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Dokumentenidentifikation DE102006004341A1 31.08.2006
Titel Vorbehandlung und/oder Vorbeschichtung von nicht saugfähigen Substraten oder nicht saugfähigen Trägermaterialien
Anmelder Tritron GmbH & Co. KG, 35088 Battenberg, DE
Erfinder Simon, Jens, Dr., 35116 Hatzfeld, DE
Vertreter Dr. Weiss, Brecht, Arat, 78234 Engen
DE-Anmeldedatum 30.01.2006
DE-Aktenzeichen 102006004341
Offenlegungstag 31.08.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 31.08.2006
IPC-Hauptklasse B41M 5/50(2006.01)A, F, I, 20060130, B, H, DE
Zusammenfassung Durch eine Vorbehandlung und/oder Vorbeschichtung von nicht saugfähigen Substraten (1) oder nicht saugfähigen Trägermaterialien (2), insbesondere von Kunststoffen, Metallen, Glas für den Tintendruck, Tintenstrahldruck mit wasserbasierter Tinte (4) mit einer Vorbehandlungslösung (3) und/oder Beschichtung (3), soll mittels der Vorbehandlungslösung (3) und/oder Beschichtung (3) zumindest ein Initiator aufgebracht werden, der im Sinne einer definierten Farbverteilung eine ausreichend schnelle Verminderung der Fließfähigkeit, der auf das Substrat (1) und/oder Trägermaterial (2) aufgebrachten Tinte (4) physikalisch, chemisch induziert.

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorbehandlung und/oder Vorbeschichtung von nicht saugfähigen Substraten und/oder nicht saugfähigen Trägermaterialien, insbesondere von Kunststoffen, Metallen, Glas für den Tintendruck, Tintenstrahldruck mit wasserbasierter Tinte mit einer Vorbehandlungslösung und/oder Beschichtung.

Heutzutage werden niedrigviskose Druckfarben für Tintendruck, Tintenstrahldruck verwendet, die im wesentlichen als wasserbasierende Druckfarben aufgebaut sind. Deren Verlauf wird durch die Beschaffenheit des Substrates bzw. des Trägermaterials gesteuert. Dabei ist häufig nachteilig, dass die Druckfarbe bzw. Tinte bei sich ändernden Substraten und Trägermaterialen, bei sich ändernden Druckgeschwindigkeiten und bei sich ändernden Zusammensetzungen der Tinte unterschiedlich verläuft oder verfliesst und die Beschriftung verwischt, nicht hinreichend haftet und das Schriftbild bzw. der Aufdruck durch das Fliessverhalten unscharf wird. Der herkömmliche Tintenstrahldruck ist eine berührungslose Form eines digitalen Druckes, bei dem Druckfarben in einzelnen Volumeneinheiten, bzw. Tropfen zerlegt, zeit- und ortsabhängig auf ein beliebiges Substrat bzw. Trägermaterial appliziert werden.

Der Tintenstrahldruck umfasst auch unter anderem den kontinuierlich arbeitenden Tintenstrahldruck (Continuous Ink Jet, CIJ), den diskontinuierlich arbeitenden, thermisch oder piezoelektrisch aktivierten Tintendruck (Drop on Demand, DoD), sowie elektronisch gesteuerte Aufsprühtechniken, wie beispielsweise Air Brush.

Für den Farbstrahldruck werden in Abhängigkeit vom Farbordnungssystem verschiedenfarbige Druckfarben innerhalb eines Rasters nebeneinander gedruckt, wobei das Raster die Auflösung des Druckes bestimmt. Dabei verläuft die auf das Substrat oder das Trägermaterial aufgedruckte Tinte in Abhängigkeit von der sich zwischen der aufgebrachten Tinte und dem Trägermaterial ausgebildeten Grenzflächenspannung sowie in Abhängigkeit von der Struktur des Trägermaterials bzw. Substrates selbst. Die Verlaufgeschwindigkeit wird durch die Fliessfähigkeit der aufgedruckten Tinte im Fortgang der Filmbildung bestimmt.

Der Verlauf der Tinte bzw. Druckfarbe seinerseits bestimmt den Flächendeckungsgrad und die Farbverteilung, so dass die Tinte das Substrat bzw. das Trägermaterial im Sinne eines hohen Flächendeckungsgrades möglichst vollflächig benetzt und sich im Sinne einer homogenen Farbverteilung möglichst gleichmässig verteilt, ohne im Sinne einer definierten Farbverteilung ineinander zu laufen und sich zu vermischen, was unerwünscht ist.

Niedrigviskose Tinten für den Tintenstrahldruck, deren Filmbildung zeitlich von der Lösungsmittelverdunstung bestimmt ist, machen im Sinne einer guten Druckqualität eine Steuerung der für den Verlauf der Tinte massgeblichen Einflussgrössen, wie Grenzflächenspannung und Fliessfähigkeit notwendig. Diese Steuerung ist unzureichend gelöst.

Die Druckqualität wird im Sinne einer geeigneten Grenzflächenspannung herkömmlich durch eine chemische Vorbehandlung (Reinigen, Beizen, Chromatieren, Phosphatieren, Entlacken, Oxyfluorierung), eine physikalische Vorbehandlung (Beflammung, Coronna-Entladung, Plamabehandlung) oder eine dauerhafte Beschichtung oder Vorbeschichtung gesteuert, die im Sinne eines hohen Flächendeckungsgrades und einer homogenen Farbverteilung eine benetzende Grenzflächenspannung sicherstellt. Die herkömmlichen Verfahren zur Steuerung der Grenzflächenspannung sind nicht universell einsetzbar sondern in hohem Mass substratspezifisch.

Andererseits wir die Druckqualität im Sinne eines geeigneten Verlaufsverhaltens herkömmlich dadurch gesteuert, dass die Abnahme der Fliessfähigkeit der applizierten, niedrigviskosen Druckfarbe im Fortgang der Filmbildung physikalisch (Wärmetrocknung, Konvektionstrocknung) oder photophysikalisch (W-Trocknung) beschleunigt wird, um ein ineinander Laufen und Vermischen der Tinte im Sinne einer definierten Farbverteilung zu verhindern. Damit ist in der Regel ein hoher technischer Aufwand verbunden.

Aufgabe der Erfindung ist, universell einsetzbare Vorbehandlungen oder Vorbeschichtungen für nicht saugende Substrate oder Trägermaterialien wie Kunststoffe, Metalle und Glas zu schaffen, die, falls erforderlich, im Sinne eines hohen Flächendeckungsgrades und einer homogenen Farbverteilung benetzende Grenzflächenspannungen sicherstellen, und Tinten zu schaffen, die auf solchen Vorbehandlungen oder Vorbeschichtungen aufgebracht im Sinne einer definierten Farbverteilung ein ineinander Laufen oder Vermischen der applizierten Volumeneinheiten unterbinden. Mit diesen Vorbehandlungen oder Vorbeschichtungen soll eine genaue Steuerung der Fliesfähigkeit der Tinten, der Filmbildung, der Pigmentbeweglichkeit und, falls erforderlich, der Grenzflächenspannung ohne hohen technischen Aufwand universell möglich sein.

Zur Lösung dieser Aufgabe führen die Merkmale der Kennzeichen des Anspruches 1 sowie die der nebengeordneten Patentansprüche.

Bei der vorliegenden Erfindung hat sich als besonders vorteilhaft erwiesen, eine temporäre oder permanente Vorbeschichtung, insbesondere eine Beschichtung auf ein nicht saugfähiges Substrat oder Trägermaterial vor dem Aufbringen der Tinte aufzubringen, welche geeignet ist, die Fliessfähigkeit der aufgebrachten Tinte beispielsweise ausgelöst durch Flockulierung oder Agglomerisierung ausreichend zu vermindern und/oder ein Aushärten bzw. eine Polymerisation der applizierten Tinte auszulösen.

Ferner sollen die in der Tinte enthaltenen farbgebenden Farbmittel auf der Beschichtung bzw. auf dem Trägermaterial oder Substrat dauerhaft fixiert werden.

Es hat sich als besonders vorteilhaft erwiesen, eine Beschichtung zu wählen, welche zumindest einen Initiator aufweist und, falls erforderlich, zumindest einen grenzflächenaktiven Stoff. Der Initiator ist vorzugsweise eine monomere, oligomere oder polymere Säure oder ein mehrwertiges Metallsalz, wie bspw. CaCl2 oder Ca(OH)2.

Der grenzflächenaktive Stoff ist vorzugsweise ein monomeres, oligomeres oder polymeres Tensid oder ein Hydrokolloid. Damit sind auch Emulgatoren, Netzmittel und Dispergiermittel gemeint.

Gerade über den pKs-Wert der Beschichtung bzw. über den pKs-Wert des Initiators lässt sich das Fliesverhalten der Tinte, aufgebracht auf dem vorbehandelten Substrat und/oder auf der Beschichtung steuern, wenn in der Tinte Acrylate, wie bspw. Polyacrylate und/oder Polymethacrylate zugesetzt sind, deren Löslichkeit pH-Wertabhängig ist. Die saure Wirkung des Initiators kann zusätzlich zur Steuerung der Fliessfähigkeit der applizierten Tinte zur Auslösung einer nachfolgenden Härtung, insbesondere einer nachfolgenden thermischen Härtung dienen, unter der die applizierte Tinte vernetzt. Für die Vernetzungsreaktion haben sich Aminoharze zusammen mit Cobindemitteln, auch niedermolekularen Cobindemitteln bewährt.

Auf diese Weise ist eine exakte Steuerung des Verlaufverhaltens der Tinte möglich. Unter dem Einfluss der Säure dickt die aufgebrachte Tinte sofort ein.

Hierdurch lässt sich entsprechend des pKs-Wertes des Initiators Einfluss nehmen auf das Fliesverhalten der aufgebrachten Tinte und die Härtung des sich ausbildenden Filmes.

Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung bevorzugter Ausführungsbeispiele sowie anhand der Zeichnung; diese zeigt in

1 eine schematisch dargestellte Seitenansicht auf ein Substrat und/oder Trägermaterial, beschichtet mit einer erfindungsgemässen Vorbeschichtung, welches mittels Tintendruck oder Tintenstrahldruck bedruckt wird;

2 eine schematisch dargestellte Seitenansicht auf eine Vorbehandlung eines Substrates und/oder Trägermaterials, versehen mit einer erfindungsgemässen Beschichtung auf welches mittels Tintendruck oder Tintenstrahldruck gedruckt wird, als weiteres Ausführungsbeispiel.

Gemäss 1 weist ein Substrat 1 und/oder Trägermaterial 2 bei der vorliegenden Erfindung eine erfindungsgemässe Beschichtung 3 auf, die mit dem Substrat 1 bzw. Trägermaterial 2 in beliebigen Beschichtungsverfahren aufgebracht werden kann.

Die erfindungsgemässe Beschichtung 3 dient der Einflussnahme auf das Fliessverhalten einer wasserbasierenden Tinte 4, aufgebracht mittels Tintendruck bzw. Tintentrahldruck und/oder deren Härtung.

Die Tinte 4 wird mittels herkömmlichen Verfahren, Tintendrucker, Tintenstrahldrucker auf die Beschichtung 3 bzw. auf das Substrat 1 und/oder Trägermaterial 2 aufgebracht.

Als Substrat 1 bzw. Trägermaterial 2 können beliebige nicht saugfähige Materialen, wie Kunststoffe, Metalle, Kompositwerkstoffe, Folien, Glas od. dgl. verwendet werden.

Ferner wird die Beschichtung 3 durch Beschichtungsverfahren, wie Tauchen, Walzen, Giessen, Fluten, Bedrucken als nicht zerstäubende Beschichtungsverfahren auf das Substrat 1 und/oder Trägermaterial 2 aufgetragen bzw. aufgebracht. Es sind jedoch auch andere Beschichtungsverfahren, wie Spritzbeschichtungsverfahren durch Spritzen, Sprühen von Flüssigbeschichtungen, Druckluftspritzen, Airless- oder Hochdruck-Spritzverfahren sowie elektrostatisches Sprühen oder Pulverbeschichtungsverfahren möglich, um die Beschichtung 3 mit dem Trägermaterial 2 zu verbinden.

Dabei soll im Rahmen der vorliegenden Erfindung liegen, dass die Tinte 4 des Tintenstrahldruck oder Tintendruck auf die Beschichtung 3 zeit- oder raumabhängig vor dem Aufbringen der Tinte 4 (inline) auf das Substrat 1 bzw. Trägermaterial 2 aufgebracht wird. Auch soll jedoch im Rahmen der vorliegenden Erfindung liegen, dass die Tinte 4 zeitlich unabhängig von dem Aufbringen der Beschichtung 3 auf das Substrat 1 bzw. Trägermaterial 2 aufgebracht wird, wobei ggf. mittels einer Temperiereinrichtung 5 die auf die Beschichtung 3 bzw. auf das Substrat 1 aufgebrachte Tinte 4 wärmebehandelt werden kann.

Als besonders vorteilhaft hat sich bei der vorliegenden Erfindung erwiesen, dass die Beschichtung 3 aus zumindest einem Initiator und zumindest einem grenzflächenaktiven Stoff hergestellt bzw. gebildet wird. Hierdurch soll im Sinne einer definierten Farbverteilung eine ausreichend schnelle Verminderung bzw. Reduktion der Fliessfähigkeit der auf Beschichtung 3 und/oder Substrat 1 bzw.

Trägermaterial 2 aufgebrachten Tinte 4 erfolgen bzw. chemisch induziert werden. Dabei kann die Beschichtung 3, bestehend aus Initiator und grenzflächenaktiven Stoff ganz oder teilweise flüchtig ausgebildet sein oder in der aufgebrachten Druckfarbe löslich sein. Die Tinte 4 verbindet sich mit der auf dem Substrat 1 bzw. auf dem Trägermaterial 2 aufgebrachten Beschichtung 3.

Dabei hat sich als vorteilhaft erwiesen, als Bestandteil der Beschichtung 3 als grenzflächenaktiven Stoff ein monomeres, oligomeres oder polymeres Tensid, vorzugsweise Aniontenside, Kationtenside, Amphotenside oder Miotenside zu verwenden. Als grenzflächenaktiver Stoff können auch Hydrokolloide verwendet werden.

Dabei können die Tenside Emulgatoren, Netzmittel und Dispergiermittel sein. Die Hydrokolloide können ebenfalls Dispergiermittel sein.

Der wesentliche Bestandteil bei der vorliegenden Beschichtung ist der Initiator, der als Säure, insbesondere als eine monomere, oligomere oder polymere Säure ausgebildet ist. Vorzugsweise wird als Initiator eine mono- oder polyfunktionelle Carbonsäure verwendet, die einen pKs-Wert von -6 bis 15 aufweist. Dabei bewirkt der vorzugsweise sauer gehaltene Initiator eine Herabsetzung der Löslichkeit zumindest einer Komponente der auf das Substrat 1 bzw. Trägermaterial 2, insbesondere auf die Beschichtung 3 aufgebrachten Tinte 4. Die Beschichtung 3 bzw. der saure Initiator kann zur Flockulierung einer polymeren Komponente oder einer farbgebenden Komponente oder zur Agglomerisierung von Pigmenten und damit zur Immobilisierung der auf das Substrat 1 aufgebrachten Tinte 4 führen..

Zudem kann der Initiator zumindest teilweise oder vollständig eine Polymerisation der auf die Beschichtung 3 bzw. auf das Substrat 1 und/oder Trägermaterial 2 aufgebrachten Tinte 4 auslösen.

Ferner hat sich als vorteilhaft bei der vorliegenden Erfindung erwiesen, dass eine Tinte 4 verwendet wird, welche neben den flüchtigen Bestandteilen eine zumindest teilweise polymerisierbare Zusammensetzung aufweist. Diese erfindungsgemässe Tinte 4 weist eine Zusammensetzung auf, die mit der Beschichtung eine optimierte Steuerung des Verlaufsverhaltens bzw. des Fliessverhaltens ermöglicht.

Durch den Initiator der Beschichtung 3 lässt sich ein Verlaufverhalten der Tinte 4 entsprechend steuern.

Hierzu hat sich als besonders vorteilhaft erwiesen, eine Tinte 4 zu verwenden, die als Bestandteil Acrylate, vorzugsweise Polyacrylate und/oder Polymethacrylate enthält. Dabei können die Acrylate, insbesondere Polyacrylate und/oder Polymethracrylate bis zu 15 Gew% als Bestandteil der wässrigen Tinte 4 enthalten sein. Grundsätzlich sind in diesem Zusammenhang alle solchen Polymere geeignet, deren Löslichkeit pH-Wert abhängig ist.

Zudem wirkt der saure Initiator als Bestandteil der Beschichtung 3 als Beschleuniger zur Aushärtung.

Bevorzugt ist eine Zusammensetzung einer polymerisierbaren Tinte 4 von: • Lösungmittel 10–98 Gew% • Aminoharz, insbesondere Melamin-Formaldehyd-Harze 0,1–50 Gew% • Cobindemittel, auch niedermolekulare Cobindemittel, wie bi-, tri-, oglio- oder polyfunktionelle Alkohole, inklusiv und/oder Glykole oder Glykolether 0–25 Gew% • Grenzflächenaktive Stoffe, wie monomere, oligomere oder polymere Tenside 0–5 Gew% • Biozide, wie Bakterizid oder Fungizide 0–5 Gew% • pH-Wert-Stabilisatoren 0–5 Gew% • Acrylate, insbesondere Polyacrylate und/oder Polymethacrylate von 0–10 Gew% • Dispergierhilfen von 0–15 Gew% • Feuchthaltemittel von 0–20 Gew% •Farbmittel, insbesondere Farbpigmente von 1–10 Gew%.

Diese bevorzugte Zusammensetzung der Tinte 4 wirkt besonders vorteilhaft mit der Beschichtung resultierend aus der Vorbehandlung mit einer Lösung 3 folgender Zusammensetzung: • Lösungsmittel, Wasser und/oder Alkohol 80–100 Gew% • Initatoren, insbesondere anorganische und/oder organische Säuren, wie bspw. monomere, oligomere oder polymere Säuren, insbesondere mono- oder polyfunktionelle Karbonsäuren 1–50 Gew% • grenzflächenaktive Stoffe, wie monomere, oligomere oder polymere Tenside, insbsondere Aniontenside, Kationtenside, Amphotenside oder Niotenside 0–25 Gew%.

Durch den sauren Initiator wird das in der Tinte 4 enthaltene Aminoharz, insbesondere Melamin-Formaldehyd-Harz polymerisiert, wobei sich die Tinte 4, ggf. auch thermisch beschleunigt, mit der Beschichtung 3 und/oder mit den Substrat 1 und/oder Trägermaterial 2 verbindet, wobei ein Verlaufsverhalten steuerbar ist und eine Fliessfähigkeit der Tinte 4 schnell verminderbar ist. Dies führt dazu, dass sehr hoch beständige, hochhaftende, sehr widerstandsfähige und lichtechte Beschriftungen bzw. Bedruckungen von Tinten 4 auf beliebigen Substraten 1 bzw. Trägermaterialien 2, durch die Beschichtung 3, insbesondere Vorbeschichtung, ermöglicht werden.

Bezugszeichenliste

Anspruch[de]
  1. Vorbehandlung und/oder Vorbeschichtung von nicht saugfähigen Substraten (1) und/oder nicht saugfähigen Trägermaterialien (2), insbesondere von Kunststoffen, Metallen, Glas für den Tintendruck, Tintenstrahldruck mit wasserbasierter Tinte (4) mit einer Vorbehandlungslösung (3) und/oder Beschichtung (3), dadurch gekennzeichnet, dass mittels der Vorbehandlungslösung (3) und/oder Beschichtung (3) zumindest ein Initiator aufgebracht wird, der im Sinne einer definierten Farbverteilung eine ausreichend schnelle Verminderung der Fliessfähigkeit, der auf das Substrat (1) und/oder Trägermaterial (2) aufgebrachten Tinte (4) physikalisch, chemisch induziert.
  2. Vorbehandlung und/oder Vorbeschichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorbehandlungslösung (3) und/oder Beschichtung (3), bestehend aus zumindest einem Initiator über nicht zerstäubende Beschichtungsverfahren, wie Tauchen, Walzen, Giessen, Fluten, Bedrucken, in Spritzbeschichtungsverfahren, wie Spritzen oder Sprühen von Flüssigbeschichtungen, Druckluftspritzen, Airless- oder Hochdruckspritzen, elektrostatisches Sprühen, oder im Pulverbeschichtungsverfahren auf die Oberfläche eines Substrates (1) und/oder Trägermaterials (2) aufgebracht wird.
  3. Vorbehandlung und/oder Vorbeschichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorbehandlungslösung (3) und/oder Beschichtung (3) bestehend aus zumindest einem Initiator, zeit- oder raumabhängig vor dem Aufbringen der Tinte (4) (inline) auf das Substrat (1) oder Trägermaterial (2) aufgebracht wird.
  4. Vorbehandlung und/oder Vorbeschichtung nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorbehandlungslösung (3) und/oder Beschichtung (3), bestehend aus zumindest einem Initiator, zeitlich unabhängig vor dem Aufbringen der Tinte (4) (offline) auf das Substrat (1) oder Trägermaterial (2) aufgebracht wird.
  5. Vorbehandlung und/oder Vorbeschichtung nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die auf das beschichtete Substrat (1) bzw. Trägermaterial (2) aufgebrachte Tinte (4) sich mit dem Substrat (1) und insbesondere mit der Beschichtung (3), bestehend aus zumindest einem Initiator, verbindet, wobei die Beschichtung (3) in der aufgebrachten Tinte (4) löslich ist.
  6. Vorbehandlung und/oder Vorbeschichtung nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Beschichtung (3) ganz oder teilweise flüchtig ist.
  7. Vorbehandlung und/oder Vorbeschichtung nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Beschichtung (3) einen grenzflächenaktiven Stoff aufweist, der ein monomeres, oligomeres oder polymeres Tensid, oder ein Hydrokolloid ist.
  8. Vorbehandlung und/oder Vorbeschichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass als grenzflächenaktiver Stoff Aniontenside, Kationtenside, Amphotenside oder Niotenside verwendet werden.
  9. Vorbehandlung und/oder Vorbeschichtung nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass als Tensid Emulgatoren, Netzmittel und Dispergiermittel verwendet werden.
  10. Vorbehandlung und/oder Vorbeschichtung nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass als Initiator ein mehrwertiges Metallsalz, wie bspw. CaCl2 oder Ca(OH)2 verwendet wird.
  11. Vorbehandlung und/oder Vorbeschichtung nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass als Initiator der Vorbehandlungslösung (3) und/oder Beschichtung (3) eine monomere, oligomere oder polymere Säure verwendet wird.
  12. Vorbehandlung und/oder Vorbeschichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Initiator einen pKs-Wert von -6 bis 15 aufweist.
  13. Vorbehandlung und/oder Vorbeschichtung nach Anspruch 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, dass als Initiator eine mono- oder polyfunktionelle Carbonsäure verwendet wird.
  14. Vorbehandlung und/oder Vorbeschichtung nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Beschichtung (3) die Löslichkeit zumindest einer Komponente der applizierten Tinte (4) herabsetzt.
  15. Vorbehandlung und/oder Vorbeschichtung nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Beschichtung (3) die Löslichkeit zumindest einer polymeren Komponente in der applizierten Tinte (4) herabsetzt.
  16. Vorbehandlung und/oder Vorbeschichtung nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass die Beschichtung (3) die Löslichkeit zumindest einer der farbgebenden Komponenten der applizierten Tinte (4) herabsetzt.
  17. Vorbehandlung und/oder Vorbeschichtung nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass die Beschichtung (3) zur Zusammenlagerung einer Komponente oder mehrerer Komponenten, wie beispielsweise zur Flockulierung oder Agglomerisierung zumindest einer polymeren Komponente der auf das Substrat (1) oder das Trägermaterial (2) aufgebrachten Tinte (4) führt.
  18. Vorbehandlung und/oder Vorbeschichtung nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass die Beschichtung (3) zur Zusammenlagerung einer Komponente oder mehrerer Komponenten, wie beispielsweise zur Flockulierung oder Agglomerisierung zumindest einer Pigmentkomponente der auf das Substrat (1) oder das Trägermaterial (2) aufgebrachten Tinte (4) führt.
  19. Vorbehandlung und/oder Vorbeschichtung nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 18, dadurch gekennzeichnet, dass die Beschichtung (3) eine teilweise Polymerisation der auf das Substrat (1) oder Trägermaterial (2) aufgebrachten Tinte (4) induziert.
  20. Vorbehandlung und/oder Vorbeschichtung nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 19, dadurch gekennzeichnet, dass die Beschichtung (3) eine vollständige Polymerisation der auf das Substrat (1) oder Trägermaterial (2) aufgebrachten Tinte (4) induziert.
  21. Vorbehandlung und/oder Vorbeschichtung nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 20, dadurch gekennzeichnet, dass die Beschichtung (3) eine teilweise oder vollständige Polymerisation der auf das Substrat (1) und/oder Trägermaterial (2) aufgebrachten Tinte (4) induziert, wobei die Polymerisation der auf die Beschichtung (3) des Substrates aufgebrachten Tinte (4) ohne oder mit thermischer Beschleunigung erfolgt.
  22. Vorbehandlung und/oder Vorbeschichtung nach Anspruch 21, dadurch gekennzeichnet, dass die Beschichtung (3) eine teilweise oder vollständige Polykondensation der auf das Substrat (1) und/oder Trägermaterial (2) aufgebrachten Tinte (4) induziert.
  23. Zusammensetzung einer Vorbehandlungslösung zur Vorbeschichtung, insbesondere zur Erstellung einer Beschichtung (3) zum Aufbringen auf nicht saugfähigen Substraten (1) und/oder nicht saugfähigen Trägermaterialien (2) zum zeitabhängigen oder zeitunabhängigen Aufbringen von Tintendruck, Tintenstrahldruck mit wasserbasierter Tinte (4) enthaltend: • Lösungsmittel, insbesondere Wasser und/oder Alkohol 80–99,9 Gew% • Initiatoren, insbesondere anorganische oder organische Säuren 0,1–50 Gew%
  24. Zusammensetzung nach Anspruch 23, dadurch gekennzeichnet, dass der Zusammensetzung • grenzflächenaktive Stoffe, wie monomere, oligomere oder polymere Tenside 0–25 Gew%.
    zugesetzt sind.
  25. Zusammensetzung einer Tinte (4) zum Aufbringen auf Substraten (1) und/oder Trägermaterialien (2), zum zeitabhängigen oder zeitunabhängigen Aufbringen von Tintendruck, Tintenstrahldruck mit wasserbasierter Tinte (4) enthaltend: • Lösungsmittel, insbesondere Wasser 10–98,9 Gew% • Aminoharze, insbesondere Melamin-Formaldehyd-Harze von 0,1–50 Gew% • Farbmittel, insbesondere Farbpigmente 1–10 Gew%
  26. Zusammensetzung einer Tinte (4) zum Aufbringen auf Substraten (1) und/oder Trägermaterialien (2) zum zeitabhängigen oder zeitunabhängigen Aufbringen von Tintendruck, Tintenstrahldruck mit wasserbasierter Tinte (4) enthaltend: • Lösungsmittel, insbesondere Wasser 10–98,9 Gew% • Acrylate, insbesondere Polyacrylate und/oder Polymethacrylate 0,1–15 Gew% • Farbmittel, insbesondere Farbpigmente 1–10 Gew%.
  27. Zusammensetzung nach Anspruch 26, dadurch gekennzeichnet, dass der Zusammensetzung • Aminoharze, insbesondere Melamin-Formaldehyd-Harze von 0,1–50 Gew.%
    zugesetzt sind.
  28. Zusammensetzung nach wenigstens einem der Ansprüche 25 bis 27, dadurch gekennzeichnet, dass der Zusammensetzung • Feuchthaltemittel von 0–20 Gew.%
    zugesetzt sind.
  29. Zusammensetzung nach wenigstens einem der Ansprüche 25 bis 28, dadurch gekennzeichnet, dass der Zusammensetzung • Biozide, wie Bakterizide oder Fungizide von 0–5 Gew.%
    zugesetzt sind.
  30. Zusammensetzung nach wenigstens einem der Ansprüche 25 bis 29, dadurch gekennzeichnet, dass der Zusammensatzung • Dispergierhilfsmittel von 0–10 Gew%
    zugesetzt sind.
Es folgt ein Blatt Zeichnungen






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