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Dokumentenidentifikation DE102005013930A1 28.09.2006
Titel Chlorfreie, unbeschichtete Folie
Anmelder Nordenia Deutschland Gronau GmbH, 48599 Gronau, DE
Erfinder Niepelt, Ralf, 48599 Gronau, DE;
Hagemann, Andreas, Dipl.-Phys., 46414 Rhede, DE
Vertreter Andrejewski, Honke & Sozien, 45127 Essen
DE-Anmeldedatum 26.03.2005
DE-Aktenzeichen 102005013930
Offenlegungstag 28.09.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 28.09.2006
IPC-Hauptklasse C09J 7/00(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
IPC-Nebenklasse C09J 7/02(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   C08J 5/18(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   B32B 27/32(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   
Zusammenfassung Gegenstand der Erfindung ist eine chlorfreie, unbeschichtete Folie mit mindestens einer gegen sich selbst oder an anderen glatten Oberflächen haftenden Oberflächenschicht als Klebeband, Stretchfolie, Clingfolie oder Oberflächenschutzfolie. Die Oberflächenschicht weist 100 Gew.-Anteile einer Haftmischung aus Polypropylen-Copolymer und Styrol-Blockcopolymer, bis zu 20 Gew.-Anteile eines amorphen Polyalphaolefins und bis zu 20 Gew.-Anteile weiterer Zusatzstoffe auf, wobei die Haftmischung aus 30 Gew.-% bis 80 Gew.-% Polypropylen-Copolymer, Rest Styrol-Blockcopolymer besteht. Als Zusatzstoffe kommen vor allem Pigmente, Flammschutzmittel und Stabilisatoren in Betracht.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine chlorfreie, unbeschichtete Folie mit mindestens einer gegen sich selbst oder an anderen glatten Oberflächen haftenden Oberflächenschicht zur Verwendung als Klebeband, Stretchfolie, Clingfolie oder Oberflächenschutzfolie. Der Begriff "Klebeband" umfasst insbesondere Isolierbänder und Kabelwickeltapes. Eine Clingfolie ist insbesondere als Frischhaltefolie gebräuchlich. Die Oberflächenschutzfolie soll zur Abdeckung von lackierten und metallischen Oberflächen geeignet sein. An die beschriebenen Folien werden unterschiedliche Anforderungen bezüglich der Haftkraft gestellt. Alle Folien müssen sich rückstandsfrei von den Gegenständen, auf die sie aufgebracht worden sind, wieder lösen lassen.

Weich-Polyvinylchlorid (PVC), dessen Elastizität durch die Zugabe von Weichmachern erreicht wird, wird seit Jahren als kostengünstiges Isolierband eingesetzt. Hierbei wird eine Weich-PVC-Folie mit einer Klebstoffmasse beschichtet, die fest an dem zu beklebenden Gegenstand haftet. Teilweise werden als Isolationsmaterialien auch nicht beschichtete Weich-PVC-Folien mit einer höheren Tackigkeit des PVC eingesetzt, die allerdings nur schwach gegen sich selbst haften. Unter Tackigkeit versteht man die Eigenschaft, nach kurzem leichten Andruck fest auf einer Oberfläche zu haften. Die Oberfläche einer Folie mit einer hohen Tackigkeit zeigt ein klebriges Verhalten.

Mit der Verwendung von Weich-PVC sind verschiedene Probleme verbunden. Die in Weich-PVC enthaltenden Weichmacher beeinflussen in schwer quantifizierbarer Weise die klebrigen Eigenschaften des Materials, was die Einstellung einer gewünschten Klebekraft erschwert. Durch ein Herausmigrieren der Weichmacher aus dem Weich-PVC kann ferner die Elastizität des Materials abnehmen. Zusätzlich sind freigesetzte Weichmacher gesundheitsbedenklich. Sowohl bei der Herstellung als auch bei der Entsorgung von chlorhaltigen Polymeren können für die Umwelt problematische Verbindungen freigesetzt werden.

Für die technische Herstellung von Weich-PVC-Folien wird in der Regel das Kalandrierverfahren verwendet, weshalb man bei der Herstellung weitgehend auf Monofolien beschränkt ist.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine chlorfreie Folie anzugeben, die ohne eine zusätzliche Beschichtung eine gute Haftfähigkeit gegenüber sich selbst und/oder anderen glatten Oberflächen aufweist und als Klebeband, Stretchfolie, Clingfolie oder Oberflächenschutzfolie einsetzbar ist. Die Haftkraft soll in reproduzierbarer Weise auf die jeweilige Anwendung abstimmbar sein.

Gegenstand der Erfindung und Lösung dieser Aufgabe ist die Verwendung einer chlorfreien, unbeschichteten Folie mit mindestens einer gegen sich selbst oder an anderen glatten Oberflächen haftenden Oberflächenschicht, die 100 Gew.-Anteile einer Haftmischung aus Polypropylen-Copolymer und Styrol-Blockcopolymer, bis zu 20 Gew.-Anteile eines amorphen Polyalphaolefins und bis 20 Gew.-Anteile weiterer Zusatzstoffe enthält, wobei die Haftmischung aus 30 bis 80 Gew.-% Polypropylen-Copolymer, Rest Styrol-Blockcopolymer besteht, als Klebeband, Stretchfolie, Clingfolie oder Oberflächenschutzfolie. Als Polypropylen-Copolymer sind Block- oder Random-Copolymere geeignet. Das Styrol-Blockpolymer ist vorzugsweise SEBS-Blockcopolymer. Die Zusatzstoffe umfassen insbesondere Flammschutzmittel, Pigmente und Stabilisatoren.

Die erfindungsgemäße Haftmischung aus PP-Copolymer und SEBS-Blockcopolymer ermöglicht eine definierte und reproduzierbare Einstellung der Tackigkeit der Folie, und zwar durch Variation des Mischungsverhältnisses der beiden Komponenten im angegebenen Bereich. Bei einem kleinen SEBS-Anteil weist die Folie zumeist nur eine Haftung gegen sich selbst auf und besitzt gegenüber anderen glatten Oberflächen keine oder nur eine geringe Haftung. Folien, die nur gegen sich selbst haften, können z. B. als Stretchfolie oder als Klebband verwendet werden, welches in überlappenden Klebbandwicklungen aufgebracht wird. Durch die Verwendung eines Polypropylen-Copolymers kann die Folie bzw. ein daraus gefertigtes Tape elastisch gestaltet werden, was Verarbeitungsvorteile bringt – z. B. blasenfreies Umwickeln von ungleichmäßig geformten Kabeln oder Bändern. Mit zunehmendem Anteil des Styrol-Blockcopolymers, vorzugsweise einem zunehmenden SEBS-Anteil, in der Haftmischung kann eine stärkere Tackigkeit eingestellt werden. Folien mit einem größeren SEBS-Anteil in der Haftmischung sind als Oberflächenschutzfolien oder als stark haftendes Klebeband einsetzbar. Die Klebrigkeit der erfindungsgemäßen Folie wird stets ohne zusätzliche Klebebeschichtung erreicht und bleibt dauerhaft erhalten. Sind für bestimmte Anwendungen der Folie, z. B. bei der Verwendung als Isolierband, feuerhemmende Eigenschaften notwendig, kann der Polymermischung zur Herstellung der Folie ein Flammschutzmittel in ausreichenden Mengen zugegeben werden. Ferner kann die Folie auch durch Zugabe von Pigmenten in der Polymermischung eingefärbt werden.

Je nach dem, ob die erfindungsgemäße Folie als Klebeband, Stretchfolie, Clingfolie oder Oberflächenschutzfolie eingesetzt werden soll, werden unterschiedliche Foliendicken benötigt. Typische Dicken der erfindungsgemäßen chlorfreien Folie liegen zwischen 15 &mgr;m und 250 &mgr;m. Bei einer geringen Foliendicke ist die erfindungsgemäße Folie zweckmäßig eine Monofolie. Im Gegensatz zu dem Herstellungsverfahren von Folien aus Weich-PVC können die erfindungsgemäßen chlorfreien Folien auf einfache Weise auch in einem Laminierungs- und Coextrusionsverfahren mehrlagig gefertigt werden. Bei einer größeren Folienstärke ist ein mehrschichtiger Aufbau vorteilhaft. Im Rahmen der Erfindung liegt es daher, dass die Folie eine vorzugsweise durch Coextrusion hergestellte mehrschichtige Folie ist, deren haftende Oberflächenschicht auf einer oder beiden Seiten einer Trägerschicht angeordnet ist. Geeignete Materialien für die Trägerschicht sind beispielsweise Polyolefine, thermoplastische Elastomere, Polyester, Polyamide sowie Mischungen und Copolymerisate auf Basis dieser Polymere. Eine bevorzugte Ausführung der Erfindung sieht vor, dass die Trägerschicht eine Polypropylen enthaltende Schicht aus Polyolefinen ist, wobei die Trägerschicht vorzugsweise mehr als 50 Gew.-% Polypropylen enthält.

Im Rahmen der Erfindung liegt es auch, dass die Trägerschicht mehrlagig ausgebildet ist. Bei einem mehrlagigen Aufbau der Trägerschicht können durch Kombination verschiedener Materialien und duch die Wahl der Schichtdicken die Folieneigenschaften, wie z. B. die Festigkeit oder das Querreißverhalten der Folie, flexibel eingestellt und auf den jeweiligen Anwendungsfall abgestimmt werden.

Das Schichtdickenverhältnis zwischen der haftenden Oberflächenschicht und der Trägerschicht liegt vorzugsweise im Bereich von 1 : 1 bis 1 : 12. Sofern beidseits der Trägerschicht eine entsprechend der erfindungsgemäßen Lehre ausgebildete Oberflächenschicht angeordnet ist, liegt das Schichtdickenverhältnis vorzugsweise zwischen 1 : 1 : 1 und 1 : 12 : 1.

Gegenstand des Ausführungsbeispiels ist eine dreischichtige Folie mit einer Gesamtdicke von 90 &mgr;m, die durch Pigmente schwarz eingefärbt ist. Die Folie ist als Klebeband einsetzbar, welches eine Klebrigkeit nur gegen sich selbst aufweist und für überlappende Wicklungen geeignet ist. Die beiden Außenschichten weisen eine Dicke von 12 &mgr;m auf und bestehen aus 48 Gew.-% Polypropylen-Copolymer und 5 Gew.-% amorphes Polyalphaolefin. Die zwischen den Außenschichten angeordnete Kernschicht weist eine Dicke von 70 &mgr;m auf und besteht aus 63 Gew.-% Polypropylen-Copolymer, 30 Gew.-% Polyethylen (LDPE) und 7 Gew.-% Farbbatch (Ruß).


Anspruch[de]
  1. Verwendung einer chlorfreien, unbeschichteten Folie mit mindestens einer gegen sich selbst oder an anderen glatten Oberflächen haftenden Oberflächenschicht,

    die 100 Gew.-Anteile einer Haftmischung aus Polypropylen-Copolymer und Styrol-Blockcopolymer, bis zu 20 Gew.-Anteile eines amorphen Polyalphaolefins und bis zu 20 Gew.-Anteile weiterer Zusatzstoffe enthält, wobei die Haftmischung aus 30 Gew.-% bis 80 Gew.-% Polypropylen-Copolymer, Rest Styrol-Blockcopolymer, besteht,

    als Klebeband, Stretchfolie, Clingfolie oder Oberflächenschutzfolie.
  2. Verwendung nach Anspruch 1, wobei die Zusatzstoffe Flammschutzmittel, Pigmente und Stabilisatoren umfassen.
  3. Verwendung nach Anspruch 1 und 2, wobei die Folie eine Monofolie ist.
  4. Verwendung nach Anspruch 1 oder 2, wobei die Folie eine vorzugsweise durch Coextrusion hergestellte mehrschichtige Folie ist, deren haftende Oberflächenschicht auf einer oder beiden Seiten einer Trägerschicht angeordnet ist.
  5. Verwendung nach Anspruch 4, wobei die Trägerschicht eine Polypropylen enthaltende Schicht aus Polyolefinen ist.
  6. Verwendung nach Anspruch 4 oder 5, wobei die Trägerschicht mehr als 50 Gew.-% Polypropylen enthält.
  7. Verwendung nach einem der Ansprüche 4 bis 6, wobei das Schichtdickenverhältnis zwischen der haftenden Oberflächenschicht und der Trägerschicht im Bereich von 1 : 1 bis 1 : 12 liegt.
  8. Verwendung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, wobei die Folie eine Foliendicke zwischen 15 &mgr;m und 250 &mgr;m aufweist.
Es folgt kein Blatt Zeichnungen






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