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Dokumentenidentifikation DE102005034002A1 07.09.2006
Titel Verfahren zur bidirektionalen Datenübertragung
Anmelder Brahms, Martin, Dipl.-Ing., 31552 Rodenberg, DE
Erfinder Brahms, Martin, Dipl.-Ing., 31552 Rodenberg, DE
DE-Anmeldedatum 18.07.2005
DE-Aktenzeichen 102005034002
Offenlegungstag 07.09.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 07.09.2006
IPC-Hauptklasse H04M 11/06(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
Zusammenfassung Es wird ein Verfahren zur bidirektionalen Datenübertragung zwischen einer Zentrale eines Fernmeldenetzes und mindestens einem Teilnehmer angegeben, der über mindestens eine Kupfer-Doppelader mit der Zentrale verbunden ist, bei welchem Schmalbanddienste und Breitbanddienste simultan über die Doppeladern übertragen werden. Für jeden Teilnehmer sind in der Zentrale ein Gerät mit einem ersten Multiplexer/Demultiplexer und bei jedem Teilnehmer ein Gerät mit einem zweiten Multiplexer/Demultiplexer angeordnet, durch welche die Schmalbanddienste und die Breitbanddienste in Sende-Übertragungsrichtung zu einem Datenstrom vereinigt und in Empfangs-Übertragungsrichtung getrennt werden. Zur Übertragung der Daten zwischen den beiden Geräten mit den Multiplexern/Demultiplexern wird ein symmetrisches Breitband-Datenübertragungsverfahren eingesetzt.

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur bidirektionalen Datenübertragung zwischen einer Zentrale eines Fernmeldenetzes und mindestens einem Teilnehmer, der über mindestens eine Kupfer-Doppelader mit der Zentrale verbunden ist, bei welchem Schmalbanddienste und Breitbanddienste simultan über die Doppeladern übertragen werden.

Entsprechende leitungsgebundene Datenübertragungsverfahren sind seit langem bekannt und weltweit im Einsatz. Die bei diesem Verfahren erreichbare Übertragungsgeschwindigkeit ist stark abhängig vom Kabeltyp, in dem die Doppelader enthalten ist, von der Beschaltung mit übertragungstechnischen Betriebsarten und vor allem von der Länge des Kabels bzw. der Kupferadern. Es besteht ein steigender Bedarf an Breitbandübertragungen, für die beispielsweise von der Deutschen Telekom die sogenannte T-DSL- bzw. ADSL-Technik (Asymmetrical Digital Subscriber Line) angeboten wird. Einer Vielzahl von Online-Kunden kann dieser Dienst aber noch nicht zur Verfügung gestellt werden. Betroffen sind in der Regel alle diejenigen, die mehr als 3 km von der nächsten Zentrale entfernt sind. Mit Einführung höherer Download-Bitraten (1 Mbit/s, 2 Mbit/s und 3 Mbit/s) wird dieses Problem weiter verschärft. Um hier schnell eine Erweiterung wenigstens partiell zu erreichen, können Kabelverzweiger, die als „graue Kästen" am Straßenrand zu finden sind, mit einem „Mini-DSLAM" ausgerüstet werden, um von diesem Standort aus weitere 3 km zu überwinden. Die hierfür erforderlichen Investitionen sind hoch und auch nicht zukunftssicher, denn es wird ein weiterer Aufschwung bei den „symmetrischen" Netzzugängen erwartet, der eine zusätzliche Bandbreiten-Leistung erfordert.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, das eingangs geschilderte Verfahren so zu verbessern, dass unter Verwendung bestehender Anlagen eine erhöhte Reichweite der Datenübertragung auf einfache Weise realisierbar ist.

Diese Aufgabe wird gemäß der Erfindung dadurch gelöst,

  • – dass für jeden Teilnehmer in der Zentrale ein Gerät mit einem ersten Multiplexer/Demultiplexer und bei jedem Teilnehmer ein Gerät mit einem zweiten Multiplexer/Demultiplexer angeordnet sind, durch welche die Schmalbanddienste und die Breitbanddienste in Übertragungsrichtung zu einem Datenstrom vereinigt und in Empfangsrichtung getrennt werden und
  • – dass zur Übertragung der Daten zwischen den beiden Geräten mit den Multiplexern/Demultiplexern ein symmetrisches Breitband-Datenübertragungsverfahren eingesetzt wird.

Bei diesem Verfahren kommen Breitband-Übertragungsverfahren zur Anwendung, mit denen symmetrisch hohe Bitraten bei gleichzeitig hoher Reichweite übertragen werden können. Solche Verfahren sind beispielsweise:

  • – SHDSL (Symmetrical High Bitrate Digital Subscriber Line), eine Weiterentwicklung von SDSL (Singel oder Symmetrical Digital Subscriber Line), Vergrößerung der Reichweite um bis zu 25% mit TCPAM-Verfahren, bitratenadaptiv, maximale Bitrate 2,3 Mbit/s.
  • – G.SHDSL (Standardisiertes SHDSL-Verfahren, das eine Interoperabilität bei Geräten unterschiedlicher Hersteller ermöglicht). Es ist definiert durch die ITU-T Norm G.991.2. Mit Bitraten von 192 kbit/s bis zu 2,3 Mbit/s bietet G.SHDSL im Vergleich zu SDSL mit 2B1Q-Linecode eine bis zu 25% bessere Reichweite, die vergleichbar ist mit der von ADSL. Ein wichtiger Aspekt ist die sehr gute spektrale Kompatibilität zu anderen DSL-Diensten (insbesondere zu ADSL). Verträglichkeit zu anderen im gleichen Kabel laufenden Diensten stellt ein immer wichtigeres Kriterium dar – auch hier ist SHDSL als Nachfolge-Standard zu allen bisherigen symmetrischen DSL-Technologien wie HDSL, HDSL 2 und SDSL eine hervorragende Lösung. SHDSL ist damit gut geeignet, ältere xDSL-Übertragungs-Technologien in der Zukunft zu ersetzen.

Im Netz der Deutschen Telekom AG ist der übertragungstechnisch kritische Eckwert bei Fernmeldekabeln mit 0,4 mm Aderndurchmesser durch die maximal planbare Leitungslänge von 4,2 km gegeben. Bei größeren Leitungslängen kommen Kabel mit größeren Aderdurchmessern (0,5 mm, 0,6 mm, 0,8 mm, ...) zum Einsatz, die für Breitband-Signalspektren deutlich geringere Dämpfungen aufweisen.

G.SHDSL erlaubt bei einer Bitrate von 2,3 Mbit/s auf Kabeln mit 0,4 mm Aderndurchmesser eine maximale Reichweite von ca. 4,2 km (ohne Störbelag). Darüber hinaus kann die Bitraten-„Reserve" (2,304 Mbit/s – 2,048 Mbit/s = 4 × 64 kbit/s) für die Übertragung von Schmalbanddiensten (analoges Telefon oder ISDN) verwendet werden, so dass auf die bei ADSL eingesetzten Splitter verzichtet werden kann. Außerdem können bei allen symmetrischen SHDSL-Verfahren zur Überbrückung größerer Entfernungen Zwischenregeneratoren eingesetzt werden.

Mit dem Verfahren nach der Erfindung wird

  • • allen Telekommunikations-Teilnehmern (Telefon- bzw. ISDN-Kunden), die über eine Kupfer-Doppelader (normale Anschlussleitung) an eine Zentrale angeschlossen sind, ein Breitbandanschluss bereit gestellt. Es können somit auch die Teilnehmer versorgt werden, die bisher aus Gründen der Reichweitenproblematik keinen ADSL-Anschluss erhalten können,
  • • den Teilnehmern wahlweise ein asymmetrischer Breitband-Internet-Anschluss konform zu den derzeit bestehenden Diensten oder auch ein symmetrischer Breitband-Internet-Anschluss für künftige interaktive Dienste bereit gestellt,
  • • eine Migration von asymmetrischen auf symmetrische Breitband-Internet-Anschlüssen durch einfache Umkonfigurierung ermöglicht,
  • • der vorhandene Telefon- oder ISDN-Anschluss ohne Austausch der übertragungstechnischen Geräte und der Endgeräte beim Teilnehmer durch einen Software-Download von der Zentrale in einen Voice-over-IP (VoIP)-Betrieb überführt,
  • • der vorhandene Telefon- oder ISDN-Anschluss ohne die Inanspruchnahme zusätzlicher Kupfer-Doppeladern uneingeschränkt simultan weiter verwendet,

Darüber hinaus können die Netzbetreiber und die Teilnehmerin Bezug auf Montage, Handhabung, Einsatzplanung und Dienstmerkmale weitgehend in gleicher Weise vorgehen, wie bei der als Massendienst eingeführten ADSL-Technik.

Die mit dem Verfahren nach der Erfindung arbeitende Anordnung kann als Anordnung von elektronischen übertragungstechnischen Geräten als "Integriertes Breitband Teilnehmeranschluss System" zur Bereitstellung eines Breitband-Datenkommunikationsanschlusses über eine Kupfer-Doppelader in einer Teilnehmer-Anschlussleitung in Telekommunikationsnetzen ausgebildet sein, bei der ein modernes leistungsfähiges, symmetrisch arbeitendes Breitband-Datenübertragungsverfahren zum Einsatz kommt und bei der gleichzeitig Telefon- oder ISDN-Anschlüsse über dieselbe Kupfer-Doppelader simultan betrieben werden können. Dabei besteht die Anordnung der übertragungstechnischen Geräte aus einem zentralseitigen Gerät mit dem ersten Multiplexer/Demultiplexer (LT-Gerät) und einem teilnehmerseitigen Gerät mit dem zweiten Multiplexer/Demultiplexer (NT-Gerät). Die Telefon- oder ISDN-Schnittstelle wird auf beiden Seiten des digitalen Breitband-Übertragungsweges durch elektronische Schaltungen nachgebildet. Die für den digitalisierten Telefon- oder ISDN-Kanal erforderliche Schmalband-Datenübertragungskapazität kann aus einer Bitratenreserve der Breitband-Datenübertragung in Anspruch genommen werden. Auf der Teilnehmerseite ist die Funktion des DSL-Modems mit der Breitband-Datenschnitstelle, z.B. Ethernet (10/100BaseT), mit integriert und auf der Seite der Zentrale kann die Breitband-Datenschnittstelle so ausgeführt werden, dass eine einfache Verbindung zu einem gewöhnlichen Digitalen Subscriber Line Multiplexer (DSLAM) für DSL-Dienste hergestellt werden kann.

Bei der Anordnung kann als Breitband-Datenübertragungsverfahren das SHDSL-, G.SHDSL oder ein anderes leistungsfähiges, symmetrisch arbeitendes Breitband-Übertragungsverfahren zum Einsatz kommen, das auf Teilnehmer-Anschlussleitungen eingesetzt werden kann.

Bei der Anordnung kann die zentralseitige Breitband-Datenschnittstelle zum Beispiel als Ethernet-Schnittstelle (z.B. 10/100BaseT), als asymmetrische DSL-Schnittstelle (z.B. ADSL), als symmetrische DSL-Schnittstelle (z.B. SDSL, G.SDSL) oder als Kombination der genannten Schnittstellen ausgeführt sein.

Bei der Anordnung kann für die Überbrückung größerer Längen bzw. zur Erhöhung der Reichweite mindestens ein Zwischenregenerator eingesetzt werden. Das ist wegen des symmetrischen Übertragungsverfahrens möglich. Dabei kann die Stromversorgung des Zwischenregenerators durch örtliche Speisung, durch Gleichstrom-Fernspeisung über die Anschlussleitung vom zentralseitigen LT-Gerät oder vom teilnehmerseitigen NT-Gerät erfolgen.

Bei der Anordnung kann die Stromversorgung des teilnehmerseitigen NT-Gerätes durch Gleichstrom-Fernspeisung vom zentralseitigen NT-Gerät erfolgen.

Bei der Anordnung kann auf der Teilnehmerseite die Schnittstelle für den einen ISDN-Anschluss gegebenenfalls entweder als U-Schnittstelle (z.B. Uko) zum Anschluss eines ISDN-NT oder als S-Schnittstelle (z.B. So) für den Anschluss an das ISDN-Endgeräte-Bussystem ausgeführt sein.

Bei der Anordnung kann sowohl im teilnehmerseitigen Gerät als auch im Gerät in der Zentrale in Form einer Hardware- oder Softwarelösung eine so genannte IP-Schleuse (auch als Voice-over-IP-Gateway bezeichnet) integriert sein, die sich bei Bedarf aktivieren läßt, um die angeschlossenen Voice-Endgeräte (analoges Telefon, analoges Faxgerät oder ein ISDN-Endgerät) in einem IP-Telekommunikationsnetz der neuen Generation („New Generation Network") betreiben zu können.

Bei der Anordnung kann im zentralseitigen LT-Gerät und im teilnehmerseitigen NT-Gerät und gegebenenfalls auch in einem Zwischenregenerator eine Umgehungsschaltung vorgesehen werden, die bei einem Ausfall der Breitband-Datenübertragung oder der teilnehmerseitigen Stromversorgung bewirkt, dass automatisch mit mechanischen oder elektronischen Relais eine direkte Verbindung des Telefonapparates bzw. des ISDN-Netzabschlussgerätes mit der korrespondierenden zentralseitigen Vermittlungsanlage hergestellt wird, so dass dieser Betrieb sichergestellt ist.

Bei der Anordnung kann das LT-Gerät als Universal-DSL-DSLAM ausgeführt sein, der neben der Funktion des zentralseitigen LT-Gerätes auch die üblichen Funktionen eines DSLAMs (u.a. Switching- und Routing-Funktionen) beinhaltet und an den eine größere Anzahl von NT-Geräten über die Anschlussleitungen angeschlossen werden kann.

Bei der Anordnung kann im Universal-DSLAM für die Telefon- und ISDN-Dienste eine protokollbasierte standardisierte vermittlungstechnische Schnittstelle (z.B. V52-Schnittstelle) für den Anschluss an die Vermittlungsanlage verwendet werden.

Bei der Anordnung kann die Betriebsart eines jeden Breitband-Datenanschlusses individuell programmierbar oder konfigurierbar sein, für einen asymmetrischen oder symmetrischen Betrieb und für die jeweilige Bitrate.

Bei der Anordnung können mindestens zwei zentralseitige Geräte mit einem ersten Multiplexer/Demultiplexer zu einem Systemgerät zusammengefaßt sein.

Das Verfahren nach der Erfindung wird anhand der Zeichnungen in Ausführungsbeispielen erläutert. Entsprechende Anordnungen sind als Ausführungsbeispiele in den Zeichnungen dargestellt.

Es zeigen:

1 eine Anordnung zur Durchführung des Verfahrens nach der Erfindung.

2 bis 5 Ausgestaltungen der Anordnung nach 1.

Bei der Anordnung nach 1 sind der Zugang zu einem breitbandigen Datennetz und und zu einem schmalbandigen öffentlichen Fernmeldenetz in der Zentrale eines Netzbetreibers bzw. Providers vorhanden. Ein breitbandiges Datennetz ist beispielsweise das Internet. Schmalbandige Dienste sind beispielsweise ein Telefonanschluß oder ein ISDN-Anschluß. In der Zentrale ist ein mit „LT-Gerät" bezeichnetes Gerät mit einem ersten Multiplexer/Demultiplexer vorhanden, das einem an die Zentrale angeschlossenen Teilnehmer zugeordnet ist. Das LT-Gerät ist somit direkt mit beiden Netzen verbunden.

Auf der Teilnehmerseite ist ein als „NT-Gerät" bezeichnetes Gerät mit einem zweiten Multiplexer/Demultiplexer vorhanden, an das entweder ein Telefon oder eine ISDN-Anlage sowie ein Datenendgerät, z.B. ein Personal-Computer mit Breitband-LAN-Schnittstelle oder ein lokales Breitband-Daten-Netzwerk, z.B. ein mit Ethernet ausgeführtes LAN, angeschlossen sind. LT-Gerät und NT-Gerät sind über mindestens eine Kupfer-Doppelader miteinander verbunden.

Die zu übertragenden Daten beider Dienste werden in Übertragungsrichtung im LT-Gerät oder im NT-Gerät zusammengefaßt und in Empfangsrichtung in beiden Geräten getrennt.

Für die Überbrückung größerer Längen der Teilnehmeranschlussleitung kann zur Erhöhung der Reichweite mindestens ein Zwischenregenerators (ZWR) eingeschaltet werden. Die Stromversorgung des Zwischenregenerators kann entweder durch örtliche Speisung oder durch Gleichstrom-Fernspeisung über die Anschlussleitung vom zentralseitigen LT-Gerät oder vom teilnehmerseitigen NT-Gerät erfolgen.

Um Betriebsstörungen durch einen Ausfall der lokalen Stromversorgung auf der Teilnehmerseite zu vermeiden, kann die Stromversorgung des teilnehmerseitigen NT-Gerätes durch Gleichstrom-Fernspeisung vom zentralseitigen LT-Gerät erfolgen.

Um einen Betrieb des Telefonanschlusses bzw. des ISDN-Anschlusses bei Ausfall der Breitband-Datenübertragung oder der teilnehmerseitigen lokalen Stromversorgung sicher zu stellen, kann das Gesamtsystem mit einer "Umgehungsschaltung" gemäß 3 ausgestattet werden. Eine solche Umgehungsschaltung kann mechanische oder elektronische Relais zur Herstellung einer direkten Verbindung des Telefonapparates bzw. des ISDN-Netzabschlusses mit der zentralseitigen korrespondierenden Vermittlungsanlage verwenden. Das Umschalten in den Umgehungs-Zustand erfolgt dabei automatisch.

Je nach den Möglichkeiten, den ein vorhandener DSLAM bietet, kann vorgesehen werden, dass die Betriebsart des Breitband-Datenanschlusses für asymmetrischen oder symmetrischen Betrieb und für die jeweilige Bitrate programmierbar bzw. konfigurierbar ist. Gleiches gilt für die Auswahl der Art der Schnittstelle zwischen dem NT-Gerät und dem DSLAM.

Das vermittlungsseitige LT-Gerät kann gemäß 4 integraler Bestandteil eines speziellen Universal-DSL-DSLAM werden, der die funktionellen Einheiten LT-Gerät und ADSL/SHDSL-DSLAM integriert. In diesem Fall werden je nach Auslegung des Universal-DSL-DSLAMs eine entsprechend hohe Anzahl von teilnehmerseitigen NT-Geräten über die Anschlussleitungen direkt mit diesem Universal-DSL-DSLAM verbunden.

Besondere Vorteile einer solchen Anordnung bestehen in einer Kostenersparnis durch Zusammenfassung funktioneller Einheiten und in einer Platzersparnis. Die Betriebsart eines jeden Breitband-Datenanschlusses ist individuell programmierbar für asymmetrischen oder symmetrischen Betrieb und in der jeweiligen Bitrate. Der Netzbetreiber/Provider braucht nur noch ein System für alle DSL-Anschlusstypen zu betreiben.

Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung des Universal-DSL-DSLAMs ist gemäß 5 die Implementierung einer protokollbasierten, konzentrierenden vermittlungstechnischen Schnittstelle. Eine solche Schnittstelle ist z.B. die standardisierte V5.2 – Schnittstelle, die weltweit zunehmend verwendet wird. In diesem Fall werden die Telefondienste bzw. die ISDN-Dienste nicht jeweils auf einzelnen Kupfer-Doppeladern an die Vermittlungsanlage übertragen, sondern konzentriert über eine oder mehrere E1-Schnittstellen (n × 2,048 Mbit/s nach G.703).

Besondere Vorteile einer solchen Anordnung sind, dass eine protokollbasierte vermittlungstechnische Schnittstelle, z.B. V5.2-Schnittstelle, über größere Entfernungen übertragen werden kann, so dass es nicht zwingend notwendig ist, dass die Vermittlungsanlage und z.B. der Remote Access Server für den Breitband-Datennetzzugang an einem Ort vorhanden sind. Außerdem ergibt sich für den Netzbetreiber/Provider wegen Einsparung von Hardware für die einzelnen Schnittstellenumsetzungen in der Vermittlungsanlage und im Universal-DSL-DSLAM eine Kostenersparnis. Zusätzlich entfällt der Verkabelungs- und Rangieraufwand.


Anspruch[de]
  1. Verfahren zur bidirektionalen Datenübertragung zwischen einer Zentrale eines Fernmeldenetzes und mindestens einem Teilnehmer, der über mindestens eine Kupfer-Doppelader mit der Zentrale verbunden ist, bei welchem Schmalbanddienste und Breitbanddienste simultan über die Doppeladern überfragen werden, dadurch gekennzeichnet,

    – dass für jeden Teilnehmer in der Zentrale ein Gerät mit einem ersten Multiplexer/Demultiplexer und bei jedem Teilnehmer ein Gerät mit einem zweiten Multiplexer/Demultiplexer angeordnet sind, durch welche die Schmalbanddienste und die Breitbanddienste in Sende-Übertragungsrichtung zu einem Datenstrom vereinigt und in Empfangs-Übertragungsrichtung getrennt werden, und

    – dass zur Übertragung der Daten zwischen den beiden Geräten mit den Multiplexern/Demultiplexern ein symmetrisches Breitband-Datenübertragungsverfahren eingesetzt wird.
  2. Anordnung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass in dem Gerät mit dem zweiten Multiplexer/Demultiplexer auf der Teilnehmerseite die Schnittstellen und Funktionen eines gewöhnlichen DSL-Modems integriert sind.
  3. Anordnung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet,

    – dass die Telefon- oder ISDN-Schnittstelle auf beiden Seiten des digitalen Breitband-Übertragungsweges durch elektronische Schaltungen nachgebildet ist,

    – dass die für den digitalisierten Telefon- oder ISDN-Kanal erforderliche Schmalband-Datenübertragungskapazität aus einer Bitratenreserve der Breitband-Datenübertragung in Anspruch genommen wird,

    – dass auf der Teilnehmerseite die Modemfunktion für den Breitband-Datendienst mit integriert ist und

    – dass auf der Seite der Zentrale die Breitband-Datenschnittstelle so ausgeführt ist, dass eine einfache Verbindung zu einem gewöhnlichen Digitalen Subscriber Line Multiplexer (DSLAM) für DSL-Dienste hergestellt werden kann.
  4. Anordnung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens zwei zentralseitige Geräte mit einem ersten Multiplexer/Demultiplexer zu einem Systemgerät zusammengefaßt sind.
  5. Anordnung nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass als Breitband-Datenübertragungsverfahren das SHDSL-, G.SHDSL oder ein anderes leistungsfähiges, symmetrisch arbeitendes Breitband-Datenübertragungsverfahren zum Einsatz kommt, das auf Teilnehmer-Anschlussleitungen eingesetzt werden kann.
  6. Anordnung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die zentralseitige Breitband-Datenschnittstelle als Ethernet-Schnittstelle (z.B. 10/100BaseT), als asymmetrische DSL-Schnittstelle (z.B. ADSL) oder als symmetrische DSL-Schnittstelle (z.B. SDSL, G.SDSL) ausgeführt ist
  7. Anordnung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass für die Überbrückung größerer Längen der Teilnehmeranschlussleitung zur Erhöhung der Reichweite ein Zwischenregenerator eingesetzt wird.
  8. Anordnung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Stromversorgung des Zwischenregenerators durch örtliche Speisung, durch Gleichstrom-Fernspeisung über die Anschlussleitung vom zentralseitigen Gerät oder vom teilnehmerseitigen Gerät erfolgt.
  9. Anordnung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Stromversorgung des teilnehmerseitigen Gerätes durch Gleichstrom-Fernspeisung vom zentralseitigen Gerät erfolgt.
  10. Anordnung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass auf der Teilnehmerseite die Schnittstelle für den einen ISDN-Anschluss gegebenenfalls entweder als U-Schnittstelle (z.B. Uko) zum Anschluss eines ISDN-NT oder als S-Schnittstelle (z.B. So) für den Anschluss an ein ISDN-Endgeräte-Bussystem ausgeführt ist.
  11. Anordnung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass im zentralseitigen Gerät und im teilnehmerseitigen Gerät und gegebenenfalls auch in einem Zwischenregenerator eine Umgehungsschaltung vorgesehen ist, die bei einem Ausfall der Breitband-Datenübertragung oder der teilnehmerseitigen Stromversorgung bewirkt, dass automatisch mit mechanischen oder elektronischen Relais eine direkte Verbindung des Telefonapparates bzw. des ISDN-Netzabschlussgerätes mit der korrespondierenden zentralseitigen Vermittlungsanlage hergestellt wird.
  12. Anordnung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das zentralseitige Gerät als Universal-DSL-DSLAM ausgeführt ist, der neben der Funktion des zentralseitigen Gerätes auch die üblichen Funktionen eines DSLAMs (u.a. Switching- und Routing-Funktionen) beinhaltet und an den eine größere Anzahl von teilnehmerseitigen Geräten über die Anschlussleitungen anschließbar ist.
  13. Anordnung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass im Universal-DSLAM für die Telefon- und ISDN-Dienste eine protokollbasierte, standardisierte vermittlungstechnische Schnittstelle (z.B. V5.2-Schnittstelle) für den Anschluss an die Vermittlungsanlage verwendet wird.
  14. Anordnung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Betriebsart eines jeden Breitband-Datenanschlusses individuell programmierbar ist für einen asymmetrischen oder symmetrischen Betrieb und für die jeweilige Bitrate.
  15. Anordnung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Betriebsart eines jeden Breitband-Datenanschlusses individuell für einen asymmetrischen oder symmetrischen Betrieb konfigurierbar ist.
  16. Anordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass in dem Gerät mit dem ersten Multiplexer/Demultiplexer oder in dem Gerät mit dem zweiten Multiplexer/Demultiplexer eine IP-Schleuse bzw. ein Voice-over-IP Gateway eingeschaltet ist.
Es folgen 5 Blatt Zeichnungen






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