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Dokumentenidentifikation DE202005003207U1 17.08.2006
Titel Fahrzeugkran
Anmelder Liebherr-Werk Ehingen GmbH, 89584 Ehingen, DE
Vertreter Rechts- und Patentanwälte Lorenz Seidler Gossel, 80538 München
DE-Aktenzeichen 202005003207
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 17.08.2006
Registration date 13.07.2006
Application date from patent application 28.02.2005
IPC-Hauptklasse B66C 23/687(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft einen Fahrzeugkran mit einem Unterwagen sowie einem darauf drehbar gelagerten Oberwagen, an dem ein Teleskopausleger angeordnet ist, wobei für den Teleskopausleger eine Abspannung vorgesehen ist, die einen seitlich über den Teleskopausleger auskragenden Abspannbock sowie zwei mit dem Abspannbock verbundene Abspannseile zur Abspannung des Teleskopauslegers aufweist.

Räumliche Abspannungen für Teleskopausleger von Fahrzeugkranen, die sowohl vertikale Kräfte als auch seitliche Kräfte abfangen, verwenden regelmäßig zwei V-förmig aufgespreizte Abspannstützen, die am Anlenkschuss des Teleskopauslegers schwenkbar angelenkt sind, so dass sie zwischen einer an den Ausleger angeklappten Transportstellung und der V-förmig aufgespreizten Abspannstellung verschwenkbar sind. Eine solche Abspannung zeigt beispielsweise die EP 1 354 842 B1. Um für die Abspannung einen ausreichenden Hebelarm zu erzielen, müssen solche Abspannstützen relativ lang ausgebildet werden. Dies bringt zum einen im Hinblick auf die erforderliche Steifigkeit der Abspannstützen Gewichtsprobleme mit sich. Zum anderen wird das Handling der Abspannstützen erschwert.

Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen verbesserten Fahrzeugkran der genannten Art zu schaffen, der Nachteile des Standes der Technik vermeidet und letzteren in vorteilhafter Weise weiterbildet. Vorzugsweise soll die Handhabung der Abspannung erleichtert werden.

Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch einen Fahrzeugkran gemäß Anspruch 1 gelöst. Bevorzugte Ausgestaltungen sind Gegenstand der Unteransprüche.

Die Erfindung sieht also vor, auf die bekannten am Teleskopausleger schwenkbar angelenkten Abspannstützen zu verzichten. Insbesondere sind keine V-förmig auf dem Teleskopausleger aufgestellten Abspannstützen mehr vorgesehen, die im wesentlichen als Druckstab wirken. Erfindungsgemäß besitzt der Abspannbock einen zentralen, über dem Teleskopausleger aufrichtbaren Abspannträger, der an einem oberen Trägerabschnitt zwei seitlich auskragende Kragarme trägt, die mit den Abspannseilen verbunden sind. Anstelle der V-förmig angeordneten, an dem Teleskopausleger angelenkten Abspannstützen halten quer zur Längsachse des Teleskopauslegers vom Kopf eines zentralen Abspannträgers wegstehende Kragarme die Abspannseile.

Insbesondere sind die genannten Kragarme am oberen Ende des zentralen Abspannträgers befestigt. Grundsätzlich wäre es auch denkbar, dass sich der Abspannträger über den Befestigungspunkt der Kragarme hinaus erstreckt, beispielsweise um ein in der Wippebene liegendes Abspannseil abzustützen. In jedem Fall sind die Kragarme aber vorteilhafterweise im oberen Drittel des zentralen Abspannträgers befestigt. Bevorzugt erstrecken sich die Kragarme vom Kopf des zentralen Abspannträgers weg.

Besonders vorteilhaft hinsichtlich des Handlings des Abspannbocks ist es, wenn nach einer vorteilhaften Ausführung der Erfindung die Kragarme schwenkbar an dem zentralen Abspannträger gelagert sind, insbesondere derart, dass die Kragarme zwischen der seitlich auskragenden Abspannstellung und einer an den zentralen Abspannträger angeklappten Transportstellung schwenkbar sind. Die Kragarme können hierzu um zwei beabstandete, zueinander parallele Schwenkachsen schwenkbar sein, die sich quer zur Längsachse des zentralen Abspannträgers erstrecken. Dementsprechend können die Kragarme in eine zum zentralen Abspannträger etwa senkrechte Abspannstellung aufgeklappt und in eine zu dem Abspannträger etwa parallele, seitlich anliegende Transportstellung angeklappt werden. Dies verbessert die Handhabung des Abspannbockes beträchtlich. Im Vergleich zu den bislang verwendeten, am Teleskopausleger angelenkten und V-förmig abstehenden Abspannstützen verringert sich die Länge des Abspannbockes in der zusammengeklappten Transportstellung erheblich. Zudem haben die Kragarme im Vergleich zu den genannten V-förmig aufgestellten Abspannstützen ein wesentlich geringeres Gewicht, was sich vorteilhaft beim Abbau der Kragarme bemerkbar macht.

In Weiterbildung der Erfindung sind zum Ausschwenken der Kragarme Kraftheber, insbesondere Hydraulikzylinder, vorgesehen, die insbesondere einerseits an dem zentralen Abspannträger und andererseits an dem jeweiligen Kragarm angelenkt sind, um diesen gegenüber dem Abspannträger auszufahren. Es versteht sich jedoch, dass ggf. anstelle von Hydraulikzylindern andere fremdenergiebetätigte Schwenkantriebe vorgesehen sein könnten.

Ebenso ist zum Aufrichten des zentralen Abspannträgers zumindest ein Hydraulikzylinder vorgesehen, der am Teleskopausleger einerseits und am Abspannträger andererseits angelenkt sein kann. Der Abspannträger ist hierzu vorteilhafterweise um eine sich quer zur Längsachse des Teleskopauslegers erstreckende Schwenkachse schwenkbar an dem Teleskopausleger angelenkt. Der Abspannträger kann hierbei grundsätzlich an verschiedenen Auslegerschüssen gelagert sein. Nach einer vorteilhaften Ausführung ist der Abspannträger auf der Oberseite des Anlenkschusses, insbesondere im Bereich dessen Kragens, gelagert.

Der zentrale Abspannträger besteht in Weiterbildung der Erfindung aus zwei parallelen Längsträgern, die sich im wesentlichen parallel zur Wippebene des Teleskopauslegers erstrecken und zumindest am Kopf durch eine Querverstrebung starr miteinander verbunden sind. Hierdurch wird einerseits eine steife Struktur erreicht, andererseits wird trotz Ausnutzung der gesamten Breite des Auslegerschussprofils ein geringes Gewicht des Abspannträgers erreicht. Vorteilhafterweise besitzt der zentrale Abspannträger eine Breite, die im wesentlichen der Breite des ihn tragenden Auslegerschusses entspricht.

Der zentrale Abspannträger ist dabei mehr als ein bloßer Hilfsrahmen wie er zum Aufrichten von V-förmig aufstellbaren Abspannstützen verwendet wird. Er bildet selbst einen maßgeblichen Teil des Abspannbocks. Seine Länge beträgt mehr als das Zweifache seiner Breite. Insbesondere entspricht seine Länge im wesentlichen der gesamten Höhe des Abspannbocks gemessen in der Wippebene des Auslegers. Er überträgt die Reaktionskräfte resultierend aus dem Aufspreizen der Abspannseile auf den Teleskopausleger.

Die Abspannseile können an den Kragarmen in verschiedener Weise befestigt sein. Nach einer bevorzugten Ausführung der Erfindung tragen die Kragarme Umlenkrollen, über die die Abspannseile geführt sind. Die Abspannseile können mittels Seilwinden gespannt werden. Die Seilwinden können hierbei an verschiedener Stelle angeordnet sein. Nach einer bevorzugten Ausführung der Erfindung können die Seilwinden am Anlenkschuss, insbesondere dessen Fußbereich angeordnet sein, so dass die Abspannseile vom Fußpunkt des Anlenkschusses über die Kragarme und die dortigen Umlenkrollen zum Kopf eines der Teleskopschüsse geführt sind. Es versteht sich jedoch, dass die Seilwinden auch am auskragenden Ende der Kragarme angeordnet sein könnten. Hierbei könnten die Umlenkrollen entfallen. Gegebenenfalls könnten die Winden auch am zentralen Abspannträger angeordnet sein In diesem Falle wären zusätzliche Umlenkrollen an den Kragarmen vorgesehen. Bei Anordnung der Seilwinden am Abspannbock würde die Abspannung zum Fußpunkt des Anlenkschusses des Teleskopauslegers vorzugsweise mittels teleskopierbarer Stangen erfolgen, die oben und unten ein Kugelgelenk aufweisen und hierdurch einerseits an den Kragarmen und andererseits im Bereich des Fußpunktes des Anlenkschusses befestigt sind.

Vorteilhafte Verhältnisse für die angeklappte Transportstellung können dadurch erreicht werden, dass die Kragarme eine Länge aufweisen, die kleiner oder gleich der Länge des zentralen Abspannträgers ist. Hierdurch stehen die Kragarme in der angeklappten Transportstellung nicht über den zentralen Abspannträger in Längsrichtung des Auslegers über.

Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines bevorzugten Ausführungsbeispiels und zugehöriger Zeichnungen näher erläutert. In den Zeichnungen zeigen:

1: eine schematische Gesamtansicht eines Fahrzeugkrans mit einer räumlichen Abspannung für den Teleskopausleger, die einen Abspannbock mit einem zentralen Abspannträger und zwei seitlich auskragenden Kragarmen aufweist,

2: einen Querschnitt durch den Teleskopausleger des Fahrzeugkrans aus 1, der den Abspannbock in seiner Abspannstellung zeigt,

3: eine ausschnittsweise Seitenansicht des Teleskopauslegers und dem daran befestigten Abspannbock in Abspannstellung, und

4: eine Seitenansicht des Teleskopauslegers in Transportstellung mit daran angeklapptem Abspannbock.

Wie 1 zeigt, umfasst der Fahrzeugkran einen als LKW ausgebildeten Unterwagen 1, der einen um eine aufrechte Drehachse drehbaren Oberwagen 2 trägt. An dem Oberwagen 2 ist um eine liegende Wippachse ein Teleskopausleger 3 wippbar angelenkt, der im wesentlichen aus einem Anlenkschuss 4 sowie zumindest einem daraus austeleskopierbaren Teleskopschuss 5 besteht.

Etwa im Bereich des Kragens 6 des Anlenkschusses 4 ist an diesem der räumliche Abspannbock 7 befestigt, der seitlich über den Teleskopausleger auskragt und die Abspannseile 8 der räumlichen Abspannung 9 aufspreizt, die in der gezeichneten Ausführungsform vom Fußbereich 10 des Anlenkschusses 4 des Teleskopauslegers 3 über den Abspannbock 7 zur Spitze des innersten Teleskopschusses 5 laufen.

Wie 2 zeigt, umfasst der Abspannbock 7 einen zentralen Abspannträger 11, der sich parallel zur Wippebene 12 des Teleskopauslegers 3 erstreckt und über diesem aufrichtbar ist. In der gezeichneten Ausführungsform besteht der Abspannträger 11 aus zwei parallelen Längsträgern 13, die in einem Abstand voneinander angeordnet sind, der etwa der Breite des Profils des Anlenkschusses 4 entspricht. An ihrem oberen Ende sind die Längsträger 13 durch eine Querverstrebung 14 starr miteinander verbunden, so dass der Abspannträger 11 einen stabilen Kopf 15 besitzt. An ihrem unteren Ende sind die Längsträger 13 um eine Querachse schwenkbar an der Oberseite des Anlenkschusses 4 angelenkt.

Im Bereich des Kopfes 15 sind an dem zentralen Abspannträger 11 zwei seitliche Kragarme 16 befestigt. Wie 2 zeigt, sind die Kragarme 16 dabei jeweils schwenkbar am äußeren Ende der Längsträger 13 angelenkt, wobei sich die Schwenkachsen 17 parallel zur Wippebene 12 erstrecken.

Die Kragarme 16 können über Hydraulikzylinder 18 in ihre Abspannstellung aufgeschwenkt werden, in der sie im wesentlichen senkrecht zur Längsachse des zentralen Abspannträgers 11 stehen. Durch Einfahren der Hydraulikzylinder 18, die mit einem Ende schwenkbar an einem der Längsträger 13 und mit ihrem anderen Ende schwenkbar an einem der Kragarme 16 angelenkt sind, können die Kragarme 16 an den Abspannträger 11 angeklappt werden, bis sie sich in der Transportstellung etwa parallel zu den Längsträgern 13 erstrecken, wie dies 4 zeigt.

Der zentrale Abspannträger 11 kann ebenfalls über einen Hydraulikzylinder 19 (vgl. 3) aufgerichtet werden, der einerseits am Anlenkschuss 4 und andererseits an dem Abspannträger 11 schwenkbar angelenkt ist.

Die Längen- und Breitenverhältnisse des Abspannbocks 7 können grundsätzlich verschieden gewählt werden. In der gezeichneten Ausführungsform besitzt der zentrale Abspannträger 11 eine Länge, die mehr als einem Viertel der Länge des Anlenkschusses 4 entspricht. Die Kragarme 16 besitzen eine Länge, die kleiner ist als die Länge des zentralen Abspannträgers 11, vorteilhafterweise jedoch mehr als ein Viertel, ggf. mehr als die Hälfte der Länge des zentralen Abspannträgers 11, betragen kann.

Wie 2 zeigt, sind am äußeren Ende der Kragarme 16 Umlenkrollen 20 angelenkt, über die die Abspannseile 8 geführt sind. In der gezeichneten Ausführung laufen die Abspannseile 8 jeweils auf eine Seilwinde 21 auf, die am Fußbereich des Anlenkschusses 4 angeordnet ist, ggf. jedoch auch in der beschriebenen Weise an anderer Stelle vorgesehen sein kann. Mittels der Seilwinde 21 kann das jeweilige Abspannseil 8 gespannt werden.


Anspruch[de]
  1. Fahrzeugkran mit einem Unterwagen (1) sowie einem darauf drehbar gelagerten Oberwagen (2), an dem ein Teleskopausleger (3) angeordnet ist, wobei für den Teleskopausleger (3) eine Abspannung (9) vorgesehen ist, die einen seitlich über den Teleskopausleger (3) auskragenden Abspannbock (7) sowie zwei mit dem Abspannbock (7) verbundene Abspannseile (8) zur Abspannung des Teleskopauslegers (3) aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass der Abspannbock (7) einen zentralen über den Teleskopausleger (3) aufrichtbaren Abspannträger (11) aufweist, der an seinem oberen Trägerabschnitt zwei seitlich auskragende Kragarme (16) trägt, die mit den Abspannseilen (8) verbindbar sind.
  2. Fahrzeugkran nach dem vorhergehenden Anspruch, wobei die Kragarme (16) schwenkbar an dem zentralen Abspannträger (11) gelagert sind derart, dass die Kragarme (16) zwischen der seitlich auskragenden Abspannstellung und einer an den Abspannträger (11) angeklappten Transportstellung schwenkbar sind.
  3. Fahrzeugkran nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei zumindest ein Kraftheber, insbesondere Hydraulikzylinder (18), zum Ausschwenken der Kragarme (16) vorgesehen ist, insbesondere einerseits an dem zentralen Abspannträger (11) und andererseits an einem der Kragarme angelenkt ist.
  4. Fahrzeugkran nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei zumindest ein Kraftheber, insbesondere Hydraulikzylinder (19) zum Aufrichten des zentralen Abspannträgers (11) vorgesehen, insbesondere einerseits an dem Teleskopausleger (3) und andererseits an dem Abspannträger (11) angelenkt ist.
  5. Fahrzeugkran nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der zentrale Abspannträger (11) zwei parallele Längsträger (13) aufweist, die zumindest am Kopf des zentralen Abspannträgers (11) durch eine Querverstrebung (14) starr miteinander verbunden sind.
  6. Fahrzeugkran nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der zentrale Abspannträger (11) eine Breite aufweist, die etwa der Breite des ihn tragenden Auslegerschusses (4) des Teleskopauslegers (3) entspricht.
  7. Fahrzeugkran nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Kragarme (16) Umlenkrollen (20) tragen, über die die Abspannseile (8) geführt sind, und die Abspannseile (8) mittels zumindest einer Seilwinde (21) spannbar sind.
  8. Fahrzeugkran nach dem vorhergehenden Anspruch, wobei die Seilwinde (21) am Teleskopausleger (3) angeordnet ist.
  9. Fahrzeugkran nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Kragarme (16) jeweils eine Länge aufweisen, die kleiner oder gleich der Länge des zentralen Abspannträgers (11) ist.
  10. Fahrzeugkran nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Kragarme (16) als Biegeträger ausgebildet sind.
Es folgen 4 Blatt Zeichnungen






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