PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE202005010151U1 10.08.2006
Titel Kameragehäuse oder Kameragehäusedeckel
Anmelder ISRA Vision Systems AG, 64297 Darmstadt, DE
Vertreter Keil & Schaafhausen Patentanwälte, 60322 Frankfurt
DE-Aktenzeichen 202005010151
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 10.08.2006
Registration date 06.07.2006
Application date from patent application 27.06.2005
IPC-Hauptklasse G03B 17/02(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Kameragehäuse oder einen Kameragehäusedeckel mit die Kamera oder Teile der Kamera umschließenden Gehäuseflächen.

Kameras werden unter anderem für Messsysteme zur Bestimmung der Lage eines Objektes in einem dreidimensionalen Bezugskoordinatensystem verwendet, bei dem das Objekt aufgenommen und anhand der aufgenommenen Bilddaten dessen Lage im Raum bestimmt wird. Hierzu ist es notwendig, die genaue Kameraposition in dem dreidimensionalen Bezugskoordinatensystem zu kennen. Zur Bestimmung der Kameraposition sind verschiedene Kalibrierverfahren bekannt, bei denen aus den Bilddaten eines Objekts mit bekannter Position im Bezugskoordinatensystem oder mittels externer Messgeräte die Position und Orientierung der Kamera im Raum bestimmt wird.

Für die Vermessung mittels externer Messgeräte, bspw. Tachymeter, Lasertracker oder Geräte zur fotogrammetrischen Vermessung, kann in das Objektivgewinde des Kameragehäuses eine Messmarke eingeschraubt werden, mit der die Position und/oder Orientierung der Kamera und des Kamerakoordinatensystems, in welchem die aufgenommenen Bilder ausgewertet werden, vermessen werden kann. Dieses Messungen sind jedoch vergleichsweise aufwändig, da das Objektiv der Kamera abgeschraubt und durch die Messmarke ersetzt werden muss. Bei dem Entfernen der Messmarke nach erfolgter Kamerakalibrierung besteht daher die Gefahr, dass die Kamera dejustiert wird und die Kamerakalibrierung wiederholt werden muss, Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine einfache Möglichkeit zur Bestimmung der Position der Kamera mit externen Messgeräten vorzusehen.

Dazu ist an mindestens einer Gehäusefläche des Kameragehäuses oder des einen Teil der Kamera, bspw. das Objektiv, abdeckenden Kameragehäusedeckels, mindestens ein insbesondere von dem Objektivanschluss der Kamera verschiedenes Befestigungselement zum Festlegen einer Messmarke vorgesehen ist. Das Befestigungselement ist erfindungsgemäß in einer definierten und tolerierten Position des Kamerakoordinatensystems angeordnet.

Das Kamerabezugs- bzw. Kamerakoordinatensystem ist das Koordinatensystem, in dem die Kamerabilder abgebildet und ausgewertet werden. Indem das Befestigungselement zum Festlegen einer Messmarke in einer definierten Position des Kamerakoordinatensystems angeordnet ist, kann somit durch einfaches Befestigen einer Messmarke an dem Befestigungselement die Position der Kamera genau vermessen werden. Hierfür ist insbesondere nur eine einzige Messmarke erforderlich. Da die definierte Position des Befestigungselements in dem Kamerakoordinatensystem mit der erreichten Toleranzgenauigkeit genau bekannt ist, kann die Position der Kamera und damit des Kamerakoordinatensystems durch Vermessen einer einzigen Messmarke im dreidimensionalen Raum mit der durch die Tolerierung vorgegebenen Genauigkeit bestimmt werden. Dabei kann eine beliebige Messmarke an dem Kameragehäuse festgelegt und ggf. je nach Messverfahren bzw. externem Messgerät einfach ausgetauscht werden.

In einer bevorzugten Ausführungsform ist das erfindungsgemäße Befestigungselement als Bohrung in einer Gehäusefläche des Kameragehäuses oder Kameragehäusedeckels ausgebildet. Eine solche Bohrung lässt sich einfach mit der erforderlichen Genauigkeit in Standard-Kameragehäuse bzw. Standard-Kameragehäusedeckel einbringen, so dass die Tolerierung des Befestigungselements im Hinblick auf die Position in dem Kamerakoordinatensystem, welches insbesondere auch von der optischen Achse der Kamera abhängt, einfach zu fertigen ist.

Bei einer bevorzugten Ausführungsform ist ein Befestigungselement an der in Blickrichtung der Kamera weisenden Front des Kameragehäuses oder des Kameragehäusedeckels angeordnet. Diese dem zu vermessenden Objekt zugewandte Gehäusefläche ist in den meisten Fällen gut einsehbar, so dass eine an einem Befestigungselement in der Front des Kameragehäuses festgelegte Messmarke durch externe Messgeräte in aller Regel gut erfasst werden kann. Gegebenenfalls können auch mehrere Befestigungselemente an der Front und/oder einer andere Gehäusefläche vorsehen sein.

Erfindungsgemäß kann mindestens ein weiteres Befestigungselement an mindestens einer an die in Blickrichtung der Kamera weisenden Front anschließenden Seite des Kameragehäuses oder des Kameragehäusedeckels angeordnet sein. An einem derartigen Befestigungselement kann die Messmarke für den Fall befestigt werden, dass eine Sicht des externen Messgeräts zur Bestimmung der Position der Kamera auf die Front des Kameragehäuses oder Kameragehäusedeckels nicht möglich ist.

Dabei ist es besonders vorteilhaft, wenn an jeder an die in Blickrichtung der Kamera weisende Front anschließenden Seite des Kameragehäuses oder des Kameragehäusedeckels ein Befestigungselement angeordnet ist, so dass die Messmarke flexibel an jeder Seite der Kamera sowie ggf. zusätzlich an deren Front angeordnet werden kann, wobei sich jedes Befestigungselement in einer definierten und tolerierten Position des Kamerakoordinatensystems befindet. Auf diese Weise wird mit einfachsten Mitteln erreicht, dass eine genaue Positionsbestimmung der Kamera in dem Bezugskoordinatensystem durch Vermessung der Kameraposition von einer nahezu beliebigen Position mit einem externen Messgerät möglich ist. Dabei erfolgt die Positionierung der Befestigungselemente auf dem Kameragehäuse oder dem Kameragehäusedeckel vorzugsweise derart, dass die Sichtbarkeit der in die Befestigungselemente eingebrachten Messmarken möglichst aus allen Raumrichtungen gegeben ist.

Um das Befestigungselement in dem Kameragehäuse oder dem Kameragehäusedeckel einer bestimmten Position des Kamerakoordinatensystems zuordnen zu können, ist das Befestigungselement vorzugsweise codiert. Eine derartige Codierung kann bspw. durch Anbringen eines Codes, bspw. einer Nummer oder eines eindeutigen Zeichens, neben dem Befestigungselement auf dem Kameragehäuse erfolgen. Eine andere Möglichkeit besteht darin, das Befestigungselement derart auszubilden, dass eine Messmarke nur in einer bestimmten Anordnung in das Befestigungselement einsetzbar ist. Dann kann bspw. durch die relative Ausrichtung der Messmarke zu einer Kante des Kameragehäuses das Befestigungselement durch das externe Messgerät bspw. mittels einer Bildverarbeitung erfasst werden. Aufgrund der Codierung können die Koordinaten der Befestigungselemente im Kameragehäuse dann einer Tabelle bspw. automatisch entnommen und für die Positionsbestimmung der Kamera herangezogen werden.

Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform des Kameragehäuses oder des Kameragehäusedeckels kann an dem Befestigungselement als Messmarke eine retroreflektierende Marke festgelegt sein, wobei die retroreflektierende Marke insbesondere einen minimalen Markendurchmesser von 20mm aufweist. Ein derartiger Markendurchmesser ist für eine Messung mit einem Tachymeter meist notwendig. Die Vermessung kann etwa bis zu einem Winkel von 45° zwischen der Peilrichtung des externen Messgeräts und der Oberflächennormalen der Marke erfolgen.

Um das Ermitteln der Position der Messmarke mit einem externen Messgerät zu erleichtern, kann auf die Messmarke ein Fadenkreuz oder ein ähnliches, leicht auswertbares Muster aufgebracht sein, bei dem ein ausgezeichneter Punkt mit gängigen Messmethoden einfach zu bestimmen ist. Außerdem kann das Muster auch eine Codierung enthalten.

Ferner kann dem Befestigungselement als Messmarke auch ein sog. Corner-Reflektor, insbesondere ein Corner-Cube-Reflektor, oder eine Messhilfseinrichtung bspw. für einen Corner-Reflektor festgelegt sein. Die Vermessung mit einem Corner-Reflektor ist genauer als die Vermessung mit einer retroreflektierenden Marke. Außerdem lassen sich mit einem Corner-Reflektor größere Winkel zwischen der Kameraachse bzw. der Messmarkenachse und dem externen Messgerät erreichen.

Um zu verhindern, dass eine Messmarke von dem Kameragehäuse oder dem Kameragehäusedeckel abfällt, kann die Messmarke durch Einbringen eines Magneten in die Messmarke an einem metallischen Kameragehäuse bzw. Kameragehäuseteil oder einem entsprechend in der Kamera vorgesehenen metallischen Gegenstücks fixiert werden. Bei einem metallischen Kameragehäuse oder Kameragehäusedeckel wird die Messmarke durch den in die Messmarke eingebrachten Magneten an dem Kameragehäuse festgehalten. Alternativ oder zusätzlich kann die Messmarke auch durch Einbringen einer Kunststoffbuchse in das Befestigungselement fixiert sein, wobei die Kunststoffbuchse einen Reibschluss zu einem an der Messmarke angeordneten Halteelement aufweist. Das Halteelement kann einfacher Weise ein entsprechend dimensionierter Pin sein, der in die Bohrung des Befestigungselements eingeschoben wird.

In einer einfachen Ausführungsform ist die Messmarke eine Scheibe mit einem zentral von der Scheibe vorstehenden Pin, mit dem die Messmarke an dem Befestigungselement festgelegt wird. Auf der Scheiben kann dann ein Fadenkreuz oder Muster für die Positionsbestimmung der Kamera aufgebracht sein.

Alternativ kann von der Scheibe auch eine Platte vorstehen, auf der das Fadenkreuz oder Muster aufgebracht ist.

Das einteilig ausgebildete Kameragehäuse oder ein Kameragehäusedeckel mit den Befestigungselementen zum Festlegen von Messmarken ist insbesondere für Kamerakalibrierungsverfahren geeignet, da das ortsgenaue Festlegen einer Messmarke im Kamerakoordinatensystem auf einfache Weise ermöglicht wird.

Ein Beispiel für ein solches Verfahren zur Kalibrierung eines auf einer Kamera basierenden Messsystems zur Bestimmung der Lage eines Objektes in einem dreidimensionalen Bezugskoordinatensystem sieht vor, dass die äußeren und inneren Kameraparameter in verschiedenen Schritten kalibriert werden und die Position der Kamera mit externen Messgeräten bzw. -Mitteln bestimmt wird. Dabei läuft das Verfahren mindestens in drei Verfahrensschritten ab, wobei in einem ersten Verfahrensschritt die inneren Kameraparameter einer bestimmten Kamera ermittelt und dieser Kamera fest zugeordnet werden, in einem zweiten Verfahrensschritt die Position der in dem Messsystem montierten Kamera bestimmt wird und in einem dritten Verfahrensschritt die Orientierung der Kamera im dreidimensionalen Bezugskoordinatensystem durch Auswertung von Kamerabildern ermittelt wird. Dieses Verfahren ist in der deutschen Patentanmeldung 100 2005 007 536.3 ausführlich erläutert. Der Offenbarungsgehalt dieser Patentanmeldung wird durch die Bezugnahme eingebunden.

Weitere Merkmale, Vorteile und Anwendungsmöglichkeiten der Erfindung ergeben sich auch aus der nachfolgenden Beschreibung von Ausführungsbeispielen und der Zeichnungen. Dabei bilden alle beschriebenen und/oder bildlich dargestellten Merkmale für sich oder in beliebiger Kombination den Gegenstand der vorliegenden Erfindung, unabhängig von deren Zusammenfassung in den Ansprüchen oder deren Rückbezügen.

Es zeigen:

1 die Front eines erfindungsgemäßen Kameragehäusedeckels und eine Messmarke;

2 den Kameragehäusedeckel gemäß 1 in der Seitenansicht;

3a die Frontansicht einer Messmarke gemäß einer ersten Ausführungsform;

3b die Seitenansicht der Messmarke gemäß 3a;

4a die Draufsicht auf eine Messmarke gemäß einer zweiten Ausführungsform;

4b die Frontansicht der Messmarke gemäß 4a und

4c die Seitenansicht der Messmarke gemäß 4a.

In 1 ist die Front eines erfindungsgemäßen Kameragehäusedeckels 1 dargestellt, welcher die Vorderseite einer Kamera mit dem Kameraobjektiv abdeckt. Der Kameragehäusedeckel 1 kann auf ein nicht dargestelltes Kameragehäusemittelteil aufgesteckt werden, welches zusammen mit dem Kameragehäusedeckel das Kameragehäuse bildet. In einer alternativen Ausführungsform können der Kameragehäusedeckel und das Kameragehäusemittelteil einteilig als gemeinsames Kameragehäuse ausgebildet sein, ohne dass sich konstruktive Änderungen an der Front des Kameragehäusedeckels ergeben müssen. Die Erfindung ist daher gleichermaßen auf ein einteiliges Kameragehäuse und einen Kameragehäusedeckel als Teil eines vollständigen Kameragehäuses gerichtet.

Der Kameragehäusedeckel 1 weist eine zentrale Glasscheibe 2 auf, welche zum Schutz vor dem Objektiv einer Kamera angeordnet ist. Die Glasscheibe 2 folgt im Wesentlichen der viereckigen Struktur des Kameragehäusedeckels 1, wobei die Kanten 3 der Glasscheibe 2 an deren Ecken abgekantet sind. Zwischen einer Kante 3 der Glasscheibe 2 und dem Rand des Kameragehäusedeckels 1 ist an einer genau vermessenen und tolerierten Position ein Befestigungselement 4 in Form einer Bohrung angeordnet, in die eine Messmarke 5 eingebracht werden kann.

Die Messmarke 5 weist einen Pin 6 auf, der in die Bohrung 4 mit der entsprechenden Tolerierung eingebracht werden kann und an dem eine Scheibe 7 festgelegt ist, auf dem als retroreflektierende Marke eine Folie mit einem Fadenkreuz 8 aufgebracht ist. Das retroreflektierende Fadenkreuz 8 der Messmarke 5 kann mit herkömmlichen Messgeräten erfasst und damit die Position der Kamera sowie des Kamerakoordinatensystems im Raum genau bestimmt werden.

Als Messgerät kommt bspw. ein Tachymeter in Frage, welches eine ausreichende Messgenauigkeit aufweist, transportabel, robust und in der Bedienung leicht handhabbar ist. Anstelle der retroreflektierenden Messmarke 5 kann für die Positionsbestimmung mittels eines Tachymeters auch ein sogenannter Corner-Reflektor oder Corner-Cube-Reflektor eingesetzt werden, bei dem mehrere einander schneidende flache Oberflächen eine einstrahlende elektromagnetische Welle (Licht) an ihren Ursprungspunkt zurückreflektieren. Die Vermessung mit einem Corner-Reflektor ist genauer als die Vermessung mit einer retroreflektierenden Messmarke 5, welche für Standardanforderungen in der Regel jedoch ausreicht. Für die Messung mit einem Tachymeter sollte die retroreflektierende Messmarke 5 einen Markendurchmesser von wenigstens 20mm aufweisen. Die Vermessung kann in einem Bereich eines Öffnungswinkels von etwa 40° zwischen der Peilrichtung und der Oberflächennormalen der Marke erfolgen, so dass ein vergleichsweise großer Bereich zur Verfügung steht, in dem das Tachymeter angeordnet ist. Mit Hilfe eines Corner-Reflektors und einem Messhilfsmittel, das z.B. in die Bohrung 4 in dem Kameragehäusedeckel 1 eingesetzt wird, kann auch ein beliebiger Winkel zwischen der Kameragehäuseachse und dem externen Messgerät realisiert werden, sofern Sichtkontakt besteht.

Anstelle eines Tachymeters kann für die Positionsvermessung der Kamera mit Hilfe der Messmarke 5 auch ein Lasertracker verwendet werden. Ferner sind fotogrammetrische Messungen mit einem Kamerasystem denkbar.

Die als Befestigungselement dienende Bohrung 4 ist in dem Kameragehäusedeckel 1 an einer genau bestimmten Position mit einer vorgegebenen Tolerierung eingebracht, so dass bei einem auf das Gehäusemittelteil aufgesetzten Kameragehäusedeckel 1 eine genaue Zuordnung der Position der Bohrung 4 zu dem optischen Kamerakoordinatensystem besteht. Damit die Zuordnung der Bohrung 4 zu dem Kamerakoordinatensystem eindeutig ist, wird dafür gesorgt, dass der Kameragehäusedeckel 1 nur in einer Orientierung auf das Gehäusemittelteil aufgesteckt werden kann, so dass die Position der Bohrung 4 im Kamerakoordinatensystem eindeutig bekannt ist.

Dies gilt natürlich auch für den Fall eines einteiligen Kameragehäuses. Auch dieses kann zum Schutz des Objektives an der Frontseite mit einer Glasscheibe abgedeckt sein und einen der in 1 dargestellten Front ähnlichen Aufbau zeigen. Alternativ kann das Kameraobjektiv mittels eines Objektivgewindes auch direkt auf der Front des Kameragehäuses eingeschraubt werden. In diesem Fall wäre das Befestigungselement an einer gut sichtbaren Stelle neben dem Objektiv angeordnet.

In 2 ist der Kameragehäusedeckel 1 in der Seitenansicht dargestellt, wobei die Vorderseite 9 der in 1 dargestellten Front des Gehäusedeckels 1 entspricht. Die offene Deckelrückseite 10 des Kameragehäusedeckels 1 dient dem Anschluss an ein nicht dargestelltes Kameragehäusemittelteil. In der in 2 zu erkennenden Seite des Kameragehäusedeckels 1 ist im Bereich des oberen Randes ein weiteres, als Bohrung ausgebildetes Befestigungselement 11 angeordnet, das sich in Bezug auf das Kamerakoordinatensystem in einer genau bestimmten und tolerierten Position befindet.

Je nach den Sichtverhältnissen und der Anordnung des externen Messgeräts zur Bestimmung der Kameraposition kann die in 1 dargestellte Messmarke 5 auch in die Bohrung 11 eingesteckt werden. Vorteilhafterweise sind auch in den weiteren, nicht dargestellten Seiten des Kameragehäusedeckels 1 jeweils als genau positionierte und tolerierte Bohrungen ausgebildete Befestigungselemente vorgesehen, so dass die Messmarke 5 in jedem der Befestigungselemente 4, 11 an einer genau definierten Position im Kamerakoordinatensystem mit bekannter Toleranz eingesteckt werden kann.

Dadurch ist es auf einfache Weise möglich, die Kameraposition aus einer nahezu beliebigen Blickrichtung des externen Messgeräts zur Bestimmung der Kameraposition zu vermessen.

Dabei ist das Fadenkreuz 8 bzw. Muster der Messmarke 5 derart ausgebildet, dass die Position des Fadenkreuzes 8 in einem definierten Verhältnis zur Position des Befestigungselementes 4, 11 steht. Beispiele für die in 1 dargestellte Messmarke sind in den in 3a, 3b sowie 4a bis 4c noch einmal näher erläutert.

3a zeigt die Messmarke 5 in Draufsicht auf das Fadenkreuz 8, welches als retroreflektierende Folie auf die Scheibe 7 aufgebracht werden kann. Wie aus

3b ersichtlich, ist auf der dem Fadenkreuz 8 gegenüberliegenden Rückseite der Scheibe 7 in deren Zentrum ein Pin 6 angebracht, der passgenau in die Bohrung 4 eingesteckt werden kann. Dabei sind die Achse des Pins 6 und das Zentrum des Fadenkreuzes 8 aufeinander zentriert.

In den 4a bis 4c ist eine weitere Ausführungsform einer Messmarke 12 dargestellt, welche ebenso einen Pin 6 zum Festlegen in einem Befestigungselement 4, 11, eine an den Pin 6 angebrachte Scheibe 7 sowie ein Fadenkreuz 8 aufweist. Das Fadenkreuz 8 ist jedoch nicht unmittelbar auf der Scheibe 7 angeordnet, sondern auf einer im rechten Winkel von der Scheibe 7 vorstehenden Platte 13, so dass das Fadenkreuz 8 der Messmarke 12 relativ zu dem Befestigungselement 4, 11 anders angeordnet ist als bei der Messmarke 5. Durch Austausch der Messmarke 5, 11 kann so ein anderer Blickwinkel des Messgeräts zur Bestimmung der Kameraposition verwendet werden kann, ohne dass das Messgerät umgestellt und neu eingemessen werden muss. Dies hat den Vorteil, dass ein einmal einjustiertes Messmittel flexibel für die Vermessung verschiedener Kameras verwendet werden kann, weil die Messmarken 5, 12 entsprechend der jeweiligen Sichtposition in einfacher Weise angepasst werden können.

Wie in der Frontansicht gemäß 4b ersichtlich, ist die Platte 13, auf welcher das Fadenkreuz 8 angeordnet ist, halbkreisförmig ausgebildet. Diese Gestalt ist auch der Seitenansicht gemäß 4c zu entnehmen, wobei die Achse des Pins 6 in der Ebene der Platte 13 liegt, auf der das Fadenkreuz 8 aufgebracht ist. Dies erleichtert die Koordinatenumrechnung für die Positionsbestimmung der Kamera.

Alternativ zu den dargestellten Messmarken 5, 12 kann auch ein Corner-Reflektor eingesetzt werden, mit dem größere Winkel zwischen der Kameraachse und dem externen Messmittel bzw. -gerät realisiert werden können. Auch Lasertrecker arbeiten vorteilhaft mit einem Corner-Reflektor. Da die Koordinaten des Befestigungselements 4, 11 bzw. des Zentrums der Messmarken 5, 12 im Kamerakoordinatensystem bekannt sein muss, ist es sinnvoll, die verschiedenen Befestigungselemente bzw. Bohrungen 4, 11 mit eindeutigen Codierungen zu versehen. Dies kann bspw. über die Anordnung der Position im Kameragehäuse oder durch zusätzliche, für das Messsystem erkennbare Indizierungen im Bereich der Befestigungselemente erfolgen. Sofern eine Codierung der Befestigungselemente 4, 11 vorliegt, kann bei der Auswertung des Messergebnisses automatisch auf eine Tabelle mit den entsprechenden Positionsdaten der Befestigungselemente 4, 11 zurückgegriffen werden.

Die vorliegende Erfindung kann besonders einfach realisiert werden, weil die mechanischen Änderungen zum Anbringen der Befestigungselemente 4, 11 an Standard-Kameragehäusen bzw. -gehäusedeckeln nur gering sind und die vorzugsweise vorgesehenen Bohrungen einfach und gut toleriert zu fertigen sind. Ferner können an den Befestigungselementen wahlweise und abhängig vom Applikationsumfeld retroreflektierende Marken oder andere Messhilfsmittel einfach an den standardisierten Befestigungselementen 4, 11 festgelegt werden. So können bspw. einfach Marken mit einem Mindestdurchmesser von 20mm eingesetzt werden, welche für die Vermessung mit einem Tachymeter erforderlich sind. Da die verwendeten Messmarken 5, 12 flexibel auch bei mehreren Kameras verwendet werden können, ist der Kostenaufwand vergleichsweise gering, und es ist nicht nötig, die Messmarken an dem Gehäuse festzulegen.

1Kameragehäusedeckel 2Glasscheibe 3Kanten 4Befestigungselement, Bohrung 5Messmarke 6Pin, Halteelement 7Scheibe 8Fadenkreuz 9Vorderseite 10Deckelrückseite 11Befestigungselement, Bohrung 12Messmarke 13Platte

Anspruch[de]
  1. Kameragehäuse oder Kameragehäusedeckel mit die Kamera oder Teile der Kamera umschließenden Gehäuseflächen, dadurch gekennzeichnet, dass an mindestens einer Gehäusefläche ein Befestigungselement (4, 11) zum Festlegen einer Messmarke (5, 12) vorgesehen ist, wobei das Befestigungselement (4, 11) in einer definierten und tolerierten Position des Kamerakoordinatensystems angeordnet ist.
  2. Kameragehäuse oder Kameragehäusedeckel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Befestigungselement (4, 11) eine Bohrung ist.
  3. Kameragehäuse oder Kameragehäusedeckel nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass ein Befestigungselement (4) an der in Blickrichtung der Kamera weisenden Front des Kameragehäuses oder des Kameragehäusedeckels (1) angeordnet ist.
  4. Kameragehäuse oder Kameragehäusedeckel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Befestigungselement (11) an einer an die in Blickrichtung der Kamera weisende Front anschließenden Seite des Kameragehäuses oder des Kameragehäusedeckels (1) angeordnet ist.
  5. Kameragehäuse oder Kameragehäusedeckel nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass ein Befestigungselement (11) an jeder an die in Blickrichtung der Kamera weisende Front anschließenden Seite des Kameragehäuses oder des Kameragehäusedeckels (1) angeordnet ist.
  6. Kameragehäuse oder Kameragehäusedeckel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Befestigungselement (4, 11) in dem Kameragehäuse oder Kameragehäusedeckel (1) codiert ist.
  7. Kameragehäuse oder Kameragehäusedeckel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an dem Befestigungselement (4, 11) als Messmarke (5, 12) eine retroreflektierende Marke festgelegt ist.
  8. Kameragehäuse oder Kameragehäusedeckel nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die retroreflektierende Marke einen minimalen Markendurchmesser von 20 mm aufweist.
  9. Kameragehäuse oder Kameragehäusedeckel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass auf die Messmarke (5, 12) ein Fadenkreuz (8) oder ein Muster aufgebracht ist, bei dem ein ausgezeichneter Punkt mit gängigen Messmethoden zu bestimmen ist.
  10. Kameragehäuse oder Kameragehäusedeckel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an dem Befestigungselement (4, 11) als Messmarke (5, 12) ein Corner-Reflektor festgelegt ist.
  11. Kameragehäuse oder Kameragehäusedeckel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in die Messmarke (5, 12) ein Magnet eingebracht ist.
  12. Kameragehäuse oder Kameragehäusedeckel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Messmarke (5, 12) durch Einbringen einer Kunststoffbuchse in das Befestigungselement (4, 11) fixiert ist, wobei die Kunststoffbuchse einen Reibschluss zu einem an der Messmarke (5, 12) angeordneten Haltelement (6) aufweist.
  13. Kameragehäuse oder Kameragehäusedeckel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Messmarke (5, 12) eine Scheibe (7) mit einem zentral von der Scheibe vorstehenden Pin (6) aufweist.
  14. Kameragehäuse oder Kameragehäusedeckel nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass auf die Scheibe (7) ein Fadenkreuz (8) oder Muster aufgebracht ist.
  15. Kameragehäuse oder Kameragehäusedeckel nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass von der Scheibe (7) eine Platte (13) vorsteht, auf der ein Fadenkreuz (8) oder Muster angebracht ist.
Es folgen 2 Blatt Zeichnungen






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

  Patente PDF

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com