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Dokumentenidentifikation DE102005003932A1 10.08.2006
Titel Griffanordnung für Kraftfahrzeugtüren und/oder -deckel
Anmelder AUDI AG, 85057 Ingolstadt, DE
Erfinder Mothes, Jürgen, 85051 Ingolstadt, DE
DE-Anmeldedatum 28.01.2005
DE-Aktenzeichen 102005003932
Offenlegungstag 10.08.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 10.08.2006
IPC-Hauptklasse E05B 5/00(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
IPC-Nebenklasse E05B 65/26(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   
Zusammenfassung Griffanordnung für Kraftfahrzeugtüren mit einem in einer Griffmulde angeordneten Bügeltürgriff und einer als absprengbare Schutzblende ausgebildeten Abdeckplatte, die aus einer mit der Außenkontur der Tür bündig abschließenden Ruhelage in eine dem Türgriff freigebende Arbeitslage bewegbar gelagert ist, vgl. Figur.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Griffanordnung für Kraftfahrzeugtüren und/oder -deckel, mit einer in einer Griffmulde angeordneten Türgriff und einer von einem Antrieb betätigbaren Abdeckplatte, die aus einer mit der Außenkontur der Tür und/oder des Deckels bündig abschließenden Ruhlage in eine den Türgriff freigebende Arbeitslage bewegbar gelagert ist.

Bei einer bekannten Anordnung dieser Art ist die teilweise durch eine Außenhaut des Karosserieteiles überdeckte Griffmulde einschließlich des Türgriffes von einer mittels einer Antriebsvorrichtung betätigten schwenkbar gelagerten Blende außenhautbündig verschließbar; vgl. DE 198 47 212 A1.

Der Türgriff ist hierbei als von dem Karosserieteil verdeckter Schwenkhebel ausgebildet, der nur schwer über eine Durchgriffsöffnung der Griffmulde erreichbar is. Die federnd in der Schließstellung gehaltene Blende ist über eine das Türschloss betätigende Steuereinheit oder von Hand in die Offenstellung bewegbar.

Außenhautbündige Abdeckblenden für Griffmulden sind auch in Verbindung mit Kofferraumdeckeln von Kraftfahrzeugen bekannt; vgl. DE 38 35 265 A1. Dort ist die Abdeckblende in die Griffmulde hineinschwenkbar gelagert, wobei das Schwenkteil als ein bloßes Abdeckteil ausgebildet ist, dass bei Fahrzeugstillstand über eine Betätigungseinrichtung selbsttätig in die Griffmulde eingeschwenkt wird, während diese bei Fahrzeugfahrt vom Abdeckteil durch die Wirkung der Betätigungseinrichtung überdeckt ist. Hierbei bildet die Griffmulde selbst die Griffanordnung, was den Bedienungskomfort wenig stört, da Kofferraumdeckel in aller Regel nach oben zu öffnen sind.

Die bekannten Abdeckblenden haben, wie die Erfahrung gezeigt, den Nachteil, dass beim Versagen der Betätigungseinrichtung z. B. insbesondere bei Unfällen, die die Türgriffe abdeckenden Blenden in ihrer Abdecklage verharren und somit ein gewolltes Öffnen der Türen von außen verhindern. Um in einem solchen Falle an die Fahrzeuginsassen heran zu kommen sind daher Blechscheren und ähnlich schweres Gerät notwendig, was schnelle Hilfe unmöglich macht.

Hier Abhilfe zu schaffen ist Aufgabe der Erfindung.

Diese Aufgabe ist durch die Merkmale des Patentanspruches 1 gelöst.

Weitere Merkmale der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen.

Durch die Ausbildung des Türgriffes als in einer Griffmulde angeordneter Bügelgriff wird eine bequeme Handhabung der Türen eines Kraftfahrzeuges erreicht und dient die bewegliche jeweils aus einem Spalt der Tür in Abstimmung mit der Zentralverriegelung des Fahrzeuges herausfahrenden Abdeckplatte als eine die Griffmulde außenhautbündig und wasserdicht abdeckende Schutzblende. Es verbleiben somit während der Fahrt keine den Luftwiderstand des Fahrzeuges erhöhende Widerstandsbereiche an der Karosserie. Darüber hinaus wird die Sicherheit erhöht, da während eines Halt des Fahrzeuges – z. B. an Ampeln, Kreuzungen, im Stau und ähnlichem – das Fahrzeug nicht von außen unbefügt geöffnet werden kann. Bei einem Fahrzeugcrash dagegen werden z. B. in Abhängigkeit der Airbagbetätigung diese Blenden abgesprengt, sodass Rettungspersonal ungehindert Zugang zu den Türgriffen und damit zum Fahrzeuginneren findet.

Ein weiterer Vorteil der Erfindung ist darin zu sehen, dass die Schutzblenden gegebenenfalls wiederverwendbar sind, da bei einem verhinderten Crash lediglich die die Blenden absprengenden Sprengkapseln ersetzt werden müssen.

Die Erfindung ist nachfolgend anhand eines in der Zeichnung mehr oder minder schematisch dargestellten Ausführungsbeispiels beschrieben.

In der einzigen Figur der Zeichnung ist ein Schnitt durch den Bereich einer mit einem Türgriff versehenen Griffmulde eines nicht näher dargestellten Kraftfahrzeuges gezeigt. Die Griffmulde 10 befindet sich in dem hierfür vorgesehenen Bereich des Türbleches 11 und umgibt teilweise einen ebenfalls am Türblech gelagerten Bügeltürgriff 13. Eine zum Türblech 11 außenhautbündig ausgebildete mit der Umfangskontur der Griffmulde korrespondierende Schutzblende 15 weist an ihrem innerhalb des Türblechraumes befindlichen Teil ein Endstück 16 auf, das mit einem motorischen Antrieb 18 in Form eines pneumatischen Stößel 19 unter Vermittlung eines Führungsgestänges 20, das in an sich bekannte Weise mit einem Teleskopelement 21 zwecks Erzielung eines erhöhten Freiheitsgrades der Schutzblenden-Bewegung versehen ist, in Antriebsverbindung steht.

In dem Endstück 16 ist ferner eine Sprengkapsel 23 auswechselbar angeordnet.

Die Auslöserstromkreise für den Antrieb 18 und die Sprengkapsel 23 sind, da an sich bekannt, nicht dargestellt.

Die Wirkungsweise der vorstehend beschriebenen Anordnung ist folgende:

Im verschlossenen unbenutzten Zustand des mit der neuen Griffanordnung ausgestatteten Kraftfahrzeuges sind Türen und die zugeordneten die Bügeltürgriffe aufweisenden Griffmulden durch die Schutzblenden 15 außenhautbündig verschlossen, wie dies in der Zeichnung dargestellt ist. Bei Betätigung der nicht dargestellten Fernbedienung werden die Blenden durch die Antriebe 18 hochgezogen, um die Bügeltürgriffe freizugeben. Bei Fahrbeginn werden die Blenden 15 über den Antrieb 18 automatisch abgesenkt, um die Griffmulden 10 abzudecken. Bei einem Unfall, d. h. bei Meldung eines Crashsensors zur Auslösung eines seitlichen oder eines Frontairbages, werden gleichzeitig die Sprengkapseln 23 aktiviert und die Schutzblenden 15 werden nach unten in Richtung zur Fahrbahnoberfläche beschleunigt abgeworfen. Damit werden die Bügelgriffe 13 freigegeben, sodass ungehindert Zugang zum Fahrzeuginneren möglich ist. Über einen hier nicht dargestellten Panikschalter können unabhängig von der Zentralverriegelung und unabhängig von den vorstehend genannten Auslöserstromkreisen die Blenden 15 über den Antrieb 18 in ihre die Bügeltürgriffe freigebende Arbeitslage bewegt werden.

10Griffmulde 11Türblech 13Bügeltürgriff 15Schutzblende 16Endstück 18Antrieb 19pneumatischer Stößel 20Führungsgestänge 21Teleskopelement 23Sprengkapsel

Anspruch[de]
  1. Griffanordnung für Kraftfahrzeugtüren und/oder -deckel mit einem in einer Griffmulde (10) angeordneten Türgriff (13) und einer von einem Antrieb (18) betätigbaren Abdeckplatte (15), die aus einer mit der Außenkontur der Tür (11) und/oder des Deckels bündig abschließenden Ruhelage in eine dem Türgriff (13) freigebende Arbeitslage bewegbar gelagert ist, dadurch gekennzeichnet, dass der Türgriff als Bügeltürgriff (13) und die schwenkbare Abdeckplatte als absprengbare Schutzblende (15) ausgebildet sind.
  2. Griffanordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Absprengen der Schutzblenden (15) mittels eines Crashsensors derart erfolgt, dass diese aus ihrer Antriebsverbindung gelöst in Richtung zur Fahrbahnoberfläche beschleunigt auf diese Abfallen.
  3. Griffanordnung nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Antrieb der Schutzblenden (15) in Verbindung mit der die Türen des Kraftfahrzeuges beauschlagenden Zentralverriegelung betätigbar ist.
  4. Griffanordnung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der oder die Antriebe (18) der Schutzblenden (15) über einen Panikschalter unabhängig von der Zentralverriegelung betätigbar sind.
Es folgt ein Blatt Zeichnungen






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