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Dokumentenidentifikation DE102005015713A1 12.10.2006
Titel Verfahren und Vorrichtung zur Entgasung und Aufrechterhaltung eines kontinuierlichen Volumenstromes einer zu behandelnden Milch in einer Ultra-Hoch-Temperatur (UHT) Anlage
Anmelder Tuchenhagen Dairy Systems GmbH, 31157 Sarstedt, DE
Erfinder Buß, Helmut, 46359 Heiden, DE;
Tacke, Ludger, 46342 Velen, DE;
Schwenzow, Uwe, 48683 Ahaus, DE
DE-Anmeldedatum 06.04.2005
DE-Aktenzeichen 102005015713
Offenlegungstag 12.10.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 12.10.2006
IPC-Hauptklasse A23C 3/033(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Anordnung zur Entgasung und Aufrechterhaltung eines kontinuierlichen Volumenstromes einer zu behandelnden Milch in einer Ultra-Hoch-Temperatur(UHT)-Anlage mit indirekter Erhitzung und integriertem Separator für die Milchfettstandardisierung und mit einer Zwischenspeicherung einer eine Anordnung mit Separator (2) verlassenden (standardisierten) Milch. Mit der Erfindung wird die zu behandelnde (standardisierte) Milch kontinuierlich entgast und über eine für alle Flüssigkeitsfraktionen weitestgehend gleiche Verweilzeit zwischengespeichert. Dies wird verfahrenstechnisch dadurch erreicht,
· dass bei stationärer Separierung der Volumenstrom (Q; Q*) in einer der Anordnung mit Separator (2) nachgeordneten Entgasungs- und Speichervorrichtung (1; 1*) fortdauernd eine Behandlung nach den folgenden Schritten a) bis d) erfährt, wobei
a) mit dem Volumenstrom (Q; Q*) eine punktsymmetrisch, radial gesehen, von innen nach außen zunächst im Wesentlichen sich waagerecht und anschließend leicht abfallend ausbreitende Filmströmung (F) erzeugt wird,
b) die Filmströmung (F) in Höhe einer Oberfläche (N; N*) eines Speichervolumens (V; V*) in der Entgasungs- und Speichervorrichtung (1; 1*) generiert und dort auf diese Oberfläche (N; N*) aufgeschichtet wird,
c) im Speichervolumen (V; V*) eine entgegen einem Gasblasenauftrieb orientierte, im Wesentlichen über den Querschnitt des Speichervolumens (V; V*) gleich verteilte Kolbenströmung (K) ...

Beschreibung[de]
TECHNISCHES GEBIET

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Entgasung und Aufrechterhaltung eines kontinuierlichen Volumenstromes einer zu behandelnden Milch in einer Ultra-Hoch-Temperatur (UHT) Anlage mit indirekter Erhitzung und integriertem Separator für die Milchfettstandardisierung und mit einer Zwischenspeicherung einer eine Anordnung mit Separator verlassenden (standardisierten) Milch sowie eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens mit einer der Zwischenspeicherung dienenden Zwischenspeichervorrichtung.

In sog. UHT-Anlagen wird die zu behandelnde Milch entweder in Form einer pasteurisierten und auf einen ganz bestimmten Fettgehalt eingestellten Milch (sog. standardisierte Milch) oder als Rohmilch bereitgestellt. Im Falle des Einsatzes von Rohmilch ist in einer Vorwärmzone der UHT-Anlage ein Separator integriert, mit dem die Rohmilch in die Fraktionen Rahm und Magermilch getrennt wird. In einer dem Separator nachgeschalteten Einrichtung zur sog. Milchfettstandardisierung wird ein exakt einzustellender Teilstrom des Rahmes der Magermilch zugeführt, sodass der gewünschte Milchfettgehalt in der UHT-Milch erreicht wird. Der bei der sog. Standardisierung nicht Verwendung findende Rest des Rahmes verlässt als Überschussrahm den Separator.

In mit Rohmilch beschickten UHT-Anlagen, die die Integration eines Separates in der vorstehend beschriebenen Weise erforderlich machen, muss der Separator in bestimmten Zeitabständen entschlammt werden. Dieses Entschlammen erfolgt in der Regel automatisch und bedingt eine kurzzeitige Unterbrechung der Separierung. Dabei zieht der Separator ein wenig Luft mit ein, die in der zu behandelnden Milch Aufnahme finden kann. Die Beladungsfähigkeit der Milch mit Luft bzw. Luftsauerstoff ist bekanntlich unter anderem auch von deren Fettgehalt abhängig, wobei in den UHT-Anlagen beispielsweise Magermilch oder standardisierte Milch mit einem Fettgehalt zwischen 1,5 und 3,5 % behandelt wird.

Es hat sich für die Standzeit der UHT-Anlagen mit indirekter Erhitzung als vorteilhaft erwiesen, wenn der Luftgehalt unterhalb von 8 mg Luft/dm3 Milch liegt. Oberhalb eines diesbezüglichen Grenzwertes besteht die erhöhte Gefahr des Anbrennens, insbesondere in den Wärmeaustauschern der Erhitzerzone und des Heißhalters, wodurch die Standzeit dieser Wärmeaustauscher signifikant verkürzt wird.

Neben der vorstehend kurz beschriebenen Unterbrechung der Separierung infolge des automatischen Abschlammens und der damit verbundenen Gefahr einer verstärkten Luft- bzw. Luftsauerstoff-Aufnahme der Milch muss dafür Sorge getragen werden, dass während dieser Unterbrechungszeit die nachgeordnete UHT-Anlage kontinuierlich mit der zu behandelnden (standardisierten) Milch beschickt wird. Dies geschieht dadurch, dass, in Strömungsrichtung gesehen, der Anordnung mit Separator eine Zwischenspeicherung für diese Milch nachgeschaltet ist. In einer sog. Zwischenspeichervorrichtung wird so viel (standardisierte) Milch vorgelegt, dass über die Zeit der ablaufbedingten Unterbrechung der erforderliche Volumenstrom an Milch aus dieser Zwischenspeichervorrichtung entnommen werden kann. Diese Speichermöglichkeit ist ebenfalls bei Einfahr- und Abfahrvorgängen erforderlich. Die derart zwischengespeicherte (standardisierte) Milch hat etwa eine Temperatur von 55 Grad Celsius und es besteht bei dieser Temperatur und einer aufgrund der Leistungsdaten in der Zwischenspeichervorrichtung vorliegenden sog. mittleren Verweilzeit &tgr;, die sich aus einem jeweiligen Speichervolumen V und einem Volumenstrom Q nach der Beziehung &tgr; = V/Q ergibt, die Gefahr eines unkontrollierten Keimwachstums.

Dies resultiert insbesondere aus der Tatsache, dass die bislang bekannt gewordenen Zwischenspeichervorrichtungen zwar eine rechnerisch bestimmbare mittlere Verweilzeit &tgr; liefem, die praktisch jedoch für bestimmte Flüssigkeitsfraktionen entsprechend dem an sich in diesen Speichern eher wirksamen Rührkesselverhalten sehr stark von diesem rechnerischen Mittelwert abweichen kann. Eine längere tatsächliche Verweilzeit einzelner Flüssigkeitsfraktionen in der Zwischenspeichervorrichtung bei einer Temperatur von etwa 55 Grad Celsius kann in diesen unter den vorg. Bedingungen zu verstärktem und unkontrolliertem Keimwachstum führen, während beispielsweise eine höhere Temperatur in Verbindung mit der jeweiligen tatsächlichen Verweilzeit zu einer Beeinträchtigung der Produktqualität führen kann.

Die Erkenntnis, dass die in Rede stehende Zwischenspeichervorrichtung durch die ihr innewohnende undefinierte Verweilzeit der durchgesetzten Flüssigkeitsfraktionen während der Zwischenlagerung von Produkt bei einer Temperatur von 55 Grad Celsius bakteriologisches Keimwachstum begünstigen kann, hat in der Druckschrift DE 10315 351 A1 zu dem Vorschlag geführt, eine derartige Zwischenspeichervorrichtung mit Fördermitteln zur Förderung von gespeicherter Flüssigkeit derart zu steuern, dass in Abhängigkeit von ablaufbedingten Unterbrechungen des Volumenstromes in einem Anlagenteil ein Befüllen eines leeren Ausgleichsbehälters erst bei Bedarf erfolgt und nach Rückförderung des Ausgleichsvolumens in die Anlage eine vollständige Entleerung des Ausgleichsbehälters vorgenommen wird.

Aus einer derartigen Lösung resultiert der Tatbestand, dass die sowohl zeitlich als auch mengenmäßig direkt am Bedarf orientierte Befüllung des Ausgleichsbehälters eine minimale mittlere Verweildauer des Ausgleichsvolumens im Ausgleichsbehälter zur Folge hat. Durch die jeweils vollständige Entleerung gibt es ferner kein Volumen, welches möglicherweise langfristig im Ausgleichsbehälter verbleibt. Die bekannte Lösung minimiert zwar die mittlere Verweilzeit, sie kann jedoch nicht sicherstellen, dass sämtliche über die Zeitdauer der Speicherung in den Ausgleichsbehälter geförderten Flüssigkeitsfraktionen nur für die Zeitdauer dieser rechnerischen mittleren Verweilzeit im Ausgleichsbehälter verbleiben. Es ist durchaus möglich, dass zuletzt in den Ausgleichsbehälter geförderte Flüssigkeitsfraktionen unmittelbar danach den Ausgleichsbehälter wieder verlassen und zu Beginn des Speichervorganges in den Ausgleichsbehälter eingeleitete Flüssigkeitsfraktionen bis zur vollständigen Entleerung desselben dort verbleiben. Mit Sicherheit kann nur festgestellt werden, dass keine Flüssigkeitsfraktion länger als eine Zeitspanne im Ausgleichsbehälter verbleibt, die sich aus der gesamten Zeitdauer des Speichervorganges zwischen Beginn der Befüllung und vollständiger Entleerung ergibt. Das mit Blick auf eine möglichst gleiche Verweilzeit für alle am Speichervorgang beteiligten Flüssigkeitsfraktionen zu realisierende Prinzip des "first-in = first-out" wird durch die bekannte Zwischenspeichervorrichtung nicht erfüllt, sodass unter der Prämisse einer an sich verkürzten mittleren Verweilzeit die tatsächliche Verweilzeit der jeweiligen Flüssigkeitsfraktionen nach wie vor undefiniert bleibt.

Darüber hinaus kann die Zwischenspeichervorrichtung für Lebensmittelbehandlungsanlagen gemäß DE 10315 351 A1 keinen nennenswerten Beitrag zur Entgasung der gespeicherten Flüssigkeit leisten, der über jenen von Speichervorrichtungen hinausgeht, wie sie bislang auch Stand der Technik sind.

Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren der gattungsgemäßen Art und eine Vorrichtung zu seiner Durchführung zu schaffen, mit denen die zu behandelnde Milch kontinuierlich entgast und über eine für alle Flüssigkeitsfraktionen weitestgehend gleiche Verweilzeit zwischengespeichert wird.

ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG

Diese Aufgabe wird durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens ist durch die Merkmale des Nebenanspruchs 6 gekennzeichnet. Vorteilhafte Ausführungsformen des vorgeschlagenen Verfahrens und der Vorrichtung sind Gegenstand der jeweiligen Unteransprüche.

Ein erster grundlegender erfinderischer Gedanke besteht darin, dass bei stationärer Separierung im Separator, d.h. im normalen Separationsbetrieb ohne ablaufbedingte Unterbrechungen, der Volumenstrom fortdauernd über die gesamte Zeitdauer der stationären Separierung in einer der Anordnung mit Separator nachgeordneten Entgasungs- und Speichervorrichtung eine Behandlung nach den nachfolgendend im Einzelnen noch dargestellten Schritten erfährt. Hier besteht ein erster Unterschied zur Zwischenspeichervorrichtung und deren Betrieb gemäß DE 103 15 351 A1, bei der ein Befüllen des leeren Ausgleichsbehälters erst bei Bedarf erfolgt.

Im Falle einer ablaufbedingten Unterbrechung der Separierung, beispielsweise durch Entschlammung des Separators, sieht die erfindungsgemäße Lösung vor, dass der Volumenstrom aus dem Speichervolumen entnommen wird.

Um eine kontinuierliche Entgasung der zu behandelnden Milch zu erreichen, wird gemäß einem ersten Verfahrensschritt zunächst mit dem Volumenstrom eine punktsymmetrisch, radial gesehen, von innen nach außen zunächst im Wesentlichen sich waagerecht und anschließend leicht abfallend ausbreitende Filmströmung erzeugt. Durch die Ausbildung der Strömung in Form eines dünnen Filmes sind die jeweiligen Abscheidewege der in der zu behandelnden Milch gelösten Gasblasen relativ kurz, sodass die schwerkraftbedingte Abscheidung infolge Auftrieb allein durch diesen Sachverhalt begünstigt wird.

In einem nachfolgenden Schritt wird die Filmströmung in Höhe einer Oberfläche eines Speichervolumens in der Entgasungs- und Speichervorrichtung generiert und dort auf diese Oberfläche aufgeschichtet. Durch diese Maßnahmen werden ggf. noch in der Filmströmung enthaltene kleine Gasblasen nicht weiter zerkleinert und ggf. in der Flüssigkeit emulgiert. Darüber hinaus werden durch den Ort der Generierung der Filmströmung und deren Aufschichtung auf die Oberfläche Voraussetzungen geschaffen, um im Speichervolumen, wie dies ein weiterer Verfahrensschritt vorsieht, eine entgegen einem Gasblasenauftrieb orientierte, im Wesentlichen über den Querschnitt des Speichervolumens gleichverteilte Kolbenströmung zu erzeugen. Schließlich wird in einem letzten Schritt der Volumenstrom dem Speichervolumen am unteren Ende zentral entnommen.

Mit der weitestgehenden Verwirklichung einer Kolbenströmung im Speichervolumen wird die Realisierung des vorstehend bereits erwähnten „first-in = first-out"-Prinzips erreicht, was bedeutet, dass jene Flüssigkeitsfraktionen, die zuerst in die Entgasungs- und Speichervorrichtung eintreten, auch diese zuerst verlassen. Durch die Verwirklichung einer Kolbenströmung im Speichervolumen arbeitet die Entgasungs- und Speichervorrichtung in diesem Bereich wie ein in der chemischen Reaktionstechnik als sog. Strömungsrohr bezeichneter Reaktor. In einem derartigen Strömungsrohr besitzt der überwiegende Teil des dieses durchsetzenden Fluids annähernd gleiche Verweilzeit, sodass dieses Verweilzeitverhalten sich deutlich von jenem für Zwischenspeichervorrichtungen nach dem Stand der Technik unterscheidet, die eher ein sog. Rührkesselverhalten besitzen. In einem Rührkessel besitzen bekanntlich alle beteiligten Flüssigkeitsfraktionen rechnerisch eine sog. mittlere Verweilzeit, die sich aus dem Rührkesselvolumen V und dem Volumenstrom (Durchsatz) Q nach der Formel &tgr; = V/Q errechnet, wobei jedoch einzelne Flüssigkeitsfraktionen sehr viel kürzer und andere sehr viel länger als die mittlere Verweilzeit im jeweiligen Rührkesselvolumen verbleiben können.

Für den Fall, dass die UHT-Anlage über einen längeren Zeitraum mit einer unveränderlichen Leistung betrieben wird, d.h. wenn beispielsweise über eine größere Charge mit einem konstanten Volumenstrom und einer Standardfettsorte gearbeitet werden kann, wird erfindungsgemäß vorgeschlagen, dass das Speichervolumen ein festes, vorgegebenes Speichervolumen mit im Wesentlichen höhenunveränderlicher Oberfläche ist. In diesem Falle wird die Filmströmung in Höhe dieser höhenunveränderlichen Oberfläche generiert und auch dort jeweils auf diese feste Oberfläche aufgeschichtet.

Bei Einfahr-, Anfahr- oder Abfahrvorgängen ist zwangsläufig der Volumenstrom nicht konstant, sodass sich bei Durchsatzschwankungen in diesen instationären Betriebszuständen bei gleichzeitig festem Speichervolumen eine veränderliche Verweilzeit in der Entgasungs- und Speichervorrichtung einstellen würde. Ist es darüber hinaus erforderlich, unterschiedliche Standardfettsorten in wechselnder Abfolge zu verarbeiten, die bekanntlich die Beladungsfähigkeit der Milch mit Luft bzw. Luftsauerstoff beeinflussen, sodass allein unter diesem Gesichtspunkt eine jeweilige Anpassung der mittleren Verweilzeit in der Entgasungs- und Speichervorrichtung angezeigt ist, dann wird eine optimale Anpassung an die vorgenannten unterschiedlichen Parameter dadurch verfahrenstechnisch sichergestellt, wie dies ein weiterer Vorschlag vorsieht, dass das Speichervolumen ein variables, jeweils vorgegebenes Speichervolumen mit entsprechend höhenveränderlicher Oberfläche ist. Durch ein variables, jeweils vorgegebenes Speichervolumen kann die mittlere Verweilzeit auf die jeweiligen gegebenen Bedingungen optimal eingestellt werden. Das variable Speichervolumen bedingt erfindungsgemäß auch, dass die Filmströmung in Höhe der Oberfläche dieses variablen Speichervolumens generiert und dort auf diese Oberfläche aufgeschichtet wird. Dies ist insbesondere in der Phase der Befüllung des Speichervolumens im Anschluss an eine ablaufbedingte Unterbrechung der Separierung von Vorteil, da der Ort der Separierung der Filmströmung und der Ort der Aufschichtung praktisch zusammen fallen.

Gemäß einem weiteren Vorschlag wird die Anpassung und Einstellung der jeweils erforderlichen mittleren Verweilzeit der zu behandelnden Milch in der Entgasungs- und Speichervorrichtung dadurch erreicht, dass das jeweilige Speichervolumen durch Steuerung des dieses Speichervolumen jeweils abbildenden Niveaus eingestellt und aufrechterhalten wird.

Damit bei ablaufbedingten Unterbrechungen der Separierung die UHT-Anlage jederzeit kontinuierlich mit dem erforderlichen Volumenstrom versorgt werden kann, sieht eine weitere Ausgestaltung des vorgeschlagenen Verfahrens gemäß der Erfindung vor, dass nach einer Wiederaufnahme der Separierung im Anschluss an deren ablaufbedingte Unterbrechung eine Befüllung auf das vorgegebene feste Speichervolumen oder das vorgegebene variable Speichervolumen erfolgt.

Zur Lösung der gestellten Aufgabe schlägt die Erfindung weiterhin eine Entgasungs- und Speichervorrichtung vor, die in einer UHT-Anlage mit indirekter Erhitzung und integriertem Separator für die Milchfettstandardisierung dort der Anordnung mit Separator nachgeordnet ist und die an ihrem unteren Ende einen zentralen Ablaufstutzen aufweist, der von einem von unten in einen Ausgleichsbehälter der Entgasungs- und Speichervorrichtung eingreifenden Zulaufrohr konzentrisch durchdrungen wird. Dieses Zulaufrohr stellt eine Verbindung mit einem Umfangsringspalt her, der zwischen einem Verteilerschirm und einer zu letzterem oberhalb beabstandeten und konzentrisch angeordneten, in den flächigen Abmessungen kleineren Prallplatte gebildet wird. Der Verteilerschirm erstreckt sich im Wesentlichen quer zur Längsachse der Entgasungs- und Speichervorrichtung und er endet außenseits im Wesentlichen auf gleicher Höhe mit einem ein Speichervolumen in der Entgasungs- und Speichervorrichtung abbildenden Niveau.

Unter der Bedingung, dass eine größere Charge Milch in der UHT-Anlage mit einem bestimmten Standardfettgehalt bei einer bestimmten festen Durchsatzleistung zu behandeln ist, wird gemäß einer ersten vorteilhaften Ausführungsform vorgeschlagen, dass der erste Verteilerschirm an einem Ende des in den Ausgleichsbehälter hineingeführten ersten Zulaufrohres mit diesem dergestalt fest verbunden ist, dass das erste Zulaufrohr zentrisch in den ersten Verteilerschirm und oberhalb desselben und bündig mit diesem ausmündet. Durch den fest angeordneten Verteilerschirm wird die erforderliche Filmströmung in einer unveränderlichen Höhe generiert und auch dort auf die feste, höhenunveränderliche Oberfläche des Speichervolumens aufgeschichtet. Aus dieser Anordnung ergibt sich eine konstruktiv relativ einfache Vorrichtung.

Falls eine optimale Anpassung der mittleren Verweilzeit an unterschiedliche Betriebsbedingungen (An- und Abfahrvorgänge; unterschiedlich große Chargen von zu behandelnder Milch; unterschiedliche Durchsatzleistungen) und Standardfettsorten gewünscht oder erforderlich ist, sieht ein weiterer Vorschlag gemäß der Erfindung vor, dass der zweite Verteilerschirm an einer Oberseite eines Schwimmerkörpers ausgebildet ist, der durch seinen Auftrieb in dem variablen Speichervolumen getragen wird, dass der Schwimmerkörper koaxial von dem zweiten Zulaufrohr durchdrungen und dass er axial verschieblich auf letzterem gelagert ist.

Durch diese Anordnung befindet sich der zweite Verteilerschirm stets in einer optimalen Lage zur jeweiligen Oberfläche des variablen Speichervolumens, sodass die Filmströmung immer in der jeweiligen Höhe dieser Oberfläche generiert und dort auf diese Oberfläche aufgeschichtet werden kann. Die Bedingungen für die geometrische Gestaltung der Filmströmung sowie für die Erzeugung der Kolbenströmung unterhalb des zweiten Verteilerschirmes bleiben durch diese zweite Ausführungsform unverändert.

Um die wenigstens eine Lagerstelle für den Schwimmerkörper einer gezielten Reinigung zu unterziehen, sieht eine weitere Ausführungsform der Vorrichtung gemäß der Erfindung vor, dass das zweite Zulaufrohr in einem an der Oberseite des Schwimmerkörpers unmittelbar oder mittelbar angeordneten zylinderförmigen Gehäuse endet, dort wenigstens eine erste Lagerstelle für den Schwimmerkörper aufweist, und dass in dem Gehäuse ein Sprühkopf angeordnet ist, der mit einem aus der Umgebung der zweiten Entgasungs- und Speichervorrichtung herangeführten Reinigungsrohr verbunden und von dort mit Reinigungsmittel zu versorgen ist.

Die erfindungsgemäße Vorrichtung gestaltet sich konstruktiv dann besonders einfach, wenn der Verteilerschirm und die jeweils korrespondierende Prallplatte kreisförmig und in Form eines Schirmes ausgeführt sind.

Die Ausbildung einer wünschenswerten Kolbenströmung im Speichervolumen der Entgasungs- und Speichervorrichtung wird, wie dies ein weiterer Vorschlag vorsieht, dadurch begünstigt und in besonderer Weise befördert, dass ein Behältermantel des Ausgleichsbehälters im Wesentlichen rohrförmig ist. Diesbezüglich sieht ein weiterer Vorschlag vor, dass das Speichervolumen zylinderförmig gestaltet und mit einer Höhe ausgeführt ist, die gegenüber einem Durchmesser wesentlich größer ausgeführt ist. Die letztgenannte Ausführungsform strebt für eine behältermäßige Ausgestaltung des Speichervolumens näherungsweise die Verweilzeitcharakteristik an, wie sie einer rohrförmigen Ausgestaltung des Behältermantels an sich innewohnt.

Um das Niveau und damit das jeweils vorzusehende Speichervolumen in der Entgasungs- und Speichervorrichtung zu erfassen und zu steuern, wird weiterhin vorgeschlagen, in dieser eine Niveaumesseinrichtung anzuordnen.

KURZBESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN

Ausgehend vom Stand der Technik zeigt

1 in schematischer und vereinfachter Darstellung einen ersten Teil einer Ultra-Hoch-Temperatur (UHT) Anlage mit indirekter Erhitzung im Bereich der Vorwärmzone und integriertem Separator für die Milchfettstandardisierung, wobei einer Anordnung mit Separator eine Zwischenspeichervorrichtung nachgeordnet ist und sich die Darstellung der UHT-Anlage auf die wesentlichen, mit Milch beaufschlagten Anlagenteile beschränkt.

Dieser Stand der Technik wird nachfolgend einleitend erläutert.

Zwei Ausführungsbeispiele der vorgeschlagenen Vorrichtung gemäß der Erfindung sind in den weiteren Figuren der Zeichnung dargestellt und werden nachfolgend beschrieben. Es zeigen

2 in schematischer Darstellung einen Mittelschnitt durch eine erste Ausführungsform der Vorrichtung gemäß der Erfindung, wobei in dieser ein festes, vorgegebenes Speichervolumen mit im Wesentlichen höhenunveränderlicher Oberfläche vorgesehen ist und

3 gleichfalls in schematischer Darstellung einen Mittelschnitt durch eine zweite Ausführungsform der Vorrichtung gemäß der Erfindung, wobei in dieser ein variables, jeweils vorgegebenes Speichervolumen mit entsprechend höhenveränderlicher Oberfläche vorgesehen ist und diese Oberfläche über einen Schwimmerkörper, an dessen Oberkörperseite ein zweiter Verteilerschirm ausgebildet ist, erfasst und abgebildet ist.

DETAILLIERTE BESCHREIBUNG

1 (Stand der Technik) zeigt einen Teil einer sog. Ultra-Hoch-Temperatur (UHT) Anlage mit indirekter Erhitzung und integriertem Separator für die Milchfettstandardisierung, wobei eine Zwischenspeichervorrichtung 100 mit einem Ausgleichsbehälter 1.0 zwischen vorgeschalteten Anlagenteilen 3 und nachgeschalteten Anlagenteilen 4 angeordnet ist. Bei den Anlagenteilen 3 und 4 handelt es sich im vorliegenden Falle um jeweils einen Wärmeaustauscher der Vorwärmzone, wobei im ersten Wärmeaustauscher 3 eine Vorwärmung einer Rohmilch RM auf ca. 55 Grad Celsius stattfindet. Die Rohmilch RM wird über eine vorgeschaltete Fördereinrichtung 5 auf dem Weg über einen vorgeordneten Leitungsabschnitt 9 dem ersten Wärmeaustauscher 3 zugeführt. Von dort gelangt sie über einen ersten Leitungsabschnitt 10 und ein Umschaltventil 7 in einen zweiten Leitungsabschnitt 11, der in einen Separator 2a einer Anordnung mit Separator 2 führt.

Im Separator 2a erfolgt eine Separierung der Rohmilch RM in die Fraktionen Rahm RA und Magermilch MM. Letztere werden über einen dritten Leitungsabschnitt 12 und einen vierten Leitungsabschnitt 13 einer Einrichtung zur Milchfettstandardisierung 2c zugeführt, in der eine Milch mit einem vorgegebenen Fettgehalt, eine sog. standardisierte Milch SM, hergestellt wird. Der bei der sog. Standardisierung nicht Verwendung findende Rest des Rahmes RA verlässt als Überschussrahm den Separator 2a. Die standardisierte Milch SM gelangt über einen fünften Leitungsabschnitt 14 auf dem Weg über ein Absperrventil 8 und das vorerwähnte Umschaltventil 7 zu einem sechsten Leitungsabschnitt 15, der in der Zwischenspeichervorrichtung 100 endet.

In der Zwischenspeichervorrichtung 100 wird so viel (standardisierte) Milch (SM) zwischengespeichert, wie für die ablaufbedingte Unterbrechung der Separierung in der Anordnung mit Separator 2, beispielsweise durch Entschlammen des Separators 2a in einen Schlammbehälter 2b, zur Aufrechterhaltung eines kontinuierlichen Volumenstromes Q in dem nachgeschalteten Anlagenteil 4 der UHT-Anlage, dem zweiten Wärmeaustauscher, erforderlich ist. Die Zwischenspeichervorrichtung 100 ist ausgangsseitig über einen siebten Leitungsabschnitt 16, in dem eine nachgeschaltete Fördereinrichtung 6 angeordnet ist, mit dem zweiten Wärmeaustauscher 4 verbunden. Die in dem zweiten Wärmeaustauscher 4 weiter vorerwärmte (standardisierte) Milch (SM) verlässt letzteren über einen nachgeordneten Leitungsabschnitt 17 als Zwischenprodukt P. Mit dem Umschaltventil 7 ist in Verbindung mit dem Absperrventil 8 eine zur vorstehend beschriebenen Strömungsführung alternative Strömungsführung unter Ausschluss der Anordnung mit Separator 2 möglich, nämlich ausgehend von dem ersten Leitungsabschnitt 10 über das Umschaltventil 7 unmittelbar in den sechsten Leitungsabschnitt 15.

Die Zwischenspeichervorrichtung 100 hat die Aufgabe, bei ablaufbedingter Unterbrechung der Separierung in der Anordnung mit Separator 2 durch Bereitstellung eines in ihr bevorrateten Speichervolumens V an (standardisierter) Milch (SM) einen kontinuierlichen Volumenstrom Q in den nachgeschalteten Anlagenteilen 4 sicherzustellen. Dabei bleibt die jeweilige tatsächliche Verweilzeit der in die Zwischenspeichervorrichtung 100 eintretenden Flüssigkeitsfraktionen weitgehend undefiniert, wodurch sich das Risiko von Keimwachstum erhöht und/oder die Produktqualität beeinträchtigt wird.

Abhilfe mit Blick auf die vorstehend beschriebene Problematik schafft die an sich bekannte Zwischenspeichervorrichtung 100 mit dem Ausgleichsbehälter 1.0, die erfindungsgemäß als eine erste Entgasungs- und Speichervorrichtung 1* (2) ausgeführt ist, deren Ausgleichsbehälter 1.0 in Form eines im Wesentlichen zylinderförmigen Behältermantels 1.1 mit einem unteren Boden 1.2 und einem oberen Boden 1.3 aufgebaut ist. Der untere Boden 1.2 weist einen zentralen Ablaufstutzen 1.4 auf, der von einem von unten in den Ausgleichsbehälter 1.0 eingreifenden ersten Zulaufrohr 1.11* konzentrisch durchdrungen ist. Ein erster Verteilerschirm 1.12* ist an einem Ende des in den Ausgleichsbehälter 1.0 hineingeführten ersten Zulaufrohres 1.11* mit diesem dergestalt fest verbunden, dass das erste Zulaufrohr 1.11* über eine erste Austrittsöffnung 1.13* zentrisch im ersten Verteilerschirm 1.12* und oberhalb desselben und bündig mit diesem ausmündet. Das erste Zulaufrohr 1.11* stellt eine Verbindung mit einem ersten Umfangsringspalt 1.15* her, der zwischen dem ersten Verteilerschirm 1.12* und einer zu letzterem oberhalb beabstandeten und konzentrisch angeordneten, in den flächigen Abmessungen kleineren ersten Prallplatte 1.14* gebildet ist. Um eine Ableitung unterhalb des ersten Verteilerschirmes 1.12* sich ansammelnder Gasblasen nach oben sicherzustellen, sind im Anschlussbereich des ersten Zulaufrohres 1.11* mit dem ersten Verteilerschirm 1.12* in ersterem Entlüftungsbohrungen 1.10* vorgesehen.

Mit einer Niveaumesseinrichtung 1.8 wird ein festes Niveau N* mit entsprechend höhenunveränderlicher Oberfläche in der ersten Entgasungs- und Speichervorrichtung 1* eingestellt. Der erste Verteilerschirm 1.12* und die mit diesem korrespondierende erste Prallplatte 1.14* sind kreisförmig und in Form eines Schirmes ausgeführt; ihre axiale Beabstandung erfolgt über wenigstens zwei Abstandhalter 1.5. Das feste Niveau N* begrenzt ein festes Speichervolumen V*, welches im in Frage kommenden Bereich des Behältermantels 1.1 in Verbindung mit dem unteren Boden 1.2 gebildet wird. Die erste Entgasungs- und Speichervorrichtung 1* verfügt weiterhin über ein Kopfloch 1.9, einen Überlauf 1.6 sowie über wenigstens eine Sprühkopfreinigung 1.7, der von außerhalb der ersten Entgasungs- und Speichervorrichtung 1* Reinigungsmittel R zugeführt wird.

Der erste Verteilerschirm 1.12* erstreckt sich im Wesentlichen quer zur Längsachse der ersten Entgasungs- und Speichervorrichtung 1* und er endet außenseits im Wesentlichen auf gleicher Höhe mit dem das Speichervolumen V* in der ersten Entgasungs- und Speichervorrichtung 1* abbildenden festen Niveau N*.

(Standardisierte) Milch (SM) wird dem ersten Zulaufrohr 1.11* an einem Eintritt E zugeführt. Sie verlässt das erste Zulaufrohr 1.11* über die erste Austrittsöffnung 1.13*, wird dort von der ersten Prallplatte 1.14* umgelenkt und in Form einer Filmströmung F über den ersten Umfangsringspalt 1.15* sternförmig, radial gesehen, von innen nach außen auf den ersten Verteilerschirm 1.12* aufgebracht. In dieser Filmströmung F können sich Gasbeimengungen infolge des Auftriebs leicht abscheiden. Die entgaste Filmströmung F wird in Höhe des festen Niveaus N* auf dieses aufgeschichtet. Im festen Speichervolumen V* wird eine entgegen einem Gasblasenauftrieb orientierte, im Wesentlichen über den Querschnitt des festen Speichervolumens V* gleichverteilte Kolbenströmung K erzeugt, wobei ein fester Volumenstrom Q* dem festen Speichervolumen V* über den Ablaufstutzen 1.4 an einem Austritt A entnommen wird.

Die über den ersten Verteilerschirm 1.12* in Form der Filmströmung F auf das feste Niveau N* aufgeschichteten Flüssigkeitsfraktionen verweilen rechnerisch mit einer festen mittleren Verweilzeit &tgr;* = V*/Q* in der ersten Entgasungs- und Speichervorrichtung 1*, wobei diese feste mittlere Verweilzeit &tgr;* um so mehr der tatsächlichen Verweilzeit der Flüssigkeitsfraktionen entspricht, je mehr es gelingt, eine über den gesamten Querschnitt des festen Speichervolumens V* gleichverteilte Kolbenströmung K zu erzeugen. Die Ausbildung der vorgenannten Kolbenströmung K wird begünstigt, wenn der Behältermantel 1.1 des Ausgleichsbehälters 1.0 im Wesentlichen rohrförmig ausgeführt ist. Eine diesbezügliche Kolbenströmung K wird auch bereits dadurch begünstigt, wenn das feste Speichervolumen V* zylinderförmig gestaltet und mit einer Höhe ausgeführt ist, die gegenüber einem Durchmesser wesentlich größer ausgeführt ist.

Die vorliegende Erfindung bildet die an sich bekannte Zwischenspeichervorrichtung 100 mit dem Ausgleichsbehälter 1.0 in einer zweiten Entgasungs- und Speichervorrichtung 1 (3) aus, die hinsichtlich der äußeren Geometrie des Ausgleichsbehälters, eines Überlaufes, eines Kopfloches, einer Sprühkopfreinigung sowie einer Niveaumesseinrichtung identisch zur ersten Entgasungs- und Speichervorrichtung 1* ausgeführt sein kann. In dieser erfindungsgemäßen zweiten Ausführungsform ist ein zweiter Verteilerschirm 1.12 an einer Oberseite eines Schwimmerkörpers 1.16 ausgebildet, der durch seinen Auftrieb in einem variablen Speichervolumen V getragen wird, wobei der Schwimmerkörper 1.16 koaxial von einem zweiten Zulaufrohr 1.11 durchdrungen und axial verschieblich auf letzterem radial gelagert ist. Oberhalb des zweiten Verteilerschirmes 1.12 ist über Abstandhalter 1.5 eine zweite Prallplatte 1.14 angeordnet, wobei zwischen dem zweiten Verteilerschirm 1.12 und der zweiten Prallplatte 1.14 ein zweiter Umfangsringspalt 1.15 ausgebildet ist. Über letzteren wird die im Zusammenhang mit der ersten Entgasungs- und Speichervorrichtung 1* bereits beschriebene Filmströmung F generiert und auf den zweiten Verteilerschirm 1.12 in der vorstehend beschriebenen Weise ausgebracht.

In Strömungsrichtung gesehen ist vor einer endseitigen zweiten Austrittsöffnung 1.13 des zweiten Zulaufrohres 1.11 ein mit diesem fest verbundener Deckel 1.11a angeordnet, der in einem zwischen ihm und dem stirnseitigen Ende des zweiten Zulaufrohres 1.11 gebildeten Austrittsringspalt 1.11b die Strömung zur Seite hin umlenkt. Da weiterhin das zweite Zulaufrohr 11.11 in einem an der Oberseite des Schwimmerkörpers 1.16 unmittelbar oder mittelbar angeordneten zylinderförmigen Gehäuse 1.16a endet, wird zwischen diesem Gehäuse 1.16a und der äußeren Mantelfläche des zweiten Zulaufrohres 1.11 ein erster Ringkanal 1.17 gebildet, in dem die vorstehend erwähnte, in dem Austrittsringspalt 1.11b umgelenkte Strömung nach unten geführt wird. Das auch nach unten in den Schwimmerkörper 1.16 eingreifende Gehäuse 1.16a bildet außenseits mit letzterem einen zweiten Ringkanal 1.18, in dem nunmehr die vorgenannte Strömung, die an der unteren Begrenzung des Schwimmerkörpers 1.16 erneut umgelenkt wurde, nach oben geführt wird und am Ende auf die zweite Prallplatte 1.14 trifft. Dort wird die Strömung über den zweiten Umfangsringspalt 1.15 in der vorstehend beschriebenen Weise als Filmströmung F auf den zweiten Verteilerschirm 1.12 ausgebracht.

Das zweite Zulaufrohr 1.11 setzt sich jenseits des Deckels 1.11a zunächst in einer Lagerungsstange 1.11c und anschließend in einem in die Umgebung der zweiten Entgasungs- und Speichervorrichtung 1 hineingeführten Reinigungsrohr 1.11e fort, dem Reinigungsmittel R zugeführt wird, wobei zwischen Lagerungsstange 1.11c und Reinigungsrohr 1.11e ein Sprühkopf 1.11d angeordnet ist. Letzterer befindet sich in dem Gehäuse 1.16a, in dem auch eine erste Lagerstelle 1.16b zur axial verschieblichen, radialen Lagerung des Schwimmerkörpers 1.16 auf dem zweiten Zulaufrohr 1.11 vorgesehen ist, und zwar oberhalb der ersten Lagerstelle 1.16b. Eine zweite Lagerstelle 1.16c wird zwischen der äußeren Mantelfläche des zweiten Zulaufrohres 1.11 und dem unteren Ende des Schwimmerkörpers 1.16 gebildet.

Das in der zweiten Entgasungs- und Speichervorrichtung 1 über die nicht dargestellte Niveaumesseinrichtung 1.8 eingestellte variable Speichervolumen V wird über ein entsprechendes, höhenveränderliches Niveau (Oberfläche) N nach oben begrenzt. Dieses Niveau N trägt den Schwimmerkörper 1.16 durch dessen Auftrieb und der Schwimmerkörper 1.16 bildet demnach über seine jeweils zugeordnete Höhenlage dieses Niveau N ab. Die in der zweiten Entgasungs- und Speichervorrichtung 1 jeweils realisierte veränderliche mittlere Verweilzeit &tgr; der durchgesetzten Flüssigkeitsfraktionen bestimmt sich aus dem jeweiligen variablen Speichervolumen V in Verbindung mit einem jeweils vorliegenden variablen Volumenstrom Q nach der Beziehung &tgr; = V/Q.

Da der Schwimmerkörper 1.16 an seiner Oberseite den zweiten Verteilerschirm 1.12 ausbildet und trägt, ist in jedem Moment sichergestellt, dass die Filmströmung F in Höhe der höhenveränderlichen Oberfläche N des variablen Speichervolumens V generiert und dort auf diese Oberfläche N aufgeschichtet wird. Hinsichtlich der übrigen Wirkmechanismen (Erzeugung und Geometrie der Filmströmung F; Erzeugung einer gleichverteilten Kolbenströmung K; Entnahme des variablen Volumenstromes Q aus dem variablen Speichervolumen V) wird auf die Ausführungen im Zusammenhang mit der ersten Entgasung und Speichervorrichtung 1* verwiesen. Wird der Schwimmerkörper 1.16 auf höhenunveränderlich festgelegt, dann arbeitet die zweite Entgasungs- und Speichervorrichtung 1 mit festem Niveau N* und festem Speichervolumen V* und ist dann funktional identisch mit der ersten Entgasungs- und Speichervorrichtung 1*.

Fig. 1 (Stand der Technik)
100
Zwischenspeichervorrichtung
1.0
Ausgleichsbehälter
2
Anordnung mit Separator
2a
Separator
2b
Schlammbehälter
2c
Einrichtung zur Milchfettstandardisierung
3
vorgeschaltete Anlagenteile
(erster Wärmeaustauscher der Vorwärmzone einer UHT Anlage)
4
nachgeschaltete Anlagenteile
(erster Wärmeaustauscher der Vorwärmzone einer UHT Anlage)
5
vorgeschaltete Fördereinrichtung
6
nachgeschaltete Fördereinrichtung
7
Umschaltventil
8
Absperrventil
9
vorgeordneter Leitungsabschnitt
10
erster Leitungsabschnitt
11
zweiter Leitungsabschnitt
12
dritter Leitungsabschnitt
13
vierter Leitungsabschnitt
14
fünfter Leitungsabschnitt
15
sechster Leitungsabschnitt
16
siebter Leitungsabschnitt
17
nachgeordneter Leitungsabschnitt
MM
Magermilch
P
Zwischenprodukt (UHT-Milch)
Q
variabler Volumenstrom
RA
Rahm
RM
Rohmilch
SM
standardisierte Milch
V
variables Speichervolumen
Fig. 2
1*
erste Entgasungs- und Speichervorrichtung (erste Ausführungsform)
1.0
Ausgleichsbehälter
1.1
Behältermantel
1.2
unterer Boden
1.3
oberer Boden
1.4
Ablaufstutzen
1.5
Abstandhalter
1.6
Überlauf
1.7
Sprühkopfreinigung
1.8
Niveaumesseinrichtung
1.9
Kopfloch
1.10*
Entlüftungsbohrungen
1.11*
erstes Zulaufrohr
1.12*
erster Verteilerschirm
1.13*
erste Austrittsöffnung
1.14*
erste Prallplatte
1.15*
erster Umfangsringspalt
A
Austritt
E
Eintritt
F
Filmströmung
K
Kolbenströmung
N*
festes Niveau (höhenunveränderliche Oberfläche)
Q*
fester Volumenstrom
R
Reinigungsmittel
V*
festes Speichervolumen
&tgr;*
feste mittlere Verweilzeit (&tgr;* = V*/Q*)
Fig. 3 (Änderungen gegenüber Fig. 2)
1
zweite Entgasungs- und Speichervorrichtung (zweite Ausführungsform)
1.11
zweites Zulaufrohr
1.11a
Deckel
1.11b
Austrittsringspalt
1.11c
Lagerungsstange
1.11d
Sprühkopf
1.11e
Reinigungsrohr
1.12
zweiter Verteilerschirm
1.13
zweite Austrittsöffnung
1.14
zweite Prallplatte
1.15
zweiter Umfangsringspalt
1.16
Schwimmerkörper
1.16a
Gehäuse
1.16b
erste Lagerstelle
1.16c
zweiter Lagerstelle
1.17
erster Ringkanal
1.18
zweiter Ringkanal
N
höhenveränderliches Niveau (höhenveränderliche Oberfläche)
&tgr;
veränderliche mittlere Verweilzeit (&tgr; = V/Q)


Anspruch[de]
Verfahren zur Entgasung und Aufrechterhaltung eines kontinuierlichen Volumenstromes einer zu behandelnden Milch in einer Ultra-Hoch-Temperatur (UHT) Anlage mit indirekter Erhitzung und integriertem Separator für die Milchfettstandardisierung und mit einer Zwischenspeicherung einer eine Anordnung mit Separator (2) verlassenden (standardisierten) Milch (SM),

dadurch gekennzeichnet,

• dass bei stationärer Separierung der Volumenstrom (Q; Q*) in einer der Anordnung mit Separator (2) nachgeordneten Entgasungs- und Speichervorrichtung (1; 1*) fortdauernd eine Behandlung nach den folgenden Schritten a) bis d) erfährt, wobei

a) mit dem Volumenstrom (Q; Q*) eine punktsymmetrisch, radial gesehen, von innen nach außen zunächst im Wesentlichen sich waagerecht und anschließend leicht abfallend ausbreitende Filmströmung (F) erzeugt wird,

b) die Filmströmung (F) in Höhe einer Oberfläche (N; N*) eines Speichervolumens (V; V*) in der Entgasungs- und Speichervorrichtung (1; 1*) generiert und dort auf diese Oberfläche (N; N*) aufgeschichtet wird,

c) im Speichervolumen (V; V*) eine entgegen einem Gasblasenauftrieb orientierte, im Wesentlichen über den Querschnitt des Speichervolumens (V; V*) gleichverteilte Kolbenströmung (K) erzeugt wird und

d) der Volumenstrom (Q; Q*) dem Speichervolumen (V; V*) am unteren Ende zentral entnommen wird,

• und dass bei Unterbrechung der Separierung der Volumenstrom (Q; Q*) aus dem Speichervolumen (V; V*) entnommen wird.
Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Speichervolumen ein festes, vorgegebenes Speichervolumen (V*) mit im Wesentlichen höhenunveränderlicher Oberfläche (N*) ist. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Speichervolumen ein variables, jeweils vorgegebenes Speichervolumen (V) mit entsprechend höhenveränderlicher Oberfläche (N) ist. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das jeweilige Speichervolumen (V; V*) durch Steuerung des dieses Speichervolumen jeweils abbildenden Niveaus (N; N*) eingestellt und aufrechterhalten wird. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass nach einer Wiederaufnahme der Separierung im Anschluss an deren ablaufbedingte Unterbrechung eine Befüllung auf das vorgegebene feste Speichervolumen (V*) oder das vorgegebene variable Speichervolumen (V) erfolgt. Vorrichtung zur Entgasung und Aufrechterhaltung eines kontinuierlichen Volumenstromes einer zu behandelnden Milch in einer Ultra-Hoch-Temperatur (UHT) Anlage mit indirekter Erhitzung und integriertem Separator (2a) für die Milchfettstandardisierung und mit einer einer Anordnung mit Separator (2) nachgeordneten Zwischenspeichervorrichtung (100),

dadurch gekennzeichnet,

• dass die Zwischenspeichervorrichtung (100) als eine Entgasungs- und Speichervorrichtung (1*; 1) mit einem Ausgleichsbehälter (1.0) ausgebildet ist, der an seinem unteren Ende einen zentralen Ablaufstutzen (1.4) aufweist, welcher von einem von unten in den Ausgleichsbehälter (1.0) eingreifenden Zulaufrohr (1.11*; 1.11) konzentrisch durchdrungen ist,

• dass das Zulaufrohr (1.11*; 1.11) eine Verbindung mit einem Umfangsringspalt (1.15*; 1.15) herstellt, der zwischen einem Verteilerschirm (1.12*; 1.12) und einer zu letzterem oberhalb beabstandeten und konzentrisch angeordneten, in den flächigen Abmessungen kleineren Prallplatte (1.14*; 1,14) gebildet ist,

• und dass sich der Verteilerschirm (1.12*; 1.12) im Wesentlichen quer zur Längsachse der Entgasungs- und Speichervorrichtung (1*; 1) erstreckt und außenseits im Wesentlichen auf gleicher Höhe mit einem ein Speichervolumen (V*; V) in der Entgasungs- und Speichervorrichtung (1*; 1) abbildenden Niveau (N*; N) endet.
Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Verteilerschirm (1.12*) an einem Ende des in den Ausgleichsbehälter (1.0) hineingeführten ersten Zulaufrohres (1.11*) mit diesem dergestalt fest verbunden ist, dass das erste Zulaufrohr (1.11*) zentrisch im ersten Verteilerschirms (1.12*) und oberhalb desselben und bündig mit diesem ausmündet. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der zweite Verteilerschirm (1.12) an einer Oberseite eines Schwimmerkörpers (1.16) ausgebildet ist, der durch seinen Auftrieb in dem variablen Speichervolumen (V) getragen wird, dass der Schwimmerkörper (1.16) koaxial von dem zweiten Zulaufrohr (1.11) durchdrungen und dass er axial verschieblich auf letzterem radial gelagert ist. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass das zweite Zulaufrohr (1.11) in einem an der Oberseite des Schwimmerkörpers (1.16) unmittelbar oder mittelbar angeordneten Gehäuse (1.16a) endet, dort wenigstens eine erste Lagerstelle (1.16b) für den Schwimmerkörper (1.16) aufweist, und dass in dem Gehäuse (1.16) ein Sprühkopf (1.11c) angeordnet ist, der mit einem aus der Umgebung der zweiten Entgasungs- und Speichervorrichtung (1) herangeführten Reinigungsrohr (1.11e) verbunden ist. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Verteilerschirm (1.12*; 1.12) und die jeweils korrespondierende Prallplatte (1.14*; 1.14) kreisförmig und in Form eines Schirmes ausgeführt sind. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass ein Behältermantel (1.1) eines Ausgleichsbehälters (1.0) im Wesentlichen rohrförmig ist. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass das Speichervolumen (V*; V) zylinderförmig gestaltet und mit einer Höhe ausgeführt ist, die gegenüber einem Durchmesser wesentlich größer ausgeführt ist. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass das Niveau (N*; N) in der Entgasungs- und Speichervorrichtung (1*; 1) mittels einer in dieser angeordneten Niveaumesseinrichtung (1.8) erfasst und gesteuert wird.






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