PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE102004062113A1 13.07.2006
Titel Reinigungseinrichtung
Anmelder Koenig & Bauer AG, 97080 Würzburg, DE
Erfinder Bormann, Gunar, 01737 Oberhermsdorf, DE;
Hanke, Bernd, 01309 Dresden, DE;
Jentzsch, Peter, 01689 Weinböhla, DE
DE-Anmeldedatum 23.12.2004
DE-Aktenzeichen 102004062113
Offenlegungstag 13.07.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 13.07.2006
IPC-Hauptklasse B41F 35/06(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft eine Reinigungseinrichtung zum Reinigen der Mantelfläche von rotierenden Zylindern in Druckmaschinen mit einer Reinigungstuchbahn und einem Andrückelement, das sich in Zylinderachsrichtung über die Breite des Zylinders erstreckt und eine Membran aufweist, die unter dem Einfluss eines Stellmittels abschnittsweise die Reinigungstuchbahn gegen die Mantelfläche führt.
Aufgabe der Erfindung ist es, eine Reinigungseinrichtung mit einer die Reinigungstuchbahn gegen die Mantelfläche führenden Membran so auszugestalten, dass eine effektive Reinigung möglich ist.
Erfindungsgemäß wird die Aufgabe dadurch gelöst, dass die Membran aus einem einen rechteckigen Querschnitt (23) aufweisenden, unter dem Einfluss einer Biegebeanspruchung ausfedernden Bauteil (13) besteht.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Reinigungseinrichtung zum Reinigen der Mantelfläche von rotierenden Zylindern in Druckmaschinen mit einer Reinigungstuchbahn und einem Andrückelement, das sich in Zylinderachsrichtung über die Breite des Zylinders erstreckt und eine Membran aufweist, die unter dem Einfluss eines Stellmittels abschnittsweise die Reinigungstuchbahn gegen die Mantelfläche führt.

Aus der DE 199 37 084 A1 ist eine derartige Reinigungseinrichtung bekannt. Bei dieser Einrichtung ist die Membran als ein Profilschlauch ausgebildet, der einem gestellfesten Träger zugeordnet ist. Der Träger erstreckt sich in Zylinderachsrichtung. Der Profilschlauch ist im dem Zylinder zugeordneten Bereich mit einem Steg versehen, der eine flächige, in Richtung des Zylinders weisende Kontaktzone besitzt. Zum Anstellen eines Abschnitts der Reinigungstuchbahn an die Mantelfläche eines Zylinders wird der Profilschlauch mit einem druckerzeugenden Medium beaufschlagt und damit der Steg mit seiner Kontaktzone und der Reinigungstuchbahn gegen den Zylinder geführt. Es ist aber auch möglich, den Profilschlauch ständig mit einem druckerzeugenden Medium zu beaufschlagen und den den Profilschlauch aufnehmenden Träger an den Zylinder zu steuern oder von diesen zu entfernen.

Nachtteilig ist, dass die die Reinigungstuchbahn in Wirkverbindung mit der rotierenden Mantelfläche haltenden Mittel eine Elastizität aufweisen müssen, um eine Anlage der Reinigungstuchbahn über die gesamte Breite des Zylinders realisieren zu können. Aufgrund der erforderlichen Elastizität werden beim Anstellen an eine rotierende Mantelfläche Schwingungen und Vibrationen erzeugt, die zum partiellen Abheben von der zu reinigenden Mantelfläche sowie zu einem schnellen Verschleiß der die Reinigungstuchbahn in Wirkverbindung mit der Mantelfläche haltenden Mittel führen. Diese Probleme werden noch dann erhöht, wenn während der Reinigung eines Zylinders mit einem Zylinderkanal bei einem Kanaldurchgang die elastische Mittel nicht abgehoben werden. Werden vor einem Kanaldurchgang die elastischen Mittel von der Mantelfläche abgestellt und danach wieder angestellt, besteht ein Nachteil darin, dass die Rückstellung der elastischen Mittel nicht schlagartig realisiert werden kann, so dass die Rotationsgeschwindigkeit der Zylinder während der Reinigung vermindert werden muss, wodurch die Reinigungszeit sich verlängert. Weiterhin besteht ein Nachteil darin, dass es nicht möglich ist, einen definierten Hub und damit eine Hubwiederholgenauigkeit zu realisieren und so eine von der Art der Mantelfläche oder vom Grad der Verschmutzung abhängige Anstellung an die Mantelfläche zu ermöglichen.

Aufgabe der Erfindung ist es, eine Reinigungseinrichtung mit einer die Reinigungstuchbahn gegen die Mantelfläche führenden Membran so auszugestalten, dass eine effektive Reinigung möglich ist.

Erfindungsgemäß wird die Aufgabe durch eine Reinigungseinrichtung nach den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.

Durch die erfindungsgemäße Lösung werden aufgrund der Eigensteifigkeit der Membran Schwingungen sowie Vibrationen und damit ein erhöhter Verschleiß des Andrückelements vermieden sowie eine gleichmäßige Anlage der Reinigungstuchbahn an der zu reinigenden Mantelfläche erreicht. Aufgrund der biegeelastischen Eigenschaften der Membran, die charakterisiert werden durch die Federkonstante der Membran, ist jeder Belastung ein konstanter Weg, um den das Anpressprofil gegen den zu reinigenden Zylinder geführt wird, zugeordnet. Damit ist eine hohe Hubwiederholgenauigkeit gegeben. Da der Rückhub der Membran aus der Arbeitsposition in die Rastposition durch Federkraft erfolgt, wird die Druckentlastung des Druckschlauchs und so die Rückstellung des Andrückelements beschleunigt.

Durch die hohe Eigensteifigkeit der Membran und ihre seitlichen Fixierungen an der gestellfest angeordneten Traverse in der Arbeitsposition des Andrückelements ist die Reinigungseinrichtung unempfindlich gegen Kanalstöße. Außerdem kann aufgrund der gewählten Ausbildung der Membran und ihrer Zuordnung zur Traverse diese leicht ausgewechselt werden und so bei Verschleiß des Andrückelements die Membran unproblematisch ersetzt werden. Damit ist auch die Möglichkeit gegeben, das Andrückelement bei einem Waschmedienwechsel oder beim Verändern des zum Einsatz gelangenden Wirkprofils vom Andrückelement einen problemlosen Austausch zu bewerkstelligen.

Die Erfindung wird an einem Ausführungsbeispiel näher erläutert. Die dazugehörigen Zeichnungen haben folgende Bedeutung:

1 eine Reinigungseinrichtung in der Seitenansicht

2 ein Andrückelement in einer Schnittdarstellung in einer Rastposition

3 das Andrückelement nach 2 in einer Arbeitsposition

In der 1 ist eine Reinigungseinrichtung dargestellt, die im Wesentlichen aus einer Saubertuchrolle 1, einer Schmutztuchrolle 2 und einer Reinigungstuchbahn 3, welche durch ein Andrückelement 4 gegen eine Mantelfläche 5 eines Zylinders 6 geführt werden kann, besteht. Die Saubertuchrolle 1 ist mittels einer Spindel 7 und die Schmutzrolle 2 mittels einer Spindel 8 in einem Gehäuse 9 gelagert. Die Spindeln 7, 8 werden durch nicht dargestellte Mittel angetrieben. Im Gehäuse 9 ist weiterhin ein Sprührohrträger 20 mit einem Sprührohr 21 angeordnet.

Die Reinigungstuchbahn 3 wird von der Saubertuchrolle 1 über die dem Zylinder 6 zugewandte Seite des Andrückelements 4 zur Schmutztuchrolle 2 geführt. Das Andrückelement 4 besteht aus einer sich in Zylinderachsrichtung über die Breite des Zylinders 6 erstreckenden Traverse 10, die im Gehäuse 9 fest angeordnet ist (2). Die Traverse 10 ist u-förmig ausgebildet und zum Zylinder 6 hin geöffnet. Sie besteht aus einer Grundplatte 11 und abgekanteten Randbereichen 12. Die Traverse 10 ist von einem Bauteil 13 abgedeckt, das einen rechteckigen Querschnitt 23 aufweist, welches unter einer Biegebelastung ausfedern kann. Das Bauteil 13 ist z. B. aus Stahl, einem Faserverbundstoff oder einem Kunststoff hergestellt. Das Bauteil 13 kann z. B. als Blattfeder 14 ausgebildet sein. Das Bauteil 13 bez. die Blattfeder 14 weisen Führungen 22 auf, die die Grundplatte 11 übergreifen, wobei die Führungen 22 beabstandet zu den Randbereichen 12 verlaufen. Auf der Grundplatte 11 ist auf der dem Bauteil 13/Blattfeder 14 zugewandten Seite ein Stellmittel 15 angeordnet, das im Ausführungsbeispiel als Druckschlauch 16 ausgebildet ist. Das Stellmittel 15/der Druckschlauch 16 erstreckt sich in Zylinderachsrichtung längs der Traverse 10. Der Druckschlauch 16 ist in einem Führungsblech 17 aufgenommen, das mit der Grundplatte 11 verbunden ist. Der Druckschlauch 16 ist über beabstandet angeordnete Stutzen 18 mit Druckluft beaufschlagbar.

Auf der dem Zylinder 6 zugewandten Seite des Bauteils 13/der Blattfeder 14 ist ein elastisches Anpressprofil 19 vorgesehen, das eine Außenkontur aufweist, welche der zu reinigenden Mantelfläche 5 angepasst ist.

Während des Reinigungsvorgangs wird die Reinigungstuchbahn 3 von der Saubertuchrolle 1 abgezogen, durch das Andrückelement 4 an die Mantelfläche 5 des rotierenden Zylinders 6 geführt und auf der Schmutztuchrolle 2 aufgewickelt. Dabei wird die Reinigungstuchbahn 3 durch das Sprührohr 21 mit einem Reinigungsfluid versehen und von der Reinigungstuchbahn 3 werden die auf der Mantelfläche 5 vorhandenen Verunreinigungen abgeführt. Besteht das Stellmittel 15 aus dem Druckschlauch 16 und wird dieser über die Stutzen 18 mit einem Druckmedium beaufschlagt, wird das als Blattfeder 14 ausgebildete Bauteil 13 durch den Einfluss der Biegebeanspruchung ausfedern und so das Anpressprofil 19 mit einem Abschnitt der Reinigungstuchbahn 3 in Kontakt mit der Mantelfläche 5 bringen (3). Dabei legen sich als Folge der biegeelastischen Verformung des Bauteils 13/der Blattfeder 14 die Führungen 15 an den Randbereichen 12 der Traverse 10 an, so dass eine seitliche Arretierung erfolgt, was insbesondere bei auftretenden Kanalschlägen von Vorteil ist. Durch die Eigensteifigkeit des Bauteils 13/der Blattfeder 14 werden Schwingungen und Vibrationen unterdrückt und eine ständige Anlage der Reinigungstuchbahn 3 während der Reinigung an der Mantelfläche 5 sichergestellt. Zum Zurückführen des Anpressprofils 19 und damit zum Entfernen der Reinigungstuchbahn 3 von der Mantelfläche 5 wird der Druckschlauch 16 entlüftet, was durch die Federkraft des in die Ausgangslage zurückstrebenden Bauteils 13/Blattfeder 14 beschleunigt wird.

Im Ausführungsbeispiel wurde als Stellmittel 15 ein Druckschlauch 16 vorgesehen. Es ist auch möglich, statt des Druckschlauchs 16 ein biegesteifes Druckelement vorzusehen, welches der Traverse 10 zugeordnet ist und sich in Zylinderachsrichtung erstreckt. Das Druckelement wird als funktionelle Einheit in Richtung des Zylinders 6 verschoben und damit das Bauteil 13/die Blattfeder 14 einer Biegebelastung ausgesetzt, so dass ein Ausfedern und damit ein Anlegen der Reinigungstuchbahn 3 an die Mantelfläche 5 erfolgt. Beim Zurückführen des Druckelements folgt das Bauteil 13/die Blattfeder 14 durch die Federwirkung dem Druckelement und die Reinigungsbahn 3 wird von der Mantelfläche 5 abgestellt.

Das Bauteil 13/die Blattfeder 14 ist in Zylinderachsrichtung verschiebbar auf der Traverse 10 angeordnet. Damit ist es möglich, problemlos bei einem verschlissenen Anpressprofil 19 das Bauteil 13/die Blattfeder 14 auszuwechseln. Außerdem ist es denkbar, Bauteile 13/Blattfedern 14 mit Anpressprofilen 19, die eine unterschiedliche Geometrie aufweisen oder aus unterschiedlichen Materialien bestehen, vorzusehen und diese dann bei einem Wechsel des Reinigungsmediums oder in Abhängigkeit von den Betriebbedingungen wahlweise einzusetzen.

1Saubertuchrolle 2Schmutztuchrolle 3Reinigungstuchbahn 4Andrückelement 5Mantelfläche 6Zylinder 7Spindel 8Spindel 9Gehäuse 10Traverse 11Grundplatte 12Abgekanteter Randbereich 13Bauteil 14Blattfeder 15Stellmittel 16Druckschlauch 17Führungsblech 18Stutzen 19Anpressprofil 20Sprührohrträger 21Sprührohr 22Führung 23Querschnitt

Anspruch[de]
  1. Reinigungseinrichtung zum Reinigen der Mantelfläche von rotierenden Zylindern in Druckmaschinen mit einer Reinigungstuchbahn und einem Andrückelement, das sich in Zylinderachsrichtung über die Breite des Zylinders erstreckt und eine Membran aufweist, die unter dem Einfluss eines Stellmittels abschnittsweise die Reinigungstuchbahn gegen die Mantelfläche führt, dadurch gekennzeichnet, dass die Membran aus einem einen rechteckigen Querschnitt (23) aufweisenden, unter dem Einfluss einer Biegebeanspruchung ausfedernden Bauteil (13) besteht.
  2. Reinigungseinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Bauteil (13) als Blattfeder (14) ausgebildet ist.
  3. Reinigungseinrichtung nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Bauteil (13)/die Blattfeder (14) aus Stahl, Faserverbund oder Kunststoff besteht.
  4. Reinigungseinrichtung nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass dem Bauteil (13)/der Blattfeder (14) auf der dem Zylinder (6) zugewandten Seite ein Anpressprofil (19) zugeordnet ist.
  5. Reinigungseinrichtung nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass zur Realisierung der Biegebeanspruchung ein sich gegen eine in Zylinderachsrichtung erstreckende Traverse (10) abstützendes, als Druckschlauch (16) oder mechanisch betätigbares Druckelement ausgebildetes Stellmittel (15) vorgesehen ist.
  6. Reinigungseinrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Traverse (10) aus einer Grundplatte (11) und abgekanteten Randbereichen (12) besteht.
  7. Reinigungseinrichtung nach Anspruch 1, 2 und 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Bauteil (13)/die Blattfeder (14) Führungen (22) aufweist, die die Grundplatte (11) übergreifen und ohne ein auf das Bauteil (13)/Blattfeder (14) wirkende Biegebeanspruchung beabstandet zu den Randbereichen (12) verlaufen.
  8. Reinigungseinrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Bauteil (13)/die Blattfeder (14) in Zylinderachsrichtung auf der Traverse (10) verschiebbar angeordnet ist.
Es folgen 2 Blatt Zeichnungen






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com