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Dokumentenidentifikation DE102005019048A1 26.10.2006
Titel Fronthaubenanordnung
Anmelder Edscha AG, 42855 Remscheid, DE
Erfinder Schlegel, Peter, 42327 Wuppertal, DE
Vertreter Bonnekamp & Sparing, 40211 Düsseldorf
DE-Anmeldedatum 23.04.2005
DE-Aktenzeichen 102005019048
Offenlegungstag 26.10.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 26.10.2006
IPC-Hauptklasse B62D 25/10(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
IPC-Nebenklasse B60R 21/34(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft eine Fronthaubenanordnung für ein Kraftfahrzeug, wobei eine Fronthaube (2) des Kraftfahrzeugs mittels eines Scharniers (3) an den Rahmen des Kraftfahrzeugs schwenkbar angeordnet ist, wobei das Scharnier (3) wenigstens eine Schwenkachse (4) aufweist, um die die Fronthaube (2) zwischen einer geöffneten und einer geschlossenen Stellung verlagerbar ist, wobei ferner Aufrichtmittel (12) zum Aufstellen der Fronthaube (2) in eine angehobene Stellung im Falle einer Kollision mit einem Fußgänger vorgesehen sind. Eine Vorrichtung bzw. ein Verfahren, um einfach und zuverlässig eine angehobene Fronthaube zurück in ihre geschlossene Stellung zu verlagern, zeichnet sich dadurch aus, daß dem Scharnier (3) ein Hilfsmittel (14) zugeordnet ist, um die Fronthaube (2), ausgehend von der angehobenen Stellung, zurück in die geschlossene Stellung zurückzuverlagern. Die Erfindung betrifft ferner ein Verfahren zum Verlagern einer Fronthaube (2) eines Kraftfahrzeugs von einer zum Vorbeugen eines Fußgängeraufpralls angehobenen in eine geschlossene Stellung.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Fronthaubenanordnung nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 für ein Kraftfahrzeug, wobei eine Fronthaube des Kraftfahrzeugs mittels eines Scharniers an den Rahmen des Kraftfahrzeugs schwenkbar angeordnet ist, wobei das Scharnier wenigstens eine Schwenkachse aufweist, um die die Fronthaube zwischen einer geöffneten und einer geschlossenen Stellung verlagerbar ist, wobei ferner Aufrichtmittel zum Aufstellen der Fronthaube in eine angehobene Stellung im Falle einer Kollision mit einem Fußgänger vorgesehen sind. Die Erfindung betrifft ferner ein Verfahren nach dem Oberbegriff des Anspruchs 13 zum Verlagern einer Fronthaube eines Kraftfahrzeugs von einer zum Vorbeugen eines Fußgängeraufpralls angehobenen in eine geschlossene Stellung, bei dem Aufrichtmittel zum Aufstellen der Fronthaube durch eine Schwenkbewegung um wenigstens eine Schwenkachse eines Scharniers, das die Fronthaube an einer Karosserie des Kraftfahrzeugs schwenkbar verbindet, überwunden werden.

DE 199 22 454 A1 beschreibt ein Verfahren zum Verlagern einer für einen Fußgängeraufprall angehobenen Fronthaube zurück in ihre geschlossene Ausgangslage, bei dem gegebenenfalls mit Unterstützung einer Gasfeder mittels der Gewichtskraft der Fronthaube diese aufgrund der Hebelverhältnisse unter Spannen einer Feder zurück in ihre Ausgangslage verlagert wird. Ungünstig ist hierbei, daß manuell eine erhebliche Kraft aufgewendet werden muß, und daß die zwei Gelenke, in denen eine Schwenkbewegung möglich ist, eine definierte Rückführung der Fronthaube nur unter erschwerten Umständen zulassen.

Es ist die Aufgabe der Erfindung, eine Fronthaubenanordnung nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 bzw. ein Verfahren nach dem Oberbegriff des Anspruchs 13 anzugeben, mit der in einfacher und zuverlässiger Weise eine angehobene Fronthaube zurück in ihre geschlossene Stellung verlagert werden kann.

Diese Aufgabe wird bei der eingangs genannten Fronthaubenanordnung erfindungsgemäß mit den kennzeichnenden Merkmalen des Anspruchs 1 dadurch gelöst, daß dem Scharnier ein Hilfsmittel zugeordnet ist, um die Fronthaube ausgehend von der angehobenen Stellung zurück in die geschlossene Stellung zurück zu verlagern. Diese Aufgabe wird bei dem eingangs genannten Verfahren erfindungsgemäß mit den kennzeichnenden Merkmalen des Anspruchs 13 dadurch gelöst, daß die Fronthaube über ein Hilfsmittel mit der Karosserie des Kraftfahrzeugs gekoppelt wird, und daß das Hilfsmittel wenigstens eine Hilfsschwenkachse definiert, um die die Fronthaube verschwenkt wird.

Das Vorsehen eines Hilfsmittels, das dem Scharnier zugeordnet ist, und als Baueinheit gemeinsam mit dem Scharnier ausgeliefert werden kann, ermöglicht einen Einsatz, ohne dass ein zusätzlicher Montageschritt erforderlich wird. Insbesondere wird durch das Vorsehen eines Hilfsmittels der Gebrauch weiterer zum Aufrichten der Fronthaube vorgesehener Unterstützungsfedern, wie zum Beispiel Gasdruckfedern, vermieden und zugleich eine definierte und an die auftretenden Kräfte und Momente angepaßte Verschließmöglichkeit geschaffen, wenn die Aufrichtmittel zum Aufstellen der Fronthaube versehentlich oder durch Detektion einer Kollision mit einem Fußgänger zu einem Anheben der Fronthaube geführt haben.

Zweckmäßigerweise ist das Hilfsmittel schwenkbar an einem der Befestigungsteile des Scharniers angeordnet, vorzugsweise an dem der Fronthaube zugeordneten Befestigungsteil, von wo es aus einer aufgeräumten Stellung in eine Einsatzstellung verlagerbar ist, um nach dem Anheben der Fronthaube diese zurück in ihre geschlossene Stellung zu verlagern. Hierbei ist es möglich, dass das Hilfsmittel bereits in einer aufgeräumten Stellung schwenkbar ohne Möglichkeit des Herauslösens an einem Befestigungsteil angeordnet ist oder alternativ, dass dieses als separates Teil aus einer Aufnahme herausgenommen und über entsprechend ausgebildete gelenkartige Vorsprünge bzw. Ausnehmungen mit dem einen und/oder anderen Befestigungsteil verbunden wird.

Zweckmäßigerweise weist das Hilfsmittel endseitig einen Einhängehaken auf, der in eine entsprechende Aufnahme des Scharniers, vorzugsweise an dem Befestigungsteil, an dem das Hilfsmittel nicht schwenkbar gelagert ist, einsetzbar ist. Hierdurch kann die Verbindung, die durch das Hilfsmittel zum Zurückstellen der Fronthaube geschaffen wird, vorteilhaft bei Bedarf hergestellt und anschließend wieder aufgehoben werden.

Bei dem Hilfsmittel handelt es sich vorzugsweise um eine zug- und drucksteife Strebe, einen steifen Metalldraht oder dgl., die unter Last weder nennenswert expandiert noch zusammengedrückt werden, so dass es als Hebel zur Übertragung von Kräften und Momenten besonders geeignet ist. Durch das Vorsehen einer solchen nicht reversibel verlängerbaren Strebe, beispielsweise als Stanzteil aus Metall, wird ein definierter Hebelarm geschaffen, der hinsichtlich der verbleibenden Freiheitsgrade einen eindeutigen Schwenkpfad einer scharnierseitig angehobenen Fronthaube zurück in ihre geschlossene, aufgeräumte Stellung ermöglicht. Vorzugsweise ist durch das Hilfsmittel und ein Koppelteil des Scharniers, welches einenends mit dem der Fronthaube zugeordneten Befestigungsteil und anderenends mit dem der Karosserie zugeordneten Befestigungsteil jeweils schwenkbar verbunden ist und welches durch die Aufrichtmittel aus einer abgesenkten im Falle eines Fußgängeraufpralls in eine angehobene Position verlagert wird, wobei eines der beiden Gelenke zweckmäßigerweise zugleich eine Schwenkachse des Scharniers definiert, ein Viergelenk derart gebildet, dass bei Lösen der Verriegelung der Fronthaube im Haubenschloß die Rückführung der Fronthaube in ihre geschlossene Lage zuverlässig ermöglicht.

Zweckmäßigerweise erfolgt die Verschwenkung des Koppelglieds nur, wenn hierfür eine Verriegelungseinrichtung zuvor freigegeben wird.

Zweckmäßigerweise sind zum Aufstellen der Fronthaube die Aufrichtmittel als vorspannbares Federglied ausgebildet, die es ermöglichen, nach einem beabsichtigten oder unbeabsichtigten Auslösen der Fronthaubenanordnung das Federglied erneut zu spannen und für einen weiteren Einsatz vorzusehen. Alternativ hierzu ist es möglich, eine pyrotechnische Kolben-Zylinder-Einheit vorzusehen, bei der ein Kolben aufgrund der Auslösung durch einen Sensor zum Aufstoßen der Fronthaube dient. In diesem Fall ist es erforderlich, die Kolben-Zylinder-Einheit auszutauschen, wobei für das Wiederherstellen der Fahrbereitschaft ein Rückstellen der Kolben-Zylinder-Einheit zweckmäßig ist.

Das erfindungsgemäße Verfahren zum Verlagern der Fronthaube von der angehobenen in die geschlossene Stellung nutzt das Hilfsmittel, um wenigstens eine Hilfsschwenkachse zu definieren, um die die Fronthaube verschwenkt wird. Neben den günstigen Hebelverhältnissen, die sich dadurch einstellen, wird auch ein definierter Pfad für die Absenkbewegung der Fronthaube geschaffen.

Zweckmäßigerweise ist das Koppelglied durch einen Endanschlag oder dergleichen daran gehindert, über eine die geschlossene Position wiedergebende Endposition hinaus verlagert zu werden.

Weitere Vorteile und Merkmale der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung und aus den abhängigen Ansprüchen.

Die Erfindung wird nachstehend unter Bezugnahme auf die anliegenden Zeichnungen anhand bevorzugter Ausführungsbeispiele einer erfindungsgemäßen Fronthaubenanordnung näher erläutert.

1 zeigt eine schematische Seitenansicht eines bevorzugten Ausführungsbeispiels einer erfindungsgemäßen Fronthaubenanordnung.

2 zeigt eine perspektivische Ansicht des Scharniers aus 1 in geschlossenem Zustand.

3 zeigt eine perspektivische Ansicht der Fronthaubenanordnung aus 1 bei ausgelösten Aufrichtmitteln vor dem Zurückstellen in die geschlossene Position.

4 zeigt eine schematische Seitenansicht der Fronthaubenanordnung aus 1 bis 3 kurz vor Erreichen des geschlossenen Zustands.

5 zeigt eine perspektivische Ansicht einer alternativen Ausgestaltung für ein Scharnier.

In 1 ist die Fronthaubenanordnung insgesamt mit 1 bezeichnet und umfaßt neben der Fronthaube 2 und ein insgesamt mit 3 bezeichnetes Scharnier. Das Scharnier 3 ist als Eingelenkscharnier ausgebildet, welches um eine Scharnierachse 4 zum Öffnen und Schließen auf- und zugeschwenkt werden kann, wobei die Fronthaube 2 ferner eine schematisch mit 2a angedeutetes Haubenschloß aufweist, in welchem die Fronthaube verriegelbar ist.

Die Fronthaube 3 weist ein haubenseitiges Befestigungsteil 5 auf, mit welchem das Scharnier an der Fronthaube 2 festgelegt werden kann, ferner ein karosserieseitiges Befestigungsteil 6, mit welchem das Scharnier 3 an einem strichpunktiert angedeuteten Rahmen 7 festgelegt werden kann. Zum Festlegen der Befestigungsteile 5, 6 werden üblicherweise Schrauben oder dgl. eingesetzt, die das Scharnier 3 in der üblichen Weise mit der Fronthaube 2 bzw. dem Rahmen 7 verbinden.

Zwischen dem karosserieseitigen Befestigungsteil 6 und dem haubenseitigen Befestigungsteil 5 weist das Scharnier ein Koppelglied 8 auf, welches über eine gelenkige Verbindung mit dem haubenseitigen Befestigungsteil 5 die Scharnierachse 4 definiert und über eine weitere Gelenkverbindung 9 mit dem karosserieseitigen Befestigungsteil verbunden ist. Eine Verriegelungseinrichtung 10, die vorliegend als doppelarmiger, um eine Achse 11 beweglicher Hebel ausgebildet ist, hält das Koppelglied 8 in einer Stellung, die der geschlossenen Stellung der Fronthaube 2 entspricht. Hierbei hintergreift ein am Ende des einen Arms des Hebels vorgesehener Haken eine entsprechende Ausnehmung in dem der Achse 9 entgegengesetzten Bereich des Koppelglieds 8. Das Koppelglied 8 liegt somit zumindest abschnittsweise auf dem haubenseitigen Befestigungsteil 6 auf und ist durch diese formschlüssige Anlage daran gehindert, weiter nach unten abzusinken. Die Verriegelungseinrichtung 10 hindert das Koppelglied 8 an einer Verschwenkung nach oben. Ein im Fahrzeug vorgesehener Sensor detektiert, ob eine Fußgängeraufprallbedingung erfüllt ist, und veranlaßt durch eine Zugkraft F, dass der Hebel 10 mit dem Koppelglied 8 außer Eingriff gelangt. Die Zugkraft F kann durch eine Kolben-Zylinder-Einheit aufgebracht werden, oder aber durch einen Elektromotor, der einen Seilzug anzieht, oder aber auch durch mechanische Umlenkung.

An dem Koppelglied 8 greift ferner (wie insbesondere in 3 gut zu erkennen) ein als Federglied ausgebildetes Aufrichtmittel 12 an, welches das Koppelglied 8 in Richtung auf eine für einen Fußgängeraufprall vorteilhafte angehobene Stellung, die von der geöffneten Stellung der Fronthaube verschieden ist, vorspannt. Anstelle eines Federglieds können die Aufrichtmittel auch als Aktuator ausgebildet sein, beispielsweise als pneumatische Betätigungseinrichtung oder eine durch eine pyrotechnische Treibladung angetriebene Kolbenstange einer Kolben-Zylinder-Einheit. Das Auslösesignal für die Aufrichtmittel 12 wird in der Regel mit der Zugkraft F gekoppelt sein, beispielsweise die von einer Steuerung abgegeben werden, die mit einem Aufprallsensor verbunden ist.

Ausgehend von der geschlossenen Position, die in 1 dargestellt ist, läßt sich die Fronthaube 2 durch Verschwenken um die Scharnierachse 4 in bekannter Weise nach Lösen der Verriegelung im Haubenschloß 2a öffnen und schließen. Wird während der Fahrt ein Fußgängeraufprall detektiert, wird die Verriegelung 10 gelöst und die Aufrichtmittel 12 betätigt, und die Fronthaube 2 wird in die in 3 schematisch angedeutete Lage angehoben. Man erkennt, dass das Koppelglied 8 um das Gelenk 9 nach oben verschwenkt wird, und während der Schwenkbewegung eine geringe Verschwenkung im Bereich der Scharnierachse 4 stattfindet, die den sich öffnenden Winkel zwischen haubenseitigem Befestigungsteil 5 und Koppelglied 8 entspricht.

Insbesondere in 2 ist zu erkennen, dass an einem Gelenk 13 des haubenseitigen Befestigungsteils 5 ein als Strebe 14 ausgebildetes Hilfsmittel angelenkt ist, das über eine Arretierung 15 an dem haubenseitigen Befestigungsteil 5 gehalten ist. Das Gelenk 13 weist eine Achse auf, die parallel zur Scharnierachse 4 und zu der Achse des Gelenks 9 ist. Die Strebe 14 ist im wesentlichen langgestreckt ausgebildet und weist in ihrem Mittenbereich einen abgefalteten Bereich 14a auf, und in ihrem Endbereich eine nasenartige Abbiegung 14b, die in der Art eines Hakens ausgebildet ist.

An dem karosserieseitigen Befestigungsteil 6 ist ein als Einhängehaken 16 ausgebildeter Abschnitt vorgesehen, der nach Anheben der Fronthaube 2 im Falle eines detektierten Fußgängeraufpralls mit dem endseitigen Haken 14b des Hilfsmittels 14 in Eingriff gebracht werden kann, vgl. 3. Dann definieren der Abschnitt 16 und der Haken 14b ein provisorisches Schwenkgelenk, und die Strebe 14 mit dem weiteren Gelenk 13 einen Lenker eines Viergelenks, dessen anderer Lenker das Koppelglied 8 ist, welches über die Gelenke 9 und 4 ebenfalls mit dem karosserieseitigen Befestigungsteil 6 und dem haubenseitigen Befestigungsteil 5 verbunden ist. Das somit gebildete Viergelenk definiert eine zuverlässige Kinematik zum Absenken der Fronthaube 2 entgegen der Vorspannung des Federglieds 12 zurück in ihre geschlossene Stellung, ohne dass das Haubenschloß 2a hierzu eine Hilfsschwenkachse definieren muss oder wieder verriegelt werden muss.

In einer anderen Ausgestaltung gemäß 5, in der dieselben Bezugszeichen wie in 1 bis 4 dieselben oder strukturgleiche Teile bezeichnen, ist das Hilfsmittel 14' als Haken aus einem gebogenen Draht ausgebildet, der preiswert herstellbar ist und insbesondere Zugbelastungen gut widersteht. Überdies läßt sich das Hilfsmittel 14' leicht in den Einhängehaken 16 einsetzen.

Die Erfindung funktioniert nun wie folgt:

Im gewöhnlichen Betrieb der Fronthaube 2 wird dieser durch Entriegeln des Haubenschlosses 5 und Verschwenken um die Scharnierachse 4 geöffnet und geschlossen. Wird ein Fußgängeraufprall detektiert, wird die Fronthaube 2 nach Entriegeln der Verriegelung 10 durch den Aktuator 12 in eine angehobene Stellung verlagert, um Verletzungen des auf die Fronthaube 2 aufprallenden Fußgängers wegen der unter der Fronthaube 2 angeordneten massiven Teile zu verhindern.

Nach Auslösung des Aktuators 12, gleich ob durch einen Fußgängeraufprall oder durch eine Fehlauslösung, wird das Haubenschloß 2a entriegelt und die Fronthaube 2 kann angehoben werden. Dann wird die Strebe 14 aus ihrer Arretierung 15 gelöst und mit ihrem endseitigen Haken 14b in den Abschnitt 16 des karosserieseitigen Befestigungsteils 6 eingehangen, vgl. 3. Dann ist die Fronthaube 2 in der Art eines Viergelenks an der Karosserie gehalten, wobei der eine Lenker des Viergelenks das Koppelglied 8 mit den Gelenken 4 und 9 ist und der andere Lenker des Viergelenks die Strebe 14 mit den Gelenken 13 und 14b/16 ist. Durch die Ausgestaltung eines hilfsweisen Viergelenks ist es nicht mehr erforderlich, die Fronthaube in dem Haubenschloß 2a zu verriegeln, um die Haube 2 zurückzustellen, ferner ist die Bewegung der durch das Viergelenk an die Karosserie angebundenen Fronthaube 2, auch entgegen der Rückstellkraft des Aktuators 12, definiert, so dass beispielsweise durch Gewichtsbelastung der Fronthaube 2 diese in ihrer Ausgangslage zurückgestellt werden kann. Hierbei ist die Verriegelung 10 vorzugsweise zum Einschnappen in das Koppelglied 8 vorgespannt, so dass bei Erreichen der geschlossenen Position ein erneutes selbständiges Aufstellen der Fronthaube 2 nicht möglich ist. In 4 ist die Fronthaubenanordnung kurz vor Erreichen eines Zustands gezeigt, der einer teilweise geöffneten Fronthaube 2 entspricht.

Es versteht sich, dass die Strebe 14 und das Koppelglied 8 aneinander vorbeischwenken können, und dass anschließend durch das Öffnen der Fronthaube 2 der Haken 14b außer Eingriff mit dem Abschnitt 16 gebracht und erneut im Bereich der Arretierung 15 an dem haubenseitigen Befestigungsteil 5 gehaltert werden kann. Ist das Koppelglied 8 in seine Ausgangsposition zurückgestellt, kann das Hilfsmittel 14 ausgehängt und in seine Ruhestellung verlagert werden, und die Fronthaube 2 wird dann durch Fallenlassen in ihre geschlossene Lage verbracht. Es ist zu bemerken, dass beim Zurückstellen der Fronthaube ausgehend von der in 3 in die in 4 gezeigten Lage die Fronthaube 2 zeitgleich in eine teilgeöffnete Position verlagert wird, wobei in der Endphase der Schließbewegung das Koppelglied 8 in die Lage zurückkehrt, die das Koppelglied 8 bei nicht ausgelöster Fronthaube 2 einnimmt.

Die Erfindung ist vorstehend anhand eines Ausführungsbeispiels beschrieben worden, bei dem das Hilfsmittel 14 in einen Haken eingehängt wird. Es versteht sich, dass auch andere provisorische Festlegungen möglich sind, beispielsweise das Einsetzen eines Stifts in zwei Augen, von denen das eine an dem karosserieseitigen Befestigungsteil 6 und das andere an dem dem Gelenk 13 abgekehrten Ende der Strebe 14 angeordnet ist, wobei insbesondere als Gelenkstift ein Sicherungssplint vorgesehen sein kann, der auch die Arretierung 15 definiert.

Es versteht sich ferner, dass das Vorsehen einer gelenkig an einem der Befestigungsteile angeordneten Strebe, die endseitig mit dem anderen Befestigungsteil oder einem an dem anderen Befestigungsteil angeordneten Lenker zur Definition eines Mehrgelenkscharniers auch bei anderen als Eingelenkscharnieren vorgesehen werden kann, um ein Rückführen der in dem Haubenschloß 2a nicht verriegelten Fronthaube 2 zu ermöglichen.

Besonders vorteilhaft ist das Einhängen über eine Hakenverbindung 14b/16 dadurch, dass bei Erreichen einer bestimmten Position, in der die Fronthaube 2 nahezu in ihre geschlossene Position zurückgeführt ist, der Haken 14b außer Eingriff mit dem Abschnitt 16 gelangen kann, und dadurch die Fronthaube 2 geöffnet werden kann.


Anspruch[de]
Fronthaubenanordnung für ein Kraftfahrzeug, wobei eine Fronthaube (2) des Kraftfahrzeugs mittels eines Scharniers (3) an den Rahmen des Kraftfahrzeugs schwenkbar angeordnet ist, wobei das Scharnier (3) wenigstens eine Schwenkachse (4) aufweist, um die die Fronthaube (2) zwischen einer geöffneten und einer geschlossenen Stellung verlagerbar ist, wobei ferner Aufrichtmittel (12) zum Aufstellen der Fronthaube (2) in eine angehobene Stellung im Falle einer Kollision mit einem Fußgänger vorgesehen sind, dadurch gekennzeichnet, daß dem Scharnier (3) ein Hilfsmittel (14) zugeordnet ist, um die Fronthaube (2) ausgehend von der angehobenen Stellung zurück in die geschlossene Stellung zurück zu verlagern. Fronthaubenanordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Hilfsmittel (14) schwenkbar an einem Befestigungsteil (5) des Scharniers (3) angeordnet ist. Fronthaubenanordnung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Hilfsmittel (14) an dem der Fronthaube (2) zugeordneten Befestigungsteil (5) des Scharniers (3) angeordnet ist. Fronthaubenanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Hilfsmittel (14) endseitig eine Abbiegung (14b) aufweist, der in einen entsprechendeb Einhängehaken (16) des Scharniers einsetzbar ist. Fronthaubenanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Hilfsmittel (14) eine zug- und drucksteife Strebe ist. Fronthaubenanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Hilfsmittel (14) im Einsatz einen Hilfslenker definiert, der beidendig wenigstens vorübergehend derart ein der Karosserie zugeordnetes Befestigungsteil (6) und ein der Fronthaube (2) zugeordnetes Befestigungsteil (5) miteinander verbindet, daß die Fronthaube (2) vorübergehend über ein Viergelenk an die Karosserie gekoppelt ist. Fronthaubenanordnung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Schwenkachse (4) des Scharniers (3) Bestandteil des Viergelenks ist. Fronthaubenanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß ein die Schwenkachse (4) des Scharniers (3) definierendes Gelenk einerseits in einem Befestigungsteil (5), welches wahlweise der Fronthaube (2) oder der Karosserie zugeordnet ist, gelagert ist und andererseits in einem schwenkbaren Hebel (8) gelagert ist, welcher seinerseits schwenkbar an dem anderen (6) der beiden Befestigungsteile (5; 6) angelenkt ist. Fronthaubenanordnung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß eine Schwenkbewegung in der Gelenkverbindung zwischen dem Hebel und dem anderen Befestigungsteil (6) nur im Falle einer Verlagerung in Richtung auf eine angehobene Stellung der Fronthaube (2) erfolgt. Fronthaubenanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Aufrichtmittel (12) zum Aufstellen der Fronthaube wenigstens ein vorspannbares Federglied aufweisen. Fronthaubenanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß zur Verriegelung der Aufrichtmittel (12) eine auslösbare Verriegelungseinrichtung (10) vorgesehen ist. Fronthaubenanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß beiderseits an dem in Fahrtrichtung hinteren Ende der Fronthaube (2) jeweils ein Scharnier (3) angeordnet ist. Verfahren zum Verlagern einer Fronthaube (2) eines Kraftfahrzeugs von einer zum Vorbeugen eines Fußgängeraufpralls angehobenen in eine geschlossene Stellung, bei dem Aufrichtmittel (12) zum Aufstellen der Fronthaube (2) durch eine Schwenkbewegung um wenigstens eine Schwenkachse (4) eines Scharniers (3), das die Fronthaube (2) an einer Karosserie des Kraftfahrzeugs schwenkbar verbindet, überwunden werden, dadurch gekennzeichnet, daß die Fronthaube (2) über ein Hilfsmittel (14) mit der Karosserie des Kraftfahrzeugs gekoppelt wird, und daß das Hilfsmittel (14) wenigstens eine Hilfsschwenkachse (13; 14b/16) definiert, um die die Fronthaube (2) verschwenkt wird. Verfahren nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß das Hilfsmittel (14) im Bereich eines der Befestigungsteile (5) aus einer Halterung (14) gelöst und in einer Aufnahme (16) im Bereich des anderen Befestigungsteils (6) eingehängt wird. Verfahren nach Anspruch 13 oder 14, dadurch gekennzeichnet, daß die Verlagerung der Fronthaube (2) entsprechend einem Viergelenk erfolgt, dessen einer Lenker das Hilfsmittel (14) ist. Verfahren nach einem der Ansprüche 13 bis 15, dadurch gekennzeichnet, daß die Verlagerungsbewegung beendet wird, wenn eine Verriegelungseinrichtung (10) einen durch das Aufrichtmittel (12) angehobenen Teil des Scharniers (3) greift. Verfahren nach einem der Ansprüche 13 bis 16, dadurch gekennzeichnet, daß beim Verlagern der Fronthaube (2) ein die Fronthaube (2) in eine angehobene Stellung beaufschlagendes Aufrichtmittel (12) vorgespannt wird. Verfahren nach einem der Ansprüche 13 bis 17, dadurch gekennzeichnet, daß im Anschluß an das Verlagern der Fronthaube (12) die Hilfsschwenkachse (13; 14b/16) aufgehoben wird. Verfahren nach Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet, daß das Hilfsmittel (14) nach Aufheben des Hilfsschwenkachse (13; 14b/16) an einem der Befestigungsteile (5; 6) des Scharniers (3) wieder in eine Halterung (15) eingesetzt wird.






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