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Dokumentenidentifikation DE19620537B4 12.10.2006
Titel Airbag-Einrichtung
Anmelder Volkswagen AG, 38440 Wolfsburg, DE
Erfinder Göpfert, Christoph, Dipl.-Ing., 38108 Braunschweig, DE
Vertreter Neubauer Liebl, 85051 Ingolstadt
DE-Anmeldedatum 22.05.1996
DE-Aktenzeichen 19620537
Offenlegungstag 12.12.1996
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 12.10.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 12.10.2006
IPC-Hauptklasse B60R 21/23(2006.01)A, F, I, 20060529, B, H, DE
IPC-Nebenklasse B60R 21/20(2006.01)A, L, I, 20060529, B, H, DE   B60R 21/233(2006.01)A, L, I, 20060529, B, H, DE   B60R 21/26(2006.01)A, L, I, 20060529, B, H, DE   B60R 21/04(2006.01)A, L, I, 20060529, B, H, DE   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Airbag-Einrichtung zur gemeinsamen Abstützung wenigstens zweier Fahrzeuginsassen bei einem Fahrzeugunfall.

Derartige Airbag-Einrichtungen sind in sehr unterschiedlichen Ausführungsformen bekannt geworden. So zeigt beispielsweise die US-38 97 961 (B60 R21/08) ein Luftkissen, das in seiner Ausgangslage unterhalb eines Fahrzeugdaches angeordnet ist und über sogenannten Füllröhren mit Treibgas aus einem Gasgenerator zum Zwecke der Insassenrückhaltung aufblasbar ist. Die Füllröhren weisen im Vergleich zu dem Luftkissen ein sehr großes Eigenvolumen auf und sorgen auf diese Weise dafür, daß das Luftkissen insgesamt ein sehr träges Aufblasverhalten zeigt, insbesondere auch deshalb, weil durch die Füllröhren hindurch für das Treibgas ein relativ großer Weg zurückzulegen ist.

In den Schriften US-43 51 544 (B60 R21/08) und US-41 73 356 (B60 R21/08) wird ein Luftkissen gezeigt, das über eine vergleichsweise schmale Düse befüllbar ist, die mit Bezug auf die Draufsicht des aufgeblasenen Luftkissens asymmetrisch zu dessen Mittelachse angeordnet ist. Die Befüllung eines derart großvolumigen Luftkissens allein über eine kleine Düse dürfte im Hinblick auf ein schnelles Öffnungsverhalten ebenfalls als problematisch angesehen werden.

Als demgegenüber bessere Lösung kann die in der US-42 65 468 (B62 D21/08) beschriebenen Einrichtung angesehen werden. Bei dieser erfolgt die Befüllung des Luftkissens direkt aus einem Gasgenerator heraus über mehrere Austrittsöffnungen, im Prinzip also eher flächenhaft und nicht punktförmig. Zur Befüllung des äußerst groß ausgeführten Luftkissens werden Luftleitelemente vorgesehen, die insbesondere auch eine zügige Befüllung der Seitenpartien des Luftkissens sicherstellen. Diesbezüglich ist also ein zusätzlicher apparativer Aufwand betrieben worden. Darüber hinaus ist die Gesamtgröße des dort beschriebenen Luftkissens mit Bezug auf das in einer Fahrgastzelle insgesamt zur Verfügung stehende Raumvolumen äußerst kritisch.

Apparativ sehr aufwendig sind auch die in der EP-05 29 389-A1 (B60 R21/22) und in der US-35 82 107 (B60 R21/08) gezeigten Airbageinrichtungen anzusehen. Die Abstützung mehrerer nebeneinander setzender Fahrzeuginsassen erfolgt über mehrere Gasgeneratoren, die im wesentlichen über die gesamte Fahrzeugbreite mehr oder weniger weit voneinander beabstandet verteilt sind. Das Luftkissen hat damit also mehrere Anbindungsstellen an Gasgeneratoren und ist in seiner Ausgangslage dementsprechend ebenfalls über die gesamte Fahrzeugbreite zu erstrecken. Bei einer Kozeption in Modulbauweise ergibt sich damit ein relativ großer und somit auch unhandlicher Montagesatz. Ein weiterer Nachteil ist daran zu sehen, daß für derartige Airbag-Einrichtungen die als Trägereinheit wirksame Instrumententafel komplett neu konzipiert werden muß.

Aus der gattungsbildenden DE 1 780 224 A ist in der dortigen 9 eine Ausführungsform eines Airbags mit zwei Kammern gezeigt, die mittels einer separaten und als Trennglied bezeichneten Berstwand voneinander abgetrennt sind. Sobald der Fülldruck in der ersten Kammer eine entsprechende Größe erreicht hat, wird die Berstwand durch Bersten zerstört und dann der Gasweg in die zweite Kammer freigegeben, so dass der Airbag in der Fahrzeughochachsenebene gesehen L-förmig vor dem Lenkrad aufgeblasen wird. Die erste Kammer erstreckt sich dabei im wesentlichen horizontal von hinterhalb des Lenkrads in Richtung auf den Fahrzeuginsassen zu, während die zweite Kammer von der ersten Kammer ausgehend im wesentlichen vertikal nach unten vor dem Lenkrad und vor dem Fahrer aufgeblasen wird.

Aus der JP 06-72269 A2 und der JP 06-72276 A2 ist ein Airbag zur gemeiansamen Abstützung zweier Fahrzeuginsassen bekannt. Die JP 06-72276 A2 zeigt lediglich in allgemeiner Weise die Möglichkeit eines zwei Fahrzeuginsassen abschirmenden Airbags ohne diesbezüglich konkrete und praktikable Ausführungsformen anzugeben. Ebenso verhält es sich bei der JP 06-72276 A2. Problematisch in Verbindung mit derartigen Airbags zur gemeinsamen Abstützung mehrerer Fahrzeuginsassen ist, dass diese Airbags aufgrund ihres großen Volumens relativ schnell mit einem hohen Gasmassenstrom aufgeblasen werden müssen, was zu einer unerwünschten hohen Aggresivität dieses Airbags für die Fahrzeuginsassen führt.

Aus der DE 38 18 185 A1 ist ein Airbag bekannt, der in einem mittleren Bereich mittels mehrerer Reißnähte abgenäht ist, so dass der Airbag nach einer anfänglichen Entfaltung in Richtung auf einen Fahrzeuginsassen zu erst dann zu seiner vollständigen Größe aufgeblasen wird, wenn der Fülldruck im Airbag so angestiegen ist, dass die Reißnähte aufgetrennt werden und damit die vollständige Entfaltung des Airbags freigegeben wird. Dadurch soll insgesamt die Ausdehnungsgeschwindigkeit des Airbags verringert werden. Bei diesem Aufbau handelt es sich um einen herkömmlichne Einzelairbag und somit um keinen Airbag zur gemeinsamen Abstützung mehrerer Fahrzeuginsassen. Die Entfaltungsrichtung des Airbags ist hier auch nach dem Aufreißen der Reißnähte stets in Richtung auf den Fahrzeuginsassen zu gerichtet, was insbesondere bei Out-Oft-Position-Situationen zu einer nach wie vor erhöhten Aggressivität des Airbags während dessen Aufblasens führt.

Ebenso verhält es sich bei der DE 29 44 319 A1, bei der in Verbindung mit einem herkömmlichen Einzelairbag das Freigeben des gesamten Airbagvolumens durch Aufreißen von Nähten oder dgl. bei entsprechend steigendem Gasdruck im Airbag beschrieben ist.

Ferner ist aus der DE-OS 2030863 ein Einzelairbag zur Verminderung der Aufprallwirkung des Fahrzeuginsassen bekannt, bei dem das Luftkissen mit Reißnähten versehen ist, die nach dem Aufplatzen des Luftkissens durch eine Luftdruckerhöhung im Kissen in Folge eines Aufpralles vom Insassen aufrei ßen und dadurch weitere Kammern des Luftkissens für ein Einströmen der Luft freigeben.

Demgegenüber ist es Aufgabe der Erfindung, eine Airbag-Einrichtung zur gemeinsamen Abstützung mehrerer Fahrzeuginsassen bei einem Fahrzeugunfall zu schaffen, mit der eine schnelle Befüllung mit geringer Aggressivität möglich ist.

Diese Aufgabe wird gelöst mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1. Die Unteransprüche betreffen besonders zweckmäßige Weiterbildungen der Erfindung.

Mit der erfindungsgemäßen Airbag-Einrichtung wird ein sehr schnelles und kontrolliertes Aufblasen des Luftkissens mit geringer Aggressivität gegenüber den abzustützenden Fahrzeuginsassen insbesondere dadurch erzielt, dass eine Hauptkammer und eine Nebenkammer vorgesehen sind, die zumindest abschnittsweise voneinander mittels einer Sollreißnaht verbunden sind. Diese Sollreißnaht ist dabei so ausgelegt, dass zunächst die Hauptkammer ungehindert mit Treibgas direkt aus dem Gasgenerator beaufschlagt wird und die dann anschließend ab einem vorgegebenen definierten Fülldruck in der Hauptkammer aufgetrennt wird, um die Entfaltung der Nebenkammer vollständig freizugeben, wobei gleichzeitig die Auslegung und Abtrennung so erfolgt, dass sich die Nebenkammer mit einer seitwrärts gerichteten Entfaltungsrichtung zum benachbarten Sitzinsassen hin entfaltet. Die Abtrennung der Nebenkammer von der Hauptkammer ist dabei so ausgeführt, dass die Nebenkammer als freies Ende des Luftkissens im Verlauf der seitwärts gerichteten Entfaltung eine Schwenkbewegung auf der dem Fahrzeuginsassen gegenüberliegenden Seite des Luftkissens ausführt. D. h., dass dieses freie Ende dann immer auf der dem Fahrzeuginsassen gegenüberliegenden Seite gedreht wird, wobei z. B. in Verbindung mit einer in der Instrumentententafel angeordneten Airbag-Einrichtung sichergestellt wird, dass die Verlagerung der Schwenkbewegung der Nebenkammer vor die Windschutzscheibe dafür sorgt, dass bei der Sprengung der Sollreißnähte die Fahrzeuginsassen nicht durch eine Art Wischbewegung des freien Endes verletzt werden können.

Als besonders vorteilhaft ist die Integration der erfindungsgemäßen Airbag-Einrichtung in eine Instrumententafel anzusehen. Durch einfachen Austausch eines Einzelairbagmoduls gegen ein Doppelairbagmodul kann beispielsweise auch für eine Doppelbeifahrersitzbank ein wirksames Insassenrückhaltesystem bereitgestellt werden. Für die Umstellung einer bereits laufenden Serienproduktion werden also bis auf den Austausch der zu verbauenden Airbagmodule keinerlei weitere Änderungen nötig. Das erfindungsgemäße System kann darüber hinaus auch als Nachrüstsatz angeboten werden. Bezüglich der Unterbringung des Airbagmoduls unterhalb von Instrumententafelhäuten oder sonstigen Verkleidungsteilen entstehen keine neuen Konstruktionsanforderungen, so daß auf bewährte Systeme zurückgegriffen werden kann. Aufgrund der nur sehr geringen Materialstärke der verwendeten Stoffbahnen ergibt sich gegenüber Einfachairbag-Einrichtungen keine spürbare Bauraumvergrößerung.

Je nach Einbausituation kann über eine geschickte Anordnung der Sollreißnähte das Aufblasverhalten bzw. die Auffaltung derart genau gesteuert werden, daß nur an den für die Rückhaltung der Insassen unbedingt notwendigen Bereichen das Luftkissen zur Entfaltung kommt. Das Aufblasvolumen kann damit also deutlich gegenüber dem oben genannten Stand der Technik reduziert werden. Außerdem wird durch diese Maßnahme verhindert, daß durch das Luftkissen die bei einem Fahrzeugunfall rückzuhaltenden Insassen "angeschossen" werden. Vorteilhaft ist dabei auch die Reduzierung des Druckanstieg während des Aufblasvorgangs innerhalb der Insassenkabine auf vertretbare Werte. Als besonders günstig in diesem Zusammenhang sind Luftkissen anzusehen, deren Kontur im aufgeblasenen Zustand im wesentlichen L-förmig ist.

Einsetzbar ist die erfindungsgemäße Airbag-Einrichtung in Personenkraftfahrzeugen, Nutzfahrzeugen und Omnibussen. Als Modulaufnahmeeinheiten können dabei Instrumententafel, Rücksitzlehnen oder seitliche Verkleidungsteile in Betracht gezogen werden.

Ein vorteilhaftes Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt. Man erkennt in

1: in einem Ausschnitt die Innenansicht einer Fahrzeugkabine, in die eine erfindungsgemäße Airbag-Einrichtung integriert ist,

2: ein sich entfaltendes Luftkissen der Airbag-Einrichtung,

3: aus einer Draufsicht ein voll aufgeblasenes Luftkissen der erfindungsgemäßen Airbag-Einrichtung,

4: in einer Ansicht durch ein Seitenfenster des Fahrzeugs den in 3 dargestellten Zustand des Luftkissens,

5: den Zuschnitt für eine Mantelstoffbahn, die als Bestandteil des Luftkissens Stirnwandbahnen umschließt,

6: die Ausgestaltung von in 5 dargestellten Sollreißnähten,

7: die Anbindung eines Gasgenerators an das oben genannte Luftkissen und

8: in schematischer Darstellung eine Seitenansicht des aus Luftkissen und Gasgenerator zusammengesetzten Airbag-Moduls.

Gleiche Bauteile bzw. Bauteilabschnitte weisen in allen Figuren die gleiche Bezifferung auf.

Man erkennt in 1 eine hier nicht weiter bezifferte Fahrgastzelle, in der ein Fahrersitz 1, ein Mittelsitz 2 und ein Beifahrersitz 3 zwischen Türen 4 und 5 angeordnet sind. Zwischen A-Säulen 6 und 7 erstreckt sich vor einer Stirnwand 8 eine insgesamt mit 9 bezeichnete Instrumententafel, deren wesentliche Abschnitte hier durch einen im wesentlichen dem Fahrersitz 1 zugeordneten Tachometerbereich 10, ein dem Mittelsitz 2 zugeordneten Bedienungselementebereich 11 und einen Airbagmodulaufnahmeabschnitt 12 gebildet sind. In an sich bekannter Weise sind in dem Airbagmodulaufnahmeabschnitt 12 unterhalb der Instrumententafel 9 ein Luftkissen 13 und ein Gasgenerator 14 (beide hier nur gestrichelt angedeutet) unterhalb eines schwenkbaren Deckels 15 fixiert.

Auch in einem mit 16 bezeichneten Lenkrad befindet sich in nicht näher dargestellter Weise eine zusätzliche Airbag-Einrichtung, so daß für jeden der auf einem der Sitze 13 befindlichen Insassen ein wirksames Rückhaltsystem zur Verfügung steht.

Die strichpunktierte Linie für das Luftkissen 13 deutet an, daß dessen maximale Ausdehnung nach oben auf die Anbringung eines Rückblickspiegels 17 abgestimmt ist. Die Länge der für das Luftkissen vernähten Stoffbahnen und die Position der jeweiligen Sollreißnähte (siehe hierzu 5) ist so aufeinander abgestimmt worden, daß die Entfaltung des Luftkissens 13 nicht durch den Rückblickspiegel 17 beeinträchtigt wird. Eine Beschädigung der hier nicht weiter bezifferten Windschutzscheibe durch "Anschießen" des Rückblickspiegels 17 wird auf diese Weise ebenfalls ausgeschlossen.

Das in 2 gezeigte Luftkissen 13 ist abweichend von dem in 1 dargestellten Ausführungsbeispiel in ein Rechtslenkerfahrzeug integriert. Für die nachfolgend beschriebene Funktion des Luftkissens 13 ist dieser Unterbringungsort jedoch nicht von Bedeutung, da durch spiegelsymmetrische Gestaltung der einzelnen Komponenten sowohl für Linkslenkerals auch für Rechtslenkertahrzeuge die gleichen Werhältnisse eingestellt werden können. Die einer tatsächlichen Filmauswertung nachempfundene Luftkissenentfaltung in 2 zeigt deutlich, daß zunächst eine Hauptkammer 18 mit Treibmittel aus dem Gasgenerator 14 versorgt wird. Demgegenüber ist eine Nebenkammer 19 nur schwach befüllt. Die Sollreißnähte zwischen der Nebenkammer 19 und der Hauptkammer 18 sind im vorliegenden Ausführungsbeispiel so gewählt, daß schon eine leichte Vorfüllung der Nebenkammer 19 während der Befüllung der Hauptkammer 18 erfolgt. Es liegt hier also nur eine abschnittsweise Abtrennung zwischen Hauptkammer 18 und Nebenkammer 19 vor. Auf diese Weise wird erreicht, daß mit der Befüllung der Nebenkammer 19 der Druckanstieg innerhalb der Fahrgastzelle nicht erneut besonders sprunghaft vergrößert wird.

Aus der Darstellung 2 ist auch ersichtlich, daß die Abtrennung der Nebenkammer 19 von der Hauptkammer 18 im Bereich einer mit 20 bezeichneten Zone zu einer Schwenkbewegung führt, bei der ein freies Ende 21 des Luftkissens 13 vor der Windschutzscheibe, also immer auf der dem Fahrzeuginsassen gegenüberliegenden Seite, gedreht wird. Die Verlagerung der Schwenkbewegung der Nebenkammer 19 vor die Windschutzscheibe sorgt also dafür, daß bei der Sprengung der Sollreißnähte die Fahrzeuginsassen nicht durch eine Art Wischbewegung des freien Endes 21 verletzt werden können.

Das voll entfaltete Luftkissen 13 gemäß 3 erstreckt sich ungefähr tonnenförmig vor dem Beifahrersitz 3 und dem Mittelsitz 2. Die asymmetrische Anbindung des Gasgenerators 14 führt dazu, daß sich sowohl in der Draufsicht als auch aus der Sicht der Fahrzeuginsassen eine im wesentlichen L-förmige Gestalt ergibt.

Die Darstellung in 4 verdeutlicht, daß die maximale Ausdehnung des vollgefüllten Luftkissens 13 in Fahrzeuglängsrichtung begrenzt ist. Ein mit 21 bezeichneter Fahrzeuginsasse befindet sich vor der Kollision in der gestrichelt dargestellten Position.

Die Ausdehnung des Luftkissens 13 in Fahrzeuglängsrichtung, also zum Insassen 21 hin, ist nun so gemessen, daß unter Berücksichtigung der trägheitsbedingten Vorverlagerung und der Aufblasgeschwindigkeit für das Luftkissen 13 sichergestellt ist, daß beim erstmaligen Kontakt des Insassen 21 mit dem Luftkissen 13 dieses vollständig oder zumindest nahezu vollständig gefüllt ist. Ein sog. Anschießen der Fahrzeuginsassen tritt also nicht ein.

Damit wird auch gewährleistet, daß durch die Luftkissenentfaltung der Insasse 21 nicht zusätzlichen Taumelbewegungen unterworfen wird. Aus 4 ist weiter ersichtlich, daß bei vollgefülltem Luftkissen 13 die Fahrgastzelle nur zu einem geringen Teil bedeckt ist. Der durch die Befüllung des Luftkissens 13 erzeugte Druckanstieg wird damit auf gut verträgliche Werte reduziert.

5 zeigt eine Stoffbahn 22, die als Abwicklung des Luftkissens 13 zu verstehen ist. Wesentliche Merkmale dieser Stoffbahn 22 sind Nahtlinien 23, 24 bzw. 25, 26, die jeweils paarweise zu einer Falte gemäß 6 zusammengefaßt werden. Der in einer Falte befindliche Volumenbereich als Nebenkammer aufzufassen. Bei der in 5 dargestellten Abwicklung sind die Nebenkammerbereiche mit hellen Schraffuren angedeutet und weisen die Bezifferung 19a bzw. 19b auf. Die nicht schraffierten Flächenbereiche sind als Bestandteile der Hauptkammer 18 aufzufassen. Hinzuweisen ist auch noch auf eine Durchtrittsöffnung 27, durch die Treibgas aus dem Gasgenerator 14 in das Innere des Luftkissens 13 hineingefördert wird. Aus der in 7 schematisch dargestellten Ansicht wird deutlich, daß der Rand der Durchtrittsöffnung 27 von einer Verstärkungsbahn 28 umgeben ist, die zusammen mit einer Generatormanschette 28 an der Stoffbahn 22 festgenäht ist. Die Manschette 28 umschließt den in der Regel zylindrisch ausgeführten Gasgenerator 14 bandförmig und sorgt dafür, daß beim Aufblasen das Luftkissen 13 nicht aus der Modulaufnahmeeinheit herausgeschossen wird.

Die in 8 gezeigte Ansicht ist grundsätzlich mit derjenigen in 4 vergleichbar und offenbart als weiteres Detail eine Gasaustrittsöffnung 29, über die für das Luftkissen 13 eine bestimmte Erschlaffungsrate vorgebbar ist.

Während des in der 2 ersichtlichen Füllvorganges hat eine mit 30 bezeichnete Sollreißnaht (siehe 6) solange Bestand, bis in der Hauptkammer 18 ein vorgegebener Grenzdruck erreicht wird. Nach dem Bersten der Sollreißnaht 30 und ggf. weiterer Sollreißnähte wird für nach innen gelegte Falten der Bereich der Nebenkammern 19a bzw. 19b unter Vergrößerung der Hauptkammer 18 praktisch nach außen gelegt. Bei nach außen abgestellten Falten tritt im Grunde genommen der gleiche Effekt ein. Es wird im Unterschied zu nach innen abgestellten Falten aber das Volumen der Nebenkammer 19a bzw. 19b ein integraler Bestandteil der Hauptkammer 18. In beiden Fällen wird also dafür gesorgt, daß nach Abschluß einer ersten Füllphase, die im wesentlichen dem Aufblasen eines Einfachairbags entspricht, wenigstens eine zweite Füllphase unmittelbar eingeleitet wird, durch die eine gezielte seitliche Erstreckung des Luftkissens 13 bewirkt wird.

Die Erfindung ist nicht auf das in der Zeichnung dargestellte Ausführungsbeispiel beschränkt, sondern bietet genügend Potential, um für unterschiedlichste Fahrzeugkonzepte einen wirksamen Insassenschutz bei einem Fahrzeugunfall realisieren zu können.


Anspruch[de]
Airbag-Einrichtung zur gemeinsamen Abstützung wenigstens zweier Fahrzeuginsassen bei einem Fahrzeugunfall mit

– wenigstens einem aus einem Gasgenerator (14) und einem Luftkissen (13) vormontierbar zusammengesetzten Modul, das an wenigstens einer dem Aufbaubereich des Fahrzeugs zumindest mittelbar zugeordneten Modulaufnahmeeinheit (9) ankoppelbar ist,

– wenigstens einer dem Gasgenerator (14) zugeordneten Hauptkammer (18) als Bestandteil des Luftkissens (13),

– wenigstens einer der Vergrößerung der Hauptkammer dienenden Nebenkammer (19),

– wenigstens einer gemeinsamen Stoffbahn (22) für die Hauptkammer (18) und die Nebenkammer (19),

– wenigstens einer zumindest abschnittsweisen Abtrennung zwischen der Hauptkammer (18) und der Nebenkammer (19) mittels einer der Stoffbahn (22) zugeordneten Sollreißnaht (30), die so ausgelegt ist, dass zunächst die Hauptkammer (18) ungehindert mit Treibgas direkt aus dem Gasgenerator beaufschlagbar ist und die bei einer unfallbedingten Aktivierung des Gasgenerators (14) durch einen vorgegebenen Fülldruck in der Hauptkammer auftrennbar ist zur vollständigen Freigabe der Entfaltung der Nebenkammer (19) mit seitwärts gerichteter Entfaltungsrichtung vor einem mit Bezug zur Modulaufnahmeeinheit (9) versetzt sitzendem Fahrzeuginsassen, wobei die Abtrennung der Nebenkammer (19) von der Hauptkammer (18) so ausgeführt ist, dass die Nebenkammer (19) als freies Ende des Luftkissens (13) im Verlauf der seitwärts gerichteten Entfaltung eine Schwenkbewegung auf der dem Fahrzeuginsassen gegenüberliegenden Seite des Luftkissens (13) ausführt.
Airbag-Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Nebenkammer (19) durch Faltenbildung in der Stoffbahn (22) erzeugt ist. Airbag-Einrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens eine Falte nach außen abgestellt ist. Airbag-Einrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens eine Falte nach innen abgestellt ist. Airbag-Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß im aufgeblasenen Zustand das wenigstens eine Luftkissen (13) in der Draufsicht im wesentlichen L-förmig ist. Airbag-Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die maximale Ausdehnung des aufgeblasenen Luftkissens (13) in Fahrzeuglängsrichtung kleiner ist als der Betrag eines vorgegebenen Abstandes zwischen dem Befestigungsort des Gasgenerators (14) und einer Sollsitzposition des Insassen (21) vor dem Unfall. Airbag-Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichet, daß die Modulaufnahmeeinheit Bestandteil einer Fahrzeuginstrumententafel ist. Airbag-Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Modulaufnahmeeinheit Bestandteil einer Rückenlehne eines Fahrzeugsitzes ist. Airbag-Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Modulaufnahmeeinheit Bestandteil eines Seitenverkleidungsteils ist. Airbag-Einrichtung nach Anspruch 7 oder 8 oder 9, gekennzeichnet durch eine Modulaufnahmeeinheit, in die wahlweise ein Einzelairbag oder ein Luftkissen zur Abstützung zumindest zweier Personen einbaubar ist. Airbag-Einrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Modulaufnahmeeinheit im Bereich einer Handschuhablage vorgesehen ist. Airbag-Einrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Modulaufnahmeeinheit durch eine zu einer Windschutzscheibe des Fahrzeuges hin offene Mulde gebildet ist. Airbag-Einrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß bezogen auf die Hochachse des Fahrzeuges die maximale Ausdehnung des aufgeblasenen Luftkissens (13) so ausgelegt ist, daß das Luftkissen (13) unbeeinträchtigt von einem im Windschutzscheibenbereich angeordneten Rückblickspiegel (17) entfaltbar ist.






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