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Dokumentenidentifikation DE102005016971A1 19.10.2006
Titel Schreibhilfe
Anmelder Promoli, Dorothea, 85053 Ingolstadt, DE
Erfinder Promoli, Dorothea, 85053 Ingolstadt, DE;
Promoli, Johann-Christian, Dr., 85053 Ingolstadt, DE
Vertreter Schlief, T., Dipl.-Phys.Univ. Dr.rer.nat., Pat.-Anw., 85055 Ingolstadt
DE-Anmeldedatum 13.04.2005
DE-Aktenzeichen 102005016971
Offenlegungstag 19.10.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 19.10.2006
IPC-Hauptklasse B43L 13/00(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
IPC-Nebenklasse B43L 15/00(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   
Zusammenfassung Es wird eine Schreibhilfe vorgeschlagen mit einer Halteeinrichtung (6) für ein stiftförmiges Schreibgerät (S), z. B. einem Bleistift, einem Filzschreiber o. dgl., wobei das Schreibgerät von dem Benutzer in üblicher Weise mit dem Dreipunktgriff (Daumen, Zeigefinger und Mittelfinger) angefaßt wird, sowie mit einem Anlagekörper (2) mit einer Anlagefläche (3, 3a), die beim Schreiben zumindest an der Handinnenfläche des Benutzers anliegt. Die erfindungsgemäße Schreibhilfe verhilft zur besseren Führung des Schreibgeräts und ist insbesondere für Personen mit Schreibschwierigkeiten aufgrund feinmotorischer Einschränkungen bei Bewegungsstörungen (Spastik etc.) geeignet.

Beschreibung[de]

Für manche Menschen ist es nicht unproblematisch, mit ruhiger Hand einen Stift sicher und funktionell mit dem bekannten Dreipunktgriff (Griff mit Daumen, Zeigefinger, Mittelfinger) zu halten, um zu schreiben. Verschiedene Krankheitsbilder mit nervöser Ursache (z.B. Spastik und andere Bewegungsstörungen) können hierfür der Grund sein. Bisher sind keine effektiven Hilfsvorrichtungen bekannt, die dieses Problem auf einfache Weise lösen könnten.

Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Schreibhilfe zur Verfügung zu stellen, die eine ruhige und funktionelle Stiftführung erlaubt.

Diese Aufgabe wird gelöst durch eine Schreibhilfe mit einer Halteeinrichtung für ein stiftförmiges Schreibgerät, z.B. einem Bleistift, einem Filzschreiber o. dgl., wobei das Schreibgerät von dem Benutzer in üblicher Weise mit Daumen, Zeigefinger und Mittelfinger im Dreipunktgriff angefaßt wird, sowie mit einem Anlagekörper mit einer Anlagefläche, die beim Schreiben zumindest an der Handinnenfläche des Benutzers anliegt.

Die Vorteile der Erfindung sind insbesondere darin zu sehen, daß der Proband durch den üblichen, funktionellen Dreipunktgriff direkten Kontakt zum Stift hat, wobei sich die Handinnenfläche mit Hilfe der Anlagefläche möglichst gezwungenermaßen in die gewünschte schreibgünstige Form wölbt. Durch die erfindungsgemäße Schreibhilfe wird somit die korrekte Haltung des Stifts im Dreipunktgriff zwangsläufig eingenommen. Mittels der Halteeinrichtung wird hierbei das Schreibgerät an der erfindungsgemäßen Vorrichtung befestigt, wobei das Schreibgerät im Dreipunktgriff in der Nähe seiner Minenspitze oder Feder gehalten wird. Hierbei berühren besonders bevorzugt auch ein oder mehrere Finger – beispielsweise der Ringfinger und der kleine Finger – den Anlagekörper und pressen diesen gegen die Handinnenfläche, so daß der Anlagekörper sicher in der Hand ruht. Es hat sich zudem herausgestellt, daß Benutzer auch ohne verbale Anweisung intuitiv die richtige Schreibhaltung von Hand und Arm einnehmen, wenn sie die Schreibhilfe mit Schreibgerät ergreifen und schreiben.

Besonders bevorzugt ist die Anlagefläche zur Anlage an der Handinnenfläche konvex ausgebildet, da die Handinnenfläche bei normaler Stifthaltung im Dreipunktgriff entsprechend konkav gewölbt ist. Auf diese Weise ist die Kontaktfläche groß und die Erzwingung der richtigen Handflächenwölbung optimiert.

Bei einer vorteilhaften Ausführungsform ist die Anlagefläche im wesentlichen als Teil einer Kugeloberfläche ausgebildet, um so den Wölbungsverlauf der Handinnenfläche beim Schreiben anzunähern. Dementsprechend ist der Anlagekörper vorzugsweise im wesentlichen teilkugelförmig oder vollständig kugelförmig ausgebildet.

Eine besonders bevorzugte Haptik ergibt sich, wenn der Anlagekörper zumindest teilweise aus Holz gefertigt ist. Alternativ oder zusätzlich werden Kunststoffe, Faserstoffe (z.B. Filz) oder ähnliches verwendet.

Bei einer massiven Ausgestaltung des Anlagekörpers liegt dieser ruhiger in der Hand und verleiht dem Benutzer ebenfalls ein beruhigendes Greif- bzw. Schreibgefühl. Es hat sich hierbei insbesondere herausgestellt, daß eine massive Ausgestaltung einer guten Haltungsorientierung zugute kommt.

Der Anlagekörper in Form einer Kugel weist bevorzugt einen Durchmesser im Bereich zwischen 3 cm und 5 cm auf, abhängig von der Größe der Schreibhand..

Die Halteeinrichtung ist vorzugsweise band- bzw. schnurförmig ausgebildet und das Schreibgerät am Anlagekörper eingespannt. Einer sicheren Halterung des Schreibgeräts kommt es zugute, wenn das Band bzw. die Schnur quer zum Schreibgerät verläuft.

Eine einfache Befestigungsmöglichkeit für das Schreibgerät ergibt sich, wenn die Halterung elastisch ausgebildet ist. Durch Dehnen der Halterung kann das Schreibgerät in seine Gebrauchsposition gebracht werden, in der es sicher eingespannt bleibt.

Hierbei bietet es sich vorteilhafterweise an, den Anlagekörper mit einer Mulde bzw. Kerbe zu versehen, in welche das Schreibgerät passend einlegbar ist. Das Schreibgerät kann demnach in der Mulde lagern, in welche es durch die Halteeinrichtung hineingedrückt wird.

Besonders vorteilhaft ist die Mulde mit einer Rutschsicherung versehen. Diese kann gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform aus einer Gummiauflage bestehen.

Die Befestigung der Halteeinrichtung am Anlagekörper kann mit Vorteil realisiert werden, wenn der Anlagekörper eine Durchgangsöffnung aufweist, in welcher die Halteeinrichtung befestigt ist. Gemäß einer dementsprechenden Ausführungsform ist die Halteeinrichtung bandförmig ausgebildet, durch die Durchgangsbohrung hindurchgeschlauft und an ihren beiden freien Enden miteinander verbunden, beispielsweise vernäht oder verknotet.

Eine sichere Halterung der Schreibhilfe wird gewährleistet, wenn die besagte Mulde als tangential zum Anlagekörper verlaufende Rinne ausgebildet ist und sich quer zur Durchgangsöffnung erstreckt.

Vorteilhafte Weiterbildungen sind durch die Merkmale der Unteransprüche gekennzeichnet.

Im folgenden wird die Erfindung anhand der Figuren erläutert. Es zeigen:

1 eine erfindungsgemäße Vorrichtung;

2 die Vorrichtung gemäß der 1 mit eingespanntem Schreibgerät, und

3 die Vorrichtung gemäß der 2 mit Schreibgerät in Aufsicht.

In den Figuren ist eine erfindungsgemäße Schreibhilfe 1 mit einem kugelförmigen Anlagekörper 2, vorzugsweise aus Holz, mit einem Durchmesser von ca. 4 cm dargestellt. Durch eine zentrale Durchgangsöffnung 7 im Anlagekörper ist eine als elastisches, ca. 1–1,5 cm breites Band 6 ausgebildete Halteeinrichtung 6 durchgeschlauft, wobei das Band 6 an seinen beiden freien Enden vernäht ist und die Nahtstelle anschließend in die Durchgangsöffnung 6 gezogen wurde.

Desweiteren ist in dem Anlagekörper 2 eine rinnenförmige Mulde 4 angeordnet, die in tangentialer Richtung und quer zur Durchgangsöffnung 7 mit einer maximalen Tiefe von ca. 5 mm verläuft. In die Mulde 4 ist eine Gummiauflage 5 als Rutschsicherung 5 eingelegt, vorzugsweise eingeklebt. Der Radius der Mulde 4 bzw. der eingelegten Rutschsicherung 5 ist etwas größer als der Radius eines in die Mulde 4 einzulegenden Schreibgeräts.

In der 1 ist das Band 6 ungespannt. Die 2 und 3 hingegen zeigen ein Schreibgerät S (hier ein Bleistift), welches nach Dehnen des Bandes 6 ca. zur Hälfte unter diesem durchgeschoben wurde und von dem Band 6 in die Mulde 4 gepreßt wird.

Nimmt nun ein Benutzer die erfindungsgemäße Schreibhilfe 1 samt Schreibgerät S in die Hand – und ergreift hierbei in bekannter Art und Weise mit dem Dreipunktgriff die Spitze des Schreibgeräts S -, kommt der Anlagekörper 2 mit einem Teil seiner konvexen Oberfläche, der hier so bezeichneten Anlagefläche 3, in Kontakt mit der Handinnenfläche. Vorteilhafterweise umgreifen hierbei alle Finger das Schreibgerät S und den Anlagekörper 2 derart, daß der Anlagekörper 2 und somit die gesamte Schreibhilfe 1 sicher und in fester Position von den Fingern und der Handinnenfläche gehalten wird. Insbesondere der kleine Finger und der Ringfinger übernehmen hierbei das Anpressen des Anlagekörpers 2 an der mit 3a bezeichneten Anlagefläche gegen die Handinnenfläche, die mit der Anlagefläche 3 in Berührung steht. Vorzugsweise wird der Anlagekörper mit größtmöglicher Anlagefläche 3, 3a von der Schreibhand umfaßt. Die von Daumen und Zeigefinger in Schreibhaltung gebildete Öffnung gibt hierbei von oben die Sicht auf die Mulde 4 frei.

Diese Haltung des Daumens, des Zeigefingers und des Mittelfingers, die im funktionellen Dreipunktgriff den Stift fassen können, einschließlich der durch die Anlagefläche erzwungenen Wölbung der Handinnenfläche ermöglichen dem Benutzer eine funktionelle Stifthaltung und insbesondere durch den direkten Kontakt zum Schreibutensil (Stift, Pinsel, ...) die nötige Orientierung und Konzentration auf das Schreiben.


Anspruch[de]
Schreibhilfe mit einer Halteeinrichtung (6) für ein stiftförmiges Schreibgerät (S), z.B. einem Bleistift, einem Filzschreiber o. dgl., wobei das Schreibgerät vom Benutzer mit dem bekannten Dreipunktgriff (Daumen, Zeigefinger, Mittelfinger) angefaßt wird, sowie mit einem Anlagekörper (2) mit einer Anlagefläche (3, 3a), die beim Schreiben zumindest an der Handinnenfläche des Benutzers anliegt. Schreibhilfe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß in Schreibhaltung ebenfalls der Ringfinger, vorzugsweise zusätzlich auch der kleine Finger, die Anlagefläche (3, 3a) berühren und den Anlagekörper (2) in der Schreibhand fixieren. Schreibhilfe nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Anlagefläche (3, 3a) zur Anlage an der Handinnenfläche konvex ausgebildet ist. Schreibhilfe nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Anlagefläche (3, 3a) im wesentlichen als Teil einer Kugeloberfläche ausgebildet ist. Schreibhilfe nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Anlagekörper (2) im wesentlichen kugelförmig oder teilkugelförmig ausgebildet ist. Schreibhilfe nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Anlagekörper (2) zumindest teilweise aus Holz, aus Faserstoffen, beispielsweise Filz, und/oder aus Kunststoff besteht. Schreibhilfe nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Anlagekörper (2) als massiver Körper ausgebildet ist. Schreibhilfe nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Anlagekörper (2) einen Durchmesser im Bereich zwischen 3 cm und 5 cm aufweist. Schreibhilfe nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Halteeinrichtung (6) band- bzw. schnurförmig ausgebildet ist und quer zum Schreibgerät (S) verlaufend dieses einspannt. Schreibhilfe nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Halteeinrichtung (6) elastisch ausgebildet ist. Schreibhilfe nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Anlagekörper (2) eine Durchgangsöffnung (7) aufweist, in welcher die Halteeinrichtung (6) befestigt ist. Schreibhilfe nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Halteeinrichtung (6) bandförmig ausgebildet, durch die Durchgangsbohrung (7) hindurchgeschlauft und an ihren beiden freien Enden miteinander verbunden, beispielsweise vernäht oder verknotet, ist. Schreibhilfe nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Anlagekörper (2) eine Mulde (4) aufweist, in welche das Schreibgerät (S) einlegbar ist. Schreibhilfe nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Schreibgerät (S) von der Halteeinrichtung (6) in die Mulde (4) gedrückt wird. Schreibhilfe nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Mulde (4) als tangential zum Anlagekörper (2) verlaufende Rinne ausgebildet ist und sich quer zur Durchgangsöffnung (7) erstreckt. Schreibhilfe nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Mulde (4) mit einer Rutschsicherung (5) versehen ist. Schreibhilfe nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Rutschsicherung (5) aus einer Gummiauflage besteht.






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