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Dokumentenidentifikation DE102005008357A1 31.08.2006
Titel Verfahren zum Tiefdruck auf Glas
Anmelder Bock, Wolfgang, Dr., 80538 München, DE
Erfinder Bock, Wolfgang, Dr., 80538 München, DE;
Hülsenberg, Dagmar, Prof., 98693 Ilmenau, DE;
Schläfli, Norbert, Zofingen, CH;
Brockmann, Ulrike, Dr., 98693 Ilmenau, DE
DE-Anmeldedatum 23.02.2005
DE-Aktenzeichen 102005008357
Offenlegungstag 31.08.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 31.08.2006
IPC-Hauptklasse B41M 1/34(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
Zusammenfassung Die Erfindung stellt ein Verfahren zum Bedrucken von Glas mittels Tiefdruck bereit. Derartige Verfahren können bevorzugt zum Aufbringen funktioneller polymerer Tinten auf Glassubstrate verwendet werden und/oder auf mit Glas beschichtete Substrate nach Art einer PET-Folie.

Beschreibung[de]

Die Erfindung stellt ein Verfahren zum Bedrucken von Glas mittels Tiefdruck bereit. Derartige Verfahren können bevorzugt zum Aufbringen funktioneller polymerer Tinten auf Glassubstrate verwendet werden, und/oder auf mit Glas beschichtete Substrate nach Art einer PET-Folie.

Glas ist ein sehr reizvolles Substrat für den Druck, sowohl unter künstlerisch-ästhetischen als auch unter funktionalen Gesichtspunkten, z.B. in LCD-Displays. Glas altert nicht – im Sinne eines Funktionalitätsverlustes – oder zumindest wesentlich langsamer, als die meisten anderen Substrate. Glas ist durchsichtig, korrosionsfest, und u.a. gegen Sauerstoff dicht. Besonders letztere Eigenschaft ist in den neueren Technologien der druckbaren polymeren Elektronik ein wichtiger Gesichtspunkt. Glas hält auch höhere Temperaturen aus als die gängigen bedruckbaren Plastikfolien nach Stand der Technik.

Glas wird nach Stand der Technik mit Flexodruck, Tintenstrahldruck, Tampondruck, Siebdruck und anderen Verfahren beschichtet, wobei diesen Verfahren gemeinsam ist, dass sie das Substrat mechanisch wenig oder gar nicht beanspruchen. Der klassische Tiefdruck hingegen presst eine Druckfläche aus Kupfer oder Chrom gegen das Substrat, wobei ein sprödes Substrat wie Glas brechen kann.

Andererseits gestattet z.B. der Einsatz metallischer Platten im Tiefdruck das Aufbringen, oder die Nachbehandlung von Tinten bei hohen Temperaturen; durch den hohen Druck treten ferner Sintereffekte auf, welche eine Veränderung der Morphologie der Tinte während des Druckes gewährleisten; auch erlaubt es der Tiefdruck, die Schichtdicke der aufgetragenen Druckfilme sehr fein zu kontrollieren; schliesslich verarbeitet der Tiefdruck eine sehr breite Palette von funktionalen Tinten, welche Lösungsmittel, Säuren etc. enthalten können.

Beschreibung der Erfindung

Die Erfindung will das klassischen Tiefdruckverfahren zum Bedrucken von Glas nutzen.

Die nachstehend beschriebene Erfindung erreicht ihr Ziel durch ein Verfahren nach Anspruch 1, und eine Vorrichtung nach Anspruch ##. Weitere Merkmale der Erfindung sind in den abhängigen Ansrpcühen niedergelegt.

Nachstehend wird eine bevorzugte Variante der Erfindung am Beispiel einer Testdruckmaschine nach Stand der Technik dargelegt. Eine derartige Maschine beinhaltet bevorzugt, wie in 1 gezeigt, ein auf eine Trommel (2) aufgebrachtes Substrat mit der Oberfläche (1), wobei dieses Substrat bevorzugt als eine Folie aus dünnem Glas, oder als eine mit Glas beschichtete PET-Folie ausgebildet ist. Die Trommel (2) weist eine elastische Oberfläche auf, bevorzugt aus Silikongummi, auf welcher das Substrat aufliegt. Eine bevorzugt verchromte, ebene und mit einem Druckmuster versehene Druckplatte (4) kontaktiert den durch (1) gebildeten Zylinder entlang einer Geraden, nachstehend „Drucklinie" genannt; dabei werden sowohl (1) als auch (4) durch einen Antrieb derart bewegt, dass (4) schlupffrei unter (1) wegrollt und dabei die Fläche (1) bedruckt.

Die Erfindung nutzt die Verfügbarkeit moderner, sehr dünner Gläser bezw. mit Glas beschichteter Folien. Derartige Gläser oder Folien könnten auch mit einer anderen Variante des Tiefdruckes bedruckt werden, in der die Druckplatte zylindrisch ausgebildet ist, und in der das Druckgut entlang einer Anzahl von Teilzylindern durch die Druckmaschine geführt wird, wobei das Glas während des eigentlichen Bedruckens bevorzugt immer auf mindestens einer elastischen Oberfläche aufliegt.

Dabei ist das Glas derart verformbar, dass es nicht bricht.

Weitere Ausgestaltungen der Erfindung

Denkbar ist die Nutzung von weichen Tiefdruckformen, wie sie z.B. die Fa. BASF unter der Marke Nylograv vertreibt. Nun kann bevorzugt das Glas auf einer harten Gegenfläche aufliegen.

Denkbar ist der Einsatz heizbarer Druckplatten, z.B. zum direkten Aufdruck von Leiterbahnen aus Zinn, oder zum gleichzeitigen Auftragen und Ausheizen von Keramiksuspensionen.

Denkbar ist auch der Einsatz einer beheizbaren Trommel (2), welche es z.B. gestatten würde, in dem in 1 gezeigten Testdrucker ein erstes Druckmuster vollständig auszuheizen, um anschliessend ein zweites Druckmuster darauf zu geben.

Denkbar ist die Nutzung von glasbeschichteten PET-Folien, oder anderen elastischen Materialien, wobei das bedruckte, in diesem Falle extrem dünne Glassubstrat dann immer auf mindestens einer elastischen Fläche aufliegt.

Denkbar ist, in der Anordnung in 1, die Fixierung von (1) auf (2) mittels einer in (2) integrierten Ansaugvorrichtung, nach Art der älteren Stiftplotter nach Stand der Technik.

In einer Bogentiefdruckmaschine nach Stand der Technik kann der Bogen auf einer Ansaugplatte fixiert werden, während er bedruckt wird. Auch in einer Rollendruckmaschine ist ein derartiger Ansaugmechanismus auf der Transportrolle denkbar; dieser könne ähnlich ausgebildet sein wie der Tintenspender in einer Rollenmaschine für den Tiefdruck, mit dem Unterschied, dass Luft angesaugt würde, anstatt Tinte herauszupressen.


Anspruch[de]
  1. Verfahren zum Bedrucken einer Glasfläche (1) mit Tiefdruck, wobei (1) die Drucklinie in einer Anordnung berührt, in der zugehörige Glassubstrat auf mindestens einer elastischen Fläche aufliegt.
  2. Verfahren nach Anspruch 1 zum Einsatz in Test-, Bogen- und Rollendruckmaschinen.
  3. Druckmaschine zum Einsatz in einem Verfahren nach Anspruch 1 oder 2.
  4. Druckmaschine nach Anspruch 3, in der eine weiche Tiefdruckplatte verwendet wird.
  5. Druckmaschine nach Anspruch 3 oder 4, die eine heizbare Druckplatte und/oder Andruckvorrichtung für das Glassubstrat aufweist.
Es folgt ein Blatt Zeichnungen






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