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Dokumentenidentifikation DE102005001244A1 20.07.2006
Titel Holzschutzmittel
Anmelder Remmers Baustofftechnik GmbH, 49624 Löningen, DE
Erfinder Janning, Friedrich, 49740 Haselünne, DE;
Büter, Marlies, 49777 Stavern, DE
Vertreter Jabbusch und Kollegen, 26135 Oldenburg
DE-Anmeldedatum 11.01.2005
DE-Aktenzeichen 102005001244
Offenlegungstag 20.07.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 20.07.2006
IPC-Hauptklasse C09F 11/00(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
IPC-Nebenklasse C09D 5/14(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   
Zusammenfassung Holzschutzcreme, basierend auf einer aus einer Ölphase und einer Wasserphase mit einem Emulgator gebildeten Emulsionscreme, deren Konsistenz mittels einer Inline-Emulgieranlage auf einen Bereich einer Eindringkraft von +10 g bis +60 g und einer Klebkraft von -55 g bis -5 g, gemessen mit dem Texture Analyser TA.XT Express, eingestellt ist.

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft eine Holzschutzcreme in Form Wasser in Öl-Emulsion in pastöser Zubereitung zur Anwendung auf Holz und Holzwerkstoffen sowie ein Verfahren zu deren Herstellung.

Genauer gesagt betrifft die Erfindung ein Holzschutzmittel in Cremeform, das vorbeugend und bekämpfend sowie auch als dekorativer Holzoberflächenschutz mit oder ohne biozide Zusatzstoffe und/oder Hydrophobierungs- und/oder Oleophobierungsmittel Verwendung finden kann.

Holzschutzmittel mit den verschiedensten Wirkstoffkomponenten sind in auf Wasser und/oder Lösemittel basierten Zusammensetzungen, welche beispielsweise aliphatische und/oder aromatische Kohlenwasserstoffe enthalten, bekannt. Diese weisen eine hohe Eindringtiefe auf, welche Voraussetzung für die Verhinderung der Fäulnis bzw. der Verrottung des zu behandelnden Holzes von innen heraus ist.

Solche dünnflüssigen Holzschutzmittel, welche Lösemittel enthalten oder auch lösemittelfreie Holzschutzsalzlösungen sowie Holzoberflächenschutzmittel weisen den Nachteil auf, dass sie Läufer und Tropfen bilden, welche nach dem Austrocknen ungleichmäßiges Aussehen auf dem Holz bilden und des Weiteren eine gleichmäßige Behandlung der Holzoberfläche erschweren. Darüber hinaus sind umfangreiche Abdeckarbeiten erforderlich, um nicht zu behandelnde Flächen vor einem Kontakt mit dem Holzschutzmittel zu schützen.

Diese Nachteile sollen mit der vorliegenden Erfindung umgangen werden und es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein leicht verarbeitbares Holzschutzmittel zur Verfügung zu stellen.

Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist eine Holzschutzcreme, basierend auf einer aus einer Ölphase und einer Wasserphase mit einem Emulgator gebildeten Emulsionscreme, deren Konsistenz mittels einer Inline-Emulgier-Anlage auf eine Eindringkraft von +10 g bis +60 g und eine Klebkraft von –55 g bis –5 g, gemessen mit einem Texture Analyser TA.XT Express, eingestellt ist.

Ein solches Holzschutzmittel in Cremeform lässt sich ohne apparativen Aufwand auch über Kopf verarbeiten, z.B. durch Streichen und Rollen. Außerdem kann es im Spritzverfahren, z.B. mit Airlessanlagen, aufgebracht werden. Eine weitere Einbringtechnik stellt das sogenannte Bohrlochverfahren dar.

Der größte Vorteil der Creme ist dadurch gegeben, dass sie nicht abläuft oder tropft und somit eine lange Verweilzeit auf der Holzoberfläche besitzt. Dadurch ist eine besonders hohe Eindringtiefe in dem zu behandelnden Holz bzw. Holzwerkstoff gewährleistet.

Für die vorgenannte Ölphase werden vorzugsweise

  • – isoparaffinische Kohlenwasserstoffgemische im Bereich von C11–C15 mit einem Siedebereich von 185–213°C und einem Flammpunkt von mehr als 60°C,
  • – entaromatisierte Kohlenwasserstoffe in Form eines Gemisches von n-, iso- und Cyclo-Aliphaten in einem Bereich von überwiegend C9–C11 und einem Siedebereich von 162–192°C und einem Flammpunkt von mehr als 40°C,
  • – isoparaffinische Kohlenwasserstoffgemische im Bereich von C9–C12 und einem Siedebereich von 153–178°C und einem Flammpunkt von mehr als 40°C,
  • – aliphatisch-aromatische Kohlenwasserstoffgemische, vornehmlich im Bereich von C9–C12 und einem Siedebereich von 153–198°C sowie einem Flammpunkt von mehr als 40°C,
  • – aliphatisch-aromatische Kohlenwasserstoffgemische, vornehmlich im Bereich von C10–C12 und einem Siedebereich von 180–210°C sowie einem Flammpunkt von mehr als 60°C,
  • – Gemische von n-, i- und Cyclo-Aliphaten, überwiegend im Bereich C13–C17 mit einem Siedebereich von 238–257°C und einem Flammpunkt von mehr als 105°C,
  • – und/oder Alkydharzen ausgewählt.

Die Wasserphase enthält einen Emulgator, welcher nicht besonders beschränkt ist. Es können bekannte und übliche anionische, kationische und nichtionische Emulgatoren verwendet werden. Insbesondere für die erfindungsgemäße Creme sind nichtionische Emulgatoren bevorzugt. Beispiele für die Emulgatoren umfassen Polyvinylalkohole, Ethylenoxid-Propylenoxid-Blockcopolymere, Fettsäuren mit 6 bis 24 C-Atomen, Alkylpolyglykolside und polare Gruppen enthaltende lineare Organo(poly)siloxane. Besonders bevorzugt sind Oxoalkoholpolyethylenglykolether mit 9 Ethylenoxid-Einheiten. Ein solcher Emulgator ist unter dem Handelsnamen Marlipal® von der Firma Hüls erhältlich.

Als weitere Stoffe kann die erfindungsgemäße Holzschutzcreme kurz-, mittel- und/oder langölige Alkydharze als Bindemittel enthalten, zum Beispiel solche, wie sie von den Firmen Worlee oder Synthopol geliefert werden. Die erfindungsgemäße Holzschutzcreme kann des Weiteren Sikkative und/oder anorganische und/oder organische Pigmente enthalten, wenn sie als dekorative Holzschutzlasur Verwendung finden soll. Auch Acrylate können hier verwendet werden.

Die bioziden Wirkstoffe umfassen Insektizide, Fungizide und/oder Bakterizide, welche dem Biozidgesetz der Produktart 2 – Produktgruppe 8 zu entnehmen sind. Dazu gehören die Wirkstoffe Propiconazol und Flufenoxuron.

Die erfindungsgemäße Holzschutzcreme kann weitere Hilfsstoffe, wie Netzmittel, Dispersiermittel, Sikkative, Verdickungsmittel sowie Hydrophobierungs- oder Oliophobierungsmittel enthalten. Als Hydrophobierungsmittel werden vornehmlich Isooctylsilane, Alkylalkoxysiloxane oder Polysiloxane sowie Gemische hieraus verwendet.

Beispiele umfassen C1-C20-Alkyl-C2-C6-Alkoxysilane, wobei als Alkylreste insbesondere Methyl-, Ethyl-, Butyl-, Pentyl-, Hexyl- und/oder Heptylreste enthalten sein können, insbesondere in ihrer n- oder iso-Form. Die Alkylreste können auch Cycloalkylreste wie Cyclopentyl-, Cyclohexyl- und/oder Norbornylreste sein. Auch können die Alkylreste mit Fluor-, Chlor-, Brom- und Jodatomen substituiert sein.

Als Alkoxyreste können Ethoxy-, Propoxy-, Butoxy-, Pentoxy- und Hexyloxyreste enthalten sein, wieder insbesondere in ihren n- und iso-Formen, auch können die Alkylreste teilweise halogeniert sein.

Als Organopolysiloxane können alle in den zuvor genannten Silanen lösbaren Verbindungen verwendet werden. Die Organopolysiloxane können die gleichen Alkylreste wie die zuvor genannten Silane aufweisen.

Als oliophobierende Mittel sind die Fluor-Silane, Fluor-Siloxane und Fluor-Acryl-Copolymere zu nennen.

Die Erfindung umfasst auch ein Verfahren zur Herstellung der erfindungsgemäßen Holzschutzcreme, wobei eine in einem ersten Schritt aus den Komponenten (Ölphase/Wasserphase) erzeugte Emulsionscreme zur Erhöhung deren Konsistenz mit einer Inline-Emulgieranlage emulgiert wird.

Beispiele für erfindungsgemäße Zusammensetzungen sind nachfolgend wiedergegeben: 1) Dekorative Lasur 20–35% Alkydharz, mittelölig 1% Sikkativ 0,3% Dispergiermittel 1,2% Verdickungsmittel (Bentone®) 0,25% Netzmittel 0–7% Pigmente (anorg. Eisenoxid) 20,00% Wasser-Emulgator-Gemisch add. 100% Isopar®
2) Bläue- und pilzvorbeugend wirksame Imprägnierung 8.00% Alkydharz, mittelölig 1,20% Wirkstoff (IPBC, Propiconazol) 20,00% Wasser-Emulgator-Gemisch
70,80% aliph.-aromat. Kohlenwasserstoffe
3) Insekten bekämpfende Imprägnierung 5,00% Alkydharz, langölig 0,02% Wirkstoff (Flufenoxuron) 20,00% Wasser-Emulgator-Gemisch 74,08% VOC-freies Lösungsmittel

Wie eingangs erwähnt, weisen flüssige Holzschutzmittel in der Praxis den wesentlichen Nachteil auf, dass sie schwer zu verarbeiten sind. Beim Auftragen auf senkrechten Flächen läuft das Holzschutzmittel ab, ohne dabei hinreichende Eindringtiefen im Holz zu erreichen. Dies erfordert üblicherweise ein mehrfaches Wiederholen des Auftragens. Bei der Applikation über Kopf kommt es zu starker Tropfenbildung. Auch ist die Auftragsmenge pro Flächeneinheit nur schwer kontrollierbar. Um eine hinreichende Schutzwirkung zu gewährleisten, wird üblicherweise ein deutlicher Überschuss an Holzschutzmittel und damit auch an Wirkstoffen aufgetragen.

Dies alles lässt sich mit der erfindungsgemäßen Holzschutzcreme vermeiden, die sich ohne Tropfenbildung und Ablaufen leicht durch Streichen, Rollen oder Spritzen im Airless-Verfahren gezielt im Bekämpfungs- oder Schutzbereich auch im Bohrlochverfahren verarbeiten lässt.


Anspruch[de]
  1. Holzschutzcreme basierend auf einer aus einer Ölphase und einer Wasserphase mit einem Emulgator gebildeten Emulsionscreme, deren Konsistenz mittels einer Inline-Emulgieranlage auf einen Bereich einer Eindringkraft von +10 g bis +60 g und einer Klebkraft von –55 g bis –5 g, gemessen mit dem Texture Analyser TA.XT Express, eingestellt ist.
  2. Holzschutzcreme nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Ölphase isoparaffinische Kohlenwasserstoffgemische, entaromatisierte Kohlenwasserstoffe, aliphatisch-aromatische Kohlenwasserstoffgemische, n-, i- und Cyclo-Aliphaten und/oder Alkydharze umfasst.
  3. Holzschutzcreme nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Emulgator ein Oxoalkohol-polyethylenglykolether mit 9 Ethylenoxid-Einheiten ist.
  4. Holzschutzcreme nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass sie wenigstens einen bioziden Wirkstoff enthält.
  5. Holzschutzcreme nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der wenigstens eine biozide Wirkstoff Insektizide, Fungizide und/oder Bakterizide umfasst.
  6. Holzschutzcreme nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass es ein Sikkativ enthält.
  7. Holzschutzcreme nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass es anorganische und/oder organische Pigmente und Farbstoffe umfasst.
  8. Verfahren zur Herstellung einer Holzschutzcreme nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass eine in einem ersten Schritt aus den Komponenten erzeugte Emulsioscreme zur Erhöhung deren Konsistenz mit einer Inline Emulgieranlage nachemulgiert wird.
  9. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass eine Konsistenz in einem Bereich einer Eindringtiefe von +10 g bis +60 g und einer Klebkraft von –55 g bis –5 g eingestellt wird.
  10. Verwendung der Holzschutzcreme nach einem der Ansprüche 1 bis 8 zur Behandlung von Holz und Holzwerkstoffen.
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