und daß der Sensor als Einkammersensor ausgebildet ist.
  10. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Sensor (1) eine mit einem Fluid (3) befüllbare Kammer (2) aufweist, welche mit einer starren, unverformbaren, die wenigstens eine verformbare Kontaktstelle (5) aufweisende Bewandung (4) versehen ist.
  11. Vorrichtung nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, dass die wenigstens eine verformbare Kontaktstelle (5) als Membran (12) ausgebildet ist.
  12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 9 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere Kontaktstellen (5) in Form eines Arrays (8) beziehungsweise einer Matrix vorgesehen sind, denen jeweils eine separate Messeinrichtung (6) zugeordnet ist.
  13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 9 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass jede Messeinrichtung (6) einen Dehnungsmessstreifen (10) aufweist.
  14. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 9 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass zur Kraftbeaufschlagung ein Kraftgeber (11) vorgesehen ist.
  15. Vorrichtung nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass der Kraftgeber (11) auch zur Messung der Kraft F(t) ausgebildet ist.
  16. Vorrichtung nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass eine separate Kraftmesseinrichtung (17) vorgesehen ist.
  17. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 14 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass der Kraftgeber (11) als mechanische, manuell betriebene Einheit (13), beispielsweise als ein manuell bedienbarer Federmechanismus, ausgebildet ist.
  18. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 14 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass der Kraftgeber (11) als elektromechanische, motorisch betriebene Einheit (14) ausgebildet ist.
  19. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 14 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass der Kraftgeber (11) als pneumatische Einheit (15), beispielsweise als Fluidpumpe (7), ausgebildet ist.
  20. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 13 bis 19, dadurch gekennzeichnet, dass die Messeinrichtung (6) als Druckmesseinrichtung (16) zur Messung des Fluiddruckes innerhalb der Kammer (2) ausgebildet ist.
  21. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 9 bis 20, dadurch gekennzeichnet, dass die Kraft F(t) zeitlich konstant steigerbar ist, beispielsweise über eine lineare Rampenfunktion R(t) = &lgr;·t.
  22. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 9 bis 21, dadurch gekennzeichnet, dass ein Halteelement vorgesehen ist, mit dem die Vorrichtung, am Handgelenk, am Oberarm, an der Schläfe, am Fußgelenk oder an einem Finger des Benutzers, fixierbar ist.
Es folgt ein Blatt Zeichnungen






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