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Dokumentenidentifikation DE60304829T2 28.09.2006
EP-Veröffentlichungsnummer 0001472395
Titel UMMANTELTES GARN, TEXTIL UND VERFAHREN ZUR HERSTELLUNG EINES DERARTIGEN GARNS
Anmelder Tissage et Enduction Serge Ferrari SA, Saint Jean de Soudain, FR
Erfinder BOURBON, Eric, F-38110 Rochetoirin, FR;
RAVACHOL, Andre, F-75003 Paris, FR;
FERRARI, Romain, F-84220 Gordes, FR
Vertreter Freischem und Kollegen, 50667 Köln
DE-Aktenzeichen 60304829
Vertragsstaaten AT, BE, BG, CH, CY, CZ, DE, DK, EE, ES, FI, FR, GB, GR, HU, IE, IT, LI, LU, MC, NL, PT, SE, SI, SK, TR
Sprache des Dokument FR
EP-Anmeldetag 30.01.2003
EP-Aktenzeichen 037373388
WO-Anmeldetag 30.01.2003
PCT-Aktenzeichen PCT/FR03/00283
WO-Veröffentlichungsnummer 2003066944
WO-Veröffentlichungsdatum 14.08.2003
EP-Offenlegungsdatum 03.11.2004
EP date of grant 26.04.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 28.09.2006
IPC-Hauptklasse D02G 3/40(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, EP

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft ein umhülltes Garn von natürlichem Aussehen. Die vorliegende Erfindung betrifft auch ein Textilerzeugnis, das aus einem umhüllten Garn von natürlichem Aussehen hergestellt wird. Die vorliegende Erfindung bezieht sich auch auf ein Verfahren zur Herstellung eines umhüllten Garns von natürlichem Aussehen.

Trotz eines weiterhin anwachsendes Bedarfs kann man noch keine Garne auf der Basis von thermoplastischen Materialien herstellen, die zugleich ausgezeichnete mechanische Eigenschaften mit einem erfassbaren natürlichen Aspekt in Bezug auf das Aussehen und den Griff verbinden. Darüber hinaus werden Umweltanforderungen selten erfüllt, was den Gebrauch von Materialien natürlichen Ursprungs und ihre Fähigkeit zum Recycling anbelangt, um Produkte auf der Basis von Garnen zu erhalten, die für Anwendungen verschiedenster Art bestimmt sind, z.B. Textilerzeugnisse. Dies ist insbesondere der Fall bei Textilerzeugnissen für Außenanwendungen, die der Witterung und der Sonne ausgesetzt sind, und bei Textilerzeugnissen, die feuerbeständig sein sollen.

Stand der Technik

Aus dem Dokument FR-2 781 492 ist ein thermoplastisches Material bekannt, das Garne pflanzlichen Ursprungs umfasst, die das durch den Verbraucher wahrgenommene Aussehen verbessern sollen.

Der äußere Aspekt der erhaltenen Produkte erweist sich jedoch als relativ enttäuschend und ist sehr wenig mit dem verträglich, was zur Zeit vom Verbraucher nachgefragt wird.

Aus dem Dokument FR-2 617 205 ist auch ein umhülltes Garn und ein Verfahren zur Herstellung eines Garns durch Umhüllen eines Seelengarns mit einer feuerfesten Zusammensetzung bekannt, um ein Garn und anschließend ein Gewebe mit feuerfesten Eigenschaften zu erhalten.

Das erhaltene Garn behält jedoch einen glatten Griff bei, der für eine Produktpalette wenig vorteilhaft ist, die als "ökologisch" eingestuft wird, und es kann nur schwierig mit Erwägungen ökologischer Art in Verbindung gebracht werden.

Aus dem Dokument WO 99/42644 ist ein Elastomer-Verbundgarn bekannt, das mit Spinnfasern umhüllt ist, die in einem Ergänzungsschritt zugefügt werden.

Kurzbeschreibung der Erfindung

Ein erstes gestelltes Problem besteht darin, einen neuen Typ von umhülltem-Garn bereitzustellen, der ausgezeichnete mechanische Eigenschaften und ausgezeichnete feuerfeste Anwendungseigenschaften, ein ausgezeichnetes Witterungsverhalten, ein ausgezeichnetes Verhalten gegenüber der Sonneneinstrahlung usw. aufweist. Ein zweites gestelltes Problem besteht darin, ein Garn zu erhalten, das einen äußeren Aspekt aufweist, der besonders angenehme visuelle Empfindungen, Tast- und Geruchsempfindungen hervorruft. Ein drittes gestelltes Problem besteht darin, ein Garn herzustellen, in das Materialien eines natürlichen Ursprungs eingefügt sind. Ein viertes gestelltes Problem besteht darin, ein effizientes Verfahren zur Herstellung eines Garns auf der Basis von thermoplastischen Materialien bereitzustellen.

Gemäß einem ersten Aspekt der Erfindung ist ein umhülltes Garn von natürlichem Aussehen, das ein Seelengarn und eine aus einem thermoplastischen Material bestehende Umhüllung aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass das thermoplastische Material der Umhüllung wenigstens 20 Gew.-% Spinnfasern umfasst.

Mit anderen Worten: Wenn eine Fasermenge von weniger als 20% oder gleich 20% in der Umhüllung vorliegt, weist das Garn ein besonders interessantes Aussehen der Außenoberfläche auf. In einer ersten Ausführungsform und zur Erhöhung der Widerstandsfestigkeit kann das Seelen ein Multifilamentgarn sein. Das Seelengarn kann ein Polyester-, Polyvinylalkohol- oder Polyamidgarn sein. Das thermoplastische Material der Umhüllung kann vorzugsweise – einzeln oder im Gemisch – aus der Gruppe von Polymeren und Copolymeren ausgewählt werden, die Polyolefine, Polyester, Polyamide, Polyvinylchloride, Polyvinylalkohole, Silicone sowie Fluorpolymere umfasst.

Vorteilhaft kann die Menge der Fasern des thermoplastischen Materials der Umhüllung zwischen 1 Gew.-% und 15 Gew.-% betragen. Vorzugsweise kann diese Menge zwischen 4 Gew.-% und 12 Gew.-% betragen. Sehr bevorzugt kann diese Menge zwischen 6 Gew.-% und 9 Gew.-% betragen. Vorteilhaft können die Spinnfasern einzeln oder im Gemisch aus der Gruppe ausgewählt werden, die natürliche Fasern und synthetische Fasern umfasst. Die natürlichen Fasern können Hanffasern sein. Die Spinnfasern können vorteilhaft eine mittlere Länge zwischen 10 &mgr;m und 500 &mgr;m aufweisen. Vorzugsweise kann diese Länge etwa 100 &mgr;m betragen. Die Spinnfasern können einen mittleren Durchmesser zwischen 3 &mgr;m und 100 &mgr;m aufweisen. Vorzugsweise kann dieser Durchmesser etwa 20 &mgr;m betragen.

Gemäß einem zweiten Aspekt der vorliegenden Erfindung sind die Textilerzeugnisse dadurch gekennzeichnet, dass sie aus einem umhüllten Garn wie zuvor beschrieben hergestellt werden.

Gemäß einem dritten Aspekt der Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung eines umhüllten Garns von natürlichem Aussehen – wie zuvor beschrieben – dadurch gekennzeichnet, dass es den Schritt umfasst, bestehend aus dem Umhüllen eines Seelengarns mit einem thermoplastischen Material, das wenigstens 20 Gew.-% Spinnfasern umfasst, durch Extrusion mittels Hindurchführen durch eine Spinndüse.

Das thermoplastische Material, das wenigstens 20 Gew.-% Spinnfasern umfasst, kann vorteilhaft durch einmaliges oder mehrfaches Vermischen eines nicht mit Fasern beladenen thermoplastischen Materials mit einem Masterbatch, der 5 Gew.-% bis 80 Gew.-% Fasern umfasst, erhalten werden. Der Masterbatch kann vorzugsweise zwischen 20 Gew.-% und 70 Gew.-% Fasern umfassen. Sehr bevorzugt kann der Masterbatch zwischen 40 Gew.-% und 60 Gew.-% umfassen.

Beschreibung der Zeichnungen

Die Erfindung wird anhand der beigefügten schematischen Zeichnung besser verstanden und ihre verschiedenen Vorteile und unterschiedlichen Eigenschaften werden bei der folgenden Beschreibung und der nicht einschränkenden Ausführungsbeispiele besser zur Geltung gebracht, wobei:

die 1 eine vergrößerte Längsansicht eines umhüllten Garns nach dem Stand der Technik und ein umhülltes Garn nach der Erfindung darstellt;

die 2 eine mittels eines optischen Mikroskops aufgenommene Querschnittansicht eines umhüllten Garns nach der Erfindung darstellt, und

die 3 eine vergrößerte Draufsicht eines Textilerzeugnisses darstellt, das aus umhüllten Garnen hergestellt wurde.

Ausführliche Beschreibung

Die Seele wird durch Extrusion oder Auftragen einer peripheren Polymermaterialschicht ummantelt. Die Photographien einer etwa 20-fachen Vergrößerung der 1 zeigen einen Vergleich zwischen einem umhüllten Garn 1 nach dem Stand der Technik (links), die durch das Dokument FR-2 617 205 repräsentiert wird, und einem umhüllten Garn 2 nach der vorliegenden Erfindung (rechts). Aufgrund des Vorliegens von Spinnfasern hat die Außenoberfläche des Garns 2, die durch das Verfahren nach der vorliegenden Erfindung erhalten wurde, ein unregelmäßiges Aussehen und ähnelt dem einer Schnur. Der mittlere Durchmesser kann somit kleiner als 1 mm sein und zwischen 0,6 mm und 0,9 mm variieren. Demgegenüber ist die Außenoberfläche des herkömmlichen umhüllte Garns 1 glatt.

Vorteilhaft und in der Praxis ist das Seelengarn ein Multifilamentgarn mit hoher Reißfestigkeit, d.h. einer Reißfestigkeit in der Größenordnung von wenigstens 50 cN/tex. Die mehrfachen Filamente der Seele sind gemäß dem erwünschten fertigen umhüllten Garn verdreht oder nicht verdreht, verflochten oder nicht verflochten und texturiert oder nicht texturiert.

Die 2 zeigt einen Querschnitt des umhüllten Garns 2, der mit einem optischen Mikroskop bei einer etwa 150-fachen Vergrößerung aufgenommen wurde. In dieser Ausführungsform des umhüllten Garns 2 liegen die mehrfachen Polyester-Filamente der Seele 4 im Mittelpunkt vor. Die Umhüllung 6 auf der Basis einer PVC-Verbindung umgibt die Seele 4. Wie diese Photographie zeigt, sind in die Umhüllung 6 Hanffasern 7 integriert, die in PVC eingebettet sind. Der Außenumfang der Umhüllung 6 ist sehr unregelmäßig, was dem gesamten Garn einen natürlichen Griff verleiht.

In einer anderen Variante werden die Seele und die Umhüllung direkt durch Coextrusion hergestellt.

Vorteilhaft und in der Praxis wird die Umhüllung 6 um das Seelengarn 4 herum extrudiert. Die Zusammensetzungen des thermoplastischen Polymers der Umhüllung umfassen zudem vorteilhaft Ergänzungshilfsstoffe: wenigstens einen UV-Absorber und/oder wenigstens ein Biozid und/oder wenigstens einen mineralischen Füllstoff und/oder wenigstens ein Pigment und/oder wenigstens ein Feuerschutzmittel. Bei dem Feuerschutzmittel kann es sich um flammhemmende mineralische Füllstoffe handeln, wie z.B. Antimonoxide, Aluminiumtrihydrat, Zink- oder Magnesiumoxid.

Das Gewichtsverhältnis zwischen dem Seelengarn 4 und der Umhüllung 6 hängt gleichzeitig von den beabsichtigten Endanwendungen und dem Extrusionsmaterial oder dem aufgebrachten Überzug ab.

Derartige Fäden können bei vielen Anwendungen verwendet werden und insbesondere zur Herstellung von Mobiliar, typischerweise Campingstühlen, Kraftfahrzeug-Verkleidungen, Abdeckungen von Böden und Mauern, Sonnenschutzvorrichtungen, Gepäckartikeln, Schutzbahnen u.a..

Die 3 zeigt ein Beispiel eines etwa 10-fach vergrößerten Textilerzeugnisses, das vollkommen aus den Garnen 2 mit einer Seele aus 100% Polyester, die mit einer PVC-Verbindung und Hanffasern nach der Erfindung umhüllt ist, hergestellt und thermofixiert wurde. Das Textilerzeugnis umfasst einen horizontalen Kettfaden 6 und zwei vertikale Schussfäden 9 und 11. Es ist darauf hinzuweisen, dass die Fäden unterschiedliche Färbungen aufweisen.

Ausführungsbeispiele

Ein umhülltes Garn 2 nach der vorliegenden Erfindung wird auf folgende Weise hergestellt. Ein Polyesterfaden mit 1100 dtex, der von der Firma Rhodia unter der Bezeichnung "Typ 156" in den Handel gebracht wird, wird durch Extrusion mittels Hindurchführen durch eine Spinndüse ummantelt. Die Abspulgeschwindigkeit des Fadens beträgt 300 m/min.

Die Zusammensetzung der extrudierten Umhüllung umfasst:

  • – 7% Hanffasern und
  • – 93% weichgemachtes, formuliertes und pigmentiertes PVC.

Man erhält so ein umhülltes Garn mit 4700 dtex, das einen mittleren Durchmesser von 0,67 mm hat; anders ausgedrückt: das Polyester-Seelengarn macht 23,4% aus, und die faserige Umhüllung macht 76,6% aus.

Außerdem weist das erhaltene umhüllte Garn die folgenden mechanischen Eigenschaften auf:

  • – eine Reißfestigkeit von 9,6 daN und
  • – eine Reißdehnung von 14,5%,

Dieses Garn ist somit für die Herstellung von Textilerzeugnissen, die thermofixiert werden können, perfekt geeignet.

Die vorliegende Erfindung ist nicht auf die beschriebenen und erläuterten Ausführungsformen beschränkt. Zahlreiche Modifikationen können realisiert werden, ohne vom Erfindungsgedanken abzuweichen, der durch die Ansprüche definiert ist.

Z.B. könnte man sich eine Seele aus unterschiedlichen Materialien vorstellen, etwa aus Glasfasern, optischen Fasern, einem oder mehreren Metalldrähten.


Anspruch[de]
  1. Umhülltes Garn von natürlichem Aussehen, das ein Seelengarn (4) und eine aus einem thermoplastischen Material bestehende Umhüllung (6) aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass das thermoplastische Material der Umhüllung (6) wenigstens 20 Gew.-% Spinnfasern (7) umfasst.
  2. Umhülltes Garn nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Seelengarn (4) ein Multifilamentgarn (3) ist.
  3. Umhülltes Garn nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Seelengarn (4) ein Polyester-, Polyvinylalkohol- oder Polyamidgarn ist.
  4. Umhülltes Garn nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das thermoplastische Material der Umhüllung (6) einzeln oder im Gemisch aus der Gruppe von Polymeren und Copolymeren ausgewählt ist, die Polyolefine, Polyester, Polyamide, Polyvinylchloride, Polyvinylalkohole, Silicone und Fluorpolymere umfasst.
  5. Umhülltes Garn nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Menge der Fasern (7) des thermoplastischen Materials der Umhüllung (6) zwischen 1 Gew.-% und 15 Gew.-%, vorzugsweise zwischen 4 Gew.-% und 12 Gew.-% und sehr bevorzugt zwischen 6 Gew.-% und 9 Gew.-% beträgt.
  6. Umhülltes Garn nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Spinnfasern (7) einzeln oder im Gemisch aus der Gruppe ausgewählt sind, die natürliche Fasern und synthetische Fasern umfasst.
  7. Umhülltes Garn nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die natürlichen Fasern Hanffasern sind.
  8. Umhülltes Garn nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Spinnfasern (7) eine mittlere Länge zwischen 10 &mgr;m und 500 &mgr;m, vorzugsweise von etwa 100 &mgr;m, und einen mittleren Durchmesser zwischen 3 &mgr;m und 100 &mgr;m, vorzugsweise von etwa 20 &mgr;m aufweisen.
  9. Textilerzeugnisse, dadurch gekennzeichnet, dass sie aus einem umhüllten Garn (2) nach einem der vorhergehenden Ansprüche hergestellt werden.
  10. Verfahren zur Herstellung eines umhüllten Garns (2) nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass es den Schritt umfasst, bestehend aus dem Umhüllen eines Seelengarns (4) mit einem thermoplastischen Material, das wenigstens 20 Gew.-% Spinnfasern (7) umfasst, durch Extrusion mittels Hindurchführen durch eine Spinndüse.
  11. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass das thermoplastische Material, das wenigstens 20 Gew.-% Spinnfasern umfasst, durch einmaliges oder mehrfaches Vermischen eines nicht mit Fasern beladenen thermoplastischen Materials mit einem Masterbatch, der 5 Gew.-% bis 80 Gew.-% Fasern, vorzugsweise zwischen 20 Gew.-% und 70 Gew.-% und sehr bevorzugt zwischen 40 Gew.-% und 60 Gew.-% umfasst, erhalten wird.
Es folgt ein Blatt Zeichnungen






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

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