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Dokumentenidentifikation DE102005010118A1 14.09.2006
Titel Steuereinrichtung eines Schienenfahrzeugs
Anmelder Knorr-Bremse Systeme für Schienenfahrzeuge GmbH, 80809 München, DE
Erfinder Aurich, Stefan, 86316 Friedberg, DE;
Schuhmacher, Johannes, 81373 München, DE;
Wach, Jörg-Johannes, Dr., 81247 München, DE;
Friesen, Ulf, 85579 Neubiberg, DE
DE-Anmeldedatum 02.03.2005
DE-Aktenzeichen 102005010118
Offenlegungstag 14.09.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 14.09.2006
IPC-Hauptklasse B61C 15/00(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
IPC-Nebenklasse B61K 9/00(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   B60T 8/00(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft eine Steuereinrichtung eines Schienenfahrzeugs (2) mit einer Bremssteuereinrichtung, umfassend ein elektronisches Bremssteuergerät zur Ausgabe von Steuerbefehlen an Bremsaktuatoren und/oder mit einer Gleitschutzeinrichtung (1), welche in Abhängigkeit wenigstens eines von einem Gleitschutzsensor (10) an ein elektronisches Gleitschutzsteuergerät (8) gelieferten Drehgeschwindigkeitssignals den Radschlupf der Räder (12) wenigstens einer Achse (14) regelt und/oder mit einer Rollüberwachungseinrichtung, umfassend ein elektronisches Rollüberwachungssteuergerät und wenigstens einen Rollüberwachungssensor zum Erfassen der Drehgeschwindigkeit wenigstens einiger Räder in Form eines Drehgeschwindigkeitssignals, sowie mit einer Fahrwerksüberwachungseinrichtung (36) zur Überwachung und/oder zur Diagnose des Fahrwerks im Hinblick auf kritische Zustände und Schäden wie beispielsweise Entgleisung, heißgelaufene Lager, instabiler Lauf und Ähnliches, umfassend ein elektronisches Fahrwerksüberwachungssteuergerät (34).
Die Erfindung sieht vor, dass das elektronische Fahrwerksüberwachungssteuergerät (34) mit dem elektronischen Bremssteuergerät und/oder mit dem elektronischen Rollüberwachungssteuergerät zu einer baulichen Einheit (38) zusammengefasst ist.

Beschreibung[de]

Die Erfindung geht aus von einer Steuereinrichtung eines Schienenfahrzeugs mit einer Bremssteuereinrichtung umfassend ein elektronisches Bremssteuergerät zur Ausgabe von Steuerbefehlen an Bremsaktuatoren und/oder mit einer Gleitschutzeinrichtung, welche in Abhängigkeit wenigstens eines von einem Gleitschutzsensor an ein elektronisches Gleitschutzsteuergerät gelieferten Drehgeschwindigkeitssignals den Radschlupf der Räder wenigstens einer Achse regelt und/oder mit einer Rollüberwachungseinrichtung umfassend ein elektronisches Rollüberwachungssteuergerät und wenigstens einen Rollüberwachungssensor zum Erfassen der Drehgeschwindigkeit wenigstens einiger Räder in Form eines Drehgeschwindigkeitssignals, sowie mit einer Fahrwerksüberwachungseinrichtung zur Überwachung und/oder zur Diagnose des Fahrwerks im Hinblick auf kritische Zustände und Schäden wie beispielsweise Entgleisung, heißgelaufene Lager, instabiler Lauf und ähnliches, umfassend ein elektronisches Fahrwerksüberwachungssteuergerät, gemäß dem Oberbegriff von Patentanspruch 1.

Gleitschutzeinrichtungen sind nach UIC-Blatt 541-05 für alle Schienenfahrzeuge mit Hochleistungsbremsen der Gattung R vorgeschrieben, wobei jedes Drehgestell getrennt überwacht werden soll. Mittels solcher Gleitschutzeinrichtungen soll das Blockieren der Radsätze beim Bremsen verhindert und ein optimales Ausnutzen des zur Verfügung stehenden Kraftschlusses zwischen Rad und Schiene erzielt werden. Dadurch können Flachstellen an den Rädern vermieden und die Bremswege verkürzt werden. Dazu werden die Drehgeschwindigkeiten aller Achsen einer Fahrzeugeinheit über Drehzahlgeber erfasst. Hieraus berechnet ein Mikroprozessor des elektronischen Gleitschutzsteuergeräts die tatsächliche Fahrzeug- oder Zuggeschwindigkeit und reduziert den durch die Bremssteuerung vorgegebenen Bremszylinderdruck mittels elektropneumatischer Gleitschutzventile achs- oder drehgestellweise. Solche elektronischen Gleitschutzsteuergeräte sind üblicherweise in jedem Reisezugwagen vorhanden.

Für Fahrzeuge mit einer Höchstgeschwindigkeit von über 200 km/h schreibt die UIC 541-05 neben einer Gleitschutzeinrichtung zusätzlich eine Rollüberwachungseinrichtung vor, welche Drehstörungen von Rädern bzw. das Nichtdrehen von Rädern erfasst und ein entsprechendes Meldesignal aussteuert. Solche Rollüberwachungseinrichtungen umfassen Drehzahlgeber, welche die Drehgeschwindigkeiten der Räder einer Fahrzeugeinheit erfassen und entsprechende Signale ein Rollüberwachungssteuergerät aussteuern.

Weiterhin gewinnen heutzutage im Schienenfahrzeugverkehr Fahrwerksüberwachungseinrichtungen immer mehr an Bedeutung. Aus Sicherheitsgründen werden diese Überwachungssysteme in Richtlinien genormt. Beispiele hierfür sind die folgenden Systeme, die aufgrund der Technischen Spezifikationen für die Interoperabilität (TSI) vom Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaft für Hochgeschwindigkeitszüge gefordert werden:

  • – On-Board-Systeme zur Entgleisungsdetektion,
  • – On-Board-Systeme zur Heißläuferdetektion bzw. zur Lagerschadenerkennung,
  • – On-Board-Systeme zur Erkennung von instabilem Lauf bzw. von defekten Dämpfern.

Solche Fahrwerksüberwachungseinrichtungen befinden sich bereits in der Anwendung. So wird z.B. im aktuellen ICE ein System zur Erkennung von instabilem Lauf eingesetzt und in neueren automatisch fahrenden Untergrundbahnen kommt ein System zur Entgleisungsdetektion zur Anwendung. Diesen Systemen ist gemeinsam, dass sie funktional als stand-alone-Systeme aufgebaut sind und für sich alleine wirken.

Die Problematik dieser Fahrwerksüberwachungseinrichtungen als separat aufgebaute Systeme (stand-alone-Lösung) besteht in dem relativ hohen Aufwand und Kosten ihrer Realisierung. Denn der Einbau eines solchen Systems erfordert zusätzliche Baugruppen, Sensoren, Verkabelung und Bauraum. Außerdem wird die Komplexität der technischen Ausrüstung erhöht, was sich negativ auf die Zuverlässigkeit auswirkt.

Der Erfindung liegt demgegenüber die Aufgabe zugrunde, eine Steuereinrichtung der eingangs erwähnten Art derart weiter zu bilden, dass die oben genannten Nachteile vermieden werden.

Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch die Merkmale des Patentanspruchs 1 gelöst.

Vorteile der Erfindung

Erfindungsgemäß ist das elektronische Fahrwerksüberwachungssteuergerät mit dem elektronischen Gleitschutzsteuergerät und/oder mit dem elektronischen Bremssteuergerät und/oder mit dem Rollüberwachungssteuergerät zu einer baulichen Einheit zusammengefasst.

Das Fahrwerksüberwachungssteuergerät benötigt insbesondere die Drehgeschwindigkeitssignale der Radachsen oder der Räder, um die Überwachungsfunktion auszuführen. Diese Signale können mit geringem Aufwand intern weitergeleitet werden, wenn das Fahrwerksüberwachungssteuergerät mit dem Gleitschutzsteuergerät und/oder mit dem Bremssteuergerät und/oder mit dem Rollüberwachungssteuergerät zu einer Baueinheit zusammengefasst bzw. in integrierter Bauweise vorhanden ist. Darüber hinaus stehen diverse Zustandssignale über das aktuelle Brems- und Fahrverhalten den im Überwachungssteuergerät implementierten Überwachungsalgorithmen direkt zur Verfügung und ermöglichen eine effektivere Diagnose.

Die bauliche Einheit aus Fahrwerksüberwachungssteuergerät und Gleitschutzsteuergerät und/oder Rollüberwachungssteuergerät und/oder Bremssteuergerät bietet weiterhin die Möglichkeit, bestimmte Systemkomponenten gemeinsam zu nutzen, beispielsweise eine gemeinsame Stromversorgung, eine gemeinsame Schnittstelle zur Kommunikation mit einer Bedienperson und eine gemeinsame Schnittstelle zur Kommunikation mit dem Fahrzeugleitsystem. Dies reduziert den gerätetechnischen Aufwand. Bei Anwendung einer leistungsfähigeren Rechnereinheit ist auch das parallele Verarbeiten von Gleitschutz-, Rollüberwachungs- und Fahrwerksüberwachungsalgorithmen denkbar.

Nicht zuletzt kann der Einsatz der Fahrwerksüberwachungseinrichtung zur Diagnose und Früherkennung von schadhaften Bauteilen, kritischen Zuständen bzw. sonstigen Fehlern, wie beispielsweise die Erkennung von Flachstellen an Rädern oder die Früherkennung von Lagerschäden eine frühzeitige und zustandsorientierte Wartung ermöglichen. Ziel sind dabei geringere Stillstandszeiten, eine bessere Ausnutzung von Bauteilen und damit die Einsparung von Kosten.

Durch die in den Unteransprüchen aufgeführten Maßnahmen sind vorteilhafte Weiterbildungen und Verbesserungen der in den unabhängigen Ansprüchen angegebenen Erfindung möglich.

Besonders bevorzugt wertet das Fahrwerksüberwachungssteuergerät das Drehgeschwindigkeitssignal des Rollüberwachungssensors und/oder des Gleitschutzsensors aus. Dabei reduziert die Verwendung von Sensoren, welche die Achs- und/oder Raddrehzahlsignale gleichzeitig an die Fahrwerksüberwachungseinrichtung und/oder an die Gleitschutzeinrichtung und/oder an die Rollüberwachungseinrichtung und/oder an die Bremssteuereinrichtung liefern, den Aufwand für den Sensoreinbau und für die Verkabelung. Aus der Drehzahl der Achsen bzw. Räder kann mit Hilfe der Fahrwerksüberwachungseinrichtung auf mögliche Schäden geschlossen werden.

Besonders bevorzugt sind ein Gehäuse des elektronischen Fahrwerksüberwachungssteuergeräts und/oder ein Gehäuse des elektronischen Gleitschutzsteuergeräts und/oder ein Gehäuse des elektronischen Bremssteuergeräts und/oder ein Gehäuse des Rollüberwachungssteuergeräts aneinandergeflanscht. Alternativ kann zumindest ein Teil des elektronischen Fahrwerksüberwachungssteuergeräts und/oder des elektronischen Gleitschutzsteuergeräts und/oder des Rollüberwachungssteuergeräts und/oder des elektronischen Bremssteuergeräts in einem gemeinsamen Gehäuse untergebracht sein.

Gemäß einer Weiterbildung können die Fahrwerksüberwachungseinrichtung und/oder die Gleitschutzeinrichtung und/oder die Bremssteuereinrichtung und/oder die Rollüberwachungseinrichtung wenigstens eine gemeinsame Stromversorgung und/oder eine gemeinsame Schnittstelle zur Kommunikation mit einer Bedienperson und/oder eine gemeinsame Schnittstelle zur Kommunikation mit einem Fahrzeugleitsystem aufweisen. Infolgedessen werden Baugruppen von verschiedenen Einrichtungen kostengünstig gemeinsam genutzt. Die gemeinsame Schnittstelle zur Kommunikation mit dem Fahrzeugleitsystem ist insbesondere an einen Fahrzeugbus angeschlossen, um beispielsweise kritische Zustände, welche von der Fahrwerksüberwachungseinrichtung detektiert wurden, an eine Anzeigeeinrichtung zu melden.

Der ursprünglich nur der Gleitschutzeinrichtung und/oder der Fahrwerksüberwachungseinrichtung zugeordnete, zunächst lediglich zur Drehzahlmessung vorgesehene Drehzahlsensor kann beispielsweise zu einem Kombinationssensor ausgebaut sein, welcher außer des Signals für die Rad- oder Achsdrehzahl ein Signal für die Temperatur eines Radsatzlagers und/oder ein Schwingungssignal für am Radsatzlager herrschende Schwingungen aussteuert. Dabei ist der Kombinationssensor vorzugsweise direkt am zu überwachenden Radsatzlager oder in der unmittelbaren Nähe des Radsatzlagers angeordnet.

Zeichnungen

Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt und in der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert. In der Zeichnung zeigt:

1 eine schematische Darstellung einer Gleitschutzeinrichtung eines Reisezugwagens gemäß einer bevorzugten Ausführungsform;

2 eine schematische Querschnittsdarstellung eines in der Gleitschutzeinrichtung verwendeten Kombinationssensors von 1;

Beschreibung des Ausführungsbeispiels

In 1 ist schematisch der Aufbau einer Gleitschutzeinrichtung 1 eines Reisezugwagens 2 mit zwei zweiachsigen Drehgestellen 4, 6 dargestellt, welcher beispielsweise für eine Geschwindigkeit bis zu 200 km/h ausgelegt ist.

Die Gleitschutzeinrichtung 1 verfügt über ein elektronisches Gleitschutzsteuergerät 8 sowie über Sensoren 10 an beispielsweise jedem Rad 12 einer Achse 14 eines Drehgestells 4, 6, durch welche die momentane Drehgeschwindigkeit der jeweiligen Achse bzw. des jeweiligen Rades detektierbar ist. In 1 ist aus Übersichtlichkeitsgründen jedoch nur an jeweils einer Achsseite ein solcher Sensor 10 dargestellt. In bekannter Weise berechnet ein (Mikroprozessor des elektronischen Gleitschutzsteuergeräts 8 die tatsächliche Fahrzeug- oder Zuggeschwindigkeit und reduziert den durch die in einem nicht dargestellten Führerfahrzeug angeordnete Bremssteuereinrichtung vorgegebenen Bremszylinderdruck im Bremszylinder 15 mittels elektropneumatischer Gleitschutzventile 16 achsweise. Die Achsen 14 sind über jeweils zwei radnahe Radsatzlager 18 am jeweiligen Drehgestell 4, 6 drehbar gehalten, wobei von den Radsatzlagern 18 in 1 jedoch nur jeweils eines je Achse 14 gezeichnet ist.

Je einem Radsatzlager 18 einer Achse 14 ist ein in 2 explizit dargestellter Kombinationssensor 10 zugeordnet, mit welchem die momentane Drehgeschwindigkeit der zugeordneten Achse 14 bzw. des zugeordneten Rades 12, die momentane Temperatur des betreffenden Radsatzlagers 18 sowie wenigstens eine Längsbeschleunigung des betreffenden Radsatzlagers 18 messbar ist.

Gemäß einer besonders bevorzugten Ausführungsform sind in einem sich quer zur Radachse erstreckenden Gehäuse 20 des Kombinationssensors 10 ein Hallsensor 22, ein Temperatursensor 24, ein Beschleunigungssensor 26 sowie eine Auswerteelektronik 28 zur Bildung und Aussteuerung eines Drehgeschwindigkeits-, eines Temperatur- und wenigstens eines Beschleunigungssignals. Dem Hallsensor 22 liegt ein mit der jeweiligen Achse 14 bzw. mit dem jeweiligen Rad 12 mitdrehendes Polrad 30 gegenüber, durch dessen Drehung ein Signal für die momentane Drehgeschwindigkeitssignal der jeweiligen Achse 14 bzw. des jeweiligen Rades 12 erzeugt wird. Das Gehäuse 20 weist vorzugsweise einen Außenflansch 32 auf, über welchen der Kombinationssensor 10 unmittelbar an dem betreffenden Radsatzlager 18 lösbar befestigt werden kann. Dadurch wird der auf das Radsatzlager 18 einwirkende Körperschall, welcher beispielsweise von Abflachungen an einem Rad 12 der Achse 14 oder einem defekten Radsatzlager 18 herrührt, auf das Gehäuse 20 des Kombinationssensors 10 übertragen und kann dann vom Beschleunigungssensor 26 detektiert werden. Dieser ist vorzugsweise zur Messungen von Längsschwingungen in allen drei Raumachsen ausgebildet, es sind aber auch weniger Messrichtungen darstellbar. Auf demselben Wege wird die in dem betreffenden Radsatzlager 18 herrschende Temperatur auf den Temperatursensor 24 übertragen.

Diese Signale werden von der Auswerteelektronik 28 unter anderem an ein Fahrwerksüberwachungssteuergerät 34 einer Fahrwerksüberwachungseinrichtung 36 ausgesteuert, welches folgende Überwachungsfunktionen ausführen kann:

  • • Warm- und Heißläuferdetektion des jeweiligen Radsatzlagers 18 durch Temperaturüberwachung des Radsatzlagers 18;
  • • Lagerschadenerkennung des jeweiligen Radsatzlagers 18 durch entsprechende Schwingungssignale;
  • • Erkennung von instabilem Lauf bzw. von defekten Dämpfern im Fahrwerk durch entsprechende Schwingungssignale;
  • • Entgleisungsdetektion;
  • • Detektion von Flachstellen und unrunden Rädern 12 durch entsprechende Schwingungssignale.

Die Funktionen Entgleisungsdetektion, Heißläufererkennung sowie Detektion von instabilem Laufverhalten sind Forderungen bzw. Empfehlungen der TSI für Hochgeschwindigkeitszüge. Die Temperatur-, Drehgeschwindigkeits- und Beschleunigungssignale der Kombinationssensoren 10 können zusätzlich als Diagnosedaten zur frühzeitigen Erkennung defekter Bauteile oder Streckenabschnitte der Schienen herangezogen werden.

Das Fahrwerksüberwachungssteuergerät 34 ist mit dem Gleitschutzsteuergerät 8 in einer Baueinheit 38 zusammengefasst. Dies kann beispielsweise dadurch realisiert sein, dass ein Gehäuse des elektronischen Fahrwerksüberwachungssteuergeräts 34 und ein Gehäuse des elektronischen Gleitschutzsteuergeräts 8 aneinandergeflanscht sind. Bevorzugt sind jedoch das elektronische Fahrwerksüberwachungssteuergerät 34 und das elektronische Gleitschutzsteuergerät 8 in einem gemeinsamen Gehäuse 40 untergebracht.

Die Fahrwerksüberwachungseinrichtung 36 und die Gleitschutzeinrichtung 1 können wenigstens eine gemeinsame Stromversorgung 41, eine gemeinsame Schnittstelle 42 zur Kommunikation mit einer Bedienperson und eine gemeinsame Schnittstelle 44 zur Kommunikation mit einem Fahrzeugleitsystem aufweisen. Die gemeinsame Schnittstelle 44 zur Kommunikation mit dem Fahrzeugleitsystem ist insbesondere an einen Fahrzeugbus 46 angeschlossen, um beispielsweise kritische Zustände, welche die Fahrwerksüberwachungseinrichtung 36 detektiert hat, an eine Anzeigeeinrichtung zu melden.

Falls das betreffende Schienenfahrzeug kein Reisezugwagen 2, sondern das Führerfahrzeug des Schienenfahrzeugverbandes ist, ist in diesem ein zentrales elektronisches Bremssteuergerät der Bremssteuereinrichtung vorhanden, welches die Bremsvorgänge des gesamten Schienenfahrzeugverbandes steuert und regelt.

Falls ein Reisezugwagen oder ein Führerfahrzeug für Geschwindigkeiten über 200 km/h ausgelegt ist, ist neben der Gleitschutzeinrichtung 1 zusätzlich eine Rollüberwachungseinrichtung mit einem elektronischen Rollüberwachungsteuergerät vorhanden, welches die Drehzahlsignale des Kombinationssensors 10 empfängt und daraus ermittelt, ob Roll- oder Drehstörungen der Räder des Schienenfahrzeugs vorliegen.

Je nach Ausstattung und Art des Schienenfahrzeugs soll dann das elektronische Fahrwerksüberwachungssteuergerät mit dem elektronischen Gleitschutzsteuergerät und/oder mit dem elektronischen Bremssteuergerät und/oder mit dem Rollüberwachungssteuergerät zu einer baulichen Einheit zusammengefasst sein.

1Gleitschutzeinrichtung 2Reisezugwagen 4Drehgestell 6Drehgestell 8Gleitschutzsteuergerät 10Kombinationssensor 12Rad 14Achse 15Bremszylinder 16Gleitschutzventil 18Radsatzlager 20Gehäuse 22Hallsensor 24Temperatursensor 26Beschleunigungssensor 28Auswerteelektronik 30Polrad 32Außenflansch 34Fahrwerksüberwachungssteuergerät 36Fahrwerksüberwachungseinrichtung 38Baueinheit 40Gehäuse 41Stromversorgung 42Schnittstelle 44Schnittstelle 46Fahrzeugbus

Anspruch[de]
  1. Steuereinrichtung eines Schienenfahrzeugs (2) mit einer Bremssteuereinrichtung umfassend ein elektronisches Bremssteuergerät zur Ausgabe von Steuerbefehlen an Bremsaktuatoren und/oder mit einer Gleitschutzeinrichtung (1), welche in Abhängigkeit wenigstens eines von einem Gleitschutzsensor (10) an ein elektronisches Gleitschutzsteuergerät (8) gelieferten Drehgeschwindigkeitssignals den Radschlupf der Räder (12) wenigstens einer Achse (14) regelt und/oder mit einer Rollüberwachungseinrichtung umfassend ein elektronisches Rollüberwachungssteuergerät und wenigstens einen Rollüberwachungssensor zum Erfassen der Drehgeschwindigkeit wenigstens einiger Räder in Form eines Drehgeschwindigkeitssignals, sowie mit einer Fahrwerksüberwachungseinrichtung (36) zur Überwachung und/oder zur Diagnose des Fahrwerks im Hinblick auf kritische Zustände und Schäden wie beispielsweise Entgleisung, heißgelaufene Lager, instabiler Lauf und ähnliches, umfassend ein elektronisches Fahrwerksüberwachungssteuergerät (34), dadurch gekennzeichnet, dass das elektronische Fahrwerksüberwachungssteuergerät (34) mit dem elektronischen Gleitschutzsteuergerät (8) und/oder mit dem elektronischen Bremssteuergerät und/oder mit dem elektronischen Rollüberwachungssteuergerät zu einer baulichen Einheit (38) zusammengefasst ist.
  2. Steuereinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Fahrwerksüberwachungssteuergerät (34) das Drehgeschwindigkeitssignal des Rollüberwachungssensors und/oder des Gleitschutzsensors (10) auswertet.
  3. Steuereinrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass ein Gehäuse des elektronischen Fahrwerksüberwachungssteuergeräts und/oder ein Gehäuse des elektronischen Gleitschutzsteuergeräts und/oder ein Gehäuse des elektronischen Bremssteuergeräts und/oder ein Gehäuse des Rollüberwachungssteuergeräts aneinandergeflanscht sind.
  4. Steuereinrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest ein Teil des elektronischen Fahrwerksüberwachungssteuergeräts (34) und/oder des elektronischen Gleitschutzsteuergeräts (8) und/oder des elektronischen Bremssteuergeräts und/oder des Rollüberwachungssteuergeräts in einem gemeinsamen Gehäuse (40) untergebracht sind.
  5. Steuereinrichtung nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Fahrwerksüberwachungseinrichtung (36) und/oder die Gleitschutzeinrichtung (1) und/oder die Bremssteuereinrichtung und/oder die Rollüberwachungseinrichtung wenigstens eine gemeinsame Stromversorgung (41) und/oder eine gemeinsame Schnittstelle (42) zur Kommunikation mit einer Bedienperson und/oder eine gemeinsame Schnittstelle (44) zur Kommunikation mit einem Fahrzeugleitsystem aufweist
  6. Steuereinrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die gemeinsame Schnittstelle (44) zur Kommunikation mit einem Fahrzeugleitsystem an einen Fahrzeugbus (46) angeschlossen ist.
  7. Steuereinrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Fahrzeugleitsystem eine Anzeigeeinrichtung zur Meldung von kritischen Zuständen aufweist, welche die Fahrwerksüberwachungseinrichtung (38) detektiert hat, aufweist.
  8. Steuereinrichtung nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Rollüberwachungssensor und/oder der Gleitschutzsensor ein Kombinationssensor (10) ist, welcher außer dem Signal für die Drehgeschwindigkeit wenigstens eines Rades oder einer Achse ein Signal für die Temperatur eines Radsatzlagers (18) und/oder ein Schwingungssignal für am Radsatzlager (18) herrschende Schwingungen aussteuert.
  9. Steuereinrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Kombinationssensor (10) direkt am Radsatzlager (18) oder in unmittelbarer Nähe des Radsatzlagers (18) angeordnet ist.
  10. Schienenfahrzeug, beinhaltend eine Steuereinrichtung nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche.
Es folgen 2 Blatt Zeichnungen






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