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Dokumentenidentifikation EP1264876 21.09.2006
EP-Veröffentlichungsnummer 0001264876
Titel Sudhausanlage
Anmelder Huppmann AG, 97318 Kitzingen, DE
Erfinder Lenz, August jun., 97318 Kitzingen, DE;
Hackensellner, Dr., Thomas, 84036 Landshut, DE;
Kantelberg, Bernd, 97332 Volkach, DE;
Weisenberger, Dietmar, 97440 Werneck-Essleben, DE
DE-Aktenzeichen 50207764
Vertragsstaaten AT, BE, CH, CY, DE, DK, ES, FI, FR, GB, GR, IE, IT, LI, LU, MC, NL, PT, SE, TR
Sprache des Dokument DE
EP-Anmeldetag 22.01.2002
EP-Aktenzeichen 020014833
EP-Offenlegungsdatum 11.12.2002
EP date of grant 09.08.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 21.09.2006
IPC-Hauptklasse C12C 7/00(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, EP
IPC-Nebenklasse C12C 13/02(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, EP   C12C 13/00(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, EP   C12C 7/26(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, EP   C12C 7/28(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, EP   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Sudhausanlage und Komponenten einer Sudhausanlage bzw. Verfahren zum Betrieb einer Sudhausanlage und deren Komponenten nach den Oberbegriffen der unabhängigen Hauptansprüche.

In bekannten Sudhausanlagen wird die Würze als Zwischenprodukt der Bierherstellung gekocht, nach der Würzekochung der Heißtrub abgetrennt und anschließend bei einer Anstelltemperatur von beispielsweise circa 8°C durch Zugabe von Hefe zu Bier vergoren.

Da die Würze während der Würzekochung zur Verbesserung der technologischen Eigenschaften teilweise verdampft werden muss und nach der Würzekochung auf Anstelltemperatur heruntergekühlt wird, handelt es sich bei der Würzeherstellung um eine außerordentlich energieintensiven Prozess. Außerdem werden durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe zur Bereitstellung der Energie und die beim Verdampfen der Würze entstehenden Brüdendampf unerwünschte Emissionen erzeugt, die wegen erhöhter Anforderungen an die Umweltverträglichkeit derartiger Sudhausanlagen reduziert werden müssen.

Ausgehend vom bekannten Stand der Technik ist es deshalb Aufgabe der vorliegenden Erfindung eine Sudhausanlage und Komponenten einer Sudhausanlage bzw. Verfahren zum Betrieb einer Sudhausanlage und deren Komponenten vorzuschlagen, mit denen die technologischen Eigenschaften des herzustellenden Biers verbessert, die bei der Würzebereitung anfallenden Emissionen reduziert und der erforderliche Energieeinsatz optimiert wird.

Diese Aufgabe wird eine Sudhausanlage und Komponenten einer Sudhausanlage bzw. Verfahren zum Betrieb einer Sudhausanlage und deren Komponenten nach der Lehre der unabhängigen Hauptansprüche gelöst.

Vorteilhafte Ausführungsformen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche. Die verschiedenen Teilaspekte der Erfindung können selbstverständlich auch in Kombination in einer Sudhausanlage Verwendung finden.

Diese Aufgabe wird durch eine Würzebehandlungseinrichtung beziehungsweise durch Verfahren zum Betrieb von Würzebehandlungseinrichtung nach der Lehre der unabhängigen Hauptansprüche gelöst.

Bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.

Ein Teilaspekt der Erfindung beruht auf dem Grundgedanken, dass der Strömungswiderstand, der von der zirkulierenden Würzeströmung überwunden werden muss, gezielt verändert wird, um einen gewünschten Strömungszustand zu erreichen. In der erfindungsgemäßen Würzebehandlungseinrichtung ist deshalb ein verstellbares Strömungselement vorgesehen, das im Würzestrom entlang des Strömungsweges zwischen Würzeeinlass und Würzeauslass anordenbar ist. Durch Verstellung der Position dieses Strömungselements kann die Geometrie des Strömungsweges und damit der Strömungswiderstand verändert werden, um damit den Strömungszustand zu beeinflussen und in Richtung eines Sollzustands zu verändern.

Grundsätzlich ist der Einsatz eines erfindungsgemäßen Strömungselements sowohl für Außenkocher, bei denen die Heizvorrichtung außerhalb der eigentlichen Würzekocheinrichtung angeordnet ist, und für Innenkocher, bei denen die Heizvorrichtung innerhalb der Würzekocheinrichtung angeordnet ist, denkbar. Besonders große Vorteile bietet die Erfindung in Zusammenhang von Innenkochern, bei denen die Würze allein aufgrund einer Naturumlaufströmung zirkuliert, da in derartigen Würzekocheinrichtungen ansonsten nur relativ geringe Möglichkeiten zur Beeinflussung der Würzeströmung bestehen.

Zur Änderung des Strömungswiderstandes durch Verstellung des Strömungselements sind grundsätzlich viele Konstruktionsvarianten denkbar. Ein Innenkocher gemäß eines weiteren Teilaspekts der vorliegenden Erfindung, der zur Anordnung in einer beim Bierbrauprozess eingesetzten Würzepfanne vorgesehen ist, weist in an sich bekannter Weise einen beispielsweise als Rohrbündel ausgebildeten Wärmetauscher, einen kanalartigen Staukonus sowie einen oberhalb einer Ausströmöffnung angeordneten Würzeverteilschirm zur Umlenkung und Verteilung des Würzestroms auf. Erfindungsgemäß zeichnet sich der in Rede stehende Innenkocher dadurch aus, dass er mit einer Einrichtung zur steuerbaren Veränderung der Vertikalposition des Würzeverteilschirms ausgestattet ist. Eine solche Höhenverstellbarkeit des Würzeverteilschirms relativ zum Wärmetauscher bzw. relativ zum Flüssigkeitsspiegel in der Würzepfanne ist aufgabengemäß insofern vorteilhaft, als hierdurch besonders wirksam Einfluss auf den konvektiven Naturumlaufprozess in der Würzepfanne genommen werden kann. Insbesondere hat es sich gezeigt, dass mittels Verstellung bzw. Regulierung der Höhe des Würzeverteilschirms das unerwünschte, oft am Anfang des Würzekochens auftretende Pulsieren der in der Sudpfanne und durch den Kocher umlaufenden Würze in seinem Ausmaß verringert oder sogar verhindert werden kann.

Auf welche Weise die Vertikalposition des Würzeverteilschirms verändert bzw. reguliert wird, ist erfindungsgemäß zunächst nicht wesentlich. So ist es beispielsweise vorstellbar, dass der Würzeverteilschirm mittels einer Hebel- oder Steuervorrichtung manuell verstellt und an das gewünschte Strömungsverhalten angepasst werden kann. Besonders vorteilhaft ist es jedoch, wenn die Vertikalposition des Würzeverteilschirms in Abhängigkeit eines durch Sensor ermittelten Zustandsmesswerts, wie beispielsweise eines Druckmesswerts, eines Temperaturwerts oder eines gemessenen Massenstroms automatisch veränderbar ist. Eine solche automatische Anpassung bzw. Regelung der Höhenposition des Würzeverteilschirms anhand eines Zustands- bzw. Prozessmesswerts besitzt den Vorteil, dass die Naturumlaufströmung beim Kochen der Würze permanent überwacht und bei Bedarf automatisch optimiert werden kann, ohne dass hierzu der manuelle Eingriff des Bedienungspersonals erforderlich ist.

Welche konkreten Zustandsgrößen für die Steuerung der Höheneinstellung des Würzeverteilschirms herangezogen werden, ist grundsätzlich beliebig. So ist es beispielsweise vorstellbar, die momentane Stärke oder Charakteristik der Naturumlaufströmung mittels einer optischen Signalauswertung zu ermitteln und die Höhe des Würzeverteilschirms hiervon abhängig entsprechend zu regulieren.

Als besonders vorteilhaft und in der Braupraxis robust hat es sich jedoch erwiesen, die Vertikalposition des Würzeverteilschirms an die momentane Höhe des Flüssigkeitsspiegels in der Würzepfanne anzupassen. Auf diese Weise kann eine permanente Angleichung der Höhe des Würzeverteilschirms an den beim Würzesieden aufgrund Würzeverdampfung stetig fallenden Flüssigkeitsspiegel in der Würzepfanne erfolgen. Mit anderen Worten führt dieses Prinzip dazu, dass der Würzeverteilschirm sich sowohl zu Beginn des Würzesiedens als auch während dessen gesamten Verlaufs in der für die Konstanz der Naturumlaufströmung wichtigen optimalen Höhenposition befindet.

Gemäß einer weiteren Ausführungsform der Erfindung ist es vorgesehen, dass die Vertikalposition des Würzeverteilschirms in Abhängigkeit eines sekundärseitig im Wärmetauscher ermittelten Temperaturmesswerts und/oder in Abhängigkeit der Temperatur der in der Würzepfanne befindlichen Flüssigkeit verändert wird. Wenn die Temperatur der sekundärseitig den Wärmetauscher durchströmenden Würze und/oder die Temperatur der Würze in der Sudpfanne bekannt ist, so lässt sich hieraus ein verhältnismäßig exakter Rückschluss auf die im Wärmetauscher entstehende Auftriebswirkung und die dadurch hervorgerufene Naturumlaufströmung ziehen, die sich somit auch auf diese Weise regeln bzw. stabilisieren lässt.

Auch ist es möglich, aus primärseitig am Wärmetauscher ermittelten Druck- und/oder Temperaturmesswerten auf die an die sekundärseitig den Wärmetauscher durchströmende Würze übertragene Wärmemenge zu schließen und hieraus die momentane Stärke der Naturumlaufströmung abzuleiten. Daher ist es gemäß einer weiteren Ausführungsform der Erfindung vorgesehen, dass die Vertikalposition des Würzeverteilschirms in Abhängigkeit von Druck- und/oder Temperaturmesswerten eines primärseitig den Wärmetauscher durchströmenden Wärmeträgermediums, bei dem es sich insbesondere um Wasserdampf handeln kann, geregelt wird.

Um eine besonders exakte und auf Prozessveränderungen schnell reagierende Regelung der Vertikalposition des Würzeverteilschirms zu erhalten, sieht eine weitere bevorzugte Ausführungsform der Erfindung vor, die Höhe des Würzeverteilschirms in Abhängigkeit nicht nur eines, sondern gleichzeitig mehrerer Zustandsmesswerte zu verändern. Hierbei ist es vorteilhaft, wie gemäß einer besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung vorgesehen, wenn die Verstellung bzw. Regelung der Vertikalposition des Würzeverteilschirms unter Heranziehung einer gespeicherten rechnerischen Beziehung und/oder eines gespeicherten statistischen Zusammenhangs erfolgt. Durch die Verwendung einer rechnerischen und/oder statischen Beziehung, die beispielsweise in Form einer Tabelle oder eines Koordinatenkennfelds vorliegen kann, wird ermöglicht, eine große Zahl von Erfahrungs- bzw. Versuchswerten heranzuziehen, die einen entsprechend weiten Bereich an Prozesszuständen abdecken. Hierdurch lässt sich in allen auftretenden Betriebszuständen der Optimalwert für die Höhe des Würzeverteilschirms ermitteln und automatisch einstellen.

Um die Naturumlaufströmung beim Siedevorgang noch besser und unmittelbarer regulieren und damit das Entstehen instationärer Phasen der Naturumlaufströmung noch frühzeitiger unterbinden zu können, ist es gemäß einer weiteren Ausführungsform der Erfindung vorgesehen, dass außer der Verstellung bzw. Regelung der Höhe des Würzeverteilschirms zumindest eine weitere Prozessgröße, die einen Einfluss auf das Naturumlaufkochen besitzt, wie beispielsweise ein Strömungsquerschnitt, die Stärke eines Massenstroms oder eine Wärmestrommenge, in Abhängigkeit zumindest eines gemessenen Zustandswerts automatisch verändert wird. So ist es beispielsweise vorstellbar, den Durchlassquerschnitt des Staukonus in Abhängigkeit eines oder mehrerer Zustandsmesswerte, beispielsweise in Abhängigkeit eines Druck-, Pegel- oder Temperaturmesswerts, automatisch zu regulieren.

Besonders große Vorteile bietet die Verstellbarkeit des Würzeverteilschirms in Kombination mit den Verfahrensbedingungen einer dynamischen Niederdruckkochung. Bei diesem Verfahren wird die Würze mit wechselnden Druckaufbau- und Druckentlastungsphasen gekocht, um dadurch bei der Druckentlastung Dampfblasen in der Würze zu bilden (Strippen). Vorzugsweise sollte der Würzeverteilschirm nämlich in den Druckentlastungsphasen eine höhere Position einnehmen als in den die Vertikalposition des Würzeverteilschirms in den Druckentlastungsphasen jeweils höher sein als in unmittelbar vorhergehenden bzw. nachfolgenden Druckaufbauphasen. D.h. entsprechend dem Phasenverlauf der dynamischen Niederdruckkochung wird der Würzeverteilschirm alternierend nach oben und unten gefahren.

Dieser alternierenden Verstellbewegung kann nach einer bevorzugten Ausführungsform eine beispielsweise lineare Verstellbewegung überlagert werden, um die Höhe des Würzeverteilschirms an den aufgrund der Verdampfung sinkenden Würzspiegel in der Würzepfanne anzupassen.

Ein weiterer Teilaspekt der Erfindung betrifft das Aufheizen der Würze unter Verwendung einer Naturumlaufströmung. Gemäß diesem Teilaspekt der Erfindung wird die Würze dabei auf eine Vorwärmtemperatur aufgeheizt, die maximal 5,0°C , insbesondere maximal 1 bis 2°C, unterhalb der Siedetemperatur der Würze liegt. Das heißt, die Würze wird durch entsprechende Vorwärmung schon vor dem Einströmen in die Würzekocheinrichtung so stark aufgeheizt, dass die Temperaturdifferenz bis zu Erreichen des Siedepunkts der Würze mit der damit verbundenen gewünschten Blasenbildung relativ klein ist. Im Ergebnis kann dadurch erreicht werden, dass die Würze in der Würzekocheinrichtung nur sehr kurz bis zum bereichsweisen Erreichen des Siedepunktes und der damit verbunden stärkeren Naturumlaufströmung aufgeheizt werden muss. Die beim Aufheizen der Würze in der Würzekocheinrichtung mit Naturumlaufströmung bekannten negativen Effekte, insbesondere das Pulsieren der Würze während des Aufheizens, kann dadurch erheblich verringert werden. Insgesamt können also anders als bei bekannten Vorwärmverfahren, die allein der Prozesswärmerückgewinnung dienen, durch die erfindungsgemäße Vorwärmung auch Verbesserungen der Würzequalität erreicht werden.

Grundsätzlich sollte bei der Vorwärmung die in die Würze zur Anhebung auf die gewünschte Vorwärmtemperatur erforderliche Wärme in einer möglichst kurzer Aufheizzeit eingekoppelt werden, da eine kurze Beheizung die Würzequalität in der Tendenz verbessert. Die Heizleistung im Wärmetauscher ist dazu entsprechend ausreichend hoch zu wählen.

Eine besonders schonende Vorwärmung der Würze kann dadurch gewährleistet werden, dass die Würze, beispielsweise durch Verwendung eines geeigneten Wärmetauschers, im Durchlauf vorgewärmt wird. Dazu eignen sich insbesondere Freistromplatten-Wärmetauscher, da diese Bauart relativ große Strömungsquerschnitte aufweist, so dass die auf die

Würze wirkende Scherbelastung relativ gering ist.

Auch ist es denkbar, dass die Vorwärmeinrichtung zumindest zwei in Reihe und/oder parallel durchströmbare Wärmetauscher aufweist.

in möglichst kurzer Aufheizzeit bei entsprechend ausreichender Heizleistung im Wärmetauscher auf die gewünschte Vorwärmtemperatur vorgewärmt wird

Eine besonders einfache konstruktive Möglichkeit zur Realisierung einer erfindungsgemäßen Anlage ist es, den Wärmetauscher zur Vorwärmung der Würze primärseitig mit einem Wärmeträger ausreichend hoher Energiedichte, beispielsweise Dampf oder Heißwasser mit einer Temperatur oberhalb von 100°C, zu durchströmen, um die für die Vorwärmung erforderliche Zusatzwärme einzukoppeln.

Eine bessere Prozesswärmenutzung wird jedoch erreicht, wenn zumindest zwei Wärmetauscher zur Erwärmung des Wärmeträgers hintereinander geschaltet werden. Falls die Einspeisung von Wärme gewünscht wird, die aus der bei der Würzekochung entstehenden Abwärme rückgewonnen wird, kann das dort vorgewärmte Wasser in einem zweiten vorgeschalteten Wärmetauscher mittels eines Wärmeträgers ausreichend hoher Energiedichte, beispielsweise Dampf oder Heißwasser soweit erhitzt werden, dass anschließend dieses Wasser Vorwärmung der Würze eine ausreichende Anfangstemperatur aufweist. Entsprechend der Temperatur des Wassers aus dem Energiespeicher ist dann ein geringerer Bedarf an Zusatzwärme zur Aufheizung des Würze während des Vorwärmens der Würze auf die gewünschte Vorwärmtemperatur erforderlich, da ein Teil der Wärme aus dem Energiespeicher rückgewonnen wird.

Nach einer bevorzugte Variante ist der Druck der Würze in der Vorwärmeinrichtung zumindest in bestimmten Prozessabschnitten, insbesondere zu Beginn des Einströmens der Würze in die Würzekocheinrichtung, höher ist als Druck der Würze in der Würzekocheinrichtung. Dadurch wird erreicht, dass die Würze beim Einströmen in die Würzekocheinrichtung expandiert, so dass bereits in dieser Prozessphase ein Teil des in der Würze enthaltenen Wassers verdampft und bereits eine gewünschte Stoffumsetzung der Würzeinhaltsstoffe zumindest teilweise erfolgt. Dadurch kann zum einen die anschließende Kochzeit weiter verkürzt werden und zum anderen wird in gewünschter Weise sehr schnell die Luft aus der Würzekocheinrichtung verdrängt.

Ein weiterer Teilaspekt der Erfindung betrifft das Vorkühlen der Würze nach der Würzekochung und vor der Abtrennung des Heißtrubes in einer Trubentfernungseinrichtung , beispielsweise einem Whirlpool. Durch die unmittelbare Abkühlung der Würze noch vor der Abtrennung des Heißtrubes kann die thermische Belastung der Würze reduziert und dadurch ihre technologischen Eigenschaften verbessert werden.

Selbstverständlich kann die Vorkühlung der Würze anschließend an beliebige Würzekochverfahren durchgeführt werden. Besondere Vorteile bietet jedoch die Kombination aus Würzevorkühlung und die vorhergehende Würzekochung unter Verfahrensbedingungen der dynamischen Niederdruckkochung mit wechselnden Druckaufbau- und Druckentlastungsphasen. Den durch diese Art der Würzekochung werden in der Würze Eiweißstrukturen gebildet, die trotz der Absenkung der Würzetemperatur nach der Vorkühlung auf beispielsweise circa 88°C bis 90°C in der nachfolgenden Heißtrubabscheidung effektiv abgeschieden werden können.

Die Vorkühlung der Würze kann in konventioneller Weise in einem der Würzekocheinrichtung nachgeordneten Wärmetauscher erfolgen. Wird dieser Wärmetauscher sekundärseitig von frischem Brauwasser durchströmt, wobei dabei die bei der Abkühlung der Würze anfallende Wärme in das Brauwasser eingekoppelt wird, kann die Prozessenergie optimiert genutzt werden.

Nach einem weiteren Teilaspekt der Erfindung wird zur Abkühlung der gekochten Würze ein alternatives Konzept zur Abkühlung eingesetzt. Die gekochte Würze, die dabei einen höheren Stammwürzegehalt aufweist als es der mit der Würze herzustellenden Biersorte entspricht, wird bei diesem Konzept mit Wasser gemischt und dadurch zugleich gekühlt und herunterkonzentriert. Dazu wird Wasser verwendet, dessen Temperatur unterhalb der Temperatur der höherkonzentrierten Würze liegt. Im Ergebnis wird auch durch diese Abkühlung erreicht, dass die thermische Belastung der Würze verringert wird, was wiederum zu einer Qualitätsverbesserung führt.

Außerdem kann der Aufwand, der für die Anwärmung des zuzumischenden Wassers an die Temperatur der höherkonzentrierten Würze erforderlich ist, zumindest teilweise eingespart werden. Somit kann also mit geringerem Aufwand eine höhere Produktqualität erzeugt werden.

Weiterhin werden die technologischen Eigenschaften der Würze durch das erfindungsgemäße Verfahren verbessert. In der auf die Würzekochung folgenden Heißhaltezeit entstehen nämlich in der Würze aufgrund der hohen Temperaturen unerwünschte Substanzen, insbesondere freies DMS, die im Gegensatz zur Würzekochung aufgrund der fehlenden Kochbewegungen nicht mehr effektiv ausdampfen und deshalb in der Würze verbleiben. Durch die erfindungsgemäße Kühlung der Würze wird die Entstehung dieser unerwünschten Aromastoffe nach der Würzekochung reduziert, was im Ergebnis zu einer Geschmacksverbesserung des Endprodukts führt.

Der größte Qualitätseffekt die erfindungsgemäße Kühlung der Würze lässt sich in der Verfahrensstufe erzielen, die sich unmittelbar an die Würzekochung anschließt. In dieser Verfahrensstufe weist die Würze die höchsten Temperaturen auf und ist somit der größten thermischen Belastung ausgesetzt. Es ist deshalb besonders vorteilhaft, wenn die Zugabe des Wassers unmittelbar nach der Würzekochung und somit vor der Abtrennung des Heißtrubes in einer Trubentfernungseinrichtung, beispielsweise einem Whirlpool, erfolgt. Unmittelbar nach der Würzekochung weist die höherkonzentrierte Würze eine Temperatur auf, die knapp unterhalb des Siedepunktes liegt. Durch Zumischen des kälteren Wassers kann die Würze sehr schnell und effektiv auf eine niedrigere Temperatur heruntergekühlt werden. Dabei ist allerdings darauf zu achten, dass die Würze nach der Zugabe des Wassers noch eine Temperatur aufweist, bei der die Abtrennung des Heißtrubes noch mit der notwendigen Effektivität möglich ist.

Eine gleichmäßige Mischung des Wassers mit der höherkonzentrierten Würze ist von entscheidender Bedeutung, da nur dadurch eine gleichmäßige Temperaturverteilung erreicht werden kann. Wird in einen bereits mit der höherkonzentrierten Würze gefüllten Tank lediglich eine vorbestimmte Wassermenge zugegeben, kann eine gleichmäßige Vermischung von Wasser und Würze in der Regel nicht erreicht werden. Es ist deshalb besonders vorteilhaft, wenn das Wasser während des Ausschlagens der höherkonzentrierten Würze zugemischt wird. Während des Ausschlagens fließt die Würze ohnehin, so dass ein kontinuierliches Zugeben der erforderlichen Wassermenge in einfacher Weise ohne besondere Mischvorrichtungen möglich ist.

Alternativ zur Zumischung des Wassers während des Ausschlagens kann das Wasser nach dem Kochen der höherkonzentrierten Würze auch direkt in die Würzekocheinrichtung zugegeben werden. Dabei ist es besonders vorteilhaft, das Wasser unterschichtig in die Würzekocheinrichtung einzupumpen. Das Wasser kann nach der Zugabe in die Würzekocheinrichtung durch Betrieb einer Zirkulationseinrichtung, beispielsweise einer Pumpe oder einem Rührwerk, mit der Würze vermischt werden, um einen möglichst gleichmäßigen Temperaturausgleich zu erhalten.

Wird das Wasser vor der Abtrennung des Heißtrubes der höherkonzentrierten Würze zugegeben, sollte die Mischtemperatur in der Regel einen Temperaturbereich von 80 bis 90° Celsius nicht unterschreiten, um das Abtrennen des Heißtrubes nicht zu behindern.

Der erfindungsgemäß gewünschte Effekt der Verbesserung der Produktqualität durch Verringerung der thermischen Belastung der Würze kann bereits durch relativ geringe Wassermengen bei entsprechend niedrigen Temperaturen erreicht werden. Nach einer besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung wird die Temperatur und die Menge des zugegebenen Wassers jedoch derart gewählt, dass die Würze nach der Zumischung des Wassers einen Stammwürzegehalt aufweist, der der herzustellenden Biersorte bereits entspricht. Damit wird erreicht, dass eine spätere zusätzliche Zumischung von Wasser zur Einstellung des gewünschten Konzentrationsgrades nicht mehr erforderlich ist.

Zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens ist grundsätzlich jedes Brauwasser geeignet. Besonders vorteilhaft ist es, wenn das zugemischte Wasser eine solche Temperatur aufweist, so dass bei der Zugabe eine bestimmten Menge Wassers, die sich durch die einzustellende Konzentration ergibt, die angestrebte Mischtemperatur ergibt. Steht beispielsweise kaltes Brauwasser zur Zumischung zur Verfügung, wird zunächst anhand der Menge der und dem gewünschten Konzentrationsgrad errechnet, welche Menge Wasser zugemischt werden muss. Sobald die Zumischmenge bekannt ist, kann dann aus der Ausgangstemperatur der höherkonzentrierten Würze und der einzustellenden Mischtemperatur abgeleitet werden, welche Temperatur das zuzumischende Brauwasser aufweisen muss. Stimmt die Ist-Temperatur des Brauwassers nicht mit dieser Temperatur überein, wird das Brauwasser geeignet angewärmt, beispielsweise durch Zumischen von Heißwasser oder Erwärmung in einem Wärmetauscher.

Außerdem sollte das zugemischte Wasser biologisch einwandfrei sein, um die nach der Würzekochung bereits sterilisierte Würze nicht nachträglich mit Mikroorganismen zu belasten. Dies kann insbesondere durch Sterilisation des zugemischten Wassers erreicht werden.

Bei manchen Anwendungsfällen kann es zudem von Vorteil sein, das zugemischte Wasser zu entgasen, um keinen zusätzlichen Sauerstoff in die Würze einzutragen.

Besonders einfach lässt sich das erfindungsgemäße Verfahren konstruktiv in Sudhäusern dadurch umsetzen, dass in der Ausschlagleitung, durch die die Würze aus der Würzekocheinrichtung in die Trubentfernungseinrichtung ausgeschlagen, das heißt übergeführt, wird, eine Zumischeinrichtung vorgesehen ist. Die Zumischeinrichtung ihrerseits ist dabei an eine Wasserversorgung angeschlossen, so dass in der während des Würzeausschlagens Wasser in die überströmende höherkonzentrierte Würze eingemischt werden kann.

Die Zumischeinrichtung kann beispielsweise besonders einfach durch entsprechend miteinander verbundene Zuleitungen geschaffen werden. Nach einer bevorzugten Ausführungsform ist jedoch in der Zumischeinrichtung eine Dosiereinrichtung vorgesehen, so dass die beim Ausschlagen zugemischte Wassermenge variabel eingestellt werden kann.

Zur Kontrolle der verschiedenen Prozessparameter können in der Zumischeinrichtung verschiedenste Temperatursensoren vorgesehen sein, um insbesondere die Temperatur der ausgeschlagenen Würze vor der Zumischung des Wassers, die Temperatur der ausgeschlagenen Würze nach der Zumischung des Wassers und die Temperatur des zugemischten Wassers selbst messen zu können.

Um insbesondere die Temperaturen und Mengenverhältnisse zuwischen Wasser und Würze jederzeit richtig und automatisch einstellen bzw. korrigieren zu können, kann an der Zumischeinrichtung eine Steuer- oder Regeleinrichtung vorgesehen werden, mit der die Menge des der Würze zugemischten Wassers in Abhängigkeit geeigneter Messwerte gesteuert oder geregelt wird.

Eine Ausführungsform der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt und wird nachfolgend beispielhaft erläutert.

Es zeigen:

Fig. 1
in schematischer, teilweise geschnittener seitlicher Ansicht eines Innenkochers;
Fig. 2
das Schema eines Teils einer Sudhausanlage zur Würzeherstellung mit Würzevorwärmung;
Fig. 3
das Schema einer zweiten Ausführungsform eines Teils einer Sudhausanlage zur Würzeherstellung mit Würzevorwärmung;
Fig. 4
das Schema eines Teils einer Sudhausanlage zur Vorkühlung der gekochten Würze durch Wasserbeimischung;
Fig. 5
das Schema des Teils einer Sudhausanlage zur Würzeherstellung gemäß Fig. 2 und des Teils einer Sudhausanlage zur Heißtrubabtrennung und des Teils einer Sudhausanlage zur Vorkühlung der gekochten Würze zwischen Würzekochung und Heißtrubabtrennung;
Fig. 6
ein Diagramm der Vertikalverstellung eines Würzeleitschirms während der verschiedenen Phasen einer dynamischen Niederdruckkochung;

Der in der Fig. 1 schematisch und nicht maßstabsgerecht dargestellte Innenkocher 1 befindet sich im Innenbereich einer nicht eigens abgebildeten Sudpfanne, welche die zu siedende Flüssigkeit, insbesondere die Bierwürze enthält, was durch den Flüssigkeitsspiegel 2 angedeutet ist. In zunächst an sich bekannter Weise umfasst der erfindungsgemäße Innenkocher 1 einen Wärmetauscher 3, der im dargestellten Ausführungsbeispiel als mantelseitig mit Dampf 4 oder Heißwasser beheizter Rohrbündelwärmetauscher ausgebildet ist, einen Staukonus 5 zur Bündelung und Leitung des am oberen Ende des Wärmetauschers 3 austretenden Würzestroms sowie einen Würzeverteilschirm 6, der den bei 7 nach senkrecht oben austretenden, dort im allgemeinen zweiphasigen Würzestrom umlenkt und ihn schirmartig verteilt wieder auf den Flüssigkeitsspiegel 2 zurückleitet, wie dies die Strömungspfeile 8 andeuten. Dabei ist der Würzeverteilschirm 6 des Innenkochers 1 erfindungsgemäß in seiner Höhe kontrolliert veränderbar, wodurch insbesondere die Charakteristik der beim Sieden entstehenden Naturumlaufströmung gesteuert und verändert werden kann. In den Seitenwänden des Innenkochers 1 sind Entlastungsöffnungen 30 vorgesehen, die die Ausbildung einer Naturumlaufströmung beim Aufheizen der Würze 11 erleichtern.

Eine erfindungsgemäß automatische Regulierung der Höhe des Würzeverteilschirms 6 kann beispielsweise dadurch erfolgen, dass zunächst mittels geeigneter, in der Fig. 1 nicht dargestellter Sensoren beispielsweise die Höhe des Flüssigkeitsspiegels 2, die Temperatur der sekundärseitig bei 9 den Wärmetauscher durchströmenden Würze, und/oder Druck oder Temperatur eines primärseitig den Wärmetauscher 3 durchströmenden Wärmeträgermediums 4 ermittelt wird, dass weiterhin aus dem oder den ermittelten Messwerten ggf. unter zusätzlicher Heranziehung einer gespeicherten rechnerischen und/oder statistischen Beziehung ein Steuerungswert gebildet wird, anhand dessen schließlich die Höhenposition des Würzeverteilschirms 6 mittels eines nicht gezeichneten, beispielsweise elektrischen, pneumatischen oder hydraulischen Antriebs verstellt wird.

Befindet sich der Würzeverteilschirm 6 beispielsweise in seiner untersten Stellung, so wird einerseits bei 7 ein Staudruck aufgebaut, der der aus dem Staukonus 5 austretenden Würzeströmung entgegenwirkt.

Andererseits ist in dieser Stellung des Würzeverteilschirms 6 die Größe des schirmartigen Bereichs 8 des Würzestroms und damit die Verdampfungsgeschwindigkeit der Würze minimiert. Dabei wirkt einerseits der bei 7 aufgebaute Staudruck unmittelbar dämpfend auf die Würzeströmung, wodurch sich die Entstehung unerwünschten Pulsierens bereits unterdrücken lässt; andererseits führt die in der untersten Stellung des Würzeverteilschirms 6 minimierte Fläche des schirmartigen Bereichs 8 des Würzestroms und die dadurch ebenfalls minimierte Würzeverdampfung und durch das Ausströmen der Würze 11 aus den Entlastungsöffnungen 30 zu einem schnelleren Aufheizen der in der Sudpfanne befindlichen Würzemenge 2, was beim Anfahren des Siedevorgangs zur Verkürzung instationärer Phasen beiträgt und daher im Sinne der Vermeidung des unerwünschten Pulsierens von Vorteil ist.

In der höchsten Stellung des Würzeverteilschirms 6 hingegen ist die Staudruckwirkung auf den Würzestrom bei 7 minimiert und der schirmartige Bereich 8 der Würzeströmung weist bis zum Auftreffen auf den Flüssigkeitsspiegel 2 einen maximalen Durchmesser, und damit eine maximale Fläche sowie maximale Verdampfungswirkung auf.

Durch Einstellen des Würzeverteilschirms 6 auf zwischen der obersten und der untersten Position befindliche Zwischenstellungen können Staudruckwirkung und Verdampfungsgeschwindigkeit auf entsprechende Zwischenwerte einreguliert werden. Auf diese Weise lässt sich in allen beim Siedeprozess auftretenden Betriebszuständen auf Charakteristik und Stärke der Würzeströmung Einfluss nehmen, wodurch das unerwünschte Pulsieren der Naturumlaufströmung in seinem Ausmaß verringert oder sogar gänzlich vermieden werden kann, was wiederum der sensorischen Qualität dergestalt erzeugter Biersorten besonders förderlich ist.

In Fig. 6 ist im unteren Teil des Diagramms in einer Kurve 27 der Verlauf der Vertikalverstellung des Würzeleitschirms 6 während der verschiedenen Phasen einer dynamischen Niederdruckkochung dargestellt; Im oberen Teil des Diagramms ist in einer Kurve 28 der Druck während der Druckaufbau- und Druckentlastungsphasen bei einer dynamischen Niederdruckkochung schematisch dargestellt. Entsprechend der Kurve 28 wird innerhalb von circa 2 bis 3 min wird der Druck dabei bis zu einem Höchstdruck aufgebaut und anschließend innerhalb von circa 2 bis 4 min solang entlastet, bis ein Tiefstdruck erreicht ist. Die Vertikalverstellung des Würzeleitschirms 6 folgt dem Phasenverlauf der Druckaufbau- und Druckentlastungsphasen. Für die Druckaufbauphasen wird der Würzeleitschirms 6 in eine tiefe Position gefahren, während er während der Druckentlastungsphasen in einer höheren Position angeordnet ist. Dadurch wird die dynamischen Niederdruckkochung unterstützt.

Aus der Kurve 27 ist weiter erkennbar, das der alternierenden Vertikalverstellung des Würzeleitschirms 6, die in Abhängigkeit des Phasenverlaufs der Druckaufbau- und Druckentlastungsphasen erfolgt, eine zusätzliche Verstellbewegung nach unten überlagert ist. Diese beispielsweise lineare Verstellbewegung erfolgt in Abhängigkeit des Flüssigkeitsstandes, so dass das Absinken des Flüssigkeitsstandes aufgrund von Verdampfung ausgeglichen wird und der Abstand zwischen Flüssigkeitsoberfläche und Würzeleitschirms 6 im wesentlichen konstant gehalten wird.

Bei der in Fig. 2 dargestellten Anlage dient eine Würzepfanne 10 mit dem in Fig. 1 beschriebenen Innenkocher 1 dem Kochen von Würze 11. Die Würze 11 wird vor dem Würzekochen in einem Würzevorlauftank 12 zwischengespeichert und mittels einer Pumpe in die Würzepfanne 10 übergepumpt. Die Würze hat bei der dargestellten Ausführungsform im Würzevorlauftank 12 eine Temperatur von beispielsweise circa 72°C.

Beim Umpumpen der Würze 11 vom Würzevorlauftank 12 in die Würzepfanne 10 durchströmt die Würze 11 einen Wärmetauscher 13 sekundärseitig. Der Wärmetauscher 13 wird seinerseits primärseitig von Heißwasser durchströmt. Der Wärmetauscher 13 und die Einlauftemperatur des Heißwassers ist dabei so ausgelegt, dass die Würze 11 sekundärseitig möglichst schnell im Durchlauf durch den Wärmetauscher 13 von 72° C auf 98°C aufgeheizt wird. Im Ergebnis strömt die Würze 11 also bereits mit einer Temperatur von 98°C in die Würzepfanne 10 ein, so dass beim Aufheizen der Würze 11 in der Würzepfanne 10 bis zum Erreichen der Siedetemperatur bei 100°C lediglich eine kleine Temperaturdifferenz von 2°C überwunden werden muss.

Um die für die Vorwärmung der Würze 11 erforderliche Wärme zur Verfügung stellen zu können, wird der Wärmetauscher 13 primärseitig mit Heißwasser durchströmt, das beim Einlauf eine ausrechend hohe Temperatur aufweisen muss. Zur Erwärmung dieses Heißwassers auf die erforderliche Temperatur dient ein weiterer Wärmetauscher 14, in den der Wärmeträger sekundärseitig einströmt. Der Wärmetauscher 14 ist dabei derart ausgelegt, dass der sekundärseitig durchströmende Wärmeträger ausreichend hoch aufgeheizt wird. Die dafür erforderliche Wärme wird durch Dampf oder Heißwasser zur Verfügung gestellt, der den Wärmetauscher 14 primärseitig durchströmt.

Zur Schaffung eines geschlossenen Wärmeträgerkreislaufes und eine optimale Nutzung der im Prozess befindlichen Wärme dient ein Verdrängungsspeicher 15, der zur Energiespeicherung mit Heißwasser gefüllt wird. Der Verdrängungsspeicher 15 bildet zusammen mit einem Pfannendunstkondensator 16 ein Energierückgewinnungssystem, mit dem die beim Würzekochen entstehende Abwärme, die im ausdampfenden Brüden enthalten ist, zurückgewonnen wird. Mit der im Pfannendunstkondensator 16 aus dem Brüdendampf rückgewonnenen Wärme wird das im oberen Teil des Verdrängungsspeicher 15 stehende Wasser auf beispielsweise 97°C aufgeheizt. Im Ergebnis kann dadurch erreicht werden, dass das aus dem Wärmetauscher 13 zurückströmende Wasser mit einer Temperatur von beispielsweise 78°C an der Unterseite des Verdrängungsspeichers 15 eingespeist wird und an der Oberseite des Verdrängungsspeicher 15 Heißwasser mit einer Wassertemperatur von 97°C entnommen werden kann. Dieses aus dem Verdrängungsspeicher 15 entnommene Heißwasser wird dann wiederum primärseitig in den Wärmetauscher 14 eingespeist, so dass im Ergebnis nur relativ geringe Zusatzwärme in Form von Dampf oder Heißwasser erforderlich ist, um das Wassers auf die Temperatur zu erhitzen, die zur Beheizung des Wärmetauschers 13 bei der Vorwärmung der Würze 11 erforderlich ist.

In der Leitung zwischen Wärmetauscher 13 und Würzekocheinrichtung 10 ist eine Drosselklappe 29 eingebaut, mit der mit der die Druckdifferenz zwischen dem Druck der Würze 11 in der Vorwärmeinrichtung 13 und dem Druck der Würze 11 in der Würzekocheinrichtung 10 eingestellt werden kann.

Wird die Würze im Innenkocher 1 unter den bekannten Verfahrensbedingungen einer dynamischen Niederdruckkochung mit wechselnden Druckaufbau- und Druckentlastungsphasen gekocht, kann im Zusammenwirken mit dem verstellbaren Würzeverteilschirm 6 und der Würzevorwärmung eine sehr niedrige Gesamtverdampfung im Bereich von 3,5% bis 4% erreicht werden, wodurch im Ergebnis Heizenergie eingespart wird. Die Brüdendampfemission wird zugleich minimiert und die technologischen Eigenschaften der Würze durch die bei der dynamischen Niederdruckkochung mögliche Gaswäsche (Stripping) durch Bildung von Expansionsdampf verbessert. Außerdem ist es durch die erfindungsgemäße Merkmalskombination möglich, bei der Niederdruckkochung mit sehr geringen Überdrücken, beispielsweise einem Überdruck von lediglich bis zu 0,3 bar, zu arbeiten.

Die in Fig. 3 dargestellte Anlage entspricht in wesentlichen Merkmalen dem Aufbau der in Fig. 2 dargestellten Anlage. Wiederum dient eine Würzepfanne 10 mit einem Innenkocher 1 der Kochung der Würze 11. Beim Umpumpen der Würze 11 vom Würzevorlauftank 12 in die Würzepfanne 10 durchströmt die Würze 11 den Wärmetauscher 13 an dessen Sekundärseite. Der Wärmetauscher 13 wird seinerseits primärseitig von Heißwasser mit einer ausreichend hohen Einlauftemperatur durchströmt. Der Wärmetauscher 13 und die Einlauftemperatur Heißwasser sind dabei so ausgelegt, dass die Würze 03 sekundärseitig von beispielsweise 74° C auf beispielsweise 98°C aufgeheizt wird. Im Ergebnis strömt die Würze 11 also mit einer Temperatur von 98°C in die Würzepfanne 10 ein, so dass beim Aufheizen der Würze 11 in der Würzepfanne 10 bis zum Erreichen der Siedetemperatur bei 100°C lediglich eine kleine Temperaturdifferenz von beispielsweise 2°C überwunden werden muss.

Zur Aufheizung des beim Beheizen des Wärmetauschers 13 erforderlichen Heißwassers dient auch bei dieser Ausführungsform ein Wärmetauscher 14, der primärseitig von Dampf durchströmt wird. Im Ergebnis kann dadurch das sekundärseitig mit 80°C in den Wärmetauscher 06 einströmende Heißwasser soweit aufgeheizt werden, dass es eine ausreichend hohe Einlauftemperatur beim Einströmen in den Wärmetauscher 13 hat. Ein Heißwassertank 31 dient als Energiezwischenspeicher in dem das Heißwasser bei einer Temperatur von circa 80°C zwischengespeichert werden kann. Das heißt das Heißwasser, das den Wärmetauscher 14 sekundärseitig und den Wärmetauscher 13 primärseitig durchströmt, kann im Heißwassertank 31 unter Schließung eines geschlossenen Wärmeträgerkreislaufes zwischengespeichert werden. Um die Wassertemperatur im Heißwassertank 31 konstant auf circa 80°C halten zu können, kann das Heißwasser mittels eines Wärmetauschers 32 unter Einsatz von Dampf aufgeheizt werden.

In einem in Fig. 4 lediglich teilweise dargestellten Sudhaus ist die als Würzepfanne ausgebildete Würzekocheinrichtung 10 und eine als Whirlpool ausgebildete Trubentfernungseinrichtung 17 vorgesehen. In dem

Sudhaus kann beispielsweise nach einem High-Gravity-Verfahren gearbeitet werden. Durch entsprechendes Einmaischen und Abläutern durch eine Zuleitung 18 wird eine Würze 11 mit hohem Stammwürzegehalt in die Würzekocheinrichtung 10 eingepumpt.

Durch Beheizung des Innenkochers 1 und entsprechende Verstellung des Kocherschirms 06 wird die Würze 11 in der Würzekocheinrichtung 10 unter den Verfahrensbedingungen der dynamischen Niederdruckkochung mit wechselnden Druckaufbau- und Druckentlastungsphasen gekocht, so dass ein Teil des in der Würze 11 enthaltenen Wassers und unerwünschte Aromastoffe verdampfen. Zum Ende der Würzekochung weist die Würze 11 bei dieser Verfahrensvariante einen Stammwürzegehalt auf, der oberhalb des Stammwürzegehalts der herzustellenden Biersorte liegt. Soll beispielsweise ein Bier mit einem Stammwürzegehalt von 12 % hergestellt werden, kann die Würze 11 nach der Würzekochung durch Anwendung des High-Gravity-Verfahrens einen Stammwürzegehalt von circa 15 % Extraktgehalt aufweisen.

Nach der Würzekochung wird die Würze 11 durch die Ausschlagleitungen 19 bei entsprechendem Antrieb einer Ausschlagpumpe 20 in die Trubentfernungseinrichtung 17 übergepumpt und strömt dort tangential ein. Durch die tangentiale Einströmung werden Strömungsverhältnisse erreicht, bei denen sich der Heißtrub 21 in einem Heißtrubkegel am Grund der Trubentfernungseinrichtung 17 absetzt. Durch die Leitung 22 kann die Würze nach der Absetzung des Heißtrubes 21 aus der Trubentfernungseinrichtung 17 in nachgeordnete Behälter umgepumpt werden.

In der Ausschlagleitung 19 ist eine Dosiereinrichtung 23 angeordnet. Diese Dosiereinrichtung 23 ist über eine Leitung 24 an eine Brauwasserversorgung mit sterilisiertes Brauwasser angeschlossen. Die Temperatur des durch die Leitung 24 in die Dosiereinrichtung 23 einströmenden Wassers kann vorgegeben werden. Dazu wird beispielsweise Wasser aus einem Heißwassertank mit Wasser aus einem Kaltwassertank gemischt und durch die Leitung 24 zugefördert.

In der Dosiereinrichtung 23 wird die Temperatur der höherkonzentrierten Würze 11 in der Ausschlagleitung 19 und die Temperatur des Brauwassers in der Leitung 24 gemessen. Außerdem wird das Durchflussvolumen der Würze 11 beim Durchströmen der Dosiereinrichtung 23 gemessen. Im Ergebnis ist es dadurch möglich, der Würze 11, die noch eine Temperatur von knapp unterhalb des Siedepunktes aufweist, in der Dosiereinrichtung 23 kontinuierlich kühleres Wasser in einer Menge und mit einer Temperatur zuzumischen, dass die Würze 11 anschließend in der Trubentfernungseinrichtung 17 neben der gewünschten Konzentration auch die gewünschte Temperatur, beispielsweise 88° Celsius, aufweist. Durch die sehr schnelle Abkühlung der Würze 11 von circa 100° Celsius auf beispielsweise 88° Celsius wird die thermische Belastung der Würze 11 stark reduziert, was zu einer Verbesserung der Produktqualität führt.

Da Brauwasser in konventionellen Sudhäusern ohnehin zur Verfügung steht, ist zur konstruktiven Umsetzung des erfindungsgemäßen Verfahrens entsprechend der in Fig. 4 dargestellten Ausführungsform nur ein Auftrennen im Bereich der Ausschlagleitung 19 und das Anbringen einer geeigneten Dosiereinrichtung 23 mit geeigneter Brauwasserversorgung erforderlich.

Die in Fig. 5 schematisch dargestellte Sudhausanlage kombiniert in vorteilhafter Weise mehrere Teilaspekte der vorliegenden Erfindung. Durch Verstellung des Kocherschirms 06 am Innenkocher 1 der Würzepfanne 10 kann der Strömungswiderstand beim Würzekochen der Würze 11 variabel eingestellt werden. Außerdem wird durch die Wärmetauscher 13 und 14, den Verdrängungsspeicher 15 und den Pfannendunstkondensator 16 eine energieoptimierte und emissionsreduzierte Würzevorwärmung ermöglicht. Die variable Einstellung des Strömungswiderstand beim Würzekochen und die Würzevorwärmung ergeben zusammen mit den Verfahrensbedingungen einer dynamischen Niederdruckkochung mit wechselnden Druckaufbau- und Druckentlastungsphasen im Ergebnis hervorragende technologische Eigenschaften der Würze 11 nach der Würzekochung.

Die technologische Eigenschaften der Würze 11 können weiter dadurch verbessert werden, das die Würze 11 unmittelbar anschließend an die Würzekochung und noch vor der Abtrennung des Heißtrubes 21 in der Trubentfernungseinrichtung 17 heruntergekühlt wird. Dazu dient bei der dargestellten Ausführungsform aber nicht die Zumischung von Kaltwasser (siehe Fig. 4), sondern ein Wärmetauscher 25. Zum Kühlen der Würze 11 im Wärmetauscher 25 wird dieser von Frischwasser mit einer Temperatur von beispielsweise 13° Celsius durchströmt, das durch Einkoppelung der Abwärme auf beispielsweise 80° Celsius aufgeheizt wird. Dadurch kann die Nutzung der Prozesswärme weiter optimiert werden.

Die Nutzung der Prozesswärme wird zusätzlich dadurch optimiert, dass nach der Heißtrubabtrennung zu daran anschließenden Abkühlung der Würze 11 auf Anstelltemperatur ein weitere Wärmetauscher 26 eingesetzt wird. Die bei der Würzekühlung im Wärmetauscher 26 anfallende Abwärme wird ins vorgekühlte Frischwasser eingekoppelt, das in späteren Brauprozessen dann als vorgewärmtes Brauwasser Verwendung finden kann.


Anspruch[de]
  1. Innenkocher (1) zur Anordnung in einer Würzekocheinrichtung (10), insbesondere eine Würzepfanne, mit einem Wärmetauscher und einem Würzeverteilschirm (6),

    gekennzeichnet durch

    eine Einrichtung zur steuerbaren Positionsänderung des Würzeverteilschirms (6) in vertikaler Richtung.
  2. Innenkocher nach Anspruch 1,

    dadurch gekennzeichnet,

    dass die Vertikalposition des Würzeverteilschirms (6) in Abhängigkeit eines Zustandsmesswerts wie Druck, Temperatur, Massenstrom und/oder dergleichen automatisch veränderbar ist.
  3. Innenkocher nach Anspruch 1 oder 2,

    dadurch gekennzeichnet,

    dass die Vertikalposition des Würzeverteilschirms (6) an die Höhe des Flüssigkeitsspiegels (2) in der Würzekocheinrichtung anpassbar ist.
  4. Innenkocher nach einem der Ansprüche 1 bis 3,

    dadurch gekennzeichnet,

    dass die Vertikalposition des Würzeverteilschirms (6) an die Temperatur der sekundärseitig den Wärmetauscher durchströmenden Würze (9) und/oder an die Temperatur der Würze (2) in der Würzepfanne anpassbar ist.
  5. Innenkocher nach einem der Ansprüche 1 bis 4,

    dadurch gekennzeichnet,

    dass die Vertikalposition des Würzeverteilschirms (6) an Druck und/oder Temperatur eines primärseitig den Wärmetauscher durchströmenden Wärmeträgermediums (4) anpassbar ist.
  6. Innenkocher nach einem der Ansprüche 1 bis 5,

    dadurch gekennzeichnet,

    dass die Vertikalposition des Würzeverteilschirms (6) in gleichzeitiger Abhängigkeit mehrerer Zustandsmesswerte justierbar ist.
  7. Innenkocher nach einem der Ansprüche 1 bis 6,

    dadurch gekennzeichnet,

    dass die Verstellung der Vertikalposition des Würzeverteilschirms (6) unter Anwendung einer gespeicherten rechnerischen und/oder statistischen Beziehung erfolgt.
  8. Innenkocher nach einem der Ansprüche 1 bis 7,

    dadurch gekennzeichnet,

    dass neben der Verstellung der Vertikalposition des Würzeverteilschirms (6) zumindest eine weitere Größe, wie ein Strömungsquerschnitt, eine Wärmestrommenge oder dergleichen, in Abhängigkeit zumindest eines Zustandsmesswerts automatisch veränderbar ist.
  9. Anlage zur Würzekochung mit einer Würzekocheinrichtung (10), insbesondere einer Würzepfanne, und einem darin integriertem Kocher, insbesondere Innenkocher (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 8, mit beheizbaren Wärmetauscher zur Wärmeeinkopplung in die im Naturumlauf zirkulierende Würze (11), wobei der Würzekocheinrichtung (10) eine Vorwärmeinrichtung (13), zur Vorwärmung der in die Würzekocheinrichtung (10) einzubringenden Würze (11), vorgeschaltet ist

    dadurch gekennzeichnet,

    dass die Würze (11) mit der Vorwärmeinrichtung (13) auf eine Vorwärmtemperatur aufheizbar ist, die maximal 5°C, insbesondere maximal 1 bis 2°C, unterhalb der Siedetemperatur der Würze (11) liegt.
  10. Anlage nach Anspruch 9,

    dadurch gekennzeichnet,

    dass die Vorwärmeinrichtung zumindest einen Wärmetauscher (13) aufweist, der primärseitig von einem Wärmeträger, insbesondere Dampf oder Heißwasser, mit einer Einlauftemperatur oberhalb der gewünschten Vorwärmtemperatur der Würze (11), insbesondere oberhalb der Siedetemperatur der Würze, durchströmt wird und sekundärseitig von der vorzuwärmenden Würze (11) im Durchlauf durchströmt wird.
  11. Anlage nach Anspruch 9 oder 10,

    dadurch gekennzeichnet,

    dass zwischen Vorwärmeinrichtung (13) und Würzekocheinrichtung (10) ein Druckerhöhungsorgan (29), insbesondere eine Drosselklappe, angeordnet ist, mit der die Druckdifferenz zwischen dem Druck der Würze (11) in der Vorwärmeinrichtung (13) und dem Druck der Würze (11) in der Würzekocheinrichtung (10) eingestellt werden kann.
  12. Anlage nach einem der Ansprüche 9 bis 11,

    dadurch gekennzeichnet,

    dass die Vorwärmeinrichtung zumindest einen Freistromplatten-Wärmetauscher aufweist.
  13. Anlage nach einem der Ansprüche 9 bis 13,

    dadurch gekennzeichnet,

    dass die Vorwärmeinrichtung zumindest zwei in Reihe und/oder parallel durchströmbare Wärmetauscher aufweist.
  14. Anlage nach Anspruch 13,

    dadurch gekennzeichnet,

    dass die Würzeströmung durch die in Reihe und/oder parallel durchströmbaren Wärmetauscher durch wahlweise Zu- oder Abschaltung einzelner Wärmetauscher oder Wärmetauschergruppen verändert werden kann.
  15. Anlage nach einem der Ansprüche 9 bis 14,

    dadurch gekennzeichnet,

    dass dem Wärmetauscher (13) der Vorwärmeinrichtung zur Aufheizung des Wärmeträgers ein zweiter Wärmetauscher (14) vorgeschaltet ist, der primärseitig von einem Wärmeträger, insbesondere Dampf oder Heißwasser, mit einer Einlauftemperatur oberhalb der gewünschten Vorwärmtemperatur, insbesondere oberhalb der Siedetemperatur der Würze (11), durchströmt wird und sekundärseitig vom Wärmeträger, der nachfolgend primärseitig in den ersten Wärmetauscher (13) einströmt, durchströmt wird, wobei der in den ersten Wärmetauscher (13) überströmende Wärmeträger im zweiten Wärmetauscher (14) auf eine Temperatur oberhalb der gewünschten Vorwärmtemperatur, insbesondere oberhalb der Siedetemperatur der Würze, aufheizbar ist.
  16. Anlage nach Anspruch 15,

    dadurch gekennzeichnet,

    dass dem zweiten Wärmetauscher (14) eine Energierückgewinnungseinrichtung (15, 16) vorgeschaltet ist, mit dem der primärseitig in den zweiten Wärmetauscher einströmenden Wärmeträger dadurch vorgewärmt werden kann, dass die bei der Würzekochung entstehende Abwärme in den Wärmeträger eingekoppelt wird.
  17. Anlage nach einem der Ansprüche 9 bis 16,

    dadurch gekennzeichnet,

    dass zwischen der Würzekocheinrichtung (10) und vor einer Trubentfernungseinrichtung (17), beispielsweise einem Whirlpool, in der der Heißtrub (21) aus der Würze (11) entfernt werden kann, eine Kühleinrichtung (23, 25) angeordnet ist, mit der die Würze (11) nach der Würzekochung und vor der Abtrennung des Heißtrubes (21) zumindest geringfügig abgekühlt werden kann.
  18. Anlage nach Anspruch 17,

    dadurch gekennzeichnet,

    dass die Kühleinrichtung in der Art eines der Würzekocheinrichtung (10) nachgeordneten Wärmetauschers (25), insbesondere in der Art eines Freistromplatten-Wärmetauschers, ausgebildet ist.
  19. Anlage nach Anspruch 18,

    dadurch gekennzeichnet,

    dass der Wärmetauscher (25) sekundärseitig von frischem Brauwasser durchströmt wird, in das die bei der Abkühlung der Würze (11) anfallende Wärme eingekoppelt wird.
  20. Anlage zur Herstellung von Würze, insbesondere nach einem der Ansprüche 9 bis 19,

    mit einer Würzekocheinrichtung (10) zur Kochung der Würze (11), beispielsweise einer Würzepfanne, und einer Trubentfernungseinrichtung (17) zur Abtrennung des Heißtrubes (21), beispielsweise einem Whirlpool, wobei Würzekocheinrichtung (10) und Trubentfernungseinrichtung (17) durch zumindest eine Ausschlagleitung (19) miteinander verbunden sind, durch die die Würze (11) aus der Würzekocheinrichtung (10) in die Trubentfernungseinrichtung (17) ausgeschlagen werden kann,

    dadurch gekennzeichnet,

    dass in der Ausschlagleitung (19) eine Zumischeinrichtung (23) vorgesehen ist, mittels der beim Würzeausschlagen Wasser in die Würze (11) eingemischt werden kann.
  21. Anlage nach Anspruch 20,

    dadurch gekennzeichnet,

    dass die Temperatur des zugemischten Wassers unterhalb der Temperatur der Würze (11) liegt.
  22. Anlage nach Anspruch 20 oder 21,

    dadurch gekennzeichnet,

    dass an der Zumischeinrichtung (23) eine Dosiereinrichtung vorgesehen ist, mit der die Menge des zugemischten Wassers einstellbar ist.
  23. Anlage nach einem der Ansprüche 20 bis 23,

    dadurch gekennzeichnet,

    dass an der Zumischeinrichtung (23) ein Temperatursensor vorgesehen ist, mit dem die Temperatur der ausgeschlagenen Würze (11) vor der Zumischung des Wassers gemessen werden kann.
  24. Anlage nach einem der Ansprüche 20 bis 23,

    dadurch gekennzeichnet,

    dass an der Zumischeinrichtung (23) ein Temperatursensor vorgesehen ist, mit dem die Temperatur der ausgeschlagenen Würze (11) nach der Zumischung des Wassers gemessen werden kann.
  25. Anlage nach einem der Ansprüche 20 bis 24,

    dadurch gekennzeichnet,

    dass an der Zumischeinrichtung (23) ein Temperatursensor vorgesehen ist, mit dem die Temperatur des zugemischten Wassers gemessen werden kann.
  26. Anlage nach einem der Ansprüche 20 bis 25,

    dadurch gekennzeichnet,

    dass an der Zumischeinrichtung (23) eine Steuer- oder Regeleinrichtung vorgesehen ist, mit der die Menge des der Würze (11) zugemischten Wassers in Abhängigkeit bestimmter Messwerte gesteuert oder geregelt werden kann.
  27. Verfahren zur Würzekochung in einer Würzekocheinrichtung (10) bei dem die Würze (11) zirkulierend einen Kocher (1) mit einem Wärmetauscher durchströmt und dabei durch Einkopplung von Wärme aufgeheizt wird,

    dadurch gekennzeichnet,

    dass der von der zirkulierenden Würzeströmung zu überwindende Strömungswiderstand während des Würzekochprozesses verändert wird.
  28. Verfahren nach Anspruch 27,

    dadurch gekennzeichnet,

    dass der Strömungswiderstand durch verstellbare Anordnung eines Strömungselements (6) an zumindest einer Stelle der Würzeströmung verändert wird.
  29. Verfahren nach Anspruch 28,

    dadurch gekennzeichnet,

    dass der Kocher in der Art eines Innenkochers (1) mit einem Wärmetauscher, insbesondere einem Rohrbündelwärmetauscher, und einem Würzeverteilschirm (6) ausgebildet ist, wobei der Strömungswiderstand durch Ansteuerung von Einrichtungen, die zur steuerbaren Positionsänderung des Würzeverteilschirms (6) in vertikaler Richtung vorgesehen sind, verändert wird.
  30. Verfahren nach Anspruch 29,

    dadurch gekennzeichnet,

    dass die Vertikalposition des Würzeverteilschirms (6) in Abhängigkeit eines Zustandsmesswerts wie Druck, Temperatur, Massenstrom und/oder dergleichen automatisch verändert wird.
  31. Verfahren nach Anspruch 29 oder 30,

    dadurch gekennzeichnet,

    dass die Vertikalposition des Würzeverteilschirms (6) in Abhängigkeit der Höhe des Flüssigkeitsspiegels in der Würzekocheinrichtung (10), insbesondere in einer Würzepfanne, anpassbar ist.
  32. Verfahren nach einem der Ansprüche 29 bis 31,

    dadurch gekennzeichnet,

    dass die Vertikalposition des Würzeverteilschirms (6) an die Temperatur der sekundärseitig den Wärmetauscher durchströmenden Würze und/oder an die Temperatur der Würze (11) in der Würzekocheinrichtung (10) anpassbar ist.
  33. Verfahren nach einem der Ansprüche 29 bis 32,

    dadurch gekennzeichnet,

    dass die Vertikalposition des Würzeverteilschirms (6) an Druck und/oder Temperatur eines primärseitig den Wärmetauscher durchströmenden Wärmeträgermediums anpassbar ist.
  34. Verfahren nach einem der Ansprüche 27 bis 33,

    dadurch gekennzeichnet,

    dass der Strömungswiderstand, insbesondere durch Verstellung der Vertikalposition des Würzeverteilschirms (6), in Abhängigkeit eines Prozesszustandswert der Würzekochung, insbesondere Druck und/oder Temperatur und/oder Massenstrom und/oder Strömungsgeschwindigkeit der Würze (11), verändert wird.
  35. Verfahren nach einem der Ansprüche 27 bis 34,

    dadurch gekennzeichnet,

    dass der Strömungswiderstand, insbesondere durch Einstellung der Vertikalposition des Würzeverteilschirms (6), zu Anfang des Kochprozesses auf einen Anfangswert eingestellt wird und im Lauf des Kochprozesses eine kontinuierliche oder stufenweise Absenkung des Strömungswiderstands , insbesondere durch Verstellung der Vertikalposition des Würzeverteilschirms (6), erfolgt.
  36. Verfahren nach einem der Ansprüche 27 bis 35,

    dadurch gekennzeichnet,

    dass die Änderung des Strömungswiderstands, insbesondere durch Verstellung der Vertikalposition des Würzeverteilschirms (6), unter Anwendung einer gespeicherten rechnerischen und/oder statistischen Beziehung erfolgt.
  37. Verfahren nach einem der Ansprüche 27 bis 36,

    dadurch gekennzeichnet,

    dass die Würze (11) in der Würzekocheinrichtung (10) unter den Verfahrensbedingungen einer dynamischen Niederdruckkochung mit wechselnden Druckaufbau- und Druckentlastungsphasen gekocht wird.
  38. Verfahren nach Anspruch 37,

    dadurch gekennzeichnet,

    dass die Vertikalposition des Würzeverteilschirms (6) in Abhängigkeit eines Zustandsmesswerts der dynamischen Niederdruckkochung, insbesondere in Abhängigkeit des Drucks während der Druckaufbau- und Druckentlastungsphasen in der Würzekocheinrichtung (10), verstellt wird.
  39. Verfahren nach Anspruch 38,

    dadurch gekennzeichnet,

    dass die Vertikalposition des Würzeverteilschirms (6) in den Druckentlastungsphasen jeweils höher ist als in der unmittelbar vorhergehenden oder nachfolgenden Druckaufbauphasen.
  40. Verfahren nach Anspruch 39,

    dadurch gekennzeichnet,

    dass die Differenz (ΔX) der Vertikalpositionen des Würzeverteilschirms (6) zwischen Druckentlastungsphase und Druckaufbauphase ungefähr 10cm bis 30cm beträgt.
  41. Verfahren nach einem der Ansprüche 37 bis 40,

    dadurch gekennzeichnet,

    dass eine Druckentlastungsphase circa 2 bis 3 min dauert.
  42. Verfahren nach einem der Ansprüche 37 bis 41,

    dadurch gekennzeichnet,

    dass eine Druckaufbauphase circa 2 bis 4 min dauert.
  43. Verfahren nach einem der Ansprüche 37 bis 42,

    dadurch gekennzeichnet,

    dass die Verstellung der Vertikalposition des Würzeverteilschirms (6) in Abhängigkeit der Höhe des Flüssigkeitsspiegels und die Verstellung der Vertikalposition des Würzeverteilschirms (6) in Abhängigkeit eines Zustandsmesswerts der dynamischen Niederdruckkochung einander überlagert werden.
  44. Verfahren zur Würzekochung, insbesondere nach einem der Ansprüche 27 bis 43, wobei die Würze (11) in einer Würzekocheinrichtung (10), insbesondere einer Würzepfanne, in eine Naturumlaufströmung zirkuliert und dabei zur Wärmeeinkopplung einen Kocher (1), insbesondere einen Innenkocher, mit beheizbaren Wärmetauscher durchströmt,

    dadurch gekennzeichnet,

    dass die Würze (11) vor Beginn des Aufheizens der Würze (11) in der Würzekocheinrichtung (10) mittels einer Vorwärmeinrichtung (13) auf eine Vorwärmtemperatur vorgewärmt wird, die maximal 5°C, insbesondere maximal 1 bis 2°C, unterhalb der Siedetemperatur der Würze liegt.
  45. Verfahren nach Anspruch 44,

    dadurch gekennzeichnet,

    dass die Würze (11) im Durchlauf, insbesondere in einem Wärmetauscher (13), auf die gewünschte Vorwärmtemperatur vorgewärmt wird.
  46. Verfahren nach Anspruch 45,

    dadurch gekennzeichnet,

    dass die Würze (11) in möglichst kurzer Aufheizzeit bei entsprechend ausreichender Heizleistung im Wärmetauscher (13) auf die gewünschte Vorwärmtemperatur vorgewärmt wird.
  47. Verfahren nach einem der Ansprüche 44 bis 46,

    dadurch gekennzeichnet,

    dass die gesamte in die Würzekocheinrichtung (10) einzufüllende Würze (11) innerhalb von circa 15 bis 30 min mit der Vorwärmeinrichtung (13) auf die gewünschte Vorwärmtemperatur vorgewärmt wird.
  48. Verfahren nach einem der Ansprüche 44 bis 47,

    dadurch gekennzeichnet,

    dass der Druck der Würze (11) in der Vorwärmeinrichtung (13) zumindest in bestimmten Prozessabschnitten, insbesondere zu Beginn des Einströmens der Würze (11) in die Würzekocheinrichtung (10), höher ist als Druck der Würze (11) in der Würzekocheinrichtung (10), so dass die Würze (11) beim Einströmen in die Würzekocheinrichtung (10) expandiert.
  49. Verfahren zur Würzeherstellung, insbesondere nach einem der Ansprüche 27 bis 48,

    dadurch gekennzeichnet,

    dass die Würze (11) nach der Würzekochung und vor der Abtrennung des Heißtrubes (21) in einer Trubentfernungseinrichtung (17), beispielsweise einem Whirlpool, zumindest geringfügig abgekühlt wird.
  50. Verfahren nach Anspruch 49,

    dadurch gekennzeichnet,

    dass die Würze (11) vor der Abkühlung in der Würzekocheinrichtung (10) unter den Verfahrensbedingungen einer dynamischen Niederdruckkochung mit wechselnden Druckaufbau- und Druckentlastungsphasen gekocht worden ist.
  51. Verfahren nach Anspruch 49 oder 50,

    dadurch gekennzeichnet,

    dass die Würze (11) auf circa 88°C bis 90°C abgekühlt wird.
  52. Verfahren nach einem der Ansprüche 49 bis 51,

    dadurch gekennzeichnet,

    dass die Kühlung der Würze (11) in einem der Würzekocheinrichtung (10) nachgeordneten Wärmetauscher (25) insbesondere einem Freistromplatten-Wärmetauscher, erfolgt.
  53. Verfahren nach Anspruch 52,

    dadurch gekennzeichnet,

    dass der Wärmetauscher (25) sekundärseitig von frischem Brauwasser durchströmt wird, in das die bei der Abkühlung der Würze (11) anfallende Wärme eingekoppelt wird.
  54. Verfahren zur Würzeherstellung, insbesondere nach einem der Ansprüche 27 bis 53,

    wobei die Rohstoffe und Zwischenprodukte derart in einem Sudhaus verarbeitet, insbesondere eingemaischt und/oder abgeläutert und/oder gekocht, werden, dass die Würze (11) nach der Würzekochung einen höheren Stammwürzegehalt aufweist als es der mit der Würze (11) herzustellenden Biersorte entspricht, wobei diese höherkonzentrierte Würze vor und/oder nach der Gärung durch Zugabe von Wasser auf den Stammwürzegehalt der herzustellenden Biersorte herunterkonzentriert wird,

    dadurch gekennzeichnet,

    dass zur Kühlung der höherkonzentrierten Würze (11) nach der Würzekochung in einer Würzekocheinrichtung (10), beispielsweise einer Würzepfanne, der höherkonzentrierten Würze (11) Wasser zugegeben wird, dessen Temperatur unterhalb der Temperatur der höherkonzentrierten Würze liegt.
  55. Verfahren nach Anspruch 54,

    dadurch gekennzeichnet,

    dass das Wasser während des Ausschlagens der höherkonzentrierten Würze (11) aus der Würzekocheinrichtung (10), beispielsweise einer Würzepfanne, in die Trubentfernungseinrichtung (17), beispielsweise einem Whirlpool, zugemischt wird.
  56. Verfahren nach Anspruch 54 oder 55,

    dadurch gekennzeichnet,

    dass das Wasser der höherkonzentrierten Würze (11) während des gesamten Ausschlagens kontinuierlich in im wesentlichen gleichbleibenden Mengenverhältnis zugemischt wird.
  57. Verfahren nach Anspruch 54,

    dadurch gekennzeichnet,

    dass das Wasser nach dem Kochen und vor dem Ausschlagen der höherkonzentrierten Würze durch Zugabe in die Würzekocheinrichtung, beispielsweise einer Würzepfanne, zugemischt wird.
  58. Verfahren nach Anspruch 57,

    dadurch gekennzeichnet,

    dass das Wasser unterschichtig in die Würzekocheinrichtung, beispielsweise einer Würzepfanne, eingepumpt wird.
  59. Verfahren nach Anspruch 57 oder 58,

    dadurch gekennzeichnet,

    dass das Wasser nach der Zugabe in die Würzekocheinrichtung, beispielsweise einer Würzepfanne, durch Betrieb einer Zirkulationseinrichtung, beispielsweise einer Pumpe oder einem Rührwerk, mit der Würze vermischt wird.
  60. Verfahren nach einem der Ansprüche 54 bis 59,

    dadurch gekennzeichnet,

    dass die Temperatur und Menge des zugegebenen Wassers derart gewählt sind, dass die Würze (11) nach der Zumischung eine vorab definierte Temperatur aufweist.
  61. Verfahren nach einem der Ansprüche 54 bis 60,

    dadurch gekennzeichnet,

    dass die Temperatur und Menge des zugegebenen Wassers derart gewählt sind, dass die Würze (11) nach der Zumischung den Stammwürzegehalt der herzustellenden Biersorte aufweist.
  62. Verfahren nach einem der Ansprüche 54 bis 62,

    dadurch gekennzeichnet,

    dass das zugemischte Wasser eine Temperatur aufweist, so dass bei Zugabe eine bestimmten Menge Wassers, die sich durch den einzustellende Stammwürzegehalt der herzustellenden Biersorte ergibt, eine vorgegeben Mischtemperatur ergibt.
  63. Verfahren nach einem der Ansprüche 54 bis 62,

    dadurch gekennzeichnet,

    dass das zugemischte Wasser sterilisiert ist.
  64. Verfahren nach einem der Ansprüche 54 bis 63,

    dadurch gekennzeichnet,

    dass das zugemischte Wasser entgast ist.
  65. Verfahren nach einem der Ansprüche 54 bis 63,

    dadurch gekennzeichnet,

    dass die Würze bis zur Würzekochung nach einem High-Gravity-Verfahren hergestellt ist.






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