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Dokumentenidentifikation DE202005012199U1 29.06.2006
Titel Geschichtetes Lochklammersystem
Anmelder Ritter, Ulrike, Dr., 86415 Mering, DE
DE-Aktenzeichen 202005012199
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 29.06.2006
Registration date 24.05.2006
Application date from patent application 03.08.2005
IPC-Hauptklasse B42F 3/02(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE

Beschreibung[de]

Das geschichtete Klammersystem verbindet als stabiles, eckiges Klammerungssystem die Funktionen von Heften (stabiles Zusammenhalten) und Ablegen (z.B. in Ringordnern oder auf anderen Stangensystemen) miteinander. Der stabile „Ring", vorzugsweise ein viereckiger oder n-eckiger Kopf, (Zeichnung 1) hat Arme (Zeichnungen 1–9), die am eckigen Lochrand der Kopffläche ansetzen, in der Kopffläche verankert sind und durch das Loch im Objekt (Zeichnung 2) und zur Heftung bzw. Verklammerung unterseitig am Ring entlang (Zeichnungen 1–2, 5–6) geführt werden. An der Unterseite des Objekts werden sie seitlich auseinander gehalten (Zeichnungen 1–2, 5–6) bzw. zum Einstecken oder zum Entfernen wieder zusammengeführt (Zeichnungen 3–4, 6–9). Das Lochklammersystem ist aus Messing, Kupfer, Blech, Draht mit Kunststoff, Papierkarton oder einem anderen weichen und hinreichend dünnem, weich- oder rundrandigen Material, mit einem Durchmesser von einem halben Millimeter an den Armen.

Die Klammerung ist so konstruiert, dass sie in Abhängigkeit vom gewählten Material aus mehreren Teilen zusammengesetzt oder aus einem Stück geformt werden kann:

Bei Metall bestehen Arme und Kopffläche aus einzelnen Teilen. Die Arme werden in der unteren Schicht der Kopffläche eingehakt. Die zweite Schicht der Kopffläche presst die Einhakung fest und rundet die Metallränder der Kopffläche ab. (Zeichnung 7).

Diese Form ist auch möglich und empfehlenswert für Klammern aus dünnem Papierkarton (kein an sich geschichteter Karton wie in Zeichnung 9). Die Arme werden zwischen zwei Schichten des Kartons eingeklebt und mit einem Drahtstück stabilisiert. Der so verdrahtete Karton lässt sich unter dem Einlegmaterial statisch verharrend biegen.

Ist die Klammer gänzlich aus Drahtgeflecht, ist also keine Ausschnittsform sondern eine beliebige Gewebefläche, führen die Arme direkt vom Lochrand nach unten und sind unterhalb der Kopffläche bzw. des eingelegten Materials seitlich beweglich (Zeichnung 8).

Ist die Klammer aus Papierkarton bzw. wird doppelt geschichteter Karton für die Kopffläche verwendet, werden die Arme aus den jeweils gegenüberliegenden Schichten des Kartons herausgeschnitten und ebenfalls direkt an den Lochrändern nach unten bzw. zurück zu den Seitenrändern geführt. Die Arme halten unterhalb des eingelegten Materials, weil sie an den Enden verdickt werden, rundförmig in der Größe des Lochungsradius (nicht Durchmesser) sind. Diese an ökologischem Recycling orientierte Version ist besonders für Anwendungszusammenhänge geeignet, bei denen nicht massenhaft geheftetes Material aufeinandergeschichtet wird (Zeichnung 9).

Die seitlichen Arme der Klammer sind nach unten beweglich (Zeichnung 6), sollen jedoch durch das Material oder die Formung nicht von sich aus in die gestreckte Form fallen sondern die erreichte Form bzw. Biegung behalten. Papierkarton muss daher stabilisiert werden.

Der Druck verteilt sich so auf die Stellen, die durch die Arme der Klammer geschützt sind. Je nach Stabilität des Metalls ist der umlaufende, eckige Ring des Kopfes zwischen drei und vier Millimeter breit. Die Arme werden im Objektmaterial auf Lochbreite zusammengedrückt und rückseitig entfaltet.

Die Arme der Klammer passen zusätzlich zum Ring eines Ordners durch das Loch im Objekt, denn durch den Ansatz direkt am Loch wird eine platzzehrende Biegung bzw. eine radiale Wölbung der Arme innerhalb der Lochung vermieden (vgl. Status quo der Technik).

Durch den direkten Ansatz der Arme am Loch der Kopffläche wird die Kopffläche außerdem nicht durch die untergeführten Arme angehoben. Vielmehr liegt sie glatt auf und ermöglicht so ein mehrfaches Stapeln ohne übermäßigen Platzverbrauch oder ungleichförmigen Höhenzuwachs.

Zum Status quo der Klammersysteme mit Lochung und zum technischen Neuwert der Erfindung

Der technische Neuwert besteht in der doppelten Funktionalität als Hefter und Ablagehalter, zugleich für das Heften von Schriftsätzen wie auch von Musterbeuteln etc., und soll das Ablegen von Schriftsätzen, Musterbeuteln und anderem in Ringordnern und beliebigen Haltevorrichtungen mit Stangen oder Ringen ermöglichen. Eine Einschränkung der Beweglichkeit der so abgelegten Objekte, wie z.B. durch Büroklammern, entsteht nicht. Die Ablagefunktionalität ist in dieser „flachen" und stabilen Form neu und füllt ein bestehendes Defizit an einer einfachen, schnell in großer Zahl verfügbaren, stabilen Möglichkeit der Ablage von Gegenständen, deren Heftung unabhängig von der Ablage bestehen bleibt.

Verwandte Instrumente sind die Lochklammer (noch nicht im Handel, GBM AZ 20 2005 008 417.4), Musterbeutelklammer und die Heftspange. Die Musterbeutelklammer ist zu scharfkantig, zu schmal und nicht gelocht, lässt also keine Ablage zu, sondern 'verbraucht' die Löcher in Beuteln etc., da sie keine zusätzlichen Funktionen mehr erfüllen können.

Die Heftspange erlaubt zwar eine Ablage beim gleichzeitigen Zusammenhalten von Schriftsätzen, ist wegen der seitlichen Vorkehrung zum Heften jedoch auf geringe Höhen der Schriftstücke beschränkt und setzt die Existenz von zwei Löchern im Schriftstück voraus, diese müssen noch dazu in einem Din-genormten Abstand zueinander stehen.

Die Heftklammer ist für eine hohe Anzahl von zu heftenden bzw. per Heftung zu schließenden und abzulegenden oder aufzuhängenen Objekten auch viel zu aufwendig und teuer. Die Lochklammer heftet Schriftsätze, Beutel, Tüten etc. auf einfachste und unkomplizierteste Weise. Darin ist sie einer Büroklammer vergleichbar, nur führt die geschichtete Klammer mit eckigem Loch zu wesentlich größerer Stabilität. Wegen der Unabhängigkeit und Einfachheit der Funktionen lassen sich alle, d.h. sowohl an nur einer als auch an mehreren Stellen geheftete Objekte problemlos in Stangensysteme, speziell Ringordner, ablegen. Besonders wichtige Anwendungsbereiche einer Lochklammer aus leichtem Kunststoff und/oder verkleidetem Draht könnten z.B. die Medizin und die Lebenmittelindustrie werden.

Eine direkte Vorform stellt die Lochklammer nach Gebrauchsmusterschrift AZ 20 2005 008 417.4 dar. Allerdings ist diese Lochklamer aus Metall und in einem Stück gefertigt, die Arme werden unter der Kopfläche über dem Material und unter dem Material entlanggeführt, wodurch sich die gesamte Klammerung verdickt. Zudem ist durch die Biegung eine kreisförmige Auswölbung der Arme innerhalb der Lochung nicht vermeidbar – im Gegensatz zu einem geraden Ansatz der Arme direkt am Loch. Die kreisförmige Auswölbung nimmt jedoch zuviel Raum innerhalb der Lochung ein, insbesondere innerhalb der vorgesehenen runden Lochung. Das Problem des ungleichförmigen Höhenzuwachses bei mehreren, aufeinandergelagerten Heftungen wird so noch verstärkt. Zudem belastet der seitliche Anzug die Ränder der Lochung.

Eine solche Lochklammer ist daher nur sinnvoll, wenn größere Löcher gestanzt werden und nicht zahlreiche Heftungen übereinandergestapelt werden.

Größere Lochungen stellen jedoch schnell ein Problem bei eng beschriebenen Seiten, Bildern oder empfindlichen Papieren dar. Insofern ist auch hier der Umstieg auf eckige Löcher durch einen entsprechenden Locher, vgl. Gebrauchsmuster Nr. 20 2005 012 237.8 „Eckige Bolzen zum Stanzen in Lochungssystemen", Ritter, Ulrike, Dr., TdA 03.08.05., TdE 22.12.2005) vorzuziehen. Der eckigen Form der Lochung kommt die Klammer, deren Arme direkt am Loch des Klammernkopfes ansetzen, nicht an der Seite wie bei AZ 20 2005 008 417.4, noch vielmehr entgegen. Das Problem der Höhenverdopplung wird so vermieden, das Loch muss zudem nicht größer sein als üblich, weil nicht der Radius der Armbiegung entscheidend ist sondern ausschließlich die Breite der Arme.

Die hier vorgestellte gerade Führung der Arme durchs Loch ist entsprechend auf eine besonders geringe Breite beschränkbar, auch bei der Verwendung stabiler Materialien. Somit können auch die eingeführten Lochungssysteme problemlos verwendet werden, sodass die wirtschaftliche Umsetzbarkeit der Erfindung realistisch ist.

Damit stellt es auch kein Problem dar, dass die geschichtete und eckige Lochklammer aus mehreren Teilen gefertigt ist und zusammengesetzt werden muss, wenn sie aus Metall oder Papierkarton mit Draht ist. Vielmehr lösen sich dadurch auch Folgeprobleme einer Ein-Stück-Stanzung wie z.B. zu scharfe Kanten. Die Kanten der hier vorgestellten, geschichteten Klammer sind abgerundet. Die Abrundung dient auch zur Einfassung der unteren Kopfflächenhälfte.

Der Fortschritt gegenüber verwandten Heft- und Ablagevorrichtungen besteht darin, dass es sich um eine einzelne, kleinstmögliche und sowohl ökologisch und technisch als auch ökonomisch optimierbare Heftung bzw. Ablagevorrichtung handelt, deren Verwendung nicht auf einen vorgegebenen Abstand von z.B. zwei Löchern beschränkt ist. Alle bekannten Ablage- und Heftfunktionen sind unabhängig voneinander und zugleich miteinander kombinierbar. Die Klammer erfüllt zusätzlich Schutzfunktionen für die gehefteten Objekte, d.h. sie umhüllt und entlastet die Lochstelle im Objekt. Die Lochstellen können zudem durch den direkten Ansatz an der Lochfläche sowie durch die eckige Form gewohnt klein gehalten werden.


Anspruch[de]
  1. Zweiarmige Klammer zum Heften, dadurch gekennzeichnet, dass die n-eckige Kopffläche zweiteilig oder aufgrund des Materials geschichtet ist und eckig gelocht ist und die Arme der Klammer an der Lochung neuansetzend eingehakt oder aus den inneren Rändern der Lochung entwickelt sind.
  2. Klammer zum Heften nach 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Klammer aus mehreren Teilen zusammengesetzt ist und die Arme der Klammer zwischen zwei verhakten, gepressten oder geleimten Schichten der Klammer neu ansetzen und eingehakt sind, wenn die Klammer aus Metall oder mit Draht verstärktem Papierkarton ist
  3. Klammer zum Heften nach 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Arme der Klammer aus Drahtgeflecht sind und am inneren Rand der Lochung in das Geflecht des Klammernkopfes eingewoben sind.
  4. Klammer zum Heften nach 1, dadurch gekennzeichnet, dass sie aus einem Stück an sich doppelt geschichtetem Karton mit Armen an der inneren Lochung aus den zwei horizontal gespaltenen Schichtungen ist.
  5. Klammer zum Heften nach 1, dadurch gekennzeichnet, dass sie eine viereckige oder n-eckige Lochung aufweist.
Es folgen 9 Blatt Zeichnungen






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