PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE60303767T2 21.09.2006
EP-Veröffentlichungsnummer 0001352630
Titel Verfahren zum Umhüllen von Metallen, durch das Keratinfasern haarwaschmittelbeständige kosmetische Eigenschaften erhalten
Anmelder L'Oreal, Paris, FR
Erfinder Vic, Gabin, 60200 Compiegne, FR;
Livoreil, Aude, 75006 Paris, FR;
Giroud, Franck, 92110 Clichy, FR
Vertreter BEETZ & PARTNER Patentanwälte, 80538 München
DE-Aktenzeichen 60303767
Vertragsstaaten DE, ES, FR, GB, IT
Sprache des Dokument FR
EP-Anmeldetag 07.04.2003
EP-Aktenzeichen 032908600
EP-Offenlegungsdatum 15.10.2003
EP date of grant 01.03.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 21.09.2006
IPC-Hauptklasse A61Q 5/10(2006.01)A, F, I, 20060220, B, H, EP
IPC-Nebenklasse A61K 8/19(2006.01)A, L, I, 20060220, B, H, EP   A61K 8/46(2006.01)A, L, I, 20060220, B, H, EP   A61Q 5/00(2006.01)A, L, I, 20060220, B, H, EP   

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Umhüllung mit Metallen, das Keratinfasern und insbesondere Haaren haarwaschmittelbeständige kosmetische Eigenschaften gibt.

Es ist bekannt, dass Keratinfasern durch physikalisch-chemische Adsorption oder Abscheiden von Stoffen an der Oberfläche der Fasern behandelt werden können, um ihren Glanz zu erhöhen, sie zu färben oder sie gegenüber Wärme, Licht, etc. beständiger zu machen.

In der Patentanmeldung EP-A-1064918 wird das Aufbringen einer kosmetischen Zusammensetzung auf die Haare beschrieben, die Partikel vom metallischen Typ enthält.

Die Patentanmeldung JP-A-03090012 beschreibt das Aufbringen einer kosmetischen Zusammensetzung auf die Haut und die Haare, die mit Goldpartikeln gefärbte Proteine enthält.

In der Patentanmeldung JP-A-03077806 wird das Aufbringen einer Zusammensetzung auf die Haut und die Haare beschrieben, die ein Pulver aus Seidenfasern enthält, die mit Goldpartikeln gefärbt sind.

In der Patentanmeldung JP-03077806 wird das Aufbringen einer kosmetischen Zusammensetzung auf die Haut und die Haare beschrieben, die ein Hydrosol von feinen Goldpartikeln enthält.

In der Druckschrift DE 28 06 603 wird ein Verfahren zum Färben des Bartes, der Wimpern und der Augenbrauen beschrieben, das darin besteht, auf die Fasern eine Lösung A, die Benzocatechin und Ascorbinsäure enthält, und anschließend eine Lösung B aufzutragen, die Silbernitrat enthält.

Die Druckschrift US 1,055,355 beschreibt ein Produkt zum Färben der Haare oder der Barthaare, das aus zwei festen, übereinander liegenden Schichten besteht, wobei eine Schicht ein Fett und ein Silbersalz und die andere Schicht ein Fett und Pyrogallusäure enthält.

In der Druckschrift US 4,971,596 wird ein Verfahren zum Färben beschrieben, nach dem auf die Haare in beliebiger Reihenfolge eine Zusammensetzung, die ein Metallsalz enthält, und eine Zusammensetzung, die Hydroxychinon enthält, aufgetragen werden.

Die Druckschrift US 4,195,972 beschreibt das Aufbringen einer Zusammensetzung, die ein Metallsalz und ein Reduktionsmittel enthält, auf die Haare.

In der Druckschrift US 3,194,734 wird eine kosmetische Zusammensetzung beschrieben, die ein Methylderivat von 5,6-Dihydroxyindol enthält.

Diese Druckschriften beschreiben jedoch nicht das Aufbringen einer Zusammensetzung, die eine Verbindung vom Thioltyp enthält, auf Keratinfasern nach der Umhüllung mit einem Metall.

Diese Behandlungen sind jedoch gegenüber Haarwäschen relativ unbeständig, da das abgeschiedene Material durch Wasser und grenzflächenaktive Stoffe schnell entfernt wird. Herkömmliche Verfahren zur kosmetischen Behandlung der Haare verleihen dem Depot daher wenig Remanenz bei Einwirkung von Haarwaschmitteln, und die eingebrachten kosmetischen Effekte gehen sehr schnell verloren.

Die vorliegende Erfindung soll diesen Nachteilen abhelfen.

Die Anmelderin hat insbesondere überraschend festgestellt, dass den Keratinfasern durch das Umhüllen der Keratinfaser mit einem elementaren Metall und anschließendes Aufbringen einer speziellen Verbindung haarwaschmittelbeständige kosmetische Eigenschaften gegeben werden können.

Keratinfasern, die diese Metallumhüllung aufweisen, haben daher haarwaschmittelbeständige kosmetische Eigenschaften, wie Glanz, Reflex oder Farbe.

Die vorliegende Erfindung bezieht sich daher auf ein Verfahren zur kosmetischen Behandlung von Keratinfasern, das darin besteht, durch Reduktion eines Metallsalzes in Gegenwart eines Reduktionsmittels auf den Fasern in situ ein elementares Metall zu bilden und anschließend eine spezielle Verbindung aufzutragen.

Weitere Gegenstände der Erfindung gehen aus der folgenden Beschreibung und den Beispielen hervor.

Das erfindungsgemäße Verfahren ist im Wesentlichen dadurch gekennzeichnet, dass es darin besteht, mindestens ein Metallsalz in einem kosmetisch akzeptablen Medium in Gegenwart mindestens eines Reduktionsmittels direkt auf den Keratinfasern zu reduzieren, um in situ das entsprechende elementare Metall zu bilden, und dadurch, dass nach der Bildung des entsprechenden elementaren Metalls auf die Keratinfasern eine Zusammensetzung aufgetragen wird, die mindestens eine Verbindung enthält, die unter den Thiolen, Thiolaten, Disulfiden, Thioethern, Xanthogenaten, Thiocarbamaten, Thiosulfaten und Thiolactonen ausgewählt ist.

Nach einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung wird die Keratinfaser vorab reduziert, bevor sie mit dem Metallsalz in Kontakt gebracht wird, um SH-Gruppen freizusetzen, die die Eigenschaft haben, dass sie mit Metallen unter Bildung einer S-Metall-Bindung reagieren, wodurch die Remanenz des Metalls auf der Faser erhöht wird.

In einem späteren Schritt werden Wirkstoffe, die unter den Thiolen, Thiolaten, Disulfiden, Thioethern, Xanthogenaten, Thiocarbamaten, Thiosulfaten und Thiolactonen ausgewählt sind, mit der Maßgabe, dass sie die in den oben angegebenen Verfahren verwendeten Metallsalze nicht reduzieren, auf die Keratinfaser gepfropft, die mit der metallischen Abscheidung umhüllt ist.

Das Metall des Metallsalzes kann unter Aluminium, Alkalimetallen, Erdalkalimetallen, Übergangsmetallen, Seltenerdmetallen und deren Legierungen ausgewählt werden. Das Metall ist vorzugsweise unter Aluminium, Kupfer, Silber, Gold, Indium, Eisen, Platin, Nickel, Molybdän, Titan, Wolfram, Antimon, Palladium, Zink, Zinn und deren Legierungen ausgewählt.

Das Metallsalz kann unter den organischen oder anorganischen, sauren oder basischen Salzen ausgewählt werden, beispielsweise Nitraten, Sulfaten, Carbonaten, Halogeniden, Bromaten, Phosphaten und Sulfaten.

Vorzugsweise ist das Metallsalz unter AgNO3, AgBrO3, Ag2SO4, AgBr, Ag2CO3, AgCl, AgF, AgI, HAuCl4, AuBr3, AuCl3, K2PdCl4, CuCl, CuBr, CuSO4 und Na2PtCl6 ausgewählt. Die Edelmetallsalze wie HAuCl4, AgNO3, K2PdCl4, Na2PtCl6 werden bevorzugt. Es können auch Gemische von Metallsalzen verwendet werden.

Das Reduktionsmittel kann unter den organischen oder anorganischen Reduktionsmitteln ausgewählt werden, wie NaBH4, KBH4, BH3, NADPH, NADH, H2, 9-BBN (9-Borabicyclo[3.3.1]nonan, LiAlH4, NaAlEt2H2, Na2S2O3, Diisoamylboran, Ascorbinsäure und cyclischen oder aliphatischen Verbindungen, die die chemische Endiolgruppe -(OH)C=C(OH)- enthalten, einschließlich der isomeren Formen, ihren Salzen und ihren Estern, Hydrochinon, Benzochinon, NaBH(OAc)3, Formamidinsulfinsäure (FASA), N-Phenylformamidinsulfinsäure, Phosphinen, NaBH3CN, Na2S2O4, BMS (Bismercaptoethylsulfon), DTT (Dithiothreit), DMH (N,N'-Dimethyl-N,N'-bis(mercaptoacetyl)hydrazin), Thiolen, Thiolaten, Citraten, Sulfiten, Bisulfiten, Alkalimetallmonopersulfaten und Alkalimetallbisulfaten, Enzymen (wie beispielsweise Protein-Disulfid-Isomerase oder Thioredoxin) und Sulfinaten, insbesondere Hydroxymethansulfinaten.

Die Metallsalze und Reduktionsmittel werden im Allgemeinen unabhängig voneinander in einer Konzentration von 0,0001 bis 50 %, vorzugsweise 0,01 bis 10 % und noch bevorzugter 0,05 bis 5 %, auf der Basis des kosmetisch akzeptablen Mediums, verwendet.

Das kosmetisch akzeptable Medium, das erfindungsgemäß verwendet wird, besteht vorzugsweise aus Wasser, gegebenenfalls im Gemisch mit einem organischen Lösungsmittel, das unter den C1-4-Alkoholen, wie Ethanol oder Isopropanol, C5-10-Alkanen, Aceton, Methylethylketon, Methylacetat, Butylacetat, Ethylacetat, Dimethoxyethan, Diethoxyethan und deren Gemischen ausgewählt ist.

Die erfindungsgemäßen Zusammensetzungen, die mindestens ein Metallsalz und mindestens ein Reduktionsmittel in einem kosmetisch akzeptablen Medium enthalten, können ferner übliche kosmetische Zusatzstoffe enthalten, die insbesondere unter den adhäsiven Stoffen, Verdickungsmitteln, beruhigenden Stoffen, Schaumverhütungsmitteln, Sonnenschutzfiltern, Antiperspirantien, Ansäuerungsmitteln, Hydratisierungsmitteln, Alkalisierungsmitteln, Farbmitteln, Pigmenten, Parfums, Konservierungsmitteln, anionischen, kationischen, nichtionischen oder amphoteren grenzflächenaktiven Stoffen, festigenden Polymeren und insbesondere nichtionischen, kationischen oder amphoteren festigenden Polymeren, nichtfestigenden Polymeren, flüchtigen oder nichtflüchtigen Siliconen, pflanzlichen Ölen, tierischen Ölen, Mineralölen oder synthetischen Ölen, Proteinen und Vitaminen, Polyolen und deren Gemischen ausgewählt sind.

Die erfindungsgemäß verwendeten Zusammensetzungen können in unterschiedlichen Formen konfektioniert sein, insbesondere als Aerosolbehälter mit einem Treibmittel. Sie können ausgespült werden oder im Haar verbleiben.

Das Treibmittel ist vorzugsweise unter Luft, Kohlendioxid, Druckluft, Dimethylether, C3-5-Alkanen, wie n-Butan, Propan, Isobutan, halogenierten Kohlenwasserstoffen, wie 1,1-Difluorethan, Gemischen von Dimethylether und C3-5-Alkanen, Gemischen von 1,1-Difluorethan und Dimethylether und/oder C3-5-Alkanen ausgewählt.

Das erfindungsgemäße Verfahren kann für die Fixierung und/oder den Halt der Haare, die Pflege der Haare, für Haarwaschmittel, zum Konditionieren der Haare, beispielsweise um sie weicher zu machen, oder zum Schminken der Haare eingesetzt werden.

Die erfindungsgemäß verwendeten Zusammensetzungen können in unterschiedlichen galenischen Formen vorliegen, beispielsweise als Lotion, Gel, Stick, Creme, einfache oder multiple Emulsion, Spray, Schaum, Haarwaschmittel oder Produkt, das nach der Haarwäsche aufgetragen wird.

Das Verfahren zur Behandlung von Keratinfasern und insbesondere Haaren gemäß der Erfindung umfasst im Allgemeinen die folgenden Schritte:

  • – man trägt auf die Keratinfasern eine Zusammensetzung auf, die in einem kosmetisch akzeptablen Medium mindestens ein Metallsalz enthält,
  • – nach einer Einwirkzeit von 30 s bis 30 min, vorzugsweise 1 bis 15 min und gegebenenfalls Spülen wird eine Zusammensetzung, die in einem kosmetisch akzeptablen Medium mindestens ein Reduktionsmittel enthält, gegebenenfalls unter Einwirkung von Wärme aufgebracht,
  • – nach einer weiteren Einwirkzeit von 30 s bis 30 min und vorzugsweise 1 bis 15 min wird gegebenenfalls unter Einwirkung von Wärme gespült,
  • – auf die Keratinfasern wird eine Zusammensetzung aufgetragen, die mindestens eine Verbindung enthält, die unter den Thiolen, Thiolaten, Disulfiden, Thioethern, Xanthogenaten, Thiocarbamaten, Thiosulfaten und Thiolactonen ausgewählt ist.

Das Metallsalz und das Reduktionsmittel können unter den oben angegebenen Verbindungen ausgewählt werden.

Es wird darauf hingewiesen, dass die erfindungsgemäße metallische Umhüllung von den Keratinfasern erforderlichenfalls durch einfache Behandlung mit Wasserstoffperoxid bei saurem pH-Wert in einer Konzentration von 1 bis 30 Volumina (0,3 bis 9 Gew.-%) entfernt werden kann.

Die Keratinfasern können zuvor mit einem Polymer beschichtet werden, dass eine Affinität für die Oberfläche besitzt, wie Polyaminen (PEI, Polylysinen), Polysaccharidderivaten (Hydroxypropylcellulose, Hydroxypropylguar, Jaguar), oder einer herkömmlichen kosmetischen Behandlung unterzogen worden sein, wie einer oxidativen Färbung, einer permanenten Verformung, einer Entfärbung, einer Haarwäsche oder es kann ein Produkt zur Haarbehandlung aufgetragen worden sein.

Nach einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung können die Keratinfasern vor dem Aufbringen der Zusammensetzung, die mindestens ein Metallsalz enthält, reduziert werden. Diese Reduktion kann mit einem weiter oben beschriebenen Reduktionsmittel und insbesondere Reduktionsmitteln, die im Rahmen von dauerhaften Verformungen verwendet werden, durchgeführt werden. Eines der bevorzugten Reduktionsmittel ist die Thioglycolsäure. Die Fasern können anschließend gespült werden. Das Metallsalz oder die Metallsalze und anschließend das Reduktionsmittel oder die Reduktionsmittel werden dann wie oben beschrieben aufgetragen.

Die Verbindung, die unter den Thiolen, Thiolaten, Disulfiden, Thioethern, Xanthogenaten, Thiocarbamaten, Thiosulfaten und Thiolactonen ausgewählt ist, kann Substituenten mit kosmetischer Wirksamkeit tragen. Diese Substituenten können beispielsweise von natürlichen oder synthetischen, in Wasser löslichen oder unlöslichen Polymeren, organischen oder metallischen Partikeln, Pigmenten, Sonnenschutzfiltern, Antioxidantien, Farbmitteln oder Konditioniermitteln stammen.

Die folgenden Beispiele sollen die Erfindung erläutern.

Beispiel 1: Metallische Umhüllung mit Silber an natürlich pigmentierten, weißen oder leicht aufgehellten, nicht reduzierten Haaren

Die Strähnen (1 g) werden mit Haarwaschmittel gewaschen, 20 min bei 65 °C getrocknet und anschließend in einer geeigneten Rinne angebracht. Auf jede Strähne werden 2 ml einer wässerigen Silbernitratlösung (0,46 M) aufgetragen und 5 min einwirken gelassen. Dann wird auf jede Strähne 1 ml einer wässerigen Natriumborhydridlösung (0,92 M) aufgebracht und 15 min einwirken gelassen. Die Strähnen werden dann mit Wasser gewaschen und 20 min bei 60 °C getrocknet.

Man erhält die folgenden visuellen Ergebnisse:

  • – Die natürlich pigmentierten Haarsträhnen sind schwärzer mit metallisch glänzenden Reflexen;
  • – die weißen Haarsträhnen sind mit metallisch glänzenden Reflexen gelb-goldfarben gefärbt;
  • – die sensibilisierten, leicht aufgehellten Haarsträhnen sind mit metallisch glänzenden Reflexen kupferfarben gefärbt.

Die Haarsträhnen werden zehnmal mit Standardhaarwaschmittel gewaschen; zwischen einer ungewaschenen und einer zehnmal gewaschenen Haarsträhne ist kein merklicher Unterschied in der Färbung zu sehen. Die Farbe ist also haarwaschmittelbeständig.

Die Gegenwart einer Silberumhüllung an der Oberfläche der Haare wurde rasterelektronenmikroskopisch und durch EDX-Analyse bestätigt.

Beispiel 2: Metallische Umhüllung mit Silber an natürlich pigmentierten, weißen oder leicht aufgehellten, reduzierten Haaren Schritt 1: Reduktion der Strähnen.

Die Strähnen (19) werden in einer geeigneten Rinne angebracht. Auf jede Strähne werden 2,4 ml einer wässerigen Thiolglycolsäurelösung (1M, pH 9) aufgetragen und 15 min einwirken gelassen. Dann werden die Strähnen mit Wasser gewaschen und 20 min bei 60 °C getrocknet und unmittelbar verwendet.

Schritt 2: Behandlung mit Silbernitrat und Reduktion

Die reduzierten Strähnen (1 g) werden in einer geeigneten Rinne angebracht. Auf jede Strähne trägt man 2 ml einer wässerigen Silbernitratlösung (0,46 M) auf und lässt 5 min einwirken. Dann wird auf jede Strähne 1 ml einer wässerigen Natriumborhydridlösung (0,92 M) aufgetragen und 15 min einwirken gelassen. Die Strähnen werden anschließend mit Wasser gewaschen und 20 min bei 60 °C getrocknet.

Man erhält die gleichen visuellen Ergebnisse wie in Beispiel 1.

Beispiel 3: Entfernen der metallischen Silberhülle

Eine leicht aufgehellte gemäß Beispiel 1 behandelte Haarsträhne wird in eine Wasserstoffperoxidlösung von 30 Volumina (9 Gew.-%) getaucht. Die kupferfarbene Färbung der Strähne verschwindet sofort und die Strähne nimmt unter einer starken Gasentwicklung ihre ursprüngliche Farbe wieder an. Durch diese Behandlung wird die auf dem Haar vorliegende Metallumhüllung somit wieder entfernt.

Beispiel 4: Pfropfen von 1-Octadecanthiol auf sensibilisierte Haarsträhnen, die mit einer metallischen Silberhülle beschichtet sind

Die gemäß Beispiel 1 behandelten Strähnen (1 g) werden jeweils in einer geeigneten Rinne angebracht. Man trägt auf jede Strähne 5 ml einer wässerigen NaOH-Lösung (1 mM) und anschließend 5 ml Thiollösung von 0,2 mM auf. Die Thiollösung wird hergestellt, indem 0,654 g 1-Octadecanthiol in Ethanol (1 Liter) gelöst werden und die Lösung anschließend 11-fach in Ethanol verdünnt wird. Man lässt bei Raumtemperatur über Nacht stehen. Die Strähnen werden anschließend ausgewrungen und mit 20 ml EtOH/NaOHaq, 1 mM, 50/50 (v/v) gespült. Schließlich werden die Strähnen mit Wasser gespült und 20 min bei 60 °C getrocknet und dann 5 mal mit Standardhaarwaschmittel gewaschen.

Um die mit 1-Octadecanthiol behandelten Strähnen mit den unbehandelten, gemäß Beispiel 1 umhüllten Strähnen zu vergleichen, wird ein sensorieller Test durchgeführt.

  • – Haptische Eigenschaften (von 0 bis 5,0=sehr schlecht, 5=sehr gut)
  • – Weichheit (von 0 bis 5,0=sehr schlecht, 5=sehr gut)
  • – Sauberkeit der Finger nach der Berührung (von 0 bis 5,0=sehr schlecht, 5=sehr gut)

Die Ergebnisse sind in der folgenden Tabelle zusammengefasst:

Die mit 1-Octadecanthiol behandelten und gewaschenen Strähnen weisen also haptische Eigenschaften und eine Weichheit auf, die im Vergleich mit den unbehandelten Strähnen des Beispiels 1 besser sind.


Anspruch[de]
  1. Verfahren zur kosmetischen Behandlung von Keratinfasern, dadurch gekennzeichnet, dass es darin besteht, in einem kosmetisch akzeptablen Medium mindestens ein Metallsalz in Gegenwart mindestens eines Reduktionsmittels direkt auf den Keratinfasern zu reduzieren, um in situ das entsprechende elementare Metall zu bilden, und dadurch, dass nach der Bildung des entsprechenden elementaren Metalls auf die Keratinfasern eine Zusammensetzung aufgetragen wird, die mindestens eine Verbindung enthält, die unter den Thiolen, Thiolaten, Disulfiden, Thioethern, Xanthogenaten, Thiocarbamaten, Thiosulfaten und Thiolactonen ausgewählt ist.
  2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Metall des Metallsalzes unter Aluminium, Alkalimetallen, Erdalkalimetallen, Übergangsmetallen, Seltenerdmetallen und deren Legierungen ausgewählt ist.
  3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Metall unter Aluminium, Kupfer, Silber, Gold, Indium, Eisen, Platin, Nickel, Molybdän, Titan, Wolfram, Antimon, Palladium, Zink, Zinn und deren Legierungen ausgewählt ist.
  4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Metallsalz ein anorganisches oder organisches, saures oder basisches Salz ist.
  5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Metallsalz unter den Nitraten, Sulfaten, Carbonaten, Halogeniden, Bromaten, Phosphaten und Sulfaten ausgewählt ist.
  6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Metallsalz unter AgNO3, AgBrO3, Ag2SO4, AgBr, Ag2CO3, AgCl, AgF, AgI, HAuCl4, AuBr3, AuCl3, K2PdCl4, CuCl, CuBr, CuSO4 und Na2PtCl6 und deren Gemischen ausgewählt ist.
  7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Metallsalz unter HAuCl4, AgNO3, K2PdCl4 und Na2PtCl6 und deren Gemischen ausgewählt ist.
  8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Reduktionsmittel unter den anorganischen oder organischen Reduktionsmitteln ausgewählt ist.
  9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Reduktionsmittel unter NaBH4, KBH4, BH3, NADPH, NADH, H2, 9-BBN (9-Borabicyclo[3.3.1]nonan, LiAlH4, NaAlEt2H2, Na2S2O3, Diisoamylboran, Ascorbinsäure und cyclischen oder aliphatischen Verbindungen, die die chemische Endiolgruppe -(OH)C=C(OH)- enthalten, einschließlich der isomeren Formen, ihren Salzen und ihren Estern, Hydrochinon, Benzochinon, NaBH(OAc)3, Formamidinsulfinsäure (FASA), N-Phenylformadiminsulfinsäure, Phosphien, NaBH3CN, Na2S2O4, BMS (Bismercaptoethylsulfon), DTT (Dithiothreit), DMH (N,N'-Dimethyl-N,N'-bis(mercaptoacetyl)hydrazin), Thiolen, Thiolaten, Citraten, Sulfiten, Bisulfiten, Alkalimetallmonopersulfaten und Alkalimetallbisulfaten, Enzymen (wie beispielsweise Protein-Disulfid-Isomerase oder Thioredoxin) und Sulfinaten ausgewählt ist.
  10. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Metallsalz oder die Metallsalze und das Reduktionsmittel oder die Reduktionsmittel in einer Konzentration von 0,0001 bis 50 %, vorzugsweise 0,01 bis 10 % und noch bevorzugter 0,05 bis 5 %, auf der Basis des kosmetisch akzeptablen Mediums, enthalten sind.
  11. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das kosmetisch akzeptable Medium aus Wasser und/oder einem organischen Lösungsmittel besteht, das unter den C1-4-Alkoholen, wie Ethanol oder Isopropanol, C5-10-Alkanen, Aceton, Methylethylketon, Methylacetat, Butylacetat, Ethylacetat, Dimethoxyethan, Diethoxyethan und deren Gemischen ausgewählt ist.
  12. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das kosmetisch akzeptable Medium ferner mindestens einen üblichen kosmetischen Zusatzstoff enthält, der unter den adhäsiven Stoffen, Verdickungsmitteln, beruhigenden Stoffen, Schaumverhütungsmitteln, Sonnenschutzfiltern, Antiperspirantien, Ansäuerungsmitteln, Hydratisierungsmitteln, Alkalisierungsmitteln, Farbmitteln, Pigmenten, Parfums, Konservierungsmitteln, anionischen, kationischen, nichtionischen oder amphoteren grenzflächenaktiven Stoffen, festigenden Polymeren und insbesondere nichtionischen, kationischen, amphoteren festigenden Polymeren, nichtfestigenden Polymeren, flüchtigen oder nichtflüchtigen Siliconen, pflanzlichen Ölen, tierischen Ölen, Mineralölen oder synthetischen Ölen, Proteinen und Vitaminen, Polyolen und deren Gemischen ausgewählt sind.
  13. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass:

    – auf die Keratinfasern eine Zusammensetzung aufgetragen wird, die in einem kosmetisch akzeptablen Medium mindestens ein Metallsalz enthält,

    – nach einer Einwirkzeit von 30 s bis 30 min und gegebenenfalls nach Spülen eine Zusammensetzung, die in einem kosmetisch akzeptablen Medium mindestens ein Reduktionsmittel enthält, gegebenenfalls unter Einwirkung von Wärme aufgebracht wird, und

    – auf die Keratinfasern eine Zusammensetzung aufgetragen wird, die mindestens eine Verbindung enthält, die unter den Thiolen, Thiolaten, Disulfiden, Thioethern, Xanthogenaten, Thiocarbamaten, Thiosulfaten und Thiolactonen ausgewählt ist,

    – und nach einer weiteren Einwirkzeit von 30 s bis 30 min gegebenenfalls unter Einwirkung von Wärme gespült wird.
  14. Verfahren nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Keratinfasern, bevor die Zusammensetzung, die mindestens ein Metallsalz enthält, auf die Keratinfasern aufgetragen wird, mit einem Reduktionsmittel reduziert werden, wie es in Anspruch 9 definiert ist.
  15. Verfahren nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass die vorhergehende Reduktion mit Thioglykolsäure durchgeführt wird.
  16. Verfahren nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Keratinfasern, bevor die Zusammensetzung, die mindestens ein Metallsalz enthält, auf die Keratinfasern aufgetragen wird, mit einem Polymer beschichtet werden, das eine Affinität für die Oberfläche besitzt, wie Polyamine oder Polysaccharidderivate.
  17. Verfahren nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass an den Keratinfasern, bevor die Zusammensetzung, die mindestens ein Metallsalz enthält, auf die Keratinfasern aufgetragen wird, eine herkömmliche kosmetische Behandlung durchgeführt wird, wie beispielsweise eine oxidative Färbung, eine permanente Verformung, eine Entfärbung, eine Haarwäsche oder das Aufbringen eines Produktes für die Frisurengestaltung.
Es folgt kein Blatt Zeichnungen






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com