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Dokumentenidentifikation DE202006009656U1 05.10.2006
Titel Verbindungselement für den Einsatz im untertägigen Berg- und Tunnelausbau
Anmelder SZ Schacht- und Streckenausbau GmbH, 45661 Recklinghausen, DE
DE-Aktenzeichen 202006009656
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 05.10.2006
Registration date 31.08.2006
Application date from patent application 19.06.2006
IPC-Hauptklasse E21D 11/34(2006.01)A, F, I, 20060619, B, H, DE

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein nach drei Seiten anzubauendes Verbindungselement, welches unter Einbeziehung des klassischen Bogenausbaus im Bereich des Streb-Streckenübergangs für den untertägigen Bergbau zum Einsatz kommt.

Im Untertagebergbau sind der Ausbau eines Streb-Streckenübergangs oder eine nachträgliche Streckenerweiterung sehr schwierige Probleme, welche nur mit sehr aufwendigen Stützmitteln gelöst werden können. Zum Ausbau der Strecken wird häufig der Bogenausbau angewendet. Die Tragfähigkeit des Bogens ist aber nur gewährleistet, wenn der Ausbau komplett gestellt und abgestützt ist. Um in den Streb zu gelangen, wird der Bogenausbau einseitig zum Kohlenstoß hin freigelegt. Durch das Auslösen des Stoßsegments wird der Zwickel freigelegt, was eine Schwächung des Ausbauwiderstands zur Folge hat. Die dadurch entstehende Instabilität des Ausbaus stellt eine Gefährdung der Mannschaft dar. Zur Absicherung der Bergleute ist es bei der herkömmlichen Methode des Ausbaus nötig, aufwendige Unterzüge und zusätzliche Abstempelungen anzubringen. Damit sind erhebliche zusätzliche Lohnkosten und Materialkosten verbunden. Die verwendeten Einzelstempel und Profilträger haben ein hohes Gewicht und müssen mit entsprechendem Zeit-, Material- und Arbeitsaufwand manuell eingebracht werden.

Es ist Aufgabe der Erfindung, ein Verbindungselement zum Ausbau des Streb-Streckenübergangs für den untertägigen Berg- und Tunnelausbau zu schaffen, das einfach und ohne Verlust des Ausbauwiderstands flexibel zu handhaben ist und an dem zu einem späteren Zeitpunkt problemlos die Strecke geöffnet werden kann.

Diese Aufgabe wird mit dem in Schutzanspruch 1 beschriebenen Verbindungselement gelöst.

Das Verbindungselement hat den Vorteil, daß es direkt bei der Auffahrung formschlüssig unterstempelt werden kann und somit der Kraftverlauf des Bogenausbaus nicht unterbrochen wird. Weiterhin entspricht die mechanische Belastbarkeit, durch die Verwendung gleichartiger Profile, der Belastbarkeit des Bogenausbaus, so daß das Verbindungselement in die Ausbauberechnung mit einbezogen werden kann. Ein späteres Einbringen der Strebkappe ist ohne großen Aufwand möglich, da die Anschlüsse am Verbindungselement bereits vorhanden sind. Hinzu kommt, daß das Verbindungselement in Einzelteilen transportiert und vor Ort montiert und eingebaut werden kann.

Herzstück des neuen Verbindungselements ist ein Profilstück, vorzugsweise bestehend aus einem im Untertagebereich bekannten GI-Profil in genockter Ausführung. Auf dieses Profil ist eine Grundplatte geschweißt, die zur Aufnahme des Bogensegments dient. Die Länge des Segments wird vom Querschnitt der Strecke und von der Strebhöhe vorgegeben. Als Mindestlänge ist vorzugsweise vom Mindesten der üblichen Profilüberlappung von 600 mm auszugehen. Die Form des Segments und das Metergewicht des Profils ergeben sich aus dem Bogenverlauf und seiner Profilklasse. Vor Kopf des Profilstückes werden ebenfalls über eine Grundplatte zwei dickwandige Augenbleche geschweißt, welche das Gegenstück zu einem mehrschnittigen Gelenk bilden. Die Fortsetzung des Verbindungselements ist die Strebkappe, ein ebenfalls auf eine Grundplatte geschweißtes Augenblech, das dann mit einem Steg- oder Rinnenprofil verbunden ist. Die Länge der Strebkappe ist frei wählbar und wird durch die Öffnungsgröße der Streckenerweiterung vorgegeben. Vorzugsweise hat das Anschlußprofil eine Mindestlänge, welche der Länge der Klammerlaschenverbindung oder der Profilüberlappung entspricht.

Das gesamte Verbindungselement wird dann durch eine Einzelstütze abgefangen. Dies kann ein hydraulischer Einzelstempel oder vorzugsweise eine Einzelstütze aus Rinnenprofilen. Die Einzelstütze ist kopfseitig entweder als Kronenkopf mit Klemmvorrichtung oder als Klemmbackengelenk ausgestaltet.

Die Zeichnung zeigt ein Ausführungsbeispiel der Erfindung. Dabei ist auszugehen von dem Profilstück (1). Hierfür wird vorzugsweise ein genocktes GI-Profil verwendet. Auf dem Profilstück (1) ist eine Grundplatte (2) angeschweißt, welche mit dem Anschlußsegment (3) verbunden ist. Das Anschlußsegment (3) ist dem Bogenverlauf entsprechend schräg gesägt. Der Anstellwinkel wird über Bogenverlauf und Strebhöhe ermittelt. An das Profilstück (1) wird vor Kopf eine weitere Grundplatte (4) angeschweißt. Diese erhält mittig zwei Augenbleche (5), die beispielsweise eine Stärke von 25 mm und eine Bohrung von 46 mm haben. Auf einer weiteren Grundplatte (6) wird ebenfalls ein Augenblech (7) geschweißt. Das Augenblech hat beispielsweise eine Stärke von 30 mm und ist mit einer Bohrung von 46 mm versehen. Zur Montage werden die Augenbleche ineinander geschoben und vorzugsweise mit einem Bolzen und Mutter verbunden. An die weitere Grundplatte (6) wird das weitere Profilstück (8), vorzugsweise ein gerades genocktes GI-Profil geschweißt. Die Länge des weiteren Profilstücks (8) ist wählbar. Vorzugsweise wird ein kurzes Stück mit maximal der Länge der Klammerlaschenlochung gewählt, um später relativ leicht anlaschen zu können, falls weiter ausgebaut werden soll. Es kann aber auch beispielsweise die von der Schachtanlage üblicherweise benutzte Profillänge benutzt werden. Formschlüssig abgefangen werden soll das gesamte Verbindungselement durch eine Einzelstütze (9). Diese kann vorzugsweise ein hydraulischer Einsatzstempel oder eine verstellbare Profilstütze sein. Ein klemmbarer Kronenkopf (10) verhindert ein Umfallen der Stütze bei der Auffahrung beziehungsweise beim Schießen.


Anspruch[de]
Verbindungselement für den Einsatz im untertägigen Berg- und Tunnelausbau, bestehend aus einem Profilstück (1), auf dem eine Grundplatte (2) angebracht ist, welche mit einem Anschlußsegment (3) verbunden ist, wobei das Anschlußsegment (3) dem Bogenverlauf entsprechend schräg gesägt ist, und an das Profilstück (1) vor Kopf eine weitere Grundplatte (4) angebracht ist, welche mit zwei Augenblechen (5) versehen ist und das Profilstück (1) mit einem weiteren Profilstück (8) verbunden ist, indem auf das weitere Profilstück (8) eine weitere Grundplatte (6) angebracht ist, worauf ein Augenblech (7) angebracht ist und die Augenbleche ineinander geschoben und befestigt sind und das Verbindungselement durch eine Einzelstütze (9) abgefangen wird, indem die Einzelstütze (9) mit dem Profilstück (1) verbunden wird Verbindungselement nach Schutzanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Profilstück (1) aus einem genockten GI-Profil besteht. Verbindungselement nach Schutzanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Anschlußsegment (3) aus einem RP-Profil besteht. Verbindungselement nach Schutzanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Anschlußsegment (3) eine Länge von mindestens 600 mm aufweist. Verbindungselement nach Schutzanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die ineinander geschobenen Augenbleche (5) und (7) durch einen Bolzen und Mutter verbunden sind. Verbindungselement nach Schutzanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Strebkappe aus einem weiteren Profilstück (8) besteht, welches aus einem geraden GI-Profil oder Th-Profil gebildet wird. Verbindungselement nach Schutzanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Einzelstütze (9) durch eine Klemmvorrichtung (10) mit dem Profilstück (1) formschlüssig verbunden ist. Verbindungselement nach Schutzanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Einzelstütze (9) durch einen klemmbaren Kronenkopf mit dem Profilstück (1) verbunden ist.






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