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Dokumentenidentifikation DE102005010145A1 07.09.2006
Titel Gewindefräs- oder schneidwerkzeug mit federelastischer Verbindung zwischen Befestigungselement und Trägerkörper
Anmelder EMUGE-Werk Richard Glimpel GmbH & Co. KG Fabrik für Präzisionswerkzeuge, 91207 Lauf, DE
Erfinder Glimpel, Helmut, 91207 Lauf, DE
Vertreter Meissner, Bolte & Partner, 90402 Nürnberg
DE-Anmeldedatum 02.03.2005
DE-Aktenzeichen 102005010145
Offenlegungstag 07.09.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 07.09.2006
IPC-Hauptklasse B23G 5/18(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
IPC-Nebenklasse B23G 5/16(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft ein Gewindefräs- oder -schneidwerkzeug (1) mit
a) einem um eine Rotationsachse (D) drehbaren Trägerkörper (2),
b) mindestens einem Schneidelement (3, 3', 3'', 3''') und
c) mindestens einem Befestigungselement (4, 4', 4'', 4'''),
d) wobei das Befestigungselement (4, 4', 4'', 4''') federelastisch (31) mit dem Trägerkörper (2) verbunden ist,
e) wobei das Befestigungselement (4, 4', 4'', 4''') über mindestens ein Verbindungsmittel (5, 5', 5'', 5'''), insbesondere eine Schraubverbindung (5, 5', 5'', 5'''), reversibel am Trägerkörper (2) festlegbar oder festgelegt ist und/oder fixierbar oder fixiert ist,
f) wobei das mindestens eine Schneidelement (3, 3', 3'', 3''') zwischen dem Trägerkörper (2) und dem mindestens einen Befestigungselement (4, 4', 4'', 4''') und/oder zwischen wenigstens zwei Befestigungselementen formschlüssig und/oder kraftschlüssig und lösbar festlegbar oder festgelegt ist und
g) wobei jedes Befestigungselement (4, 4', 4'', 4''') und jedes Verbindungsmittel (5, 5', 5'', 5''') jeweils außerhalb des Schneidelements (3, 3', 3'', 3''') angeordnet ist und jeweils weder das Schneidelement (3, 3', 3'', 3''') durchdringt noch vom Schneidelement umschlossen wird.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Gewindefräs- oder -schneidwerkzeug.

Gewindefräs- oder -schneidwerkzeuge werden beispielsweise benötigt, um in die Außenumfangsfläche eines bolzenartigen Abschnitts ein Gewinde einzuschneiden. Sie sind aber auch für die Fertigung von Innengewinden gedacht.

Ein vorbekanntes Gewindefräswerkzeug weist einen drehbaren Trägerkörper auf, in dessen einem axialen Endbereich Schneidelemente angeordnet sind. Diese haben eine im Wesentlichen prismenförmige Gestalt und weisen in ihrem Mittenbereich eine Durchgangsbohrung auf. Diese dient dazu, das Schneidelement am Trägerkörper mittels einer Schraube festzulegen. Für eine exakte Positionierung des Schneidelements auf dem Trägerkörper weist letzterer zumeist radiale Anlageflächen, Anlageflächen in Umfangsrichtung und axiale Anlageflächen für die einzelnen Schneidelemente auf. Ein solches Werkzeug ist beispielsweise aus DE 199 58 636 A1 bekannt.

Bei den vorbekannten Werkzeugen hat sich folgender Umstand als nachteilig erwiesen: Bei manchen Anwendungsfällen kommt es darauf an, dass das Gewindefräs- oder -schneidwerkzeug beim Schneiden eines Außengewindes eines Bolzens radial möglichst klein baut. Dies kann namentlich dann notwendig sein, wenn Außengewinde an benachbarten Bolzen zu schneiden sind, die mit geringem Abstand nebeneinander angeordnet sind. In diesem Falle ist es für die Durchführung des Gewindeschneidvorganges nötig, auf ein Werkzeug zugreifen zu können, das eine geringe radiale Erstreckung aufweist.

Dies ist bei dem vorgenannten Gewindefräs- oder -schneidwerkzeug nicht der Fall. Für ein sicheres Befestigen der Schneidelemente am Trägerkörper müssen diese eine hinreichende Breite haben, um durch die Schraube zuverlässig fixiert werden zu können. Damit ist eine minimale Breite des Scheidelements vorgegeben. Beim Schneiden eines Außengewindes eines zylindrischen Bolzens bedeutet dies, dass das vorgenannte Gewindefräs- oder -schneidwerkzeug in Bezug auf den zu schneidenden Gewindedurchmesser einen relativ großen Außendurchmesser aufweisen.

Ein Gewindefräs- oder -schneidwerkzeug, das diesen Nachteil überwindet, ist aus EP 1 410 864 A1 bekannt. Dieses Werkzeug weist einen um eine Rotationsachse drehbaren Trägerkörper, mindestens ein am Trägerkörper lösbar festlegbares oder festgelegtes Schneidelement und mindestens ein am Trägerkörper ebenfalls lösbar festlegbares oder festgelegtes Befestigungselement auf. Im Gegensatz zum vorgenannten Werkzeug ist das Schneidelement jedoch ohne Bohrung für eine Befestigungsschraube ausgebildet. Die Befestigung des Schneidelement erfolgt stattdessen durch Festlegung, insbesondere Klemmung, zwischen Befestigungselement und Trägerkörper oder zwischen zwei Befestigungselementen. Dadurch lassen sich schmalere Schneidelemente als bei dem vorgenannten Werkzeug verwenden, so dass auch die Werkzeuge selbst einen kleineren Außendurchmesser aufweisen können, mit allen damit verbundenen Vorteilen hinsichtlich der Fertigung von Außengewinden und Innengewinden.

Nachteilig bei diesem Gewindefräs- oder -schneidwerkzeug ist jedoch, dass die Befestigungselemente als Einzelteile vorliegen und für die Verwendung zunächst an den Trägerkörper montiert werden müssen. Hierzu müssen sie platziert und ausgerichtet werden. Ferner können die Befestigungselemente aufgrund ihrer geringen Größe leicht verloren gehen.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein verbessertes Gewindefräs- oder -schneidwerkzeug zu schaffen, das insbesondere die vorgenannten Nachteile überwindet.

Diese Aufgabe wird durch ein Gewindefräs- oder -schneidwerkzeug nach den Merkmalen des Patentanspruchs 1 gelöst.

Die Erfindung sieht gemäß Anspruch 1 ein Gewindefräs- oder -schneidwerkzeug vor mit

  • a) einem um eine Rotationsachse drehbaren Trägerkörper,
  • b) mindestens einem Schneidelement und
  • c) mindestens einem Befestigungselement,
  • d) wobei das Befestigungselement federelastisch mit dem Trägerkörper verbunden ist,
  • e) wobei das Befestigungselement über mindestens ein Verbindungsmittel, insbesondere eine Schraubverbindung, reversibel am Trägerkörper festlegbar oder festgelegt ist und/oder fixierbar oder fixiert ist,
  • f) wobei das mindestens eine Schneidelement zwischen dem Trägerkörper und dem mindestens einen Befestigungselement und/oder zwischen wenigstens zwei Befestigungselementen formschlüssig und/oder kraftschlüssig und lösbar festlegbar oder festgelegt ist, und
  • g) wobei jedes Befestigungselement und jedes Verbindungsmittel jeweils außerhalb des Schneidelements angeordnet ist und jeweils weder das Schneidelement durchdringt noch vom Schneidelement umschlossen wird.

Die mit der Erfindung erzielten Vorteile bestehen insbesondere darin, dass auf das Festschrauben des Schneidelements selber verzichten werden kann und die Schneidelemente daher keine Bohrung für die Festlegung mittels einer Befestigungsschraube mehr aufweisen müssen. Dies hat zur Folge, dass schmalere Schneidelemente als beim eingangs beschriebenen Stand der Technik verwendet werden können. Dies gestattet insgesamt die Ausbildung von Gewindefräs- und -schneidwerkzeugen, die in Relation zum Durchmesser eines zu fertigenden Außengewindes einen geringeren Außendurchmesser aufweisen, als dies bei vorbekannten Lösungen der Fall ist. Entsprechendes gilt im Falle der Fertigung eines Innengewindes, wobei durch das vorgeschlagene Werkzeug Gewinde mit geringerem Durchmesser gefräst oder geschnitten werden können, als dies mit vorbekannten Werkzeugen der Fall ist. Damit wird eine einfachere Handhabung der Werkzeuge und ein leichteres Durchführen des Gewindefräs- bzw. -schneidvorgangs möglich.

Im Vergleich zu vorbekannten Lösungen sieht die Erfindung somit vor, die Schneidelemente nicht mehr über Schrauben, die durch Bohrungen der Schneidelemente geführt werden, am Trägerkörper zu befestigen, sondern über die Anordnung spezieller Befestigungselemente, die ein form- und/oder kraftschlüssiges Festlegen der Schneidelemente am Trägerkörper auch ohne Bohrung im Schneidelement erlauben. Dabei ist es sowohl möglich, das Schneidelement zwischen dem Trägerkörper und dem mindestens einen Befestigungselement festzulegen, als auch das Schneidelement zwischen wenigstens zwei Befestigungselementen festzulegen, ohne dass hierfür eine unmittelbare Berührung zwischen Schneidelement und Trägerkörpers erforderlich ist.

Gegenüber den eingangs genannten Gewindefräs- oder -schneidwerkzeugen mit lösbarem Befestigungselement liegen die Vorteile der Erfindung darin, dass die Befestigungselemente federelastisch mit dem Trägerkörper verbunden sind. Sie befinden sich somit auch im gelösten Zustand immer in einer definierten Position zum Trägerkörper, ein Platzieren und/oder Ausrichten entfällt. Da die Befestigungselemente nicht als Einzelteile vorliegen, entfällt auch ihre Montage an den Trägerkörper. Auch sind sie in jedem Zustand mit dem Trägerkörper verbunden und können daher nicht verloren gehen.

Als weitere Vorteil kommt hinzu, dass die Befestigungselemente beim Stand der Technik in einem gelösten Zustand zwar noch über lösbare Verbindungsmittel lose mit dem Trägerkörper verbunden sein können, die Ausrichtung der Befestigungsmittel zum Trägerkörper in diesem Zustand jedoch undefiniert ist. Aufgrund der federelastischen Verbindung zwischen Befestigungselementen und Trägerkörper ist die Position der Befestigungselemente auch im gelösten Zustand stets definiert. Dies erleichtert das Einsetzen der Schneidelemente, insbesondere werden unerwünschte Verkantungen zwischen Schneidelementen und Befestigungselementen und/oder Trägerkörper vermieden bzw. zumindest deutlich reduziert.

Eine zweckmäßige Weiterbildung des Gewindefräs- oder -schneidwerkzeugs sieht vor, dass das Befestigungselement über einen Steg federelastisch mit dem Trägerkörper verbunden ist. Der Steg ist dabei eine flächige, im Vergleich zu den angrenzenden Bereichen dünne Materialbrücke zwischen Befestigungselement und Trägerkörper. Der Steg ermöglich eine elastische Schwingung des Befestigungselements relativ zum Trägerkörper. Hierzu ist bevorzugt, dass der Steg das Befestigungselement in einem unbelasteten Ruhezustand, insbesondere ohne montierte Verbindungsmittel, derart trägt, dass das Befestigungselement nur über den Steg mit dem Trägerkörper verbunden ist, d.h. die anderen Bereiche des Befestigungselements vom Trägerkörper beabstandet sind.

Gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform ist das Befestigungselement und/oder der Steg einstückig mit dem Trägerkörper oder zumindest einem Trägerkörperelement ausgebildet. Hierunter ist insbesondere zu verstehen, dass die Komponenten zusammenhängend aus einem Rohling gebildet sind. Trägerkörper (bzw. Trägerkörperelement) und Befestigungselement und/oder Steg liegen somit bei der Werkzeugherstellung nicht als einzelne Komponenten vor, die erst zusammengefügt werden müssen, sondern sind von Haus aus einstückig. Insbesondere bestehen die genannten Komponenten somit aus einem einheitlichen Material.

Dies sorgt für eine besonders stabile und dauerhafte federelastische Verbindung.

Eine Fortbildung der Erfindung sieht vor, dass jedes Befestigungselement in einem festgelegten Zustand an dem zugehörigen Schneidelement von außen anliegt, so dass es das Schneidelement festlegt, und in einem gelösten Zustand des Befestigungselements oder der Befestigungselemente das zugehörige Schneidelement vom Trägerkörper abnehmbar ist.

Eine vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung besteht darin, dass das mindestens eine Schneidelement zwischen dem Trägerkörper und dem mindestens einen Befestigungselement und/oder zwischen wenigstens zwei Befestigungselementen klemmbar oder geklemmt ist. Die Festlegung des Schneidelements erfolgt somit entweder durch Klemmung des Schneidelements zwischen Trägerkörper und mindestens einem Befestigungselement oder durch Klemmung des Schneidelements zwischen wenigstens zwei Befestigungselemente, ohne dass eine direkte Berührung zwischen Schneidelement und Trägerkörper erforderlich ist.

Eine Weiterbildung sieht dabei vor, dass wenigstens ein Befestigungselement zumindest im Klemmbereich mit dem Schneidelement nach Art eines Klemmkeils und/oder im Wesentlichen prismenförmig ausgebildet ist und/oder eine Klemmkeilwirkung auf das Schneidelement ausübt.

Eine effiziente Festlegung des Schneidelements am Trägerkörper kann dadurch sichergestellt werden, dass Schneidelement und Befestigungselement sich an einer Ebene berühren, die sich in Richtung der Rotationsachse erstreckt und mit der radialen Richtung einen Winkel, beispielsweise im Bereich zwischen 10° und 30°, einschließt. Zweckmäßig ist aber ebenso eine im Wesentlichen parallel zur radialen Richtung ausgerichtete Berühr- bzw. Kontaktebene. Auch kann die Festlegung des Schneidelements über lediglich eine Keilkante, an der sich Befestigungs- und Schneidelement im festgelegten und/oder fixierten Zustand berühren, erfolgen.

Eine insbesondere formschlüssige Festlegung des Schneidelements kann dadurch erreicht werden, dass das Befestigungselement in einem festgelegten und/oder fixierten Zustand das Schneidelement in radialer Richtung zumindest teilweise umgreift und im montierten Zustand des Schneidelements dieses gegen den Trägerkörper drückt, insbesondere mittels eines Vorsprungs am Befestigungselement.

Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung besteht darin, dass der Trägerkörper für das oder jedes Schneidelement wenigstens eine Anlagefläche in radialer Richtung und/oder wenigstens eine Anlagefläche in Umfangsrichtung und/oder wenigstens eine Anlagefläche in axialer Richtung aufweist und dass das Schneidelement zwischen dem Befestigungselement und der Anlagefläche in radialer Richtung und/oder der Anlagefläche in Umfangsrichtung und/oder der Anlagefläche in axialer Richtung festlegbar oder festgelegt ist. Für eine präzise Positionierung der Schneidelemente können die Anlageflächen für die Anlage des Schneidelements in radialer Richtung, Umfangsrichtung und/oder axialer Richtung an die Trägerkörperelemente geschliffen werden.

Eine besonders vorteilhafte Bauform ergibt sich durch folgende Ausgestaltung: Der Trägerkörper weist mindestens einen Aufnahmeabschnitt zur Aufnahme und Halterung des mindestens einen Schneidelements auf. Weiterhin kann der Aufnahmeabschnitt mindestens einen sich in axiale Richtung erstreckenden Abstützsteg für das Schneidelement aufweisen.

Ein schneller Werkzeugwechsel wird dadurch möglich, dass das Gewindefräs- oder -schneidwerkzeug an seinem einen, dem mindestens einen Schneidelement abgewandten axialen Ende mit einem Werkzeugschnellspannsystem ausgestattet wird. Hierbei kommt bevorzugt ein Werkzeugschnellspannsystem mit einem Hohlspannkegel zum Einsatz.

Für eine gute Versorgung der Schneidstelle des Schneidelements mit Kühlschmiermittel kann vorgesehen werden, dass in den Trägerkörper Versorgungsbohrungen und/oder Versorgungsnuten eingearbeitet sind, über die der Bereich des Schneidelements mit Kühlschmiermittel versorgt werden kann. Hierbei kann insbesondere vorgesehen werden, dass zwischen der radialen Anlagefläche und der Anlagefläche in Umfangsrichtung für das Schneidelement ein Freistich in den Trägerkörper eingearbeitet ist, der als Versorgungsnut dient.

Die zum Einsatz kommenden Schneidelemente können mehr als einen Schneidbereich aufweisen, wodurch im Falle des Verschleißes einer Schneidkante das Schneidelement durch Drehen wiederverwendbar ist.

Ferner wird das Schneidelement in der Regel den Trägerkörper einseitig axial überragen. In Verbindung mit dem Vorsehen der bereits genannten Aufnahmeabschnitte mit Abstützstegen ergibt sich ein "glockenförmiges" Werkzeug, das sich sehr gut für das Fertigen von Außengewinden an zylindrischen Bolzen eignet. In diesem Falle sind die wirksamen Schneidkanten des Schneidelements radial nach innen gerichtet.

Insgesamt ergibt sich damit ein einfach aufgebautes Gewindefräs- oder -schneidwerkzeug, das für eine Vielzahl von Anwendungen Vorteile bietet und einfach gehandhabt werden kann.

Die Erfindung wird nachstehend auch hinsichtlich weiterer Merkmale und Vorteile anhand der Beschreibung von Ausführungsbeispielen und unter Bezugnahme auf die beiliegenden Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:

1 eine Vorderansicht eines Ausführungsbeispiels eines Gewindefräs- oder -schneidwerkzeugs nach der Erfindung,

2 einen Vergrößerung des Ausschnitts X in 1,

3 eine Seitenansicht des Werkzeugs gemäß 1,

4 einen Schnitt entlang der Linie A-A in 1,

5 einen Schnitt entlang der Linie C-C in 1, und

6 einen Schnitt entlang der Line B-B in 3, sowie

7 eine perspektivische Ansicht eines Gewindefräs- oder -schneidwerkzeugs nach dem Stand der Technik,

8 eine Seitenansicht des Werkzeugs gemäß 7,

9 einen Schnitt entlang der Linie A-B in 8,

10 eine teilweise Vorderansicht auf das Werkzeug von der linken Seite gemäß 8 bzw. 9, und

11 die vollständige Vorderansicht auf das Werkzeug von der linken Seite gemäß 8 bzw. 9.

1 bis 6 zeigen ein Ausführungsbeispiels eines Gewindefräs- oder -schneidwerkzeugs nach der Erfindung, 7 bis 11 eines Gewindefräs- oder -schneidwerkzeugs nach dem Stand der Technik, wie er aus EP 1 410 864 A1 bekannt ist.

Grundsätzlich basieren die beiden dargestellten Werkzeuge auf dem gleichen Konzept und weisen demzufolge die gleichen Komponenten und einen vergleichbaren Aufbau auf. Dementsprechende sind einander entsprechende Teile in 1 bis 6 und in 7 bis 11 mit den gleichen Bezugszeichen versehen.

7 bis 11, die den Stand der Technik wiedergeben, zeigen ein vollständiges Werkzeug, insbesondere umfassend zwei Trägerkörperelemente 9 und 10 und Schneidelemente 3, 3', 3'', 3'''. 1 bis 6, die ein Ausführungsbeispiel nach der Erfindung darstellen, zeigen lediglich ein dem Trägerkörperelement mit dem Bezugszeichen 9 gemäß dem Stand der Technik entsprechendes Element (vgl. 9), da die Unterschiede zwischen dem Stand der Technik und der Erfindung in diesem Element ausgeprägt sind. Die übrigen, in 7 bis 11 dargestellten Teile können identisch oder zumindest vergleichbar zur Vervollständigung des Werkzeugs nach der Erfindung gemäß 1 bis 6 herangezogen werden. Dies gilt insbesondere für das Trägerkörperelement 10 (vgl. 9), das auch ein Trägerkörperelement 9 gemäß 1 bis 6 aufnehmen kann, und für die Schneidelemente 3, 3', 3'', 3''' (vgl. 7), die identisch oder in vergleichbarer Ausbildung auch in das in 1 bis 6 dargestellte Element eingesetzt werden können.

Nachfolgend wird zunächst der in 7 bis 11 dargestellte Stand der Technik erläutert. Das Ausführungsbeispiel nach der Erfindung gemäß 1 bis 6, insbesondere die Unterschiede zum Stand der Technik, werden anschließend dargelegt.

In 7 ist in perspektivischer Ansicht ein Gewindefräs- oder -schneidwerkzeug 1 zu sehen. Es weist einen Trägerkörper 2 auf, der um die Rotationsachse D (vgl. 8) drehbar ist. Im linken axialen Endbereich des Werkzeugs 1 sind gleichmäßig über den Umfang verteilt vier Schneidelemente 3, 3', 3'', 3''' angeordnet, die radial nach innen gerichtete Schneidkanten aufweisen, mit denen ein nicht dargestelltes Werkstück mit einem Außengewinde versehen werden kann. Die Schneidelemente 3, 3', 3'', 3''' sind im Wesentlichen prismenförmig ausgebildet und liegen an radialen, axialen und in Umfangsrichtung angeordneten, nicht bezeichneten Anlageflächen am Trägerkörper 2 an. Zur Festlegung der Schneidelemente 3, 3', 3'', 3''' sind Befestigungselemente 4, 4', 4'', 4''' vorgesehen, die mittels einer Schraubverbindung 5, 5', 5'', 5''' am Trägerkörper 2 festgelegt sind. Wie später noch im Detail beschrieben werden wird, fixieren die Befestigungselemente 4, 4', 4'', 4''' im an den Trägerkörper 2 montierten Zustand die Schneidelemente 3, 3', 3'', 3''' so, dass diese fest in Position gehalten werden.

Details zum Aufbau des Werkzeugs 1 sind in den 8 bis 10 zu erkennen.

Wie am besten aus 9 hervorgeht, besteht der Trägerkörper 2 aus zwei Trägerkörperelementen 9 und 10. Das Trägerkörperelement 9 hat einen scheibenförmigen Aufnahmeabschnitt 13 sowie einen sich hieran axial mit geringerem Durchmesser anschließenden zylindrischen Abschnitt 11. Das Trägerkörperelement 10 ist im Wesentlichen hohlzylindrisch ausgebildet und weist eine Bohrung 12 zur Aufnahme des zylindrischen Abschnitts 11 des ersten Trägerkörperelements 9 auf. Am rechten axialen Ende des Trägerkörperelements 10 ist ein Werkzeugschnellspannsystem 16 mit einem Hohlspannkegel 17 (nach DIN 69893) angeordnet (s. 8 und 9). Ein Hohlspannkegel 17 ist ein Spannkegel zur Spannaufnahme des Werkzeugs 1, bei dem neben dem Außenkegel zusätzlich innere Spannelemente vorgesehen sind, die radial nach außen federnd drücken und somit den Kraftschluss verstärken und auch eine thermische Ausdehnung des Außenkegels nachführen.

Der Aufnahmeabschnitt 13 des ersten Trägerkörperelements 9 weist zur Unterstützung eines jeden Schneidelements 3, 3', 3'', 3''' je einen Abstützsteg 14 auf, der sich in axialer Richtung erstreckt. Hieran liegt das jeweilige Schneidelement 3, 3', 3'', 3''' an, wodurch eine präzise und stabile Halterung der Schneidelemente gewährleistet ist.

Damit die einzelnen Schneidelemente 3, 3', 3'', 3''' eine definierte und genaue Anlage im Trägerkörperelement 2 finden, weist der Aufnahmeabschnitt 13 – wie es am besten in 10 zu sehen ist – radiale Anlageflächen 6, 6', 6'', 6''' sowie Anlageflächen in Umfangsrichtung 7, 7', 7'', 7''' auf. In 9 ist indes zu sehen, dass das Trägerkörperelement 10 des Trägerkörpers 2 an seinem linken axialen Ende eine Anlagefläche in axialer Richtung 15, 15', 15'', 15''' aufweist.

Durch die Möglichkeit, den Trägerkörper 2 durch die beiden Trägerkörperelemente 9 und 10 zu bilden, ist es fertigungstechnisch in besonders einfacher Weise möglich, die Anlageflächen 6, 6', 6'', 6''', 7, 7', 7'', 7''' und 15, 15', 15'', 15''' zu fertigen, d. h. namentlich zu fräsen und anschließend zu schleifen. Nutgründe spielen dabei keine Rolle, wie es bei Einteiligkeit des Trägerkörpers 2 der Fall wäre. Die Fertigung der Anlageflächen erfolgt also bei demontierten Trägerkörperelementen 9 und 10.

Zur Verbindung der beiden Bauteile 9 und 10 hat es sich bewährt, das Trägerkörperelement 10 zu erhitzen und/oder das Trägerkörperelement 9 abzukühlen, den zylindrischen Abschnitt 11 dann in die Bohrung 12 einzuführen und anschließend einen Temperaturausgleich stattfinden zu lassen. Die beiden Trägerkörperelemente 9 und 10 werden auf diese Weise durch einen thermischen Schrumpfprozess miteinander verbunden, was insbesondere dazu führt, dass die beiden Teile maßgenau mit gleichmäßigem Kraftschluss und ohne Unwuchten miteinander verbunden sind; alternativ hierzu können freilich die beiden Teile 9 und 10 auch über eine Schraubverbindung miteinander verbunden werden.

Wie es insbesondere in 10 zu sehen ist, sind die Schneidelemente 3, 3', 3'', 3''' und die Befestigungselemente 4, 4', 4'', 4''' an ihrer Kontaktfläche so ausgebildet, dass sich eine Ebene 8, 8', 8'', 8''' ergibt, die sich in Richtung der Rotationsachse D erstreckt und die zur radialen Richtung R einen Winkel &agr; einschließt. Auf diese Weise wird erreicht, dass bei Festlegung des Befestigungselements 4, 4', 4'', 4''' auf das Schneidelement 3, 3', 3'', 3''' mittels der entstehenden Keilwirkung eine hohe Spannkraft ausgeübt wird, so dass die Schneidelemente 3, 3', 3'', 3''' sowohl in Umfangsrichtung als auch radial am Trägerkörper 2 festgelegt werden. In 10 ist zu sehen, dass die Befestigungselemente 4, 4', 4'', 4''' jeweils einen das Schneidelement 3, 3', 3'', 3''' radial übergreifenden Umgriff 20, 20', 20'', 20''' aufweist, womit eine besonders gute Festlegung der Schneidelemente 3, 3', 3'', 3''' am Trägerkörper 2 bewerkstelligt werden kann. Derartige Umgriffe 20, 20', 20'', 20''' sind jedoch nicht unbedingt erforderlich, um die Schneidelemente 3, 3', 3'', 3''' am Trägerkörper 2 sicher festzulegen.

Zur Versorgung der Schneid- bzw. Frässtelle der Schneidelemente 3, 3', 3'', 3''' mit Kühlschmiermittel hat der Trägerkörper 2 und namentlich die beiden Trägerkörperelemente 9 und 10 eine zentrische Versorgungsbohrung 18, s. 9, die im Bereich ihres linken axialen Endes in sich radial erstreckende Bohrungen bzw. Versorgungsnuten 18 übergeht. Wie in 10 gesehen werden kann, ist weiterhin ein Freistich 19, 19', 19'', 19''' im Bereich der Anlage des Schneidelements 3, 3', 3'', 3''' am Trägerkörper 2 vorgesehen, um die Passung der beiden anliegenden Flächen zu gewährleisten. Es ist technisch nicht möglich, an dieser Stelle einen 90°-Winkel exakt herzustellen. Aus diesem Grund ist der Freistich 19, 19', 19'', 19''' vorteilhaft, damit die Schneidelemente 3, 3', 3'', 3''' optimal anliegen. Zwischen den Schneidelementen 3, 3', 3'', 3''' und den Befestigungselementen 4, 4', 4'', 4''' befindet sich jeweils ein Spalt 21, 21', 21'', 21''', der als Kühlschmiermittelzulauf vorgesehen ist.

Das in 7 bis 11 dargestellte Gewindefräs- oder -schneidwerkzeug 1 nach dem Stand der Technik ist zur Fertigung eines Außengewindes vorgesehen, weshalb die Schneidelemente 3, 3', 3'', 3''' mit ihren Schneidkanten radial nach innen gerichtet sind. Genauso kann das Werkzeug aber auch zur Herstellung von Innengewinden verwendet werden, wobei dann die Schneidkanten des Schneidelements 3, 3', 3'', 3''' radial nach außen gerichtet sein müssen.

Im Falle der Fertigung eines Außengewindes ist das Gewindefräs- oder -schneidwerkzeug 1 als im Bereich der Schneidelemente 3, 3', 3'', 3''' glockenförmig ausgeformtes Werkzeug ausgebildet, also als ein Werkzeug, das von außen auf das Werkstück aufgesetzt werden kann. Die zu fertigenden Gewinde können Anschlussgewinde sein, die seitlich von einem größeren Werkstück abstehen. Da solche Anschlussgewinde in manchen Ausführungen in mehrfacher Ausführung in relativ kleinem Abstand zueinander erzeugt werden müssen, ist es wichtig, dass der Außendurchmesser des Werkzeugs 1 möglichst klein bleibt, was durch die beschriebenen Maßnahmen sichergestellt ist. Das Werkzeug ermöglicht – im Vergleich zu vorbekannten Lösungen mit Befestigungsschrauben für die Schneidelemente – eine Verringerung des Außendurchmessers, da sich bei den vorbekannten Lösungen beim Außendurchmesser immer die radialen Abmessungen der Schneidelemente und des Vorsprungs des Trägerkörpers addieren, bei der vorgeschlagenen Lösung jedoch praktisch die Schneidelemente die Außenfläche bilden können.

Auch die Handhabung verschlissener Schneidelemente ist sehr einfach, da diese sowohl radial von außen als auch axial von der Stirnseite des Werkzeugs her eingesetzt werden können.

Weitere Vorteile der beschriebenen Ausbildung sind neben der Platzersparnis und der kompakten Ausführung des Werkzeugs auch, dass die Schneidelemente nicht mehr durch Einbringung einer Bohrung für die Festlegung mittels einer Befestigungsschraube geschwächt werden müssen. Dies ist besonders relevant, da die Schneidelemente zumeist aus sprödem Material wie Hartmaterial, HSS (Schnellschnittstahl), CBN (kubisch kristallines Bornitrid) oder PKD (polykristalliner Diamant) bestehen.

Das Schneidelement kann also als Ganzes erhalten bleiben und darüber hinaus auch verkleinert ausgebildet werden, da kein Bereich mehr für das Schraubloch vorgesehen werden muss.

Auch ermöglicht es das Werkzeug, einen leichten Austausch eines verschlissenen Schneidelements gegen ein neues zu bewerkstelligen. Darüber hinaus kann das Schneidelement auch mehrere Schneidbereiche aufweisen, insbesondere an zwei, drei oder vier Ecken. Das Schneidelement kann dann im Falle von Verschleiß einfach um 90° oder um 180° gedreht werden, so dass das Werkzeug wieder einsatzfähig ist.

Das erläuterte Ausführungsbeispiel stellt auf ein Gewindefräs- oder -schneidwerkzeug zur Herstellung eines zylindrischen Außengewindes ab. Genauso ist es aber auch möglich, die Schneidkanten der Schneidelemente 3, 3', 3'', 3''' mit anderen Profilen zu versehen, so dass nicht nur die Verzahnung eines Gewindes hergestellt werden kann. Der schneidende Bereich der Schneidelemente 3, 3', 3'', 3''' kann auch zur Rotationsachse D hin geneigt sein, wodurch es möglich wird, kegelige Bolzen mit einem Gewinde zu versehen.

In 11 ist eine vollständige Vorderansicht auf das Werkzeug von der linken Seite gemäß 8 bzw. 9 dargestellt. 11 ist mit 10 im Wesentlichen identisch, wobei in 11 zusätzlich die Struktur des äußeren Bereiches 2' des Trägerkörpers 2 dargestellt ist. Die Kanten der Ausnehmungen im äußeren Bereich 2' des Trägerkörpers 2 sind in 10 aus Gründen der Übersichtlichkeit nicht dargestellt. Somit handelt es sich bei 11 um eine vollständige Vorderansicht auf das Werkzeug gemäß 8 und 9.

1 bis 6 zeigen ein Ausführungsbeispiels eines Gewindefräs- oder -schneidwerkzeugs nach der Erfindung, und zwar lediglich ein Trägerkörperelement 9 eines Trägerkörpers 2 eines Gewindefräs- oder -schneidwerkzeugs 1. Dieses Trägerkörperelement 9 kann beispielsweise entsprechend dem Trägerkörperelement 9 gemäß dem in 7 bis 11 dargestellten Werkzeug 1 nach dem Stand der Technik zusammen mit den anderen in den 7 bis 11 dargestellten Teilen, insbesondere dem Trägerkörperelement 10 und den Schneidelemente 3, 3', 3'', 3''', zu einem vollständigen Gewindefräs- oder -schneidwerkzeug 1 zusammengesetzt werden.

1 zeigt das Trägerkörperelement 9 in einer Vorderansicht (von der linken Seite in 3), 2 zeigt zur Verdeutlichung eine Vergrößerung des Ausschnitts X in 1. 3 zeigt das Trägerkörperelement 9 des Trägerkörpers 2 des Werkzeugs 1 nach der Erfindung in einer Seitenansicht. Weitere Details ergeben sich aus 4, in der ein Schnitt entlang der Linie A-A in 1 dargestellt ist, und aus 5, die einen Schnitt entlang der Linie C-C in 1 zeigt. 6 schließlich zeigt einen Schnitt entlang der Line B-B in 3.

Auch beim Gewindefräs- oder -schneidwerkzeug 1 nach der Erfindung ist der Trägerkörper 2 und damit auch das dargestellte Trägerkörperelement 9 um eine Rotationsachse D drehbar. Das Trägerkörperelement 9 hat ebenfalls einen scheibenförmigen Aufnahmeabschnitt 13 sowie einen sich hieran axial mit geringerem Durchmesser anschließenden zylindrischen Abschnitt 11 (vgl. 3). Das Trägerkörperelement 9 ist beispielsweise dazu bestimmt, mit einem Trägerkörperelement 10 entsprechend dem vorbeschriebenen Stand der Technik verbunden zu werden, indem der zylindrische Abschnitt 11 von der Bohrung 12 des Trägerkörperelements 10 aufgenommen wird (vgl. hierzu 9). Weitere Ausführung zur Ausbildung dieser Verbindung können den vorstehenden Darlegungen zum Stand der Technik entnommen werden.

Im linken axialen Endbereich des Werkzeugs 1 bzw. des Trägerkörperelements 9 können gleichmäßig über den Umfang verteilt vier Schneidelemente 3, 3', 3'', 3''' (nicht dargestellt) in entsprechende Ausnehmungen 30, 30', 30'', 30''' im Trägerkörperelement 9 eingebracht werden. Die Schneidelemente 3, 3', 3'', 3''' können entsprechend den obenstehend anhand des Stands der Technik beschriebenen Schneidelementen ausgebildet sein.

Der Aufnahmeabschnitt 13 des Trägerkörperelements 9 weist wie beim oben beschriebenen Stand der Technik zur Unterstützung eines jeden Schneidelements (nicht dargestellt) je einen Abstützsteg 14 auf, der sich in axialer Richtung erstreckt. Hieran liegt das jeweilige Schneidelement im eingesetzten Zustand an, wodurch eine präzise und stabile Halterung der Schneidelemente gewährleistet wird (nicht dargestellt).

Damit die einzelnen Schneidelemente 3, 3', 3'', 3''' eine definierte und genaue Anlage im Trägerkörperelement 2 finden, weist der Aufnahmeabschnitt 13 auch beim Ausführungsbeispiel nach der Erfindung radiale Anlageflächen 6, 6', 6'', 6''' sowie Anlageflächen in Umfangsrichtung 7, 7', 7'', 7''' auf (vgl. 1). Nicht dargestellt ist, dass wie beim vorbeschriebenen Sand der Technik das Trägerkörperelement 10 des Trägerkörpers 2 Anlageflächen in axialer Richtung aufweist (vgl. hierzu 9, Bezugszeichen 15', 15''').

Zur Festlegung der Schneidelemente 3, 3', 3'', 3''' sind auch beim Werkzeug 1 bzw. beim Trägerkörperelement 9 nach der Erfindung Befestigungselemente 4, 4', 4'', 4''' vorgesehen. Diese sind dazu bestimmt, in einem festgelegten bzw. fixierten Zustand die Schneidelemente am Trägerkörper 2 festzulegen und fest in Position zu halten.

Die Ausbildung und Anbringung der Befestigungselemente 4, 4', 4'', 4''' unterscheidet sich jedoch deutlich gegenüber dem vorbeschriebenen Stand der Technik. Dort sind die Befestigungselemente Einzelteile, die über Schraubverbindungen an den Trägerkörper montiert sind. Nach der Erfindung sind die Befestigungselemente 4, 4', 4'', 4''' einstückig mit dem Trägerkörper 2, und zwar konkret mit dem Trägerkörperelement 9, ausgebildet und mit diesem über einen dünnen Steg 31 verbunden. Aufgrund des geringen Durchmessers des Steges 31 ist diese Verbindung federelastisch, d.h. die Befestigungselemente 4, 4', 4'', 4''' können relativ zum Trägerkörper 2 bzw. Trägerkörperelement 9 bewegt werden, und zwar in einer Ebene senkrecht zur Rotationsachse D des Werkzeugs 1.

Die detaillierte Ausbildung der Befestigungselemente 4, 4', 4'', 4''' ist in 2 ersichtlich. Der Steg 31 ist gebildet durch Ausnehmungen 32, 33 im Trägerkörperelement 9. In einem unbelasteten Ruhezustand trägt der Steg 31 das Befestigungselement 4 derart, dass das Befestigungselement 4 nur über den Steg 31 mit dem restlichen Trägerkörperelement 9 verbunden ist und ansonsten von diesem durch die Ausnehmungen 32, 33 beabstandet ist. Gleichzeitig begrenzen die Ausnehmungen 32, 33 die Beweglichkeit des Befestigungselements 4.

Aufgrund der einstückigen Ausbildung sind die Befestigungselemente 4, 4', 4'', 4''' in jedem Zustand mit dem Trägerkörper 2 verbunden und müssen daher nicht aufwändig positioniert und montiert werden. Zum Einsetzen der Schneidelemente befinden sie sich immer in einer vorgegebenen Position, der federelastische Steg 31 ermöglicht ein Nachgeben und damit ein einfaches Einsetzen der Schneidelemente in die Ausnehmungen 30, 30', 30'', 30'''.

Die Festlegung der Schneidelemente an dem Trägerkörper 2 erfolg durch Festlegen bzw. Fixieren der Befestigungselemente 4, 4', 4'', 4''' über Schraubverbindungen 5, 5', 5'', 5''' (vgl. 6). In den Figuren dargestellt sind lediglich die Ausnehmungen der Schraubverbindungen in den Befestigungselementen 4, 4', 4'', 4''' und dem Trägerkörperelement 9. In diese Ausnehmungen werden Schrauben eingebracht zur Festlegung bzw. Fixierung der Befestigungselemente 4, 4', 4'', 4''' am Trägerkörper 2 bzw. Trägerkörperelement 9. Die Schraubverbindungen 5, 5', 5'', 5''' werden zur Festlegung der Schneidelemente am Trägerkörper 2 derart festgezogen, dass das jeweilige Schneidelement zwischen Trägerkörper 2 bzw. Trägerkörperelement 9 und dem jeweiligen Befestigungselement 4, 4', 4'', 4''' eingekeilt und damit für eine Werkstückbearbeitung ausreichend fest mit dem restlichen Werkzeug 1 verbunden ist.

Das Werkzeug 1 gemäß der Erfindung sieht somit folgende Vorgehensweise zur Befestigung der Schneidelemente vor: Zunächst werden die Schneidelemente in die Ausnehmungen 30, 30', 30'', 30''' eingesetzt. Hierfür befinden sich die Befestigungselementen 4, 4', 4'', 4''' in einem gelösten Zustand, d.h. die Schraubverbindungen 5, 5', 5'', 5''' sind zumindest gelockert oder völlig gelöst, so dass die Befestigungselementen 4, 4', 4'', 4''' zwar über den federelastischen Steg 31 weiterhin mit dem Trägerkörperelement 9 verbunden sind, aber dennoch gegenüber dem Trägerkörperelement 9 schwingen können. Nach dem Einsetzen der Schneidelemente werden die Schraubverbindungen 5, 5', 5'', 5''' festgezogen, d.h. die Befestigungselementen 4, 4', 4'', 4''' werden derart auf das Trägerkörperelement 9 zu bewegt, dass sich die Ausnehmung 32 verkleinert. Dabei drückt das jeweilige Befestigungselement 4, 4', 4'', 4''' gegen das zugeordnete Schneidelement und keilt es zwischen Trägerkörperelement 9 und jeweiligem Befestigungselement 4, 4', 4'', 4''' fest ein. Das Schneidelement liegt nunmehr fest an der jeweiligen radialen Anlageflächen 6, 6', 6'', 6''' und an der jeweiligen Anlagefläche 7, 7', 7'', 7''' in Umfangrichtung des Trägerkörperelements 9 und an einer Keilkante oder Keilfläche des jeweiligen Befestigungselements 4, 4', 4'', 4''' an.

Die Befestigungselemente 4, 4', 4'', 4''' befinden sich in einem festgelegten bzw. fixierten Zustand. Zum Entnehmen der Schneidelemente werden die Schraubverbindungen 5, 5', 5'', 5''' wieder gelockert oder vollkommen gelöst und damit die Befestigungselemente 4, 4', 4'', 4''' in den gelösten Zustand überführt.

In den Figuren ist zu sehen, dass die Befestigungselemente 4, 4', 4'', 4''' jeweils einen Vorsprung bzw. Umgriff 20, 20', 20'', 20''' aufweisen. Dieser dient dazu, das Schneidelement (nicht dargestellt) radial zu übergreifenden, womit eine besonders gute Festlegung der Schneidelemente 3, 3', 3'', 3''' am Trägerkörper 2 bewerkstelligt werden kann. Derartige Vorsprünge bzw. Umgriffe 20, 20', 20'', 20''' sind jedoch nicht unbedingt erforderlich, um die Schneidelemente am Trägerkörper 2 sicher festzulegen.

Zur Versorgung der Schneid- bzw. Frässtelle der Schneidelemente 3, 3', 3'', 3''' mit Kühlschmiermittel hat das Trägerkörperelement 9 nach der Erfindung ebenso wie das Trägerkörperelement 9 nach dem Stand der Technik eine zentrische Versorgungsbohrung 18 (vgl. 4 und 5). Wie in 1 und 2 gesehen werden kann, ist wie beim Stand der Technik ein Freistich 19, 19', 19'', 19''' im Bereich der Anlage des Schneidelements 3, 3', 3'', 3''' am Trägerkörperelement 9 vorgesehen, um die Passung der beiden anliegenden Flächen zu gewährleisten. Dessen Funktion ergibt sich aus den diesbezüglichen Ausführungen zum Stand der Technik.

Aus 1 ist ferner ersichtlich, dass das Werkzeug 1 gemäß der Erfindung eine Abschrägung 34 der Befestigungselemente 4, 4', 4'', 4''' aufweist. Bei eingesetztem Schneidelement entsteht dadurch ein Spalt 21 zwischen dem Schneidelement und dem Befestigungselement 4, der als Kühlschmiermittelzulauf vorgesehen ist.

Selbstverständlich können auch beim Werkzeug nach der Erfindung die Schneidelemente mit mehreren Schneidbereichen eingesetzt werden. Die Schneidelemente können dann im Falle von Verschleiß einfach um beispielsweise 90° oder 180° gedreht werden, so dass das Werkzeug wieder einsatzfähig ist.

1Gewindefräs- oder -schneidwerkzeug 2Trägerkörper 2'äußerer Bereich des Trägerkörpers 3Schneidelement 3'Schneidelement 3''Schneidelement 3'''Schneidelement 4Befestigungselement 4'Befestigungselement 4''Befestigungselement 4'''Befestigungselement 5Schraubverbindung 5'Schraubverbindung 5''Schraubverbindung 5'''Schraubverbindung 6radiale Anlagefläche 6'radiale Anlagefläche 6''radiale Anlagefläche 6'''radiale Anlagefläche 7Anlagefläche in Umfangsrichtung 7'Anlagefläche in Umfangsrichtung 7''Anlagefläche in Umfangsrichtung 7'''Anlagefläche in Umfangsrichtung 8Ebene 8'Ebene 8''Ebene 8'''Ebene 9Trägerkörperelement 10Trägerkörperelement 11zylindrischer Abschnitt 12Bohrung 13Aufnahmeabschnitt 14Abstützsteg 15Anlagefläche in axialer Richtung 15'Anlagefläche in axialer Richtung 15''Anlagefläche in axialer Richtung 15'''Anlagefläche in axialer Richtung 16Werkzeugschnellspannsystem 17Hohlspannkegel 18Versorgungsbohrungen/Versorgungsnuten 19Freistich 19'Freistich 19''Freistich 19'''Freistich 20Umgriff, Vorsprung 20'Umgriff, Vorsprung 20''Umgriff, Vorsprung 20'''Umgriff, Vorsprung 21Spalt 21'Spalt 21''Spalt 21'''Spalt 30Ausnehmung 30'Ausnehmung 30''Ausnehmung 30'''Ausnehmung 31federelastischer Verbindungssteg, Steg 32, 33Ausnehmungen 34Abschrägung DRotationsachse Rradiale Richtung &agr;Winkel

Anspruch[de]
  1. Gewindefräs- oder -schneidwerkzeug (1) mit

    a) einem um eine Rotationsachse (D) drehbaren Trägerkörper (2),

    b) mindestens einem Schneidelement (3, 3', 3'', 3''') und

    c) mindestens einem Befestigungselement (4, 4', 4'', 4'''),

    d) wobei das Befestigungselement (4, 4', 4'', 4''') federelastisch (31) mit dem Trägerkörper (2) verbunden ist,

    e) wobei das Befestigungselement (4, 4', 4'', 4''') über mindestens ein Verbindungsmittel (5, 5', 5'', 5'''), insbesondere eine Schraubverbindung (5, 5', 5'', 5'''), reversibel am Trägerkörper (2) festlegbar oder festgelegt ist und/oder fixierbar oder fixiert ist,

    f) wobei das mindestens eine Schneidelement (3, 3', 3'', 3''') zwischen dem Trägerkörper (2) und dem mindestens einen Befestigungselement (4, 4', 4'', 4''') und/oder zwischen wenigstens zwei Befestigungselementen formschlüssig und/oder kraftschlüssig und lösbar festlegbar oder festgelegt ist, und

    g) wobei jedes Befestigungselement (4, 4', 4'', 4''') und jedes Verbindungsmittel (5, 5', 5'', 5''') jeweils außerhalb des Schneidelements (3, 3', 3'', 3''') angeordnet ist und jeweils weder das Schneidelement (3, 3', 3'', 3''') durchdringt noch vom Schneidelement umschlossen wird.
  2. Gewindefräs- oder -schneidwerkzeug nach Anspruch 1, bei dem das Befestigungselement (4, 4', 4'', 4''') über einen Steg (31) federelastisch mit dem Trägerkörper (2) verbunden ist.
  3. Gewindefräs- oder -schneidwerkzeug nach Anspruch 1 oder Anspruch 2, bei dem das Befestigungselement (4, 4', 4'', 4''') und/oder der Steg (31) einstückig mit dem Trägerkörper (2) oder zumindest einem Trägerkörperelement (9) ausgebildet ist.
  4. Gewindefräs- oder -schneidwerkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem jedes Befestigungselement (4, 4', 4'', 4''') in einem festgelegten und/oder fixierten Zustand an dem zugehörigen Schneidelement (3, 3', 3'', 3''') von außen anliegt, so dass es das Schneidelement (3, 3', 3'', 3''') festlegt, und in einem gelösten Zustand des oder der Befestigungselements/e (4, 4', 4'', 4''') das zugehörige Schneidelement (3, 3', 3'', 3''') vom Trägerkörper (2) abnehmbar ist.
  5. Gewindefräs- oder -schneidwerkzeug nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, bei dem das mindestens eine Schneidelement (3, 3', 3'', 3''') zwischen dem Trägerkörper (2) und dem mindestens einen Befestigungselement (4, 4', 4'', 4''') und/oder zwischen wenigstens zwei Befestigungselementen klemmbar oder geklemmt ist.
  6. Gewindefräs- oder -schneidwerkzeug nach Anspruch 5, bei dem wenigstens ein Befestigungselement (4, 4', 4'', 4''') zumindest im Klemmbereich mit dem Schneidelement nach Art eines Klemmkeils und/oder im Wesentlichen prismenförmig ausgebildet ist und/oder eine Klemmkeilwirkung auf das Schneidelement ausübt.
  7. Gewindefräs- oder -schneidwerkzeug nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, bei dem das Befestigungselement (4, 4', 4'', 4''') in einem festgelegten und/oder fixierten Zustand das Schneidelement (3, 3', 3'', 3''') in radialer Richtung zumindest teilweise umgreift, insbesondere Mittels eines Umgriffs und/oder Vorsprungs (20, 20', 20'', 20'''), und gegen den Trägerkörper (2) drückt.
  8. Gewindefräs- oder -schneidwerkzeug nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, bei dem der Trägerkörper (2) für das oder jedes Schneidelement (3, 3', 3'', 3''') wenigstens eine Anlagefläche (6, 6', 6'', 6''') in radialer Richtung und/oder wenigstens eine Anlagefläche (7, 7', 7'', 7''') in Umfangsrichtung und/oder wenigstens eine Anlagefläche in axialer Richtung (15', 15''') aufweist und bei dem das Schneidelement (3, 3', 3'', 3''') zwischen dem Befestigungselement (4, 4', 4'', 4''') und der Anlagefläche (6, 6', 6'', 6''') in radialer Richtung und/oder der Anlagefläche (7, 7', 7'', 7''') in Umfangsrichtung und/oder der Anlagefläche in axialer Richtung (15', 15''') festlegbar oder festgelegt ist, wobei vorzugsweise jede Anlagefläche geschliffen ist.
  9. Gewindefräs- oder -schneidwerkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem der Trägerkörper (2) mindestens einen Aufnahmeabschnitt (13) zur Aufnahme und Halterung des mindestens einen Schneidelements (3, 3', 3'', 3''') aufweist, der vorzugsweise mindestens einen sich in axiale Richtung erstreckenden Abstützsteg (14) für das Schneidelement (3, 3', 3'', 3''') aufweist.
  10. Gewindefräs- oder -schneidwerkzeug nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, bei dem wenigstens ein Schneidelement (3, 3', 3'', 3''') mindestens zwei Schneidbereiche aufweist und/oder den Trägerkörper (2) einseitig axial überragt und/oder radial nach innen gerichtete wirksame Schneidkanten aufweist.
Es folgen 9 Blatt Zeichnungen






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