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Dokumentenidentifikation DE60303955T2 17.08.2006
EP-Veröffentlichungsnummer 0001539563
Titel KIPPFAHRZEUG
Anmelder Brinks Westmaas B.V., Dordrecht, NL
Erfinder VAN DEN BRINK, Ralph, Christopher, NL-3297 AA Puttershoek, NL;
KROONEN, Marinus, Hendrik, NL-3333 CL Zwijndrecht, NL
Vertreter HOFFMANN & EITLE, 81925 München
DE-Aktenzeichen 60303955
Vertragsstaaten AT, BE, BG, CH, CY, CZ, DE, DK, EE, ES, FI, FR, GB, GR, HU, IE, IT, LI, LU, MC, NL, PT, RO, SE, SI, SK, TR
Sprache des Dokument EN
EP-Anmeldetag 31.07.2003
EP-Aktenzeichen 037715018
WO-Anmeldetag 31.07.2003
PCT-Aktenzeichen PCT/NL03/00551
WO-Veröffentlichungsnummer 2004011324
WO-Veröffentlichungsdatum 05.02.2004
EP-Offenlegungsdatum 15.06.2005
EP date of grant 08.03.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 17.08.2006
IPC-Hauptklasse B62K 5/04(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, EP
IPC-Nebenklasse B62J 25/00(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, EP   

Beschreibung[de]

Die Anmeldung bezieht sich auf ein mit mindestens drei Rädern versehenes Fahrzeug, mit einem ersten Rahmenteil, der mit mindestens zwei Fußstützpositionen versehen ist, und einem zweiten Rahmenteil, der mit dem ersten Rahmenteil auf solche Weise verbunden ist, dass er um eine sich. in Längsrichtung erstreckende Kippachse schwenken kann, wobei der zweite Rahmenteil ein Steuerelement und einen Fahrersitz umfasst.

Solche Kippfahrzeuge sind aus der US-A-4,088,199 und US-A-4,325,565 bekannt. Diese Veröffentlichungen beschreiben ein dreirädriges Kippfahrzeug, wobei der Fahrer, wenn er eine Kurve fährt, den Fahrersitz und die Lenkung in Bezug auf die Vorderräder kippen kann, indem er mit seinen Beinen eine Kraft auf ein Fußbrett ausübt.

Wenn langsam gefahren wird, oder wenn äußere Einflüsse vorhanden sind, wie z.B. Seitenwind, steuert der Fahrer die Neigung mithilfe seiner Beine und kann den Fahrersitz mit seinen Füßen auf den Fußbrettern stabilisieren, wie wenn er seinen Fuß auf dem Boden abstützen würde. Die bekannten Kippfahrzeuge haben den Nachteil, dass in einigen Fällen, wie z.B. wenn scharfe Kurven gefahren werden, der Fahrer mit seinen Füßen keine ausreichende Kraft leisten kann, um das Fahrzeug unter Kontrolle zu halten. Wenn des weiteren der Fahrer auf kurvigen Straßen fährt oder wenn länger andauernde Störungen auftreten, wie z.B. ein konstanter Seitenwind, tritt der Nachteil auf, dass der Fahrer ermüdet.

Es ist daher eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Kippfahrzeug der oben genannten Art bereitzustellen, bei dem ein stabiles, sicheres und komfortables Fahren erzielt wird.

Es ist eine weitere Aufgabe der vorliegenden Erfindung ein Kippfahrzeug bereitzustellen, wobei bei Vorhandensein von kurvigen Straßenabschnitten eine ausreichende Kippleistung geliefert werden kann und wobei Ermüdungssymptome beim Fahrer minimiert werden.

Zu diesem Zweck ist ein Kippfahrzeug entsprechend der vorliegenden Erfindung dadurch gekennzeichnet, dass ein Kippelement mit dem ersten Rahmenteil und dem zweiten Rahmenteil verbunden ist, um auf Grundlage eines Steuersignals eine Kippkraft auf den zweiten Rahmenteil auszuüben, wobei ein Sensor mit dem ersten Rahmenteil zum Zwecke des Messens einer von einem Fahrer auf einen ersten Rahmenteil ausgeübten Kraft oder Moment verbunden ist und/oder eine Position des Fahrers relativ zum Trittbrett zu bestimmen, welcher Sensor andererseits mit dem Kippelement verbunden ist, und dem Kippelement das Steuersignal zuführt.

Mithilfe des Kippelements, wie z.B. eines hydraulischen Zylinders, wird die vom Fahrer zwischen dem kippenden und nicht kippenden Teil ausgeübte Kraft verstärkt, sodass das Kippen mit wenig Aufwand stattfinden kann. Das bedeutet, dass eine größere Neigung bei scharfen Kurven erhalten werden kann, sodass der Fahrer eine bessere Kontrolle über das Fahrzeug erhält. Des weiteren wird das Fahren mit einem konstanten Seitenwind oder wenn andere Störungen auftreten, wie z.B. das Fahren auf einer seitlich geneigten Straßenoberfläche, nicht zu Ermüdungssymptomen beim Fahrer führen.

Die Fußstützpositionen können im Vergleich mit dem ersten, nicht kippenden Rahmenteil feste Fußstützen mit einer ausreichend großen Oberfläche umfassen, um als Trittbretter zu wirken. Ein einzelnes Trittbrett um den ersten Rahmenteil oder eine U-förmige Stützklammer um den ersten Rahmenteil können auch unverrückbar mit dem letzteren verbunden werden. Aufgrund der relativ großen Oberfläche der Fußstützpositionen auf dem ersten Rahmenteil kann der Fahrer, wenn notwendig und/oder erwünscht, seine Füße schnell in eine stabile Position bewegen, in welcher der Fahrer das Gefühl hat, als ob er seinen Fuß zum Stützen auf die Straßenoberfläche stellt. Der Begriff „erster Rahmenteil", wie hier verwendet, bezeichnet eine Anordnung von Rad (Rädern), Stäben, Rohren und Fußstützen, die auf solche Weise mittels mechanischer, hydraulischer und/oder elektromagnetischer Mittel verbunden sind, dass sie als einen Einheit funktionieren. Der Begriff „Längsrichtung" bezeichnet hier eine Richtung, die durch Punkte auf der vorderen bzw. hinteren Seite des Fahrzeugs definiert sind. Eine in der Längsrichtung verlaufende Kippachse kann eine vertikale Komponente aufweisen, wie z.B. eine Kippachse, die einen Winkel von z.B. 45° mit der Horizontalen bildet.

Des weiteren kann es ein Nachteil für den Fahrer sein, dass während dem Fahren mit dem Fahrzeug entsprechend der Erfindung als Motorrad, ohne eine nennenswerte Kraft zum Kippen ausüben zu müssen, seine Füße sich stets zusammen mit dem Kippen beugen müssen, ohne eine Kraft leisten zu müssen. Dies kann während normalen Fahrens unbequem sein. Um dieses Problem zu lösen, ist eine Ausführungsform eines Kippfahrzeugs entsprechend der Erfindung dadurch gekennzeichnet, dass der zweite Rahmenteil zwei Fußstützpositionen umfasst. Dies macht es dem Fahrer möglich, seine Füße an verschiedenen Stellen abzustützen, und der Fahrer kann, wenn er bequem fährt, seine Füße auf den beiden Seiten des Kippteils platzieren, sodass sich sein gesamter Körper zusammen mit der Neigung bewegt. Nur wenn der Fahrer anhält oder spezielle Aktionen durchführt, stellt er seinen Fuß wieder auf die Fußstützpositionen, wie z.B. auf das/die Trittbrett(er). Dies stellt sicher, dass wenn die Füße auf die vorderen Fußstützen gestellt werden, das was die Füße tun sehr ähnlich dem ist, was sie auf einem gewöhnlichen Fahrrad, Moped oder Motorrad tun, während wenn die Füße auf das/die Trittbrett(er) gestellt werden, eine stabile Position erreicht wird, wie wenn die Füße auf der Straßenoberfläche abgestützt wären.

Es wird unterstrichen, dass ein Kippfahrzeug mit einem ersten Paar von Fußstützen auf dem nicht kippenden Teil und einem zweiten Satz von Fußstützen auf dem kippenden Teil an sich aus der JP-A-59227576 bekannt ist. Jedoch hat das bekannte Fahrzeug den Nachteil, dass keine zusätzliche Kraftunterstützung vorhanden ist, sodass das Kippen vom Fahrer mittels der an dem festen Rahmenteil befestigten Fußstützen durchgeführt werden muss. In diesem Fall haben diese Fußstützen nicht die Form von Trittbrettern, sodass der Fahrer leicht von ihnen abrutschen kann, was zu unsicheren Situationen führen kann. Des weiteren wird der Fahrer eher die Neigung haben, seine Füße von der mit dem kippenden Rahmenteil verbundenen Fußstütze zu entfernen, um seinen Fuß auf den Boden zu stellen, anstatt auf die engen festen Fußstützen.

In einer Ausführungsform des Fahrzeugs entsprechend der Erfindung übt das Kippelement eine Kraft auf den zweiten Rahmenteil aus, die einer von den äußeren Umständen auf den zweiten Rahmenteil ausgeübten Kraft in ihrer Richtung entgegengesetzt ist. Eine aktive und eine passive Variante können hier unterschieden werden.

In einer passiven Variante übt das Kippelement unter Einfluss des vom Sensor erzeugten Steuersignals eine Kraft auf den zweiten Rahmenteil aus, der in der entgegengesetzten Richtung zur von den externen Faktoren auf das Fahrzeug ausgeübten Kippkraft gerichtet ist und kleiner als diese ist. Diese „externen Kräfte" können eine von einer Kurve verursachte zentrifugale Kraft, die auf einen gekippten zweiten Rahmenteil wirkende Schwerkraft, Seitenwind, Impulsveränderungen während eines seitlichen Versatzes und/oder Bewegungen des Fahrers oder des Beifahrers sein. Das Kippelement in der passiven Ausführungsform liefert eine Gegenkraft, die kleiner oder gleich der externen Kraft ist, sodass der zweite Rahmenteil gebremst oder gedämpft wird, und verursacht keine Kippbewegung gegen die externe Kippkraft, sodass von der Kippvorrichtung Energie/Leistung vom Kippteil abgeführt wird. Das passive System hat ein sehr einfaches Design, ist robust und relativ billig.

In einer aktiven Variante ist die Kraft des Kippelements größer als die von den externen Faktoren erzeugte Kippkraft, sodass ein aktives Kippen als Ergebnis des dem Kippelement zugeführten Steuersignals erhalten wird.

In einer weiteren Ausführungsform übt das Kippelement eine Kraft auf den zweiten Rahmenteil aus, die zu einer ersten Seite des Fahrzeugs gerichtet ist, welche erste Seite der Seite des Fahrzeugs gegenüberliegt, an der sich die Fußstützposition des ersten Rahmenteils befindet, auf welchen vom Fahrer eine Druckkraft ausgeübt wird.

Wenn der Fahrer während des Durchführens einer Rechtskurve eine Kraft auf z.B. die linke Fußstützposition ausübt, wird das Kippelement eine Kraft nach rechts auf den zweiten Rahmenteil ausüben. In einer Variante einer Ausführungsform, die asymmetrisch funktioniert, erzeugt das Kippelement wenig oder keine Kraft in der entgegengesetzten Richtung, in diesem Fall nach links, sodass das Schwenken des zweiten Rahmenteils nach links ungehindert fortschreiten kann.

In dem Fall des Kippfahrzeugs bleiben die Räder des ersten Rahmenteils, der zwei oder mehr Räder umfassen kann – deren Ebene an sich sich in einer weiteren Variante einer Ausführungsform neigen könnte –, in einer relativ festen Position in Bezug auf die Straßenoberfläche. Auf diese Weise kennt der Fahrer die Position des zweiten kippenden Rahmenteils in Bezug auf den ersten Rahmenteil und dementsprechend in Bezug auf die Fahrbahn. Der erste Rahmenteil umfasst einen Teil mit einer im wesentlichen konstanten Position in Bezug auf die Straßenoberfläche, wie z.B. die Fußstützpositionen auf dem ersten Rahmenteil. Diese Fußstützpositionen können an einem virtuell festgelegten Abstand der Räder des Fahrzeugs von einer Straßenoberfläche platziert sein, wobei der Abstand als Ergebnis der Aufhängung und der Stoßdämpfer leicht variieren kann sowie aufgrund der Tatsache, dass einige Sensoren, insbesondere auf einer Federkraft basierende mechanische Sensoren, eine leichte Bewegung benötigen, um ihre Funktion zu ermöglichen.

Wie in diesem Fall verwendet, kann ein Kippelement einen hydraulischen, pneumatischen, elektromagnetischen oder irgend einen anderen geeigneten Antrieb umfassen. Der Sensor kann ein elektrischer, mechanischer, hydraulischer oder pneumatischer Typ sein, oder kann eine Kombination von diesen sein.

In einer weiteren Ausführungsform des Fahrzeugs entsprechend der Erfindung ist jedes Trittbrett mit einer relativ schmalen, erhöhten Kante versehen, auf welcher ein Fahrer seinen Fuß in der lateralen Richtung abstützen kann. Die Kante macht es dem Fahrer möglich, unter jedem Kippwinkel fest gegen das Trittbrett zu drücken, ohne dass sein Fuß wegrutscht. Dies ermöglicht es dem Fahrer, ein gutes Gefühl der gekippten Position und gleichzeitig der Position des nicht gekippten Teils zu erhalten. Die Kante kann abgerundet sein, sodass die Sohlen des Fußes des Fahrers leicht entlang der engen Kante abrollen können und die Fußgelenke nicht gebeugt werden müssen. Die Kraftunterstützung zwischen den beiden Fahrzeugteilen entsprechend der vorliegenden Erfindung muss nicht durchgehend funktionieren, sondern kann entsprechend einer Ausführungsform nur zu jenen Zeiten arbeiten, wenn sie benötigt wird. In einer Ausführungsform liefert das Kippelement eine Kippkraft zwischen den beiden Teilen, die in der entgegengesetzten Richtung zu einer von einem Fahrer verursachten Neigung gerichtet ist. Dies erzeugt ein eingebautes Sicherheitsmerkmal, das sicherstellt, dass wenn radikale Lenkbewegungen auftreten oder der Kippteil losgelassen wird, wenn das Fahrzeug stationär ist, z.B. wenn der Fahrer absteigt, der Kippteil keine unerwünscht große Kippbewegung erfährt, wie z.B. jene dass er auf die Straßenoberfläche umfällt. In einer Ausführungsform blockiert das Steuersignal das Kippelement, wenn eine vorbestimmte Kippposition erreicht ist. In einem solchen Fall muss ein Freilauf vorhanden sein, um es dem Fahrer zu ermöglichen, durch seine eigene Anstrengung den Kippteil wieder aufrecht zu stellen.

Die Fußstützpositionen oder Trittbretter auf dem ersten Rahmenteil in einer Variante einer Ausführungsform können fußbetätigt sein, um ein Signal zu geben, das über den Sensor dem Kippelement zugeführt wird. Wenn eine Rechtskurve gefahren wird, bewirkt das Herabdrücken des linken Pedals eine Kraft des Kippelements nach rechts und umgekehrt. Zu diesem Zweck können die Fußstützpositionen einen kraftunterstützten und einen nicht kraftunterstützten Teil umfassen. Die Fußstützpositionen des ersten Rahmenteils liegen bevorzugt weiter von einer Achse des Fahrzeugs entfernt als die Fußstützpositionen des zweiten Rahmenteils. Wenn der Fahrer seine Beine von der „engen Position" der Fußstützpositionen auf dem zweiten Rahmenteil zur „weiten Position" der Fußstützpositionen auf dem ersten Rahmenteil bewegt, wird automatisch eine stabile, aufgespreizte Position der Beine angenommen.

Eine weitere Ausführungsform eines Kippfahrzeugs weist einen Blockiermechanismus zum Verriegeln des Rahmenteils in einer gekippten Position oder einer aufrechten Position, zum Verriegeln des zweiten Rahmenteils in einer gekippten Position oder einer aufrechten Position im Fall eines stationären Fahrzeugs und einen Wegfahrblockiermechanismus auf, wobei das Fahrzeug nicht weggefahren werden kann, wenn der Blockiermechanismus den zweiten Rahmenteil in einer Position blockiert, die von der aufrechten Position verschieden ist.

Wenn das Fahrzeug stationär ist, muss der Fahrer den Kippteil verriegeln, um den Teil am unerwünschten Kippen zu hindern. Wenn jedoch das Fahrzeug weggefahren werden soll, muss die Verriegelung wieder entfernt werden, um ein sicheres Fahren zu erhalten. Der Wegfahrblockiermechanismus verhindert ein blockiertes Kippfahrzeug daran, weggefahren zu werden. Der Wegfahrblockiermechanismus ist als Bremsvorrichtung konzipiert, sodass, wenn die Rahmenteile verriegelt sind, automatisch eine Handbremse angewendet wird. Dies stellt sicher, dass wenn der Fahrer das Fahrzeug parkt, er nicht vergisst, die Handbremse zu ziehen.

Eine Anzahl von Ausführungsformen eines Fahrzeugs entsprechend der vorliegenden Erfindung werden alle im Wege eines Beispiels in größerem Detail unter Bezug auf die beigefügten Zeichnungen beschrieben. In den Zeichnungen:

1 bis 15 zeigen ein Kippfahrzeug entsprechend der Erfindung mit zwei Vorderrädern in verschiedenen gekippten Positionen;

16 bis 29 zeigen ein Kippfahrzeug entsprechend der Erfindung mit zwei Hinterrädern; und

30 zeigt ein hydraulisches Diagramm des Kippelements und eines Druckregelventils zum Aufbau eines begrenzten Gegenkipp-Drucks.

Die Figuren zeigen ein Fahrzeug 1 mit einem ersten Rahmenteil 2 und einem zweiten Rahmenteil 3. Der Rahmenteil 3 kann um eine Kippachse 5 schwenken und umfasst einen Fahrersitz 6 und eine Lenkung 7. Ein Kippelement 8, wie z.B. ein hydraulischer Zylinder, verbindet die beiden Rahmenteile 2 und 3. Das Kippelement 8 wird von einem Sensor 9 gesteuert, der eine Kippposition des zweiten Rahmenteils 3 in Bezug auf den ersten Rahmenteil 2 misst oder eine Kraft oder ein Moment bestimmt, das ein Fahrer auf den ersten Rahmenteil 2 ausübt.

Das Kippelement 8, unter der Steuerung des Sensors 9, kann das vom Fahrer eingeleitete Kippen verstärken oder verlangsamen oder begrenzen. Der Zylinder 8 kann durchgehend arbeiten, aber es ist auch möglich, den Zylinder nur in einer vorbestimmten Kippposition, bei einer vorbestimmten Kraft auf die Kippteile und/oder bei einer vorbestimmten Geschwindigkeit des Kippfahrzeugs einzuschalten.

Um es den Füßen zu erlauben, während des Fahrens bequem aufzuliegen, ist das Fahrzeug 1 mit zwei Fußstützen 12, 13 versehen.

Während des Fahrens von Kurven kann der Fahrer seine Füße auf die Trittbretter 14, 15 stellen. Diese Trittbretter sind mit erhobenen Kanten 16, 17 versehen, auf welchen der Fahrer seine Füße platzieren kann und gegen die eine laterale Kraft während des Kippens ausgeübt werden kann. Der Fuß kann entlang der Kanten 16, 17 während des Kippens abrollen, um das Verdrehen der Fußgelenke zu begrenzen. Das Fahrzeug 1 entsprechend der gezeigten Ausführungsform hat drei Räder 17, 18, 19, von denen die Vorderräder horizontal bleiben.

In der Ausführungsform entsprechend den 16 bis 29 ist ein einzelnes Kipprad vorhanden, während die beiden Hinterräder horizontal bleiben.

Das hydraulische System des Zylinders 8 und des Sensors 9 ist in 30 gezeigt und umfasst einen doppelt wirkenden Zylinder 11, der zwischen den Kippteil und den nicht kippenden Teil eingepasst ist, ein Schloss 2' zum Blockieren während stationärer Zeiträume oder während des Parkens, ein stetig variables Druckregelventil 3', ein Rückschlagventil 4', welches Öl vom Tank 10 nachfüllt, ein Rückschlagventil 5', das das Öl daran hindert, mittels der Pumpe 7' zurückzufließen, und einen Druckschalter 6', der die Pumpe 7' einschaltet, wenn ein festgelegter Druck erreicht wird, sowie eine Pumpe 7'.

Während des gewöhnlichen Fahrens als Motorrad kann das Öl im Zylinder 1' frei über das Druckregelventil 3' vorwärts und rückwärts fließen, welches ohne Kraftunterstützung in der mittleren Position steht. Wenn der Fahrer das Umfallen zu verhindern wünscht und eine gewisse Kraft auf das Steuerschieberventil 3' ausübt, wird das überfließende Öl aus dem Zylinder 1' mit der Einlassseite des Regelventils 3' in Verbindung gebracht. Aufgrund der beiden Rückschlagventile 4', 5' wird hier Druck aufgebaut und der Bewegung des Zylinders 1' entgegengewirkt. Aufgrund des Rückführens zum Ventil 3' ist der aufgebaute Druck proportional zu der vom Fahrer ausgeübten Kraft.

Wenn der aufgebaute Druck einen festgelegten Wert überschreitet, wird der Druckschalter 6' die Pumpe 7' einschalten; als Ergebnis davon kann das Fahrzeug mit Kraftunterstützung aufrecht gestellt werden.

In alternativen Ausführungsformen kann das Einschalten der Pumpe durch einen Sensor gesteuert werden, der die Fahrerkraft misst (möglicherweise mit dem Schiebesteuerventil 3' integriert ist) oder mit einem Schalter, der separat vom Fahrer betätigt werden kann.

Eine einfachere Ausführungsform ist in dem Fall möglich, bei dem das System die Bewegung nur verlangsamen oder blockieren kann, jedoch nicht das Fahrzeug mit Kraftunterstützung in die aufrechte Position bewegen kann.

In diesem Fall werden die Pumpe 7', der Druckschalter 6', das Rückschlagventil 5' und die entsprechenden Leitungsteile weggelassen.

Zum Parken ist ein Zweiwege-Absperrventil 2' zwischen die beiden Zylinderleitungen eingepasst. Dieses Ventil kann vom Fahrer betätigt werden und verhindert das weitere Kippen des Fahrzeugs in irgendeine Kippposition. Dies macht es möglich, das Fahrzeug auf einer Oberfläche zu parken, die nicht eben ist.

Ein Betätigungsmechanismus kann auch auf dem Fahrzeug angebracht werden, wobei der Betätigungsmechanismus in Verbindung mit dem Absperrventil 2' das Kippen des Fahrzeugs unter jedem Winkel blockiert und sicherstellt, dass ein Wegfahren in dem blockierten Zustand verhindert wird, indem z.B. nicht erlaubt wird, dass der Motor reagiert, wenn der Gashebel betätigt wird, oder durch die Tatsache, dass bei dem Fahrzeug kein Gang eingelegt werden kann.

Ein Betätigungsmechanismus kann auch am Fahrzeug angebracht werden, welcher zusammen mit dem Absperrventil 2' sowohl das Kippen verriegelt, als auch beim Fahrzeug die Handbremse anzieht, und in dem Fall, in welchem die Kraftunterstützung von diesem Betätigungsmechanismus entfernt wird, sowohl die Bremse als auch das Kippen löst.


Anspruch[de]
  1. Mit mindestens drei Rädern (17, 18, 19) versehenes Fahrzeug (1), mit einem ersten Rahmenteil (2), der mit mindestens zwei Fußstützpositionen (14, 15) versehen ist, und mit einem zweiten Rahmenteil (3), der mit dem ersten Rahmenteil auf solche Weise verbunden ist, dass er um eine sich in Längsrichtung erstreckende Kippachse (5) schwenken kann, wobei der zweite Rahmenteil (3) ein Steuerelement (7) und einen Fahrersitz (6) umfasst, dadurch gekennzeichnet, dass ein Kippelement (8) mit dem ersten Rahmenteil (2) und dem zweiten Rahmenteil (3) verbunden ist, um auf Grundlage eines Steuersignals eine Kippkraft und/oder ein Kraftmoment auf den zweiten Rahmenteil auszuüben, wobei ein Sensor (9) mit dem ersten Rahmenteil (2) zum Zwecke des Messens einer von einem Fahrer auf einen ersten Rahmenteil (2) ausgeübten Kraft oder Moment verbunden ist und/oder um eine Position des Fahrers relativ zum Trittbrett zu bestimmen, welcher Sensor (9) andererseits mit dem Kippelement (8) verbunden ist und dem Kippelement das Steuersignal zuführt.
  2. Fahrzeug (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der zweite Rahmenteil (3) zwei Fußstützpositionen (12, 13) umfasst.
  3. Fahrzeug nach Anspruch 1 oder 2, bei welchem das Kippelement (8) eine Kraft auf den zweiten Rahmenteil (3) ausübt, die in Richtung entgegengesetzt zu einer von den äußeren Umständen auf den zweiten Rahmenteil (3) ausgeübten Kraft ist.
  4. Fahrzeug nach Anspruch 3, bei dem das Kippelement (8) eine Kraft auf den zweiten Rahmenteil (3) ausübt, die zu einer ersten Seite des Fahrzeugs gerichtet ist, welche erste Seite der Seite des Fahrzeugs gegenüberliegt, an der sich die Fußstützposition (14, 15) des ersten Rahmenteils (2) befindet, auf welchen vom Fahrer eine Druckkraft ausgeübt wird.
  5. Fahrzeug nach Anspruch 3 oder 4, bei dem das Kippelement (8) wenig oder keine Kraft in der Richtung entgegengesetzt zur Richtung der Kraft ausübt.
  6. Fahrzeug nach einem der vorangehenden Ansprüche, bei dem der erste Rahmenteil (2) mit mindestens zwei Rädern (18, 19) versehen ist.
  7. Fahrzeug nach einem der vorangehenden Ansprüche, bei dem sich ein Teil des ersten Rahmenteils, bevorzugt die Fußstützpositionen (14, 15) des ersten Rahmenteils (2), in einem nahezu festen Abstand der Räder des Fahrzeugs von einer Straßenoberfläche befindet.
  8. Fahrzeug (1) nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Fußstützpositionen (14, 15) Trittbretter umfassen, wobei jedes mit einer relativ engen erhöhten Kante (16, 17) versehen ist, gegen welche ein Fahrer seinen Fuß in der lateralen Richtung lehnen kann.
  9. Fahrzeug (1) nach einem der vorangehenden Ansprüche, bei dem das Kippelement (8) eine Kippkraft erzeugt, die in der entgegengesetzten Richtung zu einem von einem Fahrer erzeugten Kippen gerichtet ist.
  10. Fahrzeug (1) nach einem der vorangehenden Ansprüche, bei dem das Steuersignal das Kippelement (8) blockiert, wenn von dem zweiten Rahmenteil (3) eine vorbestimmte gekippte Position erreicht worden ist.
  11. Fahrzeug (1) nach einem der vorangehenden Ansprüche, bei dem ein Kippen des zweiten Rahmenteils (3) aus einer gekippten Position in eine aufrechte Position mit wenig Widerstand vom Kippelement erfolgen kann.
  12. Fahrzeug (1) nach einem der vorangehenden Ansprüche, bei dem ein Blockiermechanismus vorhanden ist, um den zweiten Rahmenteil in einer gekippten Position oder einer aufrechten Position in einem stationären Fahrzeug zu verriegeln, und mit einem Wegfahrblockiermechanismus, infolge dessen das Fahrzeug nicht weggefahren werden kann, wenn der Blockiermechanismus den zweiten Rahmenteil blockiert.
  13. Fahrzeug nach Anspruch 12, bei dem der Wegfahrblockiermechanismus eine Bremse umfasst.
Es folgen 16 Blatt Zeichnungen






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