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Dokumentenidentifikation DE202006003579U1 13.07.2006
Titel Bogenoffset-Druckmaschine
Anmelder Technotrans AG, 48336 Sassenberg, DE
Vertreter TER MEER STEINMEISTER & Partner GbR Patentanwälte, 33617 Bielefeld
DE-Aktenzeichen 202006003579
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 13.07.2006
Registration date 08.06.2006
Application date from patent application 07.03.2006
IPC-Hauptklasse B41F 35/06(2006.01)A, F, I, 20060307, B, H, DE
IPC-Nebenklasse B41F 35/02(2006.01)A, L, I, 20060307, B, H, DE   B41F 7/02(2006.01)A, L, I, 20060307, B, H, DE   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Bogenoffset-Druckmaschine mit einem Gummituchzylinder und einem Gegendruckzylinder, der mit Greifern zum Halten und Weiterreichen von Bedruckstoff-Bögen versehen ist, die über die Oberfläche des Gegendruckzylinders hinausragen, sowie mit einer Wascheinheit für den Gegendruckzylinder, die sich balkenförmig parallel zu dem Gegendruckzylinder erstreckt und zwischen einer den Gegendruckzylinder berührenden und einer zurückgezogenen Stellung beweglich ist.

Beim Offsetdruck wird das Druckbild vom Plattenzylinder über den Gummituchzylinder auf den Bedruckstoff übertragen. Ein Gegendruckzylinder hat die Aufgabe, den Bedruckstoff gegen den Gummituchzylinder zu drücken, damit das Druckbild übertragen werden kann. Nach einiger Zeit des Betriebes verschmutzt die Oberfläche des Gummituchzylinders durch die Ansammlung von Farbresten und Staub. Da im Bogenoffsetdruck die einzelnen Bögen vielfach auch zweiseitig bedruckt werden, verschmutzt auch die Oberfläche des Gegendruckzylinders, wenn dieser mit den bereits bedruckten, aber noch nicht vollständig abgetrockneten Rückseiten der Bögen in Berührung kommt.

Es sind daher Waschanlagen oder Wascheinheiten zum Waschen der Oberfläche des Gummituchzylinders und des Gegendruckzylinders bekannt.

Zum Stand der Technik wird auf die DE 38 41 260 A1 Bezug genommen. Bei den bekannten Wascheinheiten handelt es sich zumeist um balkenförmige Gebilde, die sich parallel zu den beiden Zylindern erstrecken und die beiden Zylinder nacheinander oder auch gleichzeitig waschen können.

Im vorliegenden Zusammenhang geht es allein um die Reinigung bzw. das Waschen des Gegendruckzylinders. Druckmaschinen mit einer Wascheinrichtung für den Gegendruckzylinder sehen jedoch in aller Regel auch eine Reinigung des Gummituchzylinders vor.

Die Reinigung der Zylinder erfolgt derart, dass durch die Wascheinheit ein Reinigungstuch oder eine Bürste gegen die Oberflächen der Zylinder gehalten werden und die Zylinder in Drehung gesetzt werden.

Im Gegensatz zum Rollenoffsetdruck ergibt sich beim Reinigen des Gegendruckzylinders für den Bogenoffsetdruck das Problem, dass der Gegendruckzylinder Greifer aufweist, die aus dessen Oberfläche austreten und dazu dienen, die einzelnen Bögen beim Druckvorgang zu erfassen und zu halten und im übrigen zu den nachfolgenden Zylindern weiterzureichen. Diese Greifer können beim Reinigungsvorgang durch das Reinigungstuch oder die Bürste beschmutzt werden, und sie können auch das Reinigungstuch einreißen.

Es ist daher weithin üblich, die Waschanlagen beim Passieren der Greifer nach außen zurückzuziehen und anschließend wieder an den Gegendruckzylinder heranzuführen.

Da die Waschanlagen, wie bereits erwähnt, im allgemeinen balkenförmig ausgebildet und relativ schwer sind, müssen bei der radialen Hin- und Herbewegung dieser Balken erhebliche Trägheitskräfte überwunden werden. Dies hat zur Folge, dass die Waschung des Gegendruckzylinders viel Zeit erfordert. Da der Waschvorgang andererseits eine Unterbrechung des Druckvorganges erfordert, sind die für die Reinigung benötigten Unterbrechungen aus wirtschaftlichen Gründen nachteilig.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Wascheinheit für den Gegendruckzylinder zu schaffen, die gegenüber den geschilderten bekannten Lösungen eine einfache Mechanik aufweist, die im Vergleich zu den herkömmlichen Lösungen nur relativ geringe Antriebskräfte benötigt.

Zur Lösung dieser Aufgabe ist die erfindungsgemäße Bogenoffset-Druckmaschine dadurch gekennzeichnet, dass die Wascheinheit an beiden Enden in einer gemeinsamen, parallel zur Längsrichtung der Wascheinheit gerichteten Achse pendelnd aufgehängt ist.

Die pendelnde oder schwenkbare Aufhängung des Waschbalkens bildet eine mechanisch relativ einfache und stabile Konstruktion gegenüber dem herkömmlichen, mit Linearverschiebung des gesamten Waschbalkens arbeitenden Lösungen.

Vorzugsweise ist ein Nockenfolgemechanismus vorgesehen, der die Wascheinheit beim Passieren der Greifer radial herausschwenkt.

Der Nockenfolgemechanismus umfaßt vorzugsweise eine Nockenkurve an dem Gegendruckzylinder und ein Nockenrad an der Wascheinheit. Die Nockenkurve verläuft parallel zur Greiferkontur ca. 10 bis 15 mm oberhalb der Greiferkontur, so dass das Nockenrad, das auf die Nockenkurve aufläuft, die Wascheinheit bzw. den Waschbalken von den Greifern abhebt und verhindert, dass die Greifer mit dem Waschtuch in Berührung kommen oder dieses sogar einreißen.

Anstelle des Nockenfolgemechanismus kann auch ein anderer Antrieb vorgesehen sein, der die Position der Greifer mit einem Sensor, etwa einem optischen oder elektronischen Sensor erfaßt und die Wascheinheit mithilfe eines elektrischen, magnetischen, pneumatischen, hydraulischen oder sonstigen Antrieb herausschwenkt.

Im folgenden werden bevorzugte Ausführungsbeispiele der Erfindung anhand der beigefügten Zeichnung näher erläutert.

1 ist eine schematische, vereinfachte Darstellung einer Seitenteilansicht des Gegendruckzylinders und der Wascheinheit in der zurückgezogenen Ruhestellung;

2 veranschaulicht die Funktion der Wascheinheit beim Passieren der Greifer;

3 zeigt die normale Betriebsstellung beim Waschvorgang.

In der Zeichnung ist eine Versorgungseinheit 10 dargestellt, die ein Waschmittel über eine Leitung 12 einer Wascheinheit 14 zuführt. Die Wascheinheit 14 ist in 1 in einer Darstellung gezeigt, die als Stirnansicht oder Querschnitt betrachtet werden kann. Die Wascheinheit 14 ist balkenförmig ausgebildet und erstreckt sich senkrecht zur Zeichenebene, ebenso wie ein teilweise dargestellter Gegendruckzylinder 16.

Die Wascheinheit 14 ist an beiden stirnseitigen Enden an Trägerplatten 18 befestigt. Diese Trägerplatten 18 sind über Achsen 20 pendelnd an Montageplatten 22 gelagert, die fest am nicht dargestellten Maschinengestell angebracht sind.

Die Konstruktion ist auf beiden Seiten der Maschine, d. h. an beiden Enden der Wascheinheit 14 gleich ausgebildet, so dass die beiden Achsen 20 koaxial zueinander angeordnet sind. Auf diese Weise ist die gesamte Wascheinheit pendelnd in der Achse 20 aufgehängt, die parallel zu der balkenförmigen Wascheinheit 14 oder auch parallel zu dem Gegendruckzylinder 16 verläuft.

An der Montageplatte 22 ist im übrigen ein Luftzylinder 24 gelagert, der die Wascheinheit 14 zusammen mit deren Trägerplatte 18 in eine Ruheposition zurückgezogen hat, die während des normalen Druckvorganges eingehalten wird.

1 zeigt im übrigen schematisch einen Greifer 26 und eine ebenfalls an dem Gegendruckzylinder 16 angebrachte Nockenkurve 28, die sich an beiden Enden des Gegendruckzylinder 16 befindet.

An beiden Enden der Wascheinheit 14 befinden sich Laufrollen 30, die auf die Nockenkurve 28 auflaufen und die Wascheinheit 14 im Sinne des Pfeiles 32 in 2 leicht von dem Gegendruckzylinder 16 abheben, so dass die Wascheinheit 14 nicht mit den Greifern 26 in Berührung kommt. Nach diesem Abheben der Wascheinheit wird die Wascheinheit durch den Luftzylinder 24, der eine Art von Anstellfeder bildet, gegen die Oberfläche des Gegendruckzylinders 16 zurückgeführt.


Anspruch[de]
  1. Bogenoffset-Druckmaschine mit einem Gummituchzylinder und einem Gegendruckzylinder, der mit Greifern (26) zum Halten und Weiterreichen von Bedruckstoff-Bögen versehen ist, die über die Oberfläche des Gegendruckzylinders (16) hinausragen, sowie mit einer Wascheinheit (14) für den Gegendruckzylinder (16), die sich balkenförmig parallel zu dem Gegendruckzylinder (16) erstreckt und zwischen einer den Gegendruckzylinder berührenden und einer zurückgezogenen Stellung beweglich ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Wascheinheit (14) an beiden Enden in einer gemeinsamen, parallel zur Längsrichtung der Wascheinheit gerichteten Achse (20) pendelnd aufgehängt ist.
  2. Bogenoffset-Druckmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Wascheinheit durch einen Nockenfolgemechanismus (28, 30) beim Passieren der Greifer radial herausschwenkbar ist.
  3. Bogenoffset-Druckmaschine nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Nockenfolgemechanismus einen Nockenkurve (28) am Gegendruckzylinder (16) und eine Laufrolle (30) an der Wascheinheit (14) umfaßt.
  4. Bogenoffset-Druckmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass ein Sensor zum Erfassen der Position der Greifer vorgesehen ist, der einen elektrischen, magnetischen, hydraulischen, pneumatischen Antrieb zum Herausschwenken der Wascheinheit (14) aktiviert.
Es folgt ein Blatt Zeichnungen






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