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Dokumentenidentifikation DE69926747T2 29.06.2006
EP-Veröffentlichungsnummer 0001084427
Titel WEICHE KONTAKTLINSEN MIT HOHEM WASSERGEHALT UND HOHEM WASSERGLEICHGEWICHT
Anmelder Benz Research and Development Corp., Sarasota, Fla., US
Erfinder BENZ, H., Patrick, Sarasota, US;
ORS, A., Jose, Sarasota, US
Vertreter Luderschmidt, Schüler & Partner, 65189 Wiesbaden
DE-Aktenzeichen 69926747
Vertragsstaaten AT, BE, CH, CY, DE, DK, ES, FI, FR, GB, GR, IE, IT, LI, LU, MC, NL, PT, SE
Sprache des Dokument EN
EP-Anmeldetag 06.01.1999
EP-Aktenzeichen 999007370
WO-Anmeldetag 06.01.1999
PCT-Aktenzeichen PCT/US99/00041
WO-Veröffentlichungsnummer 0099057582
WO-Veröffentlichungsdatum 11.11.1999
EP-Offenlegungsdatum 21.03.2001
EP date of grant 17.08.2005
Veröffentlichungstag im Patentblatt 29.06.2006
IPC-Hauptklasse G02B 1/04(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, EP
IPC-Nebenklasse

Beschreibung[de]
HINTERGRUND DER ERFINDUNG Gebiet der Erfindung

Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine Kontaktlinse aus einem Polymer auf der Basis von 2,3-Dihydroxypropylmethacrylat (GMA) mit hohem Wassergehalt und hohem Wassergleichgewicht. Die vorliegende Erfindung bezieht sich weiter auf Verfahren zur Herstellung und Verwendung solcher Kontaktlinsen. Die vorliegende Erfindung bezieht sich weiter auf Polymere und Hydrogele aus GMA und auf Verfahren zur Herstellung und Verwendung solcher Polymere.

Beschreibung der verwandten Technik

Die Literatur lehrt, dass Linsen mit hohem Wassergehalt beim Tragen Dimensionsveränderungen unterliegen, da sie dazu neigen, einen höheren Prozentanteil Wasser zu verlieren (dehydratisieren) als Linsen mit niedrigerem Wassergehalt. Ferner ist die Fähigkeit, abgegebenes Wasser wieder aufzunehmen (rehydratisieren) wichtig für die Formbeständigkeit einer Kontaktlinse. Wenn ein Linsenmaterial Wasser schneller aufnimmt, kehrt die Linse bei jedem Lidschlag näher zum wassergesättigten Zustand zurück, wenn sie in Tränenflüssigkeit eingetaucht wird. Wenn eine Linse auszutrocknen beginnt, ist eine schnelle Rehydratisierung daher eine äusserst vorteilhafte Eigenschaft zur Aufrechterhaltung der Sättigung und einer maximalen Stabilität.

Leider wurde bei der Entwicklung herkömmlicher Kontaktlinsen der Einfluss der Rehydratisierungsgeschwindigkeit auf Linsen nicht berücksichtigt oder es wurden Linsen aus Materialien hergestellt, deren Rehydratisierungsgeschwindigkeit nicht optimal ist.

Im US-Patent Nr. 5 532 289, welches hiermit als Ganzes durch Bezug eingefügt wird, ist eine Familie von Copolymeren beschrieben, die sich zur Herstellung von Kontaktlinsen eignen. Diese Copolymere sind besser in der Lage, beim Tragen im wassergesättigten Zustand zu bleiben. In diesem Patent wird von den Erfindern der vorliegenden Erfindung ein Verfahren zur Herstellung von Kontaktlinsen mit verbesserter Formbeständigkeit auf der Basis von Copolymeren aus 2,3-Dihydroxypropylmethacrylat (GMA) und 2-Hydroxyethylmethacrylat (HEMA) beschrieben. Die Polymere enthalten zwischen 20 und 90 Molprozent GMA und weisen einen Wassergehalt von ca. 40 bis ca. 70 Gewichtsprozent auf. Die Formbeständigkeit dieser Linsen beruht auf der ausgeprägten Fähigkeit dieser Hydrogele zur Bindung von Wasser.

Im Patent '289 wird gezeigt, dass Linsen aus dieser Materialfamilie unter In-vitro-Bedingungen langsamer dehydratisieren und schneller rehydratisieren als alle anderen Materialien für weiche Linsen. Die für die Dehydratisierung einer Linse auf 10% ihres Wassergewichts und die zur Rehydratisierung bis zur Sättigung erforderlichen Zeiten wurden in einem als "Wassergleichgewicht" bezeichneten Faktor kombiniert. Dieser Wert für das "Wassergleichgewicht" kann dazu dienen, handelsübliche Linsenmaterialien unabhängig von deren Wassergehalt zu vergleichen, sowie als Richtlinie für den Praktiker bei der Auswahl eines geeigneten Linsenmaterials für einen Patienten. Auch wird in diesem Patent betont, dass die Fähigkeit zur Erhaltung des gesättigten oder annähernd gesättigten Zustands für die Formbeständigkeit einer weichen Kontaktlinse ausschlaggebend ist.

Klinische Studien von Businger in Contact Lens Spectrum, August 1995, S. 19–25 und in Die Kontaktlinsen 7–8, 4 (1997) stützen die Laborergebnisse bezüglich Wasserrückhaltevermögen und Linsenstabilität. In diesen Studien wird berichtet, dass Linsen aus Hioxifilcon A (p-GMA/HEMA, 59% Wassergehalt) vom grössten Teil der Testpersonen wegen des Komforts und der Sehschärfe bevorzugt wurden. Diese Linsen zeigten in Tragzyklen von 14 Stunden während 30 Tagen eine höhere Formbeständigkeit und Sehschärfe sowohl bei niedrigem als auch bei hohem Kontrast als andere herkömmliche Kontaktlinsen unabhängig vom Wassergehalt.

Aus der Literatur geht hervor, dass der Wassergehalt von GMA/HEMA-Copolymeren ausgehend von anfänglich 38% p-HEMA mit zunehmenden GMA-Anteil ansteigt. Siehe Yasuda et al., Journal of Polymer Science: Teil A1, 4, 2913–27 (1966) und Macret et al., Polymer, 23 (5) 748–753 (1982), worin Hydrogele auf HEMA- und GMA-Basis beschrieben sind.

Refojo, Journal of Applied Polymer Science, 9, 3161–70 (1965), beschreibt Hydrogele mit hohem Wassergehalt aus GMA. Die Polymere werden durch Masse-Polymerisation oder durch Polymerisation in Wasserlösung hergestellt. Auch Hydrogele mit hohem Wassergehalt aus Copolymeren aus GMA und Glycidylmethacrylat werden beschrieben.

Wichterle et al. beschreiben im Patent GB 2 196 973 A die Verwendung von hydrophilen Lösungsmitteln wie Glycerol, Dimethylformamid und Dimethylsulfoxid in 2-HEMA-Mischungen vorwiegend für das Zentrifugalgiessen von Kontaktlinsen.

Kurzbeschreibung der Erfindung

Bezeichnenderweise fehlen in der Literatur Beispiele für p-GMA-Homopolymer und -Copolymere mit einem GMA-Gehalt von über 80 Molprozent zur Verwendung in Kontaktlinsenanwendungen. Während in einigen der oben erwähnten Schriften Hydrogele auf der Basis von GMA-Polymeren behandelt werden, wird die Herstellung von Kontaktlinsen aus Polymer mit hohem GMA-Gehalt in der Literatur nicht vorgeschlagen, und bestimmt wird in keiner der Schriften angedeutet, dass Kontaktlinsen bestehend aus Polymeren mit mindestens 80 Molprozent GMA die von den Erfindern entdeckten besonderen und unerwarteten Eigenschaften einschliesslich langsamer Dehydratisierung und schneller Rehydratisierung, d.h. ein hohes Wassergleichgewicht aufweisen könnten.

Da Polymere, welche 2,3-Dihydroxypropylmethacrylat (GMA) enthalten, ein verbessertes Wasserrückhaltevermögen aufweisen (siehe Pescossolido et al., Contactologia, 15D, 64–7 (1993) und Benz et al., Contact Lens Spectrum, Juli 1997, S. 40–46), nahmen die Erfinder der vorliegenden Erfindung an, dass ein mehrheitlich aus GMA bestehendes Polymer eine Kontaktlinse mit ausserordentlicher Formbeständigkeit und ausserordentlichem Wasserrückhaltevermögen ergeben sollte. Insgesamt würde die Linse bezüglich Stabilität und Wasserrückhaltevermögen jedes auf dem Markt erhältliche Linsenmaterial übertreffen. Bis heute wurden jedoch weder Kontaktlinsen aus Polymeren mit mindestens 80 Molprozent GMA noch ein Verfahren zur Herstellung solcher Linsen vorgeschlagen.

Demgemäss besteht ein Ziel der vorliegenden Erfindung darin, Kontaktlinsen aus einem vorwiegend aus GMA bestehenden Material anzugeben.

Ein weiteres Ziel der Erfindung besteht darin, Verfahren zur Herstellung und Verwendung solcher Kontaktlinsen anzugeben.

Ein weiteres Ziel der Erfindung besteht darin, Polymere mit verbesserten Bearbeitungseigenschaften zur Verwendung für eine sphärische Kontaktlinse, eine torische Kontaktlinse, eine multifokale Kontaktlinse und eine Verbandlinse anzugeben.

Ein weiteres Ziel der Erfindung besteht darin, eine sphärische Kontaktlinse, eine torische Kontaktlinse, eine multifokale Kontaktlinse und eine Verbandlinse mit besserer Formbeständigkeit anzugeben.

Ein weiteres Ziel der Erfindung besteht darin, eine sphärische Kontaktlinse, eine torische Kontaktlinse, eine multifokale Kontaktlinse und eine Verbandlinse mit besserem Wasserrückhaltevermögen und Wassergleichgewicht anzugeben.

Ein weiteres Ziel der Erfindung besteht darin, eine sphärische Kontaktlinse, eine torische Kontaktlinse, eine multifokale Kontaktlinse und eine Verbandlinse für ganztägiges und permanentes Tragen anzugeben.

Ein Ziel der Erfindung besteht auch darin, Rohlinge für Kontaktlinsen sowie fertige und unfertige Kontaktlinsen mit verbesserten Eigenschaften wie hohem Wassergehalt und Wassergleichgewicht anzugeben.

Eine Kontaktlinse, ein Hydrogel und ein Verfahren zur Herstellung von Rohlingen für eine Kontaktlinse, welche die jeweiligen Aufgaben erfüllen, sind in den unabhängigen Ansprüchen angegeben. Bevorzugte Ausführungsformen sind in den abhängigen Ansprüchen angegeben.

Insbesondere beinhaltet die vorliegende Erfindung in Übereinstimmung mit diesen und anderen Zielsetzungen eine Kontaktlinse bestehend aus einem Copolymer aus mehr als 80 Molprozent, im allgemeinen mehr als 90 Molprozent 2,3-Dihydroxypropylmethacrylat und bis zu 20 Molprozent, im allgemeinen von 0,05 bis 10 Molprozent eines reaktiven Pyrrolidons wie N-Alkenylpyrrolidon oder N-Vinylpyrrolidon, oder Alkoxyalkylmethacrylat der Formel R1-O-R2-MA, worin R1 und R2 unabhängig voneinander Alkylgruppen aus 1 bis 6 Kohlenstoffatomen sind und MA Methacrylat ist.

Die vorliegende Erfindung beinhaltet ebenfalls ein Hydrogel mit mehr als 90 Molprozent Einheiten aus 2,3-Dihydroxypropylmethacrylat und bis zu 10 Molprozent N-Vinylpyrrolidon oder Alkoxyalkylmethacrylat der Formel R1-O-R2-MA, worin R1 und R2 unabhängig voneinander Alkylgruppen aus 1 bis 6 Kohlenstoffatomen sind und MA Methacrylat ist, wobei das Polymer einen Wassergehalt von mindestens 60 Gewichtsprozent des Polymers aufweist.

Es wird auch eine Kontaktlinse bestehend aus einem Homopolymer aus 2,3-Dihydroxypropylmethacrylat angegeben, wobei das Polymer einen Wassergehalt von mindestens 60% und ein Wassergleichgewicht von über ca. 8 bezogen auf dasjenige von p-HEMA aufweist.

In der vorliegenden Erfindung wird weiter ein Verfahren zur Herstellung eines Polymers mit mehr als 90 Molprozent Einheiten aus 2,3-Dihydroxypropylmethacrylat angegeben, das die Polymerisation von 2,3-Dihydroxypropylmethacrylat in Anwesenheit eines polaren aprotischen Verdünnungsmittels beinhaltet.

Es wird ebenfalls ein Verfahren zur Herstellung einer Kontaktlinse angegeben, welches die Polymerisation von GMA und eines Comonomers in Anwesenheit eines polaren aprotischen Verdünnungsmittels zur Bildung eines Copolymers und das Formen einer Kontaktlinse aus dem Copolymer beinhaltet.

Weitere Aufgaben, Merkmale und Vorteile der vorliegenden Erfindung gehen aus der nachfolgenden näheren Beschreibung bevorzugter Ausführungsformen hervor.

Kurzbeschreibung der Figuren

1 zeigt die Viskositätsänderung für Mischungen aus 2-HEMA mit GMA und NVP.

2 zeigt die Viskosität von GMA in unterschiedlichen Verdünnungsmitteln.

3 zeigt die Viskosität von GMA in unterschiedlichen Verdünnungsmitteln.

Ausführliche Beschreibung bevorzugter Ausführungsformen

Die vorliegende Erfindung beinhaltet eine Familie nichtionischer Materialien mit hohem Wassergehalt, welche eine hervorragende Formbeständigkeit, ein hohes Wassergleichgewicht und verbesserte Dreheigenschaften (Bearbeitbarkeit) aufweisen und zur Herstellung von Kontaktlinsen geeignet sind. Das Material ist ein Homopolymer oder Copolymer (bestehend aus 2 oder mehreren Monomertypen) mit mehr als 80 Molprozent, vorzugsweise mehr als 90 Molprozent GMA. Das Homopolymer enthält ca. 100 Molprozent des GMA. Als Comonomere, die mit dem GMA polymerisiert werden können, sind jegliche Comonomere geeignet, die mit GMA polymerisierbar sind.

Die erfindungsgemässen Homopolymere und Copolymere weisen im allgemeinen einen Wassergehalt von mindestens ca. 60 Prozent, beispielsweise mehr als ca. 65 Gewichtsprozent oder mehr als ca. 70 Gewichtsprozent auf. Zudem weisen sie ein Wassergleichgewicht von über ca. 8 auf, im allgemeinen über 9 und sogar über 10 bezogen auf dasjenige von p-HEMA. Das Wassergleichgewicht ist im US-Patent Nr. 5 532 289 und in der Anmeldung 08/674 275, angemeldet am 1. Juli 1996 beschrieben, welche hiermit beide in ihrer Gesamtheit zitiert werden.

Aus den erfindungsgemässen Polymeren können Hydrogele, Kontaktlinsenrohlinge, halbfertige Kontaktlinsen oder fertige Kontaktlinsen hergestellt werden. Dabei kann es sich um Kontaktlinsen beliebiger Art handeln, einschliesslich sphärische, torische, multifokale und Verbandkontaktlinsen.

Die Erfinder haben entdeckt, dass Alkoxyalkylmethacrylate der Formel R1-O-R2-MA, worin R1 und R2 unabhängig voneinander Alkylgruppen mit 1 bis 6 Kohlenstoffatomen sind und MA Methacrylat ist, und reaktive Pyrrolidone wie N-Vinylpyrrolidon besonders geeignete Comonomere sind.

Die Polymere aus GMA können mit Polymerisationstechniken hergestellt werden, die dem Fachmann wohlbekannt sind. Beliebige Vernetzungsmittel oder Initiatoren können in wirksamen Mengen eingesetzt werden. Zu den geeigneten Vernetzungsmitteln gehört Ethylenglycoldimethacrylat. Vernetzungsmittel werden gewöhnlich in Mengen unter 5 Gewichtsprozent eingesetzt, im allgemeinen unter 2 Gewichtsprozent bezogen auf das Gewicht des Polymers. Als Initiatoren sind die Azoinitiatoren geeignet, wie sie in den Beispielen verwendet werden. Die Polymerisation erfolgt bei einer beliebigen Temperatur, jedoch vorzugsweise oberhalb der Raumtemperatur, beispielsweise bei über 30°C oder über ca. 40°C.

Da konzentrierte GMA-Lösungen sehr zähflüssig sind, haben die Erfinder auch ein Verfahren zur Herstellung von Polymeren mit einem hohen GMA-Gehalt entwickelt. Wie beim Glycerin ist die hohe Viskosität von GMA teilweise darauf zurück zu führen, dass die benachbarten -OH-Gruppen ein dichtes Netzwerk (aus Wasserstoffbindungen) bilden und die Polymerisation bedeutend beeinflussen, da die Molekularbewegung erheblich eingeschränkt ist.

Die Auswirkung von GMA auf die Viskosität ist in 1 ersichtlich. 1 zeigt die abweichende Auswirkung auf die Viskosität von 2-HEMA, wenn dieses mit Monomeren wie GMA und NVP gemischt wird. Die Zugabe von GMA steigert die Viskosität der HEMA-Mischung, während NVP die gegenteilige Wirkung zeigt. NVP vermindert die Viskosität von HEMA-Mischungen unter anderem deswegen, weil es keine Hydroxylgruppen enthält (d.h. aprotisch ist) und das innere Netzwerk aus Wasserstoffbindungen aufbricht, da der Lactamstickstoff eine schwächere Wasserstoffbindung aufweist. Wenn GMA in Anwesenheit von NVP polymerisiert wird, werden durch die Unterbrechung des intermolekularen Netzwerks aus Wasserstoffbindungen des GMA die Viskosität vermindert und die Polymerisationsbedingungen und die Konsistenz verbessert. Während der Anfangsphase der Polymerisation mit GMA wirkt das NVP-Comonomer als reaktives Verdünnungsmittel, welches die Mobilität des dihydroxyhaltigen Comonomers verbessert und einen höheren Polymerisationsgrad vor dem Gelieren gestattet.

Somit bezieht sich die vorliegende Erfindung auf ein Verfahren zur Herstellung von GMA-Polymeren durch Polymerisation in Anwesenheit eines reaktiven polaren aprotischen Verdünnungsmittels wie N-Vinylpyrrolidon und/oder eines nichtreaktiven polaren aprotischen Verdünnungsmittels. Protische Verdünnungsmittel können zusammen mit den aprotischen Verdünnungsmitteln verwendet werden. Im allgemeinen sollten mindestens 50 Gewichtsprozent aller Verdünnungsmittel aus einem aprotischen polaren Verdünnungsmittel bestehen, welches reaktiv oder nichtreaktiv ist.

Wie oben besprochen, bezieht sich die vorliegende Erfindung auf GMA-Homopolymere und -Copolymere für Kontaktlinsen. Die Homopolymere und Copolymere werden nachstehend besprochen.

GMA-Homopolymer:

Zur Herstellung eines GMA-Homopolymers wird das GMA mit einem oder mehreren nichtreaktiven polaren aprotischen Verdünnungsmitteln oder einem Gemisch aus solchen Verdünnungsmitteln und einem protischen Verdünnungsmittel kombiniert und polymerisiert. Nichtreaktive Verdünnungsmittel sind solche, die mit dem GMA nicht copolymerisieren und damit gewährleisten, dass ein Homopolymer aus GMA gebildet wird. Das oder die nichtreaktiven polaren Verdünnungsmittel unterbricht bzw. unterbrechen das intra-intermolekulare Netzwerk aus Wasserstoffbindungen des GMA-Monomers und vermindert bzw. setzen die Viskosität des Gemischs herab, wodurch die Mobilität der Reaktionspartner erhöht wird und eine wunschgemässere und zufälligere Polymerisation ermöglicht wird. Die Wahl des Verdünnungsmittels ist wichtig, da dieses inert sein, den Polymerisationsprozess verbessern und während der Hydratisierung wirksam entfernt werden sollte.

Zwei grundlegende, in Polymerisationen verwendbare Arten von Verdünnungsmitteln sind protische und aprotische Verdünnungsmittel. In den erfindungsgemässen Verfahren wird ein aprotisches Verdünnungsmittel verwendet. Polare aprotische Verdünnungsmittel können allein oder zusammen mit protischen Verdünnungsmitteln wie Wasser verwendet werden.

Die 2 und 3 zeigen die Viskosität von GMA mit unterschiedlichen Verdünnungsmitteln. Protische Verdünnungsmittel sind Verdünnungsmittel mit für Wasserstoffbindungen zur Verfügung stehenden Hydroxylgruppen; dazu gehören Wasser, Ethylenglycol (EG) und Gemische aus diesen. Diese Verdünnungsmittel verändern die Viskosität und beeinflussen das Netzwerk aus Wasserstoffbindungen des GMA, können jedoch auch stark zum Netzwerk aus Wasserstoffbindungen beitragen. Aprotische Verdünnungsmittel sind Verdünnungsmittel, in welchen keine Wasserstoffteile für Wasserstoffbindungen zur Verfügung stehen, beispielsweise N-Methylpyrrolidon (NMP), N,N-Dimethylformamid (DMF), Tetrahydrofuran (THF) und dergleichen. Die aprotischen Verdünnungsmittel sind vorzugsweise polar. Die aprotischen Verdünnungsmittel unterbrechen das Netzwerk aus Wasserstoffbindungen stärker, tragen wenig zum Netzwerk bei und vermindern die Viskosität des GMA-Monomers. In der vorliegenden Erfindung werden folglich polare aprotische Verdünnungsmittel wie NMP verwendet. Doch wie bereits erwähnt, können protische Verdünnungsmittel mit aprotischen Verdünnungsmitteln kombiniert werden. Ausser NMP und NVP kann jedes Alkyl- oder Alkenyl-N-substituierte Lactam als polares aprotisches Verdünnungsmittel verwendet werden.

Die 2 und 3 zeigen die durch das Mischen des GMA-Monomers sowohl mit nichtreaktiven Verdünnungsmitteln wie NMP und EG als auch mit reaktiven polaren Verdünnungsmitteln wie HEMA und NVP bewirkte Verminderung der Viskosität des GMA bei unterschiedlichen Temperaturen. Die 2 und 3 zeigen ebenfalls, dass die Viskositätsunterschiede der Gemische erwartungsgemäss mit der Temperatur abnehmen. Um bei Raumtemperatur einen Viskositätsbereich (< 20 cps) wie denjenigen von HEMA zu erreichen, sind im allgemeinen Verdünnungsmittelanteile von über 15 Gewichtsprozent notwendig. Bei Temperaturen über 45°C nehmen die Viskositätsunterschiede der unterschiedlichen Gemische jedoch ab, wodurch geringere Verdünnungsmittelkonzentrationen möglich sind.

GMA-Copolymere & -Terpolymere:

Ausser dem GMA-Homopolymer betrifft die vorliegende Erfindung auch GMA-Copolymere und -Terpolymere. Die Erfinder haben eine Vorgehensweise entwickelt, um bei einem vorwiegend aus GMA bestehenden Hydrogel einen hohen Wassergehalt zu erreichen. Diese Vorgehensweise besteht darin, das GMA entweder mit einem Monomer oder einem Gemisch aus Monomeren zu kombinieren, welche während der Polymerisation ebenfalls als Verdünnungsmittel wirken und das intra-intermolekulare Netzwerk aus Wasserstoffbindungen des GMA-Monomers und die Viskosität des Gemischs verändern und so einen hohen Verfestigungsgrad vor dem Gelieren gestatten. Die Copolymere oder Terpolymere enthalten im allgemeinen mehr als ca. 80 Molprozent GMA, vorzugsweise mehr als 90 Molprozent GMA, und bestehen beispielsweise zu 90 bis 99 Molprozent aus GMA. Die Comonomere können in Anteilen von bis zu 20 Molprozent enthalten sein, beispielsweise zwischen 0,05 und 20 Molprozent, oder zwischen 0,5 und 10 Molprozent oder zwischen 1 und 8 Molprozent.

Es können beliebige Comonomere oder Mischungen aus Comonomeren verwendet werden, die mit GMA polymerisierbar sind, sofern das sich ergebende Copolymer/Terpolymer für Kontaktlinsen geeignete physikalische, optische und Bearbeitungseigenschaften aufweist. Der Begriff Copolymere bezeichnet Polymere aus mindestens zwei Monomeren, einschliesslich Terpolymere aus drei Monomeren und aus mehr als drei Monomeren zusammengesetzte Polymere.

Geeignete Comonomere umfassen Pyrrolidonderivate wie NVP (N-Vinylpyrrolidon) und Alkoxyalkylmethacrylate der Formel R1-O-R2-MA, worin R1 eine Alkylgruppe mit 1 bis 6, vorzugsweise 1–4 Kohlenstoffatomen wie Methyl, Ethyl, n-Propyl, n-Butyl, und R2 eine Alkylgruppe mit 1 bis 6, vorzugsweise 1–4 Kohlenstoffatomen wie Ethyl und Propyl ist, und MA Methacrylat.

Die Zugabe von N-Vinylpyrrolidon (NVP) und Alkoxyalkylmethacrylaten wie Ethoxyethylmethacrylat (EOEMA) ergibt eine verbesserte Bearbeitbarkeit, während die hohen Wassergehalts- und Wassergleichgewichtswerte der Copolymere erhalten bleiben. Während der Polymerisation zur Herstellung der Copolymere kann die Viskosität der Monomergemische durch die Zugabe von protischen oder aprotischen Verdünnungsmitteln wie NMP, EG oder Wasser weiter optimiert werden. Während der Polymerisation sollte ein reaktives und/oder nichtreaktives aprotisches Verdünnungsmittel verwendet werden. NMP und NVP verändern die Viskosität und steigern die Reaktivität des Gemischs (siehe Kloosterboer et al., Phillips Tech. Rev., 40, 298 (1982)). Auch das EOEMA verändert die Viskosität des Gemischs und verbessert so die Mobilität der Reaktionspartner.

Mit Techniken, die dem Fachmann bekannt sind, können aus den erfindungsgemässen GMA-Homo- und Copolymeren Kontaktlinsenrohlinge, halbfertige Linsen und Kontaktlinsen hergestellt werden. Siehe beispielsweise US-A-5 532 2890, welche hiermit als Ganzes zitiert wird.

Die erfindungsgemässen Kontaktlinsen weisen geringe Proteinablagerungen, ein hohes Wassergleichgewicht (niedrige Wasserverdunstungs- und hohe Rehydratisierungsgeschwindigkeit) und eine wesentlich geringere Tendenz zur Austrocknung der Hornhaut bei Patienten mit permanent getragenen weichen Kontaktlinsen auf. Durch die Verwendung eines polaren aprotischen Verdünnungsmittels bzw. polarer aprotischer Verdünnungsmittel können Wassergehalte von über 70% oder über 72 oder 74% erzielt werden. Bei der Herstellung der Kontaktlinse können ein oder mehrere UV-absorbierende(s) Monomer(e) sowie ein oder mehrere farbgebende(s) Pigment(e) verwendet werden, wie dies dem Fachmann geläufig ist. Die Erfindung wird anhand der folgenden Beispiele illustriert, welche die Erfindung veranschaulichen, jedoch nicht einschränken.

BEISPIEL 1 Herstellung eines GMA-Homopolymers mit 74% Wassergehalt

91,7 Gramm GMA wurden mit 8,2 Gramm NMP und 0,03 Gramm 1,1'-Azobiscyclohexancarbonitril als Initiator gemischt. Der Gesamtgehalt an Diester wurde mit Ethylenglycoldimethacrylat (EGDMA) auf 0.07 Gewichtsprozent eingestellt. Das Gemisch wurde unter kräftigem Rühren entgast. Das Gemisch wurde in zylindrische Formen gegossen, während 10 Stunden bei 50°C polymerisiert und während 5 Stunden bei 100°C nachgehärtet. Das Polymer wurde dann ausgeformt und zu Kontaktlinsenrohlingen (buttons) geformt. Die mechanische Formgebung beinhaltete das Schneiden des Polymers in Zylinder von 0,5 bis 0,65 Zoll (1,27 bis 1,65 cm) Durchmesser und 0,1 bis 0,2 Zoll (0,25 bis 0,51 cm) Dicke.

Die Rohlinge wurden während 5 Stunden bei 100°C weiter gehärtet. Nach dem Aushärten wurden die ebenen parallelen Flächen der Buttons (Rohlinge) senkrecht zu den Zylinderwänden auf die gewünschten Abmessungen zugeschliffen.

BEISPIEL 2 Herstellung eines GMA/NVP-Copolymers mit 69% Wassergehalt

91,8 Gramm GMA wurden mit 3,4 Gramm NVP und 4,8 Gramm Wasser gemischt. Es wurden 0,03 Gramm 2,2-Azobis(2,4-dimethylvaleronitril) zum Gemisch hinzugefügt und der Gesamtgehalt an Diester mit Ethylenglycoldimethacrylat (EGDMA) auf 0.3 Gewichtsprozent eingestellt. Das Gemisch wurde unter kräftigem Rühren entgast. Das Gemisch wurde in zylindrische Formen gegossen, während 10 Stunden bei 30°C polymerisiert und während 5 Stunden bei 100°C nachgehärtet. Das Polymer wurde dann ausgeformt und zu Kontaktlinsenrohlingen geformt. Die mechanische Formgebung beinhaltete das Schneiden des Polymers in Zylinder von 0,5 bis 0,65 Zoll (1,27 bis 1,65 cm) Durchmesser und 0,1 bis 0,2 Zoll (0,25 bis 0,51 cm) Dicke. Die Rohlinge wurden während 5 Stunden bei 100°C weiter gehärtet. Das Polymer wurde dann ausgeformt und wie zuvor beschrieben zu Kontaktlinsenrohlingen geformt.

BEISPIEL 3 Herstellung eines GMA/NVP-Copolymers mit 74% Wassergehalt

90,1 Gramm GMA wurden mit 3,3 Gramm NVP und 6,5 Gramm NMP gemischt. Dem Gemisch wurden 0,03 Gramm 1,1'-Azobiscyclohexancarbonitril zugegeben. Der Gesamtgehalt an Diester wurde mit Ethylenglycoldimethacrylat (EGDMA) auf 0.08 Gewichtsprozent eingestellt. Das Gemisch wurde unter kräftigem Rühren entgast. Das Gemisch wurde in zylindrische Formen gegossen, während 10 Stunden bei 50°C polymerisiert und während 5 Stunden bei 100°C nachgehärtet. Dann wurde das Polymer ausgeformt und wie im Beispiel 1 beschrieben zu Kontaktlinsenrohlingen geformt.

BEISPIEL 4 Herstellung eines GMA/NVP-Copolymers

90,1 Gramm GMA wurden mit 3,3 Gramm NVP und 6,5 Gramm DMF gemischt. Dem Gemisch wurden 0,03 Gramm 1,1'-Azobiscyclohexancarbonitril zugegeben. Der Gesamtgehalt an Diester wurde mit Ethylenglycoldimethacrylat (EGDMA) auf 0,07 Gewichtsprozent eingestellt. Das Gemisch wurde unter kräftigem Rühren entgast. Das Gemisch wurde in zylindrische Formen gegossen, während 10 Stunden bei 50°C polymerisiert und während 5 Stunden bei 100°C nachgehärtet. Dann wurde das Polymer ausgeformt und wie im Beispiel 1 beschrieben zu Kontaktlinsenrohlingen geformt.

BEISPIEL 5 Herstellung eines GMA/NVP-Copolymers

90,1 Gramm GMA wurden mit 3,3 Gramm NVP und 6,5 Gramm Ethylenglycol gemischt. Dem Gemisch wurden 0,03 Gramm 1,1'-Azobiscyclohexancarbonitril zugegeben. Der Gesamtgehalt an Diester wurde mit Ethylenglycoldimethacrylat (EGDMA) auf 0,07 Gewichtsprozent eingestellt. Das Gemisch wurde unter kräftigem Rühren entgast. Das Gemisch wurde in zylindrische Formen gegossen, während 10 Stunden bei 50°C polymerisiert und während 5 Stunden bei 100°C nachgehärtet. Dann wurde das Polymer ausgeformt und wie im Beispiel 1 beschrieben zu Kontaktlinsenrohlingen geformt.

BEISPIEL 6 Herstellung eines GMA/EOEMA-Copolymers mit 72% Wassergehalt

89.6 Gramm GMA wurden mit 4,6 Gramm EOEMA und 5,7 Gramm NMP gemischt. Dem Gemisch wurden 0,03 Gramm 1,1'-Azobiscyclohexancarbonitril zugegeben und der Gesamtgehalt an Diester mit Ethylenglycoldimethacrylat (EGDMA) auf 0,07 Gewichtsprozent eingestellt. Das Gemisch wurde unter kräftigem Rühren entgast. Das Gemisch wurde in zylindrische Formen gegossen, während 10 Stunden bei 50°C polymerisiert und während 5 Stunden bei 100°C nachgehärtet. Dann wurde das Polymer ausgeformt und wie im Beispiel 1 beschrieben zu Kontaktlinsenrohlingen geformt.

BEISPIEL 7 Herstellung eines GMA/NVP-Copolymers mit 74% Wassergehalt

90,1 Gramm GMA wurden mit 3,3 Gramm NVP und 6,5 Gramm NMP gemischt. Dem Gemisch wurden 0,03 Gramm 1,1'-Azobiscyclohexancarbonitril zugegeben. Der Gesamtgehalt an Diester wurde mit Ethylenglycoldimethacrylat (EGDMA) auf 0,07 Gewichtsprozent eingestellt. Das Gemisch wurde unter kräftigem Rühren entgast. Das Gemisch wurde in zylindrische Formen gegossen, während 10 Stunden bei 50°C polymerisiert und während 5 Stunden bei 100°C nachgehärtet. Dann wurde das Polymer ausgeformt und wie im Beispiel 1 beschrieben zu Kontaktlinsenrohlingen geformt.

BEISPIEL 8 Herstellung eines GMA/NVP/EOEMA-Terpolymers mit 73% Wassergehalt

87,0 Gramm GMA wurden mit 3,3 Gramm NVP, 2,0 Gramm EOEMA und 6,5 Gramm NMP gemischt. Dem Gemisch wurden 0,03 Gramm 1,1'-Azobiscyclohexancarbonitril zugegeben und der Gesamtgehalt an Diester mit Ethylenglycoldimethacrylat (EGDMA) auf 0,08 Gewichtsprozent eingestellt. Das Gemisch wurde unter kräftigem Rühren entgast. Das Gemisch wurde in zylindrische Formen gegossen, während 10 Stunden bei 50°C polymerisiert und während 5 Stunden bei 100°C nachgehärtet. Das Polymer wurde dann ausgeformt und wie zuvor beschrieben zu Kontaktlinsenrohlingen geformt.

Die Formulierungen der Beispiele 1–8 sind in Tabelle 1 zusammengefasst. Die Eigenschaften sind in Tabelle 2 aufgeführt.

Das Wassergleichgewicht wurde wie folgt ermittelt.

  • 1. Zweck: Diese Prüfung bezweckte die Ermittlung der Wassergleichgewichtsfähigkeit der Hydrogel-Linsen mittels gravimetrischer Techniken. Das Wassergleichgewicht ist definiert als das Verhältnis zwischen der Zeit, die vergeht, bis eine Linse um 10% ihres Wassergewichts dehydratisiert ist, und der Zeit, die vergeht, bis sie wieder gesättigt ist. Die Werte beziehen sich auf p-HEMA (Polymacon, 38%), welches als Kontrolle diente.

    Es ist wichtig, dass die Umgebungsbedingungen für die Prüfung genau gleich bleiben und dass alle Proben unter den gleichen kontrollierten Bedingungen gemessen werden. Die festgelegten Bedingungen sind 21° ± 2°C und 40 ± 5% RH.
  • 2. Testgeräte: Hochpräzise, geeichte Waage (beispielsweise Sartorius, Mettler usw.) mit einer Genauigkeit von 0,0001 Gramm. Die Waage sollte in einer Umgebung mit kontrollierter Temperatur und relativer Feuchte von 21°C ± 2° und 40 ± 5% relativer Feuchte aufgestellt sein.
  • 3. Herstellung von Probelinsen: Für jedes Material wurden Linsen gleichmässiger Dicke auf der Basis von Ausdehnungsfaktoren erstellt, um eine Linse mit einer (gleichmässigen) Dicke von 0,1 mm im feuchten Zustand zu erhalten. Die fertigen trockenen Linsen wurden gereinigt und über Nacht in gepufferter Salzlösung hydratisiert. BENZ gepufferte Salzlösung besteht aus 8,01 Gramm NaHBO3, 2,47 Gramm H3BO3 und 0,14 Gramm Na2B4O7: 10H2O in 1 l destilliertem Wasser, mit einem pH = 7,26 und einer Osmolarität von 295 mOs bei 22,5°C.
  • 4. Verfahren zur Linsendehydratisierung. Eine saubere Probelinse wird einem Salzröhrchen entnommen, an einem Haltedraht befestigt und mit einem flusenfreien Papier sanft abgetupft. Der Haltedraht wird an einer Waagschale aufgehängt und das Gewicht gewogen und aufgezeichnet. Die Linse wird um 10% ihres gesamten Wassergewichts dehydratisiert, wobei das Gewicht und die kumulierte Zeit alle 20 Sekunden aufgezeichnet werden, bis der Gewichtsverlust von 10% erreicht ist. Nachdem die Prüfung abgeschlossen ist, wird die Linse wieder in das Salzröhrchen gegeben und bis zur Sättigung rehydratisiert, wonach der Trocknungsvorgang noch mindestens zweimal wiederholt wird, um einen mittleren Gewichtsverlust zu erhalten.
  • 5. Verfahren zur Linsenrehydratisierung. Eine saubere Probelinse wird einem Salzröhrchen entnommen, an einem Haltedraht befestigt und mit einem flusenfreien Papier sanft abgetupft. Der Haltedraht wird an einer Waagschale aufgehängt und die Linse gewogen, um das Gewicht der gesättigten Linse zu bestimmen. Das Gewicht wird aufgezeichnet. Die Linse wird um 10% ihres Wassergewichts (gesättigtes Gewicht × Wassergehalt × 10%) dehydratisiert. Das Gewicht wird aufgezeichnet. Der Haltedraht wird von der Waage abgenommen und die Linse während 10 Sekunden in gepufferte Salzlösung eingetaucht. Die Linse wird aus der Salzlösung entnommen, mit einem flusenfreien Papier sanft abgetupft und gewogen. Das Gewicht und die Hydratisierungszeit werden aufgezeichnet. Nachdem das Gewicht aufgezeichnet wurde, wird die Linse nochmals 10 Sekunden eingetaucht. Nach dem Abtupfen werden das Gewicht und die kumulierte Hydratisierungszeit aufgezeichnet. Dieser Vorgang wird fortgesetzt, bis das gesättigte Gewicht der Linse erreicht ist. Der vollständige Vorgang wird dreimal wiederholt, um eine mittlere Gewichtszunahme zu erhalten.
  • 6. Ergebnisse: Das Wassergleichgewichtsverhältnis eines Materials ergibt sich durch Teilen der Zeit (in Minuten) zur Dehydratisierung um 10% ausgehend von der Sättigung durch die Zeit (in Minuten) zur Rehydratisierung ausgehend von 90% Sättigung. Diese Verhältniszahl wird mit dem p-HEMA als Kontrolle verglichen.

Mit Ausnahme von Beispiel 2 (69%) weisen alle Beispiele einen Wassergehalt von über 70% und höhere relative Wassergleichgewichtswerte als p-GMA/2-HEMA auf (Wassergehalt von 69%, im US-Patent Nr. 5 532 289 beschrieben).

Die erfindungsgemässen Kontaktlinsen haben ein unerwartet hohes Wassergleichgewicht, d.h. über ca. 8. Dieses hohe Wassergleichgewicht war sehr unvorhergesehen und wurde von den Erfindern erst nach der Herstellung von Kontaktlinsen aus den beschriebenen GMA-Materialien entdeckt. Kontaktlinsen aus den erfindungsgemässen Materialien gestatten zahlreiche Verbesserungen, einschliesslich: hohes Wassergleichgewicht, hoher Wassergehalt, geringere Trübung der Linsen, einfache Linsenbearbeitung und höhere Materialfestigkeit.

Während mehrere Ausführungsformen der Erfindung beschrieben worden sind, sind weitere Änderungen derselben selbstverständlich möglich, und diese Anmeldung soll alle Abwandlungen, Anwendungen oder Anpassungen der Erfindung umfassen, die allgemein den Prinzipien der Erfindung entsprechen, und auch solche Abweichungen von der vorliegenden Beschreibung einschliessen, die im Fachgebiet der Erfindung bekannt oder gebräuchlich sind und auf die vorangehend dargelegten und im Umfang der Erfindung oder in den Grenzen der beigefügten Ansprüche enthaltenen wesentlichen Merkmale anwendbar sind.


Anspruch[de]
  1. Kontaktlinse aus einem Copolymer, dadurch gekennzeichnet, dass das Copolymer der Kontaktlinse mehr als ca. 80 Molprozent eingebautes 2,3-Dihydroxypropylmethacrylat und zwischen ca. 0,05 und ca. 20 Molprozent eingebautes Alkoxyalkylmethacrylat der Formel R1-O-R2-MA enthält, worin R1 und R2 unabhängig voneinander ausgewählte Alkylgruppen mit 1 bis 6 Kohlenstoffatomen sind und MA Methacrylat ist.
  2. Kontaktlinse nach Anspruch 1, worin die Kontaktlinse einen Wassergehalt von mindestens ca. 60 Gewichtsprozent der Kontaktlinse aufweist und das Copolymer mindestens ca. 90 Molprozent des eingebauten 2,3-Dihydroxypropylmethacrylats enthält.
  3. Kontaktlinse nach Anspruch 1, worin die Kontaktlinse nichtionisch ist und ein Wassergleichgewicht von über ca. 8 bezogen auf das Poly-2-Hydroxyethylmethacrylat aufweist.
  4. Kontaktlinse nach Anspruch 1, worin die Kontaktlinse einen Wassergehalt von mehr als ca. 65 Gewichtsprozent aufweist.
  5. Kontaktlinse nach Anspruch 1, worin die Kontaktlinse einen Wassergehalt von mehr als ca. 70 Gewichtsprozent aufweist.
  6. Kontaktlinse nach Anspruch 1, worin das Copolymer ca. 0,5 bis 10 Molprozent Alkoxyalkylmethacrylat enthält.
  7. Kontaktlinse nach Anspruch 1, worin das Copolymer ausserdem ein eingebautes Vernetzungsmittel enthält.
  8. Kontaktlinse nach Anspruch 7, worin das eingebaute Vernetzungsmittel Ethylenglycoldimethacrylat ist.
  9. Kontaktlinse nach Anspruch 6, worin das Alkoxyalkylmethacrylat Ethoxyethylmethacrylat enthält.
  10. Hydrogel mit einem Wassergehalt von mindestens ca. 60 Gewichtsprozent des Polymers, wobei das Polymer aus über ca. 80 Molprozent 2,3-Dihydroxypropylmethacrylat und ca. 0,05 bis 20 Molprozent eines Alkoxyalkylmethacrylats der Formel R1-O-R2-MA zusammengesetzt ist, worin R1 und R2 unabhängig voneinander Alkylgruppen aus 1 bis 6 Kohlenstoffatomen sind und MA Methacrylat ist.
  11. Hydrogel nach Anspruch 10, worin das Polymer zu über ca. 90 Molprozent aus 2,3-Dihydroxypropylmethacrylat besteht.
  12. Kontaktlinse nach Anspruch 1, worin das Copolymer mehr als ca. 92 Molprozent 2,3-Dihydroxypropylmethacrylat enthält und die Kontaktlinse ausserdem einen Wassergehalt von mindestens ca. 60 Gewichtsprozent der Kontaktlinse aufweist.
  13. Kontaktlinse nach Anspruch 12, worin die Kontaktlinse ein Wassergleichgewicht von über ca. 8 bezogen auf das Poly-2-Hydroxyethylmethacrylat aufweist.
  14. Kontaktlinse nach Anspruch 1, worin das Copolymer ausserdem ein eingebautes N-Alkenylpyrrolidon enthält und die Gesamtmenge an eingebautem N-Alkenylpyrrolidon und Alkoxyalkylmethacrylat im Copolymer weiterhin zwischen ca. 0,05 und ca. 20 Molprozent liegt.
  15. Kontaktlinse nach Anspruch 14, worin die Kontaktlinse einen Wassergehalt von mindestens ca. 60 Gew.-% der Kontaktlinse aufweist und das Copolymer mindestens ca. 90 Molprozent des eingebauten 2,3-Dihydroxypropylmethacrylats enthält.
  16. Kontaktlinse nach Anspruch 14, worin das Copolymer ca. 0,5 bis 10 Molprozent N-Alkenylpyrrolidon und Alkoxyalkylmethacrylat enthält.
  17. Kontaktlinse nach Anspruch 14, worin das Copolymer ausserdem ein eingebautes Vernetzungsmittel enthält.
  18. Kontaktlinse nach Anspruch 17, worin das Vernetzungsmittel Ethylenglycoldimethacrylat ist.
  19. Kontaktlinse nach Anspruch 14, worin das N-Alkenylpyrrolidon N-Vinylpyrrolidon ist.
  20. Kontaktlinse nach Anspruch 14, worin das Alkoxyalkylmethacrylat Ethoxyethylmethacrylat ist.
  21. Kontaktlinse nach Anspruch 23, worin das N-Alkenylpyrrolidon N-Vinylpyrrolidon ist.
  22. Verfahren zur Herstellung eines Kontaktlinsenrohlings, enthaltend die Polymerisation einer Mischung aus Monomeren zur Bildung eines Polymers, dadurch gekennzeichnet, dass das Polymer mehr als ca. 80 Molprozent eingebautes 2,3-Dihydroxypropylmethacrylat und zwischen ca. 0,05 und ca. 20 Molprozent eingebautes Alkoxyalkylmethacrylat der Formel R1-O-R2-MA enthält, worin R1 und R2 unabhängig voneinander aus der Gruppe der Alkylgruppen mit 1 bis 6 Kohlenstoffatomen ausgewählt sind und MA Methacrylat ist; und das mechanische Formen des Kontaktlinsenrohlings aus dem Polymer.
  23. Verfahren zur Herstellung eines Kontaktlinsenrohlings nach Anspruch 22, worin die Mischung aus Monomeren in Gegenwart eines polaren aprotischen Verdünnungsmittels polymerisiert wird.
  24. Verfahren zur Herstellung eines Kontaktlinsenrohlings nach Anspruch 23, worin das polare aprotische Verdünnungsmittel aus der Gruppe bestehend aus Tetrahydrofuran, N,N-Dimethylformamid, N-Alkyllactamen und Kombinationen derselben ausgewählt ist.
  25. Verfahren zur Herstellung eines Kontaktlinsenrohlings nach Anspruch 23, worin das polare aprotische Verdünnungsmittel N-Methylpyrrolidon enthält.
  26. Verfahren zur Herstellung eines Kontaktlinsenrohlings nach Anspruch 23, worin die Mischung aus Monomeren in Gegenwart eines polaren protischen Verdünnungsmittels polymerisiert wird.
  27. Verfahren zur Herstellung eines Kontaktlinsenrohlings nach Anspruch 26, worin das polare protische Verdünnungsmittel Wasser enthält.
  28. Verfahren zur Herstellung eines Kontaktlinsenrohlings nach Anspruch 22, worin das Polymer ausserdem ein eingebautes Vernetzungsmittel enthält.
  29. Verfahren zur Herstellung eines Kontaktlinsenrohlings nach Anspruch 28, worin das Vernetzungsmittel Ethylenglycoldimethacrylat ist.
  30. Verfahren zur Herstellung einer Kontaktlinse, enthaltend die Herstellung des Kontaktlinsenrohlings nach Anspruch 22 und das mechanische Formen der Kontaktlinse aus dem Kontaktlinsenrohling.
  31. Verfahren zur Herstellung eines Kontaktlinsenrohlings nach Anspruch 22, worin das Polymer ausserdem ein eingebautes N-Alkenylpyrrolidon enthält und die Gesamtmenge an eingebautem N-Alkenylpyrrolidon und Alkoxyalkylmethacrylat im Copolymer weiterhin zwischen ca. 0,05 und ca. 20 Molprozent liegt.
  32. Verfahren zur Herstellung eines Kontaktlinsenrohlings nach Anspruch 31, worin die Mischung aus Monomeren in Gegenwart eines nichtreaktiven polaren aprotischen Verdünnungsmittels polymerisiert wird.
  33. Verfahren zur Herstellung eines Kontaktlinsenrohlings nach Anspruch 32, worin das nichtreaktive polare aprotische Verdünnungsmittel aus der Gruppe bestehend aus Tetrahydrofuran, N,N-Dimethylformamid, N-Alkyllactamen und Kombinationen derselben ausgewählt ist.
  34. Verfahren zur Herstellung eines Kontaktlinsenrohlings nach Anspruch 32, worin das nichtreaktive polare aprotische Verdünnungsmittel N-Methylpyrrolidon enthält.
  35. Verfahren zur Herstellung eines Kontaktlinsenrohlings nach Anspruch 34, worin die Mischung aus Monomeren in Gegenwart eines polaren protischen Verdünnungsmittels polymerisiert wird.
  36. Verfahren zur Herstellung eines Kontaktlinsenrohlings nach Anspruch 35, worin das polare protische Verdünnungsmittel Wasser enthält.
  37. Verfahren zur Herstellung eines Kontaktlinsenrohlings nach Anspruch 31, worin das Polymer ausserdem ein eingebautes Vernetzungsmittel enthält.
  38. Verfahren zur Herstellung eines Kontaktlinsenrohlings nach Anspruch 37, worin das Vernetzungsmittel Ethylenglycoldimethacrylat ist.
  39. Verfahren zur Herstellung einer Kontaktlinse, enthaltend die Herstellung des Kontaktlinsenrohlings nach Anspruch 31 und das mechanische Formen der Kontaktlinse aus dem Kontaktlinsenrohling.
  40. Kontaktlinsenrohling, hergestellt nach dem Verfahren nach Anspruch 22.
  41. Kontaktlinsenrohling, hergestellt nach dem Verfahren nach Anspruch 31.
Es folgen 3 Blatt Zeichnungen






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