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Dokumentenidentifikation DE202006005647U1 31.08.2006
Titel Schrankmöbel
Anmelder Franz Schröder GmbH & Co KG Möbelwerke, 33129 Delbrück, DE
Vertreter Loesenbeck und Kollegen, 33602 Bielefeld
DE-Aktenzeichen 202006005647
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 31.08.2006
Registration date 27.07.2006
Application date from patent application 06.04.2006
IPC-Hauptklasse A47B 96/20(2006.01)A, F, I, 20060406, B, H, DE
IPC-Nebenklasse A47B 96/00(2006.01)A, L, I, 20060406, B, H, DE   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Schrankmöbel, mit einem Möbelkorpus und einer den Möbelkorpus verschließenden, eine Sicht- und eine Anschlagseite aufweisende Tür oder Blende.

Derartige Schrankmöbel sind in einer Vielzahl von Ausführungsvarianten bekannt.

Üblicherweise sind die aus Holz oder einem Holzwerkstoff bestehende Tür oder Blende, letztere vielfach in Form einer Schubkastenblende, als rechteckförmige Platte ausgebildet, deren Sichtseite planeben gestaltet ist, während sich die daran anschließende umlaufende Kante rechtwinklig dazu erstreckt und senkrecht auf einer zugeordneten Anschlagkante des Möbelkorpus aufsteht.

Allerdings ist die Handhabung dieses Schrankmöbels, insbesondere die Betätigung der Tür oder zum Herausziehen des Schubkastens der Blende etwas problematisch, da ein Angreifen an der Kante der Tür oder Blende zum Öffnen keinen ausreichenden Halt bildet, vor allem weil die Kante glattflächig ist und aufgrund ihrer, bezogen auf den Möbelkorpus, senkrechten Ausrichtung, kein Widerlager bildet. Vielmehr ist die aufzubringende Kraft zum Öffnen ausschließlich eine Reibkraft, was naturgemäß nur eine unbefriedigende Lösung bietet.

Um diesem Nachteil abzuhelfen, sind daher Türen oder Blenden mit Griffen versehen, die sozusagen als Handhabe dienen.

Vor allem auch in gestalterischer Hinsicht geben die bekannten Schrankmöbel, insbesondere im Anlagebereich der Türen bzw. Blenden mit dem Möbelkorpus nichts Überraschendes wieder, so dass den vielfach hierzu geäußerten Wünschen bezüglich einer Verbesserung der optischen Darstellung nicht genügt werden kann.

Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Schrankmöbel der gattungsgemäßen Art so weiterzuentwickeln, dass es optisch ansprechender und in seiner Handhabung verbessert wird.

Diese Aufgabe wird durch ein Schrankmöbel mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.

Durch diese konstruktive Ausbildung des Schrankmöbels wird nun erreicht, dass die zumindest eine Kante, die zur Anschlagseite des Möbelkorpus hin abfällt, im weitesten Sinn eine Griffhilfe bietet, da durch den schrägen, abfallenden Verlauf hin zum Möbelkorpus ein Widerlager gebildet wird, an dem sich die die Tür oder die Blende öffnenden Finger einer Bedienperson abstützen können.

Dabei zeichnet sich die Erfindung vor allem dadurch aus, dass sie einfach und kostengünstig zu realisieren ist, insbesondere ohne zusätzliche, produktverteuernde Bauteile auskommt. Gerade unter dem Aspekt, dass solche Schrankmöbel in großen Stückzahlen hergestellt werden, kommt diesem Umstand eine besondere Bedeutung zu.

Bevorzugt sind die Türen oder Blenden an den sich gegenüberliegenden, oberen und unteren Enden im Sinne der Erfindung ausgebildet, so dass sich eine Facettierung auf der Oberfläche ergibt, durch die die Front einen gegenüber dem Möbelkorpus schwebenden, die Tiefe betonenden Charakter erhält.

Nach einer vorteilhaften Weiterbildung ist vorgesehen, dass der Ober- und/oder Unterboden und/oder ein Mittelboden auf seiner der Tür oder Blende zugewandten Kante ein Kehlprofil aufweist, an dem die Tür oder Blende anschlägt. Dabei bleibt die Sicht auf die Kehlung frei. Bevorzugt wird hierzu eine separate Kehlleiste mit dem jeweiligen Boden verbunden.

Ober- und Unterboden können gegenüber dem Möbelkorpus im übrigen in Richtung auf die Tür oder Blende geringfügig überstehen, wobei zum Anschlag der Tür oder Blende in den jeweiligen Boden eine Schattenleiste eingesetzt ist, die bündig mit den sich seitlich anschließenden, senkrecht dazu geordneten Korpuswänden verlaufen.

Zwischen dem Ober- und Unterboden und der Tür oder Blende kann so ein bewusst markanter Abstand erreicht werden, da die Tür oder Blende abständig zum Ober- oder Unterboden an der Schattenleiste anschlägt.

Ein weiterer Gedanke der Erfindung sieht vor, dass die Tür oder Blende mit einer Glasscheibe ausgefacht ist, d.h., dass ein umlaufender Rand vorhanden ist, der die Glasscheibe einfasst.

Dabei liegt die Glasscheibe an einer Glasleiste an, die in den umlaufenden Rahmen eingelassen ist. Vorzugsweise besteht diese Glasleiste aus einem Leichtmetall, insbesondere aus Aluminium, an der von der Frontseite her gesehen die Glasscheibe rückseitig anliegt, d.h., die Aluminium-Glasleiste bildet insoweit ein Gestaltungselement, das der Tür oder der Blende eine besondere Note verleiht.

In diesem Sinne ist auch eine weitere Gestaltungsvariante der Erfindung zu sehen, wonach ein Griff, der vorzugsweise in einem Randbereich angeordnet ist, in einer muldenförmigen Vertiefung der Tür oder Blende platziert ist. Diese muldenförmige Vertiefung kann im Grundriss rechteckig ausgebildet sein, wobei sie durch drei Seiten begrenzt ist, während sie zur benachbarten Kante hin offen bleibt.

Durch die Anordnung des Griffs in der Mulde bleibt der Griff relativ flach gegenüber der Tür- bzw. Blendenfläche im übrigen, wodurch sich durchaus eine Verbesserung der Handhabung ergibt.

Im übrigen können benachbarte Türen oder Blenden so angeordnet sein, dass die Mulden und damit die Griffe nebeneinander liegend angeordnet sind.

Weitere vorteilhafte Ausbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen gekennzeichnet.

Ausführungsbeispiele der Erfindung werden nachfolgend anhand der beigefügten Zeichnungen beschrieben.

Es zeigen:

1 einen Teilausschnitt des erfindungsgemäßen Schrankmöbels in einer Vorderansicht;

2 den Teilausschnitt nach 1 in einer geschnittenen Seitenansicht,

3 ein weiteres Ausführungsbeispiel des Schrankmöbels in einem Teilausschnitt in Vorderansicht,

4 das Ausführungsbeispiel nach 3 in einer geschnittenen Seitenansicht,

5 die Vorderansicht eines Teilausschnitts eines weiteren Ausführungsbeispiels,

6 eine geschnittene Seitenansicht des Beispiels nach 5,

7 das Beispiel nach 5 in einer geschnittenen Draufsicht,

8 einen Teilausschnitt einer weiteren Ausführungsvariante der Erfindung, ebenfalls in einer Vorderansicht,

9 die Ausführungsvariante nach 8 in einer Seitenansicht,

10 die Ausführung nach 8 in einer geschnittenen Draufsicht.

In den 1 und 2 ist ein Schrankmöbel dargestellt, mit einem Möbelkorpus 2 und diesen verschließenden, eine Sicht- und eine Anschlagseite aufweisende Türen 1, wobei die Anschlagseite u.a. an Seitenwänden 3 des Möbelkorpus 2 anliegen, von denen im Beispiel nur eine dargestellt ist.

Erfindungsgemäß ist die Sichtseite der Tür 1, wie sehr deutlich in der 2 zu erkennen ist, in zumindest einem Randbereich mit einer zur Kante 8 hin abfallenden Schräge 7 versehen, während die sich anschließende Kante 8 zur Anschlagsseite hin abfällt. Vorzugsweise sind die oberen und unteren Randbereiche jeder Tür 1 in der beschriebenen Form ausgebildet.

Im Ausführungsbeispiel nach den 1 und 2 sind zwei Türen 1 vorgesehen, wobei der Möbelkorpus 2 einen Mittelboden 4 aufweist, an den auf der den Türen 1 zugewandten Seite eine Leiste 5 befestigt ist.

Diese Leiste 5 weist außenseitig eine sich parallel zur Kante 8 der Türen 1 erstreckende Kehle 6 auf, an die sich beidseitig, und zwar ebenfalls parallel zu den Kanten 8 verlaufend, Anschlagflächen 9 anschließen, an denen die Türen 1 in geschlossener Stellung anliegen.

In den 3 und 4 ist der obere Bereich des Schrankmöbels dargestellt, bei dem ein Oberboden 10 in Richtung der Tür 1 über die Seitenwand 3 vorsteht.

Zum Anschlag der Tür 1 ist in den Oberboden 10 unterseitig eine Schattenleiste 11 eingelassen, die sich bis an die beiden gegenüberliegenden Seitenwände 3 des Möbelkorpus 2 erstrecken.

Bei dem in den 57 gezeigten Ausführungsbeispiel ist die Tür 1 als Rahmentür ausgebildet, wobei der Rahmen 12 eine Glasscheibe 14 einfasst, die wiederum an einer umlaufenden Glasleiste 13, vorzugsweise aus Leichtmetall, insbesondere aus Aluminium, anliegt, wobei die Glasleiste 13 in einen Falz des Rahmens 12 eingeklebt ist und der vorstehende Bereich die Sichtseite bildet, d.h., die Glasscheibe 14 liegt an der Rückseite der Glasleiste 13 an.

Bei dem in den 810 gezeigten Beispiel sind zwei benachbarte Türen 1 zu erkennen, die jeweils auf ihren einander zugewandten vertikal ausgerichteten Randbereichen mit einer rechteckförmigen Mulde 15 versehen sind, die dreiseitig vom Türblatt begrenzt sind und die jeweils einen Griff 16 aufweisen, der mit der Tür 1 verschraubt ist.

Insbesondere aus gestalterischen Gründen können die die Mulde seitlich begrenzenden Wände nach innen hin schräg verlaufend ausgebildet sein. Die offenen Seiten der Mulden 15 hingegen sind in dem durch die jeweilige Kante der Türen 1 definierten, einander zugewandten Randbereich vorgesehen.

1Tür 2Möbelkorpus 3Seitenwand 4Mittelboden 5Leiste 6Kehle 7Schräge 8Kante 9Anschlagfläche 10Oberboden 11Schattenleiste 12Rahmen 13Glasleiste 14Glasscheibe 15Mulde 16Griff

Anspruch[de]
  1. Schrankmöbel, mit einem Möbelkorpus (2) und einer den Möbelkorpus (2) verschließenden, eine Sicht- und eine Anschlagseite aufweisende Tür (1) oder Blende, dadurch gekennzeichnet, dass die Sichtseite der Tür (1) oder Blende in zumindest einem Randbereich eine zur Kante (8) hin abfallende Schräge (7) aufweist und dass die sich anschließende Kante (8) zur Anschlagseite hin abfällt.
  2. Schrankmöbel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Schräge (7) und die abfallende Kante (8) im oberen und unteren Randbereich der Tür (1) oder Blende vorgesehen ist.
  3. Schrankmöbel nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass an einem Ober- und/oder Unter- und/oder Mittelboden (4) auf der der Tür (1) zugewandten Kante eine Kehle (6) vorgesehen ist, die sich parallel zur Kante (8) der Tür (1) erstreckt und beidseitig, ebenfalls zur Kante (8) verlaufend in jeweils eine Anschlagfläche (9) übergeht, an der eine Tür (1) anliegt.
  4. Schrankmöbel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Kehle (6) in einer separaten, mit dem jeweiligen Boden fest verbundenen Leiste (5) angeordnet ist.
  5. Schrankmöbel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Ober- und/oder Unter- und/oder Mittelboden in Richtung der Tür (1) über Seitenwände (3) des Möbelkorpus (2) vorsteht und auf seiner der Tür (1) zugewandten Seite mit einer Schattenleiste (11) versehen ist, an der die Tür (1) in Schließstellung anliegt.
  6. Schrankmöbel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Tür (1) einen eine Glasscheibe (14) einfassenden Rahmen (12) aufweist, in den eine Glasleiste (13) aus Metall eingelassen ist, die über den Rahmen (12) vorsteht und an der rückseitig die Glasscheibe (14) anliegt.
  7. Schrankmöbel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Glasleiste (13) aus Leichtmetall, vorzugsweise Aluminium besteht.
  8. Schrankmöbel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Tür (1) oder Blende in einem Randbereich mit einer Mulde (15) versehen ist, in der ein Griff (16), vorzugsweise durch Verschrauben, mit der Tür (1) gehalten ist, wobei die Mulde (15) durch drei umlaufende Seiten begrenzt und zur zugeordneten Kante hin offen ist.
  9. Schrankmöbel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Mulden (15) zweier benachbarter Türen (1) auf den einander zugewandten Randbereichen angeordnet sind.
Es folgen 4 Blatt Zeichnungen






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