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Dokumentenidentifikation DE60115564T2 10.08.2006
EP-Veröffentlichungsnummer 0001191186
Titel Tunnel für Strassentransport
Anmelder Toorenman, Lambertus Roelof, Hardinxveld-Giesse, NL
Erfinder Toorenman, Lambertus Roelof, 3372 BG Hardinxveld-Giessendam, NL
Vertreter Paul und Kollegen, 41460 Neuss
DE-Aktenzeichen 60115564
Vertragsstaaten AT, BE, CH, CY, DE, DK, ES, FI, FR, GB, GR, IE, IT, LI, LU, MC, NL, PT, SE, TR
Sprache des Dokument EN
EP-Anmeldetag 20.09.2001
EP-Aktenzeichen 012035465
EP-Offenlegungsdatum 27.03.2002
EP date of grant 07.12.2005
Veröffentlichungstag im Patentblatt 10.08.2006
IPC-Hauptklasse E21D 9/14(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, EP
IPC-Nebenklasse E01F 15/02(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, EP   E21F 1/00(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, EP   E01C 1/00(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, EP   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Tunnel für den Straßentransport mit einem Tunnelrohr, das einen kreisförmigen Querschnitt hat und mehrere getrennte Verkehrswege, die benachbart zueinander und übereinander angeordnet sind, sowie Belüftungs- und Servicedurchgänge aufweist, wobei der horizontale Boden des unteren Weges in einem bestimmten Abstand unterhalb des Mittelpunktes des Tunnelrohrs und ein zweiter horizontaler Boden in einem bestimmten Abstand oberhalb des Mittelpunkts des Tunnelrohrs angeordnet sind, mit einer vertikalen Trennwand, die sich zwischen den zwei horizontalen Böden erstreckt, so dass drei Verkehrswege gebildet werden, wobei die Höhe der unteren zwei Wege derart ist, dass sie für Lastkraftwagen geeignet ist, und die Höhe des oberen Verkehrsweges geringer ist, so dass er nur für Personenkraftwagen geeignet ist. Ein derartiger Tunnel ist aus dem deutschen Patent 2 127 156 A bekannt.

In diesem bekannten Tunnel ist die vertikale Trennwand, die sich zwischen den zwei Verkehrswegen auf dem unteren horizontalen Boden zu dem darüber angeordneten horizontalen Boden erstreckt, eine massive Wand, die keine Fluchttüren aufweist, so dass es im Falle eines Unfalls oder eines Feuers auf einem der Verkehrswege keinen Fluchtweg für die Menschen auf den benachbarten Verkehrsweg gibt.

Es ist eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, einen Tunnel des in der Einführung beschriebenen Typs bereitzustellen, in dem die Sicherheit des Tunnels verbessert ist.

Erfindungsgemäß werden diese Aufgaben dadurch gelöst, dass zwischen den beiden Verkehrswegen auf dem unteren horizontalen Boden eine erhöhte Plattform angeordnet ist, wobei sich die Trennwand zwischen dieser Plattform zu dem horizontalen Boden des darüber angeordneten Verkehrswege erstreckt und die Trennwand getrennte Abschnitte aufweist, die sich abwechselnd entlang beider Seitenkanten der Plattform erstrecken, mit einer Verbindungsplatte, die eine Fluchttür aufweist, und zwischen benachbarten Enden jedes Abschnitts angeordnet ist.

Die erhöhte Plattform bildet zusammen mit der Struktur der Trennwand und den Fluchttüren einen Fluchtweg für Menschen, die im Falle eines Unglücks von einem Verkehrsweg auf den benachbarten Verkehrsweg fliehen müssen.

Es muß angemerkt werden, dass das deutsche Patent 199 25 932 einen Tunnel offenbart, in dem das Tunnelrohr von einer vertikalen Trennwand in zwei Verkehrswege getrennt ist, wobei Fluchttüren in der Trennwand angeordnet sind. Die Trennwand weist in diesem Fall entfernbare Abschnitte auf, so dass im Falle eines Unfalls Rettungsdienste und Ausrüstung von einem Verkehrsweg aus Zugang zu dem Ort des Unfalls auf dem anderen Verkehrsweg erhalten können.

Allerdings gibt es hier keine erhöhte Plattform, die einen sicheren Fluchtweg für Menschen darstellt.

In einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung weist die Trennwand getrennte Abschnitte auf, die sich abwechselnd entlang beider Seitenkanten der Plattform erstrecken, mit einer Verbindungsplatte, die die Fluchttür beinhaltet, die aus einer feuerfesten und automatisch schließenden Tür besteht, die zwischen benachbarten Enden jedes Abschnittes angeordnet ist.

Andere Merkmale und weitere Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung werden in den Ansprüchen 2 und 3 genannt.

Die vorliegende Erfindung wird detaillierter mit Bezug auf die angefügten Zeichnungen erläutert, in denen:

1 einen Querschnitt durch eine bevorzugte Ausführungsform des erfindungsgemäßen Tunnels zeigt, und

2 einen Schnitt durch einen Teil des Tunnels entlang der Linie II-II in 1 zeigt.

Der Tunnel wird im wesentlichen von einem kreisförmigen Tunnelrohr 1 gebildet, das einen ersten unteren horizontalen Boden 2 aufweist, der in dem zentralen Bereich mit einer erhöhten Plattform 3 versehen ist, mit dem Ergebnis, dass der Boden in zwei Fahrbahnen unterteilt ist, wobei jede beispielsweise aus einer Fahrspur und einem Seitenstreifen bestehen kann. Erfindungsgemäß sind die Fahrbahnen nur für Lastkraftwagen vorgesehen.

Ein zweiter horizontaler Boden 4, der zusammen mit der Oberseite der Tunnelröhre einen Verkehrsweg 1a einschließt, ist beabstandet oberhalb des ersten horizontalen Bodens 2 angeordnet. Dieser zweite Boden bietet genügend Raum für drei Fahrspuren, die, zum Teil aufgrund der begrenzten Höhe des Weges 1a, nur für Personenkraftwagen vorgesehen sind. Die mittlere Fahrspur kann in diesem Fall als eine Wechselfahrspur verwendet werden.

Eine Trennwand 5, die sich von der Plattform 3 bis zu dem zweiten Boden 4 erstreckt, ist zwischen den beiden Böden angeordnet. Diese Trennwand teilt den Raum zwischen den zwei Böden in zwei Verkehrswege 1b und 1c, so dass die zwei Fahrbahnen vollständig voneinander getrennt sind. Weiterhin ist diese Trennwand mit Fluchttüren 6 versehen, die im Falle eines Unfalls einen Fluchtweg für Menschen darstellen und aus feuerfesten und automatisch schließenden Türen bestehen.

In der dargestellten Ausführungsform weist die Trennwand 5 unterschiedliche Abschnitte 5' und 5'' (vgl. 2) auf, die sich abwechselnd entlang der einen Seitenkante und der anderen Seitenkante der Plattform 3 erstrecken. Wie in der Querrichtung des Tunnelrohrs zu sehen ist, überlappen die aufeinander folgenden Abschnitte der Trennwand einander ein wenig, und in dem Bereich der jeweiligen Überlappung zwischen den Abschnitten ist eine Verbindungsplatte 7 angeordnet, die im rechten Winkel zu der Längsrichtung des Tunnelrohrs ausgerichtet ist, wobei jede Verbindungsplatte eine Fluchttür 6 aufweist.

In der dargestellten Ausführungsform hat das Tunnelrohr des gebohrten Tunnels einen Innendurchmesser von ungefähr 14,5 m und ist der erste Boden ungefähr 2,5 m unterhalb der Mittelachse des Tunnelrohrs angeordnet. Bei einer Breite der Plattform 3 von ungefähr 1,5 m bleibt genügend Raum für zwei Fahrbahnen, die jeweils eine Fahrspur mit einer Breite von 3 m und einen Seitenstreifen mit einer Breite von 2 m aufweisen. Der zweite Boden liegt ungefähr 2,5 m über der Mittelachse des Tunnelrohrs. Die vertikale Höhe zwischen den zwei Boden beträgt deshalb ungefähr 5 m, was ausreichend hoch für Lastkraftwagen ist.

Der zweite Boden 4 ist an beiden Seiten mit einer vertikalen Wand 10, 11 versehen, die jeweils zusammen mit dem Boden und der Wand des Tunnelrohrs einen ungefähr dreieckigen Raum begrenzt. Dieser Raum wird verwendet, um Belüftungsdurchgänge und Versorgungsleitungen aufzunehmen. Die verbleibende Oberfläche des zweiten Bodens 4 ist ungefähr 10,5 m breit, was ausreichend für drei Fahrspuren mit einer Breite von ungefähr 3,5 m ist.

Jeder der drei Verkehrswege 1a, 1b, 1c des Tunnels hat in einer an sich bekannten Weise seine, eigene Ventilationsluftzufuhr und einen Ventilationauslaß. Die Versorgungsdurchgänge 12 und 13 für Ventilationsluft sind in dem Raum unterhalb des Bodens 2 angeordnet. Der hohle Innenraum der erhöhten Plattform 3 ist über eine vertikale Trennwand in zwei Durchgänge 3a und 3b unterteilt, wobei die Durchgänge Ventilationsluft einerseits mit jeweils einer Zuleitung 12 oder 13 und andererseits über Auslaßroste (nicht gezeigt) mit den angrenzenden Verkehrswegen des Tunnels 1b oder 1c austauschen. Die Ventilationsluft wird am oberen Ende des jeweiligen Verkehrsweges mit Hilfe der Leitung 14, 15, die in den Räumen angeordnet sind, die von den vertikalen Mauern 10 und 11 abgetrennt werden, entnommen. Dieselben Räume enthalten auch die Versorgungsleitungen 16 und 17 für die Versorgung des Verkehrsweges 1a mit Ventilationsluft, wobei eine Entnahmeleitung 18 am oberen Ende des Verkehrsweges angeordnet ist.

Es ist für den Fachmann offensichtlich, dass die Erfindung nicht auf die hier dargestellte und diskutierte Ausführungsform beschränkt ist, sondern eine ziemlich große Zahl von Varianten innerhalb des Rahmens der Ansprüche möglich ist. Es ist aber für die Erfindung wesentlich, dass es eine Trennung von Lastkraftwagen und Personenkraftwagen gibt, wobei die Fahrbahn für Personenkraftwagen auf einem höheren Niveau als die Fahrbahn oder die Fahrbahnen für Lastkraftwagen liegt. Dieses Konzept ist mit dem bereits von dem Anmelder vorgeschlagenen Prinzip verbunden, eine zusätzliche Fahrbahn für Personenkraftwagen über bereits existierenden Autobahnen zu bauen, um so das Problem der Verkehrsstaus zu lösen. Der erfindungsgemäße Tunnel könnte ohne weiteres in einem solchen Konzept verwendet werden. In anderen Fällen müßten geeignete Anfahrtsstraßen und Ausfahrten außerhalb des Tunnels angeordnet werden.

Wenn es sinnvoll erscheint, kann auch eine Trennwand auf dem Verkehrsweg 1a, der für Personenkraftwagen vorgesehen ist, angebracht werden, um den Raum in zwei verschiedene Hälften zu teilen.

Ein weiterer Vorteil der erfindungsgemäßen Konstruktion ist, dass das Tunnelrohr eine größere inhärente Steifigkeit aufgrund der verschiedenen Abschnitte und Böden erhält.


Anspruch[de]
  1. Tunnel für den Straßentransport mit einem Tunnelrohr (1), das einen kreisförmigen Querschnitt hat und mehrere getrennte Verkehrswege (1a, 1b, 1c), die benachbart zueinander und übereinander angeordnet sind, sowie Belüftungs- und Servicedurchgänge (14, 15, 16, 17, 18) aufweist, wobei der horizontale Boden (2) des unteren Weges (1b, 1c) in einem bestimmten Abstand unterhalb des Mittelpunkts des Tunnelrohrs und ein zweiter horizontaler Boden (4) in einem bestimmten Abstand oberhalb des Mittelpunkts des Tunnelrohrs angeordnet sind, mit einer vertikalen Trennwand (5), die sich zwischen den zwei horizontalen Böden erstreckt, so daß drei Verkehrswege (1a, 1b, 1c) gebildet werden, wobei die Höhe der unteren zwei Wege (1b, 1c) derart ist, daß sie für Lastkraftwagen geeignet sind, und die Höhe des oberen Verkehrsweges (1a) geringer ist, so daß er nur für Personenkraftwagen geeignet ist, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen den beiden Verkehrswegen auf dem unteren horizontalen Boden eine erhöhte Plattform (3) angeordnet ist, wobei sich die Trennwand zwischen dieser Plattform zu dem horizontalen Boden (4) des darüber angeordneten Verkehrsweges erstreckt und die Trennwand getrennte Abschnitte (5', 5'') aufweist, die sich abwechselnd entlang beiden Seitenkanten der Plattform erstrecken, mit einer Verbindungsplatte (7), die eine Fluchttür (6) aufweist und zwischen benachbarten Enden jedes Abschnittes angeordnet ist.
  2. Tunnel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die benachbarten Abschnitte der Trennwand einander ein wenig überlappen und daß die Verbindungsplatten (7) im Bereich der Überlappung angeordnet sind und sich senkrecht zu der Längsrichtung des Tunnels erstrecken.
  3. Tunnel nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der hohle Innenraum der Plattform über eine Trennwand in zwei Durchgänge (3a, 3b) aufgeteilt ist, die sich in Längsrichtung des Tunnels erstrecken und für die Zufuhr von Ventilationsluft zu den angrenzenden Bereichen des Tunnels verwendet werden.
Es folgen 2 Blatt Zeichnungen






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