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Dokumentenidentifikation DE202006007932U1 12.10.2006
Titel Sonnenschutzsystem mit raumseitigem Absperrelement
Anmelder Feldmeier, Franz, Prof. Dr., 83109 Großkarolinenfeld, DE
DE-Aktenzeichen 202006007932
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 12.10.2006
Registration date 07.09.2006
Application date from patent application 18.01.2006
File number of patent application claimed 10 2006 002 581.4
IPC-Hauptklasse E06B 9/24(2006.01)A, F, I, 20060518, B, H, DE

Beschreibung[de]
Gebiet der Erfindung

Die Erfindung betrifft ein Sonnenschutzsystem zur Anordnung hinter einer Glasfläche.

Rauminnenseitig angeordnete Sonnenschutzsysteme werden in der Regel als Jalousien verwendet, die zeitweise als Sonnen- und Sichtschutz dienen. Verwendet werden hierfür insbesondere Vorhänge, Lamellenvorhänge, Jalousien, Plissee-Stores und Raffrollos, die in erster Linie einem bestimmten Dekorationseffekt dienen und erst nachrangig im Hinblick auf eine Sonnenschutzfunktion gestaltet sind.

Stand der Technik

Eine in der DE-U-299 14 418 beschriebene Folie dient dem Blend- oder Hitzeschutz an Fensterflächen. Die mehrlagige Kunststofffolie ist hierbei so gestaltet, dass sie einerseits eine gute Durchsicht erlaubt und andererseits das einfallende Sonnenlicht nach oben reflektiert. Zu diesem Zweck ist die Folie rauminnenseitig mit einer Profilierung mit bestimmter Winkelstellung relativ zur Vertikalachse versehen. Eine der profilierten, innenliegenden Grenzflächen kann zudem mit einer reflektierenden Metallbeschichtung versehen sein, die einen ausreichenden Lichttransmissionsgrad aufweist und durchsichtig ist.

In der WO 97/46784 ist eine spezielle Jalousie beschrieben, die im Wesentlichen lichtundurchlässige Streifen besitzt, die an einer lichtdurchlässigen Rückseite fest angebracht sind. Die Rückseite kann dabei ein Textil mit gestrickter oder gewebter Struktur sein. Durch das Verschwenken der lichtundurchlässigen Streifen lässt sich der Lichteinfall regeln. Der lichtundurchlässige Bereich sowie der lichtdurchlässige Bereich sind miteinander verbunden.

Eine weitere rauminnenseitige Sonnenschutzvorrichtung ist aus der EP I 361 332 AI bekannt und besteht aus einer rauminnenseitig angeordneten Jalousie, die unterschiedliche Materiallagen besitzt. Eine Materiallage ist lichtundurchlässig oder nur teilweise lichtdurchlässig. Die zweite Lage ist lichtdurchlässig. Die erste und zweite Lage sind direkt miteinander verbunden, wobei sich die lichtundurchlässige Lage nur in einem oberen Bereich befinden kann, um den Bereich stärkster Sonneneinstrahlung abzuschirmen.

Eine wieder andere rauminnenseitig vor einem Fenster anzuordnende Sonnenschutzvorrichtung beschreibt die EP I 375 815 AI. Hier wird eine Kombination zwischen einem Vorhang und einer Jalousie gezeigt. Dabei geht es in erster Linie um die Möglichkeit, die Vorhangabschnitte bequem montieren und austauschen zu können. Zu diesem Zweck werden die Vorhangabschnitte so ausgeführt, dass sie lose auf die Lamellen der Jalousie aufgelegt werden können. Da Vorhang und Jalousie somit zwar in Kontakt zueinander sind, aber nicht fest mechanisch miteinander verbunden sind, lassen sich die Vorhangabschnitte bequem für Reinigungszwecke demontieren.

Die in der Technik beschriebenen Sonnenschutzsysteme beinhalten eine Vielzahl von Detaillösungen im Hinblick auf eine verbesserte Sonnenschutzwirkung, leichtere Handhabung oder aber auch verbesserte Wärmedämmung bei Nacht. Dabei werden aber stets Lösungen beschrieben, die entweder nur eine schlechte Sonnenschutzwirkung aufweisen oder aber eine gute Sonnenschutzwirkung mit einer stark eingeschränkten Lichtdurchlässigkeit erkaufen.

Darstellung der Erfindung

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die Wirksamkeit eines raumseitigen Sonnenschutzes bei verbesserter, einstellbarer Lichtdurchlässigkeit zu erhöhen.

Diese Aufgabe wird durch ein Sonnenschutzsystem mit den Merkmalen des Anspruchs 1 oder Anspruchs 2 gelöst.

Der Erfindung liegt der Gedanke zugrunde, ein raumseitiges Sonnenschutzsystem zur Anordnung hinter einer Glasfläche bzw. ein Sonnenschutzsystem in der raumabschließenden Isolierglasscheibe so auszugestalten, dass dieses ein veränderbares, d.h. einstellbares Sonnenschutzelement, insbesondere in Form einer Jalousie, sowie ein rauminnenseitig relativ zum veränderbaren Sonnenschutzelement angeordnetes Absperrelement umfasst. Das Absperrelement ist so aufgebaut und angeordnet, dass es eine Strahlungsbarriere darstellt. Nach einer ersten Lösung befindet sich zwischen äußerer Glasscheibe und Absperrelement, insbesondere aber zwischen im Wesentlichen den gesamten einander zugewandten Flächen von Sonnenschutzelement und Absperrelement ein von Luft durchströmbarer Strömungsraum, bevorzugt mit einer Dicke zwischen 10 und 50 mm. Nach einer zweiten alternativen Lösung, die aber in gleicher Weise auch in Kombination mit der ersten Lösung verwirklicht sein kann, besitzt das Absperrelement auf der dem veränderbaren Sonnenschutzelement zugewandten Fläche und/oder zum Raum hin eine Emissivität e von e < 0,5, vorzugsweise e < 0,2 und am meisten bevorzugt e < 0,1.

Durch diese Lösungen wird jeweils die Wärmeabgabe zum Raum hin und damit zum Nutzer hin reduziert. Auf diese Weise lässt sich die früher als empfundene Temperatur bezeichnete, sogenannte operative Temperatur absenken. Beim Vorsehen eines freien Raumes zwischen äußerer Glasscheibe und Absperrelement, insbesondere zwischen dem Sonnenschutzelement und dem Absperrelement stellt sich eine Konvektions-strömung ein, die im Winter ähnlich zu herkömmlichen Radiatoren zur Raumbeheizung dienen kann. Im Sommer kann in Verbindung mit einem kippbaren Fenster die im Zwischenraum zwischen Sonnenschutzelement und Absperrelement aufsteigende warme Luft zur Gebäudeaußenseite hin abgeführt werden.

Bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung folgen aus den übrigen Ansprüchen. Nach einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung kann der Strömungsraum zwischen äußerer Glasscheibe, die in einen Fensterrahmen (öffenbar) oder in den Rahmen einer Festverglasung integriert ist und Absperrelement, aber auch zwischen Sonnenschutzelement und Absperrelement mit der Gebäudeaußenseite kommunizieren. Wie oben anhand des Beispiels eines Kippfensters bereits dargelegt wurde, lässt sich auf diese Weise bei Bedarf die bereits im Raum befindliche, erwärmte Luft nach Außen abführen.

Vorzugsweise ist das veränderbare Sonnenschutzelement eine horizontale Jalousie, die vorzugsweise in Bezug auf ihre Position und/oder Winkelstellung der Lamellen veränderbar ist. Alternativ ist es aber auch möglich, das Sonnenschutzelement mit Vertikallamellen auszustatten.

Bei einer bevorzugten Ausführungsform ist das veränderbare Sonnenschutzelement ein Roll-Laden.

Bei der Verwendung eines Sonnenschutzelements in Form einer Jalousie können vorzugsweise einige Lamellen eine andere Neigung besitzen als andere Lamellen. Diese Optionen ist sowohl bei einer Jalousie (Horizontallamellen) wie auch einem Vertiso (Vertikallamellen) möglich. Durch das Vorsehen unterschiedlicher Neigungen der Lamellen lassen sich gezielt die gewünschten Abschattungseffekte einstellen. Ein ähnlicher Effekt kann erzielt werden, indem einige Lamellen transparente Teilflächen besitzen. Dies bietet sich vor allem bei einem Sonnenschutzelement als Roll-Laden an.

Nach einer bevorzugten Ausführungsform ist das Absperrelement in Bezug auf seine Position veränderbar. Konkret bedeutet dies, dass das Absperrelement gemeinsam mit oder getrennt vom Sonnenschutzelement betätigbar ist. Eine gemeinsame Betätigung kann durch eine mechanische Koppelung zwischen Sonnenschutzelement und Absperrelement bewirkt werden, indem z.B. das Sonnenschutzelement und das Absperrelement bereichsweise miteinander verbunden sind und bei einer Betätigung des Sonnenschutzelementes auch das Absperrelement mitbewegt wird. Alternativ ist aber auch eine elektrische Koppelung über einen gemeinsamen Motor oder aber getrennte Motoren, die aber über einen gemeinsamen Kontakt betrieben werden, möglich. Soll das Absperrelement getrennt vom Sonnenschutzelement betätigbar sein, so ist eine separate Betätigungseinrichtung vorzusehen.

In der bevorzugten Ausführungsform ist das Absperrelement eine transparente Folie. Auf diese Weise stellt das Absperrelement keine Sichtbeeinträchtigung dar.

Vorzugsweise weist das Absperrelement eine LE-Schicht (Low-Emissivity-Schicht) auf, die zum veränderbaren Sonnenschutz hin und/oder zum Raum hin gerichtet ist. Auf diese Weise kann das Absperrelement besonders wirkungsvoll seine Funktion als Wärmebarriere erfüllen.

Für die Gestaltung einer transparenten Folie stehen viele Möglichkeiten offen, die sich nicht zuletzt an die Designerfordernisse richten können. So kann die transparente Folie glatt oder strukturiert sein, wobei als strukturierte Folie diese vorzugsweise plissiert ist.

Nach einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung umfasst das Absperrelement mindestens eine Glasfläche, die vorzugsweise eine LE-Schicht aufweist, die zum veränderbaren Sonnenschutz hin und/oder zum Raum hin gerichtet ist. Weitere Varianten eines eine Glasfläche umfassenden Absperrelements sind die Ausgestaltungen des Absperrelements als Schiebeelement oder Faltschiebeelement. Weitere Varianten bestehen darin, das aus Glas bestehende Absperrelement als bevorzugt zweiflügeliges Drehfenster oder als Sektionalelement mit horizontalverlaufenden Glasstreifen oder als Roll-Laden aus Glasstreifen auszugestalten. Für Folie und Glas als Absperrelement gilt, daß nicht nur völlig transparente, sondern auch teiltransparente Absperrelemente möglich sind. Dies kann z.B. durch eine Bedruckung geschehen.

Nach einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist das Absperrelement ein zumindest teilweise transparentes Gewebe. Das Gewebe kann wiederum nach bevorzugten Ausführungsformen der Erfindung die Transparenz, Luftdurchlässigkeit oder Strahlungsphysik variieren. Eine Variation der Luftdurchlässigkeit kann über eine geeignete Einstellung der Maschenweite erfolgen, während eine Variation der Strahlungsphysik durch eine geeignete Auswahl der Kett- und Schussfäden erfolgen kann. Beispielsweise kann in das Gewebe ein Aluminiumfaden eingewirkt sein, der die Emissivität e verringert.

Nach einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist das Sonnenschutzelement in der raumabschließenden Isolierglasscheibe angeordnet. Das Absperrelement ist also hinter der äußeren Isolierglasscheibe angeordnet. Als Absperrelement kommen alle vorstehend genannten Elemente infrage. Auch das Durchströmungsprinzip ändert sich nicht, mit Ausnahme der Tatsache, daß bei dieser Lösung ein Strömungskanal vorliegt.

Es wurde oben bereits dargelegt, daß beim Vorhandensein eines Strömungsraums zwischen äußerer Glasscheibe und Sonnenschutzelement, aber auch zwischen Sonnenschutzelement und Absperrelement dieser eine freie Konvektion der erwärmten Luft bewirkt, wobei im Zusammenhang mit einem Oberlichtfenster oder gekippten Fenster oder aber einer geeigneten Wandöffnung die erwärmte Luft zur Gebäudeaußenseite abgeführt werden kann. In gleicher Weise kann aber auch eine Konvektion durch das Vorsehen eines Statiklüfters oben oder unten im Strömungsraum oder eine Zwangskonvektion mittels eines mechanischen Lüfters oben oder unten im Strömungsraum bewirkt werden.

Kurze Beschreibung der Figuren

Nachfolgend wird die Erfindung anhand einiger beispielhafter Ausführungsformen mit Bezugnahme auf die nachfolgenden Figuren beschrieben, in denen

1a einen Vertikalschnitt im Bereich einer normalen Verglasung (fest oder öffenbar) mit Isolierglas unter Verwendung des erfindungsgemäßen Sonnenschutzsystems mit einem als glatter Folie ausgestalteten Absperrelements zeigt;

1b eine Ansicht entsprechend Ia zeigt, bei der lediglich das Absperrelement unterschiedlich gestaltet ist;

2a einen Vertikalschnitt im Bereich einer normalen Verglasung mit Isolierglas zeigt, wobei der Strömungsverlauf freier Konvektion zum Raum hin dargestellt ist;

2b eine Darstellung gemäß 2a mit einer unterschiedlichen Gestaltung des Absperrelements zeigt;

3 einen Vertikalschnitt im Bereich einer normalen Verglasung mit Isolierglas zeigt, wobei eine Konvektionsströmung zur Gebäudeaußenseite hin dargestellt ist; und

4 eine weitere Ausführungsform in Form eines Vertikalschnittes im Bereich einer normalen Verglasung mit Isolierglas zeigt, bei dem eine Durchströmung von Außen und nach Außen erfolgt.

5 eine weitere Ausführungsform in Form eines Vertikalschnitts im Bereich einer normalen Verglasung mit Isolierglas mit in das Isolierglas integrierten Sonnenschutzsystem, wobei der Strömungsverlauf freier Konvektion zum Raum dargestellt ist.

Wege zur Ausführung der Erfindung

In den nachfolgenden Figuren werden jeweils dieselben Bauelemente mit denselben Referenzziffern bezeichnet. Dabei wird in den nachfolgenden Figuren jeweils die Erfindung am Beispiel eines Sonnenschutzsystems dargestellt, das sich rauminnenseitig hinter einem Isolierglasscheibe 1 befindet, das aus einer raumaußenseitigen Scheibe 11 und einer rauminnenseitigen Scheibe 12 mit gasgefülltem Zwischenraum (Luft bzw. Edelgas) besteht. In den Figuren jeweils dargestellt ist auch der im Vertikalschnitt sichtbare obere und untere Teil des Isolierglasrahmens 13 sowie die angrenzenden Wandabschnitte 12, die sowohl Teil des Fensteraufbaus sein können, als auch Abschnitte der Gebäudewand. Alternativ kann der Rahmen 13 Teil einer Festverglasung sein. Bei dem in 1a dargestellten Ausführungsbeispiel ist der schematische Aufbau des Sonnenschutzsystems ersichtlich, der aus dem schematisch als Horizontaljalousie ausgeführten Sonnenschutzelement 3 sowie dem als glatte Folie dargestellten Absperrelement 4 besteht. Für den Fachmann ist es ersichtlich, dass in der schematischen Darstellung nach Ia die Positionen der Jalousie 3 sowie der Absperrfolie 4 nur schematisch dargestellt sind. So fehlen eine geeignete Anbringung der Jalousie an ihrem oberen Ende wie auch eine Verbindung der einzelnen Lamellen untereinander, sowie geeignete Mechanismen zur Veränderung der Lage der einzelnen Lamellen. Auf diese Details wurde aber gezielt in Ia verzichtet, um nicht den Blick auf die wesentliche Gestaltung zu versperren. Selbstverständlich kann es sich bei dem veränderbaren Sonnenschutzelement 3 um eine Jalousie handeln, deren Gestaltung in einer marküblichen Weise ausgeführt ist. Insbesondere ist die Jalousie vorzugsweise an der Gebäudedecke 14 befestigt und kann vom Benutzer mechanisch oder motorisch sowohl in Bezug auf die Winkelstellung der einzelnen Lamellen 15 wie auch der Erstreckung vor der Verglasung verändert werden. Zur Veränderung der Lamellen 3 kann in üblicher Weise ein Schnursystem verwendet werden, das zum einen das Hochziehen der Jalousie erlaubt und zum anderen eine Verstellung der einzelnen Lamellen ermöglicht.

Rauminnenseitig relativ zur Jalousie 3 ist das Absperrelement 4 angebracht, das getrennt von der Jalousie und unabhängig zu dieser vorgesehen sein kann. Es ist aber in gleicher Weise möglich, die Jalousie 3 und das Absperrelement 4 miteinander zu koppeln, wie durch Referenzziffer 16 angedeutet ist. Hierbei kann es sich entweder um eine vollflächige, d.h. senkrecht zur Zeichenebene der 1a verlaufende aber mit Durchlässen für den Lufteinlass versehene Verbindung handeln oder aber die Jalousie 3 und das Absperrelement 4 sind nur an den äußersten Enden miteinander verbunden. Der Zweck der Verbindung zwischen Jalousie 3 und Absperrelement besteht darin, dass bei einer Betätigung der Jalousie das Absperrelement 4 gleichzeitig mitbetätigt werden kann. In gleicher Weise ist es aber auch möglich, die Jalousie und das Absperrelement getrennt voneinander zu betätigen oder aber getrennte motorische Verstelleinrichtungen vorzusehen, die so miteinander gekoppelt sind, dass beide Elektromotoren nur gleichzeitig betrieben werden können. Beim Ausführungsbeispiel nach 1a besitzt das Absperrelement zumindest auf der dem veränderbaren Sonnenschutzelement zugewandten Fläche und/oder zum Raum hin eine Emissivität e von e < 0,5 und bevorzugt e < 0,2. Am meisten bevorzugt wird die Auswahl eines Materials für das Absperrelement 4 mit einer Emissivität von weniger als 0,1. Das Absperrelement ist vorzugsweise eine transparente Folie oder ein transparentes Gewebe, deren Funktion darin besteht, die Wärmestrahlung wirkungsvoll abzuschirmen. Auf diese Weise kann die Jalousie 3 so betätigt werden, dass gegenüber herkömmlichen Systemen ein erhöhter Sichtanteil durch die Jalousie 3 hindurch bestehen bleibt, ohne dass der dahinter liegende Raum eine zu hohe Aufwärmung erfährt.

1b entspricht im Wesentlichen der Ausführungsform nach 1a, so dass auf die Beschreibung der übereinstimmenden Merkmale verzichtet wird. Der Unterschied zur Ausführungsform nach Ia besteht darin, dass das Absperrelement 4 als transparente Folie ausgeführt ist, die abweichend von der Ausführungsform nach 1a nicht glatt, sondern plissiert ist. Ansonsten stimmt die Ausführungsform nach 1b mit der nach 1a überein.

2a und 2b zeigen eine weitere Ausführungsform der Erfindung, wobei zwischen dem Fenster I und dem veränderbaren Sonnenschutzelement 3, wie auch zwischen dem veränderbaren Sonnenschutzelement 3 und dem Absperrelement 4 jeweils ein Strömungskanal 18a bzw. 18b gebildet ist, der jeweils der Konvektion der erwärmten Luft nach oben dient. Der Unterschied zwischen den Ausführungsformen nach 2a und 2b besteht darin, dass nach 2a das Absperrelement 4 glatt ist, während das Absperrelement 4 nach 2b plissiert ist. Beiden Ausführungsformen ist aber gemeinsam, dass durch die Strömungskanäle 18a und 18b eine Konvektion der Raumluft erfolgt, die sowohl eine freie Konvektion sein kann, als auch eine Zwangskonvektion unter Verwendung eines geeigneten Lüfterelements. Damit die entsprechende Konvektionsströmung innerhalb des Raumes erfolgen kann, ist unterhalb der Decke 14 eine Durchströmungsöffnung 5 nach Innen vorgesehen, über welche die erwärmte Luft zur Rauminnenseite hin bewegt werden kann. Um die Durchströmungsöffnung 5 nach Innen zu bilden, erstrecken sich das Sonnenschutzelement 3 und Abdeckelement 4 nicht vollflächig bis zur Decke 14, sondern es sind ein oder mehrere geeignete Öffnungen vorhanden, durch welche die erwärmte Luft zur Rauminnenseite hin strömen kann.

3 zeigt eine weitere Ausführungsform der Erfindung, die sich von der Ausführungsform nach 2a nur dahingehend unterscheidet, dass das Absperrelement 4 sich bis zur Raumdecke 14 erstreckt und somit den Strömungsraum 18b zur Rauminnenseite hin bis zur Raumdecke abschließt. Das Sonnenschutzelement 3 erstreckt sich hingegen nicht bis zur Raumdecke bzw. ist so gestaltet, dass ein oder mehrere Durchgangsöffnungen bestehen, durch welche die im Strömungsraum 18b strömende Luft sich mit der Luft im Strömungsraum 18a vereinigen kann. Weiterhin ist in 3 eine Durchströmungsöffnung 6 zur Gebäudeaußenseite hin vorgesehen. Die sich in den Strömungskanälen 18a und 18b erwärmende und nach oben strömende Luft wird dabei durch die Durchströmungsöffnung 6 nach Außen abgeführt, die sich oberhalb des Fensters I befindet. Auf diese Weise kann erwärmte Luft zur Gebäudeaußenseite hin abgeführt werden.

Der Unterschied zwischen den Ausführungsformen nach 2a und 3 besteht somit darin, dass bei der Ausführungsform nach 2a, 2b die erwärmte Luft zur Beheizung des Raumes beiträgt, wohingegen bei der Ausführungsform nach 3 die erwärmte Luft zur Gebäudeaußenseite hin abströmt. Die Ausführungsform nach 3 kann somit als eine geeignete Betriebsweise in den Sommermonaten oder großen, Richtung Süden gerichteten Verglasungen dienen, während die Ausführungsform nach den 2a, 2b für eine Nutzung mit der zur Verfügung stehenden Sonnenenergie in den Wintermonaten geeignet ist.

Die Ausführungsform nach 4 entspricht im Wesentlichen der Ausführungsform nach 3. Der Unterschied zur Ausführungsform nach 3 besteht allerdings darin, dass bei der Ausführungsform nach 4 eine zusätzliche Durchströmungsöffnung nach Innen vorhanden ist, die unterhalb des Fensters I angeordnet ist. Durch die Durchgangsöffnung 20 durch die Gebäudeaußenwand kann bei der Ausführungsform nach 4 Luft von der Gebäudeaußenseite her ins Gebäudeinnere strömen und durch den Strömungskanal 18a zwischen Fenster I und Sonnenschutzelement 3 sowie durch den Strömungsraum 18b zwischen Sonnenschutzelement 3 und Absperrelement 4 nach oben und durch die Durchströmungsöffnung 6 nach außen wieder zur Gebäudeaußenseite hin abgeführt werden.

Die in 4 dargestellte Ausführungsform eignet sich besonders für den Sommerbetrieb, in dem die durch das Glaselement I in den Raum eindringende Wärme teilweise wieder durch den konvektiven Abtransport mit der von der Gebäudeaußenseite einströmenden und wieder zur Gebäudeaußenseite hin ausströmenden Luft abtransportiert wird.

Allen voranstehend erläuterten Ausführungsformen ist gemeinsam, dass die in der Beschreibungseinleitung erläuterten Möglichkeiten zur Bewegung und Veränderung der Position und Winkelstellung des Sonnenschutzelementes, die verschiedenen Möglichkeiten zur Ausgestaltung des Sonnenschutzelementes, die verschiedenen genannten Ausführungsformen zur Gestaltung des Absperrelementes sowie die beschriebenen Alternativen zur getrennten oder gemeinsamen Betätigung des Absperrelementes mit dem Sonnenschutzelement gemeinsam sind. Bei den Ausführungsformen nach 2a, 2b, 3 und 4 mit einer Durchströmung des Strömungsräume 18a und 18b kann diese Durchströmung durch freie Konvektion aber auch erzwungene Konvektion erfolgen. Im Falle freier Konvektion können dies z.B. Kipp- oder Klappfenster oben bzw. oben und unten, Parallelausstellfenster oben bzw. oben und unten sowie Statiklüfter oben bzw. oben und unten sein. Im Falle einer erzwungenen Konvektion kann ein mechanischer Lüfter sowohl oben wie auch unten angeordnet werden, um den gewünschten Konvektionsstrom zu erzeugen.

Im Fall der Integration des Sonnenschutzelements (3) in die raumabschließende Isolierglasscheibe 1 (5) gibt es nur einen Durchströmungsraum (18), d.h. die vorher beschriebenen Durchströmungsräume 18a und 18b werden zu einem Durchströmungsraum 18. Ansonsten gelten alle vorher gemachten Angaben und Aussagen.

Allen Ausführungsformen ist zudem gemeinsam, dass es bei verbesserter Lichtdurchlässigkeit zu einer Erhöhung der Wirksamkeit des Sonnenschutzes kommt, weil die Wärmeabgabe zum Raum hin reduziert ist.


Anspruch[de]
Sonnenschutzsystem zur Anordnung hinter einer Glasfläche (I), umfassend:

• ein veränderbares Sonnenschutzelement (3), insbesondere in Form einer Jalousie; sowie

• ein rauminnenseitig relativ zum veränderbaren Sonnenschutzelement (3) angeordnetes Absperrelement (4); wobei

• das Absperrelement so aufgebaut und angeordnet ist, dass es eine Strahlungsbarriere darstellt; und

• sich zwischen äußerer Glasscheibe und Absperrelement, insbesondere aber zwischen im Wesentlichen den gesamten einander zugewandten Flächen von Sonnenschutzelement (3) und Absperrelement (4) ein von Luft durchströmbarer Strömungsraum (18b) befindet.
Sonnenschutzsystem zur Anordnung hinter einer Glasfläche (1), umfassend:

• ein veränderbares Sonnenschutzelement (3), insbesondere in Form einer Jalousie; sowie

• ein rauminnenseitig relativ zum veränderbaren Sonnenschutzelement (3) angeordnetes Absperrelement (4); wobei

• das Absperrelement so aufgebaut und angeordnet ist, dass es eine Strahlungsbarriere darstellt; und

• das Absperrelement (4) auf der dem veränderbaren Sonnenschutzelement (3) zugewandten Fläche und/oder zum Raum hin eine Emissivitat von e < 0,5, vorzugsweise e < 0,2 und am meisten bevorzugt e < 0,1 besitzt.
Sonnenschutzsystem zur Anordnung in einer raumabschließenden Isolierglasscheibe 1, umfassend:

• ein veränderbares Sonnenschutzelement (3) in einer raumabschließenden Isolierglasscheibe 1, insbesondere in Form einer Jalousie; sowie

• ein rauminnenseitig relativ zum veränderbaren Sonnenschutzelement (3) angeordnetes Absperrelement (4); wobei

• das Absperrelement so aufgebaut und angeordnet ist, dass es eine Strahlungsbarriere darstellt; und sich zwischen raumabschließender Isolierglasscheibe und Absperrelement ein von Luft durchströmbarer Strömungsraum (18) befindet.
Sonnenschutzsystem zur Anordnung in einer Isolierglasscheibe 1, umfassend:

• ein veränderbares Sonnenschutzelement (3), in einer raumabschließenden Isolierglasscheibe (1), insbesondere in Form einer Jalousie; sowie

• ein rauminnenseitig relativ zum veränderbaren Sonnenschutzelement (3) angeordnetes Absperrelement (4); wobei das Absperrelement so aufgebaut und angeordnet ist, dass es eine Strahlungsbarriere darstellt; und das Absperrelement (4) auf der dem veränderbaren Sonnenschutzelement (3) zugewandten Fläche und/oder zum Raum hin eine Emissivität von e < 0,5, vorzugsweise e < 0,2 und am meisten bevorzugt e < 0,1 besitzt.
Sonnenschutzsystem nach Anspruch 1, bzw. Anspruch 3,

dadurch gekennzeichnet, dass

• der Strömungsraum (18b bzw. 18) mit der Gebäudeaußenseite kommuniziert.
Sonnenschutzsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche,

dadurch gekennzeichnet, dass

• das veränderbare Sonnenschutzelement (3) eine horizontale Jalousie ist, die vorzugsweise in Bezug auf ihre Position und/oder Winkelstellung der Lamellen veränderbar ist.
Sonnenschutzsystem nach einem der Ansprüche 1 bis 5,

dadurch gekennzeichnet, dass

• das veränderbare Sonnenschutzelement (3) Vertikallamellen umfasst, die vorzugsweise in Bezug auf ihre Position und/oder Winkelstellung der Lamellen veränderbar sind.
Sonnenschutzsystem nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch

gekennzeichnet, dass

• das veränderbare Sonnenschutzelement einen Roll-Laden umfasst, der vorzugsweise in Bezug auf seine Position veränderbar ist.
Sonnenschutzsystem nach Anspruch 6,

dadurch gekennzeichnet, dass

• einige Lamellen eine andere Neigung besitzen als andere Lamellen.
Sonnenschutzsystem nach Anspruch 6 oder 7 oder 8,

dadurch gekennzeichnet, dass

• einige Lamellen transparente Teilflächen besitzen.
Sonnenschutzsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche,

dadurch gekennzeichnet, dass

• das Absperrelement in Bezug auf seine Position veränderbar ist.
Sonnenschutzsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche,

dadurch gekennzeichnet, dass

• das Absperrelement eine transparente Folie ist.
Sonnenschutzsystem nach Anspruch 9,

dadurch gekennzeichnet, dass

• das Absperrelement eine LE-Schicht aufweist, die zum veränderbaren Sonnenschutzelement hin und/oder zum Raum hin gerichtet ist.
Sonnenschutzsystem nach Anspruch 12 oder 13,

dadurch gekennzeichnet, dass

• die transparente Folie glatt ist.
Sonnenschutzsystem nach Anspruch 12 oder 13,

dadurch gekennzeichnet, dass

• die transparente Folie strukturiert ist, vorzugsweise plissiert ist.
Sonnenschutzsystem nach einem der Ansprüche 1 bis 11,

dadurch gekennzeichnet, dass

• das Absperrelement mindestens eine Glasfläche umfasst.
Sonnenschutzsystem nach Anspruch 16,

dadurch gekennzeichnet, dass

• das Absperrelement eine LE-Schicht aufweist, die zum veränderbaren Sonnenschutz hin und/oder zum Raum hin gerichtet ist.
Sonnenschutzsystem nach Anspruch 16 oder Anspruch 17,

dadurch gekennzeichnet, dass

• das Absperrelement als Schiebeelement oder Faltschiebeelement gestaltet ist.
Sonnenschutzsystem nach Anspruch 16 oder Anspruch 17,

dadurch gekennzeichnet, dass

• das Absperrelement als Drehfenster, bevorzugt als zweiflügeliges Drehfenster gestaltet ist oder als Sektonalelement mit horizontalen Glasstreifen oder als Roll-Laden aus Glasstreifen.
Sonnenschutzsystem nach Anspruch 1 bis 11,

dadurch gekennzeichnet, dass

• das Absperrelement teiltransparent ausgebildet ist.
Sonnenschutzsystem nach einem der Ansprüche 1 bis 11,

dadurch gekennzeichnet, dass

• das Absperrelement ein zumindest teilweise transparentes Gewebe ist.
Sonnenschutzsystem nach Anspruch 19,

dadurch gekennzeichnet, dass

• sich die Transparenz des Gewebes und/oder die Luftdurchlässigkeit des Gewebes über die Erstreckung des Absperrelementes verändert/verändern.
Sonnenschutzsystem nach Anspruch 19 oder Anspruch 20, umfassend einen eingewirkten Metallfaden, vorzugsweise Aluminiumfaden im Gewebe des Absperrelementes. Sonnenschutzsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche,

dadurch gekennzeichnet, dass

• eine Einrichtung vorgesehen ist zur gemeinsamen Betätigung des veränderbaren Sonnenschutzelements und Absperrelements.
Sonnenschutzsystem nach Anspruch 20,

dadurch gekennzeichnet, dass

• die gemeinsame Betätigung motorisch über eine zentrale oder dezentrale Steuerung erfolgt.
Sonnenschutzsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche,

dadurch gekennzeichnet, dass

• unten oder oben im Strömungsraum ein mechanischer Lüfter angeordnet ist.
Sonnenschutzsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche,

dadurch gekennzeichnet, dass

• unten und oben im Strömungsraum ein mechanischer Lüfter angeordnet ist.
Sonnenschutzsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche,

dadurch gekennzeichnet, dass

• oben im Strömungsraum ein öffenbares Fenster in Form eines Kippfensters oder eines Klappfensters oder eines Parallelausstellfensters angeordnet ist.
Sonnenschutzsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche,

dadurch gekennzeichnet, dass

• unten und oben im Strömungsraum ein öffenbares Fenster in Form eines Kippfensters oder eines Klappfensters oder eines Parallelausstellfensters angeordnet ist.
Sonnenschutzsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche,

dadurch gekennzeichnet, dass

• oben im Strömungsraum ein Statiklüfter angeordnet ist.
Sonnenschutzsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche,

dadurch gekennzeichnet, dass

• unten und oben im Strömungsraum ein Statiklüfter angeordnet ist.
Sonnenschutzsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche,

dadurch gekennzeichnet, dass

• die Verglasung vor dem veränderbaren Sonnenschutz bzw. vor dem Absperrelement als öffenbares Element in Form eines Kippfensters oder eines Parallelausstellfensters ausgebildet ist.
Sonnenschutzsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche,

dadurch gekennzeichnet, dass

• die erwärmte Luft im Strömungsraum ins Rauminnere geleitet wird.






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