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Dokumentenidentifikation DE202006007260U1 31.08.2006
Titel Wälzlageranordnung
Anmelder IMO Momentenlager GmbH, 91350 Gremsdorf, DE
Vertreter Küchler, S., Dipl.-Ing. (Univ.), Pat.-Anw., 90402 Nürnberg
DE-Aktenzeichen 202006007260
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 31.08.2006
Registration date 27.07.2006
Application date from patent application 04.05.2006
IPC-Hauptklasse F16C 19/38(2006.01)A, F, I, 20060504, B, H, DE
IPC-Nebenklasse F16C 19/49(2006.01)A, L, I, 20060504, B, H, DE   

Beschreibung[de]

Die Erfindung richtet sich auf eine Wälzlageranordnung, insbesondere für eine Drehverbindung, mit zwei konzentrisch zueinander sowie zumindest bereichsweise ineinander angeordneten Ringen, sowie mit einem Spalt zwischen diesen Ringen, so dass sie um eine gedachte, zur Ringebene etwa lotrechte Achse im Zentrum der Ringe gegeneinander verdrehbar sind, wobei im Bereich des Spaltes zwischen den Ringen wenigstens zwei Reihen von zwischen diesen Ringen abrollenden Wälzkörpern mit jeweils zu einer definierten Rotationsachse symmetrischer, insbesondere zylinderrollen-, kegelrollen-, nadel- oder tonnenförmigen Gestalt vorgesehen sind, und wobei die Rotationsachsen der Wälzkörper einer ersten Reihe (etwa) radial bezüglich der Ringdrehachse verlaufen, während die Rotationsachsen der Wälzkörper einer zweiten Reihe (etwa) parallel zu der Ringdrehachse verlaufen.

Rollenlager haben den Vorteil einer linienförmigen Berührung jedes Wälzkörpers mit jeder Führungsbahn gegenüber der nur etwa punktförmigen Berührung bei Kugellagern. Aufgrund der größeren Berührungsflächen können mit rollenförmigen Wälzkörpern weitaus größere Kräfte übertragen werden als mit kugelförmigen Wälzkörpern. Ein Nachteil liegt jedoch darin, dass mit rollenförmigen Wälzkörpern nur Kräfte lotrecht zu ihrer Mantelfläche übertragen werden können. Reine Rollenlager sind daher entweder Radiallager oder Axiallager. Man hat bereits versucht, eine gewisse Führung in Richtung der Rotationsachse der Wälzkörper zu erreichen, indem man die Lauffläche(n) muldenförmig, insbesondere nutförmig ausgestaltete. Die Reibung der Rollenstirnseiten entlang dieser Nutflanken ist jedoch keine Rollreibung, sondern eine Gleitreibung, und bringt daher nicht nur einen vergleichsweise großen Energieverlust mit sich, sondern darüber hinaus auch einen großen Verschleiß. Schließlich läßt sich das Spiel nur ungenügend einstellen – entweder können die Rollen zwischen den zu groß dimensionierten Nutflanken hin und her wandern, oder sie zwängen zwischen den zu gering beabstandeten Nutflanken.

Will man daher auf die Vorteile von Rollenlagern nicht verzichten, ist man in vielen Anwendungsfällen gezwungen, zwei getrennt hergestellte Lager – ein Radiallager und ein Axiallager – miteinander zu kombinieren, um Kräfte in verschiedenen Richtungen übertragen zu können. Dies bringt jedoch teilweise komplizierte Anschluß- und Einstellarbeiten mit sich, um die dann insgesamt vier Ringe mit den verschiedenen Maschinenbauteilen zu verbinden und dennoch die von den Wälzlagern erwartete Leichtgängigkeit sicherzustellen. Dabei erweist es sich gerade bei Großwälzlagern mit einem Durchmesser von 1000 mm aufwärts als erschwerend, die Verdrehachsen der beiden Lager in eine exakte Flucht zu bringen. Gelingt dies nicht, so finden die umlaufenden Wälzkörper keine gleichmäßige Lauffläche vor und unterliegen einem erhöhten Verschleiß.

Aus diesen Nachteilen des beschriebenen Standes der Technik resultiert das die Erfindung initiierende Problem, eine gattungsgemäße Wälzlageranordnung derart weiterzubilden, dass die Übertragung von großen Kräften sowohl in radialer als auch in axialer Richtung möglich ist, wobei axiale Kräfte in beiden axialen Richtungen aufzunehmen sind, damit Kippkräfte aufgefangen werden können. Dabei wäre es wünschenswert, wenn der Einbau nicht komplizierter wäre als bei einem vergleichbaren Kugellager und wenn außerdem der Verschleiß so gering wäre als möglich.

Die Lösung dieses Problems gelingt dadurch, dass in dem Spalt zwischen den beiden Ringen, vorzugsweise in einem etwa achsparallelen Abschnitt des Spaltquerschnittes, zusätzlich eine Reihe von kugelförmigen Wälzkörpern vorgesehen ist.

Somit werden zwei Reihen von rollenförmigen Wälzkörpern, deren Rotationsachsen unterschiedlich orientiert sind, so dass eine Wälzkörperreihe radiale und die andere axiale Kräfte übertragen kann, mit einer Reihe von kugelförmigen Wälzkörpern integriert. Durch die Integration entfällt beim Einbau das Justieren der Drehachsen in einer gemeinsamen Flucht. Mit dem Begriff „etwa radial" ist dabei mindestens gemeint „überwiegend radial" im Sinne von „der Winkel zwischen der Rotationsachse eines Wälzkörpers und der Ringdrehachse ist größer als 50°", vorzugsweise jedoch sogar „nahezu radial" im Sinne von „der Winkel zwischen der Rotationsachse eines Wälzkörpers und der Ringdrehachse ist größer als 85°"; und mit dem Begriff „etwa parallel" ist mindestens gemeint „überwiegend parallel" im Sinne von „der Winkel zwischen der Rotationsachse eines Wälzkörpers und der Ringdrehachse ist kleiner als 40°", vorzugsweise jedoch sogar „nahezu parallel" im Sinne von „der Winkel zwischen der Rotationsachse eines Wälzkörpers und der Ringdrehachse ist kleiner als 5°, oder es gibt tatsächlich keinen Schnittpunkt (ideale Parallelität)". Die zusätzliche Kugelreihe hat die Aufgabe, axiale Zugkräfte zwischen den beiden Ringen entgegen der von den axial belastbaren Rollen übertragbaren Axialdruckkraft zu übernehmen, so dass bspw. horizontal eingebaute Wälzlager, deren axiale Belastung überwiegend vertikal nach unten weist, auch Kippmomente aufnehmen kann, wobei ein Teil des Wälzlagers nach oben zu kippen droht.

Es liegt im Rahmen der Erfindung, dass die Laufbahnen der beiden Ringe für die kugelförmigen Wälzkörper in axialer Richtung derart gegeneinander versetzt sind, dass sich ein Tragwinkel von mehr als 0° ergibt, bspw. von mehr als 15°, insbesondere von mehr als 30°. Dabei ergibt sich dieser Versatz aus der unterschiedlichen Höhe der betreffenden Laufbahnmittelpunkte in Bezug auf eine Laufbahn des Axialkräfte aufnehmenden Rollenlagers, wobei in dem dabei angenommenen Idealfall die beiden Ringe in axialer Richtung maximal angenähert sind entsprechend dem Durchmesser der Rollen dieses axialen Rollenlagers. Dabei neigt sich die Linie zwischen den beiden Berührungspunkten oder -bereichen einer Kugel mit den beiden Kugellaufbahnen zu den Rollenlaufbahnen des axiale Druckkräfte überfragenden Rollenlagers hin. An einem Ring, der die untere Laufbahn des axialen Rollenlagers aufweist, wandert der Berührungspunkt oder -bereich der Kugeln mit de Kugellaufbahn nach oben; an dem anderen Ring, der die obere Laufbahn des axialen Rollenlagers trägt, dagegen nach unten. Der betreffende Neigungswinkel gegenüber der Lagerebene, eben der Tragwinkel, ist bevorzugt kleiner als 60° und liegt zumeist bei etwa 45°.

Es hat sich als günstig erwiesen, dass die Wälzkörper, deren Rotationsachsen (etwa) parallel zu der Ringdrehachse verlaufen, in einer Ebene liegen, welche von der Ringdrehachse etwa lotrecht durchstoßen wird, entsprechend einem einreihigen Radiallager.

Darüber hinaus empfiehlt die Erfindung, die Anordnung so zu treffen, dass die Ebene der Wälzkörper mit zu der Ringdrehachse (etwa) parallelen Rotationsachsen die dem gemeinsamen Spalt zugewandte Oberfläche jedes Ringes in zwei Abschnitte teilt, von denen nur einer Führungsbahn(en) für Wälzkörper mit (etwa) radial bezüglich der Ringdrehachse verlaufenden Rotationsachsen aufweist. Eine solche Anordnung erleichtert den Zusammenbau eines erfindungsgemäßen Wälzlagers.

Dem selben Zweck dient eine Konstruktionsvorschrift, wonach jeder Ring nur einer einzigen Anschlußfläche zugewandte Führungsbahn(en) für Wälzkörper mit radial bezüglich der Ringdrehachse verlaufenden Rotationsachsen aufweist. Daher lassen sich die Ringe mit dazwischen eingelegten Wälzkörpern bequem in axialer Richtung zusammenfügen.

Besonders bevorzugt wird eine Anordnung, wobei sämtliche Wälzkörper mit radial bezüglich der Ringdrehachse verlaufenden Rotationsachsen in einer einzigen, gemeinsamen Ebene liegen. Dadurch ergibt sich eine besonders einfache Querschnittsgeometrie der Ringe.

Die Erfindung läßt sich dahingehend weiterbilden, dass eine Reihe von Wälzkörpern, deren Rotationsachsen radial bezüglich der Ringdrehachse verlaufen, durch quer zu ihrer Längsrichtung geteilte Rollen gebildet ist. Solchenfalls können die weiter außen umlaufenden Rollen sich mit einer anderen Rotationsgeschwindigkeit drehen als die weiter innen umlaufenden Rollen, so dass trotz einer insgesamt sehr großen Berührungsfläche zwischen Wälzkörper und Ringen kaum verschleißende Gleitreibung anzutreffen ist, sondern nur verschleißarme Rollreibung.

Indem sämtliche Wälzkörper mit jeweils zu einer definierten Rotationsachse symmetrischer, insbesondere zylinderrollen-, kegelrollen-, nadel- oder tonnenförmigen Gestalt, ggf. mit bombierten Stirnseiten bzw. -kanten, unabhängig von der Ausrichtung ihrer Rotationsachse nahezu gleiche Durchmesser aufweisen, können sie aus demselben stangenförmigem Rohmaterial hergestellt werden, was nicht nur ihre Herstellung, sondern auch ihren Einbau erleichtert; sie haben dann sogar identische Durchmesser. Der Begriff „identischer Durchmesser" ist dabei derart zu verstehen, dass die Abweichung von einem vorgegebenen Durchmesser (Streuung) jeweils kleiner ist als ein vorgegebener Wert, beispielsweise kleiner als 70 &mgr;m, vorzugsweise kleiner als 6 &mgr;m, insbesondere kleiner als 2 &mgr;m. Solches kann durch Sortieren erreicht werden. Unterschiedliche Belastungen in axialer bzw. radialer Richtung können entweder durch unterschiedlich lange Rollen berücksichtigt werden oder durch stirnseitiges Aneinanderreihen einer entsprechenden Anzahl von gleichen Rollen, ggf. bei Betrieb in einem gemeinsamen Käfig. Allerdings können auch Rollen mit unterschiedlichen Querschnitten verwendet werden.

Bevorzugt befinden sich sämtliche Wälzkörper mit jeweils zu einer definierten Rotationsachse symmetrischer, insbesondere rollen- oder tonnenförmigen Gestalt in genau zwei zueinander parallelen Ebenen, nämlich in einer Ebene die Wälzkörper mit (etwa) radialer Rotationsachse, und in einer anderen, dazu parallelen, aber in axialer Richtung entlang der Ringdrehachse demgegenüber versetzten Ebene die Wälzkörper mit (etwa) axialer Rotationsachse. Somit bleibt die Bauhöhe des erfindungsgemäßen Wälzlagers minimal, was in manchen Anwendungsfällen vorteilhaft ist.

Indem die Führungsbahnen jedes Ringes für alle Wälzkörper an je einem einzigen, gemeinsamen, ungeteilten Rotationskörper ausgebildet sind, läßt sich der Herstellungsaufwand weiter minimieren, da insgesamt nur zwei Ringteile zusammenzubauen sind und nicht drei, wie dies bei einem geteilten Ring erforderlich wäre.

Die Erfindung empfiehlt, wenigstens eine Führungsbahn für eine Reihe von rollen- oder tonnenförmigen Wälzkörpern, deren Rotationsachsen achsparallel bezüglich der Ringdrehachse verlaufen, als etwa rundumlaufende Nut mit etwa rechteckigem Querschnitt auszubilden. In dieser Nut werden die darin aufgenommenen Wälzkörper während des Betriebs, aber auch bereits während des Zusammenbaus, in axialer Richtung geführt.

Wenn die nutförmige Führungsbahn an dem Außenmantel des radial innen liegenden Rings gebildet ist, läßt sie sich mit den Wälzkörpern, die vorzugsweise einzeln einzusetzen sind, leichter bestücken als ggf. eine an dem Innenmantel eines Ringes vorgesehene Nut.

Es liegt im Rahmen der Erfindung, dass der Spalt zwischen den beiden Ringen einen etwa L-förmigen Querschnitt aufweist. Jedem der beiden Schenkel eines solchen L-förmigen Querschnitts ist dabei wenigstens eine Reihe von Wälzkörpern mit entsprechend orientierten Rotationsachsen zugeordnet.

Zur Erzeugung einer solchen L-förmigen Spaltgeometrie weist ein Ring, vorzugsweise der radial innen liegende Ring, einen etwa L-förmigen Querschnitt auf, ähnlich einem kurzen Rohr- oder Muffenstück mit stirnseitig angesetztem Ringflansch oder -bund. Der andere Ring findet teilweise in dem querschnittlich ausgesparten Bereich zwischen den beiden L-Schenkeln Platz und hält dabei die innerhalb des Spaltes eingelegten Wälzkörper an Ort und Stelle fest.

Besondere Vorteile lassen sich erzielen, wenn sich wenigstens eine Reihe von rollen- oder tonnenförmigen Wälzkörpern, deren Rotationsachsen achsparallel bezüglich der Ringdrehachse verlaufen, in einem Abschnitt des Spaltes befindet zwischen der Reihe von rollen- oder tonnenförmigen Wälzkörpern, deren Rotationsachsen achsparallel bezüglich der Ringdrehachse verlaufen, einerseits und der zusätzlichen Reihe von kugelförmigen Wälzkörpern andererseits. Denn solchenfalls ist der axiale Abstand zwischen den beiden Ebenen rollen- oder tonnenförmiger Wälzkörper minimal, so dass diese sich gegenseitig stützen und nachteilige Verkantungen der beteiligten Ringe nahezu ausgeschlossen sind.

Im Bereich wenigstens einer Reihe von Wälzkörpern, vorzugsweise im Bereich aller Wälzkörperreihen, können je ein Käfig und/oder Distanzelemente vorgesehen sein, um die Wälzkörper in gleichmäßigen Abständen zu führen und eine gleichmäßige Belastungsfähigkeit sicherzustellen.

Die Anschlußelemente im Bereich eines Ringes sollten als Sacklochbohrungen ausgebildet sein, so dass sie nicht mit dem anderen – querschnittlich L-förmigen – Ring in Konflikt geraten.

In diesem Fall darf die Richtung der Längsachsen der Sacklochbohrungen die Laufbahn für wenigstens eine Reihe von rollen- oder tonnenförmigen Wälzkörpern, deren Rotationsachsen radial bezüglich der Ringdrehachse verlaufen, schneiden oder zumindest tangieren. Dadurch wird der radiale Platzbedarf des erfindungsgemäßen Wälzlagers weiter reduziert.

Schließlich entspricht es der Lehre der Erfindung, dass an einem Ring eine umlaufende Verzahnung vorgesehen ist, vorzugsweise an dem radial außen liegenden Ring, insbesondere an dessen außen liegender Mantelfläche, so dass eine definierte Relativverdrehung, bspw. über eine in diese Verzahnung eingreifende, motorisch angetriebene Schnecke oder Ritzel möglich ist.

Weitere Merkmale, Einzelheiten, Vorteile und Wirkungen auf der Basis der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung sowie anhand der Zeichnung. Deren einzige Figur zeigt einen Schnitt durch eine erfindungsgemäße Wälzlageranordnung entlang einer radialen, zur Ringdrehachse parallelen Ebene.

Die erfindungsgemäße Wälzlageranordnung 1 aus der Zeichnung besteht aus zwei konzentrisch zueinander sowie zumindest bereichsweise ineinander angeordneten Ringen 2, 3 mit einem Spalt 4 zwischen diesen Ringen 2, 3, so dass sie um eine gedachte, zur Ringebene etwa lotrechte Achse im Zentrum der Ringe 2, 3 gegeneinander verdrehbar sind.

Im Bereich des Spaltes 4 zwischen den Ringen 2, 3 befinden sich mehrere Reihen von Wälzkörpern 5, 6, 7, die an einander jeweils gegenüberliegenden Laufbahnen 8, 9, 10, 11, 12, 13 der beiden Ringe 2, 3 abrollen und damit deren leichtgängige Relativverdrehung gewährleisten.

Der radial weiter außen liegende Ring 2 hat in dem dargestellten Beispiel eine Grundgestalt mit einem etwa quadratischen Querschnitt, aus dem jedoch die Laufbahnen 8, 10, 12 für die Wälzkörper 5, 6, 7 herausgearbeitet sind.

Der radial weiter innen liegende Ring 3 hat dagegen einen etwa L-förmigen Querschnitt, aus welchem die Laufbahnen 9, 11, 13 für die Wälzkörper 5, 6, 7 herausgearbeitet sind. Der in der Figur vertikal verlaufende, zur Rotationsachse dieses Ringes 3 parallele Querschnittsschenkel 14 repräsentiert dabei einen Ringabschnitt mit einer Geometrie ähnlich einem sehr kurzen Rohr 14, während der horizontal verlaufende Querschnittsschenkel 15 einen an einer Stirnseite dieses Rohrs 14 nach Art eines rundumlaufenden Bundes, Flansches oder einer Krempe außen angesetzten Kreisscheibenring 15 repräsentiert. Zwischen dem rohrförmigen Abschnitt 14 und dem krempenartigen Abschnitt 15 verbleibt eine Auskehlung 16, in welche der andere, radial weiter außen liegende Ring 2 teilweise eingreift. Gleichzeitig beranden die diese Auskehlung 16 begrenzenden Flächen 17, 18 den Spalt 4 und beherbergen die Laufbahnen 9, 11, 13 für die Wälzkörper 5, 6, 7. Zwischen den beiden Flächen 17, 18 befindet sich eine rundumlaufende Abstufung 19, so dass die beiden Fläche 17, 18 nicht direkt aneinandergrenzen, sondern durch diese Abstufung 19 voneinander abgetrennt werden. Die Höhe und Breite dieser Abstufung 19 ist etwas kleiner als der Durchmesser eines Wälzkörpers 5, 6, 7 und füllt den Spalt 4 im Bereich des L-Knickes teilweise, so dass das Spaltvolumen minimal ist.

Bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel bildet die gesamte Fläche 17 die Laufbahn 9 für rollenförmige Wälzkörper 5, deren Rotationsachse radial bezüglich der nicht dargestellten Ringdrehachse orientiert sind. Vorzugsweise haben diese Wälzkörper 5 eine zylindrische Gestalt (Zylinderrollen); sie könnte jedoch auch leicht kegelstumpfförmig gestaltet sein (Kegelrollen), entsprechend dem unterschiedlichen Laufbahnumfang am Innen- und am Außendurchmesser der Laufbahn 9. Bei dem dargestellten Beispiel werden jedoch zylindrische Rollen 5 verwendet, welche statt dessen quer zu ihrer Längsrichtung unterteilt sind in eine innere Rolle und eine äußere Rolle, welche sich mit unterschiedlicher Geschwindigkeit drehen können. Sie werden jedoch gemeinsam auf äquidistanten Abständen gehalten durch einen Käfig 20, der nur einseitig, nämlich an dem radial außen liegenden Rand, zu einem Ring geschlossen ist. Die Laufbahn 8 des äußeren Rings 2 für diese Wälzkörper 5 und den Käfig 20 ist als rundumlaufende Auskehlung an der dem Spalt 4 zugewandten Stirnseite 21 dieses Ringes 2 ausgebildet, in welche die Wälzkörper 5 und der Käfig 20 fast vollständig eintauchen.

An der dieser mit der Laufbahn/Auskehlung 8 versehenen Stirnseite 21 gegenüberliegenden Stirnseite 22 des Ringes 2 befinden sich kranzförmig verteilt Sacklochbohrungen 23 mit Innengewinde zum Anschluß dieses Ringes 2 an einem Maschinenteil oder Fundament.

An der radial außen liegenden Seite 24 dieses Ringes 2 ist eine rundumlaufende Verzahnung 25 vorgesehen, welche sich über nahezu die gesamte Höhe des Ringes 2 erstrecken kann, vorzugsweise jedoch nicht ganz bis zu dessen Anschlußfläche 22.

Die konkave bzw. radial innen liegenden Seite 26 dieses Ringes 2 ist dem Spalt 4 zugekehrt. An ihrem unteren Ende befindet sich eine rechteckige oder – im vorliegenden Beispiel – trapezförmige Vertiefung bzw. Auskehlung als Laufbahn 10 für eine Reihe von zylinderrollenförmigen Wälzkörpern 6 mit zu der Ringdrehachse paralleler Rotationsachse. Die Laufbahn 11 in der gegenüberliegenden Fläche 18 des innen liegenden Ringes 3 hat die Gestalt einer Nut mit rechteckigem Querschnitt. Die Wälzkörper 6 dieser Reihe werden von einem weiteren Käfig 27 auf äquidistanten Abständen gehalten. Der in Richtung der Ringdrehachse gemessene Abstand der nutförmigen Laufbahn 11 zu der kreisringförmigen Laufbahn 9 ist etwas (geringfügig) größer als die Höhe der Abstufung 19 zzgl. ggf. eines randseitig umlaufenden Ringes 28 des Käfigs 27.

Die zylinderrollenförmigen Wälzkörper 5, 6 mit – bezüglich der Ringdrehachse – radial orientierter Rotationsachse und mit demgegenüber axial orientierter Rotationsachse haben vorzugsweise gleiche oder zumindest nahezu gleiche Durchmesser (± 10%) und vorzugsweise gleiche oder zumindest nahezu gleiche Längen (± 10%), so dass die übertragbaren Kräfte eines Wälzkörpers 5 etwa gleich groß sind zu den von einem Wälzkörper 6 übertragbaren Kräften. Da von den Wälzkörpern 5 jeweils zwei hintereinander angeordnet sind, ist in dem vorliegenden Beispiel die von der Wälzlageranordnung 1 in axialer Richtung übertragbare Druckkraft mindestens etwa doppelt so hoch wie die in radialer Richtung übertragbare Kraft. Durch die Verwendung identischer Rollen 5, 6 für die Reihen mit radialer und mit axiale Rotationsachsenausrichtung kann die Herstellung eines erfindungsgemäßen Wälzlagers 1 weiter vereinfacht werden.

Um außerdem auch Kräfte in axialer Zugrichtung übertragen zu können, dient eine zusätzliche Reihe von kugelförmigen Wälzkörpern 7. Diese befindet sich innerhalb des Spaltes 4 jenseits der beiden Reihen mit rollenförmigen Wälzkörpern 5, 6, im Bereich des rohrförmigen Ringabschnittes 14 bzw. der diesen im Bereich des Spaltes 4 berandenden Mantelfläche 18. Der Durchmesser einer Kugel 7 entspricht etwa dem Durchmesser einer Rolle 5, 6. Die Laufbahnen 12, 13 in den beiden Ringen 2, 3 für die kugelförmigen Wälzkörper 7 haben jeweils etwa gleichen Querschnitt, nämlich den eines Kreissegmentes mit einem geringfügig größeren Radius als die Kugeln 7 selber. Indem diese beiden Laufbahnen 12, 13 in dem zusammengebauten Zustand des Wälzlagers 1 gemäß der Zeichnung leicht gegeneinander versetzt sind – die Laufbahn 13 in dem Ring 3 mit L-förmigem Querschnitt ist dem radial bezüglich der Ringdrehachse orientierten Abschnitt des Spaltes 4 geringfügig näher als die gegenüberliegende Laufbahn 12 an dem anderen Ring 2 – wird eine axiale Druckkraft zwischen den beiden Ringen 2, 3 erzeugt, welche diese fest gegen die radial orientierten Rollen 5 preßt. Ein eigener Käfig 29 hält die Kugeln 7 auf äquidistanten Abständen.

Jenseits der Reihe mit kugelförmigen Wälzkörpern 7 ist der Spalt 4 mit einer Dichtung 30 verschlossen. Da die hier an den Spalt 4 angrenzende Stirnseite 31 des inneren bzw. querschnittlich L-förmigen Ringes 3 gegenüber der Anschlußfläche 22 des äußeren Ringes 2 um ein geringes Maß von einigen Millimetern zurückversetzt ist, läßt sich diese Dichtung 30 als elastischer Dichtungsring realisieren, der an in einer rundumlaufenden Nut 32 in der Innenseite 26 des äußeren Ringes 2 eingesetzt und verankert ist und mit wenigstens einer Dichtlippe – im vorliegenden Beispiel mit zwei Dichtlippen – gegen die Stirnseite 31 des inneren bzw. querschnittlich L-förmigen Ringes 3 gepreßt wird. Am anderen Ende des Spaltes 4 könnte auch eine Dichtung vorgesehen sein, was jedoch nicht zwingend erforderlich ist.

Die der Stirnseite 31 gegenüberliegende, den krempenförmigen Ringabschnitt 15 außen begrenzende Stirnseite 33 des radial innenliegenden, querschnittlich L-förmigen Rings 3 dient als dessen Anschlußfläche zu einem Fahrzeug- Maschinen- oder Anlagenteil oder Fundament. Diese Anschlußfläche 33 wird von mehreren Befestigungsbohrungen 34 durchsetzt. Diese Befestigungsbohrungen 34 sind über den Umfang des Ringes 3 gleichmäßig verteilt, verlaufen lotrecht zu der Anschlußfläche 33 und erstrecken sich durch den rohrförmigen Ringabschnitt 14 durchgehend bis zu der gegenüberliegenden Stirnseite 31, so dass durch diese Bohrungen 34 Maschinenschrauben hindurchgesteckt werden können.


Anspruch[de]
  1. Wälzlageranordnung (1), insbesondere für eine Drehverbindung, mit zwei konzentrisch zueinander sowie zumindest bereichsweise ineinander angeordneten Ringen (2, 3), sowie mit einem Spalt (4) zwischen diesen Ringen (2, 3), so dass sie um eine gedachte, zur Ringebene etwa lotrechte Achse im Zentrum der Ringe (2, 3) gegeneinander verdrehbar sind, wobei im Bereich des Spaltes (4) zwischen den Ringen (2, 3) wenigstens zwei Reihen von Wälzkörpern (5, 6) mit jeweils zu einer definierten Rotationsachse symmetrischer, insbesondere zylinderrollen-, kegelrollen-, nadel- oder tonnenförmigen Gestalt vorgesehen sind, und wobei die Rotationsachsen der Wälzkörper (5) einer ersten Reihe (etwa) radial bezüglich der Ringdrehachse verlaufen, während die Rotationsachsen der Wälzkörper (6) einer zweiten Reihe (etwa) parallel zu der Ringdrehachse verlaufen, dadurch gekennzeichnet, dass in dem Spalt (4) zwischen den beiden Ringen (2, 3), vorzugsweise in einem etwa achsparallelen Abschnitt (14) des Spaltquerschnittes (4), zusätzlich eine Reihe von kugelförmigen Wälzkörpern (7) vorgesehen ist.
  2. Wälzlageranordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Laufbahnen der beiden Ringe (2, 3) für die kugelförmigen Wälzkörper (7) in axialer Richtung derart gegeneinander versetzt sind, dass sich ein Tragwinkel größer 0° ergibt, bspw. ein Tragwinkel von mehr als 15°, insbesondere von mehr als 30°.
  3. Wälzlageranordnung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Wälzkörper (6), deren Rotationsachsen (etwa) parallel zu der Ringdrehachse verlaufen, in einer Ebene liegen, welche von der Ringdrehachse etwa lotrecht durchstoßen wird.
  4. Wälzlageranordnung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Ebene der Wälzkörper (6) mit zu der Ringdrehachse (etwa) parallelen Rotationsachseng die dem gemeinsamen Spalt (4) zugewandte Oberfläche (17, 18, 21, 26) jedes Ringes (2, 3) in zwei Abschnitte teilt, von denen nur jeweils einer (17, 21) Laufbahn(en) (8,9) für Wälzkörper (5) mit (etwa) radial bezüglich der Ringdrehachse verlaufenden Rotationsachsen aufweist.
  5. Wälzlageranordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass (alle) Laufbahn(en) (8, 9) für Wälzkörper (6) mit radial bezüglich der Ringdrehachse verlaufenden Rotationsachsen an jedem Ring (2, 3) nur einer einzigen Stirnseite zugewandt sind, vorzugsweise der der betreffenden (in bezüglich der Ringdrehachse axialer Richtung überstehenden) Anschlußfläche (22, 33) gegenüberliegenden Stirnseite (21, 31).
  6. Wälzlageranordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sämtliche Wälzkörper (5) mit radial bezüglich der Ringdrehachse verlaufenden Rotationsachsen in einer einzigen, gemeinsamen Ebene liegen.
  7. Wälzlageranordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Reihe von Wälzkörpern (5), deren Rotationsachsen radial bezüglich der Ringdrehachse verlaufen, durch quer zu ihrer Längsrichtung geteilte Rollen gebildet ist.
  8. Wälzlageranordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sämtliche Wälzkörper (5, 6) mit jeweils zu einer definierten Rotationsachse symmetrischer, insbesondere zylinderrollen-, kegelrollen-, nadel- oder tonnenförmigen Gestalt unabhängig von der Ausrichtung ihrer Rotationsachse nahezu gleiche Durchmesser aufweisen, d.h., mit einer Abweichung von weniger als ± 10%, insbesondere mit einer Abweichung von weniger als ± 5%, insbesondere mit einer Abweichung von weniger als ± 2%.
  9. Wälzlageranordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sich sämtliche Wälzkörper (5, 6) mit jeweils zu einer definierten Rotationsachse symmetrischer, insbesondere rollen- oder tonnenförmigen Gestalt in genau zwei zueinander parallelen Ebenen befinden.
  10. Wälzlageranordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Laufbahnen (8-13) jedes Ringes (2, 3) für alle Wälzkörper (5-7) an je einem einzigen, gemeinsamen, ungeteilten Rotationskörper (2, 3) ausgebildet sind.
  11. Wälzlageranordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens eine Laufbahn (10, 11) für eine Reihe von Wälzkörpern (6) mit jeweils zu einer definierten Rotationsachse symmetrischer, insbesondere zylinderrollen-, kegelrollen-, nadel- oder tonnenförmigen Gestalt, deren Rotationsachsen achsparallel bezüglich der Ringdrehachse verlaufen, durch eine rundumlaufende Nut (11) mit geraden, vorzugsweise zueinander parallelen Seitenflanken und insbesondere mit einem etwa rechteckigen Querschnitt gebildet ist.
  12. Wälzlageranordnung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die nutförmige Laufbahn (11) an einer konvex gewölbten Mantelfläche (18) des radial innen liegenden Rings (3) gebildet ist.
  13. Wälzlageranordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Spalt (4) zwischen den beiden Ringen (2, 3) einen etwa L-förmigen Querschnitt aufweist.
  14. Wälzlageranordnung nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass ein Ring (2, 3), vorzugsweise der radial innen liegende Ring (3), einen etwa L-förmigen Querschnitt aufweist, ähnlich einem kurzen Rohr- oder Muffenstück (14) mit stirnseitig angesetztem Ringflansch oder -bund (15).
  15. Wälzlageranordnung nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass sich wenigstens eine Reihe von Wälzkörpern (6) mit jeweils zu einer definierten Rotationsachse symmetrischer, insbesondere zylinderrollen-, kegelrollen-, nadel- oder tonnenförmigen Gestalt, deren Rotationsachsen achsparallel bezüglich der Ringdrehachse verlaufen, in einem Abschnitt des Spaltes (4) befindet zwischen der Reihe von Wälzkörpern (5) mit jeweils zu einer definierten Rotationsachse symmetrischer, insbesondere zylinderrollen-, kegelrollen-, nadel- oder tonnenförmigen Gestalt, deren Rotationsachsen radial bezüglich der Ringdrehachse verlaufen, einerseits und der zusätzlichen Reihe von kugelförmigen Wälzkörpern (7) andererseits.
  16. Wälzlageranordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass im Bereich wenigstens einer Reihe von Wälzkörpern (5-7), vorzugsweise im Bereich aller Wälzkörperreihen (5-7), je ein Käfig (20, 27, 29) und/oder Distanzelemente vorgesehen sind.
  17. Wälzlageranordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Anschlußelemente im Bereich eines Ringes (2, 3) als Bohrungen (23, 34), insbesondere als Sacklochbohrungen (23), ausgebildet sind.
  18. Wälzlageranordnung nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, dass die Richtung der Längsachsen der Sacklochbohrungen (23) die Laufbahn (8) des betreffenden Rings (2) für wenigstens eine Reihe von Wälzkörpern (5) mit jeweils zu einer definierten Rotationsachse symmetrischer, insbesondere zylinderrollen-, kegelrollen-, nadel- oder tonnenförmigen Gestalt, deren Rotationsachsen radial bezüglich der Ringdrehachse verlaufen, schneidet oder zumindest tangiert.
  19. Wälzlageranordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an einem Ring (2, 3) eine umlaufende Verzahnung (25) vorgesehen ist, vorzugsweise an dem radial außen liegenden Ring (2), insbesondere an einer konvex gekrümmten Mantelfläche (24) desselben.
Es folgt ein Blatt Zeichnungen






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