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Dokumentenidentifikation DE102005014663A1 19.10.2006
Titel Mobile Vorrichtung zur Saisonverlängerung
Anmelder Prasser, Jochen, 61276 Weilrod, DE
Erfinder Prasser, Jochen, 61276 Weilrod, DE
DE-Anmeldedatum 31.03.2005
DE-Aktenzeichen 102005014663
Offenlegungstag 19.10.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 19.10.2006
IPC-Hauptklasse E04H 15/58(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
IPC-Nebenklasse E04H 15/44(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   E04H 15/54(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft eine mobile Vorrichtung, mit deren Hilfe die touristische Saison, der Ferien-Kur- oder Badeaufenthalt in klimatisch ungünstigen Gebieten in Zeiten der Vor- und Nachsaison ausgedehnt werden kann. Die mobile Vorrichtung zur Saisonverlängerung besteht erfindungsgemäß darin, dass mobile Aufenthaltsgeräte wie Liegen, Gartenstühle, Strandkörbe, Luftmatratzen, Isoliermatten oder ähnliche Gegenstände ganz oder teilweise mit einer Struktur aus Klarsichtfolie umgeben werden.
Durch die erfindungsgemäße Nutzung der Vorrichtung kann die Gesundheit der Bevölkerung positiv beeinflusst werden. Außerdem können bedeutende Finanzmittel der Binnenkonjunktur zugeführt und damit Arbeitsplätze geschaffen werden. Die Erfindung hat deshalb große ökonomische Bedeutung.

Beschreibung[de]
Zusammenfassung

Die Erfindung betrifft eine mobile Vorrichtung mit deren Hilfe die touristische Saison, der Ferien-Kur oder Badeaufenthalt in klimatisch ungünstigen Gebieten in Zeiten der Vor und Nachsaison ausgedehnt werden kann. Die mobile Vorrichtung zur Saisonverlängerung besteht erfindungsgemäß darin, dass mobile Aufenthaltsgeräte wie Liegen, Gartenstühle, Strandkörbe, Luftmatratzen, Isoliermatten oder ähnliche Gegenstände ganz oder teilweise mit einer Struktur aus Klarsichtfolie umgeben werden.

Durch die erfindungsgemäße Nutzung der Vorrichtung kann die Gesundheit der Bevölkerung positiv beeinflusst werden. Außerdem können bedeutende Finanzmittel der Binnenkonjunktur zugeführt und damit Arbeitplätze geschaffen werden. Die Erfindung hat deshalb große ökonomische Bedeutung.

Es ist bekannt, dass die Sonnenstrahlung eine gesundheitsfördernde Wirkung auf den menschlichen Körper hat. Die von der Sonne ausgehende UV-Strahlung tötet Bakterien und Viren ab und hat möglicherweise auch deshalb einen positiven Einfluss auf den Krankheitsverlauf der Neurodermitis. Ein großer Teil des Vitamin D, welches für den Knochenaufbau von Heranwachsenden besonders wichtig ist, wird gebildet wenn UV-Strahlung auf die Haut trifft. Sehr wichtig ist eine ausreichende Versorgung des Körpers mit Vitamin D auch für Frauen und da besonders in der Menopause zur Vorbeuge gegen Osteoporose. Auch auf die Psyche hat die elektromagnetische Strahlung der Sonne in Form des Lichtes ebenfalls einen erheblichen positiven Einfluss.

Eine zu starke Strahlung hat jedoch auch negative Auswirkungen. So würde wahrscheinlich das meiste Leben auf der Erde zerstört werden, wenn die gesamte Ultraviolettstrahlung der Sonne die Erdoberfläche erreichen würde. Das Magnetfeld und die Erdatmosphäre schützten das Leben jedoch vor dem schädlichen Einfluss vor zu energieintensiver elektromagnetischer Strahlung.

Jedoch kann besonders der Anteil an UV-Strahlung mit kleinen Wellenlängen der die Erde dennoch erreicht, für den Menschen gefährlich sein. Bei UV-Strahlung mit Wellenlängen kleiner 310 Nanometer kann dies auf ungeschützter Haut einen Sonnenbrand verursachen. Längere Einwirkungen können sogar Hautkrebs auslösen. Man unterteilt das einfallende UV-Licht in drei Wellenbereiche UV-A, UV-B und UV-C. Das in der Haut und in den Haaren vorkommende Eiweiß Keratin absorbiert in Zusammenwirken mit Melanin die gefährlichen UV-B und UV-C Strahlung der Sonne.

Besonders in der Vorsaison (Frühjahr) muss die Haut bei längerem Aufenthalt im Freien, wegen dem Mangel an Melanin nach der langen lichtarmen Zeit vor zu starker UV-B und UV-C Strahlung geschützt werden. Gleichzeitig ist aber die UV-A Strahlung der Gesundheit und Widerstandskraft des Körpers gerade in dieser Zeit besonders dienlich.

Bei richtiger Dosierung hat die Sonnenstrahlung auf die Haut einen das Immunsystem stärkenden gesundheitsfördernden Effekt auf den menschlichen Organismus und es ist deshalb anzustreben dies möglicht ganzjährig zu nutzen.

Bekanntermaßen sind nun aber die Temperaturen in der sog. Vorsaison (wozu man die Monate März, April, Mai, sowie in der Nachsaison die Monate September, Oktober, November rechnen kann) jedoch in den gemäßigten Breitengraden zu niedrig um sich etwa in leichter oder sogar Badekleidung längere Zeit im Freien aufzuhalten um so die natürliche Heilkraft der Sonnenstrahlung zu nutzen. Besonders bei Windeinwirkung können dabei die sog. gefühlten Temperaturen noch erheblich niedriger liegen. Häufig trifft das sogar für bestimmte Zeiten des Sommers in diesen Breitengraden zu. Der Aufenthalt im Freien ist deswegen nur mit entsprechend warmer Kleidung möglich, wodurch die Sonnenstrahlung allenfalls Gesicht oder Hände treffen kann und so die Sonnenstrahlung allenfalls minimal genutzt werden kann.

Diesem Nachteil versucht man in der Touristikbranche sowie in Bädern Kur und Freizeiteinrichtungen durch Bereitstellen und Nutzung künstlicher UV-Strahlenquellen entgegenzuwirken. Die finanziellen Aufwendungen für die dafür erforderliche Technik sind jedoch ziemlich hoch. Gleichzeitig erfordert der Betrieb einen erheblichen Einsatz (Verbrauch) von Edelenergie (Elektroenergie) und trägt damit letztlich bei dem Einsatz fossiler Energieträger wie Öl, Gas oder Kohle zur Energiegewinnung auch zur verstärkten Freisetzung von Treibhausgasen bei.

Darüber hinaus können diese Einrichtungen den Aufenthalt in der Natur nicht ersetzen.

Die Menschen nutzen auch die modernen Reisemöglichkeiten und verlegen ihren Aufenthalt zeitweise in südlichere Breitengrade der wärmeren Klimazonen. Letzteres erfordert aber ebenfalls erheblichen Energieaufwand und es gilt das oben betreffs Treibhausgasen gesagte.

Für die Ferien und Kureinrichtungen der nördlichen Breitengrade ergeben sich dadurch darüber hinaus in dieser Zeitspanne erhebliche Einschränkungen. Die Betten der Kureinrichtungen und Hotels sind in dieser Zeit zum großen Teil unterbelegt. Woraus sich ein erheblicher finanzieller Verlust für Kur und Ferieneinrichtungen sowie als Folge davon auch große finanzielle Verluste der entsprechenden Städte und Gemeinden in den Regionen ergeben. Beispielhaft sei hier der Sommer 2004 genannt, wo allein in St Peter Ortung tausende Strandkörbe leer standen und sich hohe Verluste für den Vermieter einstellten.

Der Strandkorb ist ein großer, vorn offener Korb, mit Sitzbänken und allerlei Accessoires. Traditionell wird der Strandkorb als Schutz gegen Unbilden des Wetters, wie Kälte und Wind benutzt. Allerdings ist auch der Strandkorb nicht geeignet die Witterungsbedingungen so zu verbessern, um einen längeren Aufenthalt des Gastes in leichter Kleidung außerhalb der baulichen Einrichtungen zu ermöglichen. Es ist aber natürlich nicht möglich und selbstverständlich auch nicht gewollt etwa überall da Bauwerke zu errichten wo es Plätze in schöner Umgebung oder mit herrlicher Aussicht gibt.

An sich ist die Technik der Nutzung solarer Energie zur Erhöhung der Temperatur bekannt und wird in Gewächshäusern, Wintergärten und ähnlichen Einrichtungen verwendet.

Überraschenderweise wird dieser Effekt aber bisher nicht für mobile Aufenthaltsgeräte wie beispielsweise Liegen, Gartenstühlen oder Strandkörben ausgenutzt.

Auch das Zelt bietet seit alters her als mobile Einrichtung einen Schutzraum gegen die Unbilden des Wetters. Beispielhaft seien hier nur die Jurte oder andere mobile Konstruktionen der Naturvölker genannt.

Alle diese Einrichtungen besitzen aber allenfalls Öffnungen oder bei modernen Zelten auch Fenster aus Klarsichtfolie und sind daher ungeeignet die gesundheitsfördernden Wirkungen eines Sonnenbades bei niedrigeren Außentemperaturen voll zu nutzen.

Die erfindungsgemäße Nutzung der mobilen Vorrichtung zur Saisonverlängerung hingegen erlaubt bei Sonnenschein und auch bei teilweise bedecktem Himmel Aufenthalte und die Beobachtung der Natur in leichter Kleidung bei relativ niedrigen Außentemperaturen.

Die erfindungsgemäße Anwendung der mobilen Vorrichtung zur Saisonverlängerung ermöglicht selbst Sonnenbaden bei niedrigen Außentemperaturen und Windanfall.

Erfindungsgemäß besteht ein besonderer Vorteil eines Sonnenbades bei der Benutzung der Vorrichtung darin, dass für die Sonnenbadenten die Gefahr seine Gesundheit durch zu stärke Strahlung zu gefährden drastisch verringert werden kann.

Erfindungsgemäß wird dies durch die Benutzung von Folienmaterial erreicht, welches die harte Gesundheit schädigende UV-B/C Strahlung absorbiert und nur die gesundheitsfördernde UV-A Strahlung passieren lässt und so die Haut der Sonnenbadenden schützt.

In den Illustrationen ist die Erfindung der Vorrichtung zur Saisonverlängerung lediglich beispielhaft dargestellt. Die Erfindung ist jedoch nicht auf die Beispiele oder die in den Skizzen gezeigten Ausführungsformen der Erfindung beschränkt.

Beispiel 1

Ein klassischer Strandkorb wird durch eine faltbare Konstruktion einer Folienstruktur ergänzt. 1, 2, 3

Beispiel 2

In einer modernen Zeltkonstruktion wird das klassische Zeltwandmaterial durch eine Klarsichtfolie ersetzt. 4

1 zeigt eine solche Konstruktion entsprechend Beispiel 1 wie sie für einen Strandkorb geeignet ist.

2 illustriert die Faltbarkeit der in 1 gezeigten Konstruktion für den Transport sowie die Ein und Ausstiegsmöglichkeit einer Vorrichtung nach Beispiel 1.

3 Illustriert wie die Konstruktion entsprechend Beispiel 1, 1 an einem Strandkorb angebracht ist.

4 Zeigt eine klassische Zeltkonstruktion entsprechend Beispiel 2, in welcher das Zeltwandmaterial durch Klarsichtfolien ersetzt ist. Aus Stabilitätsgründen ist die Halterung der Klarsichtfolie am Zeltstangensystem gewebeverstärkt ausgeführt. Das Gewebe ist mit der Klarsichtfolie verschweißt und am Zeltstangensystem gehaltert. Eine punktuelle Belastung der Klarsichtfolie wird so vermieden.


Anspruch[de]
Mobile Vorrichtung zur Saisonverlängerung entsprechend Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, dass mobile Aufenthaltsgeräte wie Liegen, Gartenstühle, Strandkörbe, Luftmatratzen, Isoliermatten oder ähnliche Gegenstände erfindungsgemäß ganz oder teilweise mit einer Struktur aus Klarsichtfolie umgeben werden. Mobile Vorrichtung zur Saisonverlängerung entsprechend Anspruch 2 dadurch gekennzeichnet, dass die mobilen Folienstrukturen entsprechen Anspruch 1 faltbar, leicht und transportabel sind. Die Halterung der Strukturen kann dabei durch ein aus dem modernen Zeltbau bekanntes System von ineinander steckbaren biegsamen Metall bzw. Kunststoffstäben oder andersartig erreicht werden. Mobile Vorrichtung zur Saisonverlängerung entsprechend Anspruch 3 dadurch gekennzeichnet, dass die Klarsichtfolie entsprechend Anspruch 1 und 2 UV beständig ist. Mobile Vorrichtung zur Saisonverlängerung entsprechend Anspruch 4 dadurch gekennzeichnet, dass die Klarsichtfolie entsprechend Anspruch 1, 2 und 3 für UV-A Strahlung der Sonne weitgehend durchlässig ist. Mobile Vorrichtung zur Saisonverlängerung entsprechend Anspruch 5 dadurch gekennzeichnet, dass die Klarsichtfolie entsprechend 1–4 für UV-B und UV-C Strahlung weitgehend undurchlässig ist. Mobile Vorrichtung zur Saisonverlängerung entsprechend Anspruch 6 dadurch gekennzeichnet, dass die mobile Vorrichtung entsprechend Anspruch 1 mit mindestens einer Belüftungs-/Entlüftungsvorrichtung versehen ist. Mobile Vorrichtung zur Saisonverlängerung entsprechend Anspruch 7 dadurch gekennzeichnet, dass die Belüftungsvorrichtung entsprechend Anspruch 6 durch höhenversetzte Öffnungen in einer doppelwandigen Ausführung der Vorrichtung erzielt wird. Mobile Vorrichtung zur Saisonverlängerung entsprechend Anspruch 8 dadurch gekennzeichnet, dass die Klarsichtfolie an der Halterungsstruktur gewebeverstärkt ist. Die Klarsichtfolie ist mit dem Gewebe verschweißt und mit der Halterungsstruktur so verbunden, dass eine punktuelle Belastung der Folie vermieden wird.






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