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Dokumentenidentifikation DE69928393T2 27.07.2006
EP-Veröffentlichungsnummer 0001081727
Titel Verfahren zur Steuerung des Betriebs eines Schaltgeräts
Anmelder ABB Technology AG, Zürich, CH
Erfinder Cereda, Carlo, 24043 Caravaggio (Bg), IT;
Gemme, Carlo, 16166 Genova Quinto, IT;
Moratto, Andrea, 20156 Milano, IT;
Lichtenberg, Gunter, 67757 Kreimbach/Kaulbach, DE
Vertreter Patent- und Rechtsanwälte Bardehle, Pagenberg, Dost, Altenburg, Geissler, 81679 München
DE-Aktenzeichen 69928393
Vertragsstaaten AT, BE, CH, CY, DE, DK, ES, FI, FR, GB, GR, IE, IT, LI, LU, MC, NL, PT, SE
Sprache des Dokument EN
EP-Anmeldetag 01.09.1999
EP-Aktenzeichen 992028282
EP-Offenlegungsdatum 07.03.2001
EP date of grant 16.11.2005
Veröffentlichungstag im Patentblatt 27.07.2006
IPC-Hauptklasse H01H 9/56(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, EP

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Steuerung des Betriebs eines Schaltgerätes. Genauer bezieht sich die vorliegende Erfindung auf ein Verfahren zur Steuerung der Schließoperation eines Schaltgerätes, das auf einem elektrischen Netzwerk angelegt ist, welches mit einem induktiven Bauteil verbunden ist, wie z.B. einem Transformator, einer Reaktanz oder ähnlichem.

Es wird im Stand der Technik von vielen Beispielen von Verfahren zur Steuerung des Betriebs von Schaltgeräten, wie z.B. Unterbrechern, Trennschaltern und ähnlichem, berichtet. So ist es wohlbekannt, dass Schaltgeräte generell in Reaktion auf Befehle, entweder automatische oder manuelle, die von einer Steuer- und Beobachtungskonsole gesendet werden, operieren. Dies bedeutet, dass der Betrieb in einer „zufälligen" Art und Weise stattfinden kann, in Bezug auf die Parameter des elektrischen Netzwerkes (entweder dreiphasig oder einphasig), zu dem die Schaltgeräte verbunden sind. Die Durchführung von einer Schließ-/Öffnungsoperation asynchronen in Bezug zu den Parametern des elektrischen Netzwerkes ruft sehr häufig elektrische Transienten und/oder elektrische Funkenphänomene hervor, wie z.B. die sogenannten „Pre-strikes" oder „Re-strikes", die im Allgemeinen äußerst schädigend sind.

Diese unerwünschten Effekte sind offensichtlich zugegen, wenn ein Schaltgerät auf einem elektrischen Netzwerk angeordnet ist, das mit einem induktiven Bauelement verbunden ist. Nachdem eine Öffnungsoperation ausgeführt ist, ist ein verbleibender Fluss im magnetischen Kern des induktiven Bauelements zugegen. Die Menge des verbleibenden Flusses hängt vom Hysterese-Zyklus ab, der den magnetischen Kern des induktiven Bauelements charakterisiert. Leider ist die Menge nicht konstant, sondern sie variiert aufgrund von verschiedenen Gründen, wie z.B. der Gegenwart von Streukapazitäten. Diese Tatsache impliziert, dass die Menge des verbleibenden Flusses, der noch im magnetischen Kern zugegen ist, unbekannt sein kann. Dies bedeutet, dass die folgende Schließoperation mit einem „asynchronen" Schaltgerät durchgeführt werden kann in Bezug auf einen magnetischen Zustand, der sich stark unterscheiden kann von dem, der tatsächlich im magnetischen Bauelement zugegen ist. So können hohe Stromtransienten (genannt „Einschaltströme") entstehen, die durch sehr hohe magnetische Ströme (zehn-zwanzig Mal der Nennstrom) mit starkem harmonischem Inhalt charakterisiert sind. Die Gegenwart hoher Stromtransienten verursacht Leistungsspitzen, deren Handhabung sehr schwierig ist. So ist es z.B. in Niederleistungsnetzwerken notwendig, viele Generatoren parallel zueinander vorzusehen, um Netzwerksinstabilitätsprobleme zu vermeiden. In Notfallnetzwerken ist es ebenfalls notwendig, die vorhandenen Transformatoren einzeln zu verbinden, oft wartend auf die Reduktion des Stromtransienten. In sekundären Verteilungsnetzwerken können viele Probleme aufgrund von Fehlern der Schutzsicherungen auftreten.

Weiter führt die Gegenwart eines starken harmonischen Inhalts, besonders der zweiten Ordnung, zu einer geringeren Leistungsqualität (PQ) des gesamten Netzwerks. Die Gegenwart eines starken harmonischen Inhalts kann ebenfalls Probleme im Management des Netzwerkschutzes hervorrufen.

Um diese schädigenden transienten Effekte zu minimieren, sehen viele Verfahren im Stand der Technik die Durchführung der elektrischen Operation in einer „synchronen" Art und Weise vor. Die Operation wird dann in Bezug auf die Netzwerkparameter ausgeführt, was, um es zu sagen, die Bestimmung, z.B. im Falle eines dreiphasigen Netzwerks, von Abfolgen optimaler Operationszeitpunkte ist. Jede dieser Abfolgen, nachstehend definiert als „Operationsabfolge", ist eine Abfolge von Zeitpunkten, in denen Spannung und/oder Strom jeder Phase gewünschte Werte erreichen. Jede Operationsabfolge kann für jeden Pol des Schaltgerätes unabhängig durchgeführt werden.

Im Falle von Schaltgeräten, die mit induktiven Bauelementen verbunden sind, sind Lösungen bekannt, in denen die Wahl einer optimalen Operationsabfolge tatsächlich vordefiniert ist.

Zum Beispiel bietet US-Patent 5,119,260 die Wahl einer optimalen Operation nur in Bezug auf die Öffnungsoperation. Die Zeitpunkte, die um einen fixen Zeitbetrag außer Phase sind in Bezug auf den Durchgang durch die Stromnull, sind als optimal vorgegeben. Diese Situation ist gänzlich ungeeignet für andere Arten von Operationen, wie die Schließoperation.

Andere Lösungen erlauben es einem, die optimale Operationsabfolge zu wählen in Bezug auf eine Art der Operation, nur ohne die Last einzubeziehen. Zum Beispiel nimmt US-Patent 5,361,184 die Stromnullen als optimale Zeitpunkte für Öffnungsoperationen und die Spannungsnullen als optimale Zeitpunkte für Schließoperationen, unabhängig von der Art der Last.

Ebenfalls ist diese Art der Lösung ungeeignet, weil sie die spezifischen Probleme nicht in Betracht zieht, die entstehen, wenn ein induktives Bauelement mit dem Netzwerk verbunden ist.

Andere Verfahren schlagen als optimal für die Schließoperationsabfolge die Zeitpunkte vor, in denen die Spannung ihr Maximum erreicht. Selbst wenn diese Lösung einen technischen Fortschritt in Bezug zu den vorher beschriebenen Lösungen darstellt, ist sie ungeeignet und nicht in der Lage, die Stromtransienten drastisch zu reduzieren. Tatsächlich werden die genannten Schwankungen des magnetischen Flusses nicht in Betracht gezogen.

Schließlich kann man anführen, dass die bekannten Lösungen des Standes der Technik, während sie das Ziel erreichen, für das sie ausgelegt wurden, nicht die effektive Reduktion der Stromtransienten garantieren, wenn Schaltgerätoperationen in Gegenwart von induktiven Bauelementen durchgeführt werden. Dokument WO 99/00811 offenbart ein Verfahren gemäß der Einleitung von Anspruch 1.

Das Ziel der vorliegenden Erfindung ist es, ein Verfahren bereitzustellen zur Steuerung der Schließoperation eines Schaltgerätes, welches auf einem elektrischen Netzwerk angeordnet ist, das mit einem induktiven Bauelement verbunden ist, das die drastische Reduktion der genannten transienten Effekte ermöglicht.

Als Teil dieser Aufgabe ist ein Ziel der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren bereitzustellen, das die Reduktion der sogenannten „Einschaltströme" auf vernachlässigbare Ströme erlaubt, wenn sie mit dem Nennstrom verglichen werden, um so die Leistungsqualität des elektrischen Netzwerkes zu verbessern und andere genannte Probleme zu vermeiden.

Ein anderes Ziel der vorliegenden Erfindung ist es, ein Verfahren bereitzustellen, das die drastische Reduktion der Stromharmonischen niederer Ordnung erlaubt, um so die Funktionalität und das Management der Netzwerkschutzgeräte zu verbessern.

Ein weiteres Ziel der vorliegenden Erfindung ist es, ein Verfahren bereitzustellen, das einfach unter Verwendung üblich benutzter Verarbeitungssysteme realisiert werden kann.

Folglich stellt die vorliegende Erfindung ein Verfahren zur Steuerung der Schließoperation eines Schaltgerätes, das auf einem elektrischen Netzwerk angeordnet ist, das mit einem induktiven Bauelement verbunden ist, bereit, das die folgenden Schritte umfasst:

  • a) Erfassung erster Daten, bezogen auf die elektrischen Eigenschaften des induktiven Bauelements und des Netzwerks;
  • b) basierend auf den ersten Daten, Auswahl, auf vordefinierten ersten Speichermitteln, welche vordefinierte Öffnungs- und Schließabfolgen beinhalten, einer ersten vordefinierten Öffnungsoperationsabfolge;
  • c) basierend auf der ersten vordefinierten Öffnungsoperationsabfolge, Auswahl, auf den ersten Speichermitteln, einer ersten vordefinierten Schließoperationsabfolge.

Weitere Eigenschaften und Vorteile der Erfindung sollen klarer aus der Beschreibung der bevorzugten, aber nicht ausschließlichen Ausführungsformen des Verfahrens gemäß der Erfindung hervorgehen, erklärt nur als Beispiele und ohne Begrenzung in den beigefügten Zeichnungen, in denen:

1 ein Diagramm ist, das die Abfolge der Schritte erklärt, die vom Verfahren gemäß der Erfindung ausgeführt werden.

2 ein Diagramm ist, das sich auf eine bevorzugte, aber nicht-beschränkende Ausführungsform des Verfahrens gemäß der Erfindung bezieht;

3 ein Diagramm ist, das sich auf eine weitere bevorzugte, aber nichtbeschränkende Ausführungsform des Verfahrnes gemäß der Erfindung bezieht;

4 ein Diagramm ist, das sich auf eine weitere bevorzugte, aber nichtbeschränkende Ausführungsform eines Steuergerätes bezieht, welches das Verfahren gemäß der Erfindung realisiert.

Bezugnehmend auf die genannten Darstellungen umfasst das Verfahren gemäß der Erfindung den Schritt a) (Bezugszeichen 1) des Erfassens erster Daten (gestrichelter Pfeil 2), die auf die elektrischen Eigenschaften des induktiven Bauelements und des Netzwerks bezogen sind. Erste Daten 2 umfassen bevorzugterweise Daten bezogen auf die Art der Verbindung des induktiven Bauelements zum elektrischen Netzwerk und/oder Daten bezogen auf den Zustand der neutralen Verbindung des elektrischen Netzwerks und/oder Daten bezogen auf die Netzwerkimpedanzspannung, Nennspannung und Nennleistung. Bei Schritt b) (Bezugszeichen 3) wird eine erste vordefinierte Öffnungsoperationsabfolge (Bezugszeichen 4) ausgewählt. Die vordefinierte Öffnungsoperationsabfolge, die eine vordefinierte Abfolge von Zeitpunkten ist, in denen die Spannung und/oder Ströme gewünschte Werte erreichen (z.B. zur Durchführung der Öffnungsoperation), wird auf vordefinierten ersten Speichermitteln 5 gewählt, die vordefinierte Öffnungs-/Schließoperationsabfolgen beinhalten. Erste Speichermittel 5 können, wie beschriebene zweite Speichermittel, vordefinierte Tabellen oder Bibliotheken oder andere Mittel, elektronisch oder nicht, zur Speicherung von Informationen sein. Erste Daten 2, die auf vordefinierten zweiten Speichermitteln gespeichert werden können, nicht dargestellt in 1, werden in der Praxis zur Adressierung der ersten Speichermittel 5 verwendet. Zweite Speichermittel können von der gleichen Art der zuvor beschriebenen ersten Speichermittel 5 sein.

Bei Schritt c) (Bezugszeichen 6) wird eine erste vordefinierte Schließoperationsabfolge auf den ersten Speichermitteln 5 ausgewählt. Die Auswahl der vordefinierten Schließoperationsabfolge, die eine vordefinierte Abfolge von Zeitpunkten ist, in denen Spannung gewünschte Werte erreicht (z.B. zur Durchführung der Schließoperation), wird ausgeführt, basierend auf der vordefinierten Öffnungsoperationsabfolge, ausgewählt bei Schritt b). Die vordefinierte Abfolge wird in der Praxis zur Adressierung der ersten Speichermittel 5 verwendet, um die am besten geeignete Schließoperationsabfolge auszuwählen.

Diese Lösung ist besonders vorteilhaft, weil es möglich ist, die Parameter des induktiven Bauelements verbunden mit dem Netzwerk nach der Erfassung der ersten Daten bei Schritt a) kennend, eine Öffnungsabfolge so zu wählen, dass nach ihrer Ausführung ein bekannter magnetischer Zustand des induktiven Bauelements erreicht wird. Basierend auf der Kenntnis des magnetischen Zustands, kann man die am besten geeignete Schließoperationsabfolge auswählen, um die genannten Übergangsphänomene zu reduzieren. In der Praxis sind eine oder mehrere Schließoperationsabfolgen vordefiniert, wobei ein möglicher Magnetisierungszustand des induktiven Bauelements berücksichtigt wird. Sie werden ausgewählt in Abhängigkeit vom Magnetisierungszustand, in den voraussichtlich die vorherige Öffnungsoperationsabfolge das induktive Bauelement bringt.

Die ersten Speichermittel 5 beinhalten neben den vordefinierten Schließoperationsabfolgen zumindest eine universelle vordefinierte Schließoperationsabfolge. Die universelle vordefinierte Schließoperationsabfolge wird verwendet, wenn aus verschiedenen Gründen, die nachstehend beschrieben werden, der magnetische Zustand des induktiven Bauelements unbekannt ist, um in jedem Fall die Transienten aufgrund der Schließoperation unter einem Schwellwert zu halten. Ein Beispiel einer solchen universellen vordefinierten Schließoperationsabfolge ist eine Abfolge von Zeitpunkten, in denen die Phasenspannung ihr Maximum erreicht.

Ein erster Fall, bei dem die universelle vordefinierte Schließoperationsabfolge verwendet werden kann, ist z.B., wenn das induktive Bauelement zum ersten Mal im Netzwerk eingebaut ist. In diesem Fall ist der Magnetisierungszustand tatsächlich unbekannt, weil das induktive Bauelement noch nicht gespeist ist. So kann die erste Schließoperation unter Verwendung der universellen Schließoperationsabfolge ausgeführt werden. Stromtransienten sind dann sicherlich vorhanden, aber sie werden unter einem sicheren Niveau gehalten (z.B. 2-3 Mal der Nennstrom). Die Ausführung der genannten, universellen Schließabfolge 6 hat ebenfalls das Ziel, das induktive Bauelement in einen Zustand zu bringen, von dem aus das Verfahren, wie in der vorliegenden Erfindung, einfacher angewendet werden kann. In der Praxis kann in diesem Fall ihre Ausführung als ein durchzuführender Schritt der „Inbetriebnahme"-Prozedur betrachtet werden, wenn ein induktives Bauelement gerade installiert wurde.

Bezugnehmend auf 2 ist eine andere vorteilhafte Ausführungsform des Verfahrens gemäß der vorliegenden Erfindung offenbart, in dem die universelle vordefinierte Schließoperationsabfolge benutzt werden kann. Nach Schritt b) (Bezugszeichen 3) umfasst (Bezugszeichen 8) die Ausführungsform den Schritt der Ausführung der ersten vordefinierten Öffnungsoperationsabfolge 3. Dann, (Bezugszeichen 9), sieht das Verfahren die Erfassung und Prüfung zweiter Daten (gestrichelter Pfeil 22) vor, bezogen auf die richtige/falsche Ausführung der ersten Öffnungsoperationsabfolge 3, welche erfasst und geprüft werden. Zweite Daten 22 können z.B. logische Signale sein, die von Detektions- und Alarmmitteln 21 erfasst werden, die vorzugsweise durch logische Steuerung und/oder Sensoren repräsentiert sein können, welche prüfen, ob die Öffnungsoperationsabfolgen tatsächlich zu den vorhergesehenen Zeitpunkten durchgeführt wurden. In dem Falle, dass die erste Öffnungsoperationsabfolge 3 richtig ausgeführt wurde, wird dann (Bezugszeichen 4) eine vordefinierte Schließoperationsabfolge aus den ersten Speichermitteln 5 gewählt, basierend auf der ersten Öffnungsoperationsabfolge. Im Gegensatz dazu, wenn die erste Öffnungsoperationsabfolge 3 nicht richtig ausgeführt wurde, wird die universelle vordefinierte Schließoperationsabfolge von den ersten Speichermitteln 5 (Bezugszeichen 6) ausgewählt.

Diese Ausführungsform der Verfahrens gemäß der vorliegenden Erfindung hat den Vorteil, dass sie erlaubt zu überprüfen, ob die Öffnungsoperation des Schaltgerätes durch eine ausgewählte Abfolge bestimmt ist oder durch nicht-erwünschte Ereignisse, wie z.B. ein Schutzauslöseereignis. In diesem Fall wäre die Menge des verbleibenden Flusses im Kern des magnetischen Stroms unbekannt: Schließen mit einer Abfolge von Zeitpunkten, ausgewählt basierend auf der vorherigen Öffnungsabfolge, könnte nicht eine richtige Wahl sein.

Bezugnehmend auf 3 ist eine weitere Ausführungsform des Verfahrens gemäß der Erfindung vorgestellt. In dieser Ausführungsform ist, nach der Auswahl einer vordefinierten Schließoperationsabfolge, die Ausführung der ersten vordefinierten, gewählten Schließoperationsabfolge vorgesehen (Bezugszeichen 30). Dann (Bezugszeichen 31) werden dritte Daten (gestrichelter Pfeil 32) von Detektionsmitteln 33 erfasst, die z.B. durch Strom und/oder Spannungstransduktoren verkörpert werden können. Dritte Daten 32 beziehen sich auf die Amplitude der elektrischen Transienten aufgrund der Ausführung der ersten vordefinierten Schließoperationsabfolge bei Schritt 30. Wenn der Wert der dritten Daten 32 einen vordefinierten Grenzwert überschreitet, dann wird bei Schritt 34 eine weitere Schließoperationsabfolge zur möglichen Benutzung bei der nächsten Schließoperation bestimmt. Die Schließoperationsabfolge kann eine von der bereits in den ersten Speichermitteln 5 vordefinierten sein oder alternativ eine aus der vorherigen durch inkrementelle Berechnung 35 berechnet sein, wobei z.B. iterative mathematische Verfahren verwendet werden.

Schritte 30 bis 34 können wiederholt werden, wenn Daten 32 den Grenzwert wieder überschreiten, wobei bei jeder Schleife eine neue weitere Schließoperationsabfolge bestimmt wird. Diese Ausführungsform ist besonders vorteilhaft, weil sie einen adaptiven Ansatz zur Wahl der am besten geeigneten Schließoperationsabfolge verwendet. In der Praxis wird die Schließoperation ausgewählt, die Transienten nicht verursacht, einen vordefinierten Grenzwert zu überschreiten.

Das Verfahren gemäß der vorliegenden Erfindung hat bewiesen, wirklich effizient in der Reduktion der Stromtransienten zu vernachlässigbaren Werten zu sein, wenn verglichen wird mit dem Nennstrom des induktiven Bauelementes, insbesondere bei Drei-Phasen-Anwendungen wie Leistungstransformatoren, die an Mittelspannungsverteilungsnetzwerken angeordnet sind. In dieser Art von Anwendungen ist eine Reduktion der Transienteneffekte von mehr als 70 % gemessen worden. Weiterhin sind ebenfalls vernachlässigbare Werte des harmonischen Inhalts gemessen worden, so dass ein einfaches und weniger teueres Schutzmanagement ermöglicht wird.

Das Verfahren gemäß der vorliegenden Erfindung kann ebenfalls einfach implementiert werden unter Übernahme üblich benutzter Verarbeitungssysteme. Bezugnehmend auf 4 ist ein Diagramm eines Steuergerätes 39 dargestellt, das das Verfahren gemäß der vorliegenden Erfindung implementiert. Es kann ein elektrisches Netzwerk 40 (entweder einphasig oder dreiphasig) bemerkt werden, auf dem ein Schaltgerät 41 und ein induktives Bauelement 42 verbunden sind.

Bevorzugterweise umfasst das Steuergerät 39 (siehe gestrichelte Linie), verbunden mit einer Verarbeitungseinheit 43, die Detektionsmittel 33 zur Erfassung der dritten Daten 32 und Detektions- und Alarmmittel 21 zur Erfassung der zweiten Daten 22. Die Verarbeitungseinheit 43 kann durch eine Mikroprozessorsteuerung repräsentiert sein, die in der Lage ist, folgend auf einen Auslösebefehl, eine Öffnungs- und/oder Schließoperationsabfolge auszuwählen. Das Steuergerät umfasst die ersten Speichermittel 5, die die Öffnungs-/Schließoperationsabfolgen beinhalten, und die zweiten Speichermittel (Bezugszeichen 50) zur Speicherung der ersten Daten 2. Erste und zweite Speichermittel können in der Verarbeitungseinheit 43 (wie beschrieben in 4) beinhaltet oder separat verbunden sein.

Die vorangehende Beschreibung der bevorzugten Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung ist aus Gründen der Erklärung vorgelegt worden. Es wird nicht angestrebt, erschöpfend zu sein oder die Erfindung auf die genaue offenbarte Form zu begrenzen, und offensichtlich sind viele Modifikationen und Abänderungen im Lichte der obigen Lehre möglich.

In der Praxis mögen sich viele Abänderungen für die, die in der Technik sachkundig sind, im Geltungsbereich der angehängten Ansprüche selbst vorschlagen.


Anspruch[de]
  1. Verfahren zur Steuerung der Schließoperation eines Schaltgerätes, angeordnet auf einem elektrischen Netzwerk, das mit einem induktiven Bauelement verbunden ist, umfassend die Schritte von:

    a) Erfassen erster Daten, die bezogen sind auf die elektrischen Eigenschaften des induktiven Bauelementes und des Netzwerks;

    b) basierend auf den ersten Daten, Auswahl, auf vordefinierten ersten Speichermitteln, die Öffnungs- und Schließoperationsabfolgen beinhalten, einer ersten vordefinierten Öffnungsoperationsabfolge;

    dadurch gekennzeichnet, dass es ebenfalls den folgenden Schritt umfasst:

    c) basierend auf der ersten vordefinierten Öffnungsoperationsabfolge, Auswahl, auf den ersten Speichermitteln, einer ersten vordefinierten Schließoperationsabfolge.
  2. Verfahren nach Anspruch 1, worin die ersten Daten, die bezogen sind auf die elektrischen Eigenschaften, umfassen:

    – Daten bezogen auf die Art der Verbindung des induktiven Bauelements zum elektrischen Netzwerk; und/oder

    – Daten bezogen auf den Zustand der neutralen Verbindung des elektrischen Netzwerks; und/oder

    – Daten bezogen auf die Netzwerkimpedanzspannung, Nennspannung und Nennleistung.
  3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, worin die vordefinierten Öffnungsabfolgen vordefinierte Abfolgen von Zeitpunkten sind, in denen Spannung und/oder Strom gewünschte Werte erreichen.
  4. Verfahren nach einem oder mehreren der vorangehenden Ansprüche, worin die vordefinierten Schließabfolgen vordefinierte Abfolgen von Zeitpunkten sind, in denen Spannung gewünschte Werte erreicht.
  5. Verfahren nach Anspruch 4, worin zumindest eine oder mehrere der vordefinierten Schließoperationsabfolgen eine universelle vordefinierte Schließoperationsabfolge ist, die verwendet wird, wenn der Magnetisierungszustand des induktiven Bauelements unbekannt ist, und die vorbestimmt ist, um Transienten aufgrund einer Schließoperation unter einem Schwellwert zu halten.
  6. Verfahren nach Anspruch 4, worin zumindest eine oder mehrere der vordefinierten Schließoperationsabfolgen den Magnetisierungszustand des induktiven Bauelements berücksichtigen.
  7. Verfahren nach einem oder mehren der vorhergehenden Ansprüche, worin:

    – die erste vordefinierte Öffnungsoperationsabfolge ausgeführt wird; und

    – zweite Daten, die auf die Öffnungsoperationsabfolge bezogen sind, erfasst und geprüft werden; und

    – wenn die erste Öffnungsoperationsabfolge richtig ausgeführt wurde, die entsprechende erste vordefinierte Schließoperationsabfolge ausgewählt wird; oder

    – wenn die erste Öffnungsoperationsabfolge nicht richtig ausgeführt wurde, die universelle vordefinierte Schließoperationsabfolge ausgewählt wird.
  8. Verfahren nach einem oder mehreren der vorangehenden Ansprüche, worin:

    – die erste vordefinierte Schließoperationsfolge ausgeführt wird; und

    – dritte Daten, die auf die Amplitude der Transienten aufgrund der Ausführung der ersten vordefinierten Schließoperationsabfolge bezogen sind, erfasst und geprüft werden; und

    – wenn die dritten Daten einen vordefinierten Grenzwert überschreiten, eine weitere Schließoperationsabfolge für die mögliche Benutzung bei der nächsten Schließoperation bestimmt wird.
  9. Verfahren nach Anspruch 8, worin die weitere Schließoperation vordefiniert ist und auf den ersten Speichermitteln ausgewählt wird.
  10. Verfahren nach Anspruch 8, worin die weitere Schließoperation durch inkrementelle Berechnungen bestimmt wird.
  11. Verfahren nach Anspruch 6, worin die universelle vordefinierte Schließoperationsabfolge bei der Inbetriebnahme des induktiven Bauelementes verwendet wird.
  12. Steuergerät, das angepasst ist zur Ausführung des Verfahrens nach irgendeinem der vorangehenden Ansprüche, wobei das Steuergerät umfasst:

    – die vordefinierten, ersten Speichermittel, die Öffnungs- und Schließoperationsabfolgen beinhalten; und

    – zweite vordefinierte Speichermittel zur Speicherung erster Daten, die auf die elektrischen Eigenschaften des Netzwerks und des induktiven Bauelements bezogen sind; und

    – eine Verarbeitungseinheit, die, folgend auf einen Auslösebefehl, eine der vordefinierten Öffnungs-/Schließoperationsabfolgen auswählt; und

    – Detektions- und Alarmmitteln zur Erfassung und Prüfung zweiter Daten, die auf die Ausführung einer Öffnungsoperation bezogen sind; und

    – Detektionsmittel zur Erfassung dritter Daten, die auf die elektrischen Transienten aufgrund der Ausführung einer Schließoperation bezogen sind.
Es folgen 4 Blatt Zeichnungen






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