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Dokumentenidentifikation DE102005005158A1 10.08.2006
Titel Verfahren und Vorrichtung zum Befüllen von aufblasbaren Objekten
Anmelder EADS Space Transportation GmbH, 28199 Bremen, DE
Erfinder Behrens, Jörg, 27751 Delmenhorst, DE
Vertreter Patentanwälte HANSMANN-KLICKOW-HANSMANN, 22767 Hamburg
DE-Anmeldedatum 04.02.2005
DE-Aktenzeichen 102005005158
Offenlegungstag 10.08.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 10.08.2006
IPC-Hauptklasse B64B 1/58(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
Zusammenfassung Bei einem Verfahren zum Aufblasen von entfaltbaren Objekten mittels Gasen wird das zu befüllende Objekt unter ersten Bedingungen bezüglich Druck und Temperatur mit einer flüssigen organischen Kohlenwasserstoffverbindung befüllt, die unter zweiten, einer Einsatzumgebung entsprechenden Bedingungen bezüglich Druck und Temperatur in den gasförmigen Zustand übergeht. Dabei kann entweder das Objekt direkt mit der Flüssigkeit befüllt werden oder aber es kann im Inneren des Objektes ein separater Behälter vorgesehen sein, der mit der Flüssigkeit befüllt wird. Bei dem Objekt handelt es sich beispielsweise um einen aufblasbaren Wetterballon.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Aufblasen von entfaltbaren Objekten mittels Gasen.

Das Befüllen von aufblasbaren oder entfaltbaren Objekten, wie Wetterballons, Forschungsballons erfolgt üblicherweise mit Gasen, die entweder durch erhöhte Innendrücke verflüssigt in Gasflaschen gespeichert oder aber mittels Gasgeneratoren vor Ort erzeugt werden. Diese Gase strömen nach dem Öffnen entsprechender Verschlußventile in das zu befüllende Objekt und blasen dieses mit einem vorgegebenen Innendruck auf.

Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren der eingangs genannten Art anzugeben, das eine möglichst grobe Gewichtseinsparung ermöglicht und das über eine minimale Störanfälligkeit verfügt. Ferner soll durch die Erfindung eine Vorrichtung zur Durchführung eines derartigen Verfahrens bereitgestellt werden.

Die Erfindung löst die Aufgabe dadurch, daß bei einem derartigen verfahren das zu befüllende Objekt unter ersten Bedingungen bezüglich Druck und Temperatur mit einer flüssigen organischen Kohlenwasserstoffverbindung befüllt wird, die unter zweiten, einer Einsatzumgebung entsprechenden Bedingungen bezüglich Druck und Temperatur in den gasförmigen Zustand übergeht.

In Lösung der weiteren Aufgabe besteht das zu befüllende Objekt aus einem aufblasbaren Wetterballon bzw. Forschungsballon.

Ein wesentlicher Vorteil der Erfindung besteht darin, daß keine Druckbehälter zum Speichern der Füllgase oder Gaserzeugungseinrichtungen erforderlich sind, woraus nicht nur eine extreme Gewichtsersparnis resultiert, sondern auch das mögliche Gefährdungspotential signifikant herabgesetzt wird. Weiterhin wird die Funktionstüchtigkeit dadurch erhöht, daß eine Vereisungsgefahr beispielsweise von Druckbehälterventilen inhärent ausgeschlossen wird.

Nachfolgend soll die Erfindung anhand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels näher erläutert werden. Die Figuren zeigen dabei drei Phasen des Füllvorganges eines Wetterballons 1.

Gemäß 1 wird der Ballon 1 bei Umgebungsdruck und Raumtemperatur mittels einer Spritze 3 mit einer flüssigen organischen Kohlenwasserstoffverbindung befüllt, bei der es sich im Fall des hier beschriebenen Ausführungsbeispiels um Ethanol bzw. Methylthiomethan handelt. Die Flüssigkeit wird in diesem Fall nicht unmittelbar in den Ballon 1 gefüllt, sondern in ein in im Inneren des Ballons 1 angeordnetes Behältnis 2 in Form eines flexiblen Beutels eingebracht. In diesem befüllten Zustand kann der Ballon auch über längere Zeiträume gefahr- und problemlos gelagert werden, beispielweise beim Transport in einem Luft- oder Raumfahrzeug.

Werden zu einem beliebigen späteren Zeitpunkt die Bedingungen hinsichtlich Druck und/oder Temperatur geändert, indem beispielsweise die Temperatur erhöht und/oder der Umgebungsdruck erniedrigt wird, so verdampft die im Behälter 2 eingeschlossene Flüssigkeit. Dabei dehnt sie sich entsprechend aus und zerreißt zunächst den Behälter 2, um anschließend das Innere des Ballons 1 mit einem Gas zu Füllen und diesen auf den vorgesehenen Umfang aufzublasen. Dieser Vorgang kann beispielsweise durch das Freisetzen des Ballons 1 in großen Flughöhen mit entsprechend niedrigem Außendruck initiiert werden, um einen Wetterballon von einem Flugzeug aus zu starten.

Abweichend von dem beschriebenen Beispiel ist es selbstverständlich im Rahmen der Erfindung auch möglich, die Flüssigkeit direkt in das aufzublasende Objekt zu füllen.


Anspruch[de]
  1. Verfahren zum Aufblasen von entfaltbaren Objekten mittels Gasen, dadurch gekennzeichnet, daß das zu befüllende Objekt (1) unter ersten Bedingungen bezüglich Druck und Temperatur mit einer flüssigen organischen Kohlenwasserstoffverbindung befüllt wird, die unter zweiten, einer Einsatzumgebung entsprechenden Bedingungen bezüglich Druck und Temperatur in den gasförmigen Zustand übergeht.
  2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Flüssigkeit unmittelbar in das Innere des Objektes (1) eingefüllt wird.
  3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß ein im Inneren des Objektes (1) angeordneter separater Behälter (2) mit der Flüssigkeit befüllt wird.
  4. verfahren nach einem Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Flüssigkeit aus Ethanol (C2H60) bzw. Methylthiomethan (C2H65) besteht.
  5. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Objekt (1) aus einem aufblasbaren Wetterballon bzw. Forschungsballon besteht.
  6. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß in dem aufzublasenden Objekt (1) ein zu befüllender, bei erhöhtem Innendruck zerreißbarer Behälter (2) angeordnet ist.
Es folgt ein Blatt Zeichnungen






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