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Dokumentenidentifikation DE10228603B4 20.07.2006
Titel Hybridmonofilament
Anmelder Bloch, Klaus, 53757 Sankt Augustin, DE
Erfinder Bloch, Klaus, 53757 Sankt Augustin, DE
Vertreter Müller-Gerbes Wagner Albiger Patentanwälte, 53225 Bonn
DE-Anmeldedatum 26.06.2002
DE-Aktenzeichen 10228603
Offenlegungstag 29.01.2004
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 20.07.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 20.07.2006
IPC-Hauptklasse D02G 3/36(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
IPC-Nebenklasse D02G 3/04(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   D02G 3/44(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf ein Hybridmonofilament mit einem Kern aus mindestens einem Multifilamentgarn auf Basis synthetischer organischer Faserstoffe und mindestens einem leitfähigen Filamentgarn, wobei das mindestens eine Multifilamentgarn mit dem mindestens einen leitfähigen Filamentgarn zu dem Kern verzwirnt ist und der Kern haftfest mit einem Mantel auf Basis von Kunststoff verbunden ist.

Aus der DE 30 19 151 A1 ist ein elektrisch leitfähiges Garn mit einem Kern mit durchgehend verlaufenden Metalldrähten und nicht leitenden Textilfäden aus Reyonfäden, welche miteinander verzwirnt sind, bekannt, wobei der Kern von einer Hüllschicht aus aushärtbarem organischen Klebemittel aus einem Acrylatkleber enthaltend etwa 40 Gew.-% Kupferstaub umgeben ist. Das bekannte elektrisch leitfähige Garn weist für die textile Weiterverarbeitung beispielsweise zu Schläuchen eine hohe Dehnung und eine rauhe Oberfläche auf, es ist auch als elektrischer Heizleiter verwendbar.

Aus der CH 625 570 A5 ist ein einstückiger elektrisch leitender Textilfaden aus thermoplastischem Polymer bekannt, der in Längserstreckung in Polymerteilstränge aufgeteilt ist, wobei einige der Polymerteilstränge 30 bis 70 Gew.-% Ruß enthalten. Der einstückige elektrisch leitende Textilfaden wird zwecks weiterer textiler Verarbeitung zu kurzen Fasern geschnitten.

Aus der JP 06-269238 AA ist ein als Angelschnur verwendbares Hybridmonofilament bekannt, welches einen durchgehenden Kern aus mindestens einem Metalldraht aufweist, welcher von einem Garn aus thermoplastischem Kunststoff umhüllt ist.

In der DE 44 02 630 C1 wird eine Angelschnur beschrieben, welche einen Kern aus zueinander parallel geführten hochfesten Filamenten aufweist, der von einen Mantel bildenden hochfesten Filamenten aus thermoplastischem Kunststoff umzwirnt ist, wobei die Fixierung der den Mantel bildenden Filamente an dem Kern mittels weiterer Schmelzklebergarne, welche parallel zur Längserstreckung des Kernes angeordnet sind, erfolgt.

Monofile auf Basis thermoplastischer Kunststoffe zeichnen sich durch glatte Oberflächen aus, je nach eingesetztem Werkstoff weisen sie entsprechend hohe Abriebfestigkeit, Gleitfähigkeit, Biegewechselfestigkeit, Festigkeit und Dehnung auf. Für manche Einsatzgebiete ist es jedoch wünschenswert, Monofile mit geringer Dehnung, d. h. einer Reißdehnung unter 5 % zu erhalten. Strapazierfähige Monofile, wie beispielsweise auf Basis von Polyamiden, weisen jedoch eine hohe Reißdehnung von durchschnittlich 14 bis 20 % auf. Zur Verringerung der Reißdehnung werden anstelle von Monofilen geflochtene Schnüre aus Kunststofffilamenten eingesetzt, die dann eine geringere Reißdehnung aufweisen, jedoch den Nachteil der nicht mehr vollständig glatten Oberfläche haben. Beispielsweise bei Einsatz von Monofilen oder Schnüren aus Kunststoff für Angelleinen ergibt sich bei Schnüren der Nachteil, daß sich Wasser in der profilierten Oberfläche festsetzt und damit das Aufspulen erschwert. In diesem Punkt sind beispielsweise Monofile den Schnüren überlegen.

Es besteht ein Bedarf an leitfähigen Produkten, die die äußerliche Form und Eigenschaft eines Monofiles aufweisen, nämlich eine glatte Oberfläche, die darüber hinaus eine sehr geringe Reißdehnung aufweisen bei hoher Festigkeit und Tragkraft.

Die bekannten Hybridmonofilamente und Monofile erfüllen diese Anforderungen nicht in dem wünschenswerten Maß.

Ausgehend von einem Hybridmonofilament gemäß Gattungsbegriff, wie es in der DE 30 19 151 A1 beschrieben ist, wird erfindungsgemäß ein solches Quasi-Monofilament gemäß den kennzeichnenden Merkmalen des Patentanspruches 1 vorgeschlagen, das als Hybridmonofilament ausgebildet ist. Das erfindungsgemäße Hybridmonofilament zeichnet sich dadurch aus, daß der Kern 3 bis 12 Gew.-% leitfähiges Filamentgarn auf Basis thermoplastischer Kunststoffe enthält und der mit dem Kern verbundene Mantel aus einem Abriebfestigkeit, UV-Beständigkeit, Einfärbbarkeit, Geschmeidigkeit und Seewasserfestigkeit aufweisenden thermoplastischen Kunststoff gefertigt ist und die Reißdehnung des Hybridmonofilaments kleiner 5 % beträgt und der verzwirnte Kern eine lineare Tragkraft von mindestens 12 g/dtex aufweist. Durch die erfindungsgemäße Ausbildung des Kerns enthaltend Multifilamentgarn auf Basis synthetischer organischer Faserstoffe wird eine hohe Reißfestigkeit, eine hohe Tragfähigkeit und eine sehr geringe Reißdehnung erzielt. Dem Nachteil, nämlich der geringen Querfestigkeit organischer Faserstoffe, wird durch das leitfähige Filamentgarn auf Basis eines thermoplastischen Kunststoffes entgegengewirkt und diese erheblich verbessert. Dies wird erfindungsgemäß durch die Verzwirnung des Multifilamentgarnes mit dem leitfähigen Filamentgarn zu einem Kern erreicht. Die Geschmeidigkeit und Biegewechselfestigkeit einschließlich Abriebfestigkeit wird durch Ummantelung mit einem thermoplastischen Kunststoff erreicht. Die Ummantelung ist hauchdünn, so daß die hohe Festigkeit und die geringe Reißdehnung, die durch das Multifilamentgarn des Kerns erreicht wird, nur unwesentlich beeinträchtigt wird. Gleichzeitig wird durch die Ummantelung die glatte runde Oberfläche erzielt, zugleich auch eine gute Knotenfestigkeit und hohe Biegewechselfestigkeit.

Vorteilhafte Ausgestaltungen des erfindungsgemäßen Hybridmonofilamentes sind den kennzeichnenden Merkmalen der Unteransprüche entnehmbar.

Erfindungsgemäße Hybridmonofilamente zeichnen sich durch eine Reißdehnung kleiner 5 %, bevorzugt unterhalb 4 % aus.

Die Tragfestigkeiten des erfindungsgemäßen Hybridmonofilamentes werden im wesentlichen durch den verzwirnten Kern bestimmt, der erfindungsgemäß eine lineare Tragkraft von mindestens 12 g/dtex, bevorzugt mindestens 15 g/dtex aufweist.

Für das erfindungsgemäße Hybridmonofilament wird für das Multifilamentgarn ein synthetischer organischer Faserstoff hoher Thermostabilität mit einem hohen E-Modul von mindestens 300 cN/dtex eingesetzt, der bevorzugt eine Reißfestigkeit von mindestens 12 cN/dtex aufweist. Als Faserstoffe für das Multifilamentgarn werden bevorzugt vollaromatische Polyamide (Aramide), vollaromatische Copolyamide und geordnete Copolyamide, Heterocyclen enthalende aromatische Polyamide und lineare aromatische Polyamidhydrazid-Polymere eingesetzt. Die Multifilamentgarne werden in unterschiedlichen Größen eingesetzt, je nach Anwendungszweck, beispielsweise für Angelschnüre mit 220 dtex, 450 dtex, 1.200 dtex und mehr, wobei die einzelnen Filamente des Multifilamentgarnes üblicherweise einen Durchmesser im Bereich von 2 &mgr;m aufweisen. Entsprechend setzt sich ein Multifilamentgarn aus einer Vielzahl feinster Filamente zusammen. Multifilamentgarne aus Aramidfasern werden aus flüssigkristallinen Lösungen hochkristallin gesponnen und zusätzlich verstreckt, sie sind hochzugfest, weisen eine Reißdehnung von 1,5 bis 2,5 % auf, eine Reißfestigkeit von 14 bis 20 cN/dtex und einen E-Modul bis zu 1.000 cN/dtex.

Als leitfähige Filamentgarne werden solche mit einem elektrischen Widerstand von 100 bis 1010 Ohm/cm eingesetzt. Bevorzugt sind leitfähige Filamentgarne auf Basis von Nylon oder Polyester, welche ca. 5 % Carbon enthalten. Für die erfindungsgemäßen Hybridmonofilamente werden bevorzugt leitfähige Filamentgarne in sehr feiner Ausführung eingesetzt, bevorzugt im Bereich von 18 bis 40 dtex. Die leitfähigen Filamentgarne weisen hierbei bevorzugt zwischen 1 bis 10 Filamente auf. Bevorzugt wird ein Nylon mit einem Schmelzpunkt im Bereich von etwa 215°C bzw. Polyester mit einem Schmelzpunkt im Bereich von etwa 255°C für die leitfähigen Filamentgarne eingesetzt. Das leitfähige Filamentgarn verleiht dem Hybridmonofilament eine wesentlich verbesserte Knotenfestigkeit und verbessert die Querreißfestigkeit. Darüber hinaus trägt es zur Verbesserung der Haftung des Mantels am Kern bei.

Wesentlich für das erfindungsgemäße Hybridmonofilament ist, daß der Kern überwiegend aus Multifilamentgarn besteht und nur zu einem geringen Anteil, vorzugsweise im Bereich zwischen 3 bis 12 Gew.-% leitfähiges Filamentgarn enthält. Das oder die Multifilamentgarne und das oder die leitfähigen Filamentgarne werden erfindungsgemäß zu einem Kern verzwirnt, wobei die Verzwirnung als S-Drehung oder Z-Drehung vorgenommen werden kann. Es hat sich herausgestellt, daß 30 bis 200 Zwirndrehungen/m ein optimales Ergebnis bezüglich der zu erzielenden mechanischen Eigenschaften vermitteln. Bei Zwirndrehungen über 200/m neigt das Multifilamentgarn zum Brechen, insbesondere bei hochkristallinen Multifilamentgarnen. Bei zu geringer Anzahl von Zwirndrehungen wird kein ausreichender Verfestigungseffekt erreicht. Erfindungsgemäß lagert sich das leitfähige Filamentgarn in die Oberfläche des Multifilamentgarnes ein, so daß bereits der gezwirnte Kern eine im Querschnitt betrachtet runde Form erhält.

Die erforderliche Glätte, Geschmeidigkeit, Abriebfestigkeit, Wasserfestigkeit und Seewasserfestigkeit erhält der gezwirnte Kern durch den Mantel aus einem thermoplastischen Kunststoff, der hauchfein den Kern umschließend haftfest aufgebracht ist. Bevorzugt wird für den Mantel ein thermoplastischer Kunststoff, der die Eigenschaften der Abriebfestigkeit, Glätte, UV-Beständigkeit, Einfärbbarkeit und Seewasserfestigkeit in ausreichender Qualität aufweist. Bevorzugt sind beispielsweise thermoplastische Kunststoffe auf Basis von Homo- und/oder Copolyamiden oder Fluorpolymeren oder Abmischungen dieser Kunststoffe, gegebenenfalls auch mit weiteren kompatiblen thermoplastischen Kunststoffen. Soweit noch keine ausreichende UV-Beständigkeit und UV-Schutz auch für den Kern gegeben ist, kann der UV-Schutz zusätzlich durch Einfärben des Mantels und gegebenenfalls Zusatz von UV-Absorbern erhöht werden.

Von den Fluorpolymeren kommen solche mit guten Gleiteigenschaften, UV-Beständigkeit, die dem Kern zusätzlich Geschmeidigkeit verleihen, bevorzugt in Frage, wie Polyvinylidenfluorid (PVDF), Ethylen-Tetrafluorethylen-Copolymer (E/TFE), Ethylen-Chlortrifluorethylen-Copolymer (E/CTFE), Perfluoralkoxy (PFA), Polytetrafluorethylen (PTFE), gegebenenfalls auch Polyfluorethylenpropylen (FEP) allein oder in Abmischungen auch mit anderen thermoplastischen kompatiblen Kunststoffen. Je nach thermoplastischem Kunststoff, aus dem der Mantel gefertigt wird, kann dieser zusätzlich mit Ruß und/oder Farbmitteln zur Erhöhung der UV-Stabilität und des UV-Schutzes für den Kern eingefärbt sein bzw. aus sonstigen optischen Gründen.

Das erfindungsgemäße Hybridmonofilament weist neben geringer Reißdehnung, hoher Tragkraft eine glatte wasserabweisende Oberfläche auf und darüber hinaus noch eine sehr gute Biegewechselfestigkeit.

Zur Erhöhung der Haftung des thermoplastischen Kunststoffes des Mantels an dem Kern – das Multifilamentgarn weist keine gute Haftung auf – kann der Kern bzw. das Multifilamentgarn beispielsweise durch eine Corona-Behandlung vorbehandelt werden. Auch das Aufbringen des thermoplastischen Kunststoffes für den Mantel auf den Kern aus der Schmelze ist möglich. Der Mantel wird nur hauchdünn aufgetragen und weist eine durchschnittliche Dicke im Bereich von 10 bis 40 &mgr;m auf. Der thermoplastische Kunststoff des Mantels dringt auch in feine Spalten des Multifilamentgarnes bzw. des leitfähigen Filamentgarnes ein und bildet eine kompakte glatte Oberflächenhaut.

Das erfindungsgemäße Hybridmonofilament ist für die Verwendung als Angelschnur besonders gut geeignet. Für diese Verwendung kann es in einer bevorzugten Ausbildung mindestens ein auf Basis eines Aramides ausgebildetes Multifilamentgarn und mindestens ein leitfähiges Filamentgarn auf Basis Polyester oder Nylon enthalten, wobei diese zu einem Kern miteinander verzwirnt sind mit einer Drehung von 80 bis 150 je Meter und einen Mantel auf Basis von Nylon-Copolyamid aufweisen.

Für den Mantel können als thermoplastischer Kunststoff beispielsweise auch Nylon 6; Nylon 66; Nylon 610; Nylon 612; Nylon 1010 oder Copolymere von Nylon 6 und 66 oder Mischungen hiervon eingesetzt werden.

Das erfindungsgemäße Hybridmonofilament weist eine runde Form wie ein Monofil auf, es erhält durch den Mantel eine hohe Abriebfestigkeit und Glätte, sowie Wasserfestigkeit und Seewasserfestigkeit, der Mantel kann eingefärbt werden und es erfolgt keine Wasseraufnahme oder Wassermitnahme. Die Reißdehnungswerte sind extrem niedrig, bis zu nur 2 %, bei Geschmeidigkeit, Knotenfestigkeit und hoher Biegewechselfestigkeit.

Das erfindungsgemäße Hybridmonofilament eignet sich hervorragend als Angelschnur, mit der weite Zielwürfe durchgeführt werden können.

Angelschnüre gemäß Stand der Technik, die auf Basis von Nylon gefertigt werden, und zwar als Monofilamente, weisen noch eine große Reißdehnung von 14 bis 20 % auf, im Gegensatz zu den erfindungsgemäßen Hybridmonofilamenten mit einer Reißdehnung unter 5 % und kleiner.

Die Erfindung wird nachfolgend anhand der Zeichnung beispielhaft erläutert. Es zeigen:

1 schematisch ein Multifilamentgarn,

2 schematisch ein leitfähiges Filamentgarn,

3 schematisch einen verzwirnten Kern aus einem Multifilamentgarn und einem leitfähigen Filamentgarn,

4 schematisch im Querschnitt einen verzwirnten Kern mit einem Multifilamentgarn und zwei leitfähigen Filamentgarnen,

5 das Hybridmonofilament mit einem Kern gemäß 3.

In der 5 ist schematisch ein erfindungsgemäßes Hybridmonofilament 100 dargestellt, das im einfachsten Aufbau ein Multifilamentgarn 1, ein leitfähiges Filamentgarn 2 und einen Mantel 3 umfaßt. Als Multifilamentgarn 1 werden solche auf Basis hochtemperaturstabiler organischer Fasern mit hohem E-Modul eingesetzt, die auch handelsüblich erworben werden können, beispielsweise unter dem Markennamen „Kevlar"® von Dupont – aus Poly-p-phenylenterephtalamid. In der 1 ist ein solches Multifilamentgarn 1 dargestellt, die einzelnen Filamente 10 aus beispielsweise einem Aramid sind sehr fein und weisen einen Durchmesser im Bereich von 1,8 bis 2,5 &mgr;m auf. Das Multifilamentgarn 1 ist in verschiedenen Stärken erhältlich, beispielsweise 220 dtex, 450 dtex. Darüber hinaus können entsprechende Stärken für das erfindungsgemäße Hybridmonofilament durch Zusammensetzen des Kerns aus mehreren Multifilamentgarnen gleicher oder unterschiedlicher Stärken erzielt werden.

Als weiteres Element des erfindungsgemäßen Hybridmonofilaments wird ein leitfähiges Filamentgarn 2, siehe 2, eingesetzt, beispielsweise auf Polyesterbasis oder Nylonbasis, das leitfähig ausgerüstet ist. Das leitfähige Filamentgarn enthält beispielsweise Carbon in einer Menge von 5 %. Das leitfähige Filamentgarn 2 ist aus wenigen Einzelfilamenten 21 zusammengesetzt, beispielsweise drei Einzelfilamenten. Das leitfähige Filamentgarn 2 wird erfindungsgemäß bevorzugt mit einer Stärke im Bereich von 18 bis 40 dtex eingesetzt, jedoch sind auch andere Stärken in Verbindung mit der Stärke des Multifilamentgarnes möglich.

Das mindestens eine Multifilamentgarn 1 und das mindestens eine leitfähige Filamentgarn 2 werden miteinander zu einem Kern 20 verzwirnt, siehe 3.

Durch diese Verzwirnung erhält das Multifilamentgarn 1, das eine geringe Querreißfestigkeit aufweist, infolge der hohen Kristallinität der organischen Fasern mit hohem E-Modul nach Art einer Bandage eine zusätzliche Festigkeit und auch Knotenfestigkeit sowie Biegewechselfestigkeit. Bei Einsatz beispielsweise eines Multifilamentgarnes 1 und zweier leitfähiger Filamentgarne 2.1 und 2.2, siehe 2, werden letztere symmetrisch am Außenumfang des Multifilamentgarnes 1 angeordnet und durch die Verzwirnung wird bereits eine Verformung der Art erreicht, daß auch der verzwirnte Kern 20 einen runden Querschnitt erhält. Das gilt auch für einen verzwirnten Kern gemäß 3.

Der verzwirnte Kern 20 wird anschließend mit einem Mantel 3, siehe 5, versehen, die haftfest aufgebracht wird und aus einem thermoplastischen Kunststoff besteht, der sich insbesondere durch Geschmeidigkeit, Glätte, Abriebfestigkeit, UV-Beständigkeit bzw. UV-beständige Ausrüstung auszeichnet. Der thermoplastische Kunststoff des Mantels 3, der auch eingefärbt sein kann, dringt in die Spalten des Multifilamentgarnes ein, er verbindet sich darüber hinaus mit dem thermoplastischen Kunststoff des leitfähigen Filamentes, wodurch eine gute Haftung des Mantels 3 an dem Kern 20 erzielt wird. Die hohe Knotenfestigkeit und Biegewechselfestigkeit des Hybridmonofilamentes 100 gemäß 5 werden durch die thermoplastischen Kunststoffe des leitfähigen Filamentgarnes 2 und des Mantels 3 wesentlich verbessert. Gleichzeitig bildet der Mantel 3 einen UV-Schutz für die synthetischen organischen Fasern des Multifilamentgarnes 1 und schützt diese auch vor weiteren äußeren Einflüssen.

Die lineare Reißfestigkeit eines Hybridmonofilamentes ist bis zu 100 % höher als diejenige eines reinen Monofilamentes gleicher Stärke, das aus Nylon 6 gefertigt ist. Die Reißdehnung des Hybridmonofilamentes liegt unter 5 %, bevorzugt im Bereich zwischen 2 bis 3 %, im Vergleich zu der Reißdehnung eines reinen Monofilamentes gleicher Stärke aus Nylon 6 von 12 bis 20 %.

  • 1. Ein Multifilamentgarn von 220 dtex aus einer Aramidfaser (Kevlar®), das eine Reißdehnung von 1,5 bis 2 %, einen E-Modul von 900 bis 1.000 cN/dtex und eine Reißfestigkeit von 14 bis 20 cN/dtex aufweist, mit Filamenten von einem Durchmesser von 2 &mgr;m wird mit einem drei Filamente enthaltenden leitfähigen Filamentgarn von 22 dtex auf Basis von Nylon 6 enthaltend 5 Carbon, das einen elektrischen Widerstand von 106 bis 108 Ohm/cm, eine Reißdehnung von 53 % und Reißfestigkeit von 2,9 cN/dtex aufweist, zu einem Kern gezwirnt, beispielsweise in S-Drehung, mit 100 Zwirndrehungen/m. Der gezwirnte Kern wird anschließend mit Nyloncopolyamid bei einer Schmelzetemperatur von etwa 300°C hauchdünn beschichtet, ca. im Mittel 20 &mgr;m dick.

    Das erhaltene Hybridmonofilament weist einen Durchmesser von 0,14 mm auf, hat eine Reißdehnung von 2 bis 2,5 % und eine lineare Tragkraft von 4,1 kg. Es ist seewasserfest, abriebfest, hat eine glatte Oberfläche, ist geschmeidig, hat eine sehr gute Knotenfestigkeit und Biegewechselfestigkeit. Es eignet sich beispielsweise hervorragend als Angelschnur.
  • 2. Aus einem Multifilamentgarn von 220 dtex und einem Multifilamentgarn von 450 dtex aus dem gleichen Material wie bei Beispiel 1 beschrieben, sowie zwei leitfähigen Filamentgarnen, wie bei Beispiel 1 beschrieben, wird ein gezwirnter Kern hergestellt, siehe 4, mit einer S-Drehung und 130 Zwirndrehungen/m. Anschließend wird der gezwirnte Kern, wie bei Beispiel 1 beschrieben, mit einem Nyloncopolyamid ummantelt. Der Mantel hat eine durchschnittliche Dicke von 30 &mgr;m. Man erhält ein Hybridmonofilament mit einem Durchmesser von 0,29 mm, das eine Reißdehnung von 2 bis 2,5 % und eine lineare Tragkraft von 12,4 kg aufweist.

Die mechanischen Festigkeitswerte werden gemäß DIN 53834 für Monofile ermittelt.

Erfindungsgemäß können Hybridmonofilamente mit wesentlich höheren Stärken bei Einsatz entsprechender Multifilamentgarne hergestellt werden, wobei die leitfähigen Filamentgarne als Bandage dienen, die einerseits der Stabilisierung des Multifilamentgarnes dienen und andererseits sowohl die Haftung zu dem Mantel erhöhen als auch gleichzeitig zur Geschmeidigkeit beitragen.


Anspruch[de]
  1. Hybridmonofilament mit einem Kern aus mindestens einem Multifilamentgarn auf Basis synthetischer organischer Faserstoffe und mindestens einem leitfähigen Filamentgarn, wobei das mindestens eine Multifilamentgarn mit dem mindestens einen leitfähigen Filamentgarn zu dem Kern verzwirnt ist und der Kern haftfest mit einem Mantel auf Basis von Kunststoff verbunden ist, dadurch gekennzeichnet, daß der Kern 3 bis 12 Gew.-% leitfähiges Filamentgarn auf Basis thermoplastischer Kunststoffe enthält und der mit dem Kern verbundene Mantel aus einem Abriebfestigkeit, UV-Beständigkeit, Einfärbbarkeit, Geschmeidigkeit und Seewasserfestigkeit aufweisenden thermoplastischen Kunststoff gefertigt ist und die Reißdehnung des Hybridmonofilaments kleiner 5 % beträgt und der verzwirnte Kern eine lineare Tragkraft von mindestens 12 g/dtex aufweist.
  2. Hybridmonofilament nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß für das Multifilamentgarn ein synthetischer organischer Faserstoff hoher Thermostabilität mit einem hohen E-Modul von mindestens 300 cN/dtex verwendet ist.
  3. Hybridmonofilament nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß für das Multifilamentgarn ein synthetischer organischer Faserstoff hoher Thermostabilität und einer Reißfestigkeit von mindestens 12 cN/dtex verwendet ist.
  4. Hybridmonofilament nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß für das Multifilamentgarn als Faserstoff vollaromatische Polyamide (Aramide), vollaromatische Copolyamide und geordnete Copolyamide, Heterocyclen enthaltende aromatische Polyamide und lineare aromatische Polyamidhydrazid-Polymere verwendet sind.
  5. Hybridmonofilament nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß das leitfähige Filamentgarn als thermoplastischen Kunststoff Nylon oder Polyester enthält.
  6. Hybridmonofilament nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß das leitfähige Filamentgarn Carbon enthält.
  7. Hybridmonofilament nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß ein leitfähiges Filamentgarn von 18 bis 40 dtex eingesetzt ist.
  8. Hybridmonofilament nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß das oder die Multifilamentgarne mit dem mindestens einen leitfähigen Filamentgarn mit 30 bis 200 Zwirndrehungen/m in S-Drehung oder Z-Drehung verzwirnt sind.
  9. Hybridmonofilament nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß der Mantel als thermoplastischen Kunststoff Homo- und/oder Copolyamid enthält.
  10. Hybridmonofilament nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß der Mantel als thermoplastischen Kunststoff Fluorpolymere, wie PVDF, E/TFE, E/CTFE, PFA, PTFE allein oder in Abmischungen enthält.
  11. Hybridmonofilament nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß der Mantel mit Carbon und/oder Farbmittel zur Erhöhung des UV-Schutzes eingefärbt ist.
  12. Hybridmonofilament nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß der Mantel eine durchschnittliche Dicke im Bereich von 10 bis 40 &mgr;m aufweist.
  13. Hybridmonofilament nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß es mindestens ein Multifilamentgarn auf Basis eines Aramides und mindestens ein leitfähiges Filamentgarn auf Basis Polyester oder Nylon, wobei der Kern mit 80 bis 150 Drehungen/m verzwirnt ist, und einen Mantel aus einem Nylon-Copolyamid umfaßt.
Es folgt ein Blatt Zeichnungen






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