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Dokumentenidentifikation DE102004060653A1 06.07.2006
Titel Schalungsanordnung und Verfahren zum Aufbauen einer Schalungsanordnung
Anmelder Doka Industrie GmbH, Amstetten, AT
Vertreter HOFFMANN & EITLE, 81925 München
DE-Anmeldedatum 16.12.2004
DE-Aktenzeichen 102004060653
Offenlegungstag 06.07.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 06.07.2006
IPC-Hauptklasse E21D 11/10(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
Zusammenfassung Die Erfindung stellt eine Schalungsanordnung (1) zur Herstellung von hohlen Stahl- oder Spannbetontragwerken (2), insbesondere Tunneln oder dergleichen, bereit, mit einer Trageinrichtung (4), die eine Absenkeinrichtung (6) zum Einstellen der Höhenlage der Trageinrichtung (4) aufweist, mindestens einem Schalungselement (8) und Mitteln (10) zum Befestigen des mindestens einen Schalungselements (8) an der Trageinrichtung (4), dadurch gekennzeichnet, dass die Schalungsanordnung (1) eine Führungseinrichtung (12) aufweist, die mit der Trageinrichtung (4) verbunden ist und entlang der das mindestens eine Schalungselement (8) zumindest abschnittweise in einer Verschiebeebene verschiebbar ist.

Beschreibung[de]
Technisches Gebiet

Die vorliegende Erfindung betrifft eine Schalungsanordnung zur Herstellung von hohlen Stahl- oder Spannbetontragwerken nach dem Oberbegriff von Anspruch 1 sowie ein Verfahren zum Aufbauen einer solchen Schalungsanordnung.

Zur Herstellung hohler Stahl- oder Spannbetontragwerke wie Tunnelröhren oder -schalen, Schächten oder dergleichen kommen insbesondere bei längeren Tragwerken häufig sogenannte Schalwagen zum Einsatz. Diese tragen meist die gesamte Schalung für einen bestimmten Betonierabschnitt und können beispielsweise auf Rollen von einem Betonierabschnitt in den nächsten verschoben werden.

Eine gattungsbildende Schalungsanordnung ist in der DE 208 09 223 U1 offenbart. Diese betrifft einen Schalwagen mit einem Grundgerüst, an welchem mehrere Schalungselemente über Zwischenträger, Gelenke, Verbindungselemente etc. angebracht sind. Der offenbarte Schalwagen wird außerhalb eines Hohlraums, in welchem das Stahl- oder Spannbetontragwerk hergestellt werden soll, aufgebaut und anschließend in diesen eingefahren.

Im modernen Tunnelbau kommen häufig wechselnde Tunnelquerschnitte zum Einsatz, beispielsweise um Notfallspuren, Sicherheitsräume oder dergleichen zu ermöglichen, deren Querschnitt meist größer ist als der Regelquerschnitt der Tunnelröhre. Zur Herstellung dieser vergrößerten Querschnitte ist ein Umbau des jeweiligen Schalwagens erforderlich. Dieser Umbau muss zumindest teilweise innerhalb des Hohlraums bzw. der bereits fertiggestellten Tunnelröhre erfolgen, da der Schalwagen mit vergrößertem Querschnitt nicht außerhalb des Hohlraums aufgebaut und durch die bereits vorhandene Tunnelröhre (mit kleinerem Querschnitt) eingefahren werden kann. Der Umbau des Schalwagens innerhalb der bereits vorhandenen Tunnelröhre bzw. des jeweiligen Hohlraumes ist angesichts der extrem beengten Platzverhältnisse sehr umständlich und zeitraubend. Darüber hinaus wird für den Umbau eigens ein Kran benötigt, wodurch die Platzverhältnisse weiter eingeengt werden und zusätzlicher Aufwand, Zeitverlust und Kosten entstehen. Nicht zuletzt bestehen im Hinblick auf das Umsetzen des schwergewichtigen, meist großformatigen Schalungselementes unter Einsatz eines Krans innerhalb des Tunnelbauwerks auch Bedenken hinsichtlich der Arbeitssicherheit.

Es wurde in der Vergangenheit versucht, dieses Problem durch den Einsatz von Schalwagen mit teleskopierbarer Schalung abzumildern. Dies führt allerdings zu einer sehr aufwändigen Konstruktion des Schalwagens, und darüber hinaus sind auch bei teleskopierbarer Schalung zusätzliche Schalungselemente zur Erzielung des vergrößerten Querschnitts erforderlich, die weiterhin den Einsatz schwerer Hebezeuge erforderlich machen. Derartige Schalwagen mit teleskopierbarer Schalung sind beispielsweise in H. Bauer: Baubetrieb, Springerverlag, Berlin, 2. Auflage 1995, Seite 308 ff. offenbart.

Darstellung der Erfindung

Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Schalungsanordnung und ein Verfahren der eingangs genannten Art bereitzustellen, die auch bei wechselnden Tunnelquerschnitten einen vereinfachten und zügigen Bauablauf ermöglichen.

Diese Aufgabe wird gemäß der vorliegenden Erfindung durch eine Schalungsanordnung mit den Merkmalen von Anspruch 1 sowie ein Verfahren zum Aufbauen einer Schalungsanordnung mit den Merkmalen von Anspruch 11 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen angegeben.

Der Erfindung liegt der Gedanke zugrunde, die Schalungsanordnung derart auszugestalten, dass sie während einer Umbauphase der Schalungsanordnung selbst dazu beiträgt, die Schalungselemente in eine neue Betonierposition bzw. eine benachbart zu dieser gelegene Ausgangsposition zu bringen. Zu diesem Zweck ist erfindungsgemäß vorgesehen, dass die Schalungsanordnung eine Führungsanordnung aufweist, die mit der Trageinrichtung verbunden ist und entlang der das mindestens eine Schalungselement zumindest abschnittsweise in einer Verschiebeebene verschiebbar ist. Mittels dieser „Elementrutsche" ist es möglich, dass selbst schwerere Schalungselemente unter Einsatz einfacher Mittel, wie beispielsweise einer Winde, oder gar manuell während des Umbaus der Schalungsanordnung in eine neue Position gebracht werden, die an dem vergrößerten Sollquerschnitt angepasst ist. Auf ein freischwebendes Anheben und Versetzen der Schalungselemente unter Einsatz eines Krans oder dergleichen kann daher verzichtet werden, sodass die Notwendigkeit eines speziellen Krans entfällt und der Bauablauf bzw. die Umbauzeit insgesamt vereinfacht und beschleunigt wird. Darüber hinaus ermöglicht die erfindungsgemäße Führungseinrichtung auch ein deutlich erhöhtes Maß an Arbeitssicherheit.

Das Verschieben der Schalungselemente entlang der Führungseinrichtung kann im Rahmen der vorliegenden Erfindung prinzipiell in einer beliebigen Richtung erfolgen. Im Hinblick auf einen platzsparenden und zügigen Auf- bzw. Umbauvorgang der Schalungsanordnung ist gemäß einer Weiterbildung der vorliegenden Erfindung jedoch vorgesehen, dass sich die Verschiebeebene der Führungseinrichtung im Wesentlichen senkrecht zu einer Vorschubrichtung erstreckt, in welcher die Trageinrichtung verfahrbar ist.

Gemäß einer weiteren Ausgestaltung der vorliegenden Erfindung ist vorgesehen, dass die Führungseinrichtung eine Mehrzahl von Trägern aufweist. Dabei ist es besonders bevorzugt, dass die Träger gerollt sind, da sie auf diese Weise in eine weitgehend beliebige, gekrümmte Form gebracht werden können, die sich beispielsweise an den Querschnitt des jeweiligen Hohlraums bzw. späteren Tragwerks annähert. Dabei weisen die Träger bevorzugt einen I-förmigen oder U-förmigen Querschnitt auf, da hierdurch eine besonders gute Führungswirkung erzielt werden kann. Die Querschnittsausnehmungen der I- bzw. U-Träger können dabei vorteilhaft als Führungsmittel dienen.

Obgleich das Verschieben der Schalungselemente entlang der Führungseinrichtung im Rahmen der Erfindung auf beliebige Weise erfolgen kann, ist gemäß einer Weiterbildung der vorliegenden Erfindung vorgesehen, dass die Schalungsanordnung ferner eine Antriebseinrichtung aufweist, um das mindestens eine Schalungselement entlang der Führungseinrichtung zu bewegen. Durch die Integration einer Antriebseinrichtung in die Schalungsanordnung kann auf jegliche separate Hebezeuge verzichtet werden, und die Antriebseinrichtung kann genau auf die Anforderungen der jeweiligen Schalungsanordnung maßgeschneidert werden. Dabei ist es besonders bevorzugt, dass die Antriebseinrichtung mindestens eine Winde mit einem flexiblen Zugelement aufweist, das an dem mindestens einen Schalungselement befestigbar ist. Durch den Einsatz einer Winde in Kombination mit einem flexiblen Zugelement ergibt sich eine besonders flexible Gestaltung der Schalungsanordnung, da die Winde an einem beliebigen Ort der Schalungsanordnung (z. B. wo sie am wenigsten stört) angeordnet werden kann, und das flexible Zugelement die Antriebskraft der Winde an jeden beliebigen Ort der Schalungsanordnung weiterleiten und dort in der jeweils geeigneten Vorschubrichtung wirken kann.

Vor diesem Hintergrund ist gemäß einer Weiterbildung der vorliegenden Erfindung vorgesehen, dass die Schalungsanordnung ferner mindestens eine Umlenkrolle zum Führen eines flexiblen Zugelements aufweist. Die Umlenkrollen können vorteilhaft derart angeordnet werden, dass die durch die Winde erzeugte Zugkraft über das flexible Seilelement stets im Wesentlichen in der Verschieberichtung der Schalungselemente aufgebracht werden kann. Hierdurch werden die im System wirkenden Kräfte ebenso wie die Anforderungen an die Winde und das flexible Zugelement gering gehalten.

Dabei ist es besonders bevorzugt, dass die mindestens eine Umlenkrolle an den Trägern der Führungseinrichtung angeordnet ist, sodass die Zugkraft des flexiblen Zugelements mit geringer Exzentrizität auf das jeweilige Schalungselement aufgebracht werden kann und keine separaten Haltevorrichtungen für die Umlenkrollen erforderlich sind. Dabei hat es sich als besonders vorteilhaft erwiesen, die Umlenkrollen derart an den Trägern der Führungseinrichtung anzuordnen, dass sie zumindest teilweise in den Trägerquerschnitt hineinreichen, d.h. beispielsweise ganz oder teilweise innerhalb der U-Form eines Trägers liegen. Hierdurch ergibt sich eine geschützte Führung des flexiblen Zugelements sowie ein einheitlicher Lastangriffspunkt für den Antrieb der Schalungselemente in der Verschieberichtung sowie die Führung der Schalungselemente quer hierzu.

Gemäß einer weiteren Ausgestaltung der vorliegenden Erfindung weist das Schalungselement auf seiner der Schalfläche gegenüberliegenden Seite ein Rutschelement auf, das bevorzugt durch ein Blech oder dergleichen gebildet ist. Hierdurch werden die beim Verschieben des Schalungselements auftretenden Reibungskräfte vermindert und das Schalungselement wird wirksam vor Beschädigungen und Verschleiß geschützt.

Die Führungseinrichtung der erfindungsgemäßen Schalungsanordnung kann grundsätzlich dazu ausgelegt sein, die Schalungselemente auch im weiteren Baufortschritt in der Betonierposition zu halten. Um die Führungseinrichtung jedoch möglichst leichtgewichtig ausbilden zu können, ist gemäß einer Weiterbildung der vorliegenden Erfindung vorgesehen, dass die Schalungsanordnung ferner eine Hubeinrichtung zum Abheben des mindestens einen Schalungselements von der Führungseinrichtung aufweist. Auf diese Weise können die jeweiligen Schalungselemente entlang der Führungseinrichtung zunächst in eine Ausgangsposition bewegt werden und anschließend mittels der Hubeinrichtung in die endgültige Betonierposition gebracht werden, in der sie keine wesentliche Belastung mehr auf die Führungseinrichtung aufbringen.

Gemäß einer weiteren Zielrichtung stellt die vorliegende Erfindung ein Verfahren zum Aufbauen der oben beschriebenen Schalungsanordnung bereit. Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren werden eine Trageinrichtung und eine mit dieser verbundene Führungseinrichtung in einem Hohlraum bereitgestellt, in welchem das Stahl- oder Spannbetontragwerk hergestellt werden soll. Ferner wird eine Mehrzahl von Schalungselementen bereitgestellt, und die Schalungselemente werden entlang der Führungseinrichtung in eine jeweilige Ausgangsposition verschoben, die nahe zu einer jeweiligen Betonierposition gelegen ist. Unter Betonierposition ist dabei diejenige Position zu verstehen, in der sich das Schalungselement beim Betonieren des Tragwerks befindet und diesem somit die entsprechende Form verleiht. Ferner werden bei dem erfindungsgemäßen Verfahren benachbarte Schalungselemente miteinander verbunden, und/oder es werden zumindest einige Schalungselemente mit der Trageinrichtung verbunden. Dies erfolgt bevorzugt nach dem Einrichten der Schalungselemente in die Betonierposition.

Die vorliegende Erfindung stellt somit ein Verfahren bereit, mit welchem eine Schalungsanordnung weitgehend ohne Einsatz schwerer Hebezeuge wie Krane oder dergleichen innerhalb eines Hohlraums problemlos und zügig aufgebaut werden kann.

Gemäß einer Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens werden die Schalungselemente vor dem Verbinden mit benachbarten Schalungselementen und/oder der Trageinrichtung von der Führungseinrichtung abgehoben. Durch diese zweistufige Vorgehensweise wird zunächst unter Einsatz der Führungseinrichtung eine Vorpositionierung vorgenommen, welche die spätere, genaue Positionierung der Schalungselemente in ihrer Betonierposition vereinfacht. Gleichzeitig wird durch das Abheben der Schalungselemente von der Führungseinrichtung sichergestellt, dass die Führungseinrichtung nicht den hohen, beim Betonieren auftretenden Lasten ausgesetzt wird und daher vergleichsweise leichtgewichtig ausgeführt werden kann und nicht beschädigt wird.

Obgleich das erfindungsgemäße Verfahren auch in Hohlräumen bzw. Tragwerken mit konstantem Querschnitt vorteilhaft angewendet werden kann, ist gemäß einer besonders bevorzugten Weiterbildung der vorliegenden Erfindung vorgesehen, dass das Verschieben und Verbinden der Schalungselemente in einem Abschnitt des Hohlraumes erfolgt, der einen größeren Querschnitt besitzt als ein benachbarter, in der Richtung des Einfahrens gelegener Abschnitt des Hohlraumes. Dabei ist zu beachten, dass die obigen Verfahrensschritte bei Fertigstellung des Abschnitts mit größerem Querschnitt in umgekehrter Reihenfolge durchgeführt werden können, um die erfindungsgemäße Schalungsanordnung zumindest teilweise abzubauen und für den nächsten Abschnitt des Hohlraums bzw. Tragwerks vorzubereiten. In diesem Falle kann das erfindungsgemäße Verfahren selbstverständlich auch in dem sich anschließenden Abschnitt des Hohlraums bzw. Tragwerks angewendet werden.

Kurze Beschreibung der Zeichnungen

1 zeigt schematisch eine Schnittansicht der erfindungsgemäßen Schalungsanordnung vor Einbau von Schalungselementen;

2 zeigt schematisch eine Seitenansicht der in 1 gezeigten Schalungsanordnung;

3 zeigt schematisch eine Seitenansicht eines Trägers der Führungseinrichtung sowie einer Umlenkrolle;

4 zeigt schematisch verschiedene Ansichten eines Rutschbleches;

5 zeigt schematisch eine teilweise Schnittansicht der erfindungsgemäßen Schalungsanordnung im Betonierzustand;

6 zeigt schematisch eine Seitenansicht der in 3 gezeigten Schalungsanordnung;

7 zeigt einen Ausschnitt aus 1 mit einem Schalungselement, das gerade entlang der Führungseinrichtung verschoben wird.

Ausführliche Beschreibung bevorzugter Ausführungsformen

Bevorzugte Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung werden nachfolgend ausführlich unter Bezugnahme auf 1 bis 6 beschrieben.

Eine Schalungsanordnung 1 als bevorzugte Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ist in 1 und 2 schematisch in einer Schnittansicht und einer Seitenansicht dargestellt. Die Schalungsanordnung 1 dient zur Herstellung hohler Stahl- oder Spannbetontragwerke, wie beispielsweise einer Tunnelröhre 2, die in 1 im Schnitt gezeigt ist. Sie umfasst eine Trageinrichtung 4, die in ihrem Grundaufbau derjenigen bekannter Schalwagen entspricht und eine Absenkeinrichtung 6, z. B. in der Form von Spindeln oder dergleichen, zum Einstellen der Höhenlage der Trageinrichtung 4 aufweist. Obgleich in 1 nicht gezeigt, ist die Schalungsanordnung 1 bzw. die Trageinrichtung 4 ferner mit Mitteln versehen, die ein Verschieben der Schalungsanordnung 1 in einer Längsrichtung des herzustellenden Tragwerks (senkrecht zu 1) ermöglichen.

Ferner umfasst die Schalungsanordnung 1 Schalungselemente 8, die in bekannter Weise einen Tragrahmen und eine Schalhaut 8', die dem Beton seine Form verleiht, aufweisen. Darüber hinaus umfasst die Schalungsanordnung Mittel 10 zum Befestigen der jeweiligen Schalungselemente 8 an der Trageinrichtung, die untenstehend unter Bezugnahme auf 5 und 6 noch ausführlicher beschrieben werden.

Wie in 1 zu erkennen ist, besitzt die Schalungsanordnung 1 eine Führungseinrichtung 12 in der Form gerollter Träger, die über Spindeln 12' mit der Trageinrichtung 4 verbunden sind. Die Träger 12 sind derart gerollt, dass sich ihre Form weitgehend der Kontur des herzustellenden Tragwerks 2 anpasst (vgl. 1). Darüber hinaus bilden die Träger 12 eine im Wesentlichen kontinuierliche, gekrümmte Gleitfläche bzw. Verschiebeebene, entlang der die jeweiligen Schalungselemente 8 verschiebbar sind. Wie in der Seitenansicht gemäß 2 zu erkennen ist, umfasst die Schalungsanordnung 1 in der vorliegenden Ausführungsform zwei Führungseinrichtungen 12, deren Träger sich im Wesentlichen senkrecht zu der Vorschubrichtung der Schalungsanordnung 1 erstrecken. Die gerollten Träger können prinzipiell eine beliebige Querschnittsform besitzen, weisen jedoch bevorzugt einen I-förmigen oder U-förmigen Querschnitt auf. Eine bevorzugte Ausführungsform eines Trägers 12 ist in 3a) in einer Seiten- und Schnittansicht dargestellt. Bei dem gezeigten Träger handelt es sich um einen gerollten I-Träger, der an seinen Enden mit Verbindungsplatten (Kopfplatten) ausgestattet ist, um den Träger mit jeweils benachbarten Trägern sowie den Spindeln 12' zu verbinden.

Weiterhin umfasst die Schalungsanordnung 1 eine Antriebseinrichtung, um die jeweiligen Schalungselemente 8 entlang der Führungseinrichtung 12 zu bewegen. Die Antriebseinrichtung umfasst in der vorliegenden Ausführungsform zwei Elektroseilwinden 14, die jeweils ein Zugseil 16 aufweisen, das an der Winde mittels des integrierten Elektromotors auf- und abgewickelt werden kann. Die Elektroseilwinden 14 sind an der Trageinrichtung 4 derart angebracht, dass sie möglichst wenig stören und eine zentrale Lage zu der jeweiligen Führungseinrichtung 12 besitzen. Ferner umfasst die Antriebseinrichtung eine Mehrzahl von Umlenkrollen 18 zum Führen des jeweiligen Zugseils 16. Wie in 1 und 2 zu erkennen ist, sind in der vorliegenden Ausführungsform an jeder Führungseinrichtung 12 fünf Umlenkrollen 18 angebracht, um das Zugseil 16 ausgehend von der Elektroseilwinde 14 zu einem Schalungselement 8 zu führen.

Die Anordnung der jeweiligen Führungsrollen 18 an den Trägern 12 ist in 3b) genauer dargestellt. Bei der gezeigten Ausführungsform ist die Führungsrolle 18 unter Einsatz von Verbindungsstücken 19 seitlich neben den Trägern 12 befestigt. Es ist jedoch je nach Art und Anordnung der jeweiligen Träger 12 ebenso möglich, die Umlenkrollen 18 ganz oder teilweise innerhalb des Querschnitts der Träger 12 anzuordnen.

Die Schalungselemente 8 können grundsätzlich ohne besondere Vorkehrungen in Verbindung mit der oben beschriebenen Führungseinrichtung 12 eingesetzt werden. Um jedoch einen möglichst verschleißarmen und sicheren Betrieb zu gewährleisten, sind die Schalungselemente 8 im Rahmen der vorliegenden Ausführungsform jeweils mit zwei Rutschblechen 20 versehen, die auf einer der Schalfläche 8' gegenüberliegenden Seite des Schalungselements angeordnet sind. Eine bevorzugte Ausgestaltung der Rutschbleche 20 ist in 4 schematisch dargestellt. Das Rutschblech 20 besteht aus einem mit Befestigungsbohrungen versehenen Metallblech, das mit einem senkrecht hierzu angeordneten U-Profil 20' ausgestattet ist. Während das Blech selbst als Auflage- und Gleitfläche dient, ist das U-Profil 20' dazu vorgesehen, als Lastangriffspunkt für die jeweiligen Zugseile 16 zu dienen. Ferner umfasst das Schalungselement 8 Stahlwandriegel 8'', deren Abstand im Wesentlichen dem gegenseitigen Abstand der in 2 gezeigten Führungseinrichtung 12 entspricht, so dass sieim Wesentlichen in der Achse der Umlenkrollen 18 zum Liegen kommen. Auf diese Weise sorgen die Stahlwandriegel 8'' dafür, dass ein seitliches Abrutschen der Schalungselemente 8 von den Führungseinrichtungen 12 ausgeschlossen ist.

5 und 6 zeigen die Schalungsanordnung 1 im Betonierzustand. Dabei sind in 5 und 6 die Führungseinrichtungen 12 zur Vereinfachung nicht dargestellt. In dem in 5 und 6 gezeigten Zustand sind die Schalungselement 8 durchgängig derart vorgesehen, um dem Tragwerk 2 seine gewünschte Form zu verleihen. Dabei sind die Schalungselemente 8 mit der Trageinrichtung 4 durch Stützen bzw. Spindeln 10 verbunden. Der Einsatz verstellbarer Stützen bzw. Spindeln 10 ist sinnvoll, um Bauwerkstoleranzen auszugleichen und darüber hinaus die Schalungselemente 8 von der jeweiligen Führungseinrichtung 12 abheben und in die Betonierstellung bringen zu können. Zu diesem Zweck kann gegebenenfalls auch eine nicht gezeigte, elektrisch oder hydraulisch angetriebene Hubeinrichtung zum Einsatz kommen.

Das Aufbauen der oben beschriebenen Schalungsanordnung kann beispielsweise wie folgt vorgenommen werden. Zunächst wird die Trageinrichtung 4 zusammen mit den Führungseinrichtungen 12 aufgebaut, was je nach Platz und Querschnittsverhältnissen des jeweiligen Tragwerks bzw. Hohlraums innerhalb oder außerhalb des Hohlraums erfolgen kann. Sobald die Einheit aus Trageinrichtung 4 und Führungseinrichtungen 12 innerhalb des Hohlraums bereitgestellt ist, werden nacheinander mehrere Schalungselemente 8 mit den Zugseilen 16 verbunden und unter Einsatz der Elektrowinden 14 entlang der Führungseinrichtungen 12 in eine jeweilige Ausgangsposition verschoben (7). Obgleich es sich bei dieser Position auch bereits um die Betonierposition handeln kann, dient die Ausgangsposition bevorzugt dazu, die Schalungselemente von dort ausgehend in eine gewünschte Betonierposition einzujustieren. Dabei werden die benachbarten Schalungselemente jeweils miteinander verbunden und/oder mit der Trageinrichtung 4 verbunden. Auf diese Weise lässt sich die erfindungsgemäße Schalungsanordnung 1 innerhalb eines beliebigen Hohlraumes aufbauen, ohne dass der Einsatz eines Krans erforderlich ist.

Als besonders vorteilhaft hat sich dabei die erfindungsgemäße Schalungsanordnung und das zugehörige Verfahren erwiesen, wenn das herzustellende Tragwerk 2 wechselnde Querschnittsabmessungen besitzt. Besonders vorteilhaft kann das Verfahren eingesetzt werden, wenn sich der Querschnitt des herzustellenden Tragwerks im Bauablauf vergrößert, da dann der Um- bzw. Aufbau der Schalungsanordnung ohne Kran innerhalb des nachfolgenden Bauabschnitts mit vergrößertem Querschnitt problemlos und zügig ausgeführt werden kann.


Anspruch[de]
  1. Schalungsanordnung (1) zur Herstellung von hohlen Stahl- oder Spannbetontragwerken (2), insbesondere Tunneln oder dergleichen, mit:

    einer Trageinrichtung (4), die eine Absenkeinrichtung (6) zum Einstellen der Höhenlage der Trageinrichtung (4) aufweist,

    mindestens einem Schalungselement (8) und Mitteln (10) zum Befestigen des mindestens einen Schalungselements (8) an der Trageinrichtung (4),

    dadurch gekennzeichnet, dass

    die Schalungsanordnung (1) eine Führungseinrichtung (12) aufweist, die mit der Trageinrichtung (4) verbunden ist und entlang der das mindestens eine Schalungselement (8) zumindest abschnittweise in einer Verschiebeebene verschiebbar ist.
  2. Schalungsanordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Trageinrichtung (4) in einer Vorschubrichtung verfahrbar ist und sich die Verschiebeebene der Führungseinrichtung (12) im wesentlichen senkrecht zu der Vorschubrichtung erstreckt.
  3. Schalungsanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungseinrichtung (12) eine Mehrzahl von Trägern aufweist, die bevorzugt gerollt sind und/oder einen I-förmigen oder U-förmigen Querschnitt aufweisen und bevorzugt im wesentlichen parallel zueinander angeordnet sind.
  4. Schalungsanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sie ferner eine Antriebseinrichtung (14, 16, 18) aufweist, um das mindestens eine Schalungselement (8) entlang der Führungseinrichtung (12) zu bewegen.
  5. Schalungsanordnung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Antriebseinrichtung mindestens eine Winde (14) mit einem flexiblen Zugelement (16) aufweist, das an dem mindestens einen Schalungselement (8) befestigbar ist.
  6. Schalungsanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sie ferner mindestens eine Umlenkrolle (18) zum Führen eines flexiblen Zugelements (16) aufweist.
  7. Schalungsanordnung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens eine Umlenkrolle (18) an den Trägern der Führungseinrichtung (12) angeordnet ist und bevorzugt in den Trägerquerschnitt hineinreicht.
  8. Schalungsanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Schalungselement (8) auf seiner der Schalfläche (8') gegenüberliegenden Seite ein Rutschelement (20) aufweist, das bevorzugt durch ein Blech oder dergleichen gebildet ist.
  9. Schalungsanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, die ferner mit einer Hubeinrichtung zum Abheben des mindestens einen Schalungselements (8) von einer an der Führungseinrichtung (12) gelegenen Ausgangsposition in eine Betonierposition ausgestattet ist.
  10. Verfahren zum Aufbauen einer Schalungsanordnung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, mit den Schritten:

    Bereitstellen einer Trageinrichtung (4) und einer mit dieser verbundenen Führungseinrichtung (12) in einem Hohlraum, in welchem das Stahl- oder Spannbetontragwerk (2) hergestellt werden soll;

    Bereitstellen einer Mehrzahl von Schalungselementen (8) und Verschieben derselben entlang der Führungseinrichtung (12) in eine jeweilige Ausgangsposition, die nahe zu einer jeweiligen Betonierposition gelegen ist;

    Verbinden benachbarter Schalungselemente (8) miteinander und/oder Verbinden zumindest einiger Schalungselemente (8) mit der Trageinrichtung (4).
  11. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Schalungselemente (8) vor dem Verbinden mit benachbarten Schalungselementen (8) und/oder der Trageinrichtung (4) von der Führungseinrichtung (12) abgehoben werden, und zwar bevorzugt mittels der Hubeinrichtung.
  12. Verfahren nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Trageinrichtung (4) und bevorzugt auch die mit dieser verbundene Führungseinrichtung (6) außerhalb des Hohlraumes zusammengesetzt und in den Hohlraum eingefahren werden.
  13. Verfahren nach einem der Ansprüche 10 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass das Verschieben und Verbinden der Schalungselemente (8) in einem Abschnitt des Hohlraumes erfolgt, der einen größeren Querschnitt besitzt als ein benachbarter, in Einfahrrichtung gelegener Abschnitt des Hohlraumes.
Es folgen 7 Blatt Zeichnungen






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