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Dokumentenidentifikation DE102005020691A1 21.09.2006
Titel Sanitäre Auslaufarmatur
Anmelder Hansa Metallwerke AG, 70567 Stuttgart, DE
Erfinder Harsch, Martin, 74395 Mundelsheim, DE
Vertreter Ostertag & Partner, Patentanwälte, 70597 Stuttgart
DE-Anmeldedatum 14.03.2005
DE-Aktenzeichen 102005020691
Offenlegungstag 21.09.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 21.09.2006
IPC-Hauptklasse F16K 37/00(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
IPC-Nebenklasse E03C 1/04(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   
Zusammenfassung Eine sanitäre Auslaufarmatur (1) weist einen aus wärmeleitendem Material bestehenden Auslauf (3) auf, an dem eine Einrichtung (8, 9, 10) angeordnet ist, mit der die Temperatur des den Auslauf (3) durchströmenden Wassers angezeigt werden kann. Diese Einrichtung (8, 9, 10) umfaßt mindestens einen Körper (8, 9), der thermochrome Pigmente aufweist. Dieser Körper (8, 9) ist so in dem nach oben weisenden Bereich des Auslaufs (3) angeordnet, daß er über das Material des Auslaufs (3) thermisch an das den Auslauf (3) durchströmende Wasser angekoppelt ist und im Blickfeld des Benutzers ist. Diese sehr einfach aufgebaute und ohne elektrische Spannungsquelle auskommende Einrichtung läßt zwar keine genauen Messungen der Mischwassertemperatur zu, reicht jedoch für die Bedürfnisse des Benutzers in den meisten Fällen aus.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine sanitäre Auslaufarmatur mit einem aus wärmeleitendem Material bestehenden Auslauf und einer an dem Auslauf angeordneten Einrichtung zur Anzeige der Temperatur des den Auslauf durchströmenden Wassers.

Sanitäre Auslaufarmaturen der oben genannten Art sind beispielsweise aus der EP 0 961 067 B1 oder der DE 33 28 782 A1 bekannt. Hier sind die Einrichtungen zur Anzeige der Temperatur elektrisch betrieben, benötigen also eine Batterie. Da ihr Stromverbrauch nicht unerheblich ist, müssen die Batterien verhältnismäßig häufig ausgetauscht werden. Darüber hinaus sind bekannten Einrichtungen mit erheblichen Kosten verbunden und bauen voluminös, so daß die Ästhetik der sanitären Auslaufarmatur leidet.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine sanitäre Auslaufarmatur der eingangs genannten Art zu schaffen, die eine preiswerte, langlebige und wartungsfreie Temperaturanzeigeeinrichtung besitzt.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Einrichtung zur Anzeige der Temperatur mindestens einen thermochrome Pigmente enthaltenden Körper aufweist, der derart in dem nach oben weisenden Bereich des Auslaufs angeordnet ist, daß er über das Material des Auslaufs thermisch an das den Auslauf durchtretende Wasser angekoppelt ist und im Blickfeld des Benutzers liegt.

Thermochrome Pigmente, also Pigmente, deren Farbe von der Temperatur abhängt, auf der sie sich befinden, sind grundsätzlich in großer Vielzahl bekannt. Sie stehen in unterschiedlichsten Farben und mit unterschiedlichsten Temperaturbereichen, in denen ein Farbumschlag oder ein Farbwechsel stattfindet, zur Verfügung. Diese thermochromen Pigmente dienen bei der vorliegenden Erfindung gleichzeitig als Sensor und als optische Anzeige. Sie benötigen keinerlei elektrische Stromversorgung, haben also grundsätzlich die selbe Lebensdauer ohne Wartung wie die sanitäre Auslaufarmatur selbst. Sie können sehr raumsparend und preiswert sowie optisch gefällig an dem Auslauf angebracht werden.

Bei einer ersten Ausführungsform der Erfindung weisen die thermochromen Pigmente in einem definierten, schmalen Temperaturbereich einen Farbumschlag auf. Unter einem "definierten schmalen Temperaturbereich" wird hier ein Bereich von nur wenigen Grad, beispielsweise auch von nur einem Grad, verstanden; ein "Farbumschlag" ist ein Wechsel zwischen zwei Farben, im wesentlichen ohne Auftreten von "Zwischenfarben". Derartige, einen Farbumschlag besitzende thermochrome Pigmente erlauben in besonders augenfälliger Weise eine grobe Anzeige einer Temperatur, die das den Auslauf durchströmende Mischwasser entweder noch nicht erreicht oder schon überschritten hat.

Alternativ können bei der vorliegenden Erfindung auch thermochrome Pigmente verwendet werden, die einen sich über einen größeren Temperaturbereich erstreckenden, kontinuierlichen Farbwechsel aufweisen. Unter einen "größeren Temperaturbereich" wird hier ein Bereich verstanden, der sich über mehr als 10° erstreckt; bei einem "kontinuierlichen Farbwechsel" treten anders als bei einem Farbumschlag viele unterschiedliche, bei einer Temperaturveränderung ineinander übergehende Farben auf, so daß die jeweils vorliegende Farbe in einem ganzen Temperaturintervall eine Anzeige für die Temperatur darstellt.

Besonders bevorzugt wird, wenn mehrere unterschiedliche thermochrome Pigmente enthaltende Körper vorhanden sind. Auf diese Weise lassen sich genauere Informationen über die jeweils herrschende Temperatur des Mischwassers gewinnen; darüber hinaus ist die Anzeige für den Benutzer stärker ins Auge springend. Auch lassen sich schöne optische Effekte erzielen.

Bei einer zweckmäßigen Ausführungsform der Erfindung ist der thermochrome Pigmente enthaltende Körper eine Kunststofffolie, die von einem transparenten Plättchen abgedeckt ist. Derartige Kunststofffolien sind preiswert im Handel erhältlich; das transparente Plättchen schützt die Kunststofffolie gegen den Zutritt von Wasser und Verunreinigungen.

Optisch besonders ansprechend ist diejenige Ausgestaltung der Erfindung, bei welcher die Kunststofffolie und das transparente Plättchen in einer Vertiefung des Auslaufs angeordnet sind.

Wenn die thermochromen Pigmente in Gestalt eines Schriftzugs, eines Firmenlogos oder eines schmückenden Ornaments angeordnet sind, übernehmen sie neben der Funktion der Temperaturanzeige diejenige eines werbenden oder schmückenden Elements, das einen besonders hohen Aufmerksamkeitswert besitzt.

Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachfolgend anhand der Zeichnung näher erläutert; es zeigen

1 die Seitenansicht eines sanitären Einhebelmischers, im Bereich des Auslaufs geschnitten;

2 die Draufsicht auf den Einhebelmischer der 1 bei abgenommenem Bedienungshebel.

Die in 1 dargestellte und insgesamt mit dem Bezugszeichen 1 gekennzeichnete Sanitärarmatur ist ein Einhebelmischer, der im wesentlichen konventionelle Bauweise aufweist. Er besitzt einen metallischen, im allgemeinen aus Messing gegossenen und mit einer Sichtoberfläche versehenen Armaturenkörper 2, in dessen Innenraum eine nicht dargestellte, den Wasserstrom steuernde Kartusche untergebracht ist. An den Armaturenkörper 2 ist ein Auslauf 3 angeformt, der an seinem äußeren Endbereich mit einem den eigentlichen Auslaß für das Wasser darstellenden Luftsprudlers 4 versehen ist. Die Steuerkartusche wird in bekannter Weise durch einen auf der Oberseite des Einhebelmischers 1 angeordneten Bedienungshebel 5 betätigt, der um zwei senkrecht zueinanderstehende Achsen zur Einstellung der Temperatur und der Menge des austretenden Wassers verschwenkbar ist. Die Wasserzufuhr erfolgt über zwei Zufuhrröhrchen 6, von denen in 1 eines erkennbar ist.

Wie insbesondere der 1 zu entnehmen ist, ist in die Oberseite des Auslaufs 3 eine flache Vertiefung 7 eingeformt. Der Boden dieser Vertiefung 7 ist mit zwei Kunststofffolien 8, 9 abgedeckt, die so dünn sind, daß sie in dem Schnitt der 1 nicht darstellbar sind. Die Kunststofffolien 8, 9 enthalten jeweils unterschiedliche thermochrome Pigmente, die im dargestellten Ausführungsbeispiel beide bei 38°C die Farbe wechseln. Bei niedrigeren Temperaturen ist die Kunststofffolie 8 schwarz und die Kunststofffolie 9 blau. Bei einer Temperatur über 38°C ist die Kunstofffolie 8 rot und die Kunststofffolie 9 weiß.

Die Kunststofffolien 8, 9 sind über das Material des Auslaufs 3 an den den Auslauf 3 durchströmenden Wasserstrom thermisch angekoppelt, so daß durch die Farbe der Kunststofffolien 8, 9 eine grobe Anzeige der Temperatur des ausströmenden Wassers möglich ist. Insbesondere kann der Benutzer erkennen, ob die als angenehm empfundene Temperatur von 38°C erreicht ist.

Oberhalb der Kunststofffolien 8, 9 ist ein transparentes Kunststoffplättchen 10 eingeklebt, welches die Kunststofffolien 8, 9 schützt.

Beim oben beschriebenen Ausführungsbeispiel wurde angenommen, daß die Farbpigmente beider Kunststofffolien 8, 9 einen Farbumschlag bei der selben Temperatur besitzen. Die Verwendung zweier unterschiedlicher thermochromer Kunststoffolien 8, 9 hat hier nur den Sinn, den Farbumschlag augenfälliger zu machen. Es ist jedoch auch möglich, thermochrome Substanzen einzusetzen, die ihren Farbumschlag bei unterschiedlichen Temperaturen besitzen. Dann ist es möglich, das Vorliegen unterschiedlicher Temperaturbereiche durch unterschiedliche Farbkombinationen darzustellen.

Statt solcher thermochromer Substanzen, die einen verhältnismäßig scharfen Farbumschlag besitzen, können auch solche eingesetzt werden, die ihre Farbe langsam und kontinuierlich verändern, so daß die jeweils vorliegende Farbe eine genauere Anzeige der jeweils herrschenden Wassertemperatur darstellt.

Die als Temperatursensor und gleichzeitig als Temperaturanzeige verwendeten Kunststofffolien können auch graphisch gestaltet werden, beispielsweise den Schriftzug oder das Logo des Herstellers oder des gewerblichen Abnehmers der Auslaufarmatur, beispielsweise eines Hotels, darstellen. Durch den Farbwechsel oder -umschlag bei unterschiedlichen Temperaturen kommt dann dieser Firmenname bzw. dieses Logo besonders augenfällig zur Geltung.

Gleiches gilt für ein schmückendes Ornament, das von thermochromen Pigmenten gebildet wird.


Anspruch[de]
  1. Sanitäre Auslaufarmatur mit einem aus wärmeleitendem Material bestehenden Auslauf und einer an dem Auslauf angeordneten Einrichtung zur Anzeige der Temperatur des den Auslauf durchströmenden Wassers, dadurch gekennzeichnet, daß die Einrichtung zur Anzeige der Temperatur mindestens einen thermochrome Pigmente enthaltenden Körper (8, 9) aufweist, der derart in dem nach oben weisenden Bereich des Auslaufs (3) angeordnet ist, daß er über das Material des Auslaufs (3) thermisch an das den Auslauf (3) durchströmende Wasser angekoppelt ist und im Blickfeld des Benutzers liegt.
  2. Sanitäre Auslaufarmatur nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die thermochromen Pigmente in einem definierten, schmalen Temperaturbereich einen Farbumschlag aufweisen.
  3. Sanitäre Auslaufarmatur nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die thermochromen Pigmente einen sich über einen größeren Temperaturbereich erstreckenden, kontinuierlichen Farbwechsel aufweisen.
  4. Sanitäre Auslaufarmatur nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß mehrere unterschiedliche thermochrome Pigmente enthaltende Körper (8, 9) vorgesehen sind.
  5. Sanitäre Auslaufarmatur nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der thermochrome Pigmente enthaltende Körper (8, 9) eine Kunststofffolie ist, die von einem transparenten Plättchen (10) abgedeckt ist.
  6. Sanitäre Auslaufarmatur nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Kunststofffolie (8, 9) und das transparente Plättchen (10) in einer Vertiefung (7) des Auslaufs (3) angeordnet sind.
  7. Sanitäre Auslaufarmatur nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die thermochromen Pigmente in Gestalt eines Schriftzugs, eines Firmenlogos oder eines schmückenden Ornaments angeordnet sind.
Es folgt ein Blatt Zeichnungen






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