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Dokumentenidentifikation DE202006001989U1 07.09.2006
Titel Variables Schalungssystem zum Einbau einer inneren Ausbauverstärkung unabhängig von der Schachtgeometrie
Anmelder Ecosoil Nord-West GmbH, 46149 Oberhausen, DE
Vertreter Viering, Jentschura & Partner, 46047 Oberhausen
DE-Aktenzeichen 202006001989
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 07.09.2006
Registration date 03.08.2006
Application date from patent application 07.02.2006
IPC-Hauptklasse E21D 5/06(2006.01)A, F, I, 20060207, B, H, DE

Beschreibung[de]

Die Erfindung richtet sich auf eine Schachtausbauverstärkung zur Sanierung alter Bergbauschächte.

Häufig muss bei der Sanierung alter, bestehender Bergbauschächte der alte, nicht mehr standsichere Ausbau verstärkt werden.

Derzeit wird bei der Sanierung alter Bergbauschächte in den meisten Fällen der Ausbau mit Stahlbeton verstärkt. Hierbei wird die Abdeckung des Schachtes sowie die darin befindliche Lockermassenfüllsäule entfernt und der frei liegende Ausbau mittels eines Stahlbetonmantels, der an die spätere Schachtabdeckung eingehängt wird, verstärkt.

Bei diesem Vorgehen ist die Ausrichtung der inneren, verlorenen Schalung (in der Regel Stahlbetonringe bis zu einem Durchmesser von maximal 2,5 Meter) und das Einbringen der Bewehrung sicherheitstechnisch sehr aufwendig. Bei der statischen Bemessung der Schachtabdeckung ist die an diese Abdeckung eingehängte Stahlbetonausbauverstärkung zu berücksichtigen. Diese müssen aufgrund eines fehlenden, wirtschaftlichen Schalungssystems sehr massiv ausgelegt werden.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Lösung zu schaffen, die es ermöglicht, den Aufwand für die Erstellung der Schachtausbauverstärkung unabhängig von der gegebenen Schachtgeometrie (rund, oval oder eckig) zu minimieren.

Bei einer Schachtausbauverstärkung der eingangs bezeichneten Art wird diese Aufgabe gemäß der Erfindung gelöst durch einen variablen Schalungskörper zur Erstellung einer inneren Ausbauverstärkung, der in seiner geometrischen Form an die Schachtgeometrie anpassbar ist.

Weiterbildungen und Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen.

Sind die alte Schachtabdeckung und die Lockermassenfüllsäule aus dem Schacht entfernt, wird nun außerhalb des Schachtes ein Schalungskörper bzw. eine Verschalung aus Profilblech(en) (z.B. Wellbleche, Trapezbleche o.ä.) erstellt. Dieser/diese besteht aus mehreren, der geometrischen Form des Schachtes angepassten Segmenten, und insofern ist der Schalungskörper in seiner geometrischen Form an die Schachtgeometrie anpassbar. Auf der Baustelle werden die einzelnen Segmente miteinander verbunden. Bei z.B. einem runden Schacht mit einem Durchmesser von 5,0 m besteht der Umfang aus drei Segmenten. Die Höhe dieser Segmente ist variabel. Anschließend wird die variable Verschalung in den Schacht eingebracht.

Durch die Erfindung wird die Bauzeit erheblich verkürzt – Parallelisierung der Arbeiten: Aushub der Füllsäule und Zusammenbau der Verschalung sowie des Einbringens der Verschalung in den Schacht in einem Arbeitsgang – (Verbesserung der Wirtschaftlichkeit). Die Betonmengen können nun minimiert werden und alle Arbeitsschritte finden außerhalb des Schachtes statt (deutliche Verbesserung der Arbeitssicherheit).

Vor Beginn der Arbeiten muss die alte Schachtabdeckung entfernt werden. Anschließend wird die Füllsäule bis zur festgelegten Sicherungstiefe ausgehoben.

Die geometrische Form des Schachtes findet bei der Herstellung der Einzelsegmente besondere Beachtung. Diese Einzelsegmente werden außerhalb des Schachtes montiert. Mittels eines Hebezeuges wird diese Verschalung, an der auch die Bewehrung ggf. angebracht sein kann, in den Schacht eingebracht. Zur Stabilisierung der Verschalung wird während des Betonierens des Ringraumes ein zulässiges Verfüllmaterial eingebracht.

Ein Ausführungsbeispiel eines Erfindungsgegenstandes ist anhand der Zeichnung näher erläutert. Diese zeigt in

1 einen zur Ausbildung einer erfindungsgemäßen Schachtausbauverstärkung vorbereiteten alten Schacht,

2 schematisch angedeutet gegeneinander verschiebbare Profilsegmente,

3 in Aufsicht einen Schacht mit einer erfindungsgemäßen Schachtausbauverstärkung und in

4 schematisch in teilweise geschnittener Seitenansicht eine erfindungsgemäße Schachtausbauverstärkung.

Der in 1 mit dem Bezugszeichen 1 versehene alte Schacht, insbesondere ein alter Bergbauschacht, wird zur Durchführung einer Sanierung von seiner (teilweise dargestellten) Schachtabdeckung 2 befreit. Anschließend wird die in dem Schacht 1 befindliche Lockermassenfüllung über eine gewünschte Tiefe entfernt, so dass in dem Schacht 1 noch eine Lockermassenfüllsäule 3 stehen bleibt. Außerhalb des Schachtes 1 werden nun einzelne Segmente, insbesondere Profilsegmente 4, 5, 6 zu einem Schalungskörper 7 zusammengesetzt. Dabei ist der Schalungskörper 7 an die Geometrie des Schachtes 1 in seiner Form dadurch anpassbar, dass zum einen die Einzelsegmente 4, 5, 6 an die Schachtgeometrie angepasst sind, aber auch noch ineinander verschiebbar bei Bildung des Schalungskörpers 7 an die Schachtgeometrie anpassbar sind, wie dies durch die pfeilartigen Enden der einzelnen Segmente 4, 5, 6 sowie die beiden weiteren Pfeile in der 2 angedeutet ist. Die Einzelsegmente 4, 5, 6 bestehen aus einem Profilblech, insbesondere Wellblech oder Trapezblech, und bilden insofern Metallprofilsegmente aus. Mehrere Elemente 4, 5, 6 übereinander angeordnet ergeben die Höhe des Schalungskörpers 7. An der Außenseite des Schalungskörpers 7 ist diesen umgebend eine Bewehrung 8 angeordnet. In dieser Form wird der Schalungskörper 7 mit der Bewehrung 8 oberhalb der Lockermassenfüllsäule 3 in den Schacht 1 eingebracht. Dabei ist der Schalungskörper 7 innerhalb des den alten Schacht 1 auskleidenden Mauerwerkes 9 zentral angeordnet, so dass sich zwischen der Innenseite des Mauerwerkes 9 und der Außenseite des Schalungskörpers 7 ein Ringraum 10 ausbildet. Dieser Ringraum 10 wird nun mit Beton 11 verfüllt, wobei die 4 schraffiert den Zwischenzustand einer Teilverfüllung der Ringraumverfüllung zeigt. Insgesamt wird der Ringraum 10 bis zum in 4 oberen Rand des Schalungskörpers 7 mit Beton verfüllt bzw. ausgegossen, so dass dieser Bereich dann später nach Aushärtung des Betons eine Schachtinnenstützwand ausbildet. Innenseitig wird der Schalungskörper 7 mit einer Innenverfüllung 12 aus Lockermasse verfüllt. Auch hier zeigt die 4 lediglich einen Teilfüllzustand. Die Innenverfüllung erstreckt sich im Endzustand auch bis in den Bereich des oberen Randes des Schalungskörpers 7. Während der Verfüllung werden die Innenverfüllung mit Lockermasse 12 sowie die Ringraumverfüllung mit Beton 11 in ihrer Steiggeschwindigkeit aneinander angepasst. Die Schachtausbauverstärkung 13 ist dann der nach der Verfüllung bestehende Körper, der die Ringraumverfüllung aus Beton und die sich danach nach der Erstarrung des Betons gebildet habende Schachtinnenstützwand mit der Bewehrung 8, den Schalungskörper 7 und die Innenverfüllung mit Lockermasse 12 umfasst.


Anspruch[de]
  1. Schachtausbauverstärkung (13) zur Sanierung alter Bergbauschächte, gekennzeichnet durch einen variablen Schalungskörper (7) zur Erstellung einer inneren Ausbauverstärkung, der in seiner geometrischen Form an die Schachtgeometrie anpassbar ist.
  2. Schachtausbauverstärkung nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch einen aus mehreren Segmenten (4, 5, 6) bestehenden Schalungskörper (7).
  3. Schachtausbauverstärkung nach Anspruch 1 oder 2 zur Ausbildung eines Schachtverstärkungsgebildes in einem bestehenden, vorzugsweise zumindest annähernd senkrecht ausgebildeten Schacht (1) mit Schachtwand (9), die eine eine Lockermassenverfüllung (12) in dem Schacht (1) umfassende Schachtinnenstützwand aufweist, wobei die Schachtausbauverstärkung (13) einen außerhalb des Schachtes (1) zusammengebauten, rohrartigen, aus mehreren Profilsegmenten (4, 5, 6), die zusammengesetzt unter Ausbildung des Schalungskörpers (7) innenseitig den von der Schachtinnenstützwand umfassten Innenquerschnitt sowie die Höhe der Schachtinnenstützwand definieren, bestehenden Schalungskörper (7) umfasst, der von oben in den Schacht (1) eingebracht, unter Ausbildung eines Ringraumes (10) zwischen der Außenseite des Schalungskörpers (7) und der diesen umfassenden Schachtwand (8) in dem bestehenden Schacht (1) angeordnet ist und der nach abschließendem Verfüllen des Ringraumes (10) mit Beton (11) außenseitig von der Schachtinnenstützwand umgeben und nach innenseitigem Verfüllen des Schalungskörperinnenraumes mit Lockermasse (12) in der Art, dass die Steiggeschwindigkeiten von Beton (11) und Lockermasse (12) angepasst sind, mit der Schachtinnenstützwand und der Lockermassenverfüllung (12) die Schachtausbauverstärkung (13) ausbildet.
  4. Schachtausbauverstärkung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an der Außenseite des Schalungskörpers (7) eine Bewehrung (8) angeordnet ist.
  5. Schachtausbauverstärkung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Profilsegmente (4, 5, 6) aus Wellblech oder Trapezblech gebildet sind.
  6. Schachtausbauverstärkung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Profilsegmente (4, 5, 6) als Metall- oder Kunststoffprofilsegmente ausgebildet sind.
  7. Schachtausbauverstärkung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass drei Metall- oder Kunststoffprofilsegmente (4, 5, 6) den Umfang des Schalungskörpers (7) ausbilden.
Es folgen 2 Blatt Zeichnungen






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