PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE102005013962A1 05.10.2006
Titel Dokumentenpapier mit aufgedrucktem Sicherheitselement und Verfahren zum Erstellen fälschungsgeschützter Dokumente
Anmelder Wirnitzer, Bernhard, Prof. Dr., 69502 Hemsbach, DE
Erfinder Wirnitzer, Bernhard, Prof. Dr., 69502 Hemsbach, DE
DE-Anmeldedatum 26.03.2005
DE-Aktenzeichen 102005013962
Offenlegungstag 05.10.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 05.10.2006
IPC-Hauptklasse D21H 21/40(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
IPC-Nebenklasse B44F 1/12(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   
Zusammenfassung Dokumentenpapier mit einer lokal zufälligen, individuellen Strukturkomponenten, einem darauf aufgedruckten Sicherheitselement und einer, visuelle vom Menschen lesbaren, für jedes Blatt unterschiedlichen Kennzeichnung, wobei
a) das Sicherheitselement schwache Druckmuster enthält, die aus aneinander grenzenden Rasterzellen aufgebaut sind und in diesen Rasterzellen nur zwischen 4% und 20% der Papierfläche mit Druckfarbe ist, und
b) die Druckmuster mindestens teilweise periodisch sind und bei der Korrelation mit einer Periode des Musters deltaförmige Spitzen an jeweils den Orten auftreten, an denen eine Periode vorliegt. Dieses Sicherheitselement ermöglicht eine zuverlässige Erkennung der individuellen Strukturkomponente und des individuellen Druckbildes aufgrund einer einfachen, zuverlässigen Kalibrierung unterschiedlichster Lesegeräte. Zu einfachen Herstellung fälschungsgeschützer Dokumente wird die individuelle Druck- und Papierstruktur für jedes Blatt über eine Datenbank zur Verfügung gestellt, mit den persönlichen Daten des Urhebers verknüpft und in Form eines Rasterdruckspeichers auf das Dokumentenpapier gedruckt.

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf ein Dokumentenpapier mit mindestens einem aufgedruckten Sicherheitselement und ein Verfahren zum Erstellen fälschungsgeschützter Dokumente nach den Oberbegriffen der Patentansprüche 1 und 8.

Die individuelle Struktur von Papier und anderen Substraten kann verwendet werden, um Kopien und Fälschungen von Dokumenten zu erkennen.

In der Patentschrift US 4 423 514 (1983) wird ein nicht zu fälschendes Dokumentensystem beschrieben. Das System basiert auf einem Blatt eines Mediums, das in einem Gebiet eine variierende, zufällige Charakteristik hat und zusätzlich eine maschinenlesbare Kennzeichnung aufweist, welche die Charakteristik dieses Blattes spezifiziert.

In der Patentschrift US 5 719 939 (1994) wird ein System beschrieben, um ein Produkt, wie. z.B. Kreditkarten, Pässe oder Banknoten vor Fälschungen zu schützen. Der Schutz geschieht dadurch, dass auf einem Trägermaterial eine Vielzahl von individuellen Fasern zufällig angeordnet angebracht ist und die Fasern in einem durchsichtigen Überzug fixiert sind. Nach einem optischen Scannen der Oberfläche des Trägermaterials werden digitale Daten erzeugt und gespeichert. Zur Verifikation der Echtheit, wird die Oberfläche erneut gescannt und die erzeugten digitalen Daten werden mit den vorher gespeicherten Daten verglichen.

In WO 01 25024 A1 (1999) ist beschrieben, wie Dokumente vor Fälschungen und vor Missbrauch durch unerlaubtes Kopieren geschützt werden können. Die beschriebene Technik verwendet strukturelle Charakteristika des Drucksubstrats und erzeugt künstliche Strukturen in dem Drucksubstrat. Diese individuellen Charakteristika werden erfasst, verschlüsselt und auf dem Substrat in einem maschinenlesbaren Code gespeichert. Die Prüfung der Echtheit eines Dokuments geschieht mit einem Gerät, das die individuellen Charakteristika erfasst, auswertet und mit den auf dem Dokument gespeicherten Daten vergleicht.

In DE 101 62 537 A1 (2001) sind ein Verfahren und ein System beschrieben, das eine Authentifizierung von Dokumenten, insbesondere von Banknoten ermöglicht. Vor der Herausgabe des Dokuments wird dabei ein Bild des Dokumentensubstrats aufgenommen und die gewonnenen Bilddaten in Zuordnung zu den Dokumentendaten in einer Datenbank gespeichert. Da das Substrat individuelle, ortsaufgelöst detektierbare Merkmale besitzt, ermöglicht der den Bilddaten zugeordnete Datensatz eine Authentizitätsprüfung des Dokuments. Vorzugsweise wird das Verfahren bei Dokumenten angewandt, bei denen die Strukturkomponente durch optisch markante kleine Partikel oder durch Fremdeinschlüsse in dem Substratgrundmaterial gebildet werden. Je geringer die individuellen Strukturdetails, je stärker die zulässigen nachträglichen Verschmutzungen und die vom Lesegerät verursachten Signalstörungen sind, desto größer und zahlreicher müssen die Gebiete, in denen die Strukturdetails bestimmt werden, ausgelegt werden. Wählt man als Substratmaterial relativ homogenes Papier, so zeigen Experimente, dass Datenmengen von mehreren Kilobytes anfallen, die in der Datenbank gespeichert werden müssen.

Die Verwendung einer Datenbank bei der Authentifizierung ist bei manchen Anwendungen nicht erwünscht. In DE 101 62 537 A1 wird eine Möglichkeit beschrieben, um auf die Datenbank zu verzichten. Dazu wird auf dem Dokument eine Markierung angebracht, die von der individuellen Substratstruktur abhängt. Leider versagt diese Technik bei schwachen individuellen Strukturkomponenten, da unklar bleibt, wie bei der Authentifizierung zwischen den schwachen individuellen Strukturkomponenten und den Störungen, die Lesegeräte oder Substratverschmutzungen verursachen, unterschieden wird. Diese Problematik ist bei Papierdokumenten und bei der Verwendung einer breiten Palette von Lesegeräten besonders groß.

Die Verwendung von Datenbanken kann auch durch den Einsatz von gedruckten Datenspeichern hoher Datendichte vermieden werden. Für die vorliegende Erfindung sind besonders codierte Rasterbilder interessant, wie sie z.B. in US 5 315 089, US 5 706 099, DE 199 26 194 und DE 102 17156 A1 beschrieben sind.

Den bislang aufgezeigten Stand der Technik ist gemein, dass keine befriedigende Lösung aufgezeigt wird, die bei der Verifikation der Dokumentenechtheit eine Verwendung standardisierter und weitverbreiteter Hardwarekomponenten erlaubt. Dabei sollten eine Kopie des Dokuments und eine Änderung des Dokumenteninhalts mit der entsprechenden Software und möglichst mit jedem Standardscanner überall in der Welt erkannt werden, und das auch bei zerknittertem Papier. Die bekannten Verfahren scheitern an dieser Anforderung, da jeder Scanner unterschiedliche optische und mechanische Eigenschaften und Qualitäten aufweist. Die Verwendung eines schlechten Scanners und verschmutzter, verknitterter Dokumente führt dann zu Falschrückweisungen von nicht gefälschten Dokumenten.

Weiterhin ist die Verwendung einer Datenbank bei der Verifikation nicht gewünscht. Geht man z.B. von fälschungsgeschützten Zeugnissen aus, so muss die Verifikation für mindestens 50 Jahre sichergestellt sein und sollte möglichst geringe oder keine Kosten erzeugen. Es ist also nicht denkbar, die Papierstruktur auf lange Dauer in einer Datenbank abzulegen.

Weitere Nachteile der bekannten Techniken sind, dass sich die Erstellung der fälschungsgeschützten Dokumente nur schwer in existierende Arbeitsabläufe in Büros integrieren lässt und kein effizienter Weg der Herstellung aufgezeigt wird. So ist es aus Zeitgründen undenkbar, dass vor dem Ausdruck eines Dokuments die Papieroberfläche gescannt wird. Nachteilig ist weiterhin, dass sich die Sicherungselemente, insbesondere die gedruckten Datenspeicher, schwer in existierende Briefköpfe integrieren lassen. Gründe hierfür sind die große Flächenausdehnung und das unzulängliche Aussehen.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die bekannten Dokumentenpapiere und die bekannten Verfahren zur Erstellung fälschungsgeschützter Druckdokumente dahingehend zu verbessern, dass

  • i) die Verifikation der Dokumentenechtheit mit einfachen Standardscannern möglich ist,
  • ii) die Verifikation eine Kopieerkennung und optional inhaltliche Fälschungen (Integrität) umfasst,
  • iii) das Druckdokument optional einen vertraulichen Datenspeicher mit Kopierschutz enthält,
  • iv) die Erstellung der Dokumente mit einfachen Standardkomponenten möglich ist und
  • v) Sicherungselemente gewählt werden, die optisch ansprechend ausgelegt werden können.

Diese Aufgabe wird gemäß der Erfindung durch die kennzeichnenden Merkmale von Haupt- und Nebenansprüchen gelöst.

Die Verifikation der Dokumentenechtheit mit handelsüblichen Flachbettscannern, oder anderen weit verbreiteten Bildaufnahmeeinheiten, wird durch ein neues, speziell ausgelegtes, aufgedrucktes Sicherheitselement nach Anspruch 1 ermöglicht. Bei der Verifikation wird das Sicherheitselement eingescannt und die aufgedruckten Muster werden mit einer Periode des Musters korreliert. Nach der Korrelation entstehen scharfe, deltaförmige Spitzen im definierten Abstand, die in zweifacher Hinsicht genutzt werden:

  • • zur Messung des Punktbilds der verwendeten Bildaufnahmeeinheit und
  • • als genaues Koordinatensystem für die Vermessung der individuellen, charakteristischen Eigenschaften des Papierdokuments.

Die Messung des Punktbilds der verwendeten Bildaufnahmeeinheit erfolgt so: Jede Spitze des Korrelationsmusters hat dann die Form des lokalen Punktbildes der Übertragungsstrecke aus Druck und Bildaufnahme, was der Fachmann mit Hilfe der informationstechnischen Systemtheorie leicht zeigt. Für die Druckmuster werden bevorzugt zweidimensionale m-Sequenzen verwendet. Da der Druckvorgang vom Hersteller des Sicherheitselements durchgeführt wird, ist das Punktbild des Drucks prinzipiell bekannt und sein Einfluss auf das Punktbild der gesamten Übertragungsstrecke kann rechnerisch kompensiert werden. Damit kann also das Punktbild der verwendeten Bildaufnahmeeinheit eindeutig bestimmt werden. In der Praxis wird der Druckprozess entweder so hochwertig ausgelegt, dass das Punktbild des Drucks für die Erkennung des Papierfingerabdrucks nicht berücksichtigt werden braucht oder das Punktbild des Druckes wird in digitaler Form mit in dem aufgedruckten Datenspeicher des Dokuments gespeichert. Das Punktbild des Druckes kann dabei auch zur Erkennung einer Kopie verwendet werden. Manche Bildaufnahmeeinheiten zeigen eine nicht lineare Übertragung der Bildintensitäten. Dieser Effekt kann berücksichtigt werden, indem vor der Korrelation verschiedene, nicht lineare, inverse Kennlinien angewandt werden und die Kennlinie gewählt wird, die eine Schätzung des Punktbildes mit dem kleinsten quadratischen Fehler verursacht. In einer weiteren Ausgestaltung geschieht die Schätzung des Punktbildes durch die Verwendung eines mehrschichtigen Neuronalen Netzes, das über den so genannten Backpropagation Algorithmus abgeglichen wird.

Der zweite Vorteil des Druckmusters des Sicherungselements ist das, nach der Korrelation entstehende, genaue Koordinatensystem für die Vermessung der individuellen, charakteristischen Eigenschaften des Papierdokuments. Dieses, mit dem Papier verknüpfte, Koordinatensystem gibt genauen Aufschluss über Verformungen des Papiers, die z.B. durch Feuchtigkeit, Alterung, mechanische Beanspruchung oder durch Knittern entstehen. Es ist damit möglich, die einzelnen Felder, in denen die individuelle Charakteristik des Papiers vermessen wurde, zuverlässig zu lokalisieren. Eine genaue Lokalisierung dieser Felder ermöglicht die Verwendung vieler, aber relativ kleiner Felder. Dies hat Vorteile gegenüber wenigen, aber größeren Feldern, wie Experimente zeigen.

Bei der Auslegung der Druckmuster des Sicherungselements werden bevorzugt sehr feine Punkte gedruckt, die nicht stark ins Auge fallen. Der feine Druck hat den weiteren Vorteil, dass die Bildaufnahmeeinheit, wie z.B. ein Flachbettscanner sehr kontrastreich eingestellt sein muss, um die Druckmuster zu erkennen. Bei dieser kontrastreichen Einstellung wird gleichzeitig die später benötigte individuelle Papierstruktur und das individuelle Druckbild gut sichtbar. Noch einen weiteren Vorteil haben die schwachen, periodischen Druckmuster des Sicherungselements. Bedruckt man das Papier, so wirkt die Druckfarbe als Katalysator für die Individualität des Papiers. Um diesen Effekt verwenden zu können, muss das systematische Verlaufen der Farbe von dem zufälligen Verlaufen unterschieden werden. Dies ist durch Verfahren der digitalen Signalverarbeitung möglich, falls das gleiche Muster mehrfach gedruckt wurde. Das Sicherungselement ermöglicht also eine Analyse des Druck- und des Papierfingerabdruckes.

Das Dokumentenpapier nach Anspruch 1 und den Unteransprüchen ist damit für den Fälschungsschutz und für die zuverlässige Erkennung von Fälschungen in idealer Weise vorbereitet. Es wird in großen Stückzahlen preiswert hergestellt. Für den Fälschungsschutz wird nun die individuelle Papierstruktur und/oder das individuelle Druckbild mit einer Bildaufnahmeeinheit gemessen und in einer Datenbank abgelegt. Auch dieser Schritt kann preiswert mit einem automatisierten Belegscanner erfolgen. Das Dokumentenpapier ist immer noch ein Halbzeug: Erst durch die Verknüpfung mit den persönlichen Daten des Urhebers des Dokumentes entsteht das fälschungsgeschützte Dokument, wie in Anspruch 2 beschrieben. Der große Vorteil der Erfindung liegt in der preiswerten, aber trotzdem hochwertigen Herstellung des Halbzeuges und der Möglichkeit, das endgültige Dokument mit jedem preiswerten Drucker fertigzustellen.

Durch die Messung des Druck- und des Papierfingerabdruckes und durch die beschriebe Möglichkeit der Scannerkalibrierung wird eine einfache und zuverlässige Erkennung von Kopien ermöglicht. In einer Erweiterung kann die Kopieerkennung durch zusätzliche Aufdrucke örtlich auf das gesamte Dokument ausgedehnt werden. Das flächendeckende Aufbringen der Aufdrucke ermöglicht weiterhin die leichte Erkennung mechanischer Veränderungen am Dokument. Die gewünschte Erkennung von inhaltlichen Fälschungen ist möglich, indem die digitalen Daten mit bekannten Verfahren der digitalen Kryptographie verschlüsselt werden.

Das Verfahren zur Erstellung der fälschungsgeschützten Dokumente wird in Anspruch 8 und den nachfolgenden Unteransprüchen beschrieben. Der besondere Vorteil der Technik liegt in der Kombination des oben beschriebenen Dokumentenpapiers mit dem Verfahren zu Herstellung des Dokuments durch den Urheber. Der Urheber muss sich dabei nicht um eine Bildaufnahme des Sicherheitselements kümmern, diese Arbeit wird für ihn von einer kompetenten Stelle übernommen. Diese Stelle wählt das optimale Papier, die optimale Drucktechnik und verifiziert die Tauglichkeit der Druck- und Papierfingerabdruckdaten für jedes Blatt des Dokumentenpapiers. Die in einer Datenbank abgelegten Daten werden für den Urheber des Dokuments und zusammen mit seinen persönlichen Daten, die er auf das Papier drucken will, in einem druckbaren Datenspeicher, dem digitalen Stempel codiert. Der Urheber kann auch zusätzliche Daten, die nicht auf das Papier gedruckt werden in dem digitalen Stempel speichern, und er kann Teile dieser Daten mit einem Kopierschutz versehen, indem er die Daten mit dem Papierfingerabdruck verschlüsselt.

Nachfolgend wird die Erfindung anhand von Zeichnungen und Ausführungsbeispielen genauer erläutert. Dabei zeigen:

1 ein Dokumentenpapier mit Sicherungselement und digitalem Stempel,

2 den Herstellungsprozess für das Dokumentenpapier,

3 die Vorgehensweise bei der Verifikation,

4 eine spezielle vorteilhafte Auslegung des Sicherheitselements.

1 zeigt ein Dokumentenpapier 1 wie es an Kunden angeboten werden kann. Das Sicherungselement 2 besteht aus einem sehr feinen Aufdruck, der dazu dient den Scanner beim Verifikationsvorgang zu kalibrieren. Es sind definierte, optimierte Muster aufgedruckt, die es später erlauben, die Übertragungsfunktion des Scanners zu messen und zu kompensieren, sowie die Gebiete zu finden, in denen der Papier-Druck-Fingerabdruck gemessen wird. Zusätzlich enthält das Dokumentenpapier 1 eine individuelle Kennziffer 3, die vorteilhaft in das Sicherheitselement 2 integriert ist. Der digitale Stempel 4 enthält die digitalen, verschlüsselten Daten des Papier-Druck-Fingerabdruckes des Sicherungselements 2 und persönliche Daten zur Authentifizierung des Urhebers des Dokumentes. Der digitale Stempel 4 ist in Form eines codierten Rasterbildes ausgelegt, dem Firmenlogos visuell überlagert werden können. Der digitale Stempel 4 ermöglicht die Speicherung von bis zu 18000 bit/cm2. Das individualisierte Dokumentenpapier kann fertig konfektioniert bezogen werden.

2 veranschaulicht das Verfahren zur preiswerten Herstellung des konfektionierten Dokumentenpapiers aus 1. Das Dokumentenpapier ist zunächst noch ein Halbzeug 5 mit dem aufgedruckten, vorzugsweise mit einer durchsichtigen Folie überzogenen, Sicherungselement 2. Das Halbzeug wird in großen Stückzahlen preiswert hergestellt. Das Sicherungselement jedes Halbzeugs 5 wird nun gescannt, und die Daten werden unter der individuellen Kennziffer 3 in einer Datenbank 7 abgelegt. Das Scannen der Halbzeuge 5 kann mit erprobten Belegscannern mit hoher Geschwindigkeit, sehr preiswert und mit höchster Qualität erfolgen. Vorzugsweise werden die digitalen Daten in Hinblick auf die spätere Verifikationsaufgabe einer Datenreduktion und einer anschließenden Datenkompression unterzogen; dies kann nach dem Scannvorgang in einer Stapelverarbeitung erfolgen, zu Zeiten in denen der Rechner nicht ausgelastet ist. Bestellt ein Kunde sein Dokumentenpapier, so werden die Halbzeuge 5 mit dem individualisierten digitalen Stempel 4 versehen. Natürlich enthält der digitale Stempel auch die Kennzifferdaten des Blattes und die Urheberdaten. Bei der Stempelerstellung wird bevorzugt der geheime Schlüssel 8 eines PKS (engl. public key system) eingesetzt. Um Missbrauch beim Bezug des Dokumentenpapiers zu vermeiden, muss sich der Besteller bei der ersten Bestellung ausweisen und es wird ein Kennwort für Nachbestellungen vergeben, das in einer Einheit 6 überprüft wird.

Eine andere vorteilhaft Alternative ist der direkte Verkauf des Halbzeuges 5, nachdem das Sicherungselement 2 gescannt und in der Datenbank 7 abgelegt wurde. Bei der Erstellung des fälschungsgeschützten Dokuments weist sich der Nutzer durch ein Kennwort gegenüber 6 aus und übermittelt die Kennnummer 3 des aktuellen Sicherungselementes. Der Zugriff auf die Datenbank 7 kann z.B. weltweit über Internet erfolgen. Der Nutzer hat jetzt die Möglichkeit zusätzliche Daten in den digitalen Stempel zu speichern 9, z.B. den Inhalt des aktuellen Dokuments. Es ist weiterhin möglich vertrauliche Daten mit einem Kopierschutz zu versehen, d.h. die Daten gehen bei einer Kopie des Dokuments verloren, dadurch, dass die Daten mit dem Papier-Druck-Fingerabdruck verknüpft werden. Es ist auch möglich, dass der Kunde sein eigenes PKS verwendet. Er erhält dazu die Papier-Druck-Fingerabdruckdaten, z.B. auf CD oder über Internet. Er verschlüsselt die Daten selbst mit dem geheimen Schlüssel des PKS, danach werden die Daten in dem digitalen Stempel codiert. Der öffentliche Schlüssel wird dann vom Kunden selbst bereitgestellt.

3 zeigt die Vorgehensweise bei der Überprüfung der Dokumentenechtheit. Der Vorgang ist weltweit mit Standardkomponenten möglich. Das Sicherungselement 2 und der digitale Stempel 4 des Dokuments 11 werden mit einem handelsüblichen Scanner 12 aufgenommen. Die Bilddateien werden der öffentlich frei verfügbaren Verifikationssoftware 13 übergeben. Diese Software verwendet den öffentlichen Schlüssel 14 und verarbeitet zunächst die Druckmuster der Sicherungselementes 2, um die Scanndaten zu kalibrieren oder einen modifizierten Scan anzufordern. Das Sicherungselement 2 ist dabei so ausgelegt, dass meist schon die automatische Einstellung des Scannvorgangs akzeptable Bilder liefert. Die Verifikationssoftware liefert eine Ausgabe mit den Angaben über die Wahrscheinlichkeit, dass ein Original 15 oder eine Kopie 16 vorliegt, über den Dokumenteneigentümer 17 und den Dokumenteninhalt 18 und über die vertraulichen Daten 19. Die vertraulichen Daten werden nur ausgegeben, falls das Dokument zuverlässig als Original erkannt wurde.

4 zeigt eine spezielle Auslegung des Sicherheitselements 2. Besonders vorteilhaft ist dabei die Verwendung von Druckmustern 20, die aus Pseudo-Zufallsfolgen abgeleitet sind.

Ein Beispiel sind die so genannten binären m-Sequenzen (engl. maximum length sequence), die eine Periodenlänge 2N-1 (N positive ganze Zahl) haben und scharfe, deltaförmige Autokorrelationsspitzen besitzen. Die m-Sequenzen sind in der Mobilfunktechnik weit verbreitet, um Übertragungsfunktionen von Mobilfunkkanälen zu bestimmen. Aus den eindimensionalen m-Sequenzen lassen sich, z.B. für Periodenlängen (24 – 1) = 15 und (26 – 1) = 63, zweidimensional Matrizen der Größe 3 × 5 bzw. 7 × 9 bilden, die zweidimensionale, deltaförmige Autokorrelationsspitzen haben. Genauer gesagt werden die Matrizen periodisch wiederholt und bei der Messung der Übertragungsfunktion mit einer Periode korreliert. Als Ergebnis entstehen scharfe Spitzen im Abstand 3 × 5 bzw. 7 × 9. I Im vorliegenden Fall werden die binären Werte NULL und EINS der m-Sequenz durch zwei Druckmuster ersetzt. Das Druckmuster für NULL sind zwei diagonal angeordnete Druckpunkte und das Druckmuster für EINS entsteht durch eine 90-Grad Drehung des NULL-Druckmusters. Natürlich lassen sich auch andere Druckmuster verwenden, z.B. solche, die aus der Herstellung von gedruckten Datenspeichern hoher Datendichte bekannt sind.


Anspruch[de]
Dokumentenpapier mit einer lokal zufälligen, individuellen Strukturkomponente, mindestens einem darauf aufgedruckten Sicherheitselement und mindestens einer, visuell vom Menschen lesbaren, für jedes Blatt des Dokumentenpapiers unterschiedlichen Kennzeichnung, dadurch gekennzeich net, dass

a) das Sicherheitselement schwache Druckmuster enthält, die aus aneinander grenzenden Rasterzellen aufgebaut sind und in diesen Rasterzellen nur zwischen 2% und 15% der Papierfläche mit Druckfarbe bedeckt ist,

b) die Druckmuster mindestens teilweise periodisch sind und bei der Korrelation mit einer Periode des Musters deltaförmige Spitzen an jeweils den Orten auftreten, an denen eine Periode vorliegt.
Dokumentenpapier nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die vom Menschen lesbare Kennzeichnung in einem eindeutigen Zusammenhang zu den Daten in einer Datenbank steht, welche die individuelle Papierstruktur und/oder die individuelle Druckstruktur beschreiben und zwar in bzgl. des aufgedruckten Sicherheitselements eindeutig örtlich festgelegten Gebieten. Dokumentenpapier nach mindestens einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Druckmuster des Sicherungselementes mindestens teilweise eine Periodizität von 3 × 5 Rasterzellen haben. Dokumentenpapier nach mindestens einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Druckmuster des Sicherungselements mindestens teilweise eine Periodizität von 7 × 9 Rasterzellen haben. Dokumentenpapier nach mindestens einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Daten, welche die individuelle Papierstruktur und/oder die individuelle Druckstruktur beschreiben und zwar in, bzgl. des aufgedruckten Sicherheitselements eindeutig örtlich festgelegten Gebieten, in Form eines gedruckten Datenspeichers auf das Dokument gedruckt sind. Dokumentenpapier nach mindestens einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Gebiete mit der individuellen Papierstruktur und/oder der individuellen Druckstruktur mindestens teilweise mit einer durchsichtigen Folie überzogen sind. Dokumentenpapier nach mindestens einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zusätzlich zu dem aufgedruckten Sicherheitselement mehrere schwache Muster aufgedruckt sind, die aus Rasterzellen aufgebaut sind, in denen nur zwischen 2% und 15% der Papierfläche mit Druckfarbe bedeckt ist. Verfahren zum Erstellen fälschungsgeschützter, gedruckter Papierdokumente mit Hilfe eines Dokumentenpapiers mit einer lokal zufälligen, individuellen Strukturkomponente, mindestens einem darauf aufgedruckten Sicherheitselement und mindestens einer, visuell vom Menschen lesbaren, für jedes Blatt des Dokumentenpapiers unterschiedlichen Kennzeichnung, dadurch gekennzeichnet, dass

a) die individuelle Papierstruktur und/oder das individuelle Druckbild des Sicherheitselements mit einer Bildaufnahmeeinheit aufgenommen und unter der Kennzeichnung zunächst in einer Datenbank digital abgelegt werden/wird,

b) für die spätere Herstellung des fälschungsgeschützten, gedruckten Papierdokuments, die Daten aus der Datenbank zusammen mit den Daten, die der Urheber des Dokuments festlegt, in Form eines druckbaren Datenspeichers codiert werden.
Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Datenspeicher als codiertes Rasterbild ausgelegt ist. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Urheber des Dokuments die Form und das visuelle Aussehen des codierten Rasterbildes festlegt. Verfahren nach mindestens einem, der Ansprüche 8 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Urheber des Dokuments über ein Netzwerk Zugriff auf die Datenbank erhält. Verfahren nach mindestens einem der Ansprüche 8 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Urheber des Dokuments über ein Netzwerk die Daten des druckbaren Datenspeichers übermittelt bekommt. Verfahren nach mindestens einem der Ansprüche 8 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass der druckbare Datenspeicher auf das entsprechende Dokumentenpapier gedruckt wird.






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

  Patente PDF

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com