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Dokumentenidentifikation DE69635302T2 13.07.2006
EP-Veröffentlichungsnummer 0000818952
Titel NEUES VERFAHREN DER INSEKTENBEKÄMPFUNG
Anmelder BASF Agro B.V., Arnhem (NL)-Wädenswil-Branch, Wädenswil, CH
Erfinder TWINN, C., David, Ongar, Essex CM5 0HW, GB
Vertreter Reitstötter, Kinzebach & Partner GbR, 67059 Ludwigshafen
DE-Aktenzeichen 69635302
Vertragsstaaten AT, BE, CH, DE, DK, ES, FI, FR, GB, GR, IE, IT, LI, LU, NL, PT, SE
Sprache des Dokument EN
EP-Anmeldetag 27.03.1996
EP-Aktenzeichen 969091313
WO-Anmeldetag 27.03.1996
PCT-Aktenzeichen PCT/EP96/01335
WO-Veröffentlichungsnummer 1996031123
WO-Veröffentlichungsdatum 10.10.1996
EP-Offenlegungsdatum 21.01.1998
EP date of grant 19.10.2005
Veröffentlichungstag im Patentblatt 13.07.2006
IPC-Hauptklasse A01N 47/02(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, EP
IPC-Nebenklasse A01N 43/56(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, EP   

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft ein neues Verfahren zur Bekämpfung von Insekten wie Schaben oder Ameisen an einem Ort, der mit der Volksgesundheit in Zusammenhang steht, das heißt, an einem Ort, der häufig von Menschen entweder im privaten oder öffentlichen Bereich aufgesucht wird.

Viele insektizid wirksame Verbindungen sind bekannt, wie die in den internationalen Patentveröffentlichungen WO 87/03781, WO 93/06089 und WO 94/21606 ebenso wie in den europäischen Patentveröffentlichungen 0295117, 0403300, 0385809 und 0679650, in der deutschen Patentveröffentlichung 19511269 und in den US-Patenten 5,232,940 und 5,236,938 beschriebenen insektiziden Pyrazole. Die Verwendung solcher Verbindungen zur Tötung von Schaben oder Ameisen wurde bereits erwogen, aber eine solche Verwendung war im Wesentlichen im Zusammenhang mit Ködern oder aufgenommenen Materialien oder Nahrung, die das Insekt fressen soll, oder auch im Zusammenhang mit direkter Kontaktapplikation auf die Insekten.

Die Verwendung von Ködern kann problematisch sein, da man die Köder an einem geeigneten Ort platzieren muss, an den die Schaben erwartungsgemäß hinkommen. Außerdem können Köder ein Sicherheitsrisiko für Kinder sein, was eine unerwünschte Situation ist.

Ein Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist die Bereitstellung eines Verfahrens zur Kontrolle von Schaben oder Ameisen, bei dem die Verwendung von Ködern oder aufnehmbarem Material vermieden wird.

Ein Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist die Bereitstellung eines Verfahrens zur Kontrolle von Schaben oder Ameisen, bei dem die direkte Applikation des Wirkstoffs auf das Insekt selbst, wie zum Beispiel bei Ködern, vermieden wird.

Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist die Bereitstellung eines vereinfachten und wirksamen Verfahrens zur Kontrolle von Schaben oder Ameisen.

Die vorliegende Erfindung betrifft daher die Verwendung von Verwendung von 1-Phenylpyrazol-Derivaten, die ausgewählt sind unter

5-Amino-3-cyano-1-(2,6-dichlor-4-trifluormethylphenyl)-4-trifluormethylsulfinylpyrazol (im Folgenden als Verbindung A bezeichnet),

5-Amino-3-cyano-1-(2,6-dichlor-4-trifluormethylphenyl)-4-trifluormethylthiopyrazol (im Folgenden als Verbindung B bezeichnet), und

5-Amino-3-cyano-1-(2,6-dichlor-4-trifluormethylphenyl)-4-trifluormethylsulfonylpyrazol (im Folgenden als Verbindung C bezeichnet),

in Form einer dünnen, trockenen Schicht oder eingebettet in eine dünne, trockene Schicht, die auf einer Oberfläche aufgebracht wird, auf welcher sich das Insekt bewegt oder erwartungsgemäß bewegen wird, wobei das Insekt nicht in der Lage ist, die Schicht zu ergreifen oder beißen oder direkt zu essen,

wobei die Oberfläche unter Glas, Keramik, Beton, Plastikoberflächen, Metall- oder Holzoberflächen und Textil ausgewählt ist,

wobei die dünne trockene Schicht eine wirksame Menge des 1-Phenylpyrazol-Derivats enthält, wobei die wirksame Menge 0,01 bis 10 g pro 100 Quadratmeter beträgt, zu Erzielung einer dauerhaften Kontrolle von Schaben oder Ameisen oder Population von Schaben oder Ameisen.

Es versteht sich, dass in der vorliegenden Erfindung der Wirkstoff eigentlich in Form einer dünnen Schicht oder eingebettet in eine dünne Schicht ist und dass diese Schicht ganz oder teilweise die Oberfläche bedeckt, mit der das Insekt in Berührung kommt, oder sich bewegt oder herumläuft oder herumlaufen wird oder erwartungsgemäß herumlaufen wird oder vermutlich herumlaufen wird. Aufgrund dieser dünnen Schicht ist das Insekt nicht in der Lage, eine diskrete Menge der Zusammensetzung mit dem Wirkstoff der Formel (I) zu ergreifen oder zu beißen oder direkt zu essen. Dadurch wird die Erfindung nicht nahegelegt.

Gemäß einem weiteren Aspekt der Erfindung wird ein Verfahren zur Kontrolle der Population von Schaben oder Ameisen, die in der Lage sind, sich in öffentlichen oder privaten Wohngebäuden, Gebäuden, im Haushalt oder in Wohnungen zu bewegen, bereitgestellt, wobei sich eine nicht ergreifbare, aber insektizid wirksame Menge des Wirkstoffs auf einer Oberfläche befindet, die in dem zu behandelnden Bereich liegt.

Gemäß einem weiteren Aspekt der Erfindung wird ein Verfahren zur Kontrolle einer Population von Schaben oder Ameisen, die in der Lage sind, sich in öffentlichen oder privaten Wohngebäuden, Gebäuden, im Haushalt oder in Wohnungen zu bewegen, bereitgestellt, wobei eine dünne Schicht die Oberfläche bedeckt, auf der die Schaben oder Ameisen sich vermutlich bewegen.

Gemäß einem weiteren Aspekt betrifft die Erfindung die Bereitstellung eines Verfahrens zur Kontrolle einer Population von Schaben oder Ameisen, die in der Lage sind, in öffentlichen oder privaten Wohngebäuden, Gebäuden, im Haushalt oder in Wohnungen sich zu bewegen, wobei die Schaben oder Ameisen veranlasst werden, sich auf einer dünnen Schicht zu bewegen, die eine Oberfläche in oder nahe dem Bereich, in welchem die Insekten getötet werden, bedeckt.

Gemäß einer bevorzugten und sehr wirksamen Ausführungsform wird die Erfindung speziell auf Schaben angewendet.

Das erfindungsgemäße Verfahren ist besonders vorteilhaft, weil es sehr einfach ist, den Wirkstoff, vorzugsweise durch Sprühen einer Flüssigformulierung, auf die entsprechende Oberfläche aufzutragen.

Die Oberfläche, die erfindungsgemäß behandelt wird, kann glatt oder uneben oder rau sein. Glatte Oberflächen sind effektiver. Die zu behandelnde Oberfläche ist ausgewählt unter Glas, Keramik, Beton; Plastikoberflächen wie Vinylkunststoffe, Melamin, Linoleum, Metall- oder Holzoberflächen wie Möbel; Textilien wie Kleidung.

Die aufgetragene Schicht des Wirkstoffs kann erfindungsgemäß gerade noch feucht nach dem Auftrag sein oder angetrocknet sein oder irgendwann später trocknen. Die Erzeugung dieser Schicht kann nach allen bekannten Verfahren zur Beschichtung erfolgen, zum Beispiel durch Sprühbeschichten, Streichen, Tauchen, Waschen, Imprägnieren, Lackieren, Schaum, Staub, Pulver, wässrige Suspension, Paste, Creme, benetzbares Pulver, Aerosol, emulgierbares Konzentrat, Suspensionkonzentrat, fließfähige Suspension, wässrige Suspension, Ölsuspension, Öllösung, Formulierung für Sprühdosen (Pressure Pack) oder eine andere, dem Fachmann bekannte Standardformulierung.

Zusammensetzungen, die einen Wirkstoff der Formel (I) enthalten, insbesondere flüssige Zusammensetzungen, wurden bereits in dem hierin eingangs genannten Stand der Technik beschrieben.

Die Behandlung von Schaben zum Zweck der Volksgesundheit in öffentlichen Wohngebäuden oder Gebäuden zur Kontrolle der sogenannten amerikanischen Schabe (Periplaneta americana) aber auch anderer Schaben wie der deutschen Schabe (Blatella germanica) ist ein bevorzugtes Merkmal der vorliegenden Erfindung.

Die vorliegende Erfindung betrifft daher ein Verfahren zur Kontrolle von Schaben oder Ameisen, wobei man auf eine Oberfläche, mit der die Schaben oder Ameisen in Berührung kommen oder in Berührung kommen werden, eine Verbindung der Formel I aufträgt. Die Verbindung wird vorzugsweise als dünne Schicht aufgetragen.

Die Herstellung der Verbindungen der Formel (I) kann nach jedem Verfahren der hierin eingangs genannten Patentanmeldungen erfolgen, oder nach einem anderen Verfahren gemäß dem Wissen eines Fachmanns auf dem Gebiet der chemischen Synthese.

Die wirksamen Zusammensetzungen, die erfindungsgemäß verwendet werden können, können mit verschiedenem Gehalt angeboten oder dargeboten werden, und enthalten das 1-Phenylpyrazol-Derivat in einer Menge von 0,01 g bis 10 g/100 m2.

Die Zusammensetzungen, die erfindungsgemäß geeignet sind (und die auf Oberflächen zur Kontrolle von Schaben oder Ameisen aufgetragen werden sollen), enthalten im Allgemeinen 0,0001 bis 15 Gew.-% des Wirkstoffs, vorzugsweise 0,1 bis 6 Gew.-%. Sie können in Form einer Flüssigkeit vor dem Auftrag, insbesondere in Form eines emulgierbaren Konzentrats, einer wässrigen Emulsion, konzentrierten Suspension oder fließfähigen Suspension sein. Aber nach dem Trocknen der Flüssigkeit bilden sie eine dünne Schicht.

Die insektiziden Zusammensetzungen können auch jedes kompatible oberflächenwirksame Mittel und/oder Träger enthalten. Adjuvantien können ebenfalls verwendet werden, wie Haftmittel, Farbstoffe, Filmbildner oder dergleichen. Der Träger selbst kann fest oder flüssig sein.

Die Verbindungen der Formel (I) können nacheinander oder im Beimischung, insbesondere in Beimischung mit einem anderen Pestizid, z. B. einem Insektizid, Akarizid oder einem Fungizid verwendet werden.

Die Zusammensetzungen können durch Vermischen der Bestandteile hergestellt werden.

Die Erfindung wird durch die folgenden Beispiele erläutert, die nicht die Erfindung einschränken oder beschränken sollen.

Beispiel 1

Die Verbindungen A und B wurden in einem Aceton/Wasser-Gemisch gelöst, auf Glas aufgetragen und über Nacht trocknen gelassen. Man erhielt die folgenden Ergebnisse:

Beispiel 2

Die Verbindung A wurde als Flüssigformulierung mit 12,5 Gramm pro Liter in drei Zusammensetzungen formuliert: (i) ein emulgierbares Konzentrat (EC – Benetzungsmittel und ein organisches Lösungsmittel); (ii) eine wässrige Emulsion (EW – Benetzungsmittel plus Wasser plus ein organisches Lösungsmittel); und (iii) eine konzentrierte Suspension (SC – Dispergiermittel und Wasser). Jede Formulierung wurde in Wasser gelöst und auf Probekörper aus angestrichenem Zement und Kunststofffußboden (wie beschrieben in Méthode C. E. B. n° 159 Chapître II/§ 1, „Méthode d'essai d'efficacité practique de spécialités insecticides destinées à la destruction des blattes dans les locaux Novembre 1992", paragraph 2.6) aufgetragen, um Schichten von 125 mg/100 m2, 500 mg/100 m2 und 1250 mg/100 m2 bereitzustellen. Zwischen 2 und 15 Tage alte Blattella germanica (deutsche Schaben) wurden vier Stunden auf den Oberflächen platziert und danach entfernt, in ein unbehandeltes Gefäß gegeben und 96 Stunden nach Beginn der Exposition beobachtet. Jede Behandlung wurde dreimal wiederholt. Man erhielt die folgenden Ergebnisse. Die Mortalität ist in Prozent der toten Insekten bezogen auf die lebenden angegeben.

Beispiel 3

Man hielt die Probekörper aus Kunststofffußboden und Zement aus Beispiel 2 bei 25°C 24 Stunden im Dunklen. Die Infestation und die Beobachtung aus Beispiel 2 wurden wiederholt. Die folgenden Ergebnisse wurden erhalten.

Beispiel 4

Man hielt die Probekörper aus Kunststofffußboden und Zement aus Beispiel 2 bei 25°C 14 Tage im Dunklen. Die Infestation und die Beobachtung aus Beispiel 2 wurden wiederholt. Die folgenden Ergebnisse wurden erhalten.

Beispiel 5

Man hielt die Probekörper aus Kunststofffußboden und Zement aus Beispiel 2 bei 25°C 30 Tage im Dunklen. Die Infestation und die Beobachtung aus Beispiel 2 wurden wiederholt. Die folgenden Ergebnisse wurden erhalten.

Beispiel 6

Man hielt die Probekörper aus Kunststofffußboden und Zement aus Beispiel 2 bei 25°C 90 Tage im Dunklen. Die Infestation und die Beobachtung aus Beispiel 2 wurden wiederholt. Die folgenden Ergebnisse wurden erhalten.

Beispiel 7

Man hielt die Probekörper aus Kunststofffußboden und Zement aus Beispiel 2 bei 25°C 120 Tage im Dunklen. Die Infestation und die Beobachtung aus Beispiel 2 wurden wiederholt. Die folgenden Ergebnisse wurden erhalten.

Beispiel 8

Man hielt die Probekörper aus Kunststofffußboden und Zement aus Beispiel 2 bei 25°C 180 Tage im Dunklen. Die Infestation und die Beobachtung aus Beispiel 2 wurden wiederholt. Die folgenden Ergebnisse wurden erhalten.

Beispiel 9

Man tränkte porösen Beton mit einer Aceton/Wasser-Lösung mit 20 ppm der Verbindung B und ließ Schaben (Blattella germanica) auf der Oberfläche sich bewegen. Einen Tag nach der Behandlung betrachtete man die Insekten. 50% der Insekten waren tot.


Anspruch[de]
  1. Verwendung von 1-Phenylpyrazol-Derivaten, ausgewählt unter

    5-Amino-3-cyano-1-(2,6-dichlor-4-trifluormethylphenyl)-4-trifluormethylthiopyrazol

    5-Amino-3-cyano-1-(2,6-dichlor-4-trifluormethylphenyl)-4-trifluormethylsulfinylpyrazol und

    5-Amino-3-cyano-1-(2,6-dichlor-4-trifluormethylphenyl)-4-trifluormethylsulfonylpyrazol,

    in Form einer dünnen, trockenen Schicht oder eingebettet in eine dünne trockene Schicht, die auf einer Oberfläche aufgebracht wird, auf weicher sich das Insekt bewegt oder erwartungsgemäß bewegen wird, wobei das Insekt nicht in der Lage ist, die Schicht zu ergreifen oder beißen oder direkt zu essen,

    wobei die Oberfläche unter Glas, Keramik, Beton, Plastikoberflächen, Metall- oder Holzoberflächen und Textil ausgewählt ist,

    wobei die dünne trockene Schicht eine wirksame Menge des 1-Phenylpyrazol-Derivats enthält, wobei die wirksame Menge 0,01 bis 10 g pro 100 Quadratmeter beträgt, zu Erzielung einer dauerhaften Kontrolle von Schaben oder Ameisen oder Population von Schaben oder Ameisen.
  2. Verwendung nach Anspruch 1, umfassend die Kontrolle einer Population von Schaben oder Ameisen, die in der Lage sind, sich in öffentlichen oder privaten Wohngebäuden, Gebäuden, im Haushalt oder in Wohnungen zu bewegen.
  3. Verwendung nach Anspruch 1 oder 2, umfassend die Kontrolle einer Population von Schaben, die in der Lage sind, sich in öffentlichen oder privaten Wohngebäuden, Gebäuden, im Haushalt oder in Wohnungen zu bewegen, wobei die Schaben oder Ameisen veranlasst werden, sich auf einer dünnen Schicht zu bewegen, die eine Oberfläche in oder nahe dem Bereich, in welchem die Insekten getötet werden sollen, bedeckt.
  4. Verwendung nach einem der vorhergehenden Ansprüche zur Anwendung gegen Schaben.
  5. Verwendung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das 1-Phenylpyrazol-Derivat als Insektizid-Zusammensetzung, die 0,0001 bis 15 Gew.-% des 1-Phenylpyrazol-Derivats enthält, angewendet wird.
  6. Verwendung nach Anspruch 5, wobei die Insektizid-Zusammensetzung 0,1 bis 6 Gew.-% des 1-Phenylpyrazol-Derivats enthält.
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