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Dokumentenidentifikation DE102005004816A1 10.08.2006
Titel Seiltrommel, ein Hub- oder Zuggerät und ein Verfahren zur Herstellung einer Seiltrommel
Anmelder J.D. Neuhaus GmbH & Co. KG, 58455 Witten, DE
Erfinder Schneider, Guido, Dr.-Ing., 58453 Witten, DE;
Zöllner, Torsten, 58455 Witten, DE
Vertreter Wenzel & Kalkoff, 58452 Witten
DE-Anmeldedatum 01.02.2005
DE-Aktenzeichen 102005004816
Offenlegungstag 10.08.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 10.08.2006
IPC-Hauptklasse B66D 1/30(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
IPC-Nebenklasse B65H 75/14(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   B65H 75/26(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   
Zusammenfassung Eine Seiltrommel, bevorzugt für eine mehrlagige Bewicklung, bestehend aus einem Trommelnabenkörper zur Einleitung des Kraftflusses, einem im Wesentlichen zylindrischen Trommelmantelkörper (1), an dessen beiden axialen Stirnseiten Bordscheiben (2, 3) angeordnet sind und in dem eine Berillung zur Führung der Seile auf dem Trommelmantelkörper (1) vorgesehen ist, die mindestens einen ersten Umfangsbereich (1.1) mit parallel zur Umfangsrichtung verlaufenden Seilrillen aufweist, wobei diese in mindestens einem Umfangsbereich (1.1) parallel verlaufende Seilrillen keine Steigung und keinen axialen Versatz aufweisen. In einem zweiten Umfangsbereich (1.2) des Trommelmantelkörpers (1) ist keine Berillung für eine Seilführung vorgesehen. Diese Seiltrommel ist einfach und günstig durch spanende Bearbeitung herzustellen und gewährleistet eine gesteigerte Unterstützung für eine geordnete mehrlagige Bewicklung, ohne dass durch die Formgebung der Berillung die Beanspruchungseinflüsse auf das Seil verstärkt werden.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Seiltrommel, ein Hub- oder Zuggerät und ein Verfahren zur Herstellung einer Seiltrommel.

Bei Hub- oder Zuggeräten, bspw. Hebezeugen, die als Tragmittel Drahtseile oder andere biegeflexible Tragmittel (kurz: Seile) einsetzen, dienen in der Regel Seiltrommeln zur Kraftübertragung und zur Speicherung des Seils. Viele Anwendungen erfordern ein besonders großes Seilspeichervermögen in Kombination mit einer kompakten Bauweise der Hebezeuge. Im Hinblick auf derartige Anforderungen sind Seiltrommeln häufig für eine Bewicklung in mehreren Wicklungslagen der Seile vorgesehen. Dabei hat die erste Wicklungslage direkten Kontakt zur Seiltrommel, wohingegen die weiteren Wicklungslagen jeweils unmittelbar auf die darunter befindliche Wicklungslage aufgewickelt werden. Durch mehrlagige Bewicklung kann, insbesondere bei nicht geordneter Bewicklung der Trommel, die Lebensdauer der Seile durch Beanspruchungen an den Berührstellen zwischen den einzelnen Seilwindungen erheblich reduziert werden.

Um das Ausmaß der Lebensdauerreduzierung bei einer mehrlagigen Bewicklung möglichst klein zu halten, werden konstruktive und gestalterische Maßnahmen getroffen, die zu einer möglichst geordneten Bewicklung der Seiltrommel beitragen. Zu diesen Maßnahmen gehört unter anderem die Berillung der Trommelmantelfläche. Die Berillung dient zunächst zur Führung der Seile in der ersten Wicklungslage. Die weiteren Wicklungslagen werden durch die jeweils darunterliegende beeinflusst. Da die Gängigkeit der einzelnen Wicklungslagen sich alternierend von Wicklungslage zu Wicklungslage umkehrt, führt eine helikoidal ausgeformte Berillung nicht zu einer guten Führung des Seils bei mehreren Wicklungslagen.

Als Berillung für mehrlagige Bewicklung ist eine als LeBus-Berillung bezeichnete Berillungsform bekannt. Diese besitzt zwei sogenannte Parallelbereiche am Umfang der Trommelmantelfläche, die parallel zur Umfangsrichtung (d. h. ohne Steigung) verlaufende Seilrillen aufweist. Die Seilrillen der beiden Parallelbereiche haben zueinander einen axialen Versatz, der der Hälfte der gewünschten Steigung pro Umdrehung entspricht. Zwischen diesen Parallelbereichen befinden sich in Umfangsrichtung sogenannte Steigungsbereiche. Sie weisen geneigte Seilrillen auf, die die Seilrillen aus den Parallelbereichen in eine Wicklungsrichtung verbinden. Durch eine derartige Sektorierung der Trommelmantelfläche wird in der ersten Wicklungslage eine sehr geordnete Bewicklung erzeugt, welche sich in den weiteren Wicklungslagen fortsetzt, da auch hier die Seile eine Führung in den Parallelbereichen durch die jeweils darunter liegende Wicklungslage erfahren. Die Gängigkeit der ersten Wicklungslage und damit aller weiteren wird durch die Neigungsrichtung der Seilrillen in den Steigungsbereichen vorgegeben. Als Problem hat sich aber gezeigt, dass die Schlagrichtung des Seils auf die Gängigkeit der Wicklungslage im Hauptarbeitsbereich abgestimmt werden sollte. Die Herstellung einer solchen komplexen Form der Trommelmantelfläche ist zudem nicht einfach. Üblicherweise erfolgt sie durch gießtechnische Formgebungsverfahren.

Aus der DE 101 32 611 A1 ist eine weitere Berillungsform mit einer Sektorierung der Trommelmantelfläche in Umfangsrichtung bekannt. Bei dieser Berillungsform sind ebenfalls Parallelbereiche und Steigungsbereiche vorgesehen. Um beidseitige Gängigkeit zu erreichen, weisen die Steigungsbereiche überkreuzende Seilrillen auf. D. h. in den Steigungsbereichen verbinden jeweils zwei Seilrillen mit unterschiedlich gerichteten Neigungen eine Seilrille des einen Parallelbereiches mit zwei Seilrillen des anderen Parallelbereiches. Die Seilrillen der beiden Parallelbereiche haben weiterhin einen axialen Versatz, der der Hälfte der gewünschten Steigung pro Umdrehung entspricht. Damit und durch die überkreuzende Anordnung der Seilrillen in den Steigungsbereichen bleibt die Herstellung aufwendig.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Seiltrommel, ein Hub- oder Zuggerät sowie ein Herstellungsverfahren vorzuschlagen, wobei die Seiltrommel eine geordnete mehrlagige Bewicklung ermöglicht und einfach herstellbar ist.

Diese Aufgabe wird alternativ jeweils gelöst durch eine Seiltrommel nach Anspruch 1 oder 2, ein Hub- oder Zuggerät nach Anspruch 14 und ein Verfahren zur Herstellung einer Seiltrommel nach Anspruch 15. Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen aufgelistet.

Die erfindungsgemäße Seiltrommel, bevorzugt für mehrlagige Bewicklung weist einen im Wesentlichen zylindrischen Trommelkörper zum Aufwickeln eines Seiles und stirnseitige Begrenzungen auf. Die Oberfläche des Trommelkörpers ist in Umfangsrichtung unterteilt in mehrere Bereiche davon mindestens einen ersten Bereich und mindestens einen zweiten Bereich. Im ersten Bereich sind parallele Rillen vorgesehen, die keine axiale Steigung aufweisen, sondern parallel zur Umfangsrichtung verlaufen. Im zweiten Bereich ist die Oberfläche so ausgebildet, daß auf ihr ein Seil mit einer axialen Steigung verlaufen kann, bevorzugt im Wesentlichen gleichförmig über den gesamten zweiten Bereich.

Gemäß dem ersten Aspekt der Erfindung (Anspruch 1) wird nun vorgeschlagen, dass an den beiden Enden des zweiten Bereiches Rillen angrenzen, die zueinander keinen axialen Versatz aufweisen. Bei diesen Rillen handelt es sich um parallele Rillen ohne Steigung, wie sie im ersten Bereich oder – bei mehreren derartigen Bereichen – in einem der ersten Bereiche gebildet sind.

Die Ausbildung einer solchen Trommeloberfläche ist fertigungstechnisch besonders vorteilhaft, wenn die Rillen keinen Versatz aufweisen, d. h. über den zweiten Bereich hinweg miteinander fluchten. Dann sind diese Rillen besonders einfach herstellbar in einem Verfahren, in dem der Trommelkörper gegenüber einem Bearbeitungswerkzeug, bevorzugt einem Spanwerkzeug, gedreht wird. So kann zumindest ein wesentlicher Teil der Berillung auf einfache Weise hergestellt werden, bspw. durch spanende Bearbeitung.

Gemäß einem zweiten Aspekt der Erfindung (Anspruch 2) ist der zweite, als der als Steigungsbereich ausgebildete Bereich im Wesentlichen frei von Rillen. Die Erfindung geht insoweit von der Erkenntnis aus, dass in der ersten Wicklungslage für die Steigung des Seils, also für den axialen Versatz pro Umdrehung, keine Führung durch eine Berillung notwendig ist. Vielmehr kann hier, wie auch in den nachfolgenden Wicklungslagen, die Seilführung durch daneben liegende Seilwindungen hervorgerufen werden. Demzufolge wird vorgeschlagen, den Steigungsbereich frei von Seilrillen zur Seilführung auszugestalten. Die Herstellung eines Steigungsbereiches ohne Rillen ist selbstverständlich deutlich einfacher als die Herstellung der im Stand der Technik bekannten komplexen Geometrien zur Führung des Seils im Steigungsbereich. Es hat sich aber gezeigt, dass die Funktion dennoch gewährleistet ist.

Besonders vorteilhaft lassen sich die beiden Aspekte der Erfindung kombinieren. Das Ergebnis ist dann ein in der Herstellung noch weiter vereinfachtes Produkt.

Bevorzugt kann der zweite Bereich als Teil einer Zylindermantelfläche ausgebildet sein. Diese lässt sich besonders einfach in einem drehenden Bearbeitungsverfahren erzeugen. Hierbei ist es möglich, dass die Mittelachse des zugehörigen Zylinders mit der Mittelachse der Seilrillen und/oder der Drehachse der Seiltrommel zusammenfällt. Dies kann insbesondere bei gießtechnischer Herstellung sinnvoll sein. Gemäß einer Weiterbildung wird aber mit besonderem Vorteil für eine drehende Bearbeitung eine zueinander exzentrische Lage der Achsen vorgeschlagen, so dass also die Längsmittelachse der Zylindermantelfläche parallel in einem Abstand zur Längsachse der Seilrillen verläuft. Hierbei ist bevorzugt der Radius der Zylindermantelfläche größer als der Radius der Berillung.

Die Vorteile der Erfindung hinsichtlich der Herstellung ergeben sich prinzipiell bei jeder Ausgestaltung mit mindestens einem ersten und mindestens einem zweiten Bereich. Bevorzugt werden Sektorierungen, bei denen eine ungerade Anzahl an zweiten Bereichen vorgesehen sind. Besonders zweckmäßig im Hinblick auf eine einfache Herstellung hat es sich erwiesen, die Trommelmantelfläche in nur insgesamt zwei unterschiedliche Umfangsbereiche, d. h. einen ersten und einen zweiten Bereich zu sektorieren. Hierbei ist bevorzugt der größere Umfangsbereich als erster Bereich mit parallel zur Umfangsrichtung verlaufenden Seilrillen (Parallelbereich) ausgestattet. Dieser umschließt den größten Teil des Trommelmantelkörpers und ist nur durch den zweiten Umfangsbereich unterbrochen, der für die Steigung des Seils, also für den axialen Versatz pro Umdrehung, vorgesehen ist (Steigungsbereich). Für eine gute Seilführung ist ein möglichst großer erster Bereich erstrebenswert. In welcher maximalen Größe der Parallelbereich ausgeführt werden kann, ist u. a. von dem gegebenen Verhältnis zwischen Trommelmantel- und Seildurchmesser abhängig. Es hat sich gezeigt, dass für übliche Verhältnisse zwischen Trommelmantel- und Seildurchmesser der erste Bereich mehr als 70% des Seiltrommelumfangs, bevorzugt sogar mehr als 80% des Seiltrommelumfangs betragen kann. Insbesondere bei mehrlagiger Bewicklung unterstützt der große durchgängige erste Bereich mit parallel verlaufenden Seilwindungen eine mehrlagige Bewicklung in den oberen Wicklungslagen in außergewöhnlich guter Weise.

Gemäß einer Weiterbildung ist vorgesehen, dass eine Seilendbefestigung hinsichtlich ihrer Positionierung in Umfangsrichtung im zweiten Bereich vorgesehen ist. Besonders bevorzugt beginnt – in Wicklungsrichtung des Seiles gesehen – der ohne Seilrillen ausgebildete zweite Bereich vor der Seilendbefestigung und endet kurz nach dem Austrittsbereich aus der Seilendbefestigung. Hierdurch ergibt sich eine gute Seilführung im Steigungsbereich. Mit der Ausbildung eines Steigungsbereiches ohne Berillung wird auf einfache Weise eine Form erreicht, die es erlaubt, die Seiltrommel in beide Drehrichtungen zu bewickeln. Hierfür kann eine speziell angepasste doppelte Seilendbefestigung vorgesehen sein.

Gemäß einer Weiterbildung wird vorgeschlagen, dass die Rillen im ersten Bereich mindestens in einem axial mittigen Bereich im wesentlichen gleich tief sind. Hierdurch ergibt sich eine gute, gleichmäßige Unterstützung für eine mehrlagige Bewicklung. Um ein vereinfachtes Aufsteigen des Seils beim Wechsel von einer Wicklungslage in die nächsthöhere zu unterstützen, kann zudem vorgesehen sein, dass einige Seilrillen eine abweichende Tiefe aufweisen. Hierbei wird vorgeschlagen, daß im ersten Bereich wenigstens eine der Rillen, die nah mindestens einer der stirnseitigen Begrenzungen angeordnet ist, weniger tief ausgebildet ist, als die Rillen im axial mittigen Bereich. Besonders bevorzugt ist, dass mehrere der randseitigen Seilrillen eine von den mittigen Rillen abweichende Tiefe aufweisen, wobei bevorzugt die Rillen mit kleinerwerdenden axialen Abstand zu den Begrenzungen eine abnehmende Tiefe im Trommelmantelkörper aufweisen. So wird das Aufsteigen des Seils vereinfacht und die Wahrscheinlichkeit eines ungewollten Verhakens mit der Nachbarwindung verringert.

Gemäß einer Weiterbildung ist zur Unterstützung für das Aufsteigen des Seils von der ersten in die zweite Wicklungslage ein Auffüllkeil vorgesehen. Dieser ist bevorzugt im zweiten Bereich stirnseitig angeordnet und befindet sich mindestens teilweise in der Flucht der axial randnächsten Rille. Der Auffüllkeil kann bspw. eine Freiform-Anschrägung oder sphärische bzw. kegelmantelförmige Anschrägungen aufweisen. Der auf diesem Wege gut herstellbare Auffüllkeil bietet dem Seil die Möglichkeit, vom Ende der vorletzten Seilrille in den Anfang der letzten Seilrille mit axialem Versatz zu gelangen, im weiteren Verlauf die letzte Seilrille auszufüllen und am Ende der letzten Seilrille den Auffüllkeil zum Aufsteigen in die zweite Seillage zu nutzen.

Die erfindungsgemäße Seiltrommel kann überall dort verwendet werden, wo ein biegeflexibles Tragmittel (Seil) aufgewickelt werden soll. Insbesondere bei einem erfindungsgemäßen Hub- oder Zuggerät sind Mittel zum Antrieb der Seiltrommel vorgesehen, bspw. ein drehender Antrieb und ein Trommelnabenkörper zur Einleitung des Kraftflusses.

Das erfindungsgemäße Herstellungsverfahren sieht vor, dass mindestens ein erster Bereich der Umfangsfläche eines im wesentlichen zylindrischen Trommelkörpers spanend bearbeitet wird. Hierbei wird der Trommelkörper bei der Bearbeitung um seine Längsachse gedreht. Es entstehen zur Umfangsrichtung parallele Rillen. Zudem wird ein zweiter Bereich gebildet, in dem ein Seil mit einer axialen Steigung verlaufen kann. Die Ausbildung des zweiten Bereichs kann hierbei auch durch reines Belassen der Ursprungsform des Zylinders erfolgen. Die zeitliche Abfolge der Bildung des ersten und zweiten Bereichs ist beliebig.

Auf diese Weise kann besonders einfach ein Trommelkörper mit einer für eine mehrlagige Wicklung geeigneten Form hergestellt werden. Die spanende Bearbeitung ist im Gegensatz zur gießtechnischen Herstellung eines Körpers flexibler und somit für verschiedene Anforderungen – bspw. verschiedene Seildurchmesser etc. – und insbesondere die Herstellung kleiner Stückzahlen sehr vorteilhaft. Insbesondere können in der Art verschiedene axiale Abstände der Rillen im Hinblick auf verschiedene Seildurchmesser flexibel realisiert werden.

Besonders bevorzugt wird, dass bei der Bearbeitung des ersten Bereiches der Trommelkörper gegenüber einem Spanwerkzeug um seine volle Umdrehung gedreht wird. Hierbei können der erste und zweite Bereich in zwei Arbeitsgängen erzeugt werden, bspw. erst in die gesamte Trommelmantelfläche parallele Seilrillen eingebracht werden und dann zur Gestaltung des zweiten Bereiches diese Seilrillen partiell wieder entfernt und vorzugsweise die Oberfläche einer glatten Zylindermantelfläche angenähert werden. Die Reihenfolge dieser Bearbeitungsschritte ist allerdings auch umkehrbar.

Die Bearbeitung des zweiten Bereiches erfolgt bevorzugt so, dass der zweite Bereich im wesentlichen frei von Rillen ist. Dies kann ebenfalls durch spanende Bearbeitung unter Drehung des Trommelkörpers erfolgen. Als außerordentlich zweckmäßig haben sich zur Herstellung der sektorierten Trommelmantelfläche zwei Drehbearbeitungsschritte herausgestellt, wobei diese durch die zueinander exzentrische Lage der Drehachsen gekennzeichnet sind. Hierfür wird vorgeschlagen, die Drehachse des ersten Bereiches in die Trommellängsachse der Grundbestandteile der Seiltrommel zu legen. Besonders zweckdienlich ist es, die Lage der Exzentrizität in der Art zu wählen, dass der zweite Bereich ohne Seilrillen im Bereich der Seilendbefestigung entsteht, da in Umfangsrichtung kurz vor dem Austritt des Seils aus der Seilendbefestigung das Seil in jeder Seilwindung seinen axialen Versatz ausführen sollte.

Nachfolgend wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung näher beschrieben. Es zeigen:

1 eine perspektivische Ansicht der Seiltrommel mit Blick auf die Seilendbefestgung,

2 eine Draufsicht auf die Seiltrommel aus 1 mit Blick auf den rillenfreien Steigungsbereich;

2a eine Draufsicht auf die Seiltrommel aus 1 entsprechend 2, allerdings mit einem teilweise aufgewickelten Seil;

3 eine Schnittdarstellung entsprechend dem Schnitt III-III aus 2,

4 eine perspektivische Ansicht der Seiltrommel mit Blick auf den Auffüllkeil und

5 eine vergrößerte Einzelheit aus 4.

Die 1 zeigt perspektivisch einen Trommelmantelkörper 1 mit an beiden axialen Stirnseiten als axiale Begrenzungen angeordneten Bordscheiben 2 und 3. Der Trommelmantelkörper 1 ist in einen ersten Umfangsbereich 1.1 mit parallel zur Umfangsrichtung verlaufender Berillung (kurz: Parallelbereich) und einen zweiten Umfangsbereich 1.2 ohne Berillung (kurz Steigungsbereich) aufgeteilt. Der Parallelbereich 1.1 erstreckt sich auch über den in 1 verdeckten Umfangsbereich des Trommelmantelkörpers 1.

Die Berillung besteht aus einzelnen Seilrillen 1.1.1 mit überwiegend gleicher Rillentiefe. Es können nahe den axialen Stirnseiten des Trommelmantelkörpers 1 Seilrillen 1.1.2 vorgesehen sein, die von dieser Rillentiefe abweichen und eine geringere Rillentiefe aufweisen. Der zweite Umfangsbereich 1.2 ohne Berillung befindet sich vorzugsweise wie dargestellt an der gleichen Umfangsposition wie die Seilendbefestigung 5. In diesem Ausführungsbeispiel ist die Seilendbefestigung 5 als eine durch den Trommelmantelkörper 1 umschlossene Seiltasche ausgeführt. Ihre Ausführung, Anzahl, Positionierung und Ausrichtung können unabhängig von der Erfindung variiert werden.

2 zeigt eine Draufsicht mit Sicht auf den zylindermantelförmigen Steigungsbereich 1.2 ohne Seilrillen. Diese Darstellung macht deutlich, daß Seilrillen (1.1.1 bis 1.1.4) im ersten Umfangsbereich 1.1 ohne Steigung und vor allem ohne axialen Versatz zur Umfangsrichtung verlaufen und dass die Rillen am Übergang zum zweiten Umfangsbereich enden, der als im Wesentlichen glatte Zylindermantelfläche ohne Rillung ausgebildet ist.

Wird ein Seil 7, üblicherweise ein Stahlseil, mit einem Ende an der Seilendbefestigung befestigt, so läuft es beim Aufwickeln auf die Trommel wie in 2a gezeigt an einem Austrittsbereich 5.1 aus der Seilendbefestigung 5 auf den Trommelmantelkörper 1 auf. Ohne axialen Versatz gelangt das Seil in eine erste Seilrille 1.1.4 und befüllt diese durch einen in einer senkrechten Ebene zur Trommellängsachse vollzogenen Wicklungsvorgang, bis es am Ende der ersten Seilrille 1.1.4 in den zweiten Umfangsbereich ohne Berillung 1.2 gelangt. Dort erfährt das Seil zunächst keine Führung, bis es durch das Seilstück, welches aus der Seilendbefestigung 5 herausragt, seitlich abgelenkt wird. Hierdurch erfährt das Seil einen axialen Versatz und gelangt in die nächste Seilrille, die wiederum vollständig befüllt wird. Bei ordnungsgemäßen Betrieb von Seilwinden bleiben diese zwei ersten Seilwindungen immer auf der Seiltrommel und dürfen im Normalbetrieb nicht abgewickelt werden. Für den weiter fortgesetzten Wicklungsvorgang dienen diese Seilwindungen dem nachfolgend aufgewickelten Seil zur seitlichen Ablenkung im Umfangsbereich 1.2 ohne Berillung.

Diese durch die Form der Mantelfläche vorgegebene Bewicklung der ersten Wicklungslage zeichnet sich durch einen relativ langen und zusammenhängenden Umfangsbereich mit parallel zur Umfangsrichtung verlaufenden Seilabschnitten aus. Dieser Umfangsbereich mit parallel verlaufenden Seilabschnitten dient in der zweiten Wicklungslage zur Führung und zur Unterstützung einer geordneten Bewicklung im Sinne von aneinanderliegenden Seilwindungen.

3 zeigt einen stirnseitigen Schnitt gemäß dem Schnittverlauf III-III aus 2. Am Trommelmantelkörper 1 entsteht eine schraffierte nahezu kreisringförmige Schnittfläche. Die Seilrillen 1.1.2 im Umfangsbereich 1.1 besitzen den Radius R1, dessen Mittelpunkt auf der geometrischen Längsachse der Seiltrommel liegt. Der Umfangsbereich 1.2 ohne Seilrillen ist als Teil einer Zylindermantelfläche mit dem Radius R2 ausgestaltet, dessen Längsachse mit einer konstanten Exzentrizität e räumlich parallel zur geometrischen Längsachse der Seiltrommel verläuft. Die 3 veranschaulicht, dass mit einer fertigungstechnisch gut realisierbaren Größenordnung für die Exzentrizität e derart kleine Winkel &agr; in den Übergängen 1.3 zwischen dem ersten Umfangsbereich 1.1 mit parallel zur Umfangsrichtung verlaufender Berillung und dem zweiten Umfangsbereich 1.2 ohne Berillung entstehen, dass die hiervon ausgehende Beanspruchung der Seile gering ist.

Anhand von 3 lässt sich die besonders einfache Herstellung der Seiltrommel durch spanende Bearbeitung erläutern. Hierfür wird die Oberfläche des Trommelmantelkörpers durch drehende Bearbeitung erzeugt. In einem ersten Schritt wird der Trommelmantelkörper 1 gegenüber einem spanenden Bearbeitungswerkzeug (nicht gezeigt) um seine geometrische Längsachse gedreht, so dass sich im gesamten Oberflächenbereich parallele Seilrillen (1.1.1) ergeben. In einem zweiten Bearbeitungsschritt (wobei die Reihenfolge der Bearbeitungsschritte allerdings auch umkehrbar ist) erfolgt nun eine Drehung des Mantelkörpers 1 um die um die Exzentrizität e verschobene parallele Achse, so dass im zweiten Bereich 1.2 eine glatte Zylindermantelfläche ohne Berillung entsteht, wobei der Radius R2 bei der Bearbeitung des zweiten Bereiches 1.2 größer ist als der Radius R1 bei der Bearbeitung des ersten Bereiches.

Die 4 zeigt perspektivisch die Seiltrommel mit Sicht auf einen Auffüllkeil 6, welcher auf der der Seilendbefestigung 5 gegenüberliegenden axialen Stirnseite des Trommelmantelkörpers 1 angeordnet ist.

5 stellt eine vergrößerte Einzelheit gemäß der Markierung V in 4 dar. Das Ausführungsbeispiel sieht vor, den zylindermantelförmig ausgeprägten Steigungsbereich 1.2 in axialer Richtung vor der letzten parallelen Seilrille 1.1.3 enden zu lassen. Das verbleibende Material des Trommelmantelkörpers 1 dient als Auffüllkeil 6, welcher die Fähigkeit zur Unterstützung für das Aufsteigen des Seils von der ersten in die zweite Wicklungslage steigert. Damit bei der Bewicklung der ersten Wicklungslage das Seil vom Ende der vorletzten parallelen Seilrille in den Anfang der letzten Seilrille gelangen kann, können mindestens eine Freiform-Anschrägung oder mehrere sphärische und/oder kegelmantelförmige Anschrägungen 6.1 an diesem verbleibenden Material des Trommelmantelkörpers vorgesehen sein. Derartige Materialabtragungen können spanabnehmend mit Handgeräten in ausreichender Genauigkeit und Oberflächenqualität durchgeführt werden. Des Weiteren kann die Fähigkeit zur Unterstützung für das Aufsteigen des Seils von der ersten in die zweite Wicklungslage durch eine Verringerung der Seilrillentiefe der axialwärts außenliegenden Seilrillen gesteigert werden, da sich der zum Aufstieg des Seils erforderliche radiale Versatz verringert. Das Ausführungsbeispiel sieht hier eine stufenweise Reduzierung der Seilrillentiefe der letzten zwei Seilrillen 1.1.2 gegenüber den axialwärts mittigen Seilrillen 1.1.1 vor.

Die vorgeschlagene neuartige Formgebung in der Berillung einer Seiltrommel für mehrlagige Bewicklung zeigt besonders gute unterstützende Wirkung für ein geordnete Bewicklung, wenn die Erfindung in Verbindung mit einer bei Seilwinden gebrauchsüblichen Andrückrolle betrieben wird (nicht dargestellt). Werden in diesem Zusammenhang die in der Erfindung dargestellten randseitigen Seilrillen mit reduzierter Seilrillentiefe verwendet, so sollte die Walzenform der Andrückrolle auf den in axialer Richtung der Seiltrommel nicht mehr konstanten Wickelradius des Seils angepasst werden.

Es bleibt der Hinweis, dass die vorgestellte Erfindung auch in Kombination mit weiteren Einrichtungen oder Maßnahmen z. B. Aufstiegskeile an Bordscheiben, Seilführungen oder ähnliches, die eine geordnete Bewicklung unterstützen, kombiniert werden kann, und dass in diesen Fällen noch eine gesteigerte Zuverlässigkeit für ein geordnetes Wickelbild erzielt werden kann.


Anspruch[de]
  1. Seiltrommel mit

    – einem im Wesentlichen zylindrischen Trommelkörper (1) zum Aufwickeln eines Seiles (7)

    – und stirnseitigen Begrenzungen (2, 3),

    – wobei der Trommelkörper (1) in mindestens einem ersten Bereich (1.1) seiner Oberfläche parallele Rillen (1.1.1, 1.1.2, 1.1.4) zur Führung des Seils ohne axiale Steigung aufweist,

    – wobei auf der Oberfläche des Trommelkörpers (1) mindestens ein zweiter Bereich (1.2) vorgesehen ist, in dem das Seil (7) mit einer axialen Steigung verlaufen kann,

    dadurch gekennzeichnet, daß

    – in Umfangsrichtung an beiden Enden des zweiten Bereiches (1.2) zur Umfangsrichtung parallele Rillen (1.1.1, 1.1.2, 1.1.4) angrenzen, die zueinander keinen Versatz aufweisen.
  2. Seiltrommel mit

    – einem im Wesentlichen zylindrischen Trommelkörper (1) zum Aufwickeln eines Seiles (7)

    – und stirnseitigen Begrenzungen (2, 3),

    – wobei der Trommelkörper (1) in mindestens einem ersten Bereich (1.1) seiner Oberfläche parallele Rillen (1.1.1, 1.1.2, 1.1.4) zur Führung des Seils ohne axiale Steigung aufweist,

    – wobei auf der Oberfläche des Trommelkörpers (1) mindestens ein zweiter Bereich (1.2) vorgesehen ist, in dem das Seil (7) mit einer axialen Steigung verlaufen kann,

    dadurch gekennzeichnet, daß

    – der zweite Bereich (1.2) im Wesentlichen frei von Rillen ist.
  3. Seiltrommel nach Anspruch 2, bei der

    – in Umfangsrichtung an beiden Enden des zweiten Bereiches (1.2) zur Umfangsrichtung parallele Rillen (1.1.1, 1.1.2, 1.1.4) angrenzen, die zueinander keinen Versatz aufweisen.
  4. Seiltrommel nach einem der vorangehenden Ansprüche, bei der

    – der zweite Bereich (1.2) als Teil einer Zylindermantelfläche ausgebildet ist.
  5. Seiltrommel nach Anspruch 4, bei der

    – die Längsmittelachse der Zylindermantelfläche parallel in einem Abstand (e) zur Längsachse der Seilrillen (1.1.1, 1.1.2, 1.1.4) verläuft.
  6. Seiltrommel nach Anspruch 4 oder 5, bei der

    – der Radius (R2) der Zylindermantelfläche größer ist als der Radius (R1) der Berillung im ersten Umfangsbereich (1.1).
  7. Seiltrommel nach einem der vorangehenden Ansprüche, bei der

    – die Oberfläche des Trommelkörpers (1) nur jeweils einen ersten und einen zweiten Bereich (1.1, 1.2) aufweist.
  8. Seiltrommel nach Anspruch 7, bei der

    – der erste Bereich einen größeren Umfangsbereich umfaßt als der zweite Bereich,

    – wobei bevorzugt der erste Bereich mehr als 70% des Umfangsbereiches überdeckt,

    – besonders bevorzugt mehr als 80% des Umfangsbereiches.
  9. Seiltrommel nach einem der vorangehenden Ansprüche, bei der

    – eine Seilendbefestigung (5) in Umfangsrichtung im zweiten Bereich (1.2) vorgesehen ist.
  10. Seiltrommel nach einem der vorangehenden Ansprüche, bei der

    – die Rillen (1.1.1) im ersten Bereich (1.1) in einem axial mittigen Bereich im Wesentlichen gleich tief sind.
  11. Seiltrommel nach einem der vorangehenden Ansprüche, bei der

    – im ersten Bereich (1.1) mindestens eine der Rillen (1.1.2, 1.1.4) nahe mindestens einer der stirnseitigen Begrenzungen (2, 3), weniger tief ausgebildet ist als die Rillen (1.1.1) im axial mittigen Bereich.
  12. Seiltrommel nach einem der vorangehenden Ansprüche, bei der

    – im zweiten Bereich (2) stirnseitig mindestens ein Auffüllkeil (6) mindestens teilweise in der Flucht der axial randnächsten Rille (1.1.4) angeordnet ist.
  13. Seiltrommel nach Anspruch 12, bei der

    – der Auffüllkeil (6) mindestens eine Freiform-Anschrägung

    – oder mehrere sphärische und/oder kegelmantelförmige Anschrägungen (6.1) aufweist.
  14. Hub- oder Zuggerät mit

    – einer Seiltrommel (1) nach einem der vorangehenden Ansprüche,

    – einem an der Seiltrommel (1) befestigbaren Seil (7),

    – und Mittel zum Antrieb der Seiltrommel (1).
  15. Verfahren zur Herstellung einer Seiltrommel, bei dem

    – in mindestens einen ersten Bereich (1.1) der Umfangsfläche eines im Wesentlichen zylindrischen Trommelkörpers (1) mittels spanender Bearbeitung zur Umfangsrichtung parallele Rillen eingebracht werden, wobei der Trommelkörper bei der Bearbeitung um seine Längsachse gedreht wird,

    – und ein zweiter Bereich (1.2) der Umfangsfläche gebildet wird, in ein Seil (7) mit einer axialen Steigung verlaufen kann.
  16. Verfahren nach Anspruch 15, bei dem

    – bei der Bearbeitung des ersten Bereiches (1.1) der Trommelkörper (1) gegenüber einem Spanwerkzeug um eine volle Umdrehung gedreht wird.
  17. Verfahren nach Anspruch 15 oder 16, bei dem

    – der zweite Bereich (1.2) durch spanende Bearbeitung so bearbeitet wird, daß er im Wesentlichen frei von Rillen ist,

    – wobei bei der Bearbeitung des zweiten Bereichs (1.2) der Trommelkörper (1) gegenüber einem Spanwerkzeug um eine Drehachse gedreht wird, die in einem Abstand (e) von der Längsachse der Rillen des ersten Bereichs (1.1) parallel zu dieser verläuft.
Es folgen 6 Blatt Zeichnungen






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