Warning: fopen(111data/log202009282210.log): failed to open stream: No space left on device in /home/pde321/public_html/header.php on line 107

Warning: flock() expects parameter 1 to be resource, boolean given in /home/pde321/public_html/header.php on line 108

Warning: fclose() expects parameter 1 to be resource, boolean given in /home/pde321/public_html/header.php on line 113
Werkzeug zum Bearbeiten eines Rohrendes - Dokument DE202006007258U1
 
PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE202006007258U1 17.08.2006
Titel Werkzeug zum Bearbeiten eines Rohrendes
Anmelder Holler, Karl-Heinz, 61203 Reichelsheim, DE
Vertreter L. Haar und Kollegen, 61231 Bad Nauheim
DE-Aktenzeichen 202006007258
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 17.08.2006
Registration date 13.07.2006
Application date from patent application 04.05.2006
IPC-Hauptklasse B23B 5/16(2006.01)A, F, I, 20060504, B, H, DE
IPC-Nebenklasse B23C 3/12(2006.01)A, L, I, 20060504, B, H, DE   B21D 19/00(2006.01)A, L, I, 20060504, B, H, DE   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Werkzeug zum Bearbeiten des stirnseitigen Endes eines zylindrischen Rohres, welches drehend antreibbar ist und mehrere Schneiden aufweist.

Bei der Installation von Rohrleitungen für Heizungsanlagen, Wasserversorgungsanlagen, Kabelführungen oder dergleichen ist es regelmäßig erforderlich, einzelne Rohre durch Trennschnitte in ihrer Länge anzupassen. Hierbei entstehen sowohl an der Innen- als auch an der Außenkante der Rohrenden Grate, die entfernt werden müssen. Außerdem kann ein Glätten oder Begradigen der Stirnfläche erforderlich sein. Für solche Bearbeitungen ist ein Werkzeug der angegebenen Art geeignet und bestimmt.

Entgratungswerkzeuge, die gleichzeitig einen Grat an der Außenkante und der Innenkante des stirnseitigen Endes eines Rohres entfernen, sind beispielsweise aus DE 721467 C, DE 26 58 344 A1 und US 3,870,432 bekannt. Diesen bekannten Werkzeugen ist gemeinsam, daß die Schneiden zum Entgraten in einem an einer Stirnseite offenen, im übrigen aber geschlossenen zylindrischen Gehäuse untergebracht sind, in welches das zu entgratende Rohrende von außen eingesteckt wird. Dies hat den Nachteil, daß die beim Entgraten anfallenden Späne sich im Gehäuse sammeln und nur schwer daraus entfernt werden können. Besonders problematisch ist dies, wenn Rohre aus Verbundwerkstoffen, z.B. aus Metall und Kunststoff, entgratet werden sollen, da insbesondere die Kunststoffschicht der Rohre zur Bildung langfädiger Grate neigt, die aufgrund ihrer Größe und ihrer elektrostatischen Eigenschaften dazu neigen, in dem Gehäuse des Werkzeugs hängen zu bleiben. Die bekannten Werkzeuge sind außerdem sehr aufwendig gestaltet, damit sie an unterschiedliche Rohrdurchmesser angepaßt werden können.

Aus DE 198 00 029 A1 ist weiterhin ein Anfaswerkzeug für rohrförmige Werkstücke mit einer Anfasschneide bekannt, die einen solchen räumlichen Verlauf hat, daß das rohrförmige Werkstück mit einer Innenfase, einer Außenfase und einer Kreisringfläche versehen werden kann.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Werkzeug zum Bearbeiten des stirnseitigen Endes eines zylindrischen Rohres zu schaffen, welches einfach und kostengünstig herstellbar ist, eine lange Gebrauchsdauer hat und aus welchem die beim Bearbeiten anfallenden Späne gut abgeführt und bei Bedarf leicht entfernt werden können.

Nach der Erfindung umfaßt das Werkzeug einen um eine Drehachse drehend antreibbaren Schneidenkörper, mehrere sich von dem Schneidenkörper radial nach außen erstreckende Flügel, die in Umfangsrichtung einen Abstand voneinander haben und an ihren entgegengesetzten Stirnseiten mit Schneiden versehen sind, den Schneidenkörper axial durchdringende und die Flügel voneinander trennende Freiräume, eine zur Drehachse des Schneidenkörpers koaxiale, zylindrische Hülse, die den Schneidenkörper, die Flügel und die Freiräume umgibt und an den Flügeln gehalten ist, sowie einen Antriebszapfen, der koaxial zur Drehachse auf einer Seite des Schneidenkörpers angeordnet und lösbar mit dem Schneidenkörper verbunden ist.

Das erfindungsgemäße Werkzeug verzichtet auf verstellbare Schneiden zur Anpassung an unterschiedliche Rohrdurchmesser und ermöglicht dadurch eine sehr einfache und kostengünstige Gestaltung. Dem liegt die Überlegung zugrunde, daß in der Praxis vielfach Rohre gleichen Durchmessers in großer Zahl zu an ihren Stirnflächen bearbeiten sind, so daß die Vorteile, wie geringere Kosten und bessere Funktion, die mit einem für einen solchen Anwendungsfall ausgelegten starren Werkzeug erzielbar sind, deutlich überwiegen. So besteht das erfindungsgemäße Werkzeug aus wenigen, einfach zu fertigenden Teilen, die starr miteinander verbunden sind. Dies ermöglicht geringe Herstellkosten und eine zuverlässige Arbeitsweise. Das erfindungsgemäße Werkzeug ist unfallsicher. Durch die den Schneidenkörper und die Flügel umgebende Hülse sind die Schneiden nach außen abgeschirmt. Die Gefahr einer Verletzung beim Arbeiten mit dem rotierenden Werkzeug ist dadurch weitgehend vermieden.

Zwischen den einzelnen Flügeln, an denen die Schneiden ausgebildet sind, sind achsparallele Hohlräume vorhanden, durch die die beim Bearbeiten anfallenden Späne ungehindert austreten können. Selbst wenn Späne in den Hohlräumen hängen bleiben, so lassen sie sich daraus leicht entfernen, da die Hohlräume an beiden Enden offen sind und einen konstanten Querschnitt haben.

Die erfindungsgemäße Gestaltung des Werkzeugs hat weiterhin den Vorteil, daß an beiden Stirnseiten der Flügel Schneiden ausgebildet sein können, so daß für die Bearbeitung die doppelte Zahl von Schneiden zur Verfügung steht. So können in einer vorteilhaften Ausgestaltung des Werkzeugs die stirnseitigen Enden des Schneidenkörpers und der Flügel kongruent ausgebildet sein. Beide Seiten des Werkzeugs sind dann für den gleichen Rohrdurchmesser bestimmt und es ergibt sich eine Verdoppelung der Standzeit der Schneiden. In einer alternativen Ausführung können die stirnseitigen Enden des Schneidenkörpers und der Flügel aber auch unterschiedlich gestaltet sein, indem jedes Ende für einen anderen Rohrdurchmesser ausgelegt ist. In diesem Fall kann das gleiche Werkzeug für zwei unterschiedliche Rohrdurchmesser genutzt werden, wobei die Standzeit der Schneiden der eines einseitigen Werkzeugs entspricht.

Die Schneiden an den Stirnseiten der Flügel weisen jeweils ein Paar Anfasschneiden, die in einem Winkel zur Drehachse angeordnet sind, und eine Mittelschneide auf, welche die Anfasschneiden miteinander verbindet. Vorzugsweise ist die Mittelschneide konkav gekrümmt und geht stufenlos in die Anfasschneiden über. Es kann aber auch eine gerade Mittelschneide vorgesehen sein. Die Freifläche der Mittelschneide kann einen an diese angrenzenden ersten Abschnitt mit kleinem Freiwinkel haben, an den sich ein zweiter Abschnitt mit größerem Freiwinkel anschließt. Hierdurch kann der zur Bearbeitung erforderliche axiale Druck gegen das Werkstück vergrößert und einer zu groben Bearbeitung entgegengewirkt werden.

Eine Verbesserung der Standzeit des Werkzeugs kann erfindungsgemäß dadurch erreicht werden, daß die Schneiden des Schneidenkörpers aus Einsätzen aus Hartmetall oder Keramik bestehen, die auswechselbar an dem Schneidenkörper befestigt sind. In diesem Fall kann der Schneidenkörper aus einem kostengünstigen Stahl bestehen.

Das erfindungsgemäße Werkzeug kann weiterhin einen Führungszapfen haben, durch den das Werkzeug in der Bohrung des zu bearbeitenden Rohres geführt und zentriert wird. Dies trägt zur genaueren Bearbeitung und Unfallsi cherheit bei und ermöglicht die Verwendung auch in einer von Hand gehaltenen Bohrmaschine. Ist das Werkzeug als Wendewerkzeug für zwei unterschiedliche Rohrdurchmesser ausgelegt, so kann der jeweils nicht benötigte Führungszapfen zum Einspannen des Werkzeugs genutzt werden. Ist der Durchmesser eines Führungszapfens für übliche Spannfutter zu groß, so kann dieser mit einem zusätzlichen Antriebszapfen versehen sein.

Der Führungszapfen kann die Form eines polygonalen Prismas mit von der Zahl der Flügel abweichender Anzahl Prismenflächen haben, wobei die Kanten zwischen den Prismenflächen als auf einer gemeinsamen koaxialen Zylinderfläche liegende Führungsflächen ausgebildet sind. Diese Form begünstigt das Einführen des Führungszapfens in das Rohrende, wenn das Rohrende infolge das Ablängens unrund ist und ermöglicht das Aufweiten auf Nennmaß. Außerdem wirkt die von der Zahl der Flügel abweichende Anzahl der Führungsflächen der Entstehung von durch Resonanzschwingungen verursachten Rattermarken entgegen.

Nach einem weiteren Vorschlag der Erfindung kann zur Begrenzung der Bearbeitungstiefe an jeder Stirnseite des Schneidenkörpers wenigstens ein Begrenzungselement vorgesehen sein, an welches die Stirnfläche des Rohres anstößt, wenn die innere und äußere Rohrkante entgratet und leicht angefast sind und gegebenenfalls die Stirnfläche geglättet ist. Hierdurch wird sichergestellt, daß beim Bearbeiten nicht zu viel Rohrmaterial zerspant wird.

Als Begrenzungselement kann erfindungsgemäß in einer zur Drehachse parallelen Bohrung, die in der Freifläche einer Schneide mündet, ein Stift vorgesehen sein, dessen stirnseitiges Ende sich in einem geringen Abstand über der Freifläche befindet. In einer Weiterbildung dieser Ausführung können die Bohrung und der Stift in axialer Richtung durchgehend ausgeführt sein, wobei der Stift durch eine radiale Klemmschraube in der Bohrung fixiert ist.

Eine andere vorteilhafte Ausgestaltung kann als Begrenzungselement einen in einer radialen Bohrung, die einen Abschnitt der Freifläche einer Mittelschneide teilweise durchkreuzt, angeordneten Stift vorsehen. Bei dieser Ausführung erzeugt die Bohrung im Bereich der Freifläche eine Öffnung, aus der die Mantelfläche des Stiftes kuppenartig herausragt. Vorzugsweise hat der Stift einen exzentrischen Abschnitt, dessen Mantelfläche im Bereich der Freifläche liegt, wobei der Überstand der Mantelfläche über die Freifläche durch Drehen des Stiftes einstellbar ist. Hierdurch kann die Begrenzungswirkung justiert und der exzentrische Abschnitt zum Nachschleifen der Schneide in die Bohrung zurückgestellt werden.

Um die Teile des erfindungsgemäßen Werkzeugs auf einfache Weise miteinander verbinden zu können, kann der Schneidenkörper eine zentrale Gewindebohrung haben, in die von einer Seite der Führungszapfen und von der anderen Seite der Antriebszapfen jeweils mit einem mit Außengewinde versehenen Abschnitt eingeschraubt sind. Führungszapfen und Antriebszapfen lassen sich hierdurch leicht vom Schneidenkörper trennen, um diesen beispielsweise umdrehen oder nachschleifen zu können. Weiterhin hat diese Lösung den Vorteil, daß für den Schneidenkörper und die Zapfen unterschiedliche Werkstoffe verwendet werden können, was aus Funktions- und Kostengründen vorteilhaft ist. Der Führungszapfen und der Antriebszapfen können Zentrierabschnitte haben, die in entsprechende Zentrierbohrungen des Schneidenkörpers eingreifen. Hierdurch wird die Zentriergenauigkeit der Teile untereinander verbessert. Bei manchen Baugrößen des erfindungsgemäßen Werkzeugs kann es auch vorteilhaft sein, wenn der Antriebszapfen und der Führungszapfen ein einziges Bauteil bilden, welches sich durch die Gewindebohrung des Schneidenkörpers hindurch erstreckt und vorzugsweise mittels Linksgewinde mit der Gewindebohrung des Schneidenkörpers verschraubt ist.

Die Erfindung wird nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen näher erläutert, die in der Zeichnung dargestellt sind. Es zeigen

1 eine erste Ausführung eines erfindungsgemäßen Werkzeugs, teilweise geschnitten,

2 eine Stirnansicht des Werkzeugs gemäß 1 nach Entfernen des Führungszapfens,

3 eine zweite Ausführung eines erfindungsgemäßen Werkzeugs

4 das erfindungsgemäße Werkzeug gemäß 1 im Betrieb und

5 eine dritte Ausführung eines erfindungsgemäßen Werkzeugs.

Das in den 1 und 2 dargestellte Werkzeug 1 besteht aus einem Schneidenkörper 2, einer an diesem angeordneten Hülse 3, einem Führungszapfen 4 und einem Antriebszapfen 5. Der Schneidenkörper 2 hat eine zu seiner Drehachse koaxiale Gewindebohrung 6, die ihn vollständig durchdringt. An jedes Ende der Gewindebohrung 6 schließt sich eine zylindrische Zentrierbohrung 7 größeren Durchmessers an. Der Führungszapfen 4 und der Antriebszapfen 5 haben jeweils einen mit Außengewinde versehenen Gewindeabschnitt 8 bzw. 9 und einen sich daran anschließenden zylindrischen Zentrierabschnitt 10 bzw. 11. Die Gewindeabschnitte 8, 9 sind gleich und die Zentrierabschnitte 10, 11 haben gleichen Durchmesser. Der Führungszapfen 4 und der Antriebszapfen 5 können daher mit Hilfe ihrer Gewindeabschnitte 8 bzw. 9 und Zentrierabschnitte 10 bzw. 11 an jeder Stirnseite des Schneidenkörpers 2 in der Gewindebohrung 6 und der Zentrierbohrung 7 befestigt werden.

Der Schneidenkörper 2 weist an seiner Außenseite vier Flügel 12 auf, die sich radial nach außen erstrecken und in Umfangsrichtung in gleichmäßigem Abstand voneinander angeordnet sind. Zwischen den Flügeln 12 befinden sich Freiräume 13. Die radial äußeren Enden der Flügel 12 liegen auf einer gemeinsamen, zur Drehachse des Schneidenkörpers 2 koaxialen Zylinderfläche, deren Durchmesser gleich dem Durchmesser der Innenfläche 14 der Hülse 3 ist. Die Hülse 3 wird daher von den Flügeln 12 koaxial zur Drehachse gehalten. Zur lagesicheren Befestigung der Hülse 3 dient eine Senkschraube 15, die in eine radiale Gewindebohrung in einem Flügel 12 eingeschraubt ist. Anstelle der Befestigung mit Hilfe einer Senkschraube kann die Hülse 3 auch durch Aufpressen oder Aufschrumpfen auf den Umfangsflächen der Flügel 12 gehalten sein.

Die Flügel 12 weisen an ihren entgegengesetzten Stirnseiten jeweils ein Paar Anfasschneiden 16, 17 auf, die in einem Winkel zur Drehachse angeordnet und durch eine Mittelschneide 24 miteinander verbunden sind. Die Mittelschneide ist konkav gekrümmt. Die Anfasschneiden 16 dienen zur Bearbeitung der Innenkante und die Anfasschneiden 17 dienen zur Bearbeitung der Außenkante der stirnseitigen Endfläche eines Rohres. Die Anfasschneiden 16, 17 sind so zueinander angeordnet, daß der Schnittpunkt der die Anfasschneiden verlängernden Geraden einen Abstand von der Drehachse hat, der dem Mittelwert zwischen dem inneren und äußeren Radius des zu bearbeitenden Rohres entspricht. Die einander zugekehrten Enden der Anfasschneiden 16, 17 sind durch die kreisbogenförmige Mittelschneide miteinander verbunden, deren Radius kleiner ist als die halbe Wandstärke des zu bearbeitenden Rohres.

Zur Begrenzung der Bearbeitungstiefe sind an zwei gegenüberliegenden Flügeln 12 als Begrenzungselemente dienende zylindrische Stifte 18 vorgesehen. Die Stifte 18 sind in radialen Bohrungen angeordnet, deren Bohrungswand jeweils einen konkaven Abschnitt der Freifläche 19 der Mittelschneide 24 durchkreuzt. Hierdurch ragen die Stifte 18 mit einem Teil ihres Mantels aus der Freifläche 19 heraus, wobei der Überstand so große bemessen ist, daß die Stirnfläche des bearbeiteten Rohres an den Stiften 18 anschlägt, wenn die Bearbeitung der inneren und äußeren Kante das gewünschte Maß erreicht hat. Durch den Kontakt mit den Stiften kann dann das Rohr nicht weiter in Richtung der Schneiden relativ zum Werkzeug bewegt werden, so daß auch der Bearbeitungsvorgang nicht über das gewünschte Maß hinaus fortgesetzt werden kann. Durch die Hülse 3 sind die Stifte 18 in ihren Aufnahmebohrungen gehalten.

Der Führungszapfen 4 hat einen Führungsabschnitt 20 mit Führungsflächen 21, die auf einer gemeinsamen koaxialen Zylinderfläche liegen, wobei der Durchmesser dieser Zylinderfläche um das erforderliche Bewegungsspiel kleiner ist als der Innendurchmesser des zu bearbeitenden Rohres. Die Führungsflächen 21, insgesamt sechs an der Zahl, sind durch ebene, achsparallele Prismenflächen 22 voneinander getrennt. An den stirnseitigen Enden weist der Führungsabschnitt konische Übergangsflächen 23 auf.

Der Antriebszapfen 5 ist an seinem dem Gewindeabschnitt 9 entgegengesetzten Ende mit einem sechskantigen Spannabschnitt 25 versehen, der zum Einspannen des Werkzeugs in einem Spannfutter, beispielsweise dem Spannfutter einer Bohrmaschine, bestimmt ist.

Das in 3 gezeigte Werkzeug 30 stimmt bis auf die nachfolgend beschriebenen Unterschiede mit dem zuvor beschriebenen Werkzeug 1 überein. Es werden daher für die übereinstimmenden Merkmale die gleichen Bezugszeichen verwendet. Bei dem Werkzeug 30 ist zur Begrenzung der Bearbeitungstiefe ein Stift 31 in einer achsparallelen Bohrung eines oder mehrerer Flügel 12 vorgesehen. Die Mittelachse des Stiftes 31 hat etwa den gleichen Abstand von der Drehachse wie der Schnittpunkt der Verlängerungsgraden der Anfasschneiden 16, 17 eines Schneidenpaares. Die Enden des Stifts 31 befinden sich jeweils im Bereich der Freifläche 19 und stehen aus dieser um das gewünschte Maß hervor. In axialer Richtung ist der Stift 31 durch eine Madenschraube 32 gesichert, die in eine Ausnehmung im Stift 31 eingreift. Alternativ hierzu kann der Stift 31 mit einem Außengewinde versehen in einer Gewindebohrung angeordnet sein. Dies bietet dann eine einfache Möglichkeit zur axialen Einstellung des Stiftes.

Der Führungszapfen 4 ist bei dem Werkzeug 30 im Bereich der Führungsflächen 21 mit Aussparungen 33 versehen, welche die Führungsflächen 21 unterbrechen und zur Verringerung der Reibung des Führungszapfens in der Bohrung des zu bearbeitenden Rohres dienen.

4 zeigt das Werkzeug 1 in Anordnung an den Enden eines zu bearbeitenden Rohres 35. Der Führungszapfen 4 greift in die Bohrung 36 des Rohres 35 ein und sorgt mit seines Führungsflächen 21 für eine Zentrierung des Rohres 35 gegenüber dem Werkzeug 1. Das Werkzeug 1 wird durch einen mit dem Antriebszapfen 5 verbundenen Antriebsmotor in Pfeilrichtung gedreht, während das Ende des Rohres zunächst gegen die Anfasschneiden 16, 17 gedrückt wird. Die Anfasschneiden 16, 17 greifen hierdurch an der inneren und äußeren Kante des stirnseitigen Endes des Rohres 35 an, wobei sie einen dort vorhandenen Grat abtragen und die Kanten mit einer Fase versehen. Gegen Ende des Bearbeitungsvorgangs kommt die stirnseitige Endfläche mit der Mittelschneide 24 und nach Glättung durch diese mit den Stiften 18 in Kontakt, so daß die Bearbeitung nur mit erhöhtem Anpreßdruck fortgesetzt werden kann, wenn die Bedienungsperson den Bearbeitungsvorgang nicht rechtzeitig beendet. Die bei der Bearbeitung anfallenden Späne können durch die Freiräume 13 zwischen den Flügeln 12 gut entweichen und auch nach der Bearbeitung leicht aus den Freiräumen 13 entfernt werden.

Bei den dargestellten Werkzeugen 1, 30 hat der Schneidenkörper kongruente Stirnseiten. Beide Stirnseiten sind daher für den gleichen Bearbeitungsvorgang bestimmt und geeignet, so daß nach Abstumpfung der dem Führungszapfen 4 zugekehrten Schneiden durch Umdrehen des Schneidenkörpers das Werkzeug noch einmal so lange wie bisher verwendet werden kann. Zum Umdrehen des Schneidenkörpers ist es lediglich erforderlich, den Führungszapfen 4 und den Antriebszapfen 5 zu lösen und gegeneinander vertauscht wieder an dem Schneidenkörper zu befestigen. Anstelle einer Ausführung der Stirnseiten kann das Werkzeug auch so gestaltet sein, daß beide Stirnseiten des Schneidenkörpers zur Bearbeitung von Rohren unterschiedlichen Durchmessers ausgelegt sind. Bei einer solchen Auslegung ist es zweckmäßig, Antriebszapfen und Führungszapfen so zu gestalten, daß sie beide Funktionen gleichzeitig erfüllen können.

Sind alle Schneiden des Werkzeugs stumpf, so kann der Schneidenkörper nachgeschliffen werden. Hierzu werden die Hülse 3, der Führungszapfen 4, der Antriebszapfen 5 und die Stifte 18 bzw. der Stift 31 entfernt. Nach dem Nachschleifen müssen dann an die neue Lage der Schneiden angepaßte Stifte 18 bzw. 31 eingesetzt werden.

5 zeigt ein Ausführungsbeispiel eines Werkzeugs 37, bei welchem der Schneidenkörper 2 an den Flügeln 12 mit einem einheitlichen Außengewinde versehene Abschnitte 38 einer zylindrischen Mantelfläche hat. Die zylindrische Hülse 39 weist einen mit einem Innengewinde versehenen Gewindeabschnitt 40 auf, der auf das Außengewinde der Abschnitte 38 des Schneidenkörpers 2 aufgeschraubt ist. An den Gewindeabschnitt 40 schließt sich ein gewindeloser Abschnitt 41 an, der zur Führung des Werkstücks dient. Innen- und Außengewinde sind vorzugsweise als rechtsgängiges Feingewinde ausgebildet, um ein Festziehen von Hand zu ermöglichen. Bei Rechtsdrehung des Werkzeugs im Arbeitseinsatz ist ein auf die Hülse 39 einwirkendes Drehmoment bestrebt, den gewindelosen Abschnitt 41 gegen das Außengewinde zu drehen und wirkt damit selbsttätigem Lösen der Hülse 39 entgegen. Zusätzlich kann die Hülse 39 noch durch eine Schraube 42 gesichert sein.

Neben dem beschriebenen Ausführungsbeispielen sind zahlreiche Abwandlungen des erfindungsgemäßen Werkzeugs möglich. So können beispielsweise der Führungszapfen und der Antriebszapfen als einteiliges Bauteil ausgeführt sein, welches von einer Seite in die Gewindebohrung des Schneidenkörpers eingeschraubt ist, wobei für Rechtslauf des Werkzeugs ein Linksgewinde zum betriebssicheren Befestigen des Schneidenkörpers auf dem Zapfenbauteil zweckmäßig ist. Anstelle einer Gewindeverbindung zwischen Schneidenkörper, Antriebs- und Führungszapfen können auch alle üblichen Welle-Nabe-Verbindungen verwendet werden. Weiterhin kann die Zahl der Flügel kleiner oder größer sein. Auch kann der Abstand der Flügel geringfügig unregelmäßig sein, um der Entstehung von Rattermarken entgegenzuwirken.

Die Herstellung des erfindungsgemäßen Schneidenkörpers erfolgt vorzugsweise aus einem hochfesten Werkzeugstahl, wobei die Schneiden gehärtet werden. Die anderen Bauteile des Werkzeugs können aus kostengünstigeren Stählen gefertigt werden. Für die Hülse kommt auch Kunststoff als Material in Betracht.


Anspruch[de]
  1. Werkzeug zum Bearbeiten des stirnseitigen Endes eines zylindrischen Rohres, welches drehend antreibbar ist und mehrere Schneiden aufweist, umfassend einen um eine Drehachse drehend antreibbaren Schneidenkörper (2), mehrere sich von dem Schneidenkörper (2) radial nach außen erstreckende Flügel (12), die in Umfangsrichtung einen Abstand voneinander haben und an ihren entgegengesetzten Stirnseiten mit Schneiden (16, 17) versehen sind, den Schneidenkörper (2) axial durchdringende und die Flügel (12) voneinander trennende Freiräume (13), eine zur Drehachse des Schneidenkörpers (2) koaxiale, zylindrische Hülse (3), die den Schneidenkörper (2), die Flügel (12) und die Freiräume (12) umgibt und an den Flügeln (12) gehalten ist, sowie einen Antriebszapfen (5), der koaxial zur Drehachse auf einer Seite des Schneidenkörpers (2) angeordnet und lösbar mit dem Schneidenkörper (2) verbunden ist.
  2. Werkzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß ein Führungszapfen (4) koaxial zur Drehachse auf der dem Antriebszapfen (5) entgegengesetzten Seite des Schneidenkörpers (2) angeordnet und lösbar mit dem Schneidenkörper (2) verbunden ist.
  3. Werkzeug nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die stirnseitigen Enden des Schneidenkörpers (2) und der Flügel (12) kongruent ausgebildet.
  4. Werkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die stirnseitigen Enden der Flügel (12) derart unterschiedlich gestaltet sind, daß jedes Ende für einen anderen Rohrdurchmesser ausgelegt ist.
  5. Werkzeug nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Führungszapfen mit einem zusätzlichen Antriebszapfen versehen ist.
  6. Werkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Führungszapfen (4) ein polygonales Prisma mit von der Zahl der Flügel (12) abweichender Anzahl Prismenflächen (22) hat, wobei die Kanten zwischen den Prismenflächen (22) als auf einer gemeinsamen koaxialen Zylinderfläche liegende Führungsflächen (21) ausgebildet sind.
  7. Werkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Flügel (12) an ihren Stirnseiten jeweils ein Paar Anfasschneiden (16, 17), die in einem Winkel zur Drehachse angeordnet sind, und eine Mittelschneide (24) aufweisen, welche die Anfasschneiden (16, 17) miteinander verbindet.
  8. Werkzeug nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Freifläche (19) der Mittelschneide (24) einen an diese angrenzenden ersten Abschnitt mit kleinem Freiwinkel hat, an den sich ein zweiter Abschnitt mit größerem Freiwinkel anschließt.
  9. Werkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß zur Begrenzung der Bearbeitungstiefe an jeder Stirnseite des Schneidenkörpers (2) wenigstens ein Begrenzungselement vorgesehen ist, an welches die Stirnfläche des Rohres anstößt.
  10. Werkzeug nach dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, daß in einer zur Drehachse parallelen Bohrung, die in der Freifläche (19) einer Schneide (16, 17, 24) mündet, ein Stift (18) als Begrenzungselement vorgesehen ist, dessen stirnseitiges Ende sich in einem geringen Abstand über der Freifläche (19) befindet.
  11. Werkzeug nach dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, daß die Bohrung und der Stift (18) in axialer Richtung durchgehend ausgeführt sind, wobei der Stift (18) durch eine radiale Klemmschraube (32) in der Bohrung fixiert ist.
  12. Werkzeug nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß in einer radialen Bohrung, die einen konkaven Abschnitt der Freifläche (19) einer Schneide (16, 17, 24) teilweise durchkreuzt, ein Stift (18) als Begrenzungselement angeordnet ist, dessen Mantelfläche aus der Freifläche (19) kuppenartig herausragt.
  13. Werkzeug nach dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, daß der Stift einen exzentrischen Abschnitt hat, dessen Mantelfläche im Bereich der Freifläche liegt, und daß der Überstand der Mantelfläche über die Freifläche durch Drehen des Stiftes einstellbar ist.
  14. Werkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Schneidenkörper (2) eine zentrale Gewindebohrung (6) hat, in die von einer Seite der Führungszapfen (4) und von der anderen Seite der Antriebszapfen (5) jeweils mit einem mit Außengewinde versehenen Gewindeabschnitt (8 bzw. 9) eingeschraubt sind.
  15. Werkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Führungszapfen (4) und der Antriebszapfen (5) Zentrierabschnitte (10 bzw. 11) haben, die in entsprechende Zentrierbohrungen (7) des Schneidenkörpers (2) eingreifen.
  16. Werkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Antriebszapfen (5) und der Führungszapfen (4) ein einziges Bauteil bilden, welches sich durch die Gewindebohrung (6) des Schneidenkörpers (2) hindurch erstreckt und mittels Linksgewinde mit der Gewindebohrung (6) verschraubt ist.
  17. Werkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Schneidenkörper (2) an den Flügeln (12) mit einem einheitlichen Außengewinde versehene Abschnitte (38) einer zylindrischen Mantelfläche und die zylindrische Hülse (3) einen mit einem Innengewinde versehenen Gewindeabschnitt hat, der auf das Außengewinde des Schneidenkörpers (2) aufgeschraubt ist.
  18. Werkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Schneiden des Schneidenkörpers aus Einsätzen aus Hartmetall oder Keramik bestehen, die auswechselbar an dem Schneidenkörper befestigt sind.
Es folgen 4 Blatt Zeichnungen






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

  Patente PDF

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com